Carolin DechowBrüderlein, komm spiel mit mir!

Wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben erklärt. 

Mark Twain

 

Ich kann mich noch an den Tag erinnern, als sie mich herbrachten. Mehr tot als lebendig. Die Sonne schien warm vom Himmel herab, die ersten, allerersten Frühblüher hatten vorsichtig ihre Knospen herausgestreckt und die Natur stand kurz davor, zu explodieren. Es war mir scheißegal. Und wenn die ganze Welt explodieren würde. Ich wollte nicht hier sein. Ich wollte zu ihm, wollte weiter high sein und an nichts denken müssen. Und diesen unglaublichen Sex mit ihm haben, den man nur auf Drogen haben konnte. Warum ich durchgedreht war, konnte ich nicht mehr sagen. Es war bestimmt alles andere als schön gewesen.

Ich betrachtete die riesigen Linden, die knorrig ihre Äste in den Himmel streckten. Sie sahen noch gar nicht nach Frühling aus. Sie wirkten bedrohlich. Wie riesige Zeigefinger, die mich ermahnten. »Böses Mädchen« hörte ich sie flüstern. »Was hast du getan?« Ich zählte sie und es kam mir nicht richtig vor, dass es 12 waren. Ausgerechnet 12. »Falsch!«, brüllte mein Verstand, während wir direkt auf den riesigen Altbau zufuhren, der hier so fehl am Platz zu sein schien, wie ich mich fühlte. Hier. Mitten im Nirgendwo. Die imposante Allee endete abrupt vor dem großen, gelb verputzten Gebäude mit dem hübschen Glockenturm. Die großen Fenster mit den Rundbögen waren allesamt vergittert. Das Gefühl, hier fehl am Platz zu sein wurde mehr und mehr durch Panik ersetzt. Das war kein schöner Ort, schrie alles in mir. Nein. Kein. Schöner. Ort.

»Warum bin ich hier?«, fragte ich in meiner ersten Sitzung bei Frau Dr. Annegret Meyerhofer. Ob sie von ihren Freunden Annie genannt wurde?

»An was erinnern Sie sich?« Sie betrachtete mich über ihre Brille hinweg. Rasende Kopfschmerzen hämmerten hinter meiner Stirn. Unaufhörlich. Spitze Schmerzpfeile schossen durch meinen Kopf und hinterließen leuchtende, tanzende Punkte vor meinen Augen. Es wurde von Sekunde zu Sekunde schlimmer. Ich war nicht mehr in der Lage, zu denken.

»Ich kann mich nicht erinnern.«

»Was ist die erste Erinnerung aus ihrer Kindheit?«

»Mama«, sagte ich. Und dann sagte ich nichts mehr. Schwindel überkam mich. Und Übelkeit. Bitterer Speichel sammelte sich in meinem Mund. Am liebsten hätte ich ihn ausgespuckt. Draußen zwitscherten die Vögel so laut. Ich übergab mich direkt vor ihre Füße.

Die Tage vergingen, zäh zwar, aber sie vergingen. Die Linden sahen schon lange nicht mehr bedrohlich aus. Ich wünschte mir nichts sehnlicher als Abwechslung, schöne Klamotten und Make Up, diesen hübschen roten Lippenstift aus meiner Handtasche, die sie mir abgenommen hatten, als ich ankam und eine fette Line dazu. Ich sehnte mich nach körperlicher Nähe und hatte wahnsinnig Lust auf Sex. Ich war schon viel zu lange hier. Ich konnte nur entkommen, indem ich mich zurückzog. Dort, wo ich immer hinging, wenn es zu schlimm wurde. Alles. Zu schlimm. Es war ein dumpfer Ort ohne lästige Gefühle. Er lag ganz tief in mir verborgen.

92 Tage, nachdem ich angekommen war, dachte ich, es sei an der Zeit, den Flur neu abzuschreiten. Ich hatte alle wichtigen Entfernungen in Schritten gemessen. Das gab mir Sicherheit. Zahlen waren messbar. Berechenbar. So anders als Gefühle. Das Entscheidende an der Sache war, die Schritte immer gleich zu machen, um ein verlässliches Maß zu haben.

Ab und zu schritt ich manche Entfernungen erneut ab, wie an diesem Morgen. Ich brauchte das wie die Luft zum Atmen. Schon als Kind musste ich Schritte zählen, von der Haustür bis zum Fahrradständer beim Schulhof, 7356. Vom Eingang unserer Küche bis zum Mamas Drogenbesteck auf dem Wohnzimmertisch, 17.

