Terrorkruemel01Das dunkle Geheimnis

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Die Sonne kitzelte sie aus ihren Schlaf. Sophie hatte, wie so oft vergessen die Gardinen vor dem zu Bett gehen zu schließen. Sie hasste es, wenn sie so von der Sonne geweckt wurde, auch wenn sie die Sonne sonst sehr mochte. Sophie machte dasselbe wie jeden Morgen. Sie drehte der Sonne ganz einfach den Rücken zu, kuschelte sich wieder in ihre Decke und versuchte weiter zu schlafen. Allerdings verlor sie wie immer, auch diesmal den Kampf. Nach langem hin und her drehen gab sie schließlich doch auf und nahm den Tag in Angriff.

Sie schlüpfte in ihre Plüschhausschuhe, zog sich ihren Morgenmantel an und ging erst einmal in die Küche, um sich mithilfe ihrer Milchkaffeemaschine einen schönen Latte Macchiato zu machen. Während sie es sich auf der Couch gemütlich machte und an ihrem Heißgetränk schlürfte, dachte sie daran, dass sie heute eigentlich mal wieder einmal nichts zu tun hatte. Sie war erst kürzlich in die Stadt gezogen und kannte daher auch niemanden. Einen Job hatte sie auch noch nicht, da sie sich zuerst häuslich einrichten wollte. Obwohl sie schon vor einem Monat diese Wohnung bezog, hatte sie einfach keinen Elan die Dinge anzupacken. Eher widerspenstig und ohne große Motivation packte sie nach und nach eine Kiste nach der anderen aus. Weshalb es eben auch eine ganze Weile gedauert hatte bis sie die Nächte in einem gemütlichen Bett verbringen konnte.

Als Sophie endlich auch den letzten Schluck ihrer Tasse geleert hatte, beschloss sie erst einmal das Geschirr zu spülen. Nachdem das erledigt war ging sie ins Bad und begann mit ihrer Morgenroutine – Duschen, Anziehen, Zähne putzen, Haare bürsten. Dabei nahm das Bürsten wie üblich die meiste Zeit in Anspruch. Ihre recht langen, schwarzen, lockigen Haare waren sehr dünn, weshalb sie immer sehr schnell Knoten bekamen. Noch dazu wollten sie niemals so liegen wie es ihr passte.

Nachdem sie letztendlich auch diese Hürde des Tages mit mittelmäßigem Ergebnis überstanden hatte, machte sie sich auf den Weg zur Haustür um die Morgenzeitung rein zu holen. Immerhin musste sie ja irgendwann einmal Fuß fassen in diese, für sie neue, fremde, kleine Welt. Wie könnte das besser klappen, als mit einem Job. Eine Ausbildung hatte sie zwar nie absolviert, allerdings gab es ja auch genügend Jobs in denen man nicht zwangsläufig eine Ausbildung brauchte. Arbeiten konnte sie ja immerhin und alles darin wissenswerte könne sie ja auch genauso gut während der Arbeit lernen. Am besten lernt man, wenn man es selber macht, oder etwa nicht?

Als sie endlich die Haustür öffnete, sah sie erst einmal in die noch menschenleere Straße, welche sie jetzt „Ihr Zuhause“ nannte. Die Luisenstraße war mit einer schönen Baumreihe am Straßenrand geschmückt, was auf seine eigene Art sehr edel wirkte. Die Reihenhäuser hatten alle ihren ganz eigenen Stil, so dass es nicht langweilig aussah, eher schon wie ein kleines Kunstwerk. Da sie die Wohnung außer zum Einkaufen noch nicht wirklich verlassen hatte, kannte sie auch noch keinen ihrer Nachbarn. Hin und wieder hat sie ein Kinderlachen gehört, und beim Vorbeifahren in den Hinterhöfen mal eine Schaukel oder ein Klettergerüst gesehen. Aber diese waren immer leer. Naja, anders als sie gingen die Leute auch sicherlich Arbeiten und die Kinder in die Schule. Daher fand sie es auch nicht ungewöhnlich, dass sie die Nachbarn nicht sehr oft gesehen hatte.

Auf dem Weg zum Briefkasten wehte ein angenehmer leichter Frühlingswind. Sie nahm ihre Zeitung und die übrige Post aus dem Briefkasten und ging gemütlich zurück ins Haus. Dort setzte sie sich an den Wohnzimmertisch, breitete alles darauf aus uns sortiere die Papierstücke nach Briefe, Werbung und ihrer Zeitung, was der Hauptgrund für den Ausflug vor die Tür war. Sie durchsuchte die Zeitung nach den Jobangeboten. Als die fündig wurde, schrieb sie sich ein paar Adressen heraus bei denen sie später vorbei schauen wollte.

