sophiemiaAbschließen mit der Vergangenheit

Schon immer liebte es Thomas den Chef zu spielen er genoss es seinen Freunden sagen zu können, dass er der ältere und der erfahrene war, deshalb suchte er sich immer eine Freundin die mindestens vier Jahre jünger war als er. Damals lernte er seine Freundin Julia kennen, welche sechs Jahre jünger war als er selbst, sie studierte Medizin und hatte keine zeit für einen Vollzeitjob, was sie abhängig machte. Nach drei Jahren Beziehung entschloss sich Thomas seine Freundin zu heiraten er zog mit ihr nach Deutschland wo sie als Krankenschwester arbeitete und er sich einen Job im Altenheim suchte, er hätte durch sein Studium ein besseren Job haben können doch auch nach einigen Jahren, in denen er die Sprache lernte, suchte er sich keine bessere Arbeit, Julia aber tat alles um in Deutschland gut zu verdienen, täglich lernte sie mehrere Stunden Deutsch und wurde schnell zum Hauptverdiener des Ehepaares. Nach fünf weiteren Jahren bekamen Thomas und Julia ein Kind, Lina, am Anfang schien alles gut zu sein doch je älter das Mädchen wurde desto mehr Nähe suchte der Vater zu Seiner Tochter, fast täglich stritt sich das Paar, es gab eigentlich keine wirklichen Gründe, doch jedes Mal, wenn die Mutter mit ihrer Tochter rausgehen wollte, wurde der Vater aggressiv, er war der Mann er musste spazieren gehen sie war schließlich ein Jahr in Mutterschutz gewesen und hatte genug Zeit mit ihrer Tochter verbracht. Dabei blieb es nicht der Vater lies seine Frau nicht ins Zimmer gehen wenn die Tochter nach ihnen schrie, weil sie einen Albtraum hatte er zerrte sie von der Tür und irgendwann verbat er ihr sogar, Lina aus dem Kindergarten abzuholen, jeder sollte den vorbildlichen Vater sehen. Die Streitereien wurden immer schlimmer, irgendwann ging es nicht mehr nur ums Kind immer wieder gab es kleine Machtspiele, er hatte sich zum Beispiel in den Kopf gesetzt, dass er keine Waschmaschine in der Küche wollte, deshalb musste extra wegen ihm eine neue Leitung im Keller verlegt werden, damit er endlich Ruhe gab, 600 € kostete es das Paar und nur damit der kleine Thomas, dass bekam was er wollte. Nach vier weiteren Jahren konnte Julia nicht mehr, sie entschloss eine Wohnung zu kaufen, damit Mutter und Tochter nach der Scheidung ein Zuhause haben, es sollte heimlich geschehen, der Vater sollte nichts von dem Kauf oder einer geplanten Scheidung mitbekommen, es würde ihn nur aggressiv machen und neue Probleme verursachen. Der Plan der Mutter ging aber nicht zu hundert Prozent auf, sie bekam einen Anruf von einem Makler, Thomas hatte gehört dass seine Frau telefonierte, er stellte unzählige Fragen und nachdem die junge Mutter ihm von ihren Plänen erzählt hatte wurde er wütend die Nachbarn riefen die Polizei wegen einer Ruhestörung, doch dabei blieb es, Julia bekam große Angst, sie wusste nicht zu was der Mann, den sie einst zu kennen glaubte, fähig war, der schnellst mögliche Ausweg war eine Vorübergehende Flucht zu ihrer Schwester Katharina, gleich am nächsten Tag packte Julia die Sachen von ihr und Lina und fuhr los, aber die beiden blieben nicht lange versteckt als Thomas merkte, dass keiner von Ihnen Zuhause war, wusste er sofort, seine  Frau war bei ihrer Schwester, kurze Zeit später stand er vor Katharinas Wohnung er rief oft an und fing an Sturm zu klingeln, er drohte damit, die Polizei zu rufen, er  meinte er würde sich etwas ausdenken um sie anzuzeigen, Julia konnte ihn nicht los werden. Nach nur achtzehn Stunden waren sie wieder zurückgekehrt. Julia schaffte es aber noch in der Zeit den Antrag auf Scheidung zu stellen, sie  wusste nicht wie lange es dauern würde, trotzdem beauftragte die Mutter schon mal ihre Schwester die neue Wohnung einzurichten, damit sie eine Möglichkeit hatten, schnell einzuziehen. Im Trennungsjahr war Thomas erstaunlich nett, er machte jedes Wochenende Frühstück, tat alles um ein guter Ehemann zu sein, doch es gab Ausfälle in denen er aggressiv war, danach entschuldigte er sich wieder und tat so als wäre nie etwas geschehen, er dachte ihm wäre verziehen und alles negative wäre vergessen. Dann endlich kam es zum Scheidungsprozess doch der Vater erscheint nicht, er muss 1000 € Strafe zahlen, zum Glück erscheint er an der zweiten Verhandlung, doch das einzige was er sagt ist, dass er die Scheidung nicht nachvollziehen kann. Nach dem Umzug verbesserte sich alles sehr wenig, täglich rief er mehrmals an, stand vor der Wohnung oder dem Kindergarten. Morgens als sie aus dem Haus gingen wartete er vor der Tür und Abends als sie wieder zurück kamen auch, er holte die Tochter immer aus dem Kindergarten ab und brachten sie so spät wie möglich wieder nach Hause. Jeden Tag redete er Lina ein, dass er die Scheidung nicht verstehe und sich sicher ist, dass er wieder mit seiner Ex-Frau zusammen kommt, er war so besessen davon, dass er nicht einmal seiner Familie erzählte, dass er geschieden war, jedes Mal als sie zu Besuch kamen beteuerte er nur, seine Frau müsse arbeiten, niemand sollte von der Scheidung erfahren. 

