Tatjana86Das Gift der Narzisse

Martha Harms, 12.03.2020, 10.40 Uhr

Sie empfand keine Trauer, als sie im Anschluss an die Beerdigung erneut am Grab ihrer Tochter stand. Stattdessen stieg eine deutliche Wut in ihr auf. „Du undankbares Kind, was hast du uns angetan?“, stieß sie kopfschüttelnd hervor, während sie tiefsinnig zu ihrem Hund Rocky hinuntersah. Anschließend ließ sie ihren Blick zunächst auf die Grabsteininschrift Emilia Harms, geboren 17.01.2003, gestorben 05.03.2020 schweifen, ehe sie auf den Trauerkranz aus weißen Lilien und Chrysanthemen niederblickte. Dessen Schleife trug die Aufschrift Dein stilles Einschlafen ist unser Trost. Sie hatte ihn mit Bedacht ausgewählt, doch nur der vordere Teil war ihrer Ansicht nach zutreffend. „Trost? – Pah!“, stieß Martha hervor. In Wahrheit war Emilias Tod eine Entlastung für sie und ihr schwaches, krankes Herz. Eine schwere Bürde weniger, wäre das ganze Brimborium vom Einsatz des Rettungsdienstes bis zur Bestattung nicht eine einzige Zumutung gewesen. Ihr gingen keine schönen gemeinsamen Erlebnisse oder Momente mit Emilia durch den Kopf. Davon hatte es schließlich auch nicht viele gegeben. Vielmehr dachte sie an die vielen Situationen, in denen ihre Tochter sie gereizt und verärgert hatte. Seit Emilia das mittlere Alter der Pubertät erreicht hatte, war sie nur noch schwer zu ertragen. Diese Respektlosigkeit und dauerhafte Auflehnung ihr gegenüber hatte Emilia früher nicht gewagt. Verbittert in diesen Gedanken versteift, bemerkte Martha, dass Rocky aufgeregt an der Schleife des Trauerkranzes herumschnüffelte und kurz darauf anschlug. „Ach, Rocky, mein Bester, was hast du da schon wieder entdeckt, mh?“, fragte Martha sanft und näherte sich der Stelle, an der sich Rocky niedergelassen hatte und schwanzwedelnd bellte. Sofort erkannte sie den Gegenstand, welcher hinter der Schleife platziert worden war: Diese scheußliche rosa Hülle mit lauter comichaften, glitzernden Regenbogen ließ keinen Zweifel daran, dass es sich um Emilias Smartphone handelte. „Was zur Hölle hat das Teil hier verloren?“, dachte Martha laut und ergänzte: „Wer macht so eine Scheiße?“ Sie hob es auf, steckte es in ihre Jackentasche und nahm Rocky wieder an die Leine. „Los, Rocky, wir gehen nach Hause. Da wird Mami sich das gute Stück mal genauer ansehen und rauskriegen, wer dahintersteckt.“, murmelte sie. Es musste schließlich einen Grund für diesen Ablageort geben.