Nachdem sie damit durch war, machte sie sich langsam über den Stapel Briefe her. Nichts Besonderes. Stromrechnungen, Versicherung, und der normale übliche Kram. Ganz unten allerdings, lag ein brauner großer Briefumschlag, welcher sich von den anderen abhebt, was allerdings nicht an der Farbe lag. Der Brief war weder mit einer Briefmarke noch mit einem Absender versehen. Demnach musste ihr der Brief persönlich in den Briefkasten gesteckt worden sein. Aber wer sollte das getan haben? Abgesehen von dem fehlenden Absender und der Briefmarke, war seine Oberfläche gewölbt. Irgendetwas großes musste darin verborgen sein. In der Hoffnung, das Geheimnis lüften zu können, machte sie das was jeder andere auch getan hätte. Sie nahm sich einen Brieföffner und machte den Brief ganz einfach auf. Sie schüttelte mit leichten Bewegungen den recht schweren Inhalt des Briefes auf den Tisch. Was da zum Vorschein kam verwirrte sie allerdings noch mehr. Auf dem Tisch lag ein… Handy? Wer sollte ihr denn ein Handy in den Briefkasten stecken und vor allem aus welchem Grund? Sie nahm es in die Hand und versuchte sich einen Reim darauf zu machen. Viel Zeit verschwendete sie allerdings nicht darauf. Sie sah auf die Uhr, es war mittlerweile fast 9 gewesen. Sie ließ das Handy einfach auf den Tisch liegen, zog sich schnell Schuhe und Jacke an, schnappte sich den Zettel mit den Adressen der möglichen neuen Arbeitsplätze und machte sich schnell auf den Weg. Sich irgendwo persönlich vorzustellen hatte wenig Sinn, wenn man erst irgendwann Nachmittag dort auftauchte. Den besten Eindruck hinterließ eine offensichtliche Langschläferin, die dies wichtiger findet als sich rechtzeitig aus dem Haus zu begeben um einen möglichen Job zu finden, sicher nicht.

Kurz vor 12 Uhr kam sie völlig fertig wieder zuhause an. Oft wurde sie abgewiesen, weil sie nicht über das nötige Wissen verfügt, nur weil sie keine Ausbildung vorzuweisen hatte. Als ob man ohne Ausbildung oder Abi nichts wert ist. Etwas Gutes hatte dieser recht demütigende Ausflug allerdings doch gehabt. Morgen darf sie mit einem fertigen Lebenslauf noch einmal in einer Tankstelle vorbeischauen. Es ist zwar nicht der Traumjob den sie sich erhoffte, aber es war ein Anfang und so konnte man ja auch am besten die Leute der Stadt kennen lernen. Und eine zweite gute Sache gab es da auch noch. Sie hatte ihren alten Schulfreund Spencer getroffen. Genauer gesagt war er nicht nur ein Schulfreund gewesen. Er war ihre erste große Liebe und sie waren auch ein Paar gewesen. Leider ist seine Familie weggezogen. Da es damals noch keine „Social Media“ oder „Whatsapp“ gab, brach der Kontakt leider sehr schnell ab.

Spencer sah sie, als sie sich gerade in einem kleinen Kaffee mit einem Stück Kuchen eine Pause gönnte. Als er sie erkannte, leistete er ihr natürlich gleich Gesellschaft. Sie unterhielten sich sehr lange, das letzte Mal als sie sich gesehen haben ist auch schon ewig her. Sie tauschten sogleich die Nummern für ein zweites treffen, wo er ihr die Stadt etwas zeigen wollte, wo er ja nun wusste das sie erst neu zugezogen war.

Mit leichter Freude über den relativ positiven Verlauf des Tages, ging sie in die Küche und machte sich etwas zum Mittag fertig. Sie wollte sich gerade in die Stube setzen und ihr Essen bei einer schönen Serie genießen, als ihr der braune Briefumschlag mit dem Handy daneben wieder ins Auge fiel. Sie schob es zur Seite und aß erst einmal ihre Mahlzeit.

Irgendwann fiel ihr Blick immer öfter auf das Handy. Warum wurde es überhaupt in den Umschlag gepackt und nicht einfach lose in den Briefkasten geschmissen? Irgendwie ergab das alles keinen Sinn. Als ihre Neugier zu groß wurde, entschied sie sich das Handy doch mal genauer anzusehen. Ein gewöhnliches Smartphone. Guter Zustand. Soweit sie sich auskannte nicht gerade das neuste Model, was ihre Vermutung mit dem Kind, welches ein neues Handy haben möchte bestätigte. Mehr durch Zufall drückte sie auf einen der seitlichen Knöpfe und war doch sehr verwundert, dass das Handy an ging. Es war nicht einmal komplett ausgeschaltet, sondern lediglich im Stand By Modus. Wie sie feststellte war es nicht einmal mit einem Passwort oder ähnlichem gesichert gewesen.. Sie konnte direkt auf das Smartphone zugreifen. Allerdings war in dem Handy keine Sim-Karte eingelegt, was ihr der große Schriftzug auf dem Sperrbildschirm verraten hatte. Sie entsperrte das Handy, indem sie einfach mit dem Finger von der Mitte zur Seite wischte. Nachdem sie das tat, wurde sie von zwei,ihr fremden Personen angelächelt. Wie es aussah ein Pärchen, und in freudiger Erwartung eines Kindes, was auch aufgefallen wäre, wenn die Frau kein Ultraschallbild in der Hand gehalten hätte. Lange schaute sie sich das Bild allerdings nicht an. Viel mehr packte sie die Neugier, ob sie noch etwas auf dem Handy finden würde. Vielleicht eine Erklärung warum es bei ihr gelandet ist.