            Nur nach einem Jahr entschied Julia wieder umzuziehen, nicht nur sie, sondern auch Lina, fühlte sich in ihrer Wohnung, welche ihnen Sicherheit geben sollte, nicht mehr sicher. Mutter und Tochter zogen heimlich in eine nahe gelegene Stadt. In dem neuen Ort gab es Anfangs Ruhe, Thomas konnte die beiden nicht mehr finden, doch er wollte sich immer öfter mit seiner Tochter treffen. Nach einigen Monaten, in der neuen Stadt, schlug Julia vor die Wohnung in der sie und Thomas damals gemeinsam wohnten zu verkaufen, denn der Vater zahlte keinen Unterhalt und als Alleinerziehende brauchte sie das Geld. Alles war abgesprochen, es gab mehrere Interessenten und der junge Vater wohnte schon lange nicht mehr dort, doch drei Monate bevor der endgültige Verkauf stattfinden sollte zog Thomas plötzlich in die Wohnung, er meinte er hätte nie einem Verkauf zugestimmt und wäre obdachlos ohne diese Wohnung, aber alles war schon geklärt, der Vertrag war bereits unterschrieben. Deshalb Entschied Julia nochmal umzuziehen, sie wohnten jetzt wieder in ihrer gewohnten Stadt, aber nicht in der selben Wohnung wie vorher, Thomas würde sie dort zu schnell finden. Als er in sein neues Zuhause einzog, kapierte er schnell, dass seine Ex Frau mit seiner Tochter vor ihm hier wohnten. Das macht ihn aggressiv, er fuhr sofort zu der Wohnung in der er Julia und Lina erwartete, doch er traf dort nur auf die Untermieter, all das steigerte die Wut in Thomas. Er rief unzählige Male an, als Julia endlich ran ging, schrie er nur und drohte die Polizei zu  rufen, mit zitternden Händen legte die junge Mutter auf, ohne auch nur ein Wort zu sagen, sie hatte große Angst, aber sie würde dem Vater ihrer Tochter niemals erzählen wo sie beide  hin gezogen waren, sie wusste nicht ob er seine Drohung wahr machen würde, sie konnte nur hoffen, dass sie so lange wie möglich ihre  Ruhe von ihm hatten. 

            Doch der eigentlich Terror begann erst jetzt, der Vater hatte endlich eine Wohnung, in die er auch Besuch einladen konnte, dass hieß für Lina, sie musste ihn jedes zweite Wochenende  besuchen. Anfangs war alles schön, Thomas ging mit seiner Tochter in den Kletterpark, ins Kino oder Schwimmen, das Mädchen kam jedes Mal mit unzähligen schönen Erinnerungen zurück. Aber irgendwann fing der Vater an sein Handy in der Tasche seiner Tochter zvergessen, er war noch immer wütend, da  er nicht wusste wo sie wohnten und er wollte es unbedingt herausfinden, Julia rief ihn übers Festnetz Telefon an, um ihm mitzuteilen, dass sie ihm jetzt sein Handy vorbeibringen würde, doch er meinte er kann es selber holen kommen und  war in wenigen Minuten vor der richtigen Adresse, die junge Mutter wusste, dass er sie durch das Handy geortet hatte, sie fühlte sich so dumm und gleichzeitig bedroht. Von diesem Tag an, stand er wieder regelmäßig vor der Wohnung, rief täglich an, entweder war es, weil Lina anscheinend etwas bei ihm vergessen hatte, als sie übers Wochenende bei ihm war oder, weil er zufällig vorbeigekommen war und Lina ihm aus dem Fenster winken sollten, beinah täglich stand er vor der Tür. Irgendwann genoss das Kind die Wochenenden auch nicht mehr so wie vorher, sie kam jedes Mal mit Bauchschmerzen zurück, die nach kurzer Zeit Zuhause, wieder vergingen , sie war bei unzähligen Psychologen, keiner  half. Das Mädchen konnte selbst nicht beschreiben wovor sie Angst hatte, sie meinte sie fühle sich bei ihrem Vater nicht wohl, nicht sicher, es passierten Dinge die ihr nicht gefielen, aber die Achtjährige konnte sie nicht beschreiben. Eines Nachts wachte Lina schweißgebadet auf, sie hatte einen Albtraum, der nun jede Nacht zurückkehrte, ihr viel es sogar schwer beim verstecken die Augen zuschließen, immer wieder sah die schwarz gekleidete verhüllte Person vor sich, es reichte   wenn es im Zimmer dunkel war,  überall sah sie die Person, die ihr so unendlich viel Angst machte. 