Eine Woche zuvor: 05.03.2020, 16.45 Uhr

Als er sie fand, oder vielmehr das, was von ihr übrig geblieben war, lief Emilias Vater ein kalter Schauer über den Rücken. Der Anblick ihres leblosen Körpers war grauenhaft und doch hatte er etwas Anmutiges. Wie Schneewittchen sah sie aus mit ihrem langen Haar, so schwarz wie Ebenholz, mit ihrer blassen Haut so weiß wie Schnee und mit ihren geschminkten Lippen, so rot wie Blut. Nur ihr Leib glich vielmehr dem einer Holocaust-Gefangenen: ausgemergelt, skelettartig und mit bläulich schimmernden Flecken an den Händen. Noch dazu war ihre Haut mit einem sonderbaren Haarflaum bedeckt. So friedlich und still lag sie auf dem roséfarbenen Flokatiteppich ihres Zimmers – totenstill. „Nein!“, ächzte er, beugte sich zu ihr herunter, doch spürte keinen Atem. Er rüttelte an ihr und sprach sie an: „Emmy! Kannst du mich hören?“ Keine Reaktion. Er suchte ihren Puls am Handgelenk und an der Halsschlagader. Nichts. Ihr Körper fühlte sich kalt an. „WARUM? Meine kleine Prinzessin, mein ein und alles. – Gott, was habe ich übersehen?“, murmelte er verzweifelt. Nichts war so, wie es schien. Er hatte schmerzlich erfahren müssen, dass man als Elternteil das Ruder nie allein in der Hand hat. Als geschiedener Elternteil mit sporadischem Besuchsrecht noch viel weniger. Er dachte an seinen letzten Besuch zurück, bei dem er seine Ex-Frau auf Emilias hageres Erscheinungsbild angesprochen hatte. „Das Kind macht doch nur diese neuartige Diät, ist nur ‘ne Phase, jetzt mach‘ dich mal nicht lächerlich! Sie berappelt sich schon wieder.“, entgegnete Martha nur. Offensichtlich hatte er Emilias Warnsignale nicht deuten, ihre stummen Schreie nicht hören können. „Vergib mir.“, schluchzte er. Er wusste, dass es an der Zeit war, den Rettungsdienst zu alarmieren. Er  musste erwähnen, dass er keine Atmung bei seiner Tochter feststellen könne, aber weiterhin Druckmassagen an ihrem Brustkorb ausführen werde. Nur so würden die Sanitäter zügig ausschwärmen und ihn nicht vertrösten, auf den Hausarzt zu warten. Denn das konnte sich bekanntermaßen bis zum nächsten Tag ziehen. Dennoch hegte er keinen Zweifel daran, dass auch die Sanitäter nur Emilias Tod feststellen würden. Der Gedanke an die bevorstehende Leichenschau und den Abtransport seiner geliebten Tochter in einem Leichenwagen zerriss ihm das Herz. Ihm wurde speiübel. Er spürte, wie seine Speichelproduktion zunahm und bittere Magensäure in seiner Speiseröhre aufstieg. Er konnte das alles so nicht zulassen. Ein paar Minuten vor diesem ganzen Prozedere musste er sich abzwacken, um nach möglichen Hinweisen in ihrem Zimmer zu suchen. Seit Anbeginn der Zeit hatten Jugendliche Geheimnisse und teilten diese mit ausgewählten Personen oder Gegenständen. Er dachte an sein erstes Tagebuch zurück, dem er als Kind seine Ängste und Nöte anvertraut hatte. „WO, Prinzessin?“, fragte er den leblosen Körper tränenüberströmt und durchwühlte hastig die Schubfächer ihrer Kommoden und ihres Schreibtisches. Seine Suche blieb erfolglos, bis ihm Emilias wohl bedeutsamstes Accessoire ins Auge stach, das sich auf ihrem Lesesessel links neben ihrem Bett befand: ihr Smartphone. Er griff es, drückte darauf herum und erkannte, dass ein Fingerabdrucksensor aktiviert war. So makaber er die Situation empfand, so ließ sie ihm doch keine andere Wahl auf der Suche nach Emilias innerem Seelenleben und den Gründen für diesen Horror, die sich ihm hoffentlich bald offenbaren würden. Vorsichtig griff er ihren rechten Arm und führte zunächst ihren Daumen, dann ihren Zeigefinger über das Display, bis sich das Smartphone schließlich entsperrte. Mit rasendem Puls überflog er etliche Chatverläufe und Apps, die Emilia genutzt hatte. Er brauchte mehr Zeit, also blieb ihm nur eine Wahl: Über das Menü löschte er den registrierten Fingerabdruck seiner Tochter und ließ das entsperrte Smartphone in seine Hosentasche gleiten. Dann wählte er die Nummer des Notrufs. Kurze Zeit nach dem Eintreffen des Rettungsdienstes kehrte auch Martha Harms nach ihrem ausgiebigen Spaziergang mit Rocky zu ihrem Haus zurück. Sie zog es vor, ihrem Ex-Mann bei dessen Besuchskontakten mit Emilia nicht zu begegnen. „Wenn man vom Teufel spricht“, nuschelte Martha und sah Oliver zusammengekauert auf der Gartenbank neben der Haustür sitzen. Er zitterte und sah beschissen aus. „Was soll der Aufriss hier mit dem Krankenwagen? Hattest du ‘nen Zusammenbruch, oder was ist los?“, spottete sie bissig. „Emilia…“, stammelte Oliver, „sie ist… tot. Ich habe sie leblos in ihrem Zimmer gefunden. Doktor Lainer führt gerade die Leichenschau durch.“ „Halt ihn fest.“, befahl Martha, drückte Oliver Rockys Hundeleine in die Hand und trottete kurzatmig und schnell für ihre Verhältnisse ins Haus. Die Wassereinlagerungen in ihren Beinen erschwerten ihr jeden Schritt. Ihr Anblick hatte etwas von einem Michelin Männchen. Während er sie beobachtete, fragte Oliver sich, was er einmal an dieser Frau gefunden hatte. Heute fand er sie nur noch abstoßend, was er teils auf ihr Äußerliches, doch größtenteils auf ihren hässlichen Charakter zurückführte, den er in erstaunlichen 10 Jahren Ehe über sich hatte ergehen lassen. Ihr anfänglicher Charme war schnell verflogen und in Herrschsucht umgeschlagen. Hinzu kam ihr Schnaufen, das sie  bereits bei der kleinsten Anstrengung von sich gab und ihn in den Wahnsinn trieb. Auf ihr krankes Herz verwies sie sowieso bei jeder Gelegenheit. Es war jahrelang ihr Ass im Ärmel, um ihn unter Druck zu setzen und ihre Ziele zu erreichen. Jetzt war es ganz allein ihre Angelegenheit. Das einzig Positive, was aus der Ehe mit Martha hervorging, war Emilia. Sie war so ein freundliches Mädchen mit diesem unschuldigen Engelsblick in ihren großen, rehbraunen Augen und nur selten kam ihr ein böses Wort über die Lippen – ganz im Gegensatz zu ihrer Mutter. In wundervolle Erinnerungen an seine Tochter vertieft, vernahm Oliver plötzlich Marthas durchdringende Stimme aus dem ersten Stock. Obwohl es ihm widerstrebte sich abermals dem Anblick seiner toten Tochter auszusetzen, wollte er jeden einzelnen Wortlaut seiner Ex-Frau mitbekommen, da er ihr alles zutraute, und, solange es ihm an diesem Ort möglich war, für sich selbst einstehen.

