SarahKBlinddate

 

[Kapitel 1]                             Heute, 2020

„Na los, Miri, komm doch mal wieder nach Hause“, hieß es. „Wir kochen zusammen und du kannst mir helfen, den Garten nach dem matschigen Winter für den Frühling fit zu machen. Das wird sicher lustig, wie früher!“ Amiras Mutter bettelte am Telefon um ein Wochenende zuhause. Da konnte sie nicht „nein“ sagen.

Lustig, ich lach‘ mich kaputt.

Sie war kaum zur Tür rein und hatte kurz die Labradorhündin Lilly begrüßt, die ihr trotz ihres Alters noch voller Energie entgegensprang, klingelte es an der Haustür.  Als Miri die Tür öffnete sah sie einen ihr völlig unbekannten Mann. Noch bevor er seine unsichere Begrüßung ausgesprochen hatte, wusste sie, warum sie „mal wieder nach Hause“ kommen sollte.

„Hi, also, ich bin Titus und ja… du musst Amira sein, richtig?“ Er streckte ihr seine Hand entgegen. Geistesgegenwärtig und fassungslos erwiderte Amira den Handschlag. Sie konnte dabei nicht einschätzen, wer nun den kräftigeren Händedruck hatte.  

„Was geht hier vor?“, entfuhr es ihr als ihre Mutter Klara bereits neben ihr stand.

„Hallo mein lieber Titus, geh‘ doch schon mal auf die Terrasse, wir kommen in einer Minute nach.“  Klara versuchte die rasant abstürzende Laune ihrer Tochter mit ihrer melodischen Stimme zu übertünchen. Sie fasste Miri an den Schultern und führte sie in die Küche.

„Du musst das verstehen, mein Schatz. Ich mache mir Sorgen um dich und deine Zukunft. Du bist immer alleine, das kann doch nicht gesund sein“, fing sie an, sich zu rechtfertigen. „Außerdem ist Titus ein wirklich attraktiver und vernünftiger Mann, der fest im Leben steht. Du solltest deine Zeit nicht länger mit irgendwelchen daher gelaufenen Gaunern verschwenden.“

Amira war sprachlos. Die Situation überforderte sie so sehr, wie schon lange nichts mehr. Als würde ihre Mutter sie überhaupt nicht kennen!

„Setz dich doch ein bisschen zu ihm raus und unterhalte dich mit ihm. Wenn ihr euch unsympathisch seid, ist das total okay. Aber gib ihm doch eine Chance, Miri. Er ist wirklich nett“, probierte es Klara weiter.

„Mama, ich habe dir gefühlt schon eintausend Mal gesagt, dass du solche Aktionen bleiben lassen sollst.“ Endlich hatte sie ihre Worte wiedergefunden, doch das schien Klara nicht zu interessieren. Sanft legte sie eine Hand auf den Rücken ihrer Tochter und führte sie raus auf die Terrasse. Dort saß Titus auf den Gartenstühlen von Amiras Eltern und ­nippte deutlich entspannter, als noch bei der Begrüßung, an seiner Kaffeetasse.

In dem Moment fiel Miri die Umgebung auf. Die alte Möbelgarnitur, die schon solange sie denken konnte im Garten stand, war frisch lackiert und die Sitzpolster darauf sahen so aus, als würden sie heute das erste Mal benutzt werden. Doch die Hecken, die als Grundstückgrenze und Sichtschutz dienen sollten, waren verwildert. Die Grillecke, in welcher ihr Vater an jedem Wochenende im Sommer mit seinen Kumpels aus dem Fußballverein das beste Fleisch zubereitete, sah so dreckig aus, wie es nach dem Winter nun mal aussieht.

Wenigstens hatte Mama mir nichts vorgemacht, als sie mich zum ‚fit machen‘ des Gartens anstellen wollte, dachte sich Amira. Sie setzt sich ihrem Date gegenüber und wartete, bis sich die Terrassentür hinter ihrer Mutter schloss.

„Also, wie geht’s so?“, begann Titus den typischen Smalltalk, doch Amira konnte und wollte sich nicht darauf einlassen.

„Was hat dir meine Mutter gesagt?“, fuhr sie ihn an. Ihr war bewusst, dass er auch ein Bauernopfer im Spiel ihrer Mutter war, doch sie konnte sich nicht zurückhalten.

„Also, eigentlich nichts weiter. Weißt du, ich wohne hier noch nicht so lange. Und als ich vor ein paar Wochen in dem Tante-Emma-Laden war, bin ich zufällig Klara begegnet und wir kamen so ins Gespräch. Über dich haben wir nicht viel geredet, wirklich! Klara wollte wohl, dass ich dich selbst kennen lerne.“ Titus entfuhr ein schmunzeln. Er war offensichtlich angetan von dieser Situation. Doch Amira fühlte sich umso unwohler, je länger sie ihm zuhörte.

Eigentlich nichts weiter?! Das ist nicht besonders eindeutig.

„Es tut mir leid, aber dieses Spiel treibt sie schon seit Jahren. Du bist nur einer von vielen.“ Sie wollte Titus kränken, abschrecken, loswerden. Doch der Plan schien nicht aufzugehen, noch nicht.