134 Schritte von meinem Zimmer bis zur Schleuse. Bei Schritt 82 sah ich es in einiger Entfernung vor mir liegen. Stellen Sie sich vor, es lag einfach da. So fremd. Es gehörte dort nicht hin. Ich wollte es haben. Ganz vorsichtig, wie auf Eiern, ging ich weiter. 83. Nur nicht die Schrittlänge verändern! 84. Warum lag es da? 85. Sollte ich es aufheben? Verstohlen sah ich mich um. Niemand zu sehen. 86. Wer hatte es wohl verloren? 87. Es lag am linken Rand des Flurs. Die Wände kamen bedrohlich nah. Ich hatte bereits einkalkuliert, dass ich nach links abschwenken musste, um nahe genug heranzukommen, um es aufheben zu können. Den nächsten Schritt würde ich ein bisschen größer machen und hoffen, am Ende des Flurs bei 134 zu landen. Undenkbar, was passierte, wenn ich nicht bei 134 heraus käme. Nein, das durfte auf gar keinen Fall passieren. Noch einmal sah ich mich um. Nichts. Ich hörte meinen Atem. Er ging schnell. Ich bückte mich schnell, hob es auf. Es fühlte sich kühl an in meiner Hand. Ich ließ es in die  Tasche meines Bademantels gleiten und konzentrierte mich. 88. Ich sah die Schleuse näher kommen. Es war keine Menschenseele zu sehen. Mein Herz pochte wie verrückt. Es fühlte sich heiß an, als hätte es angefangen, in meiner Tasche zu glühen. 89. Wem es wohl gehörte? 90. Ob ich damit telefonieren könnte? 91. Sicherlich wäre es mit einer PIN gesichert. Aber was, wenn nicht? 92. Dann könnte ich ihn anrufen. 93. Schluss jetzt. 94. Er würde kommen und mich rausholen. 95. Er würde mich ficken. 96. 97. 98. Nicht zu schnell gehen. Achte auf die Schrittlänge. 99. 100. 101. So ist es gut. 102. 103. 104. 105. Er würde mir Drogen mitbringen. 106. 107.

»Guten Morgen, Marie.« Ich erschrak fürchterlich. Frau Dr. Meyerhofer war von hinten an mich herangetreten und ich war so in Gedanken, dass ich sie nicht hatte kommen hören. »Guten Morgen«, stammelte ich und versuchte, möglichst normal auszusehen. Das war sicherlich in Anbetracht der Umgebung ein ziemlich hoffnungsloses Unterfangen. Sie ging mit großen Schritten an mir vorbei, ohne mich weiter zu beachten. Die langen, dunklen Haare hatte sie mit einem Klinikkugelschreiber zusammengesteckt. Ich fuhr mir durch meine Haare und wusste nicht, wann ich sie das letzte Mal gewaschen hatte. Wenn er käme, um mich herauszuholen, würde ich mich hübsch machen für ihn. 108. 109. 110. Gleich geschafft. Lieber Gott, lass es 134 sein. Ich hatte eine Gänsehaut und gleichzeitig war meine Haut mit einem Schweißfilm überzogen. Wann war es so warm geworden? Die Wände rückten immer näher an mich heran. 111. 112. 113. Die Schrittlänge. Achte auf die Schrittlänge. 114. 115. 116. Für einen Moment sah es gut aus für mich. 117. 118. 119. Ich wurde schneller. Das durfte ich nicht. Das änderte die Schrittlänge. Konzentriere dich, verdammt! 120. 121. 122. Ich atmete tief ein und aus. Versuchte, der Panik in mir etwas entgegenzusetzen. 123. 124. Ganz ruhig. 125. 126. 127. Ja. Oh Gott. 128. 129. 130. Jetzt nur nicht durchdrehen. Ganz ruhig. Speichel sammelte sich in meinem Mund. Meine Haare klebten an meiner Stirn. 131. Oh ja! 132. Ich bekam kaum noch Luft. 133. Und ja, meine Erlösung. 134. Genau auf dem Strich, der die Haltelinie vor der Schleuse markierte. Danke, lieber Gott!

Ich stand eine Weile dort, bis ich langsam wieder zu Atem kam. Doch statt der üblichen Ruhe, die sich normalerweise nach dem Zählen einstellte, blieb eine latente Unruhe, ein freudiges Prickeln in mir zurück. Es erinnerte mich an Verliebtsein. Schmetterlinge im Bauch. Mittlerweile brannte es regelrecht in meiner Tasche und ich war überrascht, dass mein Bademantel noch nicht lichterloh in Flammen stand. Ich musste mich gedulden. Und mich weiter konzentrieren. Meine nächste Therapiesitzung mit Frau Dr. Meyerhofer stand an. Heute mit Kuli im Haar und der Fähigkeit, mir direkt ins Hirn zu blicken. So fühlte es sich an, wenn die attraktive Mittfünfzigerin, die immer knallbunte, enge Pullover trug und somit Farbe in den tristen Klinikkittelalltag brachte, die Brille abnahm, sanft die Druckstellen auf ihrem Nasenrücken massierte und dabei die Augen für einen Moment fest geschlossen hielt. Wenn sie mich dann ohne Brille ansah, musste ich normal denken. Ich wusste, sie würde sonst nicht aufhören, weiter in mein Innerstes vorzudringen, bis sie etwas entdeckte, das in den Windungen meines Hirns ihre Aufmerksamkeit erregte.

