J.D.McfarlaineDas Leben eines toten Mannes

74+

Schwarz.
Mit diesem einen Wort ließ sich die Welt, in der Elli seit mindestens vier Tagen gefangen war, zur Gänze beschreiben. Sie konnte nicht sagen wo sich diese, aus nichts als undurchdringlicher Dunkelheit bestehende Welt befand, doch hatte sie eine klare Vorstellung davon, wie sie dort gelandet war, und ebenso, wer sie dort hingebracht und wie ein Tier angekettet hatte. Und vor allen anderen Dingen wusste sie – warum. Bei all den offenen Fragen, die sie bisher in dieser einsamen Finsternis beschäftigt hatten, war die eine, in der es um den Grund für das alles ging, nie zu stellen nötig gewesen, denn das wusste sie mittlerweile ganz genau. Sogar den Tag konnte sie benennen; den Tag, an dem diese Mutter aller Miseren in ihrem Leben ihren Anfang genommen hatte: Es war der Tag, an dem ihr dieses verfluchte Smartphone in die Hände fiel. Bis zu jenem Zeitpunkt hätte sie jedem, der es hören wollte, ehrlich bestätigen können, in einer normalen, durchschnittlichen Ehe zu leben. Vielleicht sogar in einer glücklichen. An diesem Punkt war sie in der Zwischenzeit etwas unsicher; nicht etwa weil sie sich nicht an die Zeit erinnern konnte, sondern weil ihr die Bedeutung des Wortes »Glück« langsam entglitt. War es ihr überhaupt jemals beschieden gewesen, so war es zumindest jetzt vollkommen aus ihrem Leben verschwunden. Dafür hatte sie etwas anderes erhalten: Schmerz. Er war allgegenwärtig, mal stärker, mal schwächer, jedoch nie ganz abwesend. Am schlimmsten fühlte sich die Stelle an, wo zwei eiserne Schellen sich wie die Klauen eines unsichtbaren Dämons um ihren nackten Knöchel zu einem festen Griff zusammenfügten. Die Haut darunter war wund und blutig gescheuert. Natürlich sah sie es nicht, aber wenn sie danach tastete, fühlte sie etwas Klebriges, Zähflüssiges. Was sollte das anderes sein als Blut.
Am ersten Tag, als sie wieder zu sich gekommen war und träge die Augen geöffnet hatte, wurde sie von einer Panik ergriffen, wie Elli sie vorher nicht kannte. Da war nichts anderes, als der kalte glatte Boden unter ihr, ein seltsam modernder Geruch und ein dumpfes Pochen hinter ihrer schweißnassen Stirn. Sie war zitternd aufgestanden und kopflos in eine unbestimmte Richtung getaumelt, die Arme tastend vor sich ausgestreckt. Nach einigen unbeholfenen Schritten zerrte etwas so unvermittelt an ihrem rechten Bein, dass sie der Länge nach hinfiel und sich die Handballen und die Unterarme aufschürfte. Völlig blind langte sie zu ihrem Knöchel hinab und fand die an einer Kette befestigte Eisenschelle. Danach hatte sie nur noch geschrien; zuerst aus Schmerz und Verzweiflung, später aus Wut und Raserei, bis sie keine Kraft mehr gehabt hatte. Wimmernd und von Heulkrämpfen geschüttelt gab sie schließlich der Erschöpfung nach und war in sich selbst zurückgezogen in einen Zustand verfallen, der irgendwo zwischen Wachsein und Schlafen siedelte. Und in dieser Phase der Lethargie klopfte nach Tagen zum ersten Mal der Gedanke an, der ihr half den Verstand nicht zu verlieren, sich auf den alles entscheidenden letzten Schritt vorzubereiten. Er brachte sie dazu, sich von der Opferrolle loszusagen und sich auf ein neues Ziel zu fokussieren: Rache.
Genau aus diesem Grund kauerte Elli jetzt in einer Ecke ihres Gefängnisses und wartete auf die Gelegenheit, um zurückzuschlagen. Während sie reglos ausharrte, ging sie im Geiste ein letztes Mal zu dem Tag zurück, wo alles seinen Anfang nahm und sie sich, ihrem naiven Irrglauben folgend, in einem normalen Leben wähnte.

Elli stand in der großzügig dimensionierten Küche ihrer Villa in Berlin-Grunewald, die sie gemeinsam mit ihrem Mann, Philipp Martens, bewohnte, und hantierte an einer nagelneuen Siebträgermaschine herum, um sie in Betrieb zu nehmen, als sie die Haustür ins Schloss fallen hörte.
»Ich bin in der Küche«, flötete sie gut gelaunt, in der Erwartung Philipp gleich die neue Kaffeemaschine präsentieren zu können.
Auf eine Antwort lauschend, hielt sie kurz inne.
»Philipp?«, versuchte sie es erneut, nachdem dieser nicht auf ihren Ruf reagiert hatte.
Nichts.
Verunsichert wandte sie sich von der Maschine ab und durchschritt die Küche, hinaus in den Flur – und dort stand er, Philipp, schwer auf den hüfthohen Unterschrank der Garderobe gestützt, den Kopf gebeugt, sodass sein Kinn die Brust berührte.
»Ist alles in Ordnung?«, fragte sie besorgt und trat zaghaft einen Schritt näher an ihn heran.
Ohne einen Laut von sich zu geben hob Philipp den Blick und ließ damit Elli mitten in der Bewegung erstarren. Sein Gesicht war aschfahl. Aus einem Schnitt oberhalb der linken Braue schlängelte sich ein dünnes Rinnsal hellen Blutes über seine geschwollene Wange.
»Um Himmels willen«, keuchte Elli und schlug sich die Hände vor den Mund.
Philipp reagierte kaum. Er stand nur wankend vornübergebeugt da und starrte ihr aus halb geöffneten Lidern entgegen, fast als würde er sie nicht erkennen. Erst als ein Ruck durch seinen Körper fuhr und er umzufallen drohte, schaffte Elli es, sich aus ihrer Schreckstarre zu lösen und war mit zwei schnellen Schritten bei ihm, um ihn zu stützen.
»Was ist passiert?«, wollte sie wissen und suchte ihn gleichzeitig nach weiteren sichtbaren Verletzungen ab.
»Ich … hatte einen … Unfall«, presste Philipp mühsam hervor.
»Einen Unfall?«, echote Elli schrill. »Was denn für einen Unfall?«
»Autounf–« Er verstummte mitten im Wort, verdrehte die Augen und sackte in sich zusammen. Das Gewicht seines bar jeder Spannung erschlafften Körpers wog so schwer in Ellis Armen, dass es sie zu Boden zwang.
Verzweifelt kämpfte sie sich wieder auf die Beine, stürzte ins Wohnzimmer, riss das Telefon aus der Ladestation und wählte mit zitternden Fingern die Notrufnummer. Obwohl es nur zwei Mal klingelte, kam es ihr wie eine Ewigkeit vor, bis sich endlich eine Frauenstimme am anderen Ende der Leitung meldete. Noch bevor die Frau ihren Satz beenden konnte, schrie Elli bereits aufgeregt ins Telefon. Erst durch eine scharf ausgesprochene Anweisung der Frau aus der Notrufzentrale ließ Elli sich soweit beruhigen, dass sie die ihr gestellten Fragen beantworten konnte. Die Frau versprach ihr, dass in wenigen Minuten jemand bei ihr sein würde und wies sie an, in der Zwischenzeit bei ihrem Mann zu bleiben, bevor sie das Gespräch beendete.
Elli warf das Telefon achtlos auf den Wohnzimmertisch und lief zurück in den Flur, um neben Philipp, seine Hand in der ihren, voller Sorge auf den nahenden Rettungsdienst zu warten.
So verharrte sie, ohne jegliches Gefühl der verstreichenden Zeit, bis der ansonsten wohlklingende Gong der Türglocke sie aufschreckte. Mit einem Satz stand sie vor der Gegensprechanlage und hieb auf den Türöffner.
Die einige Meter entfernte Haustür löste mit einem surrenden Geräusch die Verriegelung, woraufhin zwei Männer in signalfarbener Kleidung und einem Alukoffer routiniert ins Haus traten.
Während der Mann mit dem Koffer sogleich neben Philipp niederkniete, nahm der andere Elli beiseite, um sich von ihr die vergangenen Ereignisse schildern zu lassen. In knappen Worten gab sie die wenigen Informationen, die sie dazu hatte, wieder. Danach forderte sie der Sanitäter auf, ein paar Sachen für Ihren Mann zu packen und ins Uniklinikum, wohin sie Philipp bringen würden, hinterherzufahren. Der andere zog derweil eine auf Rollen stehende Krankentrage herein. Die beiden Sanitäter hievten Philipp vorsichtig hinauf und schnallten ihn mit zwei Gurten fest. Dann schoben sie ihn nach draußen, um ihn in den Krankenwagen zu verladen. Bevor sie ins Fahrzeug stiegen, verabschiedeten sich die zwei Männer mit einer aufmunternden Geste von Elli und machten sich sogleich auf den Weg.
Elli blieb in der offenen Haustür stehen und sah dem stumm blinkenden Krankenwagen nach, bis er aus der Hofeinfahrt hinaus auf die vorbeiführende Straße gebogen und hinter der hohen Hecke, die das ganze Grundstück umgab, verwunden war.
Den bewusstlosen Philipp nicht mehr vor Augen, und dem Wissen, dass er sich nun in guten Händen befand, dämpfte ihre Besorgnis ein wenig und sie fühlte sich nicht mehr ganz so verloren, wie noch vor einigen Minuten.
Sie trat einen Schritt zurück ins Haus, schloss die Tür und drehte sich zu der Stelle um, wo bis gerade eben Philipp gelegen hatte. Neben dem Garderobenschränkchen lag sein Schlüsselbund auf dem Boden, gegenüber seine achtlos hingeworfene Sommerjacke. Ob sie vorhin, als sie Philipp im Flur entdeckt hatte, schon dort lag oder sie ihm erst von dem Sanitäter ausgezogen worden war, konnte sie nicht sagen. Sie bückte sich nach den Schlüsseln und legte sie in eine dafür vorgesehene Keramikschale auf dem Schränkchen. Dann langte sie nach der Jacke. Als Elli sie anhob, glitten zwei Gegenstände auf die hellen Fliesen. In einem erkannte sie gleich Philipps lederne Geldbörse; der zweite war unverkennbar ein Smartphone.
Sie stutzte. Er hatte das gleiche Modell wie sie selbst, mit dem Unterschied, dass seines schwarz und ihres weiß war. Das Gerät, das zu ihren Füßen lag, war – grün.
Sie hob die Jacke vor sich und sah sie forschend an. Mit ihrer freien Hand tastete sie die Taschen ab und wurde schnell fündig. In der linken Innentasche steckte etwas. Ihre Finger glitten hinein und schlossen sich um kaltes Metall. Noch bevor sie es sah, wusste sie, dass dies sein Telefon war. Mit leicht zur Seite geneigtem Kopf betrachtete sie das andere Mobiltelefon wie einen Fremdkörper, der ungebeten in ihr Haus eingedrungen war.
Ohne den Blick davon abzuwenden schob sich ihr Daumen wie automatisch an den unteren Rand des in ihrer Hand liegenden Smartphones. Mit einem Druck auf den leicht nach innen gewölbten Knopf leuchtete das Display auf, was ihre Aufmerksamkeit von dem unbekannten Handy auf Philipps lenkte. Hinter der angezeigten Uhrzeit prostete sie sich breit lächelnd mit einem erhobenen Champagnerglas selbst zu. Die Aufnahme zeigte sie vor sechs Wochen, am Abend ihres siebten Hochzeitstages.
Sie drückte den Knopf ein weiteres Mal und ein Zahlenblock ersetzte das Bild. Nach Eingabe des vierstelligen Pins, den sie und Philipp sich aus Gründen der Redundanz, wie er es nannte, ebenfalls teilten, war das Gerät wie erwartet entsperrt. Ihr Blick verharrte einige Sekunden auf der Matrix bunter Bildchen vor ihr auf dem Bildschirm, ohne sie richtig wahrzunehmen. Dann schaltete sie das Gerät  aus, legte es neben dem Schlüsselbund ab und hob das andere vom Boden auf. Wieder drückte sie den Knopf, wieder zeigte das Display eine Frau. Jedoch war das Gesicht, das ihr mit geschürzten Lippen einen Kussmund entgegenreckte, nicht das ihre. Sie hatte diese Frau noch nie zuvor gesehen.
Unsicher wechselte Elli zur Pineingabe und versuchte denselben Code wie eben. Mit einem kurzen Vibrieren verweigerte das Handy ihr den Zugriff.
War das wirklich seins?, fragte sie sich. Vielleicht hatte er es nur gefunden und an sich genommen, um es später irgendwo abzugeben.
Sie entschied für den Moment, dass dies wohl die logischste Erklärung wäre, und legte es zu den anderen Sachen auf das Schränkchen. Außerdem hatte sie jetzt Wichtigeres zu tun, sagte sie sich, als sich um ein unbekanntes Smartphone zu kümmern.