„Tja, dann bin ich froh, dass „dieses Spiel“ bisher noch niemand gewonnen hat.“ Er lächelte Amira zu. Es fiel ihr schwer, es nicht zu erwidern. Titus wirkte unsicher, aber nett. Da schien ihre Mutter einmal recht gehabt zu haben. Und unsympathisch war er ihr definitiv nicht.

Bleib stark, gib nicht nach. Du darfst das nicht erlauben, sagte sie sich wieder und wieder.

„Pass auf“, fing der Fremde mit einem plötzlichen Anflug von Selbstbewusstsein und Charisma an zu sprechen und riss sie damit aus ihren Gedanken. „Wir machen einen Deal. Du gibst mir deine Nummer und ich dir meine. Wenn du den Schock verarbeitet hast und mich nicht mehr ganz so zum Kotzen findest, kannst du dich gerne bei mir melden. Und wenn du dich nicht meldest, frag ich ab und an mal nach, wie es dir geht, okay?“ Er zwinkerte Amira und zu beugte sich leicht zu ihr rüber.

„Was? Wieso sollte ich da zustimmen?“ Sie schüttelte den Kopf und wich zurück.

„Die Frage ist eher: ‚Wieso nicht? ‘ Was hast du schon zu verlieren? Komm schon, ich finde dich echt nett. Gebe dir einen Ruck, Amira“, versuchte er es weiter. Doch Amira ließ sich nicht darauf ein. Sie rutschte mit ihrem Hintern direkt an die Lehne des Gartenstuhls ran, richtete ihren Oberkörper so auf, dass er ein wenig Abstand zur Lehne bekam und zog die Schultern nach hinten. Auf die Weise strahlt man Selbstbewusstsein aus, jedenfalls hatte Amira das bei einem kostenlosen Online-Crashkurs für introvertierte Menschen gelernt.

„Ich sage es dir jetzt einmal: Nein. Bitte geh jetzt.“ Sie stellte sich hin und zeigte bestimmend in Richtung der Haustür. Doch Titus schüttelte nur leicht den Kopf und grinste: „Darauf war ich vorbeireitet.“ Dann holte er ein Stück Zettel aus seiner Jackentasche, der aussah, als wäre er von der letzten Seite eines karierten Collegeblocks abgerissen und wochenlang in dieser Jackentasche herumgetragen worden. Darauf stand eine Handynummer.

„Das ist meine. Nur für den Fall, du überlegst es dir anders.“ Er ließ den Zettel auf dem Gartentisch liegen und verschwand. Amira betrachtete dieses kleine Stück Papier. Je länger sie darauf starrte, desto mehr verschmolz es mit der Wachsdecke, die den Tisch dekorierte und ein ähnliches Muster in der gleichen Farbe trug. Dann atmete sie auf. Er ist weg.

Das ungute Gefühl, welches über sie kam, als sie Titus sah, verschwand mit seinem Gehen. So unsicher und schlecht hatte sie sich das letzte Mal gefühlt, als sie die Couch eines halbherzig ausgebildeten Kinderpsychologen aufsuchen musste.  Sie fühlte genau die gleiche Wut wie damals.

 

[Kapitel 2]

Amira saß noch einen Moment und verlor mit jedem Moment mehr den Halt unter ihren Füßen.

Die Erinnerung an ihre Zeit bei dem Psychologen ließ es ihr heute noch wie damals eiskalt den Rücken runterlaufen. Der Mann, der auf Kinder- und Jugendpsychologie spezialisiert war, ließ von seiner guten Ausbildung jedoch nichts in den Therapiestunden durchblicken.

Amira war vierzehn Jahre alt, als sie von ihren Eltern zu dem „besten Kinderpsychologen der heutigen Zeit“ geschliffen wurde. Fünf Monate lang mussten sie einmal die Woche die 150 Kilometer entfernte Großstadt fahren, damit Amira ihre frühkindliche Persönlichkeitsstörung überwinden konnte.

„Schätzchen, Titus ist ja schon weg. Was hast du wieder gesagt?“ Klaras vorwurfsvoller Ton band sie noch mehr an die Erinnerung ihrer Kindheit. Doch dieses eine Mal konnte sie es nicht ertragen. Amira stand auf und ging tonlos mit zwei großen Schritten an ihrer Mutter vorbei. Sie hätte drei weitere gebraucht, um durch die Glastür zu verschwinden und nochmal fünf, um die Treppe, die zu ihrem alten Kinderzimmer im Keller führte, zu erreichen. Doch sie schaffte nur die ersten zwei.

„Bleib stehen.“ Klaras Stimme wurde ruhiger, doch nicht weniger bestimmend. Miri blieb also stehen und drehte sich zu ihrer Mutter.

„Mama, es ist alles gut. Ich habe seine Nummer und melde mich später bei ihm“, sagte sie, und schweifte mit dem Blick ab zu dem Zettel, der immer noch auf der Tischdecke lag. Während Klara bereits die nächste Predigt über die Chance, die sich Amira mit dem wundervollen Titus bot, begann, zog etwas ganz anderes Amiras Aufmerksamkeit auf sich.

Ein Handy, unter dem Gartenstuhl, auf dem Titus saß. Es sah neu aus – oder einfach nur unbenutzt – und war mit einer grau-roten Hülle geschützt. Hat er sein Handy vergessen, um einen Grund zu haben, wiederzukommen?