Sie schaute sich zuerst einmal die Kontaktliste an. Bis auf diese Standardnummern wie die Kontoansage und Horoskop abfragen, waren keine weiteren Nummern gespeichert. Wer würde auch ein Handy volle Privater Daten einfach in den Briefkasten eines fremdes werfen. Damit hätte sie eigentlich rechnen müssen. Da es noch sehr gut funktionierte, und auch sonst keine Fehler zu haben schien, dachte sie sogar kurz darüber nach, es selber zu benutzen. Ihr eigenes Handy war noch ein altmodisches Tastenhandy. Sie dachte nie daran sich ein neues zuzulegen. Aber wenn man schon mal ein Handy gratis ins Haus geliefert bekommt, ist es wohl nicht verwerflich mal einen kurzen Gedanken in diese Richtung zu verlieren. Etwas unheimlich war es ihr allerdings doch.

Da nichts aufregendes auf dem Handy zu finden war, verlor sie dann doch recht schnell die Interesse an dem Mobiltelefon. In Gedanken versunken sah sich sich abermals das Hintergrundbild an. Plötzlich fiel ihr etwas an diesem Bild auf. Um sich das Bild genauer ansehen zu könne, suchte sie die Galerie danach ab. Da das Handy ansonsten vollkommen leer war, musste sie nicht lange danach suchen. Sie öffnete das Bild und starrte gebannt darauf. Nein… das konnte nicht sein. Das würde doch überhaupt keinen Sinn ergeben. Sie vergrößerte die Dame auf dem Display, indem sie zwei Finger auf das Handy legte und diese voneinander wegbewegte. Es war total surreal. Die Dame auf dem Bild….das war…. sie selbst! Sie konnte ihren Augen kaum glauben. Sie hatte es nicht sofort erkannt, da die Frau auf dem Bild blonde Haare trug und geschminkt war. Wahrscheinlich wurde dieses Bild professionell gemacht. Aber bei näherem Betrachten, war das eindeutig sie, mit einem breitem Grinsen neben einem ihr völlig unbekannten Mann. Aber wie konnte das sein? Noch dazu das sie auf dem Bild Schwanger war. Sie selber hatte keine Kinder oder einen Partner. Also wie konnte das sein? Kann man mithilfe eines Programms ein so real wirkendes Bild erstellen? Aber wer sollte das getan haben? Ihr wurde ganz schlecht. Ihr wurde heiß und kalt. Sie fühlte sich beobachtet, sie wurde Paranoid. Sie war einfach völlig überwältigt, wusste nicht damit umzugehen. Sie legte das Handy wie in Trance auf den Tisch, ging ins Bad und stellte sich unter die Dusche, in der Hoffnung wieder normal denken zu können. Als sie regungslos ein paar Minuten unter dem Duschkopf stand, während ihr das kalte Wasser ins Gesicht spritze bemerkte sie, dass sie sich nicht einmal ausgezogen hatte, sondern mitsamt ihren Klamotten unter die Dusche gestiegen war. Sie ging tropfnass zurück in Richtung Stube, um sich zu vergewissern, dass das Handy noch auf dem Tisch lag.

Während sie vom Flur aus weiterhin wie in Schockstarre auf das fremde Handy blickt, vibrierte ihr eigenes, welches ebenfalls auf dem Wohnzimmertisch lag. Spencer hatte ihr geschrieben, fragte nach einer abendlichen Stadtführung. Sie musste nicht lange überlegen wie sie auf diese Nachricht reagierte. In diesem Moment war alles besser als in dieser Wohnung zu sein, zusammen mit diesem mysteriösen Handy. Auch wenn es nur ein Gerät war, hatte sie so etwas wie Angst in seiner Gegenwart. Sie zog sich schnell die nassen Klamotten aus, nahm sich ein schwarzes Baumwollkleid mit hautfarbener Leggins, dazu die passenden Stiefeletten, schnappte sich ihre Handtasche und verließ eilig das Haus.

Als Sophie wieder zuhause eintraf, war es schon fast Mitternacht. Ihr Plan hatte funktioniert, Sie hatte keine Minute mehr an das Handy gedacht. Vielleicht lag es auch etwas an der großen Menge Alkohol, die sie zusammen mit Spencer vernichtet hatte. Was es auch war, es hatte geholfen. Sie legte sich nur noch eilig ins Bett. Für das anziehen ihres Nachthemdes war sie allerdings zu beschwipst.