Dreieinhalb Stunden später war Elli wieder zu Hause. Sie war mit gepackter Sporttasche ins Krankenhaus gefahren, wo sie erfuhr, dass es Philipp den Umständen entsprechend gut ging und sie ihn besuchen könne, er aber trotzdem die kommenden beiden Nächte zur Beobachtung auf der Station verbleiben müsse. Erleichtert darüber, dass es für ihn verhältnismäßig glimpflich ausgegangen war, suchte sie ihn in seinem Einzelzimmer auf, wo sie feststellen musste, dass er tief und fest schlief. Da Elli ihn, ob der vergangenen Ereignisse, nicht wecken wollte, stellte sie die Tasche in den Zimmerschrank und hinterließ Philipp eine kurze handschriftliche Notiz auf dem Beistelltisch, um sich anschließend wieder auf den Heimweg zu machen.
Wegen der Aufregung des ganzen Tages ging sie früh zu Bett. Obwohl sie sich müde und ausgelaugt fühlte, konnte sie nicht einschlafen. Immer wieder drängte sich Elli der Gedanke an das ihr unbekannte Smartphone ins Bewusstsein. Wem gehörte es, und wer war die fremde Frau?
Bisher hatte sie noch nie einen Anlass gehabt, zu denken, Philipp würde Geheimnisse vor ihr haben. Warum sollte das plötzlich anders sein? Nun gut, er hatte sich in den letzten Monaten etwas verändert, was Elli jedoch immer seiner neuen Arbeit zugeschrieben hatte. Seit er beschloss, seinen Job als Eventmanager an den Nagel zu hängen, und zu einer Art Motivationstrainer geworden war, war er noch weniger zu Hause, als es vorher ohnehin schon der Fall gewesen war. Es kam nicht selten vor, dass er eine ganze Woche auf irgendeinem Seminar oder Lehrgang verbrachte – oder selber welche gab. Aber rechtfertigte dies allein schon die Vermutung einer Affäre?
Mit einem lauten Seufzer drehte sich Elli auf die andere Seite und schob ihren Arm an die Stelle des Bettes, wo jetzt eigentlich Philipp neben ihr liegen sollte.
Wenn ich morgen ins Krankenhaus fahre, dachte sie, nehme ich dieses verflixte Ding einfach mit und frage ihn danach.

Ein hektisches lautes Piepsen schreckte Elli aus ihrem unruhigen Schlaf. Sie tastete mit tief im Kissen vergrabenem Gesicht blind nach dem Wecker auf ihrem Nachtkästchen, bis sie den Störenfried fand und ihn mit einem Klaps zum Schweigen brachte. Sie verharrte einige Sekunden in dieser Position, dann zog sie die Hand zurück und stemmte sich gähnend von der Matratze hoch. Blinzelnd spähte sie zu dem digitalen Ziffernblatt hinüber. Es war kurz nach halb acht Uhr morgens. Auch wenn ihr überhaupt nicht danach war, schälte sie sich träge aus den Laken und verließ das Bett. Bevor sie wieder zu Philipp ins Krankenhaus fuhr, wollte sie ein paar Sachen erledigen: Duschen, einen Kaffee trinken, die Schwiegereltern anrufen, die bisher von nichts wussten und – sich überlegen, wie sie Philipp auf das Smartphone ansprechen sollte.
Der letzte Gedanke war wie aus dem Nichts in ihrem Kopf aufgetaucht. Sie konnte sich beim besten Willen nicht erklären, warum er sie derart schwer beschäftigte. War es vielleicht, weil sie fürchtete, ein Geheimnis aufzudecken? Eines von der Sorte, die man lieber nicht wissen wollte. Eines, das ihr Leben aus den Angeln heben könnte. Andererseits, steckte nichts dahinter, würde sie die bohrende Ungewissheit nur unnötig quälen. Nein, sie musste ihn danach fragen, beschloss sie. Schließlich vertraute sie ihm. Wahrscheinlich wird er nur darüber lachen, und sie sich am Ende ziemlich blöd vorkommen, dachte Elli. Wenn sie es sich genau überlegte, passte die fremde Frau doch nicht einmal in Philipps Beuteschema. Sie kannte einige seiner Verflossenen und irgendwie waren sich diese äußerlich alle recht ähnlich. Genau wie sie selbst diese Reihe fortsetzte. Die Frau auf dem Foto war meilenweit davon entfernt. Sie war nicht mal besonders hübsch.
Zufrieden über ihre brillante Kombinationsgabe ging Elli ihre Liste der Erledigungen mit einem befreiten Gefühl an, dass alles in bester Ordnung sei und dieses dämliche Geheimnis sich bald erledigt haben würde.

