Sonja Schadt-Di MatteoAnna -Identitäten?!?!?!

26+

Anna

Identitäten?!?!?!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

    

 

 


Toooom… Annas Stimme hallte durch den Garten. Toooom ich gehe mit Paul laufen. Keine Antwort, Anna war genervt, sie ahnte schon in was ihr Mann wieder vertieft war. Vielleicht wollte er auch nicht antworten. Sie lief unter den alten Apfelbäumen bis zum alten Bootssteg runter wo sie Tom wie oft in seiner Freizeit vermutete. Sie hatte recht, er werkelte wieder voller Inbrunst an seinem alten Kahn rum. Er summte laut eins seiner Lieblingslieder mit wie Anna unweigerlich am Refrain erkannte. Er war nicht gerade ein Gesangstalent noch hatte er viel Taktgefühl, aber er sah einfach zum Anbeißen süß aus wie er so vor sich hin summte. Anna vermutete Heavy Metall, seine Musikrichtung. Sie meinte aus dem Summen eventuell Thunderstruck von AC/DC zu erkennen. Noch süßer war sein Po der versuchte im Takt mit zu wackeln. Annas Wut war sofort verpufft. Sie kniff in seinem Po und er nahm erschrocken die Kopfhörer aus den Ohren. Erstaunt drehte er sich um und sah seine Frau in Sportkleidung fragend an.  >>Tom ich gehe mit Paul joggen. Ich wollte dir nur Bescheid geben, << sagte Anna.  >>Ja gut, läuft Emma mit, << fragte Tom. Anna erwiderte das Emma heute beruflich verhindert ist, sie hat noch einen Besichtigungstermin für ein Haus mit einem Ehepaar das Interesse am Kauf vereinbart. Da eine hohe Maklerprovision winkte hätte sie kurzfristig abgesagt. Tom sah sie sorgenvoll mit seinen blauen Augen durchdringend an. Ok, aber du weißt ich mag es nicht, wenn du alleine durch Wald und Flur läufst. Anna rollte die Augen und zeigte auf Paul, einen nicht gerade kleinen Labrador…Paul beschützt mich doch. Anna grinste. Tom raufte sich gespielt sein hellblondes Haar, dass eh schon verwegen abstand.  Sie küsste ihn auf die Nasenspitze und sagte,>> zum Glück sieht man Paul seine Lammfrömmigkeit nicht an. Bin in einer Stunde wieder da, komm Paul! << Begeistert über die Aussicht durch den Wald zu rennen setzte sich der große Hund in Bewegung. Ihr Mann winkte und rief ihr noch hinterher das Handy mitzunehmen. >> Habe ich bei mir, << lachte Anna. Sie joggte mit leichtem Schritt los. >> Es war so schön auf dem Land zu wohnen und trotzdem so nahe an Berlin. << dachte sich Anna. Sie und ihr Mann waren nie sogenannte Großstadtkinder. Nach dem Studium in der Großstadt waren sie sich einig, dass es zurück auf das Land geht. So traurig es auch war, als ihre Mutter von nur 59 an diesem verdammten Krebs starb. Aber somit übernahmen sie das kleine alte Landhaus mit viel Gartenanteil und eigenem Anlegesteg direkt am schönen Schlachtensee. Da Anna keine Geschwister hatte war sie Alleinerbin. Ihr Vater war leider schon vor vielen Jahren bei einem Autounfall verstorben. Er hatte es damals mit Annas Mutter relativ günstig erworben.  Im Moment waren die Grundstücke hier unbezahlbar. Anna atmete tief ein und verbot sich die traurigen Gedanken die sie manchmal zu überrollen drohten. Besonders seit einer Fehlgeburt vor ca. einem Jahr. Anne konzentrierte sich jetzt auf ihre Atmung und dem Takt mit. Dass half ihr immer sofort sich besser zu fühlen. Ihr langer brünetter Zopf wippte lustig im Takt mit, Tom neckte sie immer mit ihrem Lara Croft Gedächniszopf wie er ihn nannte. Aber das streng zurückgeflochtene Haar, fand Anna für fast alle Anlässe, besonders beim Sport, passend. Er machte seine Neckereien auch immer sofort wieder gut in dem er sagte,>> so könne man ihr hübsches Gesicht auch am besten sehen. << Anna fand es einfach nur praktisch. Sie fing langsam an zu schwitzen. Es war ein warmer Abend für Anfang Mai. Paul lief eilig voraus er wusste, gleich gab es eine seichte Wasserstelle. Da konnte er sich abkühlen und trinken. Während Anna sich Dehnübungen für 5 Minuten gönnte und dabei den herrlichen Ausblick über den See genoss. Paul war schon in seinem Element als Anna die seichte Seestelle nach den ersten 5km erreichte. Tief atmete sie ein und begann ihre Dehnübungen, es war herrlich. Sie ging in die Hocke und streckte ihr Bein, auf einmal traf ein Sonnenstrahl auf etwas metallenes. Es blendete sie fast. Der Gegenstand lag sehr nahe am Wasser. Zuerst dachte Anna eine leere Bierdose wäre einfach achtlos weggeworfen worden. Aber schnell erkannte sie ihren Irrtum. Bei näherer Betrachtung sah es aus wie ein Handy. Ja es war ein Handy, sie hob es auf.>> Vielleicht könnte ich es morgen vor der Nachtschicht im Fundbüro vorbeibringen. Es vermisst sicherlich jemand, << dachte Anna. Sie nahm sie es in die Hand. Es sah aus wie das alte silberne Nokia von Tom.  Das Handy war noch im aktiven Modus, neugierig drückte sie einen Knopf. Pling, mit einem Geräusch öffnete sich der Bildschirm. Sie ging auf die Fotogalerie. Anna fühlte sich dabei etwas schlecht, schließlich ist sowas Privatsphäre. Aber ihrer Neugierde zu wiederstehen war zu schwierig. Das erste Foto zeigte ein Teil des Schlachtensees. Anna erkannte die Stelle sofort, da es der gleiche Platz war wo sie jetzt im Moment stand.>> Irgendwie unheimlich, << dachte Anna.  Ein großer beiger Hund war von weitem auf dem nächsten Bild zu erkennen, es schien ebenfalls am See fotografiert worden zu sein. Auf dem nächsten Foto erkannte sie ein Bootssteg, auch der kam ihr sehr bekannt vor. Bei dem heranzoomen erkannte sie genau ihren hauseigenen Steg mit dem aufgebockten roten Boot. Erschrocken ließ sie das Handy fast fallen. Sie erkannte sich selbst auf dem nächsten Bild. Das Foto war relativ nahe aufgenommen und zeigte sie beim Verlassen des Berliner Charité s, wo sie zuletzt als Assistenzärzten gearbeitet hatte. Sie konnte es nicht glauben, dass konnte ja kein Zufall sein. Eine Gänsehaut befiel ihren Körper, beim weiterblättern in der Galerie. Auch das nächste Foto war ihr leider sehr gut bekannt. Es zeigte den kleinen herzförmigen Grabstein ihrer Mutter. Ihre Hände fingen stark an zu zittern. Sie schrie auf.  Es war unfassbar! Fassungslos starrte sie auf das Ultraschallfoto. Sie musste es nicht näher ran zoomen. Sie wusste sie das es ihr kleines verlorenes Sternenkind war.  Anna konnte später nicht mehr sagen wie sie in Tom Armen, nach Hause gelangt war. Ihr Mann versuchte sie zu beruhigen, Paul sprang wie verrückt an beiden hoch. Anna wirkte traumatisiert. Schließlich gelang es Tom den Grund für Annas Gestammel zu erkennen.  