Der nächste Morgen war zunächst wie alle anderen auch. Sie bemerkte zwar das Handy auf dem Wohnzimmertisch, aber die anfängliche Panik vom Vorabend war verflogen. Es war für sie nur ein harmloser Streich, auch wenn sie ihn sich nicht wirklich erklären konnte. Jetzt hatte sie aber auch keine Zeit groß darüber nachzudenken, sie musste schließlich zu ihrem Bewerbungsgespräch. Durch das nächtliche Treffen mit Spencer hatte sie ganz vergessen den Lebenslauf vorzubereiten. Ein Glück das sie noch ein altes Exemplar auf ihren Computer hatte. Lediglich ein paar Kleinigkeiten musste sie noch ändern und schon war sie fertig. Gerade noch rechtzeitig um pünktlich bei der Tankstelle einzutreffen.

Das Gespräch dauerte nicht sehr lange. Sie hatte den Job bekommen, besser konnte der Tag doch gar nicht beginnen. Freudig fuhr sie nach Hause und schrieb Spencer die tollen Neuigkeiten. Nach einem Treffen waren sie zwar nicht gleich wieder dicke Freunde, aber sie konnte einen gebrauchen und da bot sich das nun einmal an. Spencer selber schien die Tatsache auch nicht zu stören. Er schlug direkt ein treffen vor, um auf ihren neuen Job anzustoßen. Sophie allerdings lehnte das treffen ab. Sie musste erst einmal ihr Geschirr und die Kleidung vom Vorabend beseitigen.

Als sie den Brief in dem das Handy lag anhob bemerkte sie, dass das Handy nicht das einzige war was ihr geschickt wurde. Ein Zettel war aus dem Umschlag gerutscht. Warum hatte sie nicht gleich nachgesehen ob sich noch etwas in dem Brief befand, als sie ihn bekommen hat? Wahrscheinlich hätte sie es sowieso nicht bemerkt, da der Zettel dieselbe braune Farbe aufwies wie der Umschlag selbst. Mit leicht zitternden Händen griff sie nach dem Zettel, drehte ihn um, und hielt kurz den Atem an.

Ich kenne dein dunkles Geheimnis!

Was sollte das bedeuten? Welches dunkele Geheimnis denn? Wovon redete die Person? Sie konnte sich keinen Reim darauf bilden, aber eines war jetzt sicher klar, dies war kein harmloser Streich. Da steckte definitiv mehr dahinter. Nur wusste sie nicht was.

Sie setzte sich auf die Couch, das Handy auf der linken, der Zettel auf der rechten Tischhälfte. Sie kam zu dem Entschluss das sie sich jemanden anvertrauen musste. Viel Auswahl dafür hatte sie nicht. Also tat sie das einzige was ihr möglich war. Kurzerhand änderte Sie ihre Meinung zu dem Treffen, schrieb Spencer ihre Adresse und wartete auf sein eintreffen.

Als es an der Tür klingelte, erschrak sie zunächst. Sie war jetzt schon leicht Paranoid geworden und hatte einen Moment gebraucht um sich zu erinnern, dass sie Spencer erwartete. Sie sprintete zur Tür, versicherte sich, das wirklich Spencer derjenige war der die Klingel betätigte und öffnete ihm dann schließlich die Tür. Kaum das er die Wohnung betreten hatte, umarmte sie ihn. Noch im selben Augenblick merkte sie wie merkwürdig das war und wie unwohl sich Spencer dabei wohl fühlen musste, aber sie brauchte diese kurzen Sekunden der Geborgenheit. Dieses Gefühl, nicht alleine zu sein. Er selber schien auch nichts dagegen zu haben, auf jeden Fall wehrte er sich nicht. Im Gegenteil, er erwiderte ihre Umarmung. Vielleicht auch nur deshalb, weil er sonst nicht wusste wie er sich verhalten sollte, aber das war ihr nur recht. Während sie ihre Umarmung langsam löste, schaute Spencer sie verwirrt an und fragte was denn los sei. Sie bat ihn in die Stube, beide setzten sich auf die Couch und sie übergab ihm den Umschlag. Als er sie weiter verwirrt anschaute, verkündete sie ihm nur, das sie ihn so in ihrem Briefkasten vorgefunden hatte. Er merkte das sie bei der Übergabe leicht zitterte, stellte deshalb keine weiteren Fragen und inspizierte wie sie zuvor auch, den Brief samt Inhalt. Als er damit fertig war legte er den Umschlag wortlos auf den Tisch. Seinem Blick nach zu urteilen glaubte er nicht an einen harmlosen Streich. Für ihn war sie Sache eindeutig ernst. Das wichtigste an der Sache, sie wusste das er sie nicht für verrückt hielt und ihr beistehen würde. Nach einer Weile des Schweigens sagte er, den Blick auf dem Umschlag gerichtet, einfach nur „Wow.“. „Wow? Was willst du mir damit sagen? Ich breche hier in Panik aus und alles was dir dazu einfällt ist: Wow?“. Sie meinte diese Aussage keineswegs böse und sie sah Spencer an, dass er das auch wusste. „Ja, ich weiß auch nicht. Hört sich für mich fast nach einer Drohung an. Vielleicht solltest du damit zur Polizei gehen und dort um Rat fragen.“. Sie allerdings lehnte diesen Vorschlag sofort ab. Sie wusste zwar nicht was für Geheimnis diese Person meinen könnte, aber für sie war klar das es nichts Gutes sein konnte. Warum sollte jemand so einen Aufwand machen, weil sie in einem fremden Garten Blumen gepflückt hatte. Nein, es musste mehr dahinterstecken und sie musste heraus finden was. Sie wusste nur noch nicht genau wie.