»Hi«, quietschte Elli übertrieben mädchenhaft, als sie ihren Kopf in Phillips Krankenzimmer steckte und ihn aufrecht lesend im Bett sitzend vorfand. »Du bist ja wach.«
Philipp legte die Zeitschrift, die er gerade betrachtet hatte, beiseite und lächelte sie schief an, als sie in den Raum glitt und die Tür hinter sich schloss. Seine linke Gesichtshälfte war durch eine Schwellung aufgedunsen, wodurch sich sein Lächeln auf die rechte Hälfte beschränkte. Über das ramponierte Jochbein spannte sich blau-grün verfärbte Haut.
»Hi«, erwiderte er und sah zu, wie sich Elli einen Stuhl ans Bett stellte.
»Wie gehts dir?«, fragte sie und musterte den Verband, der Philipps Stirn verdeckte.
»Geht so«, sagte er. »Mir brummt immer noch der Schädel. Der Arzt sagte, ich hab ’ne Gehirnerschütterung und ein paar Prellungen, die zwar höllisch schmerzen, aber ansonsten harmlos sind.«
»Was ist denn gestern eigentlich passiert?«
Philipp lehnte sich ächzend zurück und erzählte Elli das, woran er sich erinnern konnte. Vom Unfall selbst waren lediglich einige verschwommene Erinnerungsfetzen geblieben. Klarer waren die Ereignisse danach. Wie er gedacht hatte, es sei nicht so schlimm und deswegen ein Taxi bestellt hatte, sobald der Abschleppdienst vor Ort war, um seinen fahruntüchtigen Wagen wegzuschaffen. Er konnte sich auch vage daran erinnern, zu Hause angekommen zu sein. Dort verloren sich jedoch die klaren Bilder erneut, bis er im Krankenhaus wieder zu sich gekommen war.
»Du hattest großes Glück«, sagte Elli mit brüchiger Stimme, nahm seine Hand in die ihre und lächelte ihn angespannt an. »Für einen kurzen Moment hatte ich wirklich Angst um dich, so neben dir, wie du warst.«
»Habe ich eigentlich irgendwas gesagt, als du mich gefunden hast?«, fragte er, und sah Elli dabei unverwandt in die Augen.
Irgendetwas in dieser Frage ließ Ellis sorgenvolles Lächeln verrutschen.
»Was … was meinst du?«, fragte sie bemüht ruhig.
»Ach, nichts. Vergiss es«, meinte er leichthin. »Ich kann mich eben an nichts mehr davon erinnern.«
Vergiss es, hallte es in Ellis Kopf wider. Was sollte das denn heißen? Plötzlich wurde sie sich des Gewichts in ihrer Tasche bewusst. Als wäre das fremde Smartphone dort gerade erst erschienen.
»Was ist los?«, fragte er und holte Elli aus ihren Gedanken.
»Gar nichts«, antwortete sie etwas zu schnell. »Ich bin nur nach wie vor ein bisschen mitgenommen. Das war gestern ein ziemlicher Schock für mich. Nichts weiter.«
Philipps Mund verzog sich erneut zu einem Ausdruck, der ein Lächeln hätte sein können, doch auf Elli wirkte er eher wie eine Maske, hinter der sich etwas Lauerndes versteckte.
In die entstandene Stille, die Elli als äußerst unbehaglich empfand, trat plötzlich die Stimme eines Mannes, als sich hinter ihr die Tür öffnete. Sie drehte sich auf dem Stuhl herum, froh ihre Augen von Philipp abwenden zu können, und sah eine Krankenschwester und den Arzt eintreten, der ihr tags zuvor über Philipps Zustand berichtet hatte.
Der Arzt grüßte beide mit distanzierter Freundlichkeit und bat Elli auf den Gang, um dort zu warten, bis er Philipp untersucht hatte.
Elli kam der Bitte nur allzu gerne nach. Draußen ging sie einige Schritte den Flur entlang und setzte sich auf einen Stuhl.
Hab ich irgendetwas gesagt? Die Worte ließen sie nicht mehr los.
Sie griff in die Tasche ihrer Jeans, zog das Smartphone heraus und betrachtete es abschätzig. Mit einem Mal war sie sich sicher, dass dieses Ding etwas vor ihr verbarg. Irgendwo da drin waren die Antworten auf ihre Fragen. Sie musste sie nur finden – und Elli wusste auch schon wie.
Nachdem der Arzt wieder gegangen war, ging Elli zu Philipp zurück und verbrachte eine knappe Stunde damit, mit ihm über belangloses Zeug zu reden. Als ihm schließlich das Essen aufs Zimmer gebracht wurde, nahm Elli dies zum Anlass, sich von ihm mit den Worten zu verabschieden, später am Tag noch einmal wiederzukommen.
Mit einem klaren Ziel vor Augen fuhr sie nach Hause, um dort die Zeit totzuschlagen, bis es soweit war, ihr Vorhaben in die Tat umzusetzen. Bis dahin konnte sie nur abwarten.
In Erwartung auf das Kommende verging die Zeit für sie so zäh, als hätte Elli sie im Wartezimmer zugebracht. Um so froher war sie, als es endlich auf sechs Uhr abends zuging.
Das sollte reichen, dachte sie und machte sich erneut auf den Weg zu Philipp, das Smartphone frisch aufgeladen in ihrer Tasche.
Ohne Hast fuhr sie zurück zum Krankenhaus und schritt voller Zuversicht die langen weißen Flure ab. Je näher sie Philipps Zimmer kam, desto überzeugter war sie von ihrem Plan. Ging er in allen Einzelheiten auf, wäre es für sie ein unumstößlicher Beweis dafür, dass Philipp ihr etwas vorenthielt. Sollte er an einem gewissen Punkt nicht funktionieren, musste sie sich wohl eingestehen, sich geirrt zu haben und die letzten beiden Tage ohne jeglichen Grund einem Phantom hinterhergejagt zu sein, das nur in ihrer Vorstellung existierte.
Phase eins lief exakt ab, wie von Elli geplant. Sie aßen beide zusammen auf dem Zimmer zu Abend. Anschließend machte Elli den Vorschlag, Philipp noch eine Zeitlang Gesellschaft zu leisten, und schaltete den an der Wand hängenden Fernseher ein. Es dauerte keine vierzig Minuten und Philipp lag wie erwartet mit geschlossenen Augen selig schlafend im Bett.
Zeit für Phase zwei, dachte Elli und beugte sich zu Philipp hinüber, um ihm sachte über den Arm zu streichen.
Keine Reaktion. Perfekt.
Sein Gesicht aufmerksam im Blick, glitten Ellis Fingerspitzen den Unterarm hinunter, bis zu Philipps schlaffer Hand. Ihre Finger schoben sich zwischen die seinen und sie drehte seine Hand vorsichtig auf den Rücken. Dann holte Elli das Smartphone heraus und brachte den Fingerabdrucksensor in die richtige Position, um ihn unter Philipps Daumen schieben zu können.
Sie hielt den Atem an.
»Bitte Gott«, flehte sie im Stillen. »Mach, das ich mich irre.«
Doch Gott hatte offensichtlich andere Pläne, denn eine Sekunde, nachdem der Daumen den Sensor berührte, lag das Telefon entsperrt in Ellis Handfläche.
Ein eisiger Griff packte ihre Eingeweide und ließ sie frösteln. Mit schreckgeweiteten Augen starrte sie ungläubig auf das wie ein Leuchtfeuer im Halbdunkel strahlende Display. Auch wenn sie dieses Szenario durchaus in Betracht gezogen hatte, während sie immer und immer wieder alle Möglichkeiten im Geiste durchgespielt hatte, war sie jetzt völlig überrumpelt.
Es ist seins, scholl es in Ellis Kopf. Es ist tatsächlich seins.
Unglücklicherweise endete ihr Plan an dieser Stelle, weshalb sie sich nun hilflos im schummrigen Zimmer umsah, ohne eine Ahnung, was sie jetzt tun sollte. Dann blieb ihr Blick an der Badezimmertür haften. Sie löste den Griff um Philipps Hand, die sie immer noch festhielt, und schlich auf Zehenspitzen zu dem kleinen Raum hinüber. Dort drinnen konnte sie sich ungestört mit dem Inhalt des Geräts befassen. Elli zog dir Tür hinter sich zu und schloss ab. In Ermangelung einer Sitzgelegenheit klappte sie den Toilettendeckel herunter und setzte sich darauf. Mit gekrümmtem Rücken und den Ellbogen auf den Oberschenkeln hockte sie eine Weile reglos da und beäugte unschlüssig das entsperrte Smartphone.
Was sollte sie jetzt tun? Wo sollte sie anfangen zu suchen?
Elli dachte krampfhaft darüber nach, kam jedoch zu keinem befriedigenden Schluss, da sie ja nicht einmal wusste, wonach sie eigentlich suchte. Schließlich drückte sie auf die Messanger-App und landete direkt in einer geöffneten Unterhaltung. Oben, in einem kleinen kreisrunden Bildchen, erkannte Elli gleich die Frau, die auch auf dem Sperrbildschirm abgebildet war. Daneben stand »Jennifer«.
Das war also der Name dieser hässlichen Schlampe. Elli durchzuckte ein Blitz grellen Zorns. Mit angespannten Kiefermuskeln überflog sie den Chat, der aus nichts anderem, als den üblichen nichtssagenden Satzfetzen bestand. Plötzlich fiel Elli etwas ein. Sie wischte die Sprechblasen wieder nach oben, bis sie am letzten Eintrag anlangte.
»Scheiße«, hauchte sie gedehnt. Der Zeitstempel der Nachricht war von gestern Morgen, dem Tag, wo Philipp von seinem Seminar zurückkam und den Unfall hatte.
»Ich fahr jetzt los«, las sie leise. »Wir sehen uns.«
Die Augen zu Schlitzen verengt, drückte Elli die Unterhaltung zähneknirschend weg und öffnete die Foto-App.
Wieder diese Frau. Diesmal im Badeanzug.
Elli wischte das Bild voller Abscheu beiseite. Jetzt sah sie Häuser. Vom Stil her italienisch, vermutete sie. Dann noch mehr Häuser, das Meer, wieder die Frau, ein Auto – und so weiter. Elli wischte sich immer weiter in die Vergangenheit, auf der Suche nach etwas Brauchbarem, bis sie endlich auf ein Foto stieß, das sie abrupt innehalten ließ. Der Schnappschuss zeigte Philipp, der gerade in seinen Wagen stieg. Es war aus einiger Entfernung aufgenommen worden, aber nahe genug, um ihn eindeutig zu erkennen.
Elli wunderte sich kurz über die seltsame Perspektive, war jedoch zu aufgeregt, sich lange damit aufzuhalten, und strich auch dieses Bild weg. Nach und nach tauchte Philipp immer öfter auf den Fotos auf. Mal beim Sport, beim Einkaufen, in der Werkstatt, vor seinem Büro in der Stadt, zu Hause vorm Pool, bei –
Ellis Herz setzte einen Schlag aus und sie erstarrte. Was zum …
Sie blätterte schnell ein Bild zurück. Sie hatte sich nicht getäuscht. Da war Philipp, lesend in Badehose auf einem Liegestuhl am hauseigenen Pool. Und im Schatten unter dem Rahmen der Terrassentür stand noch jemand: sie selbst.
Es war nicht zu übersehen, dass auch dieses Foto aus einer Distanz aufgenommen worden war, wie man sie, wohl meist aus Filmen, von Überwachungsfotos eines Detektives kennt. Aber wieso sollte Philipp sich selbst überwachen lassen?
Elli schüttelte irritiert den Kopf und suchte weiter.
Mittlerweile bestanden die Motive aus nichts anderem mehr, als Philipp in den unterschiedlichsten Situationen. Oft waren auch andere Mitglieder ihrer beiden Familien mit abgebildet. Insbesondere sie, Elli. Jedoch war sie nie alleine auf einem Bild, sondern, wenn überhaupt, dann mit Philipp. Es wirkte ohnehin stets, als wäre sie nur rein zufällig mit aufgenommen worden. Der Fokus lag eindeutig bei ihrem Mann.
Elli spürte ihren immer heftiger werdenden Herzschlag. Ihr Mund war wie ausgetrocknet. Fühlte es sich so an, verfolgt zu werden? Aber von wem und vor allem warum? Sie hatte nicht einmal ansatzweise eine Antwort auf diesen Fragen.
Gedankenverloren wischte Elli unablässig die Bilder weiter. Gerade, als sie entschied, genug gesehen zu haben, erschien ein Foto vor ihr, das ihr einen schmerzhaften Stich versetzte. Es war wieder Philipp, jedoch wies diese Photographie einen unübersehbaren Unterschied zu allen anderen auf. Auf diesem wusste er, dass er photographiert wurde. Er saß vor dem Tresen einer Strandbar, lächelte breit in die Kamera und – hielt die andere Frau im Arm.
Das war endgültig zu viel für Elli. Sie musste hier raus. Sie musste unbedingt hier raus. Ihr wurde plötzlich übel und als sie aufstand, wäre sie um ein Haar umgekippt. Im letzten Moment bekam sie das Waschbecken zu fassen und krallte sich daran fest. Ihre Knie fühlten sich an, als wären sie aus Gelatine. Es brauchte mehrere tiefe Atemzüge, bis Elli sich soweit gefangen hatte, dass sie sich aufrichten konnte, ohne erneut Gefahr zu laufen, hinzufallen.
Das Handy darf auf gar keinen Fall ausgehen, dachte sie geistesgegenwärtig und fuhr mit einem Finger über das Display.
Sie wandte sich der Tür zu, öffnete die Verriegelung und drückte mit wild pochendem Herzen die Klinke herunter. Ihr Magen verkrampfte sich so sehr, dass ihr Magensäure in der Kehle brannte. Wie ein Einbrecher spähte sie verstohlen in den Raum dahinter, um sicherzugehen, dass Philipp immer noch schlief. Erleichtert stellte sie fest, dass dem so war, und so schlich sie zum Stuhl vor seinem Bett und zog vorsichtig ihre Handtasche von der Lehne. Es kostete Elli all ihre Selbstbeherrschung, nicht Hals über Kopf Richtung Ausgang zu stürzen. Unter größter Mühe ging sie langsam zur Zimmertür, zog sie auf und huschte in den hell erleuchteten Flur. Draußen verharrte sie einen Moment in höchster Anspannung und atmete erst hörbar aus, als sie an der Tür horchend keinen Laut vernehmen konnte. Geschafft.
Mit einem kurzen Blick auf das Handy – und einem weiteren Wischen – stürmte sie aus dem Krankenhaus.
Während der gesamten Heimfahrt überlegte Elli fieberhaft, wie es jetzt weitergehen sollte. Spätestens morgen, wenn Philipp zurück nach Hause kommen würde, musste das Smartphone sich wieder genau an dem Ort befinden, wo er es zuletzt gehabt hatte. Was für Elli nichts anderes bedeutete, als dass dies der letzte Abend war, an dem sie darauf Zugriff haben würde. Denn Philipp auf das Handy anzusprechen kam für sie nicht mehr in Frage. Zwar konnte sich Elli immer noch keinen Reim auf die seltsam anmutenden Fotos machen, die den Eindruck erweckten, jemand würde Philipp überwachen, war die Deutung des letzten umso unmissverständlicher. Und so viel stand für Elli fest: Damit würde er nicht durchkommen. Alles was Philipp war, hatte er ihr zu verdanken. Alles. Wenn er glaubte, sie würde weiterhin seine dämliche Motivationtrainerspinnerei finanzieren, während er sich mit dieser Schlampe amüsierte, hatte er sich gründlich getäuscht. Doch sie durfte jetzt nichts überstürzen. Wenn sie Philipp zu früh mit ihrer Entdeckung konfrontierte, konnte er nur allzuleicht alles abstreiten. Was hatte sie schon für Beweise?
Dieser Gedanke führte sie zurück zu ihrem eigentlichen Problem: Wie ging es jetzt weiter? Ihn selbst zu beschatten war völliger Blödsinn, sie war ja schließlich kein – Detektiv.
Plötzlich ging Elli ein Licht auf. Natürlich, es war so einfach, dachte sie und ein Lachen stahl sich aus ihrer Kehle. Warum war sie darauf nicht gleich gekommen?
Die Eingebung versetzte sie in helle Aufregung. Sie wollte nicht warten, bis sie zu Hause war, und sah sich deshalb eilig nach einer Haltemöglichkeit um.
Damals, während des Studiums, wohnte Elli mit einer jungen Frau zusammen in einer Wohngemeinschaft. Sie hieß Lena und war zu jener Zeit eine enge Freundin gewesen. Irgendwann, es war vielleicht im vierten oder fünften Semester, hatte Lena den Verdacht, ihr Freund würde sie betrügen, womit sie, wie sich herausstellen sollte, völlig richtig gelegen hatte. Der springende Punkt jedoch war, wie sie es damals angestellt hatte, ihren Freund auf frischer Tat zu ertappen.
Vor Elli tauchte ein goldenes M zwischen den Häusern auf. Sie trat auf die Bremse, lenkte ihren Wagen auf den Parkplatz des Schnellrestaurants und stellte den Motor ab.
Lena hatte sich in einem günstigen Moment das Handy ihres Freundes geschnappt und eine Funktion aktiviert, die es ihr ermöglichte, dessen Standort zu sehen. Und genau das Gleiche hatte Elli nun auch vor. Die besagte App war schnell gefunden und ebenso schnell eingerichtet.
Nachdem Elli sich auf ihrem Smartphone davon überzeugt hatte, dass alles wie gewollt funktionierte, sah sie triumphierend auf Philipps Zweithandy hinunter und dachte mit grimmiger Zufriedenheit: Jetzt hab ich dich, Freundchen.
Der Rest war ein Kinderspiel. Es war sogar so einfach, dass Elli sich fragen musste, wie Philipp es geschafft hatte, diese andere Beziehung so lange vor ihr geheimzuhalten. Als er aus dem Krankenhaus zurückkam, hatte es nicht mehr gebraucht, als das altbekannte Spielchen mit der guten Miene zu spielen, und dem Vorwand, das Wochenende in einem Wellnesshotel verbringen zu wollen, weil die Freundin einer Freundin kurzfristig abgesprungen war. Und so hatte sie am Freitagabend einen Koffer gepackt und war tags darauf früh morgens aufgebrochen, um sich mit der besagten Freundin zu treffen – zumindest in der offiziellen Version. In Wahrheit fuhr Elli in ein nahes Parkhaus und wartete, ihr Smartphone auf dem Schoß, ob Philipp ihren Köder geschluckt hatte. Es verging nicht einmal eine Stunde, bis der pulsierende Punkt, der den Standort von Philipps Handy markierte, sich auf der stilisierten Karte vor ihr in Bewegung setzte. Zehn Minuten später nahm Elli die Verfolgung auf.
Die Markierung schob sich stadtauswärts, stoppte an einem Ort, der auf der Karte als Autovermietung gekennzeichnet war, und setzte seinen Weg anschließend in Richtung östlicher Stadtgrenze fort.
Die Fahrt dauerte gut drei Stunden, in denen Elli sich die ganze Zeit über ausmalte, wie sie der nahenden Konfrontation begegnen könnte. In ihrer Fantasie spielten sich die verschiedensten Szenen ab: Von einem schweigsamen Auftritt, in dem sie Philipp und dieser Jennifer einfach nur wortlos eine schallende Ohrfeige verpasste, sich umdrehte und wieder ging, über die Verbrüderung mit eben dieser gegen Philipp, bis hin zur körperlichen Auseinandersetzung mit ihm oder der Frau. Die Variante, in der sie schreiend über Jennifer herfiel und sie bis zur Bewusstlosigkeit würgte, gefiel Elli jedoch mit Abstand am besten. Elli war kein aggressiver Mensch, war es nie gewesen, doch ihr Pazifismus hatte seine Grenzen. Und die Demütigung, die sie bei Philipps Tat empfand, machte diese Grenze höchst durchlässig. Sollte sich dieses Gefühl der Erniedrigung in gleichem Maße in Zorn verkehren, konnte Elli für nichts garantieren.
Irgendwo in einem kleinen Kaff, nahe der polnischen Grenze, endete die Reise des unheilverkündenden winzigen Punktes. Um den Vorteil des Überraschungsmomentes nicht zu verspielen, parkte Elli in großzügigem Abstand zum Zielort und brachte den Rest des Weges rasch zu Fuß hinter sich. Viele der Häuser um sie herum erweckten den Eindruck, als wären sie bereits seit langer Zeit verlassen. Überhaupt wirkte der ganze Ort wie von der Welt vergessen. Hier wohnten mit Sicherheit nur noch Menschen, die schlicht keine andere Wahl hatten. Der Gedanke daran, dass Philipp sie mit einer Frau aus derartigen Verhältnissen betrog, nahm für Elli immer groteskere Züge an. Wieder kam ihr in den Sinn, ob nicht vielleicht doch etwas ganz anderes hinter dieser verrückten Sache steckte.
Egal, dachte Elli. Die Zeit der Grübeleien war vorbei. So oder so, würde sie in wenigen Augenblicken die Antworten bekommen, wegen derer sie bis zum Arsch der Welt gefahren war.
Ein Blick auf die virtuelle Karte verriet ihr, dass sie nur noch zwei Häuser von Philipps Aufenthaltsort trennten. Sie verlangsamte ihre Schritte und spähte verstohlen die gerade Straße entlang. Keine Menschenseele war zu sehen. Als sie das letzte Grundstück auf halber Höhe passierte, vernahm sie deutlich die aufgebrachte Stimme einer Frau. Sie ging weiter auf das kleine Einfamilienhaus zu, das genauso abgenutzt und vernachlässigt aussah, wie die umstehenden Bauten. Bevor sie an dessen verwilderter Hecke anlangte, mischte sich Philipps unverkennbarer Bariton in die Schimpftirade.
Ärger im Paradies, dachte Elli mit grimmiger Genugtuung und versuchte auszumachen, ob sie von der Straße aus irgendjemanden durch die schmutzigen Scheiben drinnen erkennen konnte. Da niemand zu sehen war, schwang sich Elli in einer geschmeidigen Bewegung über den lebendigen Zaun, huschte geduckt zur Hauswand und schob sich wie ein Einbrecher, mit dem Rücken am bröckligen Putz entlang, der Quelle des lautstarken Streits entgegen. Dabei bot ihr die sich selbst überlassene, wild wuchernde Hecke einen idealen Schutz vor neugierigen Blicken von außerhalb.
»Mir reichts!«, hörte Elli die Frau brüllen, als sie sich um die Hausecke drückte und unter einem Fenster innehielt, hinter dem sich die beiden Streitenden der Lautstärke nach befinden mussten. »Seit sechs Monaten erzählst du mir die gleiche Scheiße. Sechs Monate!« Die Stimme der Frau überschlug sich fast.
»Bisher läuft doch alles nach Plan«, versuchte Philipp die Frau, die niemand anderes als Jennifer sein konnte, zu besänftigen.
»Du hast leicht reden«, keifte diese. »Ich sitze ja nach wie vor in diesem Drecksloch fest, während du dir eine schöne Zeit mit diesem verwöhnten Flittchen machst.«
Elli kniff erzürnt die Augen zusammen. Das war ja wohl die Höhe. Das Miststück sprach von ihr, als wäre sie diejenige, die einer anderen den Mann streitig machte. Damit rückte das Würge-Szenario auf ihrer Favoritenliste nochmals ein gutes Stück in die oberen Ränge.
»Wie sollte es denn deiner Meinung nach sonst ablaufen?«, entgegnete Philipp harsch. »Du hättest ihren Mann ja schlecht ersetzen können. Oder siehst du das anders?«
Elli glaubte, sich verhört zu haben. Was sollte das denn bedeuten?
»Wo wir zum nächsten Punkt kämen. Wer kümmert sich denn die ganze Zeit um ihren Mann? Das bleibt komplett an mir hängen und wäre noch nicht einmal nötig, wenn du die Eier hättest, es zu Ende zu bringen.«
»Wir müssen auf die richtige Gelegenheit warten«, verteidigte sich Philipp.
»Bullshit«, herrschte ihn Jennifer an. »Du hast einfach nur die Hosen voll. Ich glaube«, setzte sie nach, »jetzt, wo du erreicht hast, was du wolltest, bin ich dir scheißegal.«
»Wie bitte?«, fragte Philipp mit einem zornigen Ausdruck in der Stimme. »Wessen Idee war es denn, ihn auszunehmen?«
»Ihm seine Kohle abzunehmen«, übertönte ihn Jennifer wütend. »Das war mein Teil des Plans. Aber als du gesehen hast, wie er lebt, hat dich doch die Gier gepackt.«
Elli war kurz davor den Faden zu verlieren. Von was redeten die beiden da bloß?
»Ich kann mich nicht erinnern, dass du irgendwelche Einwände hattest, als ich dir von meinem Plan erzählt habe, meinen Bruder verschwinden zu lassen«, donnerte Philipp.
Vor Schreck hätte Elli beinahe laut aufgeschrien. Sie drückte sich beide Hände auf den Mund und starrte mit weit aufgerissenen Augen ins Leere. Ihr Herz schlug plötzlich so laut in ihrer Brust, dass sie Angst hatte, die beiden könnten es hören.
»Worüber beschwerst du dich eigentlich?«, wollte Philipp wissen. »Ich trage doch schließlich das ganze Risiko.«
»Was?«, fauchte Jennifer und klang beinahe ein wenig fassungslos. »Sieh dich doch mal an. Was wäre denn, wenn du bei diesem beschissenen Unfall umgekommen wärst? Hast du daran schon mal gedacht?«
»Ach, darum geht’s hier«, erwiderte Philipp kalt. »Du machst dir Sorgen darüber, dass dir der Geldhahn zugedreht werden könnte.«
Ein lautes Klatschen ließ Elli zusammenfahren. Sie begann unkontrolliert zu zittern.
»Schlag mich noch einmal«, zischte Philipp, »und ich vergesse mich.«
»Dann hör auf, so eine blöde Scheiße zu behaupten«, presste Jennifer hervor. Sie schien den Tränen nahe. »Wie soll ich denn mit der ganzen Sache zurechtkommen, wenn dir was passiert. Ich kann niemanden umbringen. Das weißt du ganz genau.«
Umbringen? Elli stockte der Atem. Sie war vollkommen verwirrt. Wurde sie gerade Zeuge eines Mordkomplotts? Wollten die beiden etwa sie töten?
Irgendwo im Haus läutete ein Telefon, woraufhin der Streit pausierte. Elli dachte indes panisch daran, dass sie von hier wegmusste, und zwar schnell. Am besten sie fuhr gleich zur Polizei, denn hier ging es nicht um eine Affäre, sondern um einen geplanten Mord.
Elli hatte gerade beschlossen, ihren Rückzug anzutreten, als sie ein Geräusch erstarren ließ.
»Hallo Elli«, raunte eine tiefe Stimme unheilvoll in ihrem Rücken.
Ihr war, als wäre ihr Herz stehen geblieben. Ein schmerzhafter Druck breitete sich in ihrer Brust aus. Sie konnte nicht mehr atmen und war unfähig, sich zu bewegen.
»Ein aufmerksamer Nachbar hat eben bei uns angerufen und mich wissen lassen, dass jemand in unserem Garten herumschleicht«, sagte Philipp in bedrohlichem Ton. »Du kannst dir nicht vorstellen, wie erstaunt ich war, als ich dich hier vorgefunden habe.«
Elli sagte nichts. Sie konnte nicht.
»Tut mir leid, Elli«, sagte Philipp und ehrliches Bedauern schwang in seiner Stimme mit. »So hätte es nicht enden sollen.«
Dann zersprang Ellis Wahrnehmung in tausend Funken und die Welt um sie herum verlor sich in Dunkelheit.