Martha fühlte nichts, als sie ihre verstorbene Tochter auf ihrem Teppich liegen sah, doch sie wusste, was ihr Gegenüber, der diensthabende Arzt, von ihr als Mutter erwartete. „Emiliaaaaa! NEIN! Mein Schatz!“, schluchzte sie und entlockte ihren Augen Tränen. Sie kniete sich zu ihr herunter, doch Doktor Lainer gab ihr zu verstehen, dass sie ihre Tochter während der Untersuchung nicht mehr anfassen durfte. Er blickte sie mitfühlend an und tätschelte ihr leicht auf die Schulter. „Ich habe alles versucht, wissen Sie,“, begann Martha ihre Rede, „aber für sie stand die Schönheit an erster Stelle. Da gibt es ja verschiedene Ideale. Aber ihres war einfach nur krank. Sie nahm mein Essen schon länger nicht mehr an. Trank nicht einmal mehr Tee oder Saft. Mein Engel. Sie hat mir immer versichert, dass es ihr gut geht. Wir konnten auch noch zusammen einkaufen oder lange mit unserem Hund spazieren gehen, sie hatte wirklich noch erstaunlich viel Energie. Also habe ich ihr geglaubt. Haben Sie vielleicht ein Taschentuch für mich?“, unterbrach sie ihren Monolog mit zitternder Stimme und bedankte sich, als Doktor Lainer ihr eines reichte. „Es ist so tragisch. Ich mache mir solche Vorwürfe. Uns geht es gut, anderswo auf der Welt verhungern Menschen, weil sie keine andere Wahl haben und hier, in diesem Haus, hat meine Tochter sich aus eigenem Willen dazu entschlossen. Können Sie sich vorstellen, wie sich das für eine Mutter anfühlt? Ich war einfach machtlos.“ Martha schniefte mit Nachdruck ins Taschentuch. Wenn sie eines zu keinem Zeitpunkt in ihrer Erziehung gewesen war, dann machtlos. Aber dieser Trottel von Mediziner kaufte ihr ihre Paraderolle als hilflos überforderte Mutter ab. Innerlich lachte sie sich ins Fäustchen, während sie Krokodilstränen vergoss. Doktor Lainer gab sein Bestes, Martha zu beruhigen und erklärte ihr die weiteren Schritte, sie wiederum packte noch eine Schippe Hysterie oben drauf. Oliver war erleichtert, dass sie nicht noch mit Schuldvorwürfen ihm gegenüber um die Ecke kam. Er konnte sowieso nichts mehr tun, fühlte sich hundeelend und leer. So signalisierte er Martha und dem Arzt, dass er nach Hause fahren würde und ergänzte an Doktor Lainer gewandt: „Wenn Sie noch irgendwelche Auskünfte von mir brauchen, rufen Sie mich unter dieser Nummer an.“ Er reichte dem Arzt seine Visitenkarte, verabschiedete sich knapp von beiden: „Martha. Doktor Lainer.“, und blickte ein letztes Mal in diesem Haus und Zimmer auf seine wunderschöne Tochter.

 

Oliver Harms, 05.03.2020, 18.29 Uhr

Zuhause angekommen, brauchte Oliver zunächst etwas um seinen Schmerz zu betäuben. Er holte die Whiskeyflasche und ein Kristallglas aus seiner Wohnzimmervitrine, ließ sich in seinem Couchsessel nieder, schenkte sich das Glas halbvoll ein und leerte es in wenigen Zügen. Emilias Smartphone hatte er vor sich auf den Wohnzimmertisch gelegt. Einerseits war er derart matt und ausgelaugt, dass er sich nur noch in sein Bett fallen lassen wollte, andererseits würden seine Gedanken sowieso nur um Emilia kreisen und ihm keine Sekunde Schlaf zugestehen. Also beschloss er, ihre Apps, Kontakte, Chatverläufe sowie gespeicherte Bilder, Audio- und Videodateien sorgfältig und der Reihe nach zu durchforsten. Er traute seinen Augen nicht, als er unter den abgelegten Videodateien jene fand, die den Titel Sorrydad.avi trug, datiert auf den gestrigen Tag. Mit zitternden Fingern tippte er die Datei an und konnte seine Augen nicht mehr vom  Bildschirm lassen. Ein letztes Mal würde er den Worten seiner geliebten Prinzessin horchen:

04.03.2020, 18.35 Uhr:

Hi, Daddy. Es tut mir Leid, dass du jetzt meinetwegen Kummer leidest. Wenn du dir dieses Video ansiehst, bin ich bereits tot. Damit es dich vielleicht ein wenig tröstet, lass mich dir sagen, dass ich das so geplant und gewollt habe. Du kannst nichts dafür. Du konntest nicht ahnen, was sie mir angetan hat, weil sie sich in deiner Anwesenheit immer liebevoll und fürsorglich mir gegenüber gegeben hat. Alles nur Fassade. Ich war ihr Mittel zu dem Zweck, dich zu verletzen. Dabei hat sie uns gleichermaßen verletzt. Sie hat versucht, uns gegeneinander auszuspielen. Was glaubst du, wie abschätzig sie über dich geredet und wie schlecht sie dich dargestellt hat. Ohne mein Flehen vor dem Richter des Familiengerichts, dass du Umgangsrecht erhältst, hättest du mich garantiert nie wieder sehen dürfen. Du fragst dich bestimmt, warum ich so abgezehrt aussehe. Das ist meine Art der Rebellion. Ich führe sie still. Es begann kurz nach deinem Auszug. Die Leere, die in mir entstanden war, wollte ich nicht unnötig mit Nahrungsmitteln füllen und meiner Erzeugerin dabei womöglich noch ähnlicher werden. Ich ekle mich mittlerweile nur noch vor ihr und will auf keinen Fall so enden wie sie. So nehme ich nur noch das Nötigste an Kalorien zu mir. Für mich ist der Nährstoffentzug sogar wie eine Droge. Ein Hungergefühl verspüre ich schon lange nicht mehr. Diese leichte Benommenheit, das taube Gefühl, der Wirrwarr an Gedanken, die klare Abzeichnung der Knochenkonturen unter meiner Haut faszinieren und berauschen mich. Meiner Erzeugerin ist es egal, wann oder wie viel ich etwas zu mir nehme. Würde sie sich ernsthaft Sorgen um mich und meinen Zustand machen, hätte sie mich längst einem Arzt vorgestellt. Aber dort war ich zuletzt vor etwa fünf Jahren. Du weißt ja: Sie und ihr schwaches Herz haben schließlich Vorrang und wie könnte man es ihr bloß zumuten, mich dorthin zu begleiten, wo erschreckende Ergebnisse auf sie warteten, die dringend einer Handlung bedurften? Es ist ein gutes Gefühl, wenigstens eine Sache selbst und vollständig unter Kontrolle zu haben: meinen Körper. Über den kann meine sogenannte Mutter nicht mehr bestimmen. Ich lasse es nicht länger zu. Seit vorgestern habe ich nichts mehr getrunken. Ich bin bereit für meine Erlösung. Vorher bitte ich dich noch um einen letzten Gefallen, der in unser beider Interesse liegen sollte: Übermittle meiner Erzeugerin eine letzte Nachricht von mir. Du findest die Videodatei in dem Unterordner Media der Videogalerie unter dem Titel .einletztergruß. In weiteren verborgenen Textdateien meiner Tagebuch-App Daylio wirst du von all ihren Gräueltaten mir gegenüber erfahren, an die ich mich erinnern kann und die sie in deiner Abwesenheit verübt hat. Aus heutiger Sicht schätze ich, das alles fällt unter Kindesmisshandlung und sollte der Polizei im Zusammenhang mit meinem Tod zugespielt werden. Da sie keine Reue verspüren wird, möchte ich, dass zumindest ihr Zorn gewaltig geschürt wird. Das sollte durch zusätzliche negative Schlagzeilen in der Presse gelingen. Sichere hierfür die Dateien auf deinem Computer und lösche anschließend alles bis auf die Botschaft an meine Erzeugerin von diesem Smartphone. Sorge dafür, dass sie es erhält und die Wahrheit ans Licht kommt. Danke, Daddy. Ich liebe dich. Lebe wohl.“

Mit den letzten von ihr ausgesprochenen Worten umgab Oliver die blanke Fassungslosigkeit. Dass seine Ex-Frau ein abscheulicher Mensch war, hatte er am eigenen Leib erfahren müssen. Nicht umsonst hatte er die Flucht vor ihr und ihrer Tyrannei ergriffen. Aber dass sie derart gestört und bösartig war, ihre gemeinsame Tochter ein Leben lang heimtückisch zu misshandeln und zu quälen, wollte ihm nicht in den Kopf gehen. Er verstand die Welt nicht mehr. Zunehmend schlug seine Trauer in Wut und noch stärkeren Hass Martha gegenüber um. Er griff nach dem leeren Whiskeyglas und schmetterte es an die Wand, von wo aus es in unzählige Scherbenteile zersplittert zu Boden fiel. „Du dreckiges Miststück; du Freak!“, schrie er, „Du hast mir Emilia genommen, das werde ich dir heimzahlen. Du sollst und wirst leiden!“ Erneut zum Bildschirm des Smartphones gewandt flüsterte er mit gebrochener Stimme: „Ich werde dich rächen, Prinzessin, das schwöre ich dir!“.

Vollgepumpt mit Adrenalin öffnete er sofort Emilias benannte Tagebuch-App und klickte sich durch einige Unterordner, bis diese ihm Textdateien eröffneten, die nach Datum und Zeit der letzten Änderung sortiert waren. Mit Hilfe eines USB-Kabels zog er alle Dateien auf seinen Laptop und arbeitete sich, betäubt vom Entsetzen, wie im Wahn und alles um sich herum vergessend, durch die niederschmetternden Worte, die sich ihm Buchstabe für Buchstabe eröffneten und seinen Puls vor Aufregung erheblich beschleunigen ließen. Die für ihn beklemmendsten und schrecklichsten Auszüge markierte er digital und speicherte alles ab. Er wusste, was zu tun war.