Der Wecker klingelte morgens um 4. Zuerst erschrak sie, als sie merkte das sie nicht alleine im Bett lag. Aber ihr fiel sofort ein das Spencer über Nacht geblieben war. Als sie ihm letzten Abend gezeigt hatte was ihr geschickt wurde, uns sie beide die halbe Nacht darüber gesprochen hatten, was das wohl bedeuten mag und wie unwohl sie sich fühlte, entschieden sie sich beide dafür, dass er lieber über Nacht bleibt. Er wollte zwar auf der Couch übernachten, aber sie hatte immer noch so große Angst, gerade nachdem man so lange über das Thema gesprochen hatte, das sie ihn bat sich mit ins Bett zu legen. Natürlich frei von Hintergedanken. Sie wollte einfach nur nicht alleine sein.

So sicher sie sich auch neben ihm fühlte, musste sie seine Nähe leider verlassen. Sie hatte ihren ersten Arbeitstag. Nachdem sie Spencer weckte, und nach einem schönen Frühstück zum Aufbruch bereit waren, brachte sie Spencer nach Hause, da die Wohnung sowieso auf ihrem Weg lag und fuhr im Anschluss weiter zur Arbeit.

Sie hatte eine nette Kollegin die ihr alles Wichtige zeigte und auch alles sehr gut erklärte. Sophie hatte keine Probleme sich den Aufgaben zu stellen. Es fiel ihr sogar überraschend leicht. Ja, es machte ihr sogar ein wenig Spaß. Eine super Ablenkung war es ebenfalls. Als sich ihre Schicht dem Ende näherte, ging sie zur Umkleidekabine um ihre Tasche und ihre Jacke zu holen. Sie merkte direkt den kühlen Luftzug und ging als erstes zum Fenster um es zu schließen. Sie schmiss sich die Jacke über die Schulter, schlüpfte in die Ärmel und begann in den Taschen nach ihrem Autoschlüssel zu suchen. Neben dem Autoschlüssel fand sie allerdings noch etwas. Sie zog das Stück Papier was sie fühlte aus der Tasche, blickte darauf und erschrak. Es war ein Briefumschlag. Ein kleiner brauner Briefumschlag. Ohne Absender, ohne Briefmarke. Konnte das sein? Hastig öffnete sie den Brief und musste einen kleinen Schrei unterdrücken. Offenbar gelang es ihr nicht so gut wie erhofft, denn ihre neue Arbeitskollegin meldete sich zu Wort: „Alles Ok?“. „Ja, alles gut.“, erwiderte sie mit leicht zittriger Stimme. „Ich dachte nur ich hätte eine Maus gesehen, aber es war mein eigener Schatten.“ Sie versuchte ein leichten lachen hervorzubringen. Wer sie kannte wusste, dass dieses merkwürdige Geräusch das sie hervorbrachte definitiv kein Lachen war, aber es reichte um die Kollegin zu überzeugen. Schnell verabschiedete sie sich ging hastig zu ihrem Auto, öffnete die Tür, setzte sich hinein und raste mehr als das sie fuhr vom Parkplatz. Während der ganzen Fahrt nach Hause, war sie so angespannt, das sie nicht einmal den Verkehr richtig wahrgenommen hatte. Auch als sie zuhause ankam, saß sie ein paar Minuten reglos wie eine Puppe am Steuer. Dann atmete sie tief durch, schnallte sich ab, nahm ihre Tasche, in dem sie zuvor den Brief gestopft hatte vom Beifahrersitz und ging langsam in ihre Wohnung, immer noch von Angst gelähmt. Sie setzte sich auf die Couch, legte den Brief auf den Tisch und schrieb Spencer abwesend eine Nachricht.

Als es abends an der Tür klingelte, saß sie immer noch in derselben Haltung auf der Couch. Sie ging zur Tür, öffnete sie und fiel Spencer sofort schluchzend in die Arme. In erster Linie aus purer Erleichterung. Spencer war sichtlich überfordert. Außer ihrer Nachricht „Bitte komm nach der Arbeit zu mir“, wusste er nicht was los war. Als sich Sophie langsam wieder beruhigte, führte sie ihn abermals ins Wohnzimmer. Wieder setzten sie sich auf die Couch und sie überreichte ihm zitternd den zweiten Umschlag. „Du hast schon wieder einen bekommen?“ Fragte er verwundert. Sie nickte nur. Nach einem kurzem schweigen sagte sie leise: „der Brief war plötzlich in meiner Jackentasche. Ich denke die Person kam über das Fenster in die Umkleidekabine. Diese Person… sie weiß wo ich arbeite…“. Jetzt wurde auch Spencer leicht nervös. Der erste Brief hätte vielleicht wirklich auch nur ein übler Streich sein können, aber jetzt war die Sache klar, dass jemand Sophie verfolgte.