Sanft nahm er ihr das alte Nokia aus ihren Fingern, sie hielt es stark umklammert. Nachdem er die Fotos gesehen hatte war er um einiges blasser und aufgebracht. Tom nahm sich Anna zuliebe zusammen. Er drückte Anna fest an sich, ihr zittern ließ langsam nach. Tom nahm Annas Gesicht behutsam in beide Hände. Sein Gesichtsausdruck war sehr ernst und irgendwie unergründlich. >>Anna ich werde jetzt die Polizei anrufen, << Anna nickte stumm, auf einmal drehte sich alles um sie. Sie setzte sich stumm auf das Sofa, sofort kam ihr alter Kater Mikesch zu ihr auf die Couch und Paul legte sich zu ihren Füßen. Das beruhigte Anna sofort. Mikesch gab es schon vor Tom, er wurde jetzt schon 15 Jahre alt und war immer ihr Seelen Tröster gewesen. Eng schmiegte sich der schwarz-weiße Kater jetzt an ihr. Paul war sozusagen ein Mitbringsel von Tom. Zum Glück gewöhnten sich beide nach einer kurzen Phase schnell einander. Die Tiere schienen sie trösten zu wollen. Tom beendete das Gespräch. Nun nahm Annas Hände und sagte ihr, dass die Polizei in ca. einer Stunde hier wäre und das Handy mitnehmen würde.  Sie müsste auch ein paar Fragen beatworten. Zwei Stunden später stand eine erschöpfte Anna unter der heißen Dusche. Sie lehnte sich an der Duschwand und ließ das heiße Wasser aus dem Regenwaldduschkopf über ihren verspannten Körper prasseln. Die Polizisten hatten ihr viele Fragen insbesondere zu den Fotos gestellt, besonderes die weibliche Polizistin machte sich emsig Notizen, sah Anna aber zwischendurch immer mal wieder scharf an. Anna konnte das Gefühl nicht abschütteln in den Fragen eine kleine Anklage zu erkennen. Irgendwie beschlich Anna sogar das Gefühl das die Fragen so ausgelegt waren ob sie Probleme in der Ehe hätten, oder psychische Probleme bestehen würden. Was natürlich nicht von der Hand zu weisen war.>> Dass konnte sich ja wohl jeder Idiot vorstellen, << dachte Anna. Sie musste ja schließlich das Ultraschallfoto und den Grabstein ihrer Mutter erklären. Es war fast so als unterstelle man ihr das Handy da selber hingelegt zu haben um Aufmerksamkeit für nicht aufgearbeitete Probleme zu bekommen. Anna verschwieg lieber das sie deswegen schon seit einem Jahr in psychologischer Gesprächstherapie war. Eigentlich war sie insgesamt mehr ein rational denkender Mensch und versuchte an Probleme und Ereignisse eher logisch als emotional ran zu gehen. Typisch für eine Ärztin, sicher von Vorteil. Jedoch auch sie an stieß nach den schrecklichen Verlusten in ihrem Leben, die in zeitlich auch sehr nahe lagen an die psychische Belastungsgrenze. Sie zog sich was Bequemes an und nahm sich vor eine ihrer Schlaftabletten einzunehmen. Die erste Zeit der Therapie hatte sie ein relativ leichtes Schlafmittel verschrieben bekommen. Davon hatte sie noch einige Tabletten übrig. Sie wollte sich nur noch in ihr Bett kuscheln und schlafen. Tom klopfte leise an der Badtür. >>Anna, Emma ist am Telefon. << Zum Telefonieren war ihr jetzt nicht, sie bat Tom ihrer Freundin auszurichten das sie morgen zurückrief.  Sie hörte ihn durch die Tür noch eine Weile tuscheln. Schließlich war nichts mehr zu hören. Wenig später betrat sie die gemütliche Landhausküche. Tom hatte ihr einen kleinen Salat zu bereitet, daneben stand frisches Baguette und ein Glas Rotwein. Seufzend setzte sie sich auf die alte Eckbank, sie war im sehr dankbar. Auch dafür das er erstmal schwieg. Später sagte er ihr noch ganz liebe Grüße von Emma und sie machte sich Sorgen. Er habe sie kurz über die Ereignisse aufgeklärt, Emma möchte unbedingt das du sie morgen mal anrufst! Am nächsten Morgen erwachte Anna relativ erholt, wahrscheinlich war sie dank Schlaftablette gepaart mit dem Wein zügig eingeschlafen. Den letzten Gedanken den sie bei dem Einschlafen noch hatte war morgen einen Termin bei ihrer Psychologin zu machen. Sie war länger nicht in ihrer Praxis gewesen, aber sie sollte sich bei Gesprächsbedarf melden. Sie hatte Glück, am nächsten Tag um 16 Uhr war ein Patient abgesprungen. Anna sagte sofort zu. Das passte gut. So konnte sie nach ihrem Nachtdienst heute, morgen ausschlafen schlafen und dann nachmittags zu dem Termin fahren. Auf dem Frühstückstisch lag ein Zettel von Tom, er war jetzt in seiner Galerie. Er hat dort eine kurze Besprechung. Tom plante mit seinem besten Freund Philipp und gleichzeitig auch Teilhaber der kleinen Galerie eine Ausstellung. Damit wollten sie sich einen langersehnten Traum seit Beendigung seines Studiums, an der Universität der Künste in Berlin erfüllen. Irgendwie mochte Anna seinen guten Freund und Teilhaber nicht. Er jagte ihr manchmal mit seiner sonoren Stimme und stechendem Blick eine Gänsehaut ein. Genauso wie seine Kunst. Sie fand auch seine Skulpturen sehr düster. Tom allerdings fand ihn und seine Kunst leider spitze. Die Beiden kannten sich auch schon lange. Ihr Mann war ein wunderbarer Fotograf und Maler. In der Ausstellung sollte alles zusammen harmonieren und aufeinander abgestimmt sein. Das Thema war Identität, besonders in der rasanten Zeit der sozialen Medien. Ihr Handy blinkte, es war wie fast immer auf stumm geschaltet. Es waren drei entgangene Anrufe ihrer Freundin Emma. Erst noch eine Tasse Kaffee, dann würde sie ihre Freundin anrufen. Auf einmal drehte sich alles, ihr wurde speiübel. Anna übergab sich direkt in das Küchenspülbecken. Sie setzte sich ließ den Kaffee weg und trank lieber in langsamen Zügen ein paar Schluck Wasser. Langsam ging es besser. Vielleicht war es doch keine gute Idee gewesen Wein und Schlaftabletten am gleichen Abend einzunehmen. Dazu noch die Aufregung. Nachdem sie sich wieder besser fühlte rief sie ihre Freundin Emma an. Das Gespräch erwies sich als etwas anstrengend, wie erwartet. Ihre Freundin war aufgeregt und voller Sorge. Emma war einer ihrer sogenannten Lieblingsmenschen, nur sie redete unheimlich viel dazu auch noch sehr laut und energisch. Manchmal konnte sie ihr kaum folgen. Sie war aber auch nicht schlecht im Zuhören und war wirklich zu jeder Uhrzeit bereit für Anna da zu sein. Reden ist ja auch irgendwie eine Gabe fand Anna. Für den Beruf als Maklerin sicherlich von Vorteil. Nach dem Telefonat mit Emma war ihr wieder leicht übel.>> Die Nerven, <<dachte Anna.  Sie beschloss sich nochmal hinzulegen, besonders da sie ja heute noch eine Nachtschicht vor sich hatte.  Spätnachmittags stand sie auf. Sie hörte unten das Radio laufen. Tom war am kochen. Im Gegensatz zu ihr kochte er gerne. Zärtlich drückte er sie an sich. >>Möchtest du etwas Pasta meine Schöne? << fragte Tom. >>Ja, später, >>sagte Anna. Sie drückte ihm einen dicken Kuss auf seine Lippen. >>Ich nehme später etwas mit zur Arbeit. << Er teilte mit, dass er sich bei der ortsansässigen Polizei erkundigt hat. Ob es Neuigkeiten bezüglich des Handys gab.>>Und? << fragte Anna aufgeregt.  