.psycho.txt

Meine Erzeugerin ist gemeinhin als eine selbstgefällige Frau bekannt. Ich beneide sie sogar ein bisschen um ihre Dominanz und ihre übersteigerte Selbstsicherheit. In Wahrheit ist sie der Teufel in Person, der mir das Leben zur Hölle macht. Doch was bleibt mir anderes übrig als zu schweigen und ein freundliches Gesicht aufzusetzen? Sie ist eine Meisterin der Manipulation, sie war es schon immer. Doch dauerte es zu lange, bis ich das durchschaute. Es dauerte zu lange, um noch rechtzeitig die Notbremse ziehen zu können. Freunde hat meine Erzeugerin keine und die wenigen Nachbarn, mit denen sie gelegentlich oberflächlichen Smalltalk führt, kennen ihr wahres Gesicht noch nicht. Ihre Arbeit hat sie vor einigen Monaten verloren, nachdem sie die letzte erhaltene Chance von ihrem Chef nicht genutzt hatte. Ihre Kollegen hatten sich bei ihm beschwert, weil sie diese ausnahmslos vor den Kopf stieß, abwertete und bei jeder Gelegenheit niedermachte. Das hat ihren Frust natürlich ins Unermessliche gesteigert. Etliche Schreitiraden und Beschimpfungen hallen hier regelmäßig durch das Haus und ich bin ihr Ventil. Ihre psychische Folter besteht seit jeher darin, dass sie mich entweder über einen sehr langen Zeitraum komplett ignoriert, oder aber mir ununterbrochen Vorwürfe macht: ich sei eine kaltherzige Kreatur, die sie ihre Tochter nennen muss, ich ließe sie im Stich und würde daher scheinbar nichts als Gleichgültigkeit ihr gegenüber empfinden, ihr schwaches Herz ertrage es nicht, und insgeheim würde ich sie auf widerlichste Art verspotten. Die kleinste ungewollte Entgleisung meines Blicks führt dazu, dass sie diesen als unverschämt oder gar hasserfüllt deutet. Überzeugt von ihrer Auslegung der Tatsachen schreckt sie vor „Strafen“, wie sie ihre Taten nennt, nicht zurück. Heute weiß ich, dass das, was sie mit mir gemacht hat, mit Strafen nicht das Geringste zu tun hat. Es waren und sind schiere Demütigungen.

.Rocky.txt

Das einzige Lebewesen, das meine Erzeugerin dem Anschein nach wirklich liebt, ist unser Mops Rocky. Er wird umsorgt und mit Streicheleinheiten und Spielzeug übersät. Dinge, die mir nicht vergönnt waren; es sei denn für kurze Augenblicke der Scheinheiligkeit. Im Gegensatz zu Rocky gab sie mir nicht die Lebensmittel zum Essen, die mir schmeckten und mir kurzzeitig eine Freude bereitet hätten. Sie zwang mich beispielsweise, mehrere Stunden eingeweichtes, pampiges Müsli zu essen und wenn ich es nicht aufaß, drohte sie mit Nahrungsentzug für den gesamten und teilweise noch darauffolgenden Tag. Also würgte ich mit der Zeit alles herunter und übergab mich hinterher heimlich im Badezimmer. Manchmal mischte sie mir auch Walnussöl unter, auf das ich hochgradig allergisch reagiere. Ab dem Zeitpunkt, wo ich sie dabei beobachtet habe und mir meine Beschwerden erklären konnte, zog ich es vor, nichts mehr von ihr anzurühren. Meinem siebenjährigen Ich würde ich heute gerne sagen, dass es nicht normal ist, wenn die eigene Mutter ihr Kind dazu nötigt, wie ein Tier aus dem angesabberten Napf ihres Hundes zu fressen, nur, weil es sie zuvor mit irgendeiner unerklärlichen Nichtigkeit „verärgert“ hat. Doch die siebenjährige Emilia nahm das alles so hin, hinterfragte nicht, sondern gehorchte.

.goldenerkäfig.txt

Jahrelang hat meine Erzeugerin schleichend einen Kokon um mich gesponnen. Hier bin ich nun, eingewickelt und gefangen. Nicht nur in dieser Metapher, sondern auch im wahren Leben. Ich fühle mich wie ein Vogel im goldenen Käfig. Golden, weil wir keine Geldsorgen haben. Und mein Käfig ist dieses Haus, in dem meine Erzeugerin mich wortwörtlich gefangen hält. Wir verlassen es nur gemeinsam um einzukaufen oder mit Rocky spazieren zu gehen. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, hat sie neulich das Türschloss unserer Haupteingangstür gegen vier Schlösser mit Zahlencodes austauschen und die Tür zusätzlich noch mit einem Riegel versehen lassen. Damit ich ja nicht auf dumme Gedanken komme…

.Spinnen.txt

Meine Erzeugerin wusste natürlich um meine panische Angst vor Spinnen. Ich werde nie vergessen, wie sie mich mit fünf Jahren in unserem Gästebad eingeschlossen hat, als Daddy arbeiten war – in Gesellschaft von mindestens 20 dunklen, langbeinigen und behaarten großen Winkelspinnen, die sie zuvor eigens für diesen Zweck, eine erneute „Strafe“, gesammelt haben musste.

.Balkon.txt

Mit etwa sechseinhalb Jahren forderte mich meine Erzeugerin auf, die Mülltonnen entlang der Auffahrt zur Leerung an die Straße zu schieben. Ich war viel zu klein und schwach. Es gelang mir nicht, die Tonnen richtig zu neigen, um ein einfacheres Ziehen zu ermöglichen. Folglich kippte fast der gesamte Inhalt der Biomülltonne noch auf unserer Auffahrt aus. Daddy war wieder einmal auf Dienstreise, also sperrte sie mich als „Strafe“ stundenlang über Nacht bei fünf Grad Außentemperatur im Pyjama auf dem Balkon aus – ohne Decke oder Kissen, bis sie, die Gnade kennende Mutter, mich völlig unterkühlt wieder hereingeholt und die nötigsten Maßnahmen ergriffen hat. Natürlich nur, um nicht den Krankenwagen rufen zu müssen.