Langsam öffnete er den Brief, nahm den Zettel heraus und las ihn still für sich:

Du kannst dich nicht verstecken!

Die Vergangenheit holt dich ein!

In diesem Moment war Spencer wahrscheinlich verwirrter als Sophie selber. Was war in ihrer Vergangenheit gewesen? Was für ein Mensch saß ihm gegenüber? Er kannte Sophie ja eigentlich nicht mal mehr. Sie sah sofort die Verwirrung in seinen Augen. Sie konnte sich denken was er jetzt wohl von ihr dachte und dieser Blick bestätigte sie nur in ihrer Vermutung. Sie starrte Spencer an, wartete darauf das er irgendetwas sagte. Sie sah regelrecht die Angst in seinen Augen. Allerdings war es nicht die Angst die sie selber hegte. Nein, es war Angst…vor ihr. Das schlimmste an der Sache war, dass sie nichts sagen konnte, was ihm die Angst hätte nehmen können. Sie wusste ja selber nicht was los war.

Spencer?“, fragte sie,„ist alles in Ordnung?“. Spencer schien langsam wieder zu sich zu kommen, in welcher Gedankenwelt er auch immer verschwunden war. „Ja, klar. Es ist alles gut. Aber was hat das hier zu bedeuten? Was ist denn in deiner Vergangenheit passiert?“. Sie konnte auf diese Frage nicht antworten. Nachdem sie nichts sagte, löcherte er sie weiter mit Fragen.

Du sagtest das du erst vor kurzem hier hergezogen bist, richtig?“

Richtig.“

Wieso bist du umgezogen?“

Ich weiß es nicht.“

Wieso bist du in diese Stadt gezogen?“

Ich weiß es nicht.“

Sie war selber etwas über ihre Antworten verwundert. Wie konnte sie so etwas nicht wissen? Auch Spencer sah sie an, als würde er ihr kein Wort glauben. Sie konnte es ihm nicht mal verübeln, sie konnte nur versuchen alles aufzuklären. Aber wie, wenn sie scheinbar selber nichts über sich wusste?

Also, ich weiß ja nicht was für ein Spiel du hier spielst, aber bitte suche dir jemand anderes dafür! Ich habe mir wirklich Sorgen um dich gemacht und was machst du? Was willst du denn mit diesem Spiel erreichen?“ Er wollte gerade aufstehen und gehen, da packte Sie seinen Arm. „Warte, ich weiß nicht was hier los ist. Wirklich nicht! Und ich habe wirklich Angst, bitte bleib hier!“ Sie hatte sogar Tränen in den Augen. Sie hatte panische Angst allein zu sein – in dieser Situation. Spencer aber dachte gar nicht daran zu bleiben. Er fühlte sich einfach nur in seiner Gutmütigkeit Missbraucht. Er wollte nur noch weg von hier. Nachdem er sie angehört hatte, schüttelte er nur den Kopf, nahm seine Jacke und ging Richtung Tür. Genau in diesem Moment packte Sophie plötzlich die kalte Wut. Sie nahm Blitzschnell die Schüssel in der sie sonst immer ihren Wohnungsschlüssel aufbewahrte und schlug damit auf den Schädel von Spencer ein. Mit einem lauten klirren zerbrach die Schüssel und Spencer ging in die Knie. Mit einer Hand auf seiner Wunde am Kopf, und leicht verwirrt drehte er sich aus seiner liegenden Position langsam zu Sophie um. Was er da sah, ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren. Was er sah war blinder Hass. Sophie hatte nicht die Absicht zu warten bis Spencer wieder ganz bei Sinnen war. Stattdessen nahm sie den Regenschirm, der neben der Tür stand, drehte ihn so herum das der Griff von ihr weg zeigte und prügelte damit hemmungslos auf ihn ein. Spencer nahm schützend die Arme vor seinem Körper. Anfangs half dies auch noch. Doch je öfter Sophie zuschlug, desto wütender wurde sie. Sie schlug immer härter zu. Plötzlich fing sie dabei an zu schreien „Du verlässt mich nicht! Du verlässt mich nicht!“. Spencer suchte einen weg sich von ihren Schlägen zu entfernen, sich irgendwie wegzurollen. Etwas zu finden, was er als Schutz nehmen konnte. Aus voller Panik und Verzweiflung schrie er irgendwann nur noch „Ich verlasse dich nicht!“. In diesem Moment hielt Sophie kurz inne und sah ihn mit leeren Augen an.