Es gab keine Anrufliste oder verschickte Nachrichten. Das Handy war mit einer Prepaid Karte versehen und nicht zu rückverfolgbar. Einzig und alleine waren nur Fotos aus ihrem Privatleben auf dem Handy zu finden. Das war alles was Tom von der Polizei als Info bekam. und das auf Fingerabdrücke nicht untersucht wird. Dafür müsste wortwörtlich erst mehr passieren als ein paar Fotos.>> Typisch erst wenn einer tot in der Ecke liegt unternehmen die was, << schimpfte Tom. Um 19 Uhr fuhr Anna zum Nachtdienst. Sie hoffte auf eine ruhige Nacht.  Dann konnte sie sich im Bereitschaftsraum für die Ärzte, neben der Notaufnahme etwas hinlegen. Nachts war der Dienst unheimlich, so ruhig und dunkel für ein Krankenhaus fand Anna.  Sie schloss sich bei Pausen oder zum Schlafen auch lieber im Berreitschaftszimmer ein.  Der Dienst erwies sich wie erhofft als recht ruhig. Außer einer alten Dame mit etwas Luftnot und ein Mann mit Übelkeit kam keiner bis Mitternacht. Nach dem sie noch etwas noch etwas Pasta in dem Berreitschaftszimmer gegessen hatte, legte sich mit ihrer blauen Arztkluft auf das Bett. Sie schaltete einen kleinen Flachbildschirm auf dem Tisch ein. Mitten in der Werbung muss sie eingedöst sein, sie weckte ein Geräusch. Kerzengerade saß sie nun im Bett ein Schauder rann ihr über den Rücken. Ja, sie hörte ein leises Atemgeräusch. Irgendjemand versucht anscheinend sich leise zu bewegen.>>Vielleicht bin auch schon paranoid, durch die Geschichte mit dem Handy, << Nein, war sie nicht, die Türklinke ging leise in Zeitlupe nach unten. Anna war noch nicht mal in der Lage zu schreien oder mit ihrem Diensthandy den Notfallknopf zu drücken. Wie paralysiert starrte sie auf die Klinke. Zum Glück war abgeschlossen. Wer da auch immer vor der Tür stand merkte das jetzt auch und fing wild an der rechten dünnen Holztür zu rütteln. >>Hoffentlich nur eines dementen Patienten, << hoffte Anna Da ging ihr Diensthandy, das rütteln an der Tür hörte auf. Ein Notfall wurde angekündigt, in 10 Minuten wäre er da. Sie hörte auch schon wie sich die elektronische Aufnahmetür öffnete. Wahrscheinlich die Diensthabende Schwester. Eilig entfernten sich Schritte vor ihrer Tür in die andere Richtung der herankommenden Kollegin. Das sprach eher nicht für einen verwirrten Patienten, der wäre nach Annas Erfahrung stehen geblieben. Das Herz klopfte ihr bis zum Hals, so froh war sie noch nie über einen Einsatz. Anna nahm sich zusammen und versorgte den Notfall. Es wurde schon langsam hell draußen. Um sieben machte sie schließlich Übergabe an ihren Kollegen und fuhr sehr müde nach Hause. Leise schlüpfte sie zu Tom ins Bett. Er war zum Glück ein Langschläfer. Sie kuschelte sich eng an ihm und schlief ein. Gegen 13 Uhr wurde sie ohne Wecker wach, sie hörte diesmal ein Geräusch an der Schlafzimmertür. Ihre Nerven waren sofort wieder zum Zerreißen gespannt.  Dann hörte sie den Hund wimmern.  Er wollte das sie aufstand.>> Oh man,<<  dachte Anna.  Gut das sie später einen Termin bei ihrer Psychologin hatte, jetzt reagierte sie ja langsam auf alles übersensibel. Auch für das Ereignis nachts gab es bestimmt eine rationale Erklärung. Nach dem Aufstehen zwang sie sich zu einem kleinen Käsetoast, irgendwie hatte sie in der letzten Zeit einfach keinen Hunger. Dreieinhalb Stunden später saß sie ihrer Therapeuten gegenüber. Frau Berger hatte schon bei ihrem Anblick eine beruhigende Wirkung auf Anna. Das Gespräch verlief sehr gut und Frau Berger konnte Annas Sorgen über einen Irren der sie stalkt etwas mindern. Später wartete sie bei Ihren Lieblingsitaliener auf Emma. Sie hatten sich dort verabredet. Emma wollte sie unbedingt einmal drücken und persönlich davon überzeugen das es ihrer Freundin gut ging. Da kam sie schon durch die Tür gerauscht. Man konnte sie einfach nicht übersehen. Ihre lange rote Lockenmähne reicht ihr fast bis zur Taille.  Mit fast 1,80m Größe wirklich eine wahre Erscheinung. Mit 1,65 wirkte Anna fast winzig neben ihrer Freundin.  Nach dem Essen und einem langen ausführlichen Gespräch mit ihrer besten Freundin fühlte Anna sich viel besser.  Sie bestellten sich noch ein Ramazotti zum Abschluss. Ca.5 Minuten später stürzte Anna zum Restaurant-WC, sie schaffte es gerade noch so sich in das Waschbecken zu übergeben. Sehr blass kehrte sie zum Tisch zurück.>> Es wird wohl die Pizza mit dem Ramazotti gewesen sein. Im Moment habe sie so einen empfindlichen Magen, wahrscheinlich eine Entzündung, << teilte sie ihrer Freundin mit. Aber Emma starrte sie mit ihren schönen grünen Augen groß an.>>Anna<<, sagte Emma heiser und vorsichtig. >> Anna, kann das sein das du schwanger bist? Du hast schonmal die gleichen Anzeichen vor geraumer Zeit gehabt.  Ich will dir nicht unnötige Hoffnungen und noch mehr Stress dazu machen! Aber mache bitte morgen ein Test. << Emma nahm Annas Hand über dem Tisch. In Annas ebenfalls grünen Augen schimmerten sofort Tränen.  Selbst im Sitzen drehte sich alles um sie. Sie saßen noch etwas, bis Anna in der Lage war wieder nach Hause zu fahren. Vorher versprach sie Emma gleich morgen früh ein Schwangerschaftstest durchzuführen und sie anzurufen. Die 10 km Rückweg nutze sie zum Nachdenken.   Tom würde sie erstmal nichts von einem Schwangerschaftstest erzählen.  Auch er hatte bei der Fehlgeburt so gelitten. Sie bog in ihrer kleinen Auffahrt. Phillips Auto war dort geparkt.  Etwas genervt trat sie durch den kleinen Hintereingang ein. Philip saß mit ihrem Mann im Esszimmer. Auf dem Tisch die lagen ausgebreitet lauter Papiere. Sie erfuhr das die Beiden noch über ihre Ausstellung brüteten. Da Tom sie nicht so lange alleine lassen wollte, hatte er die Besprechung kurzerhand in ihr Haus verlegt. Eine Weinflasche stand geöffnet auf dem Tresen der offenen Küche. Phillip starte sie eher wie ein Eindringling im eigenen Haus an. Er hatte noch nie eine Freundin gehabt in all den Jahren wo sie ihn kannte. Dabei sah er noch gar nicht mal so übel aus. Groß, dunkles leicht lockiges Haar und sehr helle etwas engstehende blaue Augen. Insgesamt war er etwas hager für Annas Geschmack. Sie hatten mal anfänglich versucht Emma und Phillip zu verkuppeln. Aber das ging gewaltig schief, die beiden konnten sich nicht riechen. Anna hatte den Verdacht das Philip sich eher für sein Geschlecht interessierte.  Anna war sehr müde und sagte Ihrem Mann gute Nacht und Philip notgedrungen auch. Am nächsten Morgen machte sie einen ausgiebigen Spaziergang mit Paul. Heute fühlte sie sich viel besser. Danach musste sie ein paar Lebensmittel einkaufen und besorgte in dem Rahmen gleich noch einen Schwangerschaftstest. Zu Hause wieder angekommen verstaute sie ihre Einkäufe. Danach nahm sie ihren Mut zusammen und ging in das Bad um den Test zu machen.  