„Mama, lass mich mal“, unterbrach Amira ihre Mutter und schob sie zur Seite um besser an das Handy zu kommen.

„Ist das deins? Oder Papas?“, fragte sie und hielt das Smartphone in Richtung Klara.

„Weder noch. Du weißt doch, Papa hat noch ein uraltes Klapphandy und ich hab zwar so ein modernes Ding, aber…“ Amira hörte nicht mehr, wie der Satz ihrer Mutter zu Ende ging. Sie griff sich wie in Trance das Stück Papier mit Titus‘ Nummer und verschwand mit beiden Sachen in ihrem Zimmer.

Das Handy hatte etwas Mystisches an sich. Sie wusste, dass es Einbildung war, doch das Gefühl ließ sie nicht los, dass irgendwas damit nicht stimmte.

Es ist bloß ein Handy, was soll schon damit sein.

Sie überlegte, welche Möglichkeiten ihr sich jetzt boten. Sollte sie versuchen, den Code zum Entsperren zu knacken um darin herumstöbern zu können? Die Wahrscheinlichkeit, dass sie das schaffen würde, ging gegen null. Zumal Titus auch jeden Moment zurückkommen könnte, um es abzuholen. Sie überlegte Titus anzurufen um herauszufinden, ob es wirklich sein Handy war. Aber dann wäre ein verpasster Anruf in der Anrufliste sichtbar. Oder sie wartete einfach ab bis er sein Handy abholt. Das war allerdings die am wenigsten zufriedenstellende Lösung. Ihre Neugier stieg je länger sie auf das Handy starrte. Neugier war in ihrer Schulzeit oftmals der Grund, welcher sie in vermeidbare Schwierigkeiten brachte.

Es verging ein weiterer Moment des Zögerns, dann drückte Amira die „Home“-Taste um herauszufinden, ob das Handy durch einen Code oder ein Muster gesperrt war. Der Sperrbildschirm leuchtete kurz auf und verschwand.

Das Handy war überhaupt nicht gesperrt!

Auf dem Home-Bildschirm war bis auf eine Wetter-App und die Uhrzeit, keine weitere App zu sehen. Wie ferngesteuert tippte sie mit dem Finger auf das „Menü“ Symbol. Sie klickte sich erst durch die Nachrichten, in denen Amira nur den Hinweis fand, dass der Besitzer eine Prepaid Karte besaß. In der Kontaktliste war nicht eine einzige Nummer gespeichert. Es gab nur noch eine Sache, die sie interessierte – die Galerie. Sie öffnete den Bildspeicher, der überraschend voll war. Mehrere Ordner waren darauf gespeichert, verstehen mit verschiedenen Ordnernamen, eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen. Nur ein Ordnername war direkt zu entschlüsseln. Ein Name ohne Zahlen und Symbole. Ein Ordner mit dem Namen „Amira“. Darin befanden sich Kinderbilder von ihr am Fluss, der etwa einen Kilometer entfernt von ihrem Zuhause lag. Auf mehreren Bildern war sie zu erkennen. Sie selbst und ihr Freund Ryan, von dem sie bis eben hoffte, er wäre nie real gewesen.

 

 

 

[Kapitel 3]

Als sie das erste Mal nach so vielen Jahren an seinen Namen dachte, lief es Amira eiskalt den Rücken herunter. Ihre Nackenhärchen stellten sich auf und sie bekam am ganzen Körper Gänsehaut. Wie viele Jahre war es jetzt her? Vielleicht zwanzig?

Obwohl Amira ein Mensch war, der nie an Zufälle dachte, hoffte sie dieses Mal auf einen.

Ryan.

Die Erinnerung war so klar und so real, dass sie noch immer das warme Blut an ihren Händen spürte.

Es war der erste Abend der Sommerferien. Ihre Eltern hatten Amira Hausarrest verpasst und in ihr Zimmer gesperrt, nachdem sie nicht die Noten auf dem Zeugnis hatte, die sich ihre Eltern wünschten. Nachdem ihre Eltern wie jeden Abend Punkt neun Uhr schlafen gingen, schlich sich Amira, wie schon so häufig, aus dem Fenster und lief zum Fluss um Ryan zu treffen. Sie trafen sich meistens nur am Wochenende, außer in den Ferien. Da sahen sie sich so oft es möglich war.

Sie waren die besten Freunde. Sie hatten ja nur sich. Nur sie verstanden einander.

Amira wartete wie immer fünf Minuten an einer kleinen Brücke bis Ryan eintraf. Sie redeten viel über das, was sie in den Sommerferien vorhatten, wie ätzend das nächste Schuljahr werden würde und wie viel Zeit bis dahin zum Glück noch wäre.

Sie alberten rum, machten Späße und lachten zusammen. Bis zu dem Moment, als Ryan ein Taschenmesser aus seiner Jackentasche zog, Amira am Handgelenk packte und dort einen  Schnitt entlang ihrer Pulsader setzte. Der Schnitt war nicht tief, es blutete kaum, was es nicht weniger schmerzhaft machte.

„Ryan!“, brüllte Amira ihn mit schriller Stimme an.