            Irgendwann war alles nicht mehr auszuhalten, die Angst der Tochter und Thomas der plötzlich überall war, er stand jetzt nicht nur vor dem Haus, sondern wartete bis irgendein Nachbar rauskam und schlich sich dann rein um vor der Wohnungstür zu warten. Es war einfach nur schrecklich, deshalb entschied Julia, wieder umzuziehen. Wie es der Zufall so wollte kündigten die Untermieter die  Wohnung und Mutter und Tochter zogen ein. Die beiden lebten dort ein Jahr, bis Thomas herausfand, dass sie umgezogen sind, doch der Mann behielt es für sich, er holte sich einen Anwalt und schrieb einen Brief, in dem er verlangte, dass Julia den Untermietern kündigen soll, damit er einziehen kann und nicht so weit fahren muss um seine Tochter zu sehen. Die junge Mutter hatte keine andere Wahl als die Wahrheit zuzugeben und zwar, dass sie schon Eingezogen sind. Auf diese Art Briefe zu schicken konnte mehrere Monate dauern, deshalb erfuhr der Vater  erst nach einem halben Jahr, wo Lina wohnte. In dieser Zeit rief er das Mädchen jeden Tag an, fragte wo  sie sei, doch sie antwortete immer sie sei Zuhause, sie zitterte bei jedem Telefonat, sie hatte Angst vor ihrem Vater, aber sie konnte sich diese Angst nach wie vor nicht erklären. An einem Wochenende hat sie sich die ganze Nacht übergeben, sie war deshalb dehydriert und lag lange in Ohnmacht, doch der Vater kontaktierte weder einen Notarzt noch ging er zu Apotheke oder rief Julia an, welche Medizin studiert hatte, das Mädchen war hilflos sie konnte vor Übelkeit kaum reden, lag nur noch im Bett und wollte nach Hause, nach Hause zu ihrer Mutter die ihr wirklich helfen würde, doch  nicht mal diesen Wunsch erfüllte ihr der Vater. Julia holte ihre Tochter immer sonntags um 16:00 Uhr vom Vater ab, aber diesmal schrieb Lina ihrer Mama, dass es ihr schlecht ging, sie sich übergeben hat und die Mutter sie holen kommen sollte, Julia war sehr besorgt und kam  schon um 11:00 Uhr, doch Thomas war das egal, er wiederholte immer wieder, die Abholzeit war um 16:00 Uhr, bis dahin hatte er das Recht auf jede Minute mit seiner Tochter, obwohl diese ihn angefleht hatte sie zu ihrer Mutter zu lassen. Zu diesem Zeitpunkt war das Mädchen schon zehn Jahre alt, aber sie fühlte sich so machtlos als wäre sie gerade erst auf die Welt gekommen, nach diesem Wochenende wollte Lina nie wieder zu ihrem Vater, aber sie musste, das nächste Wochenende war ähnlich schlimm, sie hatte sich zwar nicht übergeben aber ihr war schlecht, sie hatte starke Bauchschmerzen und Thomas hatte sie nur angeschrien, es machte ihn wütend, dass es ihr bei ihm immer schlecht ging, das machte die Situation für das Kind noch schlimmer und sie konnte es kaum erwarten bis das Wochenende vorbei war. Am Montag und Dienstag rief der Vater wieder unzählige Male an und machte seine Tochter Angst, Lina konnte  nicht einschlafen, sie sagte ihrer Mutter, sie  habe Angst er würde morgen früh vor der Wohnung stehen, Julia versuchte das Kind zu beruhigen, aber nichts half, das Mädchen war sich einfach viel zu sicher, dass so etwas geschehen würde und so kam es auch. Man konnte sagen, die Angst schützte Lina, am nächsten Morgen als sie zur Schule wollte parkte ihr Vater vor der Wohnung, als sie das Auto sah drehte sie sich sofort um und rannte zurück doch sie hatte keinen Schlüssel dabei, sie konnte nicht zurück in die Wohnung, sie lief bis nach ganz oben ins oberste Stockwerk, um dort erst ihre Mutter anzurufen und dann die Polizei, sie wusste nicht genau was sie den Polizisten sagen sollte, aber sie wusste sie würden ihr helfen. Nach 10 Minuten kamen sie endlich, sie fragten was passiert sei, das Mädchen war verstört vor Angst, konnte kaum reden, die Polizisten sahen die Angst in ihren Augen Und versuchten sie langsam zu beruhigen, Lina erzählte sie habe große Angst vor ihrem Vater hat. Die Beamten fuhren das Mädchen zur Schule, auf dem Weg dahin trafen Sie nochmal den Vater, sie konfrontierten ihn mit der Angst seiner Tochter, fragten ob er Ihnen eine Begründung für diese Angstzustände liefern kann und wieso er vor der Wohnung stand, doch er antwortete nur, dass er seine Tochter vermisse und sie sehen wolle. Als Lina in der Schule ankam, wurde sie von allen Mitschülern angestarrt und gefragt was passiert sei, sie log, erzählte ein fremder Mann sei vor ihrer Wohnung gestanden und sie bekam Angst, sie traute sich einfach nicht zu erzählen, dass sie so große Angst vor ihrem Vater habe. Der Polizei aber hatte sie vertraut, Thomas wurden 24 Stunden Kontaktverbot erteilt, es war keine große Strafe, aber es sollte ihm zeigen, dass er sein Verhalten überdenken sollte, das jedenfalls war das Ziel. Dem Vater aber, kam nicht einmal die Idee, dass er hätte einen Fehler machen können, gleich nach dem die 24 Stunden abgelaufen waren stand er wieder vor der Schule, aber diesmal hatte er alles besser geplant, er versteckte sich hinter einem Baum, er hatte sich gedacht, dass seine Tochter von ihrer Mutter gefahren wurde, das Mädchen stieg aus dem Auto und nach ein paar Schritten stürmte Thomas auf sie los und nahm sie in den Arm, das Mädchen war völlig schockiert, wusste nicht was sie tun sollte. Zum Glück sah Julia alles im Rückspiegel, sie hielt sofort an und rannte zu ihrer Tochter, nach einem langen Streit mit ihrem Exmann rief sie die Polizei. Die Gefahr der Vater würde nach dem Unterricht wieder vor der Schule sein, war zu groß, um Lina alleine da raus zu lassen, aber die Mutter musste arbeiten, sodass das Kind von der Polizei aus der Schule abgeholt wurde.  Thomas hatte die nächste Anzeige am Hals, er kontaktierte sofort seinen Anwalt, nach einem Monat fand das Gericht statt, aber die Verhandlung führte nicht weit, der Vater bekam zwar Kontaktverbot, aber er näherte sich trotzdem und behauptet immer, er wüsste nicht dass seine Tochter sich dort aufhalten könnte.