Eigentlich war ihr Zyklus ziemlich unregelmäßig. Sie war öfter mal 1 bis sogar 2 Wochen überfällig mit der Monatsblutung. Sie starrte den Test an und während sie sich weiter Gedanken machte sah sie sehr schnell das sich zwei eindeutige rote Striche bildeten. Positiv, sie konnte es nicht fassen. Die nächste Stunde war sie wie betäubt und sah sich immer wieder das Testergebnis an. Sie strich sich immer wieder den Bauch und war so verwirrt und überwältigt vom Glücksgefühl. Ihr Handy hörte sie in der Küche zum dritten Mal klingeln. Sie sah das die Anrufe von Emma kamen. Sie hatte auch schon getextet.  Spontan beschloss Anna ihr das Ergebnis nicht sofort mitzuteilen. Es fühlte sich sonst wie ein Verrat an Tom an. Erst musste Tom es erfahren, danach Emma beschloss sie. Mikesch ihr kleiner Kater strich ihr um die Beine. Sie hob ihn auf und drückte ihn zärtlich an sich. Heute bekam er zu Feier des Tages eine extra Portion seine Nassfutters, was er sehr dem Trockenfutter vorzog. Auch Paul bekam einen extra dicken Knochen. Früh abends kam Tom aus der Galerie nach Hause. Zu Hause erwartete ihn ein gedeckter Tisch mit Kerzen, auf seinem Essplatz lag ein kleines längliches Geschenk. Nach dem Öffnen des Geschenkes schwieg er länger. Den positiven Schwangerschaftstest noch in den Händen wirbelte er plötzlich Anna durch das Zimmer, seine Augen schimmerten feucht.  >>Vorsicht<<, sagte Anna >>Mir wird in letzter Zeit sehr schnell übel<< Sie lachten beide glücklich und unterhielten sich noch lange bis nach Mitternacht.  Außer Emma sollte es erstmal keiner erfahren beschlossen sie beide zusammen. Morgen würde sie erstmal zu ihrer Gynäkologin fahren und sich vorerst auf der Arbeit krank melden. Als schwangere Ärztin durfte sie sowieso nur noch Hilfsarbeit machen …keine Berührung mit Blut oder Sekreten, kein Nachtdienst alleine…Aber erstmal würde sie sich mit der Arbeit gar nicht belasten. Am nächsten Morgen rief sie bei ihrer Ärztin und bekam für den nächsten Tag einen Termin. Sie setzte sich danach kurz hin bis den Anfall von diesmal kurzer Übelkeit vorbei war. Jetzt war es Zeit für ein Gespräch mit ihrer besten Freundin beschloss Anna. Sie hatte schon wieder zwei entgangene Anrufe von Emma auf dem Handy. Emma war kurz sprachlos am Telefon. Obwohl der Test ihr Vorschlag war. Schließlich geriet sie aus dem Häuschen und gab tausend Ratschläge. Nach dem Gespräch musste Anna lächeln, die Patentante stand schonmal fest, Anna hatte ja sowieso keine weitere Familie. Irgendwie hatte Anna aber auch das Gefühl das es Emma getroffen hat in dem sie erst am nächsten Tag anrief. Würde ihr umgekehrt vielleicht auch so gehen dachte sie.  Tom hatte angerufen.  Er und Phillip würden später wieder  zu Hause zusammen  arbeiten Die Ausstellung war in 3 Tagen und es gab neben der Fertigstellung der letzten Werke noch viel Organisatorisches zu bereden. Abends ging Anna früh schlafen. Ihr war   etwas flau und sie litt unter starker Müdigkeit.  Im Halbschlaf gegen 21 Uhr hörte sie noch die Türklingel, Philipp schellte. Tom und Philipp arbeiten emsig an den Vorbereitungen ihrer Ausstellung. Sie waren sich noch über die Strukturierung des Saales und dem Aufbau der Reihenfolge der Kunstwerke uneinig. Gegen 24.30Uhr wollte Philipp sich vor der Tür zum Garten eine rauchen. Er war müde und genervt, eher gesagt die Nerven lagen vor der Ausstellung blank. Tom war da wie immer etwas ruhiger. Er zündete sich eine Zigarette an und nahm einen tiefen Zug. Jetzt erst bemerkte er ein kleines Packet. Es lag auf der untersten Stufe, der Hintertür Treppe. Eine dicke rote Schleife verzierte es.  Beide Männer starrten etwas später das Paket auf dem Küchentisch an. Auf einem Etikett stand in verschnörkelter Schrift für Anna. Es war unheimlich das es um diese Uhrzeit im Garten abgelegt wurde. Um 22 Uhr laut Phillips erster Zigarette war von einem Paket weit und breit noch keine Spur gewesen.  Tom nahm es erneut in die Hände. Nach dem mysteriösen Fund von dem Handy beschloss er es zu öffnen um kein Risiko für Anna und der Schwangerschaft einzugehen. Seine schlimmsten Vorahnungen wurden bestätigt. Mit einem Aufschrei und zutiefst erschrockenem warf er das Paket zu Boden. Er hyperventilierte fast. Auch Philipp konnte sich einen Aufschrei nicht unterdrücken als ein blutiger kleiner schwarzweißer Katzenkopf rausrollte. Mikesch kleine Zunge hing grotesk aus seinem Maul, seine Augen waren noch geöffnet.  Ein weißer Babyschnuller auf dem „best. Mom“, stand kullerte immer in leicht rollend neben dem Katzenkopf her. Paul angelockt wohl von dem Blutgeruch kam winselnd und schnuppernd in die Küche. Da fing sich Tom. Er nahm einen großen schwarzen Müllbeutel und verbarg darin die grausame Tat. Eine halbe Stunde später verließ Philipp das Haus. Sie waren jetzt nicht mehr in der Lage konzentriert zu arbeiten. Als nächstes rief er die Polizei an, die blieb ihm viel zu gelassen nach der Schilderung von Tom. Die Dame in der Leitung bat ihn das sozusagen Beweismaterial zu sichern und es morgen in das Revier zu bringen. Tom äußerte seine große Sorge das der Fund des Handys und die Ermordung der Katze zusammenhingen. Die Frau am anderen Ende der Leitung erwiderte das es morgen in Ruhe auf dem Polizeirevier besprochen werde.  Es wäre jetzt kein Notfall und die Polizei wäre leider gerade für den Raum unterbesetzt. Gerade nachts, kämen sie nur bei Personenschaden raus, nicht für ein totes Tier raus. Nach dem Telefonat ging Tom mit dem gefüllten Müllbeutel zum Bootssteg. Er versteckte sie unter der Bootsplane.  Bevor er in das Bett ging checkte er alle Fenster und schloss die Haustür und Terassentür ab.  