.Schule.txt

Ich bin eine Außenseiterin und habe bis auf ein paar Internetbekanntschaften, mit denen ich dieselben Interesse teile, kaum Freunde. Auch dazu hat meine Erzeugerin ihren Teil beigetragen. Pünktlich zum Schulstart nach den Sommerferien an der weiterführenden Schule verpasste sie mir einen extra hässliche Frisur mit einem viel zu kurzen Pony sowie einem ungleichmäßigen Stufenschnitt. Doch das allein bot vermutlich nicht Anlass genug für potenzielle Hänseleien.  Meine Kleidung ließ sie mich nie selbst auswählen. So wählte sie für diesen Tag eine besonders „schöne“ Kombination aus schwarzen Lackschuhen, einer grünen Cordhose und einem korallfarbenen Oberteil, das mit blauen Schmetterlingen aus Tüll bestickt war. Ich schämte mich, weil ich immer noch aussah wie ein Grundschulkind. Ein verlottertes, sonderbares Grundschulkind, mit dem man nichts zu tun haben wollte. Meine neuen Klassenkameraden überschütteten mich mit Hohn und Spott und der Stuhl neben mir im Klassenraum blieb unbesetzt.

.Chaffeur.txt

Ich hätte längst damit anfangen können, den Führerschein zu machen, aber meine Erzeugerin lässt es nicht zu. Sie bezahlt einen Fahrer, der mich von A nach B bringt. Wenn ich mich mit den wenigen meiner Internetbekanntschaften treffen möchte, wird er angewiesen, meine gesamte Aufenthaltsdauer über im Auto auf meine Rückkehr zu warten, um mich dann wieder hierher zu fahren. Nicht aus Sorge, dass mir etwas passieren könnte, nein. Kontrolle ist das Stichwort. Einige Male habe ich es ein wenig ausgereizt und blieb vier, fünf Stunden, nur, um für kurze Zeit diesem Albtraum zu entkommen. Doch ihre stetigen Demütigungen, die mich als Konsequenz erwarteten, haben mir seitdem Einhalt geboten.

.Goldesel.txt

Vor ein paar Jahren brachte mich meine Erzeugerin bei einer Modelagentur unter Vertrag. Ich bin ihre lebendige Barbiepuppe, mit der sie machen kann, was sie will. Ich hasste die verächtlichen Fotografen und hektischen Leute am Set, die mich herumkommandierten und mich als reine Ware ansahen. Selbst in meiner schlechtesten Verfassung pumpte sie mich mit Fieber senkenden Mittel voll, damit ich funktionierte und ihr keine Einnahmen entgingen. Als einzigen Ausweg sah ich, Abführmittel zu nehmen, die ich aus ihrem Medizinschrank stahl; starke Blähungen und Bauchkrämpfe in Kauf nehmend, alles nur, um nicht ans Set zu müssen. Doch sie durchschaute mich und fand einen anderen Weg, Profit aus mir zu schlagen. Da Privatsphäre für meine Erzeugerin ein Fremdwort ist, hatte sie schnell raus, dass ich über ein Videoportal im Internet ziemliche Berühmtheit erlangt hatte. Also zwang sie mich dazu, gemeinsame Videos mit ihr zu drehen, in denen sie mich ganz nach ihrem Geschmack schminkte, frisierte und mich die hässlichsten Klamotten, die sie extra für mich und diesen Zweck gekauft hatte, vor einem Millionenpublikum zur Schau tragen ließ. Ein Rollentauschvideo, in dem ich ihren Alltag nachstellen und gleichzeitig Aufgaben im Haus übernehmen musste, war nur die Spitze des Eisbergs. Während sich einige meiner Fans prächtig über Videos dieser Art amüsierten, kommentierten andere, dass sie das Verhalten meiner Mutter mehr als seltsam empfanden und sie mir meinen Unwillen sichtlich anmerkten. Meiner Erzeugerin ist das egal. Es zählen nur wachsende Zuschauerzahlen, die die Einnahmen steigern. Wenn wir einkaufen gehen, bezahlt sie natürlich mit meinem verdienten Geld, da sie es verwaltet. Als ihr Goldesel bin ich gerade gut genug; ansonsten für nichts zu gebrauchen. Ich ertrage das nicht mehr.

Martha Harms, 12.03.2020, 11.14 Uhr

Entgegen ihren Erwartungen befanden sich auf Emilias Smartphone weder Bilder noch Apps. Jemand musste es sich am Tag ihres Todes unter den Nagel gerissen und den Gerätespeicher geleert haben. Lediglich eine Videodatei klaffte ihr in der Mitte des Bildschirmes entgegen und forderte sie förmlich auf, die Wiedergabetaste zu drücken. Gebannt starrte sie auf den Bildschirm, als die Datei geladen wurde: einletztergruß.avi, 04.03.2020, 21.45 Uhr. Ihre Neugierde verwandelte sich prompt in blankes Entsetzen, als das Video den Verwesungsprozess eines Körpers in Zeitraffer darbot, mit abschließender Nahaufnahme auf den weißen, quirlenden Madenhaufen des zersetzten Leichnams. Nach einer kurzen Überblende zu einem schwarzen Bildschirm trat Emilias Antlitz zum Vorschein:

„Hallo, Erzeugerin. Ich sage bewusst nicht Mutter, denn du bist dieses Begriffs nicht würdig. Du konntest ihn nie mit Inhalt, vor allem nicht mit Liebe füllen. Ich für meinen Teil habe keine Angst vor dem Tod. Sieh mich doch an. DU hast es soweit kommen lassen. Meine Zeit ist gekommen. Der Tod wird mich ein für alle Mal von meinen Qualen befreien, die DU mir bereitet hast. Wie hat dir das kleine Video, das du dir gerade ansehen durftest, gefallen? Ich dachte mir, ich führe dir nach meinem Tod einmal vor Augen, wie deiner so ablaufen wird. Du wirst einsam sterben, weil du einsam bist – genau wie der Mensch in dem Filmchen. Niemand wird sich um dich scheren, man wird dich lange Zeit nicht finden. So lange, bis Fliegenschwärme und Maden sich über deine faulende Leiche hergemacht haben und der Gestank allmählich zumindest den Nachbarn auffallen sollte. In diesem Sinne: Schmor in der Hölle, Erzeugerin! Ach ja, wenn du dieses Video siehst, hat Daddy bereits dafür gesorgt, dass der Polizei alle Abscheulichkeiten, die du mir seit frühester Kindheit angetan hast, chronologisch dokumentiert vorliegen. Natürlich wird sich auch die Presse die Finger nach Familientragödien wie dieser lecken. So werden alle erfahren, was du wirklich bist: Eine skrupellose Psychopathin.“

In Marthas Brust machte sich ein Engegefühl breit. Sie verspürte Atemnot, während ihr kalter Schweiß auf die Stirn trat. Ihr wurde augenblicklich ganz übel, sie fühlte sich benommen und begann stark zu zittern. Alles um sie herum schien sich zu drehen. Ehe sie die Notrufnummer auf dem Handy wählen konnte, sackte sie zusammen und es wurde für immer schwarz.

 

16 thoughts on “Das Gift der Narzisse

  1. Hallo Tatjana,

    was für eine Geschichte… ich hab Gänsehaut.
    Die Idee ist super. Toller Stil, spannend geschrieben. Die Stimmung ist bedrückend, wenn man liest, wie Emilia misshandelt wird und wie sehr Oliver unter ihrem Tod und den Umständen leidet. Andererseits ist es befriedigend, auf welche Weise sich das rächt. Der Titel passt perfekt.
    Danke für diese Geschichte.

    LG, Sarah

  2. Liebe Tatjana,
    echt interessante Story und mal etwas anderes, dass Tochter und Vater durch ihren Tod noch gemeinsam Rache an der Mutter nehmen können. Auch das Ende hat mir gefallen, war schon wirklich irgendwie beängstigend und hat mich voll an Tote Mädchen lügen nicht erinnert.
    Ein, zwei Fragen/Vorschläge habe ich noch: Geht Emilia noch zur Schule? An einer Stelle sagst du nämlich, dass sie nur zum Einkaufen mit ihrer Mutter rausgeht. Auch hätte ich am Ende 1-2 Erlebnisse der Tochter weggelassen, um dem Ganzen am Ende noch mehr Tempo zu geben, was es ansonsten ja wirklich hat😊👍

    Viele herzliche Grüße
    Christina/chris.tina (Vollende…t)

  3. Liebe Christina,
    vielen Dank auch für dein nettes Feedback! Mit den Erlebnissen gebe ich dir Recht, da hätte ich etwas kürzen können. Emilia befindet sich im „Homeschooling“, seit sie durch ihre Mitschüler gemobbt bzw. ausgeschlossen wurde. Leider habe ich das vergessen zu erwähnen. Meine Inspiration auch mitunter von der umstrittenen Youtuberin Eugenia Cooney und deren Mutter (natürlich auf die Spitze getrieben und um viel Fiktion ergänzt); der häufig mit dem Gypsy Rose Blanchard verglichen wird… Bei Interesse kannst du das ja gerne mal näher verfolgen – die gruseligsten Geschichten schreibt doch so oft die Realität… 😉
    Ganz liebe Grüße zurück!

  4. Hallo Tatjana!

    Mir hat deine Geschichte wirklich super gefallen, sehr fesselnd. Ich habe auch „Der Köder“ gelesen – teilweise ziemlich heftig, was die alte Dame da abzieht. In beiden Geschichten wurden die Parameter echt toll umgesetzt.

    LG, Florian

    PS. Ich würde mich sehr freuen, wenn du auch meine Geschichte lesen und mir dann anschließend ein kurzes Feedback hinterlassen würdest.

    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/schach-matt

  5. Liebe Tatjana.

    Was für eine Hammer-Geschichte.
    Was für ein harter Stoff.

    Was für ein genial-geiles fulminantes Finale.

    Respekt, Respekt, Respekt.

    Du spürst, dass ich ziemlich geflasht bin. Dass ich irgendwie mitgenommen bin.

    Whow!

    Was für eine großartige Geschichte.
    Verdammt, sagte ich schon.

    Liebe Tatjana

    Dir ist etwas Großes gelungen.
    Deine Story ist ganz große Leidenschaft, ganz großes Kino, ganz großes Gefühl.
    Keine Ahnung, warum ich die Geschichte sooo toll finde.
    Wahrscheinlich, weil sie es einfach ist.
    Toll.

    Super Handlung, super Spannung, super Grundidee, super Schreibstil, super Protagonisten, super Plot.

    Kompliment.
    Da hast du mich echt während des Lesens mit auf eine Reise genommen.
    Schön war diese Reise emotional nicht immer, aber unendlich intensiv.