             Jeden Monat bekam er mindestens eine Anzeige, so ging es ungefähr ein halbes Jahr eines Abends als Mutter und Tochter ihn wieder anzeigten, fasste Lina ihren Mut zusammen, sie erzählte ihre Mutter, dass ihr Vater sie oft nackt gesehen hatte, sie anstellen angefasst hatte an denen sie es nicht wollte und auch mit ihr geduscht hatte. Endlich war es raus, sie hatte es ihrer Mutter erzählt und nach ungefähr einem Monat traute sie sich sogar es ihrer Psychologin zu erzählen, danach machte sie relativ schnell eine Aussage bei der Kripo, wurde abgehört und die Aufnahme wurden ans Gericht geschickt. Die Verhandlung dauerte 2 Stunden, nach vielen Streitereien entschied die Richterin, Lina solle  eine Aussage bei der Staatsanwaltschaft machen. Der zwölfte Geburtstag, des Mädchens war der Tag an dem sie Aussagen und alle Erinnerungen nochmal hoch holen musste. Das Kontaktverbot wurde verlängert, aber Thomas kämpfte weiter, Immer wieder wiederholte er, dass seine Tochter sich das ausgedacht habe oder ihre Mutter ihr es eingeredet habe. Der Anwalt des Vaters schrieb wieder unzählige Briefe, Anschuldigungen, das Lina lüge und gezwungen wurde die Aussage zu machen, aber die Richterin glaubte dem Mädchen und hob das Kontaktverbot nicht auf. Ein halbes Jahr später, mussten sie sich nochmal vor Gericht treffen, die Verhandlung ging 4 Stunden und man kam zu keinem Ergebnis, Lina war extrem enttäuscht, sie verstand nicht, wieso ihr Vater das Sorgerecht behalten durfte, deshalb schrieb sie der Richterin einen Brief, indem sie, sie bat das Kontaktverbot zu verlängern, den Vater zu bitten nicht anzurufen, Briefe oder Pakete zu schicken, und bot sogar an, selber vor Gericht zu erscheinen, damit sie alle Missverständnisse aufklären konnte und dem Vater das Sorgerecht entzogen wurde. Frau Liechtenstein, die Richterin, lud Lina vor Gericht ein, die Psychologin des Mädchens überlegte sehr lange ob es gut für das Kind war, doch letztendlich stimmte sie einer Aussage zu. Der Tag war gekommen, Lina hatte sich gut vorbereitet, sich Notizen gemacht, aber kurz vor der Verhandlung stieg die Aufregung, Das Kind durfte nur um auszusagen in den Gerichtssaal, sie saß in der Mitte alle starten sie an, rechts neben ihr, ihr Vater und sein Anwalt, links neben ihr ihre Mutter und deren Anwälten und vor ihr  die Richterin. Thomas aber lies, trotz einer sehr starken und eindeutigen Aussage seiner Tochter, nicht nach, er erzählte er habe vor einem Monat eine Tochter bekommen namens Magdalena, er verlangte dass Lina mit ihm, seiner neuen Freundin und Tochter in einer gemeinsamen Wohnung wohnten, aber nach 3 weiteren Stunden in denen Linas Psychologin gute Argumente gebracht hatte, sich für ihre Patientin einsetzte, realisierte der Vater, dass er keine Chance mehr hatte, seine einzige Rettung war freiwillig das Sorgerecht aufzugeben und seine Tochter nicht mehr zu kontaktieren.  

            Das war es, jetzt war es vorbei, nach zehn Jahren, in denen sie Thomas nicht los werden konnten, hatten sie endlich Ruhe, Mutter und Tochter konnten ihr Glück kaum fassen, jetzt was entschieden er durfte weder seine Ex noch seine Tochter kontaktieren. 

 