Gut das der Hund auch da war. Normalerweise schlug er auch bei ungewohnten Personen oder Geräuschen an. Komisch der oder die Täter mussten sich leise wie Schatten bewegt haben. Später wälzte er sich neben Anna unruhig im Bett hin und her. Anna spürte es wohl im Schlaf, sie murmelte etwas und drückte ihn fest an sich. Er musste Anna schützen, er durfte sie nicht alleine lassen. Das war im Moment mit seiner Ausstellung übermorgen etwas schwierig. Aber er hatte eine Idee. Er müsste Emma mit in das Boot holen und einweihen. In Annas Armen fiel er gegen morgen in einen leichten Dämmerschlaf. Um 7 Uhr ging sein Wecker, er brauchte erstmal eine heiße Dusche. Seine Frau schlief noch wie fest . Um 8Uhr rief er Emma an, sie war sofort atemlos am Telefon. >> Was ist geht es Anna gut, << fragte sie sofort als sie Tom Stimme hörte. Tom berichtet ihr von den schrecklichen Vorfällen. Sie war entsetzt, ihre Stimme zitterte als sie dem Plan von Tom zustimmte. Sie würden gemeinsam Anna beschützen ohne dass sie es bemerkte. Um 9 Uhr stand sie wie verabredet mit Brötchen vor der Tür. Anna staunte nicht schlecht nach dem Aufstehen. Als sie die Küche betrat stand Emma an ihrem Herd und machte Rührei. Der Frühstückstisch war gedeckt. Tom war schon in der Galerie und Emma sagte das ein Termin zur Hausbesichtigung geplatzt war. Sie habe spontan entschlossen hatte mit ihr zu frühstücken und sie strahlte dabei Anna an. Später machten sie beide einen großen Spaziergang mit Paul. Anna war fröhlich, sie hatte diesmal das Frühstück gut vertragen. Sie fühlte sich heute richtig fit. Am frühen Nachmittag verabschiedete sich Emma, sie verabredeten sich für morgen Abend. Die beiden Frauen wollte zusammen zur Galerie fahren, um die Eröffnung der Ausstellung zu erleben. Tom war früh zu Hause, er sagte das er sich vor der Ausstellung etwas ausruhen musste. Er sah auch ziemlich müde aus. Das entging Anna nicht. Gegen Abend suchte Anna im Garten ihren Kater. Sie rief nach ihrem kleinen Kater. Tom sagte das er bestimmt wieder streunen ist. Wahrscheinlich ist eine rollige Katze in der Nähe. Tom lachte irgendwie gezwungen, fand Anna. Er war überhaupt so angespannt. Sie ließ ihm ein heißes Bad ein. Danach wollten sie noch etwas Fernsehen im Bett. Morgens wachte Tom wieder wie gerädert auf. Der Tag verlief soweit ruhig. Gegen Nachmittag verspürte Anna wieder eine leichte Übelkeit.   Er fuhr erst als er Emma telefonisches ok hatte ihn quasi abzulösen. Emma fuhr Punkt 16 Uhr mit ihrem schwarzen großen SUV in die Auffahrt. Nach einem dicken Kuss von seiner Frau Anna   fuhr Tom los. Danach sackte Anna kraftlos am Küchentisch zusammen. Sie beichtete Emma ihre Übelkeit und Schwäche. >>Oh nein gerade heute, << Anna standen die Tränen in den Augen. Emma legte die Arme um sie. >>So Anna du gehst jetzt Duschen. Ich mach uns etwas Tee und zwei leichte Sandwiches. Das ist nun wirklich kein Grund zu weinen. Es ist doch eher ein Grund zur großen Freude, ohne Übelkeit keine Schwangerschaft. << Emma versuchte Anna zu trösten und aufzubauen. Tatsächlich nach der Dusche fühlte sich Anna etwas besser. Sie zog sich noch ihr kirschrotes Etuikleid für den Abend an. Dieses Kleid liebte Tom besonders an ihr. Sonst zog sie sich ja mehr sportlich an. Heute Abend jedoch würde es ihm zu Ehren tragen. Nach einer minimalen Schminkprozedur, war sie erstmal fertig. Sie fand ihr Haar kann lufttrocknen und sie erst einmal mit Emma ein Sandwich essen. Sie trank auch brav ihren Kräutertee. Danach wollte sie sich oben im Bad noch den letzten Feinschliff geben. Ihre Haare fielen jetzt in leichten Naturwellen lang über die Schultern und waren fast trocken.>> Du brauchst nicht mehr viel. Du bist sehr hübsch, << Anna.  Sie blickten sich beide lächelnd im Spiegel an. Emmas Lächeln erreichte nicht ihre Augen, fand Anna. Nein im Gegenteil ihr Lächeln machte ihre Angst.  Es war wie eine Maske, ihre grünen Augen glitzerten eiskalt.>> Du warst schon als Baby so hübsch, Anna.  Der Meinung waren alle Leute die dich sahen. << >> Wie meinst du das,<<  fragte Anna irritiert. Annas ganzes Nervensystem war jetzt in Alarmbereitschaft. Es wurde ihr jetzt wieder schlecht und schwindelig, sie bemerkte das sie kaum geradestehen konnte. Anna hielt sich an der Waschbeckenkante fest.  Wie in Trance bekam sie mit das Emma sie auf das Bett legte.>> Valium im Kräutertee, << flüsterte sie Anna in das Ohr. Ihre Stimme klang jetzt tief und rau. Als Emma fortfuhr >>Du musst dir keine Sorgen machen meine Liebe das es dem Baby schadet. Anna, weder du noch die dämonische Brut in dir werden den neuen Tag erleben. Somit sind langfristige Schäden ausgeschlossen. << Sie lachte laut und hysterisch. >>Warum, << hauchte Anna. Das sprechen und denken viel ihr schwer.>> Warum Emma? << >> Warum ?!<< schrie Emma jetzt. >> Du sollst nicht gehen ohne zu wissen, liebe Anna was für ein böses Monstrum du bist. Obwohl ich weiß das du auch bewusst andere Menschen manipulierst. Sowas wie du sollte sich nicht vermehren. Beim ersten Mal hatte sich das ja auch durch die Fehlgeburt von alleine geregelt. Aber diesmal konnte ich nicht warten. Mein Gefühl sagt mir das du diesmal deine Satansbrut bekommen wirst. Ich tu der Welt einen großen Gefallen sie von dir und deinen eventuellen Nachkommen zu befreien. Du bist als hübsches Mädchen zur Welt gekommen in Ostberlin. Anna dein ganzes Leben hat deine Mutter dich über deine Herkunft angelogen, um deine zarte Seele zu schützen. Aber was war mit meiner Seele? Du warst das Nächsthäckchen, du musstest beschützt werden! Unsere Mutter ahnte ja nicht das du das Schlechte pur bist. Ein Dämon in Gestalt eines süßen kleinen Mädchens. << Anna hatte das Gefühl das sie sich übergeben musste. Wahrscheinlich würde Emma sie an ihrem Erbrochenem ersticken lassen. Sie zwang sich ruhig durch die Nase zu atmen. >>Wäre ich auch ein Mädchen gewesen, dann hätte sie sich vielleicht auch für mich entschieden. Ich war aber bloß ein unscheinbarer kleiner Junge mit furchtbarem rotem Haar. Ein Erbe unseres leiblichen Vaters, der naja nicht gerade systemtauglich in der DDR war. Kurz vor deiner Geburt verschwand unser Vater spurlos. << Entsetzt starrte Anna ihre eigentlich beste Freundin an.>> Wieso Junge, << fragte sie kaum hörbar.>>Du willst es aber genau wissen. << Emma zog mit einem Ruck ihren Rock von ihrem schwarzen Kostüm hoch und die Unterhose runter. Anna stöhnte auf. Sie hatte Emma noch nie nackt gesehen. Sauna und so sagte sie immer waren nicht ihr Ding. Jetzt verstand sie wieso. Emma Geschlechtsteil war verstümmelt. Es sah eher aus wie bei einer Barbiepuppe.>> Das ist alles deine Schuld Anna und das weißt du auch, schon im Leib hast du unsere Mutter geistig beeinflusst. Damit sie mich in Ostberlin lässt. Damit du sie ganz für dich hast, << heulte Emma laut auf.   