Das erste, was Elli fühlte, als sie wieder zu sich kam, war ein heftig pulsierender Schmerz, dessen Zentrum sich auf der rechten oberen Hälfte ihres Hinterkopfs befand. Benommen hob sie einen Arm und tastete nach der Stelle. Ihre Finger erfühlten eine mächtige Beule, überdeckt von klebrigem Haar. Der rasende Kopfschmerz vernebelte ihr die Gedanken und es kostete sie einige Anstrengung, die Augen zu öffnen. Verschwommen wunderte sie sich darüber, dass es trotzdem Dunkel blieb.
Dann strömte die Erinnerung mit der Gewalt eines reißenden Flusses in ihr Bewusstsein zurück und überrollte sie mit voller Wucht. In einem reflexartigen Atemzug sog Elli die Luft ein, wie ein Ertrinkender, dessen Kopf im letzten Moment durch die Wasseroberfläche bricht. Erst jetzt realisierte sie, dass sie auf dem Boden lag.
Ungeachtet des Trommelfeuers zwischen den Schläfen sprang sie auf die Beine und stolperte blind in eine Richtung, bis etwas sie gewaltsam am Knöchel packte und sie vornüber kippte.
Dies lag nun drei Tage zurück. Drei Tage, in denen Elli verschiedene Phasen durchlaufen hatte. Sie schwankte zwischen Hoffnung und Verzweiflung, Illusion und Enttäuschung. Zu Beginn überwog die Angst, dann das Gefühl verrückt zu werden. Aber an dem Punkt, wo die meisten sich wahrscheinlich aufgegeben hätten, entwickelte sich Ellis Zustand in eine völlig andere Richtung. Ein Gedanke, der, in der absoluten Finsternis, die ihrer Welt alle Schranken nahm, zu einer Präsenz anschwoll, als wäre noch jemand mit ihr im Raum, pflanzte eine Saat in ihrem Inneren, die rasend schnell gedieh. Das Gewächs hieß Zorn und es brannte mittlerweile gleißend hell in ihr. Elli war bereit, zu ernten, und sie würde dieses glühende Monster loslassen wie einen Sturm. Das schuldete sie ihm, dem Mann, der ihr das alles angetan hatte.
Seit Elli in dem dunkeln Kerker saß, hatte sie ihn zwei Mal gesehen. Das erste Zusammentreffen an diesem Ort war nur kurz gewesen. Er suchte sie in einem Moment tiefster Verzweiflung auf, wodurch sie nicht fähig war, mit ihm zu interagieren. Also stellte er einfach ein üppig gefülltes Tablett mit Essen und eine große Plastikflasche Wasser vor ihr ab. Danach verschwand er für viele Stunden, zumindest nach Ellis Zeitgefühl. Als er das zweite Mal aufgetaucht war, verhielt es sich anders. Die Stimme in Ellis Kopf war noch leise gewesen, jedoch deutlich genug, um ihren Überlebenswillen neu anzufachen. Ihr, dieser flüsternden Stimme, war es auch zu verdanken, dass Elli ihren Entführer, den ihr Verstand bis dahin noch immer als ihren Mann Philipp zu erkennen suchte, ansprach. Und er – er antwortete so bereitwillig, als wäre die Wahrheit eine Last, die zu tragen er nicht länger gewillt war. Andererseits hatte es auch genauso gut simple Arroganz sein können, die ihn dazu veranlasste, sich ihr zu offenbaren. Letztendlich spielte es für Elli keine Rolle, weshalb er für sie den Vorhang der Unwissenheit beiseitezog und sie auf den Weg der Erkenntnis führte.
»Ich war«, hatte er zu erzählen begonnen, »der sieben Minuten ältere Zwillingsbruder des Mannes, den du viele Jahre später als Philipp Martens kennenlernen solltest. Mein Name tut an dieser Stelle nichts zur Sache«, meinte er und lehnte sich mit dem Rücken gegen die nackte Mauer. »Unser beider Leben startete in einer denkbar schlechten Ausgangssituation«, fuhr er fort. »Die zwei Menschen, die das Schicksal als unsere Eltern auserkor, hatten weder die finanziellen Mittel noch die emotionale Stärke, um die Verantwortung für ein lebendes Wesen zu übernehmen. Dementsprechend waren sie völlig aus dem Häuschen, als Mutter von ihrer Schwangerschaft erfuhr. Schon nach drei oder vier Monaten überforderte sie der Gedanke, ein Kind großziehen zu müssen, so sehr, dass sie sich bald darüber einig waren, das Neugeborene, wenn es zur Welt gekommen war, sofort abzugeben. Was, wenn du mich fragst, für alle Beteiligten sicher das Beste gewesen wäre.
Unglücklicherweise brachte jemand aus dem Umfeld meines nichtsnutzigen Vaters, das nur aus Versagern und Kriminellen bestand, ihn auf eine folgenschwere Idee. Dieser Jemand fragte ihn, wieso er so dämlich sein wollte, ein Kind zu verschenken, wenn es doch eine viel bessere Möglichkeit gäbe. Für eine kleine Aufwandsentschädigung könnte er ihn mit Leuten bekannt machen, die Kinder an Menschen vermitteln, die zwar einen starken Kinderwunsch verspüren, denen das Leben dieses Glück aber verwehrt.« Er schnaubte bitter. »Nach diesem Angebot verging nicht einmal eine Woche, dann saßen meine Erzeuger den Martens’ gegenüber. Zwei gut betuchte Enddreißiger, die sich nichts sehnlicher wünschten, als ein eigenes Kind zu haben. Zehn Jahre hatten sie es zu diesem Zeitpunkt bereits vergeblich versucht. Die Frau hatte zwei Fehlgeburten hinter sich, und konnte keine weitere mehr ertragen. Eine Adoption kam für die Martens’ nicht in Frage, da der Ehemann wegen Steuerhinterziehung eingesessen hatte. Um sich ihren Kinderwunsch trotzdem noch zu erfüllen, blieb ihnen, ihrer Meinung nach, nur diese allerletzte Möglichkeit. Mein Vater war natürlich sofort einverstanden. Ihm war es scheißegal, wem er das Kind verkaufen konnte, solange der Preis stimmte, weshalb sie sich schnell einig waren.
Die Zeit bis zum regulären Geburtstermin nutzten die Martens’, um in ihrem Umfeld die frohe Botschaft zu verbreiten und eine Scheinschwangerschaft vorzutäuschen. Sie versorgten meine Mutter, die ebenso wenig krankenversichert war wie mein Vater, sogar mit genug Geld, damit sie regelmäßig zum Arzt hätte gehen können. Natürlich fanden diese schnell eine bessere Verwendung dafür. Hätten sie das nicht getan, wäre schon viel früher aufgefallen, dass meine Mutter nicht nur ein Kind, sondern zwei bekommen würde. Zwillinge.
Zu dem Zeitpunkt, als dies raus war, wollten die Martens’ aber kein zweites Kind mehr nehmen. Sie hatten alle ihren Bekannten schon darauf eingestimmt, dass sie ein Kind bekommen würden. Und da es in keiner ihrer beiden Familien jemals zu einer Mehrlingsgeburt gekommen war, vertraten sie außerdem die Meinung, es wäre zu auffällig, wenn sie als erste in ihrer Ahnenreihe Zwillinge bekommen würden. Mein Vater soll so zornig geworden sein, dass das ganze Vorhaben beinahe gescheitert wäre. Am Ende siegte jedoch seine Gier, und die Hoffnung, ein derartiges Geschäft mit einer anderen Familie wiederholen zu können, und er gab nach. Die Wahl, welchen der beiden Söhne die Martens’ bekommen sollten, fiel ihm indes umso leichter. Weil er nach wie vor wütend auf die Martens’ war, wollte er ihnen den Erstgeborenen vorenthalten und stattdessen den Zweitgeborenen verkaufen. Somit war mir das große Glück beschieden, vorerst bleiben zu dürfen, bis sich eine weitere Gelegenheit für meinen Vater auftat. Leider stellte sich heraus, dass ein bereits geborenes Kind wesentlich schlechter zu vermitteln war. Dank glänzender Beziehungen zu einer ansehnlichen Menge von menschlichem Abschaum, eröffnete sich meinem Vater bald eine neue Möglichkeit, mit seinem Erstgeborenen Geld zu verdienen. Und so wurde ich nicht verkauft, sondern an Leute verliehen, die Kinder ebenso gern haben – nur eben auf eine andere Art und Weise.
So wuchs ich, ohne das Geringste von einem Bruder zu wissen, in einer Welt auf, in der Gewalt und Missbrauch zum normalen Alltag gehörten. Je älter ich wurde, desto öfter spielte ich mit dem Gedanken einfach zu verschwinden. Einzig die Überzeugung, dass mein ehrenwerter Vater meine Mutter totprügeln würde, wenn ich nicht mehr da war, ließ mich diese Pläne niemals verwirklichen. Sie war es, die als einzige etwas Licht in mein düsteres Leben brachte.
Eines schönen Tages hatte das Schicksal aber endlich ein Einsehen und erlöste uns von der Tyrannei meines Vaters. Gerechterweise brachte ihn genau jener Wesenszug zu Fall, der für uns ein Leben in ständiger Angst bedeutet hatte. Er ging im Streit auf einen anderen Mann los, der ihn, ohne zu zögern, mit einem Stich in den Bauch und einem zweiten in den Hals, zum Teufel schickte. Von da an war es für mich und meine Mutter ein wenig besser, wenngleich nicht unbedingt leichter, war er doch trotz allem unser Ernährer gewesen.
Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch immer nichts von der gemeinsamen Tat meiner Eltern, weshalb ich bei meiner Mutter blieb, obwohl keine Gefahr mehr von meinem Vater für sie ausging.
Meine Einstellung dazu änderte sich erst, als meine Mutter auf dem Sterbebett das schlechte Gewissen packte. Sie war eine gläubige Frau und bekam es deshalb mit der Angst zu tun. Wohl einzig aus diesem Grund offenbarte sie sich mir kurz vor ihrem nahenden Ende. Hätte sie ihr Geheimnis mit ins Grab genommen, säßen wir beide heute vermutlich nicht hier.«
»Das ist eine wirklich traurige Geschichte«, brachte Elli mühsam hervor, als er endlich geendet hatte. »Aber was hat das alles mit mir zu tun?«
»Kannst du dir vorstellen, wie ich mich fühlte«, sagte der Mann, der nicht Philipp war, ohne auf Ellis Frage einzugehen, »als ich erfuhr, dass mein ganzes beschissenes Leben die Konsequenz einer aus Trotz gefällten Entscheidung war? Und die Frau, wegen derer ich niemals die Flucht ergriffen hatte, mich all die Jahre belogen hatte?«
»Was hat das alles mit mir zu tun?«, wiederholte Elli ihre Frage. Die Geschichte fing an sie zu langweilen. Viel lieber wollte sie hören, was die leise Stimme in ihrem Kopf ihr zu sagen hatte.
»Mit dir hat das Ganze eigentlich gar nichts zu tun«, gab er freimütig zu. »Du bist eher zufällig an dieser Sache beteiligt, die anfangs ohnehin völlig anders hätte ablaufen sollen. Nach der Beichte meiner Mutter«, fuhr er fort, »wollte ich nichts weiter, als meinen Bruder finden. Da sie den Namen der Leute noch wusste, die ihn damals gekauft hatten, war das nicht sonderlich schwer. Bis dahin wollte ich ihn einfach nur kennenlernen. Als ich aber sehen musste, wie das Los auf meine Kosten für ihn entschieden hatte, passierte etwas mit mir. Es war –«, er unterbrach sich und dachte angestrengt nach. »Ich weiß auch nicht. Ich fühlte mich – betrogen.« Er nickte zur Bestätigung seiner eigenen Worte. »Ja, das trifft es wahrscheinlich am besten. Ich fühlte mich um ein Leben betrogen, das ich hätte haben können, wäre die Entscheidung damals auf mich gefallen. Je länger ich mich mit diesem Gedanken auseinandersetzte, desto klarer wurde mir, dass ich eine Entschädigung verdiente. Zu Beginn stellte ich mir eine Art finanziellen Ausgleich vor, aber nach und nach musste ich mich immer häufiger fragen, ob das der ganzen Sache angemessen wäre.« Er lächelte düster. »Du kannst dir die Antwort sicher denken. Als Lohn für die Ungerechtigkeit, die ich in all den vergangenen Jahren ertragen musste, damit er ein Leben in Wohlstand zubringen konnte, reichte das bei weitem nicht. Und so beschloss ich, mir nicht nur sein Geld zu nehmen. Ich wollte alles. Ich wollte – sein ganzes Leben.«
Elli wäre vielleicht fassungslos gewesen, doch fehlte ihr schlicht die Kraft für eine solche Gefühlsregung.
Er lachte heiter. »Zwei Jahre hat es mich gekostet, Philipp Martens zu werden. Kannst du dir das vorstellen? Ich habe ihn beschattet, ihn studiert. Mein Ziel war es, ihn so gut zu kennen, dass ich genau voraussehen konnte, was er als Nächstes tat. Ich musste seine Haltung, seinen Gang, seine Art zu essen imitieren lernen. Ich musste sprechen, lachen sogar fluchen wie er.« Er schüttelte in gespielter Ungläubigkeit den Kopf. »Es gab Tage, da bezweifelte ich, dass mein Vorhaben jemals funktionieren würde, doch ich machte weiter. Und dann – kam plötzlich meine Chance.
Ich fand heraus, dass Philipp eine zweiwöchige Geschäftsreise antreten würde, und packte die Gelegenheit beim Schopf. Kannst du dich daran erinnern, als er, beziehungsweise ich« – er grinste breit – »eine Woche früher als geplant von dieser Reise nach Hause zurückkam?« Er machte eine abwartende Pause, um Ellis Reaktion darauf zu beobachten.
Zu seiner Enttäuschung starrte Elli ihn nur ausdruckslos an. Dagegen zog, vor ihm verborgen, in ihrem Inneren ein Gewitter auf.
»Na, jedenfalls«, fuhr er schließlich sichtlich unzufrieden über ihr scheinbares Desinteresse fort, »tauchte ich bei dir mit der Ausrede auf, der Termin wäre eher zu Ende gewesen, als gedacht. So hatte ich eine ganze Woche Zeit, um zu testen, ob du etwas merken würdest. In diesem Fall hätte ich mich einfach schleunigst aus dem Staub gemacht.« Er lachte amüsiert auf. »Im Nachhinein betrachtet, war dieser Plan natürlich ziemlich wahnwitzig und nicht zu Ende gedacht, das muss ich zugeben. Aber, was soll ich sagen, du hast rein gar nichts gemerkt. Absolut nichts. Das war für mich die Bestätigung, die ich dringend brauchte. So blieb nur noch, den echten Philipp verschwinden zu lassen, und voilà – schon lebte ich das großartige Leben eines toten Mannes.«
»Du hast ihn umgebracht?« Ellis Worte waren kaum lauter als ein Gedanke.
»Wie bitte?«, fragte er verwirrt.
Ein greller Blitz schlug mitten in Ellis zentrales Nervensystem ein und ließ sie schaudern.
»Hast du ihn umgebracht?«, wiederholte sie die Frage etwas lauter.
»Ich –«, begann er angestrengt lächelnd. »Das sollte im Moment deine geringste Sorge sein«, fügte er ausweichend hinzu. »Viel wichtiger ist die Frage, wie es mit dir weitergehen soll. Und um ganz ehrlich zu sein: Ich weiß es selbst nicht. Was für dich nichts anderes bedeutet, als dass du die nächste Zeit leider hier verbringen musst. Aber mach dir keine Sorgen, es wird sich gut um dich gekümmert. Das verspreche ich.«
Er stieß sich seufzend von der Mauer ab und stemmte seine Hände in die Hüften.
»Ich glaube, fürs Erste hab ich dir genug erzählt. Ich muss jetzt los und mich gleich noch um einige Dinge kümmern. Schließlich bist du spurlos verschwunden.« Er zwinkerte ihr verschwörerisch zu und wandte sich zum Gehen.
»Kommst du morgen wieder?«, drängte etwas in Elli, ihn zu fragen.
»Sicher«, bestätigte er knapp, ohne sich zu ihr umzudrehen, und verließ den Raum.
Elli sah zu, wie die Tür sich langsam schloss. Ein raubtierhaftes Lächeln spannte ihre Lippen und sie nickte gedankenverloren.
»Das sehe ich ganz genauso«, stimmte sie der Stimme in ihrem Kopf zu.