            Achtzehn Jahre waren vergangen, Lina hatte Medizin studiert, einen guten Job und wohnte immer noch in der gleichen Wohnung, aber jetzt ohne jegliche Probleme oder Ängste. Thomas, heiratete seine Freundin, Nadine, und Magdalena, seine Tochter, besuchte ein Gymnasium und hatte vor auf die Uni zu gehen, die Familie hatte nie ein großes Vermögen aber es hatte immer gereicht, bis jetzt. Die Tochter wollte unbedingt studieren, doch dafür gab es kein Geld, sie musste arbeiten gehen, den mit einem Mini-Job verdiente sie nicht genug, aber Magdalena ließ nicht locker sie brauchte ein Studium um, laut ihr, irgendwann ein luxuriöses Leben führen zu können, es schien als gäbe es keine Lösung, aber der Vater erinnerte sich an seine erste Familie, an die Wohnung die seine damalige Frau gekaufte, als sie noch verheiratet waren. Magdalena war sich sofort sicher, sie musste an die Wohnung kommen und sie verkaufen, aber wie, wenn Lina noch drin wohnte. Magda und ihre Mutter waren besessen, von dem Plan mit dem Verkauf viel Geld zu machen, gleich am nächsten Tag besuchten sie einen Anwalt. … „Also es gibt kaum Möglichkeiten für uns die Wohnung zu beanspruchen?“, Erkundigte sich Magdalena. „Nein, diesen Rechtsstreit würde die andere Seite mit Sicherheit gewinnen, tut mir das ich ihnen nicht weiterhelfen konnte.“, Der Anwalt verabschiedete sich und begleitete die beiden aus seiner Kanzlei. Den ganzen Weg zurück regte sich die Tochter auf, das es keine Chance für sie gab, kein Studium. „Vielleicht sollte es so sein, es bringt nichts sich jetzt darüber den Kopf zu zerbrechen.“, der Mutter wurde es langsam genug. „Was sollte so sein, das ich alles dafür tue um ein gutes Abitur zu haben und dann nicht studieren kann. Nein Mama, ich habe mich entschieden ich gehe auf die Uni und dafür brauche ich das Geld dieser Wohnung.“ schrie sie Nadine an. „Man Magda, was willst du denn machen, um sie aus der Wohnung zu bekommen, du kannst sie doch nicht umbringen!“, die Mutter war sauer, erwartete eine schlagfertige Antwort ihrer Tochter, doch stattdessen blieb Magda ruhig, nachdenklich, wieso eigentlich nicht, war das nicht wirklich die einzige Option. Dieser Gedanke ließ Magdalena nicht mehr los, es war die Möglichkeit für sie zu studieren, sie wusste es war illegal, aber nachdem was ihr Vater ihr erzählt hatte gehörte die Wohnung auch ihr, sie war sich dem was sie vor hatte nicht bewusst, es war Mord aber ihre Zukunft war ihr wichtiger, als das Leben ihrer Halbschwester, die sie sowieso nie kennen gelernt hatte. In der Nacht hatte sie kein Auge zu bekommen, sie hatte sich entschlossen das durchzuziehen und fing auch gleich an im Dark-Web zu suchen, sie hatte zwar kaum Geld, aber sie hoffte sie konnte den Mörder mit dem bezahlen, was sie mit dem Verkauf verdiente. Nach stundenlanger Suche fand sie jemanden, es gab einen Anruf die Nummer war verdeckt und die Stimme verzerrt, die Person am anderen Ende der Leitung, verlangte 25% des Gewinns und Magda solle sich ein Zweites Handy anlegen, welches sie direkt nach dem Mord vernichten muss. Sie war mit allem einverstanden sie wollte unbedingt die Kohle haben. Schnell fing sie an ihrem Opfer aus Schritt und Tritt zu folgen mit der Zeit rutschte der Gedanke an das Studium in den Hintergrund, sie war besessen davon einen Mord in Auftrag zu geben, dem Mörder Informationen zu geben, das Opfer zu stalken, das alles machte ihr Spaß es fühlte sich an wie damals, als sie mit ihren Freundinnen ihren Schwarm beobachtet haben um zu wissen was für Interessen dieser hatte um bei ihm punkten zu können. Diesmal ging es zwar nicht darum jemanden zu beeindrucken, aber es war das gleiche gute Gefühl etwas über die Person herausgefunden zu haben. Nach einigen Wochen kannte Magda Linas Wochenplan besser als sie selbst.

            Montag bis Freitag verließ sie um 6:50 Uhr das Haus, stieg um 7:01 Uhr in die S8 Richtung München, sie fuhr bis zum Marienplatz wo sie um 7:21 Uhr ankam und um 7:24 Uhr die U6 Richtung Klinikum Großhadern nahm, mit der U-Bahn fuhr sie bis zu Endstation, die sie um 7:40 Uhr erreichte, dort kaufte sie sich am Kiosk einen Kaffee und in weiteren fünf  Minuten war sie am  Krankenhaus angelangt, sie warf ihren Kaffee immer in den Mülleimer rechts vom Haupteingang. 8 Stunden später, ungefähr um 16:10 Uhr, meistens jedoch um 16:12 Uhr kam Lina aus ihrer Arbeit, der Weg zur U-Bahn dauerte jetzt meistens nur noch 4 Minuten um 16:20 Uhr fuhr sie wieder mit der U6 Richtung Marienplatz, Sie kam um 16:36 Uhr dort an und stieg, um 16:40 Uhr in die S8 Richtung Herrsching, verließ um Punkt 17:00 Uhr den Zug und war 10 Minuten später Zuhause. Montags blieb sie nach der Arbeit zu Hause, dienstags verließ sie um 17:40 Uhr, Wieder zu Hause und radelte zum Fitnessstudio, wo sie um 17:55 Uhr ankam und um 18:00 Uhr ihr Training anfing, sie trainierte 1 Stunde, duschte und fuhr dann wieder zurück. Jeden Mittwoch Kaufte sie ein, sie ging davor nicht nach Hause sondern direkt von der Station in den Laden, meistens kaufte sie Vollkorn Brot, Wasser, Käse, Oliven, Kopfsalat, Schokolade und hin und wieder waren es auch Ofenkäse ,Tortellini oder Lachs, die Zeit die sie mit einkaufen verbrachte war ungefähr 43 Minuten, je nachdem wie viele Leute einkaufen waren. Jeden Donnerstag ging sie wieder gleich nach der Arbeit nach Hause und blieb auch dort. Jeden zweiten Freitag hatte sie Nachtschicht, An solchen Freitagen verließ sie erst gegen 9:30 Uhr das Haus und ging in einem Café in München brunchen, sie fuhr dort mit dem Auto hin, und bestellte meistens einen Orangensaft, eine Semmel und ein Croissant, danach bummelte sie noch bisschen in der Stadt und aß gegen 14:00 Uhr zu Mittag, meistens thailändisch, ungefähr um 15:00 Uhr war sie wieder zu Hause, dort blieb sie, bis sie um 19:50 Uhr zur Arbeit ging, Die S-Bahn um 20:01 Uhr nahm, um 20:21 Uhr am Marienplatz ankam, in die U6 um 20:24 Uhr stieg und um 20:40 Uhr an der Endstation war, Dort holte sie sich wie gewohnt einen Kaffee, Am nächsten Morgen verließ sie um 7:30 Uhr müde das Krankenhaus und war um 8:20 Uhr wieder Zuhause, Jeder zweite Samstag war ruhig, Lina verließ nicht das Haus, an Samstagen, vor welchen sie keine Nachtschicht gehabt habe, war sie meistens in die Stadt um zu shoppen, oft fuhr sie um ungefähr 11:00 Uhr los und kehrte erst abends gegen 18:00 Uhr aus der Stadt zurück, die Sonntage waren immer Ruhig, sie holte um 14 Uhr beim Konditor Kuchen, blieb aber sonst den ganzen Tag zu Hause. 