    Verdammt.
    Warum hat diese Geschichte so wenige Herzen?

    Ich führe Strichliste, ich habe bislang genau 94 Geschichten dieses Projektes gelesen.
    94 Stück .

    Und deine Story landet bei mir ganz ehrlich irgendwo zwischen Platz 3 und Platz 5.

    Bitte schreib weiter!!!

    Du hast es nämlich voll drauf.
    Du kannst sehr stolz auf dich und deine Geschichte sein.

    Ich bin es.

    Von mir leider nur 1 Like.
    Hätte dir gerne mehr gegeben.

    Danke für dieses Leseerlebnis.

    Liebe Grüße, Swen Artmann
    (Artsneurosia)

    Es wäre mir eine Ehre, wenn du dir ein wenig Zeit nehmen würdest, um meine Geschichte vielleicht auch zu lesen.
    Über einen Kommentar würde ich mich sehr freuen.

    Danke für deine Geschichte.

    Ach ja.
    Meine Geschichte heißt:

    „Die silberne Katze“

    Vielen Dank!!!!!

    1. Wow, vielen lieben Dank!! 🙂 Das pusht mich jetzt enorm, hihi! Klar lese ich auch gerne bei dir rein! Ich habe hier auch schon so eiiiniges an weiteren (auch sehr starken) Stories gelesen, aber an 94 komme ich bei Weitem noch nicht ran. Macht aber wirklich enorm Spaß, allein dafür hat es sich doch schon gelohnt mitzumachen. Ganz liebe Grüße und nochmals danke für dein so liebenswertes Feedback 🙂 !!!

  6. Hallo Tatjana,
    emotional eine Achterbahnfahrt.
    Zum Glück ist es nur Fiktion. Schlimm ist aber, dass es wahr sein könnte.
    Gute Geschichtenidee!
    Alles Gute!
    Grüße Jana
    Freue mich über einen Kommentar, wenn du Zeit und Lust hast. (Strafe)

  7. Hallo Tatjana,
    was für ein harter Stoff!
    Mir hat Deine Geschichte wirklich gut gefallen, mein Like hast Du natürlich.

    Über ein paar Sachen bin ich allerdings irgendwie gestolpert :
    – geht ein so extremes Abmagern wirklich so schnell? Sie war ja angeblich von ihrer Mutter als Model-Goldesel benutzt worden…
    – hier und da erschienen mir die zeitlichen Abläufe nicht ganz stimmig, sie ist mit 17 gestorben, aber wurde schon „vor ein paar Jahren“ bei der Modelagentur angemeldet?
    – Wenn sie nie raus durfte, außer mit ihrer Mutter, warum durfte sie sich dann mit ihren Internetbekanntschaften treffen?

    Das sind nur ein paar Fragen, die mir gekommen sind, sie sollen nicht die Qualität Deiner Geschichte schmälern. Wie gesagt, sie hat mir wirklich sehr gefallen!

    LG,
    der schweenie

    P.S. vielleicht hast Du ja Zeit und Lust, auch meine Geschichte zu lesen und ein Feedback da zu lassen…
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/glasauge

  8. Liebe Tatjana, ich bin eben über deine Geschichte gestolpert und bin echt entsetzt, dass du nur so wenig Likes hast (ich war erst Nr. 15).😳 Ich habe seit Beginn des Projekts mehr als 250 Geschichten gelesen und dein kleiner Diamant ist definitiv Top10. Vielleicht gibt es andere, die hier Kritik üben können, aber ich kann es nicht. Ich bin jemand, den eine Figur oder die Idee emotional packen muss und das hast du schon zu Beginn geschafft.

    Ich habe mich gewundert, warum die Mutter so lieblos, fast erleichtert, am Grab von Emilia stand. Dann die Emotionen von Oliver als er seine Tochter fand und dann kurz danach auf seine Frau traf….echt ergreifend. Und dann noch die Schilderungen der Grausamkeiten der Mutter 😢

    Ich wünsche Dir von Herzen, dass sich noch ein paar Leute bei Dir einfinden und Deine Geschichte liken. LG Melanie https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/blaues-mondlicht

  9. Liebe Tatjana,

    mir erging es gerade ähnlich wie meinen Vorrednern. Ich bin völlig verwundert, dass deine Geschichte nicht mehr Herzchen hat bisher. Sie ist zwar wirklich nichts für schwache Gemüter, aber dazu zähl ich mich ja zum Glück nicht. Dein Schreibstil hat mich total abgeholt und ich musste einige Male wirklich schlucken.. Der Begriff „Erzeugerin..“… PUH..
    Also ich kann dir wie gesagt nur zu dieser Story gratulieren und würde mich freuen, wenn du auch meine Geschichte liest und mir eventuell ein Feedback dalässt.

    LG Verena

    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/wegen-mir

    1. Danke dir, liebe Verena,
      das geht runter wie Butter. 🙂 Und wie cool, ich sehe, dass du auch GS-Lehrerin bist! Allein deswegen schaue ich natürlich schon gerne bei deinem Schreibwerk vorbei und versuche auch mal, einen Kommentar dazulassen. Liebste Grüße
      P.S.: Meine „Erstveröffentlichung“ zu Unizeiten war ein Bilderbuch über einen Nacktmull, der Abenteuer erlebt (damals in Gruppenarbeit). Es hat sich also einiges entwickelt. 😀

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