Das war gestern gewesen.
Heute würde es enden. Jetzt war sie am Zug.
Elli wusste genau, was zu tun war. Weshalb sie in einer Ecke ausharrte, den Blick im Dunkeln auf den Fleck gerichtet, an dem das Licht in den Raum zurückkehren würde, sobald er ein weiteres – ein letztes Mal zu ihr kam.
Wann das sein würde, war Elli egal. Sie befand sich in einer Art Trancezustand. Zeit war ein Attribut, das in ihrer Welt keine Rolle mehr spielte.
Sie wartete einfach.
Sie wartete auf ihn.
Sie wartet.
Sie –
Etwas schlägt von außen hart gegen die Tür. Eisen schabt über Eisen. Ein Spalt aus gelbem Licht zerschneidet die Finsternis in einer perfekten, breiter werdenden Linie. Die Tür schwingt knarrend auf. Jemand kommt herein. Ruft ihren Namen. Den Blick suchend in die Dunkelheit gerichtet, betritt er den Raum.
Warte
Er kommt näher. Ruft nach ihr.
Warte
Er hat sie gesehen. Er stürzt ihr entgegen.
Jetzt!
Elli schnellt wie von einer Feder getrieben hoch und fällt ihn an. Er hat keine Zeit zu reagieren. Ihre Füße umklammern seinen Leib, eine Hand krallt sich in sein Haar, die andere in seine Schulter. Er fühlt sich mager an, schießt es ihr durch den Kopf, kraftlos.
Umso besser.
Sie drückt seinen Kopf nach hinten und beißt zu. Die Muskeln ihres Kiefers spannen sich, dass die Gelenke knacken. Ihre Zähne durchdringen Haut und Fleisch, öffnen seine Halsschlagader und füllen ihren Mund mit warmem Blut. Es schießt ihr in den Rachen. Sie würgt, hustet, doch sie lässt nicht los. Er brüllt vor Entsetzen. Bettelt.
Gut so, denkt sie. Bettle.
Ihren Kopf zuckt ruckartig hin und her. Sein Schreien wird zu einem unartikulierten Gurgeln. Das Gewebe seines Halses kann der brutalen Kraft nicht mehr standhalten und reißt. Ellis Kopf schnellt nach hinten. Sein Leib zittert in ihrer Umklammerung, während eine warme Fontäne sie in dunkles Rot taucht. Er fällt auf die Knie und kippt zur Seite. Sie mit ihm. Ihr Atem geht schnell, seiner ist erloschen.
Elli lässt von dem Mann ab und dreht sich auf den Rücken. Sie hustet rote Gischt in die Luft und richtet ihren Blick auf das leuchtende Quadrat, das die Grenze zur Freiheit markiert. Ein zartes Lächeln hellt ihre Miene auf.
Geschafft.
Das Blut auf ihrer Haut trocknet zu einer festen, von Rissen überzogenen Schicht. Plötzlich schiebt sich etwas in den Türrahmen und dämpft mit seinem Schatten das einfallende Licht.
Das Lächeln in Ellis Gesicht gefriert. Sie hält den Atem an, doch ihr Herz rast, genau wie eben, bei dem Kampf.
»Danke Elli«, sagt eine Stimme, die es nicht mehr geben dürfte. Sie klingt etwas außer Atem. »Für einen kurzen Moment war ich wirklich nervös, als er mir entkommen ist. Aber wie ich sehe, hast du dich dem Problem bereits angenommen und das getan, wozu ich bisher keinen Mut hatte.« Er beugt sich zu ihr hinab und lächelt sie zufrieden aus Philipps Gesicht an. »Dafür verspreche ich dir, dass ich mein Bestes tun werde, um seinem Leben würdig zu bleiben. Leider ohne seine geliebte Ehefrau an seiner Seite.«
Mit diesen Worten, diesen ungeheuerlichen Worten, tritt er zurück. Der Mann, der jetzt Philipp ist, schließt die Tür vor Ellis Augen und bringt damit den zarten Streif goldenen Lichtes zum Verlöschen, genau wie den letzten Funken ihres Verstandes.
Sie bäumt sich auf und schreit; zuerst aus Schmerz und Verzweiflung, dann aus reinem Wahnsinn.

74+

82 thoughts on “Das Leben eines toten Mannes

  1. Ich gehe mal mit gutem Beispiel voran und geb mir eine Stimme 🙂
    Ich bedanke mich bei allen, die diesem Beispiel folgen und für meine Geschichte voten!
    Außerdem freue ich mich genauso sehr über eure Kritik. Sagt mir, was euch gefällt und auch was euch nicht gefällt.

    Viel Spaß beim Lesen!

    2+
  2. Nachdem du meine Geschichte gelesen hast, las ich nun deine. Für das gewünschte Feedback ist das hier der falsche Rahmen. Vielleicht nur so viel: Kurzgeschichten haben bestimmte Merkmale. Sie sind eine szenische Momentaufnahme – ohne Zeitsprünge, ohne Perspektivwechsel, mit einem klaren Setting, wenig Charakteren und komprimierter Aussage. Deine Story ist gut geschrieben, der Anfang sehr atmosphärisch, die Mitte verliert an Dynamik durch zu viele Details. Arbeite an deinen Schachtelsätzen! Achte auf Handlungsrelevanz! Die hohe Kunst der Kurzgeschichte liegt nicht nur in der mangelnden Länge, hier muss quasi jedes Wort – mit Bedacht gewählt – ein BÄM! sein, und das (gerade beim Thriller) im schnellen Takt des Herzschlags deiner Leser. Alles Liebe, Mari

    0
    1. Hallo. Danke, das ist doch schon mal was. Dass mein Beitrag nicht unbedingt den Regeln der Kurzgeschichten entspricht, dachte ich mir schon (beim Schreiben). Ich musste mir auch schnell eingestehen, dass dies nicht gerade das ist, was mir liegt. Da bleib ich lieber bei Romanen 😁

      0
  3. Die Idee zu der Geschichte ist toll und besonders der Anfang und das Ende gefällt mir sehr. Der Rückblick allerdings ist für eine Kurzgeschichte viel zu lang. Du erklärst fast wie in Echtzeit jedes Detail und davon ist sehr viel einfach überflüssig. Du kannst die gesamte Geschichte mindestens um 50% kürzen und hättest immer noch alles Wichtige erzählt. Dennoch bin ich sehr froh, dass ich bis zum Ende durchgehalten habe. Denn es hat sich gelohnt. Wegen des starken Anfangs und dem Hammer Ende gibt es von mir auf jeden Fall ein Herz.