            Knapp vier Wochen beobachtete Magdalena jetzt schon ihre Halbschwester, sie kannte ihren Ablauf beinahe auswendig, doch heute war etwas neu, sie ging nicht wie gewöhnlich 6:50 Uhr aus dem Haus, sondern 10 Minuten früher, an der S-Bahn Station angekommen kaufte sie sich ein Monatsticket. Magda musste  ein Foto machen, dass sie dem Mörder schicken konnte, aber diesmal hatte sie zu wenig aufgepasst, Lina drehte sich in ihre Richtung, sah sie  fotografieren, sie blickte sehr skeptisch zu ihr und Magda steckte nur schnell ihr Handy in ihrer Jackentasche, zu schnell das Handy viel raus, was das Opfer sah, weil es immer noch verwirrt zu ihrem Stalker schaute. „Entschuldigen Sie, ihr Handy, hallo sie mit der schwarzen Jacke, Sie haben etwas verloren.“, rief Lina, aber ihre Halbschwester brach in Panik aus und stieg sofort in die S-Bahn, welche gerade angefahren kam. 

            Lina ging zu dem Handy, hob es auf und öffnete es, sie hat nicht erwartet, dass es kein Passwort geben würde, sie hatte vor die zuletzt angerufenen Personen zu kontaktieren um das Handy dort abgeben zu können. Doch als es entsperrt war, sah sie, die Kamera war noch geöffnet, sie wurde neugierig, hatte diese fremde Person, sie wirklich fotografiert, In der unteren Ecke war das zuletzt gemachte Foto zu sehen und es stimmte, diese Frau hat Bilder von ihr gemacht, sie öffnete die Galerie und war schockiert auf diesem Handy waren nur Bilder von ihr, Bilder wie sie morgens aus dem Haus ging in der U-Bahn saß, sich einen Kaffee am Kiosk holte oder in ihrem Lieblingscafé brunchte, ihre Hände zitterten,  plötzlich genau in dem Moment, kam eine Nachricht: „Ich glaube ich habe mittlerweile genug Informationen von dir bekommen, nächste Woche werde ich noch einige davon überprüfen und in spätestens drei Wochen bist du sie los, gibt es noch etwas was ich wissen sollte?“ Etwas was wer wissen sollte, ging es um sie und was war mit, in drei Wochen bist du sie los, gemeint. Sie öffnete den Chat, scrollte bis nach ganz oben und fing an zu lesen. Die Konversation bestand hauptsächlich aus Bildern und Uhrzeiten, sie fand ihre komplette Wochen Routine, ihren Einkauf, sie begriff schnell das es um einen Auftragsmord ging und das sie das Opfer war. Sofort rannte sie nach Hause, alle paar Schritte drehte sie sich um, in einer Hand hielt sie bereits ein Pfefferspray, endlich in ihrer Wohnung angekommen, sperrte sie dreimal zu und versteckte sich im Bad, in der Badewanne, hinter dem Duschvorhang, immer noch mit dem Pfefferspray, sie wusste nicht ob sie zu Polizei gehen sollte, aber sie hatte zu viel Angst, sie traute sich nicht einmal sich zu bewegen, jedes kleinste Geräusch ließ sie zusammen Zucken und erstarren, ihr Herz klopfte so stark, dass ihr schlecht wurden, alle Erinnerungen aus ihrer Kindheit kamen hoch, jeder einzelne Moment spielte sich nacheinander vor ihr ab und auch die Angst die sie in den Momenten gehabt hatte, bekam sie wieder zu spüren, nach kurzer Zeit füllten sich ihre Augen mit Tränen, die langsam ihre Wangen runter flossen, regungslos starrte sie dabei die weißen kalten Badezimmer Fliesen an, sie realisierte nicht mehr in welcher Situation sie eigentlich gerade war, so sehr war sie in den Gedanken an ihre Vergangenheit gefangen.