Was hast du gesagt?“

Ich werde dich nicht verlassen..“, brachte Spencer keuchend unter seinen Wunden hervor. Was war nur so plötzlich geschehen? Eben stand da noch eine angsterfüllte, zierliche Dame vor ihm und jetzt, jetzt steht ein Monster vor ihm. Sophie schien eine Spur von Erleichterung bei sich zu tragen, als sie sich langsam zu ihm Kniete. Sie nahm Spencer in den Arm, wie man ein kleines Kind tröstet, welches gerade einen Alptraum hatte. Sie streichelte ihm übers Haar und drückte ihn fester an sich. Spencer stöhnte auf vor Schmerzen. Durch die Schläge hatte sie ihm offensichtlich den Arm gebrochen. Zumindest konnte er auch nichts tun um sich von ihr loszureißen. Sein Plan war es, abzuwarten bis sie sich beruhigte und womöglich ihren Griff lockerte. Noch bevor er seine Gedanken zu Ende denken konnte, fing Sophie plötzlich an zu leise vor sich hin zu flüstern. „Nein, du verlässt mich nicht. Diesmal verlässt du mich nicht. Ich lasse nicht zu das du mich noch einmal verlässt. Niemals mehr werde ich alleine sein.“ Als sie so zu sich selber sprach, bemerkte sie irgendwann wohl doch wieder. dass sie nicht alleine war. Sie sah Spencer an und flüstere weiter in ihrem Wahn: „Ich weiß was du wirklich denkst. Ihr denkt nämlich alle das gleiche. Ihr sagt immer das ihr bleibt, aber das tut ihr nie. Ihr lügt. Alle lügt ihr nur! Aber diesmal nicht. Diesmal werde ich es nicht zulassen das du mich verlässt. Diesmal nicht. Diesmal nicht…“ Sie wiederholte den letzten Satz immer wieder, wurde dabei immer lauter. Spencer war so verwirrt und zugleich überfordert, das er nicht merkte wie Sophie während ihrer Ansprache langsam wieder zum Regenschirm griff. Erst als sie langsam wieder aufstand und den Schirm über ihren Kopf hob, wusste er was gleich passieren würde. Noch bevor er irgendwie reagieren konnte sauste der Schirm mit der Zwinge voran direkt auf ihn herunter. Er spürte einen stechenden Schmerz und dann wurde alles schwarz…

Als er wieder zu sich kam. Lag er alleine in einem weiß gestrichenen Raum. Er sah sich langsam um. Sein Kopf fühlte sich an wie Beton. Er sah zu seinen Arm, der ihm bei der Umarmung von Sophie so schmerzte. Er war eingegipst. In seiner anderen Hand steckte eine Kanüle. Da wurde ihm bewusst wo er sich befindet. Er liegt in einem Krankenhaus. Oder in etwas was diesem stark ähnelte. Als er sich etwas an den Gedanken gewöhnt hatte und ruhiger wurde, hörte er plötzlich Schreie aus dem Nebenzimmer. Sein Puls schlug sofort wieder höher. Er richtete sich sofort in seinem Bett auf, dabei dachte er, dass sein Kopf explodieren würde. Genau in diesem Moment ging die Zimmertür auf und ein Herr in Begleitung einer Dame betraten den Raum. Anhand ihrer weißen Kleidung ging er davon aus das es sich um Ärzte handelte. Doch bevor er irgendetwas sagen konnte, begann der Mann in weiß zu sprechen: „Ah, sie sind wach. Es tut uns so leid was ihnen widerfahren ist. Wir dachten wirklich unsere Behandlung schlägt an. Leider war dies offensichtlich ein Irrglaube.“. Spencer unterbrach den Redefluss des Mannes: „Sekunde! Was ist hier überhaupt los? Was für eine Behandlung? Und wo bin ich hier überhaupt?“ Ein weiterer Schrei ertönte. Die beiden Ärzte sahen sich nur an und fingen an zu grinsen. „Das war Monika.“, sagte die Dame. Sie hat ihnen das Leben gerettet. Sie hatten großes Glück.“ Bevor Spencer etwas erwidern konnte, sprach die Frau direkt weiter, „Wir mussten auch sie leider wieder herbringen. Immerhin ist sie trotz allem Schuld an dem Ganzen.“ Spencer konnte nicht mehr an sich halten „STOPP!! Was ist hier los? Sagen sie mir auf der Stelle was hier los ist! Und zwar so das ich es auch verstehe! Was für eine Behandlung und wer verflucht ist Monika?“. Die beiden Ärzte seufzend und fingen abwechselnd an zu erzählen: „Sophie ist nicht die Frau für die sie sie halten. Sie ist nicht aus Zufall in ihre Stadt gezogen. Wir wussten das sie in dieser Stadt lebten und wir wissen auch, dass sie und Sophie einst ein Paar waren. Daher war dies der perfekte Ort um sie zu Beobachten und zu sehen wie gut unsere Behandlung anschlägt. Leider ohne sehr großen Erfolg wie sich am Ende herausstellte. Sophie war krankhaft Eifersüchtig. Sie kennen sicher das Bild. Von Sophie und ihrem Mann. Das auf dem sie Schwanger ist?“ Spencer nickte langsam. „Nun ja, Sophie dachte irgendwann das ihr Mann ihr fremd gehen würde. Keiner weiß so genau wie diese Psychose entstand. Vielleicht eine Art Überreaktion der Nerven, gemischt mit Angst alleine mit einem Baby da zu stehen. Auf jeden Fall wurde Sophie mit jedem Tag misstrauischer. Philipp, ihr Mann, dachte sogar darüber nach sie einweisen zu lassen. Er sprach mit seiner alten Schulfreundin über die Probleme die es mit Sophie gab. Diese Schulfreundin ist Monika. Sophie war zu derzeit schon so paranoid, dass sie ihm gefolgt war. Als sie die beiden zusammen sah, bestätigte das ihren falschen Verdacht und sie tickte plötzlich komplett aus. Sie ging zurück nach Hause, wartete dort auf ihn, und brachte ihn dann brutal um. Dadurch begann das Baby an zu schreien, welches sie im Affekt direkt mit getötet hatte. Die Einzelheiten ersparen wir ihnen lieber. Nach ihrer Tat dachte Sophie nicht mal daran zu flüchten. Sie war offenbar in einer Psychose gefangen, saß nur in einer Ecke und sprach immer dieselben Worte: „Nie wieder“. Wir ließen sie einweisen und versuchten bei ihr eine neue Therapie. Mithilfe gezielt eingesetzter Elektroschocks und Medikamente, wollten wir ihren Charakter sozusagen korrigieren. Deswegen kann sie sich auch nicht an ihre schreckliche Tat erinnern, oder wie und warum sie in diese Stadt kam. Wir haben diese Erinnerung aus ihrem Gedächtnis gelöscht. Und es schien auch alles wunderbar zu klappen. Allerdings wollte das Monika nicht zulassen. Sie selbst war nämlich jahrelang heimlich in Philipp verliebt und war mit unserer Einweisung nie einverstanden. Sie wollte das Sophie leidet, wollte sie an die Vergangenheit erinnern, weil sie wusste, dass Sophie trotz ihrer Taten nicht mit dem Gedanken ihre Familie getötet zu haben leben konnte. Sie fing an Sophie zu stalken und schaffte es offensichtlich auch, dass ihre alten Ängste wieder auflebten.“ Spencer flüsterte nur ein Wort „Briefe…“. „Sehr richtig“, bestätigte der Mann, „sie konnte sich zwar nicht erinnern warum, aber die Angst sitzt immer noch tief in ihr.