    0
    1. Hallo J. D. ,

      Wow, du hast sicher nicht das erste Mal etwas zu Papier gebracht. Ich fand die Geschichte spannend, die Idee super und den Schluss überraschend. Er hat mich quasi mit offenem Mund zurück gelassen.
      Mir ist es egal, ob deine Geschichte genau den Kriterien einer Kurzgeschichte entspricht, sie hat mich in ihren Bann gezogen. PUNKT.

      Danke auch für dein Like und Kommentar zu meiner Geschichte (Ende Gut?)
      Natürlich habe ich auch ein Like da gelassen.
      L G
      Monika

      0
  4. Hallo Andrea,
    danke für das Feedback. Das die Geschichte etwas zu lang geraten ist, wurde mir schon bim schreiben bewusst. Bevor ich sie gekürzt habe, war sie sogar noch länger 🙂
    Es freut mich, dass du sie trotz der Länge gelesen hast und natürlich, dass sie dir gefallen hat.

    0
  5. Ich finde die Geschichte gut, allerdings finde ich die Sätze teils zu verschachtelt und damit unnötig schwer zu lesen. Das würde ich überarbeiten, um die Leser nicht zu überfordern. Manche Wortwahl würde ich vereinfachen, bspw. hier… „gewahr“ und „materialsiert“… Finde ich nicht so passend.
    „Plötzlich wurde sie sich des Gewichts in ihrer Tasche gewahr. Als wäre das fremde Smartphone dort gerade erst materialisiert.“

    Insgesamt aber gut! Würde mich über Deine Kritik unserer Geschichte auch freuen…

    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/das-experiment

    0
  6. Moin ,

    naaaaaa, ob das wirklich noch ne Kurzgeschichte ist?

    Aber und das ist das wichtigste mir hat deine Geschichte gut gefallen. Plot, Schreibstil, Wortschatz alles vom obersten Regal. Und zum Ende noch mal das AHA-Erlebnis ! Top!
    Schreib weiter. Es war zwar mal ein Wettbewerb, aber nun wird es immer mehr zur Schreibschule und wir können hier so viel aus diesen Kommentaren lernen!

    Mein Like gebe ich dir sehr gern und wünsche dir alles Gute für‘s Voting.

    LG Frank aka leonjoestick ( Geschichte:Der Ponyjäger)

    1+
  7. Ob das noch eine Kurzgeschichte ist? Das müssen Gerichte entscheiden 😜.
    Aber es stimmt schon. Die ist etwas lang geraten. Zu meiner Verteidigung muss ich jedoch anmerken, dass ich, bevor ich mich hier zum ersten Mal an eine Kurzgeschichte gemacht habe, mir eine Kurzgeschichtensammlung kaufte (in der auch der Fitzek einen Beitrag abgeliefert hat), und darin einige waren, die auch schon mal 30 bis 35 Seiten lang waren. Deshalb war ich während des Schreibens gar nicht so in Sorge. Trotzdem kann ich nicht leugnen, dass ich hier bisher keine gelesen habe, die so lang wie meine war.
    Ich danke dir jedenfalls und find es witzig, dass du gerade jetzt in meinen Kommentaren auftauchst, weil deine als nächstes in meiner Leseliste steht.

    0
  8. Die Geschichte gefällt mir sehr gut, spannend und man kann sich gut in die Situation hineinversetzen. Meinen like hast du, ob die Merkmale einer Kurzgeschichte nun zutreffen oder nicht ✌️😁

    Und danke nochmal fürs Lesen und kommentieren meiner Geschichte

    0
  9. Hey J.D.

    Deine Geschichte gefällt mir sehr gut. Der Anfang mit der gefangenen Elli, die Rückblende und der sich langsam aufbauende Plot, die Wendung.. und der wirklich gut inszenierte Schluss..

    In der Szene der Sanis mit dem Alukoffer hatte ich einen kleinen Flashback in die 90er /2000er aber ich rechne es Dir hoch an, dass Du selbst in dieser kleinen Szene keinen 08/15 Baukasten aus den üblichen Klischees benutzt.

    Viel Erfolg für das Voting!
    LG
    Chris
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/identitaet-6

    0
  10. Hallo J.D.,

    nun komme ich endlich dazu, mich in Ruhe mit Deiner Geschichte befassen zu können- ich bin die letzten Tage leider gar nicht mehr zum Lesen gekommen, aber nun: tadaaa 😊
    Das Wichtigste vorweg: Sie hat mir sehr gut gefallen! Ich mag Deine Sprache sehr. Und ja, Deine Geschichte ist lang, was mich aber überhaupt nicht gestört hat (im Vergleich zu einigen anderen, viel kürzeren Stories), da ich sehr gespannt auf die Auflösung war.
    Ich finde es wirklich interessant, an welchen Kleinigkeiten man sich scheinbar festbeißen muss, – die Länge Deine Geschichte und ob sie den klassischen bürokratischen Formen einer akkurat umgesetzten Kurzgeschichte entspricht, ist mir in dem Moment als Leser egal, sofern sie mich fesselt und unterhält, was absolut der Fall ist.
    Was ich mich beim ersten Lesen gefragt habe, war, wie sich Elli von der Fussfessel befreien konnte, da sie sich ja ihrem richtigen Mann -wortwörtlich- an den Hals werfen konnte. Diese trug sie aber die ganze Zeit, richtig?
    Ich habe mir die Frage gestellt, ob der Bruder die Kette nicht bewusst so kurz gehalten hat, so dass ein Angriff ihrerseits nicht möglich sei. Vermutlich war das auch der Fall, und ihr Mann kam aus dem Grund so weit in den Raum, da er auf der Suche nach ihr war. Richtig?
    Eine weitere Frage war, weshalb sie daraufhin nicht auch versuchte, den Bruder anzugreifen, aber sie stand in dem Moment vermutlich unter Schock.

    Für das Voting wünsche ich Dir sehr viel Erfolg!

    Liebe Grüße
    Anita

    0
    1. Hallo J.D.!

      Erst mal herzlichen Dank für dein tolles Feedback und dein Like!! Und natürlich wurde ich neugierig und musste gleich deine Geschichte lesen!

      Auch ich habe zu deiner Geschichte nicht viel zu sagen, außer TOP!! Top Schreibstil, Top Plot, Top Umsetzung, Top Schluss! Auch die Länge hat mich nicht im Geringsten gestört, sie war so spannend, dass das eigentlich gar nicht wirklich auffiel!! Mir hat sie wirklich extrem gut gefallen, sodass sie natürlich auch von mir ein Like bekommt!! Wünsche dir alles Gute für zukünftige Projekte und drücke dir die Daumen für das E-Book!

      0
  11. Hallo! 😊
    Wow, was für eine tolle und spannende Geschichte! 😱 Und dieses Ende!!! Mehr will ich dazu gar nicht sagen, um nicht zu spoilern. Hatte es mir da zwar dann gedacht, aber dennoch überrumpelte es einen. 😉
    Deine Formulierungen sind ziemlich gut und erinnerten mich hier und da an meinen eigenen Schreibstil. Auch in der Story hatten wir anscheinend einige ähnliche Ideen, wie du schon sagtest. 😃👍🏼
    Manchmal war es mir rein vom Lesefluss dann aber doch etwas viel mit den andauernden Einschüben. Da wäre der eine oder andere Einschub weniger vielleicht wieder mehr gewesen. 😉
    Trotzdem wirklich großartig geschrieben. Vor allem deine Wortwahl und die Abwechslung dahinter gefielen mir außerordentlich! 😍
    Auch der Aufbau der Geschichte war super und es war von vorne bis hinten ein abgeschlossener Thriller, insbesondere der schleichende Beginn der Hauptstory gefiel mir. Der Prolog davor macht natürlich schon sehr neugierig. Auch etwas, das wir ähnlich aufgebaut haben. Wirklich interessant.
    Mich störte es nicht, dass diese Geschichte etwas länger ausfiel, habe es ja selbst so gehalten. Dafür konntest du die Person der Elli, ihre Beweggründe und Gefühle sowie das Geheimnis rund um ihren Mann deutlich besser herausarbeiten. So ist es mir meistens dann lieber. 😊👍🏼

    Ein paar kleine Anmerkungen von meiner Seite (was mir ins Auge sprang):
    „Bis zu jenem Zeitpunkt hätte sie jedem, der es hören wollte, ehrlich bestätigen können, in einer normalen, durchschnittlichen Ehe zu lebte.“ = „leben“

    „… in einen Zustand verfallen, der irgendwo zwischen wachsein und schlafen siedelte.“ = „Wachsein und Schlafen“ würde ich groß schreiben, weil hier ja beides zu einem Substantiv / substantivierten Verb wird.

    „Es ist seins, scholl es in Ellis Kopf. Es ist tatsächlich sein.“ = „sein Handy“ oder noch mal „seins/seines“

    „Ihn selbst zu Beschatten war völliger Blödsinn, sie war ja schließlich kein – Detektiv.“ = „zu beschatten“

    LG und viel Erfolg noch beim Wettbewerb!!!
    Deine Marlene 😁😊📖
    (Geschichte „Nicht ich“ – http://www.wirschreibenzuhause.de/geschichten/nicht-ich)

    PS – Natürlich habe ich dir sehr gerne mein Like dagelassen! 😉♥️

    1+
  12. Hallo J.D.

    Richtige Schnitzel müssen geklopft werden, oder nicht?
    Ins Ei gehört Sahne, Milch oder ein Schuss Mineralwasser, oder nicht?
    Selbstgemachte Semmelbrösel oder gekaufte?
    Kalb, Geflügel oder Schwein? Und müssen die Schnitzel im Öl schwimmen oder darf man sie auch braten? Und muss das Mehlieren unbedingt sein?
    Und würze ich das rohe Fleisch, das Mehl oder die Eimasse? Und gehört an ein richtiges Schnitzel nun Zitrone?

    Lieber Herr Kollege, du weißt, was ich sagen will.

    Ein Schnitzel ist dann perfekt, wenn es dir perfekt schmeckt.

    Frag 10 Köche und du erhältst 11 Rezepte.

    Ich fand, dein Werk ist eine „wahre“ Kurzgeschichte.
    Vielleicht eben eine lange Kurzgeschichte 🙂 .

    Ich habe die Story vom ersten Moment an gemocht.
    Du schilderst Ellis Innenleben, ihre Gefühle tatsächlich wie ein Romanautor, der du ja auch bist.
    Who cares?

    Ich fand es sehr intensiv.
    Deine Sprache ist geschliffen, wunderbar bildhaft und zuweilen exzellent.

    Der Anfang war eine Wucht, der Mittelteil hat dann etwas an Power verloren. Die Erklärung vom, nennen wir ihn ruhig Gegenspieler, um nichts zu verraten, in der Tat sehr ausführlich, das Ende hingegen war dann so bombastisch, so krass, so böse, so …rünstig, dass es mir fast die Schuhe ausgezogen hat.

    Respekt!

    Die Geschichte ist perfekt umgesetzt, die Parameter komplett eingehalten, die Handlung raffiniert und ausgeklügelt, die Charaktere glaubhaft, die Dialoge realistisch und das Finale … wie gesagt.

    Die Vergangenheit und Kindheit des „Gegenspielers“ waren natürlich schon heftig.
    Vielleicht wäre an dieser Stelle weniger mehr gewesen.

    Aber wie gesagt: ich liebe es zum Beispiel auch, mir noch Parmesankäse in die Schnitzelpannade zu reiben.

    Dein Schreibstil ist jedoch das, was mir neben dem Finale am längsten im Kopf bleiben wird.

    Du weißt ja, wie ich auf konstruierte und gestaltete Sätze, Bilder, Eindrücke und Emotionen stehe.

    Davon hatte ich in deiner Geschichte ja ne Menge 🙂

    Ich danke dir für diese Geschichte.

    Zeigt sie doch einmal wieder, wie unterschiedlich Herangehensweisen und Bewertung sind.
    Wie individuell.

    Und das ist auch gut so.

    Ansonsten hätten wir nämlich unter den ganzen Geschichten nicht so eine unfassbar große Bandbreite.

    Du kannst als Romanautor sehr stolz auf deine Langkurzgeschichte sein.

    Ich habe sie gerne gelesen und sehr genossen.

    Mein Like hast du natürlich sicher.

    Ich wünsche dir und deiner Geschichte alles Gute und viel Erfolg.

    Und ich überlege ernsthaft, ob ich mir nicht mal einen Roman von dir ins Haus hole.

    Liebe Grüße, Swen

    „Die silberne Katze“

    4+
  13. @MarleneMenzel
    Vielen Dank für deine Hinweise. Eieiei, das waren unschöne Schnitzer. Hab sie sofort ausgebessert! Manche Fehler seh’ ich einfach selber nicht mehr, weil ich den Text zu gut kenne und dann einfach drüber lese. Es freut mich, dass dir meine Geschichte gefallen hat, vor allem weil wir recht ähnliche Plots haben, die aber trotzdem völlig verschieden sind.