»Wie geht es Ihnen heute?«

»Mir geht es ganz gut.« Was würde ich ihm sagen, wenn ich damit telefonieren konnte?

»Wie ist es mit den Zwängen?«

»Alles im Griff.« Es waren genau 134 gewesen. Ein Glück.

Ich stellte mir vor, wie er käme, um mich hier herauszuholen. Mein starker, wilder Mann. Er würde mir den Kopf an den Haaren zurück reißen, mir seine Zunge in den Hals schieben und sich dann, unweit von hier in dem kleinen Wäldchen direkt im Auto von mir nehmen, was er wollte. Ich würde stöhnen, wenn mir meinen Rock hochschieben und dann brutal in mich eindringen würde. So, dass ich für einen Moment alles vergessen konnte. Wenn mir das Blut an der Unterlippe herunterrann, nur ein kleiner Tropfen, und ich ihn spüren würde, so tief und so unberechenbar, würde ich im Schmerz ein kleines bisschen Frieden finden. Für einen kurzen Augenblick, ein Wimpernschlag vielleicht. Und dann passierte etwas Merkwürdiges. Ich hatte plötzlich den starken Willen, Frieden zu finden. Das Dunkle zu entblößen. Mutig zu sein und stark. Und frei.

Ich blickte sie an und sah, dass sie die Brille abgenommen hatte. Jetzt musste ich aufpassen. Ich bekam furchtbar Angst. Der Mutmoment war verflogen.

Ich sagte: »Ich denke viel an Sex.«

»Wie fühlen Sie sich dabei?«

»Wie fühlen Sie sich denn, wenn Sie an Sex denken?«, fragte ich. »Also, ich werde geil davon.« Ich musste wissen, ob ich damit telefonieren konnte.

»Sie wissen, dass wir Ihnen nur helfen können, wenn Sie absolut ehrlich sind.« Es war eine Feststellung. »Sie neigen dazu, Sex als Übersprungshandlung zu nutzen, um Stress zu minimieren.« Und dann forderte sie mich auf, etwas aus meiner Kindheit zu erzählen. Sie lehnte sich zurück. Ihre schönen Lippen lächelten mich aufmunternd an. Wenn ich ein Kerl gewesen wäre, hätte ich sie gern gefickt. Sicher nahm sie gern große, harte Schwänze in den Mund.

»Meine Mutter war drogenabhängig. Sie starb, als ich 13 war. Sie hat sich den goldenen Schuss verpasst. Mein Bruder und ich haben gesehen, wie sie krepiert ist.«

»Glauben Sie, das ist der Grund, warum sie selber Drogen nehmen?«

»Weiß nicht genau«, sagte ich und es war die Wahrheit. Ich hatte keine Ahnung, ob meine Mutter der Grund war, warum ich selber angefangen hatte mit dem Dreckszeug.

»Werden Sie von ihren Freunden Annie genannt?«

»Wo ist ihr Bruder?«

»Ich weiß es nicht.« Wellen schwappten über mich. Kurz blitzte etwas auf. Und dann war es weg. Alles war so flüchtig. Mut. Bilder. Gefühle.

»Mögen Sie Kinder?« Die Brille hatte sie wieder aufgesetzt.

Ich dachte für einen Moment, ich hätte etwas gehört. Ein armseliges Heulen. Wie das eines Babys, das Hunger hat. Ich lauschte angestrengt. Die heulen ja wirklich ununterbrochen, dachte ich. Die können einen schon richtig wahnsinnig machen. Rasend. Vor. Wut. Mein Kopf tat weh. Die Wände färbten sich rot.

»Beantworten Sie doch bitte meine Frage, Marie.«

»Ich kann nicht«, stöhnte ich. Es war zum Greifen nah. Ich versuchte, mich zu erinnern. Mutig zu sein. Und stark. Stattdessen schwappten rote Wellen über mich hinweg und brachten Stille. Endlich Ruhe, dachte ich. Ich lauschte nochmal und das Heulen war fort. Das machte mich froh.