Danach schmiss Ryan das Messer auf den Boden um beide Hände um Amiras Hals legen zu können. Den kurzen Moment, in dem Ryan unachtsam war und sie kurz los ließ, duckte Amira sich, schnappte sich das Messer, rammte es Ryan erst in den Oberschenkel, dann zweimal in den Bauch.

„Du blöde Schlampe, was fällt dir ein.“ Ryan stürzte sich auf Amira. Als er auf ihr lag spürte sie sein warmes Blut langsam über sich fließen, sein Körper wurde immer schwerer, seine Bewegungen langsamer und kraftloser.

Amira rollte ihn von sich runter und rannte los. Sie merkte das Adrenalin in jeder Faser ihres Körpers. Immer wieder drehte sie sich um, konnte aber keinen Verfolger erkennen.

Sonst bekamen Amiras Eltern nicht mit, dass sie mal wieder verschwunden war, doch dieses Mal sah sie Licht im ganzen Haus und ihre Eltern konnte sie durch das Küchenfenster auf und ab gehen sehen.

Die Wut über das Verschwinden war verflogen, als Amira klingelte und  im Blutverschmierten Jogginganzug an der Haustür stand. Klara brach sofort in Tränen aus, ihr Vater brachte beide in die Küche.

Amira wurde umgezogen, sie war paralysiert und schwach. Erst da fiel ihrem Vater der Schnitt am Handgelenk auf.

„Ist das dein Blut? Wolltest du dich umbringen, Amira?“, fragte er und zeigte auf den Jogginganzug, den er in der Badewanne zwischenlagerte. 

Es war unrealistisch zu denken, ein Mensch könnte so viel Blut verlieren und dann voller Kraft und Energie durch die Haustür spazieren. Es schien Amira trotzdem eine gute Erklärung zu sein, denn das, was sie denkt passiert zu sein, kann unmöglich real gewesen sein.

Das Vibrieren des Handys in ihrer Hand holte sie zurück in die Gegenwart. Ein Anrufer mit unterdrückter Nummer. Amira zögerte nicht lange und ging ran.

„Wer ist da?“, entfuhr es ihr. Als Antwort erhielt sie nur ein tiefes Lachen.

„Titus? Bist du es?“

„Du hast das Handy also gefunden“, ignorierte der Anrufer Amira. „Was sagst du zu den Bildern? Sie treffen uns genau aus dem richten Blickwinkel, findest du nicht?“

„Uns?“ Amira brach die Stimme ab. Ein dicker Kloß bildete sich in ihrem Hals.

Das kann nicht sein!

„Ich warte auf dich.“ Nach diesen Worten legte der Anrufer einfach auf. Sie wusste genau, wo sie ihn finden würde. An der Brücke am Fluss, etwa einen Kilometer entfernt. An der Brücke, wo diese Fotos entstanden sind.

Genau da würde Ryan auf sie warten.

 

[Kapitel 4]

In ihrer linken Jackentasche verstaute sie ihr eigenes und das gefundene Handy. In der rechten Tasche brachte sie ihr Pfefferspray, was schon nah am Verfallsdatum lag, seinen Zweck aber erfüllte und ein Klappmesser unter – nur um sicher zu gehen, auf das Schlimmste vorbereitet zu sein.

Wie in „alten Zeiten“ flüchtete Amira aus ihrem Zimmer über den Baum, der vor ihrem Zimmer über die Jahre weiter wuchs und stabiler wurde, froh darüber, dass ihre Eltern das Sicherheitsschloss an dem Fenster entfernten, als sie achtzehn wurde.

Sie rannte in Richtung des Flusses, getrieben von Neugier und Aufregung, gebremst von Skepsis und Angst. Amira wollte die Brücke so schnell sie konnte erreichen, sie musste endlich die Last, die sie seit zwanzig Jahren auf ihren Schultern trug, die sie nicht lieben oder vertrauen ließ, loswerden. Sie brauchte Erklärungen und Freiheit.

Der Weg kam ihr in ihrer Erinnerung kürzer vor. Ihre Beine wurden schwerer und Amira immer langsamer. Früher, während der Schulzeit und des Studiums, war sie viel sportlicher und fitter. Jetzt brannte ihre Lunge bereits nach der Hälfte der Stecke.

Sie bog nach rechts ab und sah den Fluss, die Brücke und einen Mann, der mit dem Rücken zu ihr stand. Ihr Atem stockte. Er drehte sich um und kam mit langsamen, großen Schritten auf sie zu.

„Titus? Ich habe… was machst du hier?“, fragte sie.

„Was dachtest du, was ich von dir wollte?“, lachte Titus höhnisch. Das gleiche tiefe Lachen wie am Telefon.

 „Dachtest du, ich hätte tatsächlich Interesse an dir?“, fuhr er fort. Amira wusste nicht, was geschah, was sie tun oder sagen sollte. Je näher er kam, desto mehr wich sie zurück.

„Was willst du von mir? Ich dachte… warst du das am Telefon? Ist das dein Handy?“ Sie holte das Telefon aus der Jackentasche und hielt es ihm so hin, dass er es erkennen konnte. Sein Blick huschte nicht mal darüber sondern blieb fest auf Amira gerichtet.

„Fragen über Fragen, dabei hast du nicht das Recht, sie zu stellen. Jetzt bin ich am Zug!“, brüllte Titus ihr entgegen. Seine Augen funkelten ihr entgegen und seine Miene verfinsterte sich.

„Warum hast du meinen kleinen Bruder getötet?“

 

 

[Kapitel 5]

Amira brachte kein Wort heraus. Sein Bruder?

„Ich wusste nicht… dass… was soll ich… er hat mich… ich habe nur…“, stammelte sie kaum verständlich vor sich hin. Ihre Gedanken kreisten wild um den Abend, an dem sie tatsächlich jemanden getötet hatte.

„Ich habe mich erkundigt, es gab keinen Ryan! Ich war im Krankenhaus, im Kinderheim, habe in Schulen nachgefragt, niemand wusste von der Existenz eines ‚Ryans‘. Niemand!“, brüllte sie ihm entgegen. „Ich dachte, ich sei verrückt, habe halluziniert. Jeder hat mir bestätigt, dass Ryan nicht real war!“ Ihr Gesicht war von Tränen überströmt, davon bemerkte sie allerdings nichts.

„Im Kinderheim? Du meinst im Erziehungslager! Die haben dich belogen, du naives Stück, weil sie noch einen Skandal nicht ertragen hätten. Die hätten die Bude dicht machen können, wäre raus gekommen, das ein Junge ermordet wurde!“ Titus redete sich in Rage, wurde lauter und wütender.

„Er hat mich angegriffen, ich musste mich wehren. Was hätte ich tun sollen? Hätte ich es nicht getan, wäre ich jetzt tot.“

Sein Blick wurde klar, er wirkte entspannter, als er meinte: „Und worin hätte das Problem gelegen? Schau dich nur an! Du kannst deinen Alltag nur dank Antidepressiva überstehen, musst zum Psycho-Doc und bist alleine. Ist das besser als der Tot?“

Woher weiß er all das? Nicht einmal meine Eltern wissen davon.

Als hätte er ihre Gedanken gehört, antwortete er Amira: „Ich habe dich all die Jahre beobachtet. Und jetzt ist es an der Zeit, dass du für deine Fehler bezahlst.“ Titus rannte auf sie zu. Dieses Mal blieb sie wie angewurzelt stehen. Sie war gelähmt von all dem, was sie erfahren hatte.

Titus stoppte vor ihr und schlug ihr ins Gesicht. Sie fiel zu Boden. Der Schlag war so heftig, dass sie für einige Sekunden das Bewusstsein verlor. Als sie wieder zu sich kam, hockte er bereits vor ihr und fuhr ihr mit einer Messerspitze über das Gesicht.

„Was sind deine letzten Worte, bevor ich dich jämmerlich verbluten lasse, so wie du es mit meinem Bruder getan hast!“

Sie suchte nach dem Messer in ihrer Tasche, doch es war weg, genauso wie das Pfefferspray.

„Netter Versuch, doch das habe ich dir abgenommen.“ Titus lies die Sachen vor Amiras Augen baumeln. Dann nahm er das Messer, ihr Messer, und stach zu. Einmal in den Oberschenkel, zweimal in den Bauch. Ihr entfuhr ein schmerzerfüllter, lauter Schrei. Als sie verstummte, spürte Amira wie das Blut aus ihr heraus strömte.

Wie ich es bei Ryan getan habe.

„Verblute, Schlampe“, flüsterte Titus ihr ins Ohr. Dann ließ er das Messer fallen und ging. Amira wusste nicht wohin er ging.

Vorsichtig tastete sie ihren Bauch ab. Ihr ganzer Oberkörper schmerzte so sehr, dass sie nicht sagen konnte, woher genau der Schmerz überhaupt kam. An den Jackentaschen angekommen bemerkte Amira, dass sie leer waren. Titus hatte beide Handys mitgenommen.

Amira war sich sicher, sie wird hier verbluten. Dann wurde sie ohnmächtig.

 

 

[Kapitel 6]

Amira fühlte sich wie auf Wolken. Vom Kopf bis zu den Füßen war sie warm eingepackt, alles auf ihrer Haut war sanft und weich.

„Amira, Schätzchen, hier ist Mama, hörst du mich?“ Klaras Stimme schien durch Raum und Zeit zu schwirren, um Amira wieder zurück zu bringen. Zurück wovon? Die Antwort wusste sie nicht. Schließlich gelang es ihr, die Augen zu öffnen.

„Mama“, schaffte sie es zu sagen. Amira war kraftlos. Als würde sie jemand immer tiefer ins Bett drücken.

„Theo, ruf die Schwester, sie ist aufgewacht! Sie ist endlich wieder da! Schatz, nicht erschrecken, du bist im Krankenhaus. Alles ist gut!“ Da war sie, die überfürsorgliche Mutter.

Ihr Blick wanderte im Zimmer herum. Ja, es war ein Krankenhauszimmer. Ziemlich schick und nobel. Solche Zimmer hätte sie sich für privatversicherte Patienten vorgestellt. Wieso lag sie in so einem?

„Mama, was ist passiert?“ Ihre Erinnerungen waren blass, verschwommen und unvollständig. Irgendjemand war an der Brücke, an der sie als Kind oft war. Diese Person hat irgendetwas getan… dann durchfuhr ein stechender Schmerz ihren Bauch bis hin ins Bein.

„Du bist abgehauen und hast dich mit Titus getroffen. Der Mann, den ich ins Haus gelassen hab. Hätte ich gewusst, dass er… dann hätte ich doch nie…“ Ihre Stimme brach ab. Die sonst so starke Klara war kaum wieder zu erkennen. „Er hat auf dich eingestochen.“ Das Öffnen der Zimmertür unterbrach sie. Ein Polizist kam herein.

„Hallo Amira, mein Name ist Schröder. Das muss sehr viel für dich sein, aber ich kann dir ein paar Informationen geben, die wir über Herrn Titus Merde herausgefunden haben.“

Informationen, klingt gut.

„Okay, was können Sie mir sagen?“, fragte Amira

„Herr Merde war verhaltensauffällig seit seiner Kindheit, weshalb er in das Kinderheim für schwer Erziehbare in ihrer Umgebung gekommen ist. Nach mehreren Gutachten hat man an seinem achtzehnten Geburtstag entschieden, ihn in stationärer psychiatrischer Behandlung zu lassen. Nach über zehn Jahren galt er als geheilt und ist dann vor, da muss ich kurz nachschauen“, sagte Schröder und blätterte in seiner Akte, die er mitgebracht haben muss, -„vor drei Jahren entlassen worden. Wir wissen nicht, warum er es auf dich abgesehen hatte.“

„Hatte er einen Bruder?“, fragte Amira. Der Polizist blätterte wieder in der Akte.

„Nein, nein, Herr Merde war Einzelkind. Hat er was von einem Ryan erzählt, Amira?“ Sie schluckte. Er wusste davon. Jetzt war sie dran. Vorsichtig nickte sie.

„Ryan war er selbst. Herr Merde leidet unter paranoider Schizophrenie mit gespaltener Persönlichkeit. Weiter interessant ist, dass er Ihnen an den Stellen die Stiche gesetzt hat, an denen er selbst Narben hat. Von deren Ursprung gibt es allerdings keinerlei Aufzeichnungen in seinen medizinischen Unterlagen. Das ist bisher alles was wir Ihnen sagen können.“

Amira atmete tief durch. Sie kannte den Zusammenhang genau. Sie war Schuld an den Wunden von Ryan, besser gesagt Titus.

„Eine Frage habe ich noch.“ Wendete sich Amira an Schröder. „Haben Sie ihn gefasst?“

Schröder schloss die Akte und senkte seinen Blick. Er schien nach der passenden Antwort zu suchen, doch Amira wusste, es gab keine passende Antwort.
Er war untergetaucht.
Sie würde nie sicher vor ihm sein.

19 thoughts on “Blinddate

  1. Spannende Geschichte und echt unheimlich. Liest sich flüssig. Im Ggs. zu anderen Geschichten habe hier weder Logiklöcher gefunden, noch bleiben Fragen offen. Für mich rundherum gelungen und eine der besten Geschichten. Weiter so! 😀

  2. Hallo Sarah,
    wow, was für eine tolle Geschichte! Ich bin nur durch Zufall kurz nach Freischaltung der Geschichten auf sie gestoßen, weil ich nach „Blind Date“ gesucht habe. Du hast sicher gesehen, dass eine Geschichte mit demselben Titel es ins Buch geschafft hat. Ich gebe zu, ich wollte nur gucken, ob diese Geschichten hier auf der Seite sind (natürlich sind sie es nicht).
    Und so wurde mir deine Geschichte bei den gelesenen angezeigt. Jetzt habe ich es geschafft, sie tatsächlich zu lesen – ich bin wirklich begeistert. Der Plot ist super, den Spannungsbogen hast du auch gut aufgebaut. Am Anfang hätte sie vielleicht etwas schneller mehr Fahrt aufnehmen können, doch ich habe gerne weitergelesen, weil dein Schreibstil sehr angenehm zu Lesen ist.
    Ich habe nur ein paar Anmerkungen zu Kleinigkeiten, die mir aufgefallen sind:
    – Warum fällt es Amira in Kapitel 1 schwer, Titus‘ Lächeln nicht zu erwidern, wenn sie sich eigentlich schlecht fühlt in der Situation und am Ende auch sehr wütend ist?
    – Amira ist vermutlich Mitte 30, würde sie ihr Zimmer über den Baum verlassen wie früher?
    – Der Polizist duzt und siezt Amira im selben Satz.
    – ab und zu hast du Gegenwart und Vergangenheitsform gemischt
    Das sind wie gesagt nur Kleinigkeiten. Sonst habe ich wirklich gar keine negative Kritik.
    Deine Geschichte hat im Vergleich zu anderen viel zu wenig Likes!!
    Mach weiter so 🙂
    Viele Grüße,
    calathea1787
    („Der Banker“)

      1. Hallo Calathea,
        ich danke dir für deine lieben und konstruktiven Worte! 🙂
        Schon lustig, wie dich der Zufall zu „Blinddate“ geführt hat. Ich bin sehr froh darüber.
        Viele Grüße zurück
        Sarah 🙂

  3. Moin Sarah,

    Starke Geschichte die du uns hier präsentierst! Gut ausgedacht, locker geschrieben. Mal etwas bildhafter, mal etwas spannender, kurzum….sehr abwechslungsreich.

    Mein Lieblingssatz :

    Sie rannte in Richtung des Flusses, getrieben von Neugier und Aufregung, gebremst von Skepsis und Angst.

    Ich mag es wenn man mit Worten beschreiben kann, was eine Person fühlt und das gelingt dir hier wirklich gut.

    Mein Like lass ich dir gerne da und wünsche dir alles Gute für’s Voting.

    LG Frank aka leonjoestick ( Geschichte : Der Ponyjäger)

  4. Hallo Sarah,
    ich mag deine Geschichte wirklich sehr!
    Du hast einen flüssigen und sehr bildhaften Schreibstil, was das Lesen sehr angenehm gemacht hat. Zudem mag ich, wie du viele Emotionen in einem Satz umschreiben kannst.
    Zwei meiner Lieblingssätze sind daher z.B.:
    „Klara versuchte die rasant abstürzende Laune ihrer Tochter mit ihrer melodischen Stimme zu übertünchen“

    „Obwohl Amira ein Mensch war, der nie an Zufälle dachte, hoffte sie dieses Mal auf einen.“

    Ich finde die Einbindung der Erinnerungen ist dir super gelungen. Sie sind nicht zu lang und dennoch reichen sie aus, sodass man die Zusammenhänge versteht.

    Ich bin ein großer Fan von Überraschungen und du hast gleich mehrere in deiner Geschichte – ein bedeutender Twist am Ende von Kapitel 4 und natürlich der erneute Twist ganz am Ende.

    Dass der Polizist Schröder heißt, hat für mich natürlich einen persönlichen Bezug und das fand ich sehr cool 😉

    Großartig finde ich auch das offene Ende. Dies ließ mir einen Schauer über den Rücken laufen. Diese Geschichte ist zu Ende, aber ist sie das wirklich?

    Im Großen und Ganzen wirklich eine gelungene Geschichte und ich drücke Dir die Daumen!

    Like ist gegeben 🙂

    LG, Ani
    http://www.wirschreibenzuhause.de/geschichten/der-schwur

  5. Hallo Sarah,

    ich bin heute auf wir_schrieben_zuhause auf dich aufmerksam geworden. Es hat sich wirklich gelohnt, deine Geschichte zu lesen. Ich finde sie super spannend und fesselnd. Du hast einen flüssigen Schreibstil und die Geschichte gut strukturiert. Auch das Ende gefällt mir sehr gut. Damit kannst du sie auf jeden Fall weiterschreiben :-). Like ist gegeben.
    Viel Glück weiterhin!
    Alles Liebe Kerstin

    Vielleicht hast du ja Lust und Zeit, meine Geschichte zu lesen.
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/das-maedchen-dana

  6. Liebe Sarah,
    ich habe gestern deine Geschichte auf Insta gesehen und da ich mir immer gerne Zeit für alle Ideen hier nehme, fällt meine Antwort meistens ein wenig länger aus.
    Zu allererst möchte ich dir für deine schöne Geschichte danken und etwas zu deinem Inhalt sagen. Der rote Faden zieht sich schlüssig durch deinen Text. Du hast dir einen tollen Plot ausgedacht🙏. Eine Story mit paranoider Schizophrenie und einer gespaltenen Persönlichkeit zu kreieren, ist sicherlich gar nicht so einfach😁. Du fängst so erfrischend an: Die sorgende Mutter; die Labradorhündin Lilly (bei mir heißt ein kleines Mädchen so) … Es ließt sich alles sehr flüssig.
    Allerdings finde dein Ende nicht ganz realistisch, aber nur dein Ende. Bis dahin war ich begeistert. Eine Person, die Jahre im Koma lag, startet doch nicht gleich von 0 auf 100 und diskutiert mit dem Arzt, oder? Hier könntest du ein bisschen mehr den Zustand von Amira beschreiben, sie evtl. stottern lassen „W-w-w …. Passie…“ Zeig, dass sie nicht sprechen kann, Hilflosigkeit in ihren Augen … Lass den Arzt erklären und Amira hört zu.
    Zitat: „Eine Frage habe ich noch.“ Wendete sich Amira an Schröder. „Haben Sie ihn gefasst?“ Das wird sie wohl kaum nach so langer Zeit von sich geben.

    Also, liebe Sarah, Inhalt und Sprache sind ja zwei unterschiedliche Bereiche😉. Und inhaltlich gefällt mir deine Geschichte bis auf den kleinen Punkt am Ende sehr gut. Da ich dich nicht kenne, hoffe ich, dass du mir die Kritik nicht übelnimmst 🙄. Teilweise habe ich nämlich das Gefühl, dass einige darauf nicht so gut reagieren. Aber es ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Und Feedback soll dich und deinen Text und uns alle hier voranbringen. Bitte, bitte nimm mir meine Anmerkungen also nicht krumm, sondern sieh sie als Verbesserungsvorschlag, ok?

    Komme ich zur Sprache:
    Ich zähle nur kurz die Aspekte auf, die mir besonders aufgefallen sind.
    – An einigen Stellen schreibst du sehr umgangssprachliche (ging sie raus auf die Terrasse, besser: ging sie auf die Terrasse = ist doch klar, dass sie nach draußen geht).
    – sah so dreckig aus, wie es nach dem Winter nun mal aussieht.

    Tempusfehler:
    – Sie setzt (setzte) sich ihrem Date gegenüber und wartete.
    – Auf die Weise strahlt (strahlte) man Selbstbewusstsein aus

    Imperativ:
    Gebe dir einen Ruck (=Gib dir einen Ruck!)

    Holprig:
    – Es schien Amira trotzdem eine gute Erklärung zu sein, denn das, was sie denkt passiert zu sein, kann unmöglich real gewesen sein.

    Ich freue mich, dass du den Mut 🤩 hattest, deine Geschichte online zu stellen. Ging mir auch so und ich hoffe, dass du noch viel Spaß am Schreiben haben wirst. Viel Glück weiterhin 🍀! Mein Like 👍 hast du und wenn dich meine Geschichte interessiert, sie heißt „Happy birthday“ 🎈.
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/happy-birthday

    Du kannst sie auch anhören. Der Link zum Hörbuch steht in meinem Profil oben.
    Liebe Grüße,
    Martina

    1. Hallo Martina,

      erstmal danke ich dir für die Kritik! Ich bin immer offen dafür, solange sie konstruktiv ist… und das ist sie 🙂
      Ich nehme mir deine Worte zu Herzen und schaue mir die Punkte auf jeden Fall nochmal an!
      Es ist schön, ein paar Hinweise zu bekommen. Wenn man seine Geschichte selbst schon 100x (gefühlt) gelesen hat, wird man irgendwann blind für kleine, teilweise offensichtliche Fehler.

      Ich freue mich, dass dir die Geschichte (fast komplett) gefällt und du mir dein „like“ gegeben hast. Danke auch dafür!

      Ich werde mir deine Geschichte gerne anhören. Das ist eine angenehme Abwechslung!

      Liebe Güße
      Sarah

  7. Hallo Sahra,

    ich find deine Geschichte sehr sehr gut. Die Idee ist einfach klasse und auch mal etwas anderes. Es ist schade, dass sie noch so wenig Stimmen hat. Ein Herzchen hast du von mir und ich drücke dir die Daumen, dass deine Story noch mehr Leute begeistern kann.

    Wenn du magst, würde ich mich sehr freuen wenn du auch meine Geschichte lesen würdest und vielleicht auch ein Herzchen da lässt.

    Liebe Grüße
    Sandra (Das zerstörte Band)

    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/das-zerstoerte-band

  8. Liebe Sarah,

    mir hat deine Geschichte echt gut gefallen, sie lässt sich flüssig lesen und auch die Wendung am Ende fand ich sehr schön.

    Zwei Kleinigkeiten sind mir aufgefallen, die mich kurz stocken ließen:
    – Sie ist froh, als Titus endlich geht („Das ungute Gefühl, welches über sie kam, als sie Titus sah, verschwand mit seinem Gehen.“) und wenige Sätze später ist das ungute Gefühl scheinbar doch nicht verschwunden („Amira saß noch einen Moment und verlor mit jedem Moment mehr den Halt unter ihren Füßen….“).
    – Als der Polizist ins Krankenzimmer kommt, platzt er gleich mit sämtlichen Antworten raus, anstatt sie zu der Sache erstmal zu befragen (so kenne ich das zumindest aus dem Fernsehen 😉 ).

    Aber das sind nur Kleinigkeiten. Insgesamt ist deine Geschichte stimmig, man rätselt mit und ist gut unterhalten. Mein Like hast du!

    Viel Glück für’s Voting!

    LG Yvonne / voll.kreativ (Der goldene Pokal)
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/der-goldene-pokal

  9. Liebe Sarah, „Blind Date“ steht (wie so viele andere Geschichten auch) auf meiner „To-be-read“-Liste – und heute nun arbeite ich mal die ab, anstatt mich nach den Posts auf #Wir schrieben zu Hause zu richten. Mal so, mal so.
    Ich mag Deine Geschichte, hätte jetzt ähnliche Punkte wie Martina oder Yvonne gehabt, nur, dass ich nicht erlesen hab, dass sie so lange im Koma lag. Da ja die Verletzungen, die sie selber erlitten hat mit denen, die sie damals Ryan/Titus zufügte, identisch sind, kann sie ja auch nur relativ kurz im Koma gelegen haben. Das ist aber ja vielleicht gar nicht erheblich.

    Wo ich echt drüber stolperte, waren zwei Dinge:
    1.) Wieso geht sie nicht einfach, als sie feststellt, dass ihre Mama sie einfach bloß verkuppeln will? Das wäre doch eigentlich die logischere Reaktion gewesen, oder?
    2.) Wieso erkennt sie Titus nicht wieder? Ryan und er sind ja eine Person, insofern hätte sie ihn sofort wiedererkennen müssen, zumal ich den Eindruck hatte, dass sie sich schon als Kinder/Jugendliche sehr nah standen und keine oder nicht viele andere Freunde hatten.

    Das war`s aber auch schon! Vielleicht schaust Du mal bei mir und meiner Geschichte vorbei? Sie heißt „Die Nacht, in der das Fürchten wohnt“ und Du findest sie hier: https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/die-nacht-in-der-das-fuerchten-wohnt

    Kollegiale Grüße! Kathrin aka Scripturine

Schreibe einen Kommentar