    @Artsneurosia
    Danke für deinen (sehr schmeichelhaften) Kommentar. Da dir meine Geschichte auch gefallen hat, sind wir quasi quitt :-), denn deine habe ich, wie schon bei dir erwähnt, auch sehr genossen.
    Deine Überlegung, einen Roman von mir zu kaufen ehrt mich natürlich, nur möchte ich dich an dieser Stelle warnen. Ich war bisher in einem anderen Genre unterwegs. Deshalb ist der aktuelle Roman von mir kein Thriller, sondern ein Horrorroman. Und die erhältliche Gesamtausgabe enthält auch das damalige Debüt. Mit anderen Worten: Die von dir gelobte „geschliffene Sprache“ hatte nicht von Anfang an dieses Niveau 🙂

    2+
  14. Hallo J.D.,

    vielen, vielen Dank für deine großartige Geschichte 😃

    Ich habe hier bereits ein paar „Zwillings-Geschichten“ gelesen, aber deine hat mich umgehauen.
    Schon der Titel hat mich neugierig gemacht und die Geschichte dahinter hält was sie verspricht.

    Der Anfang mit nur einem Wort und man ist mitten drin – sowohl in der Szene als auch in der Gefühlswelt der Protagonistin. Wow! Deine Idee, die Geschichte aus der Sicht einer in erster Linie unbeteiligten Person zu schreiben, finde ich grandios. Ebenso wie deinen Schreibstil. Er ist klar und gradlinig, ohne blumige Ausschmückungen. Trotzdem fühlt und fiebert man mit und will unbedingt weiterlesen.

    Der Wechsel am Schluss von der Vergangenheit in die Gegenwart hat nochmal eins draufgesetzt. Zwar hab ich das Ende schon geahnt, dennoch hatte ich Herzrasen. Chapeau!

    Die Länge der Geschichte hat mich kein bisschen gestört, denn die Story an sich ist gut durchdacht und stimmig, die Figuren überzeugend. Und darauf kommt es schließlich an.

    Ich hab noch ein paar kleine Rechtschreibfehler entdeckt 😊
    Zu Beginn des 4. Abschnitts: „ein hecktisch lautes Piepsen“ – hektisch bitte ohne c.
    Im Dialog zwischen Philipp und Jennifer: „Sie dich doch mal an“ – da fehlt das h bei „Sieh“.
    Im Monolog von Philipp: “ Die Wahl,…, viel ihm indes“ – f statt v.

    Von mir bekommst du sowohl ein Herz als auch fest gedrückte Daumen fürs EBook 😃

    Lieben Gruß
    Sarah

    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/rache-ist-suess

    0
  15. Hi J.D.,
    tolle Geschichte mit einem großartigem Plot und einem fantastischem Twist. Wie du ja hier schon zu lesen bekommen hast, könnte man an der ein oder anderen Stelle sicher noch kürzen. Das wäre für mich jetzt aber kein Grund, Deine Geschichte schlecht zu machen. Da hab ich hier schon ganz andere „Romane“ als Kurzgeschichten gelesen …
    Was Deiner Geschichte allerdings tatsächlich etwas das Tempo nimmt ( womit sie noch besser wäre ), sind die verschachtelten Sätze und die detaillierten Beschreibungen. Da kann man von den Lesern schon etwas Fantasie erwarten…
    Alles in Allem aber eine der Geschichten, die ich in der deutlich oberen Hälfte hier sehe!

    Grüße

    0
  16. Hallo, J.D. (cooler Name, erinnert mich irgendwie an Philipp Marlowe…),
    die Geschichte hat mir sehr gut gefallen – obwohl wieder so eine Doppelgänger-Sache, die es hier wie Sand am Meer gibt. Aber dein Sand ist der Sandstrand der Karibik! Ein starker Anfang, der Mittelteil ist mir auch ein wenig zu lang geraten und ein fieses Ende. Diese Story hat Potenzial, daher von mir ein dickes Like!
    Viele Grüße
    Rolf Lindau (mit einigen Stories hier ebenfalls vertreten – Suchleiste mit meinem Namen füllen…)

    0
  17. Hallo J. D.,
    da ich gerade mit einem dreifachen Beinbruch gezwungenermaßen viel liegen muss, lese ich hier viele Geschichten. Dabei sollte meiner Meinung nach nicht die Länge einer Geschichte relevant sein, sondern der Inhalt/Plot. Deine Idee fand ich sehr spannend und ich wollte unbedingt wissen, was es mit der „Untreue“ auf sich hat. Habe mir nämlich überlegt, dass da bestimmt etwas anderes dahinter steckt. Ich hatte Spaß am Lesen und wünsche dir viel Erfolg beim Weiterschreiben! Anbei ein Like!
    Grüße Jana (falls du magst, freue ich mich über ein Feedback: Strafe)

    0
  18. Hallo Jana,

    danke für deinen Kommentar und natürlich für deine Stimme. Es freut mich, dass du dem „Pfad der Untreue“ gefolgt bist und dabei schon eine Ahnung entwickelt hast – denn genau das war der Plan.
    Natürlich schau ich auch mal bei deinem Beitrag vorbei.

    0
    1. Hallo J.D.
      Mein Like hast du sicher. Ich liebe es, Geschichten zu lesen, die so eine geschliffene Sprache verwenden, Bilder implizieren ohne aufdringlich zu wirken. Ich hätte noch stundenlang weiterlesen können ☺️
      Klar ist sie als klassische Kurzgeschichte ein bisschen lang, aber erstens hatte Sebastian Fitzek von Anfang an gesagt, wir sollten uns da keinen Kopf machen und zweitens war es bei den vorgegebenen Parametern kaum möglich, alle Kriterien einer Kurzgeschichte erfüllen 🤷🏻‍♀️
      Ich danke dir für die Qualität und Spannung deiner Geschichte und würde gern mehr von dir lesen. Allerdings hab ich schon in einer deiner Antworten gesehen, dass du eher im Genre Horror zu Hause bist ( kam am Ende ein bisschen durch 😉). Das ist leider so gar nicht meins. Hier war das okay, weil es nur ein kleiner Augenblick der Handlung war, ein ganzes Buch in diesem Stil schaff ich nicht 🙈
      Alles in allem eine super Geschichte! Ich drück dir die Daumen dass du es ins E-Book schaffst 👍🏼
      Liebe Grüße Veronika 🙋🏻‍♀️

      0
  19. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen, auch wenn sie nicht den „klassischen Regeln“ der KG entspricht und evtl. etwas „zu viel will“. Aber stilistisch und sprachlich ist es einwandfrei.

    Sie hat mich sehr gut unterhalten (:

    Grüße

    D. Calva

    0
  20. Lieber J.D,
    Ich muss nach dem Lesen deiner Geschichte nur an eine Sache denken: Sie ist genial und super spannend 😱😱😱Oh mein Gott!!!!
    Ich habe sie so schnell durchgelesen und war erst auf einer ganz falschen Fährte und dann dein Finale!!! Klasse!!! Sehr verstörend aber klasse, dass sie quasi den falschen Philipp jetzt an der Backe hat.
    Ein winzig kleiner Verbesserungsvorschlag wäre nur, die Auflösung des Motivs vom falschen Phillip ein bisschen knackiger zu formulieren und stärker zu pointieren. Diese Anmerkung ist meines Erachtens jedoch nur eine Kleinigkeit.
    Ich wünsche dir ganz viel Erfolg für das Erscheinen im Ebook😉

    Viele herzliche Grüße
    Christina/chris.tina (Vollende…t!)

    0
  21. Lieber J.D.,

    dass du keine „Kurzgeschichte“ geschrieben hast, weißt du ja selbst 😉 denn dafür ist sie ein wenig zu lang.

    Den Plot fand ich gut durchdacht, auch die Wendung und das überraschende Ende!

    An deiner Schreibweise merkt man, dass du bereits Erfahrung mit dem Schreiben hast. Mir waren die Sätze jedoch teilweise etwas zu lang, dass ich nochmal an den Anfang des Satzes zurückkehren musste, um den Zusammenhang zu finden. Das hat meinen Lesefluss etwas gestört.

    Du hast alles sehr detailliert geschildert. Dabei konnte man sich einerseits alles perfekt vorstellen, andererseits blieb nicht viel Spielraum für die eigene Phantasie (der Leser rätselt ja auch gerne mal mit…).

    Ich wünsche dir viel Glück für den Einzug ins eBook und weiterhin viel Freude beim Schreiben!

    Viele Grüße, Yvonne/ voll.kreativ (Der goldene Pokal)

    0
  22. Hallo J.D.,

    da bin ich wieder einmal erstaunt darüber, wie viel man in einer Kurzgeschichte unterbringen kann, ohne dass diese zu oberflächlich wird. Der Plot hat mir gut gefallen. Auch sprachlich ist die Geschichte sehr gut.
    Viel Erfolg damit.

    Viele Grüße

    Lia
    (Hinter dem Riss)

    0
  23. Lieber J.D. Mcfarlaine (toller Name),

    Du bist mir hier schon öfters positiv aufgefallen. Jetzt habe ich deine Geschichte endlich gelesen und weil du alles so schön anschaulich und bildhaft beschrieben hast, bin ich durch deine Geschichte geflogen 😊✈.

    Was soll ich sagen? Da spüre ich, dass du ein Vollprofi bist! Ein absolutes Wow!!! So gut! Die Art wie, wie du Spannung aufbaust und dein Stil, haben mich in den Bann gezogen. Das macht Lust auf das Lesen deiner Bücher.

    Wie gut müssen die anderen Geschichten gewesen sein? Deine ist großartig, fantastisch, einfach unglaublich gut!!!
    Du bist sprachgewandt, besitzt einen großen Wortschatz und verwendest unverbrauchte Bilder (ein eisiger Griff packte ihre Eingeweide, in Ermangelung einer Sitzgelegenheit, Elli durchzuckte ein Blitz grellen Zorns).

    Die richtige Mischung aus Erzähltext und Dialog habe mein Kopfkino in Gang gesetzt.

    Ja, ja, ja Zwillingsgeschichten … sind die besten, finde ich. Da kann man so viel draus machen. Überraschung! Ich habe auch eine geschrieben. Allerdings ist meine viel kürzer, weil ich Angst hatte, mehr als 15 Seiten zu schreiben. Du erwähnst Kindesmissbrauch, darum geht es bei mir auch. Nur geht es bei mir um Protagonistinnen.

    „Ja, das trifft es wahrscheinlich am besten. Ich fühlte mich um ein Leben betrogen, das ich hätte haben können, …“
    „Ich wollte alles. Ich wollte – sein ganzes Leben.“
    Tolles Rachemotiv! Kommt mir bekannt vor 😊.
    »Hast du ihn umgebracht?«, wiederholte sie die Frage etwas lauter.
    Das lässt du gekonnt offen bis ich dann kurz vorm Schluss so eine Vorahnung hatte. Und dann dachte ich nur noch „F…!“ FALLE!
    Warum sagt der echte Philipps nichts??? Zunge abgeschnitten, ahhhh, was für Horrobilder in meinem Kopf. Jetzt muss ich erst einmal mal mein rasendes Herz beruhigen.
    Sehr spannende und professionelle Geschichte mit explosivem Ende. So das war’s 😬. Viel Erfolg weiterhin 🍀! Mein Like 👍 hast du so was von,
    liebe Grüße,
    Martina (Happy birthday“ 🎈)
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/happy-birthday

    0
  24. Hallo Martina,
    bei so viel Lob werd ich ganz rot 😜.
    Es freut mich, dass es dir gefallen hat, meine Geschichte zu lesen. Ich habe deine auch auf meiner Liste, aber jetzt bist du mir zuvorgekommen.
    Das mit dem „Vollprofi“ liest sich sehr schmeichelhaft, ist aber (leider) noch etwas übertrieben 😇. Ich habe auch erst zwei Romane im Selbstverlag veröffentlicht, die eigentlich einer sind (aber das ist eine andere Geschichte). Aber ja, ich beschäftige mich schon einiger Zeit intensiv mit der Schreiberei, mit dem Ziel, vielleicht irgendwann zu dieser Kategorie zu gehören. Doch wie schon einst AC/DC sang: It‘s a long way to the top…

    Herzliche Grüße
    J.D.

    1+
  25. Hallo ich noch einmal,
    ich denke, du darfst dich auf jeden Fall ein Profi nennen , ob nun voll oder nicht 😬. Du hast es geschafft, „dranzubleiben“, ohne dass dir die Puste ausgeht und ein Buch veröffentlicht. Wie viele haben das schon gemacht 🙂? Du bist diesen Weg gegangen und davor ziehe ich meinen Hut 🎩.
    Liebe Grüße,
    Martina

    1+
  26. Hallo J.D. Mcfarlaine,
    endlich bin ich dazu gekommen, mir deine Geschichte durchzulesen. Ich muss sagen, dass mir diese sehr gut gefällt. Am Anfang fand ich besonders die Wortwahl sehr durchdacht. Kein Wort wirkte zufällig. Dadurch wurde man direkt in die Stimmung der Story hineingezogen.

    SPOILERWARNUNG!!!
    Super empfand ich auch die einzelnen Szenen, die mit Elli und Phillip (bzw. dem Zwillingsbruder ) abgespielt haben . Die Dialoge wirkten sehr lebendig beschrieben und bewirkten, dass quasi eine Filmszene vor meinen Augen ablief.

    Ansonsten gibt es da noch den genialen Spannungsbogen. Die Fragen die sich Elli über Phillip stellt und die Suche nach Antworten gestalte die Geschichte sehr aufregend. Auch nimmt sie ab der Mitte nochmal ziemlich tempo auf, was mir sehr gefallen hat.