            Auf einmal vibriert ihr Handy, sie zuckte zusammen, schlug ihren Kopf an der Wand an, aber plötzlich wurde sie wieder in die Realität zurück geholt, es war Mittwoch sie musste arbeiten, schnell griff sie an ihr Handy,  es war schon 9 Uhr, ihre Chefin rief an, fragte wo sie war, ob alles in Ordnung sei, sie käme nie zu spät. „Nein, alles ist in Ordnung, ich bin nur krank.“, antwortete Lina noch immer mit zitternder Stimme. Sie wirkte sehr verwirrt, ihre Chefin war skeptisch, stellte aber keine weiteren Fragen mehr. Lina war erleichtert, ihr wurde klar, dass sie nicht den ganzen Tag in der Badewanne verkrochen bleiben konnte, sie zog sich Jacke und Schuhe aus, setzte sich auf die Couch und fing an nochmal in Ruhe den Chatverlauf zu lesen. Der Mörder sagte nie etwas über die Art, wie er sie umbringen wollte, er wollte sich nur sicher sein, dass er sein Geld bekam, die Person, der das Handy gehörte, meinte die Wohnung in der ihr Opfer wohnt gehörte eigentlich ihr und Lina müsse nur aus dem Weg geschaffen werden, damit sie an ihr Eigentum kam, es verkaufen und davon den Mörder und ihr Studium finanzieren könne. Lina war Ratlos, wer würde behaupten ihr Zuhause, war nicht ihres, sondern einer Person, welche gerade mal um die 18 Jahre alt war, sie überlegte sehr lange ob ihr Vater dahinter steckte, aber es war schon so viele Jahre vergangen, in denen er sie in Ruhe leben gelassen habe und die Tatsache das mit dem Geld ein Studium bezahlt werde sollte, hinterließen in ihr nur Verwirrung. Doch auf einmal fiel es ihr ein, wenige Monate vor dem alles Entscheidenden Prozess, hatte Thomas eine Tochter bekommen, das Alter sollte ungefähr passen und es war gut möglich, dass ihre „Halbschwester“ glaubte diese Wohnung gehöre ihr, schließlich hatte ihr Vater das immer behauptet. Lina war immer noch schockiert, sie wusste, sie hatte das Rätsel gelöst und verstand wer und wieso, sie jemand aus der Welt schaffen wollte, beinahe euphorisch schnappte sie Jacke und Autoschlüssel und fuhr los, ihr Ziel war das Zuhause ihres Vater, wo sie auch seine zweite Tochter antreffen wollte, sie war fest entschlossen, die Wohnung zu stürmen, Thomas zu erklären, weder er noch Magdalena hätten ein Recht auf ihr Eigentum und vor allem wollte sie ihrem Vater deutlich machen, dass er ihre Kindheit zerstört habe. Doch kaum war sie angekommen, verließ Lina ihr ganzer Mut, sie sah das Hochhaus hinauf und ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken, ihr wurde bewusst, dass sie gerade vor hatte mit einem Menschen zu reden, der sie umbringen wollte, noch lange bleib sie, wie festgefroren, in ihrem Auto sitzen, wieder wurde ihr schlecht und alles in ihr zog sich zusammen. Lina klammerte sich fest, an ihr Lenkrad, sie fühlte eine Mischung aus Wut, Hass, Trauer und Hilflosigkeit, sie wusste nicht mehr was sie tun sollte, gab es überhaupt eine Chance für sie, ihr Leben zu retten?

 Wieder zu Hause angekommen, versuchte sie sich abzulenken, sie schaltete, den Fernseher an und machte sich eine heiße Tasse Tee, das Programm interessiert sie nicht wirklich, sie dachte immer noch darüber nach ob sie zu Polizei gehen sollte, aber war das zu riskant, sie wurden verfolgt, sie entschloss, sie muss eine andere Lösung finden. In dieser Nacht hatte sie kein Auge zubekommen, jedes Mal, wenn sie versuchte ihre Augen zu schließen, sah sie ihren Mörder vor sich, es war mittlerweile 3 Uhr morgens, Lina war sich sicher das sie sie keinen Schlaf mehr bekommen würde, sie machte sich einen Kaffee und entschloss, sie wolle mit Magdalena reden, es musste schnell gehen, am besten schon heute, sie fühlte sich nicht besonderes wohl bei dem Gedanken, aber es war ihre einzige Hoffnung, um zu überleben. Kurz nach 4 Uhr fuhr sie los und war nach 10 Minuten bei der Wohnung angekommen, eineinhalb Stunden wartete sie und sie beobachtete jede Person die rauskam um 5:30 Uhr, kam eine junge Frau aus dem Haus, Lina erkannte sie wieder, es war die Frau, die sie am Bahnsteig gesehen hatte, nach weiteren drei Stunden kam Magdalena wieder zurück. In Lina stieg die Aufregung, doch sie war fest entschlossen, dass sie jetzt los musste, sie musste alles aufklären, es war die einzige Chance ihr Leben zu retten, sie zitterte am ganzen Körper, ihre Hände schwitzen, Aber sie wollte unbedingt da rein, es war ein Versuch wert, unsicher stieg sie aus dem Auto und ging langsam zur Tür, sie fand das Klingelschild, aber es fühlte sich an, als stünde sie dort eine Ewigkeit, bevor sie klingelte, plötzlich ging die Tür auf, Lina musste in den zweiten Stock, erst als sie die Treppe hinauf ging realisierte sie, dass sie gleich auf den Menschen treffen würde, der sie  umbringen wollte, sie dachte darüber nach umzukehren, sie konnte nicht wissen was sie erwartete, zu was Magdalena fähig war. Schließlich stand sie vor der Tür, die, für Lina, völlig unerwartet aufging, Thomas machte ihr auf: „ Oh Hallo, ich hatte einen Postboten erwartet, was brauchen Sie denn.“ Lina blieb wie angewurzelt stehen, sie brachte kein einziges Wort heraus, zum ersten Mal nach 18 Jahren sah sie ihren Vater wieder, für einen Moment, hatte sie ganz vergessen, wieso sie hier war. „Entschuldigen Sie ist, alles in Ordnung.“, riss er sein Kind aus den Gedanken. „Tut mir leid, ja alles bestens, könnte ich mit ihrer Tochter sprechen?“ antwortete sie völlig perplex, der Mann bat sie rein und ließ Magda wissen, dass sie Besuch hatte. Der Augenkontakt, der Schwestern, war sehr lang, sie beide wussten nicht was sie sagen sollten, Magda hatte nicht erwartet, ihre Halbschwester einmal lebend zu sehen und Lina stand nun wirklich der Person gegenüber, die sie wegen ihres Studiums, aus dem Weg schaffen wollte. Nach kurzer Zeit stille, die sich wie eine Ewigkeit anfühlte, nahmen die Frauen in der Küche Platz. „Was weißt du?“, fragte Magda auf einmal mit aggressiver Stimme. Lina erwartete nicht, dass sie nett zu ihr war und blieb ruhig: „ Lass mich dir etwas erklären.“