Eine dicke Träne rollte jetzt auch Anna aus dem Augenwickel. >> Ja flenn nur. Dachtest du wärst schlauer, nicht wahr Anna. Aber ich habe dein wahres Wesen erkannt. << Hastig zog Emma ihren Rock wieder runter. >>Hätte sich unsere Mutter für mich entschieden wäre sie noch am Leben. Du wolltest ihr Haus und hast sie unter die Erde gebracht, wie genau vor 5 Jahren dein Stiefvater. Oh Pardon für dich ja dein Vater, << sprach Emma weiter. Fassungslos sah Anna sie an. Auf der Flucht von Ost nach Westberlin gab es nur Platz für ein Kind im umgebauten Wagen deines neuen Vaters. Er hatte sich damals auf Geschäftsreisen in der DDR in unsere schöne Mutter verliebt. Sie riskierten alles um im Westen zusammen zu sein. Leider unsere Mutter auch das Schicksal ihres Sohnes. Mutter entschied sich wohl für ihre jüngere 2 jährige Tochter. Danach nahmen den gestörten kleinen Jungen Pflegeeltern auf. Wieder wurde es dem kleinen Buben zum Verhängnis ein Junge zu sein. Emanuel hieß der kleine Junge. Er wurde dort von der eigenen Pflegemutter misshandelt und missbraucht. Der Junge erlebte dort ein wahres Martyrium an seelischer und psychischer Gewalt. << Emma holte tief Luft. Anna viel auf das sie von sich jetzt in der dritten Person sprach. Er schien ganz weggetreten zu sein, in der Vergangenheit gefangen. Mit 8 beschloss der kleine Junge aus sich ein Mädchen zu machen. Vieleicht würde ihn dann ja seine Pflegemutter abgeben. Da sie ja anscheinend Gefallen fand an dem Ding zwischen den Beinen, musste es weg. Emma fuhr fort,>> Emanuel würde aus sich eine Emma machen.  Im Gartenschuppen wurde der kleine Junge von einem anderen Pflegekind gerade noch rechtzeitig, ohnmächtig und blutüberströmt, gefunden. Später im Krankenhaus konnten die Ärzte ihm gerade so das Leben retten. Die Gartenschere die er benutzt hatte um sich zu verstümmeln, leistete ganze Arbeit. Die plastische und urologische Chirurgie stieß in jener Zeit schnell an ihren Grenzen. Heute noch ist das Wasser lassen mit unheimlichen Schmerzen verbunden. Laut den Ärzten konnte er wohl froh sein das sie seine Harnröhre einigermaßen retten konnten. Nun folgten statt einer lieben Pflegemutter mehrere Aufenthalte in Kinderpsychatrien. Den Rest seiner Kindheit verbrachte er in Kinderpflegeheimen. So einen gestörteren hässlichen kleinen Jungen wollte wohl auch keine Familie mehr aufnehmen. Er hatte lange gehofft das seine leibliche Mutter käme. Dass sie einen Plan habe ihn auch rüber zu holen. Jetzt sprach Emma wieder in Ichform. Aber der kleine und später große Emanuel oder jetzt auch Emma wie er sich zu der Zeit schon selber nannte, wartete vergebens. << Anna bemerkte jetzt etwas feuchtes an ihrer Hand, sie hing neben dem Bett kraftlos runter. Paul leckte sie und winselte.>> Leider, erzählte Emma tonlos weiter, konnte auch die heutige Plastische Chirurgie nicht alles wiederherstellen. << >> Naja, << sagte sie und stieß ein unheimliches Kichern aus.>> Wenigstens für Platikbrüste, eine Hormontherapie und Stimmband inklusive Kehlkopf OP hatten die Kenntnisse gereicht. Ist doch gut geworden, bin jetzt eine richtige Schönheit, << lachte sie.>> Oder Anna? Deine Worte. <<Anna merkte das sie wegdriftete, sie hörte alles nur noch weit entfernt. Emma schlug ihr heftig links und rechts in das Gesicht. Aus Annas Nase schoss Blut. >>Du wirst meine Geschichte bis zum Ende anhören du Miststück, << kreischte Emma wild. Dann geschah alles blitzschnell. Paul knurrte und der große Hund verbiss sich in Emmas Unterarm. Emmas Unterarm blutete sofort stark.  Dann jaulte der Hund auf, Emma hatte sich die kleine Nagelschere auf dem Nachttisch gegriffen und sie tief in Pauls Auge gerammt. Der Hund taumelte. Ein brutaler Tritt in seine Flanken ließ ihn zusammensacken. Er wurde von Emma aus dem Zimmer gezerrt. Sie hörte den schweren Hundekörper die Treppe runterpoltern. Blitzschnell war Emma wieder bei Anna. Krachend warf sie die Schlafzimmertür zu. >>So liebe kleine Schwester, <<sagte sie etwas außer Atem. Sie schien die dicke blutende Fleischwunde am Arm noch nicht mal zu bemerken.>> Du kannst es bestimmt kaum abwarten die Gute Nacht Geschichte weiter erzählt zu bekommen. << Sie beugte sich zu Annas Kopf, um mit heiserer flüsternder Stimme weiter zu sprechen.  >> Anna es war für mich eine Erkenntnis, bei deiner erneuten Schwangerschaft. Jetzt wusste ich meine Aufgabe. Ich muss die Welt vor dir und deinen Nachkommen beschützen. Ich erkannte das meine Versuche das Böse in dir zu brechen, fehlgeschlagen sind. Dabei solltest du aber auch annährend so leiden wie ich. << Anna wollte ihr nicht mehr zu hören. Sie hoffte das der Nebel sie bald ganz umgab, der ihr Hirn aufgrund des starken Beruhigungsmittels umwölkte. Die Angst um das kleine Leben in ihr beherrschte jetzt ihre Gedanken. Aber ihre Sinne reichten noch um Emmas Worte zu verstehen.  Emma sprach, >> Das Handy an einem deine Lieblingsplätze zu legen, mit privaten Fotos, war das nicht ein genialer Einfall. Ich dachte ich könnte für Ärger im Paradies sorgen! Hab mir extra die Mühe gemacht und Tom altes Handy aus eurem Büro mitgehen lassen. Aber ihr Turteltäubchen seid ja zu dämlich gewesen es zu erkennen. Schade das es zu unrelevant war für Fingerabdrücke. Da ich Handschuhe bei Berührungen mit dem Handy trug, waren ja Tom Fingerabdrücke massenhaft vorhanden. Aber deine panische Angst war auch viel wert. << Wieder kicherte Emma in sich rein. << Schweißperlen standen ihr auf der Stirn als sie mit ihrer Erzählung fortfuhr. >> Das brachte mich auf die Idee dich a nachts im Krankenhaus zu besuchen, um ein bisschen Psychospielchen mit dir zu treiben. Aber die schöne Nacht hast du bei deiner besten Freundin noch nicht mal für erwähnenswert gehalten. Da beschloss ich härtere Geschütze aufzufahren. Es war sooooo schade das nicht du den kleinen Katerkopf von Mikesch im Packet gefunden hast. Ich hoffte durch den Schreck verlierst du erneut deine Brut. Du kannst dir ja meine Enttäuschung vorstellen, als Tom ausgerechnet mich bat es mit ihm gemeinsam zu vertuschen. Damit du und der Braten in dir geschützt sind. Da wusste ich die Hölle wird sowieso immer auf deiner Seite sein. Ich musste es ein für alle Mal beenden, << Anna liefen nun Tränen aus den Augenwinkeln. >>Ach Anna, ich hätte dir noch so viel zu sagen, es ist immer so schön mit dir zu plaudern. Aber leider habe ich ein gewisses Zeitfenster. << Emma nahm das Kissen von Tom Seite. Sie presste Anna das Kissen auf ihr Gesicht. Annas Welt wurde sehr schnell dunkel. Sie hörte Emma noch keuchen. Oder war es ihr eignes. Das letzte was sie wahrnahm, war ein markerschütternder Schrei. Eine große dunkele Gestalt beugte sich über Anna und rief ihren Namen. Sie bekam wieder Luft. Langsam erkannte sie in den Umrissen…, Philipp. Zu seinen Füßen lag Emma, eines von Annas scharfen Küchenmesser ragte aus ihrem Rücken. Blut quoll aus ihrem offenen Mund. Sie wimmerte und stöhnte. Dann flüsterte sie, >> der heimliche Verehrer Annas! Er musste sie natürlich retten. Ja, Anna genau. Nicht in deinem Mann verliebt oder schwul. Angespannt war er in deiner Gegenwart, niemand sollte es merken.  Nicht wahr Philipp? << Emma schloss die Augen und zuckte verächtlich mit den Mundwinkeln. 