    Absolutes Highlight war natürlich das Ende, welches an Dramatik wohl nur schwer zu übertreffen ist. (Und ehrlicherweise habe ich nicht damit gerechnet)

    Alles in allem gebe ich sehr gerne meinen Like für die Geschichte ab und hoffe inständig, dass du es in das E-Book schaffst 🙂

    1+
  27. Liebe J.D. – ich fand deine Geschichte sehr spannend, die Diaolge sind sehr spritzig und ich fühlte mich mittendrin. Die Spannung blieb und zum Schluss dachte ich, es könnte doch noch alles gut werden, aber …
    Gerne ein Like von mir.
    Ich wünsche dir viel Erfolg!
    Liebe Grüße Lotte

    1+
  28. Hallo J.D.,
    jetzt hatte mich doch die Neugier gepackt. Und auch wenn die Zeiger meiner Uhr mich unerbittlich mahnten, dass ich mich gefälligst wieder meinem Job widmen solle, ich konnte nicht mehr stoppen. Ich musste wissen, wie das alles zusammenhängt und wie die Story ausgeht. Mann Mann Mann. Was für eine Geschichte. Und was für ein Ende.
    Echt ein Beitrag, der es seltsamerweise und zu meiner absoluten Verwunderung nicht in die Auswahl der Zwölf geschafft hat. Auf jeden Fall musst Du ins E-Book! Und wo bitte gibt es mehr zu lesen von Dir?
    Ich wünsche Dir viel Erfolg!
    Liebe Grüße Tom

    1+
  29. Hallo Tom,
    es freut mich, wenn ich dich mit der Geschichte begeistern konnte. Warum ich, genauso wie irgendjemand anders, nicht zu den 12 gehört hat, werden wir wohl nie erfahren. Jedoch ist eins wahrscheinlich sicher: Genau das Gleiche hätten sich wohl die gefragt, die es diesmal geschafft haben, hätten sie es nicht geschafft. Es waren eben nur zwölf von über 1000. Ich fand es trotz allem interessant, mal in die Thriller-Richtung zu gehen, was für mich tatsächlich Neuland war. Da ich hier an dieser Stelle keine Werbung machen will, für Sachen die außerhalb dieses Wettbewerbs liegen, beantworte ich dir deine letzte Frage in einer separaten Mail.

    J.D.

    0
  30. Hallo J.D.

    Ja, ja, ich weiß.
    Ich habe dir bereits einen Kommentar und auch ein Like dagelassen.

    Doch zuweilen kommt es vor, dass ich bei dieser unendlichen Anzahl von Geschichten einige Stories mehrfach lese.
    Weil sie einfach super sind.

    Und weil mir Menschen unter Umständen erst nach meiner Rezension so richtig ins Auge springen.

    Du bist so ein Kerl.

    Ich habe gerade die Geschichte von Lotte gelesen (Der alte Mann und die Pflegerin). Wahnsinnig gute Geschichte. Empfehlenswert!!!

    Und ich habe deine Kommentare zu dieser Geschichte gelesen, auch den, in dem du mich erwähnt hast. Und auch das eine oder andere Statement auf Instagramm.

    Lieber J.D.
    Wenn ich könnte, ich würde dir ein 2. Like geben.
    Deine Story ist und bleibt große Klasse.

    Du bist hier komplett fair und kollegial unterwegs.
    Deine Menschlichkeit bei „Lotte“ hat mich zutiefst berührt und glücklich gemacht.
    Und sie auch, das weißt du.

    Du bist nicht nur Vollprofi, du bist Mensch.

    Du kämpfst für deine Geschichte.
    Und das hast du Lotte auch geraten.
    Du verurteilst niemanden.

    Pass auf dich auf.

    Und schreib weiter.

    Ein Kollege,
    Swen Artmann (Artsneurosia)
    „Die silberne Katze“

    0
  31. Hallo JD,
    eine tolle Geschichte. Ja, sie ist länger als viele andere hier (soweit ich das bisher gesehen habe), aber solange man sie nicht beiseite legen kann, weil sie so spannend und gut geschrieben ist, wie Deine, ist die Länge doch egal. Hätte Fitzek nicht irgendwann mal was von 15 Seiten gesagt, würde sich keiner für die Länge interessieren.
    Mir hat Deine Geschichte gefallen. Meinen Like hast Du!

    vg Philipp
    PS würde mich freuen, wenn Du auch bei mir vorbeischaust: https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/tindermoerder

    0
  32. Hallo J.D.,

    da hast du wirklich eine sehr gelungene Geschichte verfasst. Du gehst direkt in medias res, als Leser möchte man natürlich wissen, wieso sich Elli in dieser misslichen Lage befindet.

    Der Mittelteil ist in meinen Augen etwas zu lang und nimmt (etwas zu viel) Tempo aus der Geschichte. Dieses Manko wird jedoch durch das großartige Ende wettgemacht. Beeindruckend finde ich deinen Schreibstil, vor allem die Wortgewandtheit, die du uns hier präsentierst.

    Gerne lasse ich ein Herz für deine Geschichte da.

    LG,
    Holger

    0
  33. Hallo UnityIsIntrinsic,
    das war genau der Plan: Den Lesern gleich zu Anfang mit einem unvollständigen Eindruck der Situation zu ködern. Dies klappt natürlich nur, wenn der Leser nach diesem Prolog artigen Teil wissen will, was „abgeht“ – was bei dir erfreulicherweise funktioniert hat.

    Da du nun schon der (ich weiß nicht genau) dritte oder sogar vierte Leser bist, der das fallende Tempo im Mittelteil anspricht, bin ich fast soweit, meine eigene Geschichte noch mal zu lesen, um zu schaun, was da denn los ist 🙂

    Grüße
    J.D.

    0
  34. Hallo JD,
    nachdem ich Dein liebes Feedback gelesen habe, war heute morgen direkt Deine Geschichte dran! Wow! Man merkt, dass Du das nicht zum ersten Mal machst, tolle Story, tolle Wendung, tolles Ende! Ich bin echt beeindruckt und auch Dein Schreibstil, Deine Wortwahl und die erzeugten Bilder beim Lesen unterscheiden sich für mich nicht von meinen Lieblingsautoren.
    Klar, die Länge wurde hier schon angesprochen, aber die ist mir völlig egal bei dieser hohen Qualität Deiner Zeilen!
    Ich würde gerne mehr von Dir lesen 🙂
    Ganz liebe Grüße, mein Like hast Du auf jeden Fall!
    Steffi

    0
  35. Hey J.D.,

    erstmal vielen Dank, dass du meine Kurzgeschichte gelesen hast (Unschuldskind), es freut mich immer wieder riesig wenn ich sehe, dass jemand meine Geschichte kommentiert hat 😉

    Aber nun zu deiner Geschichte – ich fand‘ sie schlicht und weg mega krass!!
    Die Art wie du schreibst ist unglaublich!! Dein Schreibst lässt sich super lesen und wie du die Dinge beschreibst und mit jedem einzelnen Detail versiehst ist einfach richtig richtig gut.
    Ich fand es zu keinem Zeitpunkt langatmig und jeder einzelne Satz in deiner Geschichte steht berechtigt darin.
    Ob das jetzt eine Kurzgeschichte ist oder nicht darüber lässt sich Streiten – dass es aber eine überaus gelungene Geschichte geworden ist, ist Fakt und lässt sich nicht leugnen – wirklich mega gut!!
    Ich hoffe, ich kann aber mal so gut Schreiben wie du 😉

    Liebe Grüße und schreib weiter
    Sarah

    0
  36. Hallo J. D., nachdem ich deinen Link öfter mal gesehen habe, bin ich jetzt auch mal hier und ärgere mich gleich wieder, dass ich so lange gewartet habe. 😂 Mein Like hast du dir verdient und ich kann dir auch sagen warum😉 Zu lang ist sie mir nicht, ich mag das „Ausführliche“. Ich muss ne Masse von Informationen aufsaugen um mich genau in die Figur hinein zu versetzen.

    Ich habe Ellis Gefühle beim Lesen durchlebt, die Sorge um ihren Mann, die Neugier, die Wut und dann der starke Drang die ganze Wahrheit zu erfahren. Und ein Happy End habe ich beim Lesen irgendwie auch nicht erwartet. Das war wahrscheinlich nicht deine erste Geschichte oder? 😂
    Ich traue mich ja fast nicht, dich einzuladen mein Erstlingswerk zu lesen. Ich bin erst zum Ende eingestiegen und habe mir auch die ganzen Videos nicht angeschaut. Habe es just for fun gemacht, obwohl schon ein gewisser Ehrgeiz vorhanden war 😉LG Melanie https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/blaues-mondlicht

    0
  37. Hallo Mela,
    vielen Dank für deinen Kommentar.
    Das war meine erste Kurzgeschichte, aber natürlich nicht das erste Mal, dass ich etwas geschrieben habe. Gut, wenn man das dem Text anmerkt 🙂
    Gern schau ich auch mal bei deinem Erstling vorbei.

    J.D.

    0
  38. Hallo J.D.,

    vielen Dank für deinen konstruktiven Kommentar und dein Like für meine Geschichte „Der Schwur“.
    Mit dem Ende hast du Recht. Zunächst fand ich die Auflösung auch zu einfach und dann hat es am Ende für mich doch alles zusammen gepasst 😇
    Ich nehme deine Kritik aber ernst und mit auf meine Reise. Vielen Dank!😊

    Nun zu deiner Geschichte: Toller Einstieg…ich konnte sofort Elli in ihrer dunklen Umgebung sehen.
    Du gehst mit der Rückblende sofort in die Vollen und es stellen sich beim Leser unfassbar viele Fragen, die zum Weiterlesen anregen.

    Dein Schreibstil gefällt mir sehr gut, da er sehr bildhaft und flüssig zu lesen ist, auch wenn – wie schon öfter in den Kommentaren angemerkt – die Geschichte etwas lang ist, habe ich mich in keiner Sekunde gelangweilt.

    Wahnsinnig spannender Plot, verzwickte Familiengeschichte, eine kranke Identitätsübernahme und eine überraschende Wendung – dies fasst für mich deine Geschichte zusammen und ich bin sehr begeistert.
    Das Ende erinnert mich ein wenig an SAW 1, als die Kühlhaus-Tür vom Psycho zugezogen und das Opfer zurückgelassen wird🙈

    Ich drücke dir die Daumen für das eBook und mach‘ weiter so!🍀

    Like ist gegeben 😊

    LG, Ani

    http://www.wirschreibenzuhause.de/geschichten/der-schwur

    0
  39. Zuallererst möchte ich mich bei dir für den lieben und positiven Kommentar unter meiner Geschichte bedanken – dein Feedback hat mich sehr gefreut.

    Nun zu deiner Geschichte: Du hast einen sehr malerischen und metaphorischen Schreibstil mit vielen Vergleichen, was mir gut gefällt. An der ein oder anderen Stelle würde ich sagen, dass weniger manchmal mehr ist, aber das ist mein persönlicher Geschmack. Ebenso war es mit ein paar Sätzen, die für mein Empfinden etwas zu lang und verschachtelt waren. Der Plot hat mir sehr gut gefallen und vor allem ab der Mitte der Geschichte nahm er nochmal richtig Fahrt auf. Besonders gut hat mir der Monolog von Phillips Zwillingsbruder gefallen! Auch die Idee, dass die Protagonistin das Handy findet, welches eigentlich gar nicht für sie bestimmt ist, habe ich hier so noch nicht gelesen und fand ich spannend.

    Ein kleiner Logikfehler ist mir noch aufgefallen: Und zwar habe ich mich gefragt, wie Elli es schafft, die App auf dem Handy zu installieren, wenn sie doch den Fingerabdruck von „Phillip“ zum entsperren braucht?

    Mein Like hast du auf jeden Fall und ich wünsche dir viel Erfolg für das Ebook.
    Lieben Gruß
    Farina

    0
  40. Hallo Farina,
    vielen Dank für deinen Kommentar. Wegen deiner Frage:
    Das ist kein Logikfehler. Die Funktion muss nicht installiert werden, sondern die ist standardmäßig drauf (ich glaube, bei Apple heißt die App „Freunde“). Es reicht, sie zu aktivieren und das Gerät, das den Standort orten darf, zu bestätigen.

    Viele Grüße
    J.D.

    1+
  41. Hallo, lieber J.D.,
    man mag es kaum glauben, aber letztendlich habe ich es nach einigen Wochen doch geschafft, deine Geschichte zu lesen 😀
    Zu Beginn sei gesagt, dass alle meine Anmerkungen Kritik auf sehr hohem Niveau sind. Du bringst etwas ganz Tolles mit und zwar einen eigenen Schreibstil, den man mit Sicherheit unter vielen Geschichten herauslesen könnte. Der hat mich sehr überzeugt. Damit mein Kommentar dir allerdings auch etwas bringt, habe ich ein paar Verbesserungsvorschläge.

    1. Zu Beginn der Geschichte hast du sehr viele verschiedene Zeitpunkte, von denen die Protagonistin spricht. Das fand ich teilweise sehr verwirrend, weil es ja ihre reinen Gedanken sind. Sie denkt immer abwechselnd über ihre aktuelle Situation und wie sie dorthin gekommen ist nach, da wird einiges durcheinander geworfen, was es einem erschwert, der Geschichte zu folgen. Dass du einen mitten in die Geschichte hineinwirfst, finde ich toll. Allerdings hätte ich mir besonders zu Beginn eine klarere Struktur gewünscht, um die Situation auch zu verstehen.

    2. Mir fehlt an der Stelle, wo sie das Handy findet, die tatsächliche Motivation, das Handy zu erforschen. Es könnte ja auch ein Handy von seiner Arbeitsstelle sein oder eines, das sein Kollege vergessen hat und er ihm zurückgeben will. Anstatt ihn zu fragen entscheidet sie sich also, hinter seinem Rücken zu handeln