„Etwas erklären, du bestiehlst uns, gib mir die Wohnung und ich lasse dich am Leben.“ Diese Worte waren angsteinflößend, sie war sich dem was sie sagte zu 100 % sicher, Lina konnte nur hoffen, dass es ihr gelang sie vom Gegenteil zu überzeugen. „Hör mir bitte zu, genau darum geht es, wahrscheinlich weißt du, dass wir den selben Vater haben. Damals war er sehr aggressiv, meine Mutter und ich haben versucht zu flüchten, deshalb kaufte sie eine Wohnung, aber meine Eltern waren zu derzeit noch verheiratet, aus dem Grund, gehörte unser Zuhause, laut Gesetz, auch Thomas.“ sie konnte sehen das Magdalena skeptisch war. „Bitte vertrau mir, dein Vater, war damals kein guter Mensch, er hat uns sehr oft angeschrien, jeden Tag gab es Streit und nach der Scheidung fing er an, uns zu verfolgen, wir fühlten uns nirgendwo mehr sicher.“

„Wieso Versuchst du mein Vater schlecht zu reden, er hat dir nichts getan, deine Mutter war doch die, die nach Deutschland geschleppt hat, wegen ihr konnte er sich keine gute Zukunft aufbauen und am Ende, wollte sie ihm verbieten sich mit dir zu treffen, sie hat alles erreicht was sie wollte und dabei so viel schlechtes und falsches über meinen Vater erzählt.“, Lina war schockiert, enttäuscht, sie wusste nicht was sie sagen sollte. „Du kennst meine Mutter nicht, bitte hör auf schlecht über sie zu reden, die ganzen Jahre war sie die einzige die zu mir hielt, Während mein Vater mich missbraucht hat.“, Jetzt war es raus, ihr stiegen die Tränen in den Augen sie versuchte ihr weinen zu unterdrücken doch es ging nicht mehr, alle Gefühle von damals kamen hoch, sie blickte in das schockierte Gesicht ihrer Halbschwester. „Höruz Magdalena, wenn du möchtest, kann ich dir Geld für das Studium und für den Mörder geben.“ plötzlich fing Magda auch an zu weinen, sie nickte und entschuldigte sich sehr viele Male. Lina war sehr erstaunt, Niemals hätte sie solch eine Reaktion erwartet, sie hatte sich auf einen Streit eingestellt, darauf dass sie nicht mehr aus dieser Wohnung raus kommen würde aber sie dachte nicht mal daran, dass jede Halbschwester anfangen würde zu weinen. Sie gab ihr das Handy, mit dem Kontakt zu dem Mörder, die Studentin schrieb eine kurze Nachricht an den Mörder: 

„Das kommt jetzt vielleicht unerwartete, aber ich habe mich dazu entschieden, dass ich die Frau nicht umbringen lassen will, natürlich bekommst du trotzdem dein Geld.“ 

Der Mord war abgesagt, beide waren unendlich Erleichtert und Lina konnte ihr Glück kaum fassen. Nach diesem Tag sprachen sich die Schwestern in Ruhe aus, sie trafen sich hin und wieder an einem Kaffee, Lina konnte endlich mit ihrer Vergangenheit abschließen und Magdalena erfüllte sich den Traum zu studieren. 

 

            

5 thoughts on “Abschließen mit der Vergangenheit

  1. Hallo
    Zunächst einmal ein dickes Kompliment für deine Geschichte.
    Hat mir sehr gut gefallen.

    Ich mag die Handlung, die Protagonisten, die Spannung und natürlich das gelungene Ende.

    Man spürt, dass du dich sehr mit dem Thema und der Story beschäftigt und auseinander gesetzt hast.
    Man spürt, dass dir die Geschichte wichtig ist.

    Lass deine Geschichten in Zukunft immer noch einmal gegenlesen. Ein Fremdleser sieht schneller, wo sich Rechtschreibfehler eingeschlichen haben.
    Ich rate dir auch, viel mehr Sinnabschnitte zu machen.
    Das hilft dem Leser.

    Insgesamt kannst du stolz auf dich und auf deine Geschichte sein.

    Schreib immer weiter und du wirst von Geschichte zu Geschichte besser und sicherer.

    Meinen Like hast du.

    Liebe Grüße, Swen Artmann (Artsneurosia)

    Vielleicht hast du ja Lust und Zeit, meine Geschichte auch zu lesen.
    Würde mich freuen.
    Sie heißt: „Die silberne Katze“.

    Vielen Dank und bleib gesund.

  2. Moin Moin eine tolle Kurzgeschichte die du dir da ausgedacht hast. Gutes Ende, toller Plot. Gute Charaktere. Wenn ich dir einen Tip geben darf. Versuche weniger Zeitformen zu suchen. Gerade am Anfang beginnt fast jeder Satz in deiner Geschichte mit „ Dann, am nächsten Tag, jedesmal, irgendwann, „ ich denke das kannst du besser. Klar ist es dein Stil und da will ich dir gar nicht rein reden, aber es ist mir halt aufgefallen und ich wollte es dich wissen lassen. Wenn es mal vorkommt ist es ja ok, aber so häufig?

    Mein Like lass ich dir aber gerne da, denn ingesamt ist deine Geschichte wirklich klasse…mach so weiter! 👍🏻

    LG Frank aka leonjoestick ( Geschichte: Der Ponyjäger)

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