                                                                                                                                                                                                                       

Acht Monate später. Philipp steht am Bett und blickt das erste Mal auf sein Patenkind Leon Philipp. Anna strahlt ihn an. Etwas verlegen nimmt er den Kleinen auf dem Arm. Über den letzten Satz von Emma wurde nie ein Wort gesprochen. Im Protokoll bei der Polizei später stand, das Philipp noch vergessene Unterlagen für die Galerie holen musste. Tom war noch mit dem Aufhängen der letzten Fotoarbeiten beschäftigt. Er schickte seinen Freund. Philipp hatte zur Sicherheit einen Haustürschlüssel mit. Paul hatte wohl seinen Wagen gehört und kam aus der Hintertür an gehumpelt. Der große Hund brach blutüberströmt vor seinen Füßen zusammen. Es war ihm sofort klar, ein entsetzliches Verbrechen spielte sich im Haus ab. Er schloss leise auf, bewaffnete sich mit einem scharfen Küchenmesser. Der Blutspur die Pauls und Emmas Blut hinterlassen hatten führten ihn nach oben in das Schlafzimmer. Dort handelte er nur noch.  Er konnte bei den Vernehmungen später auch nicht mehr sagen dazu sagen. Es ging alles so schnell. Philipp war dafür fast ein halbes Jahr in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor das er Emma auch so hätte überwältigen können. Also sprich ein Tötungsdelikt. Er wurde aber freigesprochen. Es wurde letztendlich unter dem Aspekt der Notwehr geurteilt.  Anna konnte nichts zu dem Ereignis direkt aussagen da sie zu dem Zeitpunkt schon ohnmächtig war. Aber die Schilderungen von Anna vor Emmas Tot und die Tatort- ermittlungen reichten dem Richter plus Schöffen für einen Freispruch von Philipp.  Philipp blickt Anna an und sagte,>> Ich soll von Tom ausrichten, dass er noch seine Runde mit Paul geht. << Er lacht, Tom hat den Eindruck Paul nutzt seine Einäugigkeit jetzt aus. Der Hund würde den Mitleidsbonus zum längeren schnuppern ausspielen. << Sie lachten jetzt beide. Später als Anna mit Leon alleine ist wurde ein schöner Strauß blutroter Rosen geliefert. Ein kleines Päckchen ist in dem Strauß eingearbeitet. Anna sucht nach einer Karte. Er ist ohne jegliche Karte geliefert worden, stellte sie fest. Vorsichtig öffnet sie das Päckchen, es enthielt einen weißen Babyschnuller. Mit roter Aufschrift, sie lautete>> Best Mom. ….<<