Dann kamen sie ins Spiel. Als sie Sophie mit ihnen in diesem Café sah, begann sie zu recherchieren. Sie fand das mit der Jugendbeziehung heraus. Natürlich war das für sie der Startschuss. Sie wollte sicher nicht das Sophie wieder in ihre Psychose verfällt, sonst hätte sie wohl kaum eingegriffen und hätte ihnen das Leben gerettet. Sie wartete auf den besten Moment um ihr das anzutun, was sie ihr antat. Ihr etwas zu nehmen was sie sehr liebte. Ihr Ziel war es, dass Sie sie ein zweites Mal verlassen. Nur dieses Mal aus freien Stücken und nicht durch einen gezwungenen Umzug als Teenager. Das hätte ihren Schmerz zwar nicht aufgehoben, aber zu sehen wie auch Sophie leidet, hätten die Schmerzen sicherlich gelindert.

Einen Moment“, fiel Spencer der Dame ins Wort, „Sie wollen mir also sagen, dass ich hier nur liege, weil sie irgendein Experiment ausprobieren wollten? Diese Frau gehört hinter Gittern und nicht unter Menschen! Was haben sie sich dabei gedacht? Sie hätte mich fast umgebracht!“. Es folgten wieder Schreie. „Und was sind das überhaupt für Schreie? Was machen sie mit Monika?“. Nach einer kurzen Pause begann der Mann das Gespräch wieder: „Es ist so, wir haben nicht vor unser Experiment einfach zu aufzugeben. Nur müssen wir wieder bei null anfangen, und das ist die Stelle an der alles verschwinden muss, was Sophie an ihre Vergangenheit erinnert, also was sie Triggern könnte, wieder in ihre Psychose zu verfallen.“. Sie sprach nicht weiter. Sie sah nur zu dem Doktor rüber, welcher daraufhin zu Spencer schaute. „Sekunde… Alles verschwinden lassen was sie an die Vergangenheit erinnert? Sie meinen…“, Spencer hielt mitten im Satz inne. Starrte von seinem Bett zu den Ärzten hinauf. „Ja, Spencer, Monika und auch Sie sind jetzt Teil von Sophies Vergangenheit. Wir dachten nur es wäre nicht fair, wenn wir ihnen nicht wenigstens vorher erklären, warum das passiert was unvermeidlich ist. Es tut uns sehr leid, aber dieses Experiment darf nicht scheitern. Auf Wiedersehen“. Mit diesen Worten drehten sich die beiden Ärzte um und verließen den Raum.

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One thought on “Das dunkle Geheimnis

  1. Die Geschichte ist nicht schlecht gedacht, am Anfang aber viel zu langatmig. Zu viele Einzelheiten beschrieben, das Aufstehen usw. . Es dauert einfach zu lange, bis Spannung aufkommt. Erst fast am Ende …… und dann sind es zu viele Faktoren …..aber auf jeden Fall wüsste man gern, ob der junge Mann das Experiment überlebt.

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