Nach der Sitzung eilte ich auf mein Zimmer. Es wäre mir beinahe aus der Hand gefallen, als ich versuchte, es mit schweißnassen Händen aus der Tasche des Bademantels heraus zu hangeln. Das Gefühl, es in meiner rechten Hand zu halten, war mir vertraut. Es war ein schönes Gefühl. Es brachte mir Normalität an diesen Ort, der der Normalität nicht hätte ferner sein können. Mit meinem Daumen drückte ich lächelnd auf den Homebutton. Ein Foto erschien auf dem Sperrbildschirm. Mein Hirn brauchte einen Moment, um zu verarbeiten, was meine Augen sahen. Was zum Teufel? Mit einem grellen Schrei schmiss ich es weg. Wie man ein madenübersätes Lebensmittel angeekelt wegwirft. Es landete auf meinem Bett. Ich sah mich um. Ich raufte mir die ungewaschenen Haare und biss mir so heftig auf die Unterlippe, dass ich Blut schmeckte. Ich verstand nicht. Die Panik erfasste meinen gesamten Körper in kurzen heftigen Abständen. Warum zeigte ein fremdes Handy, das ich durch Zufall auf dem Flur einer Irrenanstalt gefunden hatte, ausgerechnet dieses Foto? Als wäre das Handy ein teuflisches Insekt, dass mich jederzeit anspringen könnte, pirschte ich mich heran. Ich beäugte es von allen Seiten. Es war mit der Bildschirmseite auf das Bett gefallen. Vorsichtig drehte ich es um und drückte erneut den Homebutton. Es war nicht irgendein Foto. Es zeigte mich. Ich hatte ein Kleid an. Neben mir stand er. Mein Bruder. Er war der Grund, warum ich hier war. Das größte Stück Scheiße, das die Welt je gesehen hatte. Ich drückte den Home Button erneut. Es ließ sich nicht entsperren und war mit einer PIN gesichert. Verdammte Scheiße. Was, wenn er hier wäre? Was, wenn er käme? Es gab nur eine Antwort. Ich saß in der Falle.

Ich versteckte das Handy unter der Matratze meines Bettes. Denk nach, verdammt! Ich versuchte, die Atemübungen zu machen, die mich beruhigen sollten. Es half nichts. Ich krampfte bereits. Ich fing zu schreien und gleichzeitig im Kopf zu zählen an. Die Tür öffnete sich bei 945. Eine ungerade Zahl. Verstehen Sie? Ungerade. Daraufhin erhöhten Sie die Dosis.

»Erzählen Sie von ihrem Bruder, Marie.«

»Was wollen Sie hören, Frau Doktor?« Ich wusste bereits, dass Verweigerung sie hellhörig machte. Meine Zunge war lahm von den Psychopharmaka. Sie lag in meinem Mund wie ein vollgesogener Schwamm.

»Haben Sie ihn geliebt?«

»Ja.« Ich sah ihn vor mir, den kleinen Jungen mit dem dümmlichen Blick, der tat, was immer ich von ihm verlangte. Er hatte mich sehr gelangweilt.

»Was ist geschehen?«

»Ich weiß es nicht.« Müde, ich war so müde. Alles war aus Watte. Ich musste kichern.

»Glauben Sie, er ist tot?« Oh, sie änderte die Strategie. Ich musste aufpassen.

»Woher soll ich das wissen?«, meine Stimme klang fremd in meinen Ohren. Ich sagte langsam: »Tobi war ein bisschen zurückgeblieben. Mama war schon auf Drogen, als sie mit ihm schwanger war. Als sie gestorben war, kamen wir in eine Pflegefamilie. Ich kümmerte mich um meinen Bruder, so gut es ging, er war ja noch klein. Es ging uns gut dort, sie waren nett zu uns. Als er größer wurde, und immer stärker…«, ich stockte. »Nun ja«, fuhr ich fort, »er wurde körperlich recht schnell zu einem Mann. Bereits mit 12 hat er, also…« Ich brach ab. 12 Linden, dachte ich. Falsch.

Sie sah mich lange an. Die Brille hatte sie aufbehalten.

»Sie nahmen uns mit in den Urlaub.«, fuhr ich nach einer Weile fort. »Es war das erste Mal für uns. Urlaub. Es war schön dort in Spanien. Das Meer, die Sonne, die schroffen Felsen.« Es rauschte in meinem Kopf. Das Foto. Das Kleid. »Eines Tages gingen wir alleine zum Strand. Es war einsam dort. Da passierte es. Tobi, also er…« Ich brach ab. Sie ließ mir Zeit. Ich versuchte, den Kloß in meinem Hals herunter zu schlucken, aber es gelang mir nicht. Ich meinte für einen kurzen Moment, Nivea Creme zu riechen und musste erneut heftig schlucken. »Es hat schrecklich weh getan. Er stöhnte und sabberte und immer wieder rammte er sein Glied in mich hinein. Ich hab versucht, mich zu befreien und mich nach Leibeskräften gewehrt. Aber er war zu stark. Danach hat er mich einfach liegen gelassen. Dann ist er abgehauen. Das war das letzte Mal, dass ich ihn gesehen habe.«

Ich versuchte, das Foto auf dem Handy zu vergessen. Was, wenn er schon ganz nah wäre?

Ich kam nicht zur Ruhe trotz der ganzen legalen Drogen, die sie mir gaben und die ich bereitwillig einnahm. Damit die Panik aufhörte. Das tat sie aber nicht. Sie wurde genährt durch ein dunkles Kapitel in meinem Hirn, einen Teil, den ich längst verbannt hatte. Ich versuchte, mich zu erinnern. Stundenlang zermarterte ich mir das Hirn, bis mir Tränen der Wut über das Gesicht liefen. Ich schaffte es einfach nicht. Frau Dr. Meyerhofer sagte, ich solle mir Zeit lassen. Aber die hatte ich nicht. Nüchtern seit Monaten, mit dem Handy unter meiner Matratze und dem Gefühl, er sei hier, pumpte mein Hirn die Panik durch meine Venen bis in die Haarspitzen.

Genau 4.889 Minuten, nachdem ich das Handy aufgehoben und in der Tasche meines Bademantels versteckt hatte, kam er. Ich war in einen traumlosen Schlaf gefallen und spürte ihn, bevor ich die Augen öffnete. Er saß auf der Bettkante. »Hallo Marie.« Seine Stimme war tiefer, als ich sie in Erinnerung hatte. Er sprach, als hätte er etwas im Mund. Der vollgesogene Schwamm kam mir in den Sinn. Der Mond warf ein hässliches Licht durch das Fenster. Ich hatte den Mond schon immer gehasst. Wahrscheinlich weil er die Nacht heller machte und ihr so die Finsternis nahm, die mich beruhigte. Er sog geräuschvoll seinen Speichel ein. Das schlürfende Geräusch jagte mir eine Gänsehaut über den Rücken. Seine Hände waren riesig und weiß und lagen auf seinen Oberschenkeln. Ich war sicher, er wäre überall weich. Weiches, weißes, widerliches Fleisch. Er trug ein ordentlich gebügeltes Hemd mit der Aufschrift des Hausmeisterdienstes, den die Klinik beauftragt hatte.

»Was willst du hier, Tobi?« Ich erkannte meine Stimme nicht. Ich versuchte, mich aufzurichten. Es gelang mir nicht. Mein Körper war in der Panik gefangen, wie eine Fliege im Netz der Spinne.

»Willst du spielen?«, fragte er und meine Nackenhaare stellten sich auf. Sein Gesicht beugte sich über mich, ganz nah, so dass ich ihn riechen konnte. Er beäugte mich wie ein seltenes Insekt. Er roch nach Zahnpasta und nach Nivea Creme. Ich musste an unsere Mutter denken. Sie hatte unsanft Nivea Creme auf meine aufgerissenen Schamlippen geschmiert, nachdem ihr Freund mich vergewaltigt hatte, als ich 11 war. Sie hatte Tobi Nivea Creme auf die Branntwunden geschmiert, die er sich zugezogen hatte, nachdem ihm unglücklicherweise der Wasserkessel aus der Hand gerutscht war und er sich den kompletten Oberkörper verbrüht hatte. Beide Male hatte sie sich danach einfach wieder hingelegt und weiter geschlafen.

»Hast du das Handy in den Flur gelegt?«

Statt zu antworten, fragte er nur: »Warum?«

Er zog die Nase hoch. Irgendetwas Nasses tropfte auf meine Bettdecke. Plock. Plock. Er heulte. In einem Sekundenbruchteil löste abgrundtiefe Verachtung die Panik ab. Ja, ich verachtete ihn zutiefst. Er hatte immer nur geheult. Und damit hatte er Mama gekriegt. Sie hatte sich viel mehr um ihn gekümmert, als um mich. Ich hasste ihn. Wie gern hätte ich in Mamas Arm gelegen und geschlafen. Ganz nah, geborgen und in Sicherheit. Aber stattdessen musste ich im Arm von Mamas Freund liegen und die Beine breit machen. Hauptsache dem Kleinen ginge es gut. Ihr kleiner, liebster, zuckersüßer Junge. Ich musste würgen und schmeckte Galle. Und dann war Mama verreckt. Sie hatte da gelegen in ihrer eigenen Scheiße.

»Warum, willst du wissen? Weil du ihr Liebling warst. Alles hat sich immer nur um dich gedreht. Ich war ihr nie wichtig. Niemals. Immer nur Du, Du, Du.« Ich brüllte bereits. »Verpiss dich, du Weichei. Sieh zu, dass du hier verschwindest.«

»Von wem redest du?«, fragte er. Ich war völlig außer mir.

»Von Mama!«, schrie ich und meine Stimme überschlug sich dabei.

»Marie«, sagte er und seine Stimme war tränenerstickt, »Mama war drogenabhängig. Sie war krank.« Schlürf.

»Warum wolltest du mich umbringen? Ich hab dir doch nichts getan«, fuhr er fort. Als er das sagte, kamen Bilder in mir hoch, die ich ganz tief vergraben hatte. Bis heute.

»Nein«, schrie ich und warf den Kopf auf meinem Kissen hin und her. »Nein! Geh weg!« Ich kämpfte mit aller Kraft gegen die Bilder an, die in mir hochkamen.

»Du hast mich in die Felsspalte gestoßen.«

»Nein!«, schrie ich.

»Doch, Marie. Und ich will wissen, warum.«

»Warum bist du nicht einfach verreckt, du Stück Scheiße?« brüllte ich ihn an. Und dann schrie ich so laut, wie ich konnte: »Mama wollte dich überhaupt nicht! Du bist schuld, dass sie tot ist. Sie hat immer gesagt, wenn du nicht wärst, würde sie aufhören mit den Drogen. »Aber ich kann doch nicht einfach aufhören, Marie Schätzchen, denn dann hat das Kleine in meinem Bauch Entzugserscheinungen, und das wollen wir doch nicht«, hat sie gesagt. Sonst hätte sie aufgehört. Verdammt. Sie. Hätte. Aufgehört.« Tränen liefen über mein Gesicht. »Ich hab gesehen, wie sie dich zur Welt gebracht hat. Sie hat sich zwischen den Wehen einen Schuss gesetzt. Als dein Kopf zwischen ihren Beinen herausgekommen ist, da hat sie furchtbar gebrüllt. Das werde ich nie vergessen. Du hast ihr weh getan. Ich war völlig hilflos und überall war ihr Blut. Sie hat mich angeschrien, dass ich was tun soll. Aber ich wusste nicht, was. Ich stand einfach da und sie hat mich beschimpft. Und als du draußen warst, gab es nur noch dich.«

Ich hatte versucht, ihn zu erwürgen, aber ich hatte zu früh loslassen müssen, da meine Kräfte mich verließen. Er war schon ganz blau gewesen. Dann wollte ich ihn in der Badewanne ertränken. Er hatte gezappelt und durch die Seife war er so glitschig, dass es mir nicht gelang. Dass ich ihn mit dem Wasserkocher nicht umbringen konnte, war mir klar, aber ich versuchte es trotzdem. Ich genoss den Anblick, wie die Haut große Blasen schlug und er vor Schmerzen flennte. Wieder und wieder hängte er sich an meinen Rockzipfel und hechelte um Liebe. Ich hatte sein Kaninchen vor seinen Augen erwürgt. Es hieß Karlchen. Seine Augen quollen hervor, als es starb. Er hatte die ganze Nacht geheult. Dann war Mama gestorben. Von da an hatte er nur noch mich. In Spanien, in unserem ersten Urlaub mit den Pflegeeltern, hatte ich die abgelegene Felsspalte entdeckt. Ich hatte mit ihm gespielt und dann hatte ich ihm gesagt, er solle die Augen zumachen. Ganz fest zu. Er stand mit dem Rücken zum Abgrund. Diesmal war es ganz leicht. Ich hatte ihn gestoßen. Im Fallen hatte ich noch sein erschrockenes Gesicht gesehen. Er hatte nicht geschrien. Mit einem dumpfen Pock war er zwischen großen Felsbrocken aufgeprallt und seltsam verdreht liegen geblieben. Ganz friedlich sah er aus. Ich war mir sicher gewesen, dass er dort sterben würde. Wenn er sich nicht das Genick gebrochen hatte, würde er verdursten in der prallen Sonne. Ich würde die Stunden zählen bis 101. Dann wäre er ganz sicher tot. Ich richtete mein Sommerkleid, wischte das Sperma von meinen Oberschenkeln und ging lächelnd vor mich hin summend den einsamen Weg zurück zu unserer kleinen Finca. Unter Tränen erzählte ich den Pflegeeltern, mein eigener Bruder hätte mich vergewaltigt und wäre danach abgehauen.

Als ich ihn anblickte, wie jämmerlich er auf meiner Bettkante saß und Erklärungen wollte, die ich ihm nicht geben konnte, glaubte ich für einen kurzen Moment so etwas wie Hass in seinen Zügen zu erkennen. Ich war nie gut gewesen im Gefühle lesen. Er holte aus und schlug mir mit der Faust ins Gesicht. Irgendetwas krachte laut und unschön in meinen Ohren und das Blut füllte meinen Mund.

»Willst du mich umbringen?«, zischte ich und spuckte eine Ladung Blut auf mein Kissen. »Oder willst du mit mir spielen?« Ich versuchte, ihn anzulächeln und stellte fest, dass er mir mindestens 2 Zähne herausgeschlagen hatte. Der körperliche Schmerz tat mir gut.

»Ich habe mir diesen Moment immer und immer wieder vorgestellt.« sagte er leise und ich musste mich konzentrieren, ihn zu verstehen. Der Schwamm schien größer geworden zu sein. In meinem Kopf rauschte es. Ein weißes, raues Rauschen. »Es gab Zeiten, da hat nur der Gedanke mich am Leben gehalten, dich zu finden.« Er schluckte. »Und jetzt liegst du hier. Vor mir. Hilflos. Und kaputt. Und weißt du was?« Er wartete nicht auf eine Antwort. Er fuhr fort: »Du bist es nicht wert. Du bist genauso krank wie unsere Mutter.« Den letzten Satz sagte er sehr klar, als wäre der Schwamm verschwunden. Dann stand er auf. »Schlaf mit mir. Bitte«, flehte ich ihn an. 19. »Spiel mit mir!« Er drehte sich um. 20. 21. 22. »Verdammt. Tobi. Komm und fick mich!«, schrie ich ihn an. Er ging zur Tür. 23. 24. 25. Die Tür fiel ins Schloss. 26. Allein. Mit allen meinen Geistern. 27. 28. 29. Geh weg, Erinnerung! Wurde Frau Dr. Meyerhofer nun Annie genannt? Oder Gretchen? Oder Annegret. Ich hätte gern einen Spitznamen gehabt. Aber ich war immer nur Marie. 30. 32. 33. Ich wusste die Handy PIN. Ganz plötzlich. Tobis Geburtsdatum. Ich war mir  sicher. Zitternd holte ich das Handy unter meiner Matratze hervor. Gab die Zahlen ein. Vertippte mich. Versuchte es nochmal. Und richtig. Das Telefon entsperrte sich. Ich dachte an Freiheit. Ich wählte seine Nummer. Aufgeregt. Er ging nach dem vierten Klingeln ran. Er war high. Ich hörte es daran, wie er sich meldete. Im Hintergrund lachte eine helle Frauenstimme. Ich wollte Sex mit ihm. Wer dort sei, wollte er wissen.

»Marie.«, flüsterte ich. »Hier ist Marie.« Schweigen. Was, verdammt, war los?

»Hey«, flüsterte ich. Ich hörte ihn atmen. Zweimal. Dreimal. In mir so etwas wie Hoffnung. Er sagte noch immer nichts.

»Was ist los, Baby?«

»Sei froh, dass sie dich weggebracht haben, du Drecksfotze!« Wut, Hass, Verachtung, alles auf einmal in seiner Stimme. »Du hast unser Baby getötet. Du elendes Stück Scheiße. Wenn du jemals wieder da raus kommst, dann bring ich dich um!« Ich verstand nicht.

»Tobi war noch so klein. Verdammt, Marie, wie konntest Du das tun?« 99. 100. 101. Verstehen Sie die Ironie? Es endete alles mit 101, als mir klar wurde, dass er nicht kommen würde. Dass es vorbei war. Für immer. Vorbei. Es blieb nichts außer Rauschen. Weisses. Raues. Rauschen.

Ende

13 thoughts on “Brüderlein, komm spiel mit mir!

  1. Hi, Caro,
    heftige Geschichte! Die Kombi – Psychiatrie, Drogen, Zwänge und letztlich Identität geht sehr gut auf; ist ja schon glatt ’ne Psycho-Horror-Geschichte! 😉

    Liebe Grüße und schau (lies) gerne auch bei mir vorbei!

    Tatjana

  2. Ich liebe es, sonntags hier durch unsere Geschichten zu schmökern – und Deine gefällt mir wirklich auch sehr gut. Das Zitat am Anfang hat gleich meine Neugierde geweckt… Richtig spannend und echt einzigartig – ich glaube, da denke ich noch eine ganze Weile drüber nach!!! Mein Herz hast Du bekommen.

    Liebe Grüße und noch einen schönen (Lese-)Sonntag,
    Anna

    P.S.: Vielleicht magst Du ja auch meine Geschichte lesen? „Die Nachtschicht“ 😉

  3. Hallo Carolin,
    es ist mir unbegreiflich, warum Du so wenige Likes hast! Deine Geschichte gehört definitiv zu den besten, die ich hier gelesen habe.
    Die Ausarbeitung des Charakters, die Zwänge, die Zerrissenheit, die Bosheit und schließlich auch die Verletzlichkeit – unfassbar gut!
    Dein Stil, Deine Sprache – Du hast absolut geniale Bilder erzeugt.

    Mir hat die Geschichte unheimlich Spaß gemacht. Schreibst Du schon länger, hast Du schon mehr geschrieben? Ich würde es lesen wollen. Wenn nicht, dann schreibe bitte weiter, Du hast unheimliches Talent.

    Ich weiß nicht, ob Du auf Instagram bist, aber da gibt es den Hashtag #wirschriebenzuhause. Da könntest Du Deine Geschichte etwas bekannter machen. Sie hat es auf jeden Fall verdient!

    LG,
    der schweenie

    P.S. vielleicht hast Du ja Zeit und Lust, auch meine Geschichte zu lesen und ein Feedback da zu lassen…
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/glasauge

    1. Vielen Dank für den motivierenden Kommentar! Ich habe mich sehr gefreut! Gern lese ich deine Geschichte und geb dir ein Feedback dazu.
      Ich glaube, man mag meine Story oder man mag sie eben nicht – es gibt da nichts dazwischen. Und das ist ok so.
      Eigentlich ist Thriller gar nicht mein Genre (ich schreibe Erotische Geschichten und habe mich bei meinem aktuellen Projekt an „Erotic Crime“ gewagt). Mein erster Roman erscheint im
      Januar 2021…
      LG
      Carolin

  4. Wow, was für eine grandiose Geschichte! Seltsam, dass sie bis jetzt so wenige Herzchen bekommen hat, denn sie ist wirklich toll geschrieben und bitterböse, rau, brutal, ehrlich, verwirrend – alles, was man für einen Psycho-Horror-Thriller benötigt! 😃
    Die Zwänge mit den Zahlen und ihren Drogenentzug hast du wunderbar eingefangen. Ich wurde beim Lesen selbst immer hektischer und nervöser. Diese Story ist definitiv nichts für schwache Nerven und hat viel mit dem Thema Identität zu tun. Auch die Parameter hast du sehr interessant eingebaut.
    Mein Like hast du sicher! 😊😉♥️
    Viel Glück für den Wettbewerb! 💪🏼🍀

    Liebe Grüße
    Marlene („Nicht ich“ https://www.wirschreibenzuhause.de/geschichten/nicht-ich)

  5. Hey Carolin,

    deine Geschichte hat mir wahnsinnig gut gefallen!
    Dein Schreibstil ist fesselnd und durch das zwanghafte Zählen von Marie wird die Spannung noch mehr aufgebaut.
    Dieser Psycho-Aspekt ist wirklich Wirklich. Immer wenn man denkt, „Jetzt habe ich den Durchblick!“, kommt wieder etwas, was die komplette Geschichte anders wirken lässt.
    Ich glaube so schnell wie deine habe ich noch keine Geschichte gelesen – regelrecht verschlungen habe ich sie!!
    Einfach großartig.
    Wie du die Gedanken und Gefühle darstellst ist wirklich mega!!
    Der Titel passt wunderbar und ist tatsächlich einer der Besten wie ich finde!
    Dieses Genre ist genau meins und vielleicht kann ich ja auch mal so krass Schreiben wie du … 😍
    Es tut mir wirklich Leid, dass ich dir nur ein Like geben kann, denn am liebsten hätte ich dir 8, 9, 10 … 20 gegeben 😉

    Ich wünsche dir noch ganz viel Glück bei diesem Voting und drücke dir die Daumen, dass noch ein paar mehr Likes dazu kommen, denn verdient hättest du es auf jeden Fall!

    Liebe Grüße
    Sarah

    Falls du möchtest, würde ich mich freuen, auch dein Kommentar zu meiner Kurzgeschichte lesen zu können 😉 (Aber bitte erwarte nicht zu viel 😅😂) https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/unschuldskind

  6. Liebe Caro,

    ich bin durch einen deiner Kommentare auf deine Geschichte aufmerksam geworden, dein Titel hat mich sofort neugierig gemacht. Und ich wurde nicht enttäuscht. Ich bin unglaublich froh, dass ich deine Story gelesen habe. Gleichzeitig finde ich es sehr schade, dass sie so wenig Likes hat, denn sie ist böse, schonungslos, direkt, verstörend und einfach nur verdammt gut 😃

    Die Mischung aus Drogen, Sex, Gewalt, Klinik und Neurose kombiniert mit deinem bildgewaltigen Schreibstil ist genial👍🏻

    Als Marie die Schritte von ihrem Zimmer zur Schleuse zählt, hatte ich Herzrasen und ich wollte immer schneller und schneller lesen. Bei der Zahl 945 musste ich grinsen, denn ich mag ungerade Zahlen auch nicht 🙈

    Ich habe oben gelesen, dass bald dein erster Roman erscheint. Verrätst du uns den Titel? 😊

    Es bleibt noch ein Tag zum Voten – deshalb mach ich auf Instagram bei @wir_schrieben_zuhause noch Werbung für deine Geschichte, in der Hoffnung, dass noch ein paar Likes dazukommen 🙏

    Mein ❤ bekommst du auf jeden Fall, denn deine Geschichte gehört ab sofort zu meinen Favoriten 😃

    Viele liebe Grüße
    Sarah

    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/rache-ist-suess

  7. Hey Carolin!

    Etwas spät bin ich heute auf Deine Kurzgeschichte aufmerksam geworden. Noch 1 Tag länger und ich hätte Deine wirklich tolle Geschichte nicht mehr liken können – Glück gehabt!

    Du hast es toll und packend geschrieben. Die Zwänge waren für mich authentisch, ebenso wie die Assoziationen zu den Bäumen / Ästen, die Gedanken zwischendurch, da hast Du definitiv ein Händchen für!

    Ich wünsche Dir auf jeden Fall noch ein paar Stimmen!
    LG aus Hamburg
    Chris
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/identitaet-6

  8. Moin, Caro, auf den letzten Metern komme ich auch noch zu Dir reingestolplert.
    Fast hätte ich Deine Story nicht gelesen – wie blöd!

    Puuuuhhh, ich muss sagen: Das war anstrengend.
    Die Sprache war so krass (aber dennoch passend), dass ich beim Lesen körperliche Schmerzen gefühlt habe. Solch eine plakative Sprache hatte ich selten. Heftig.
    Aber es passte, es war angemessen, um die Situation und das Setting aufzugreifen, auch, um den Seelenzustand der Protagonistin darzustellen.

    Ja, seltsam, dass ich Dir gerade erst das 17. Like gegeben hab.

    Kollegiale Grüße!
    Kathrin aka Scripturine / https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/die-nacht-in-der-das-fuerchten-wohnt , vielleicht schaffst Du es ja, zurückzulesen 😉

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