 

 

 

 

 

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14 thoughts on “Anna -Identitäten?!?!?!

  1. Moin,

    eine tolle Geschichte die du dir da ausgedacht hast. Drama, Psycho und ein guter Plot der einem nicht loslässt. Die Formatierung ist nicht leicht zu lesen, aber das scheint ja nicht deine Schuld zu sein.
    Schön das der Hund überlebt hat.

    War das deine erste Geschichte? Man merkt auf alle Fälle das dir das Schreiben Spaß macht und das ist ja nicht ganz unwichtig. Also immer weitermachen!

    Mein Like lass ich dir gerne da und wünsche dir alles Gute für’s Voting.

    LG Frank aka leonjoestick ( Geschichte: Der Ponyjäger)

    1+
    1. Dankeschön,freue mich über deine Meinung…ja war meine erste offizielle Geschichte. Habe früher nur für mich geschrieben. Mit der Formatierung ist echt schade .Ich schreibe nochmal dem Support. Jetzt werde ich erstmal deine Geschichte lesen. Den Hund könnte ich nicht sterben lassen 😅
      LG Sonja

      0
    1. Liebe Sonja

      Mir hat deine Geschichten gefallen.
      Sogar sehr gut.

      Die Formatierung war komischerweise überhaupt kein Problem für mich.

      Nach wenigen Sätzen war ich voll und ganz in deiner Geschichte, voll und ganz in deiner Welt.

      Die Grundidee ist gut gewählt und ordentlich dargestellt, die Protagonisten klar und toll angelegt, die Parameter kreativ umgesetzt und das Finale spannend und überraschend zugleich.

      Was will man mehr?

      Dieses ist deine erste Kurzgeschichte?

      Unglaublich.

      Meine ersten Stories lasen sich im Vergleich zu deiner Geschichte wie Schulaufsätze eines Sechstklässlers.
      Du hast ein riesiges Potenzial.

      Und ein gegebenes Erzähltalent.

      Mach was draus.

      Ich finde deine Schreibweise sehr gut und professionell.
      Du hast es definitiv drauf.

      Ach ja, auch ich bin dir als Hundebesitzer dankbar, dass der Vierbeiner überlebt hat.
      🙂
      🙂

      Ich lasse dir sehr gerne ein Like da.

      Und noch was:

      Deine Likezahlen bedeuten, dass du es definitiv schaffen kannst, im EBook veröffentlicht zu werden.

      Stell dir vor, du schreibst als „Anfänger“ eine großartige Geschichte, sorry, du sagtest, du seist Anfängerin, und deine Story landet bei über 1200 Mitbewerbern im EBook von Sebastian Fitzek.

      Wie groß und toll wäre das denn?

      Ich würde dir es sehr wünschen und gönnen.

      Also mach noch mehr Werbung für dich und deine Geschichte.

      Denn du hast es dir verdient.

      Ich wünsche dir und deiner Geschichte alles Gute und viel Erfolg.

      Und dir persönlich wünsche ich nur das Beste der Welt.

      Bleib gesund und pass auf dich auf.

      Hochachtungsvoll, Swen Artmann (Artsneurosia)

      Vielleicht hast du ja Lust und Zeit, auch meine Story zu lesen.
      Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir einen kleinen Kommentar zurück lassen würdest.

      Meine Geschichte heißt:

      „Die silberne Katze“

      Vielen Dank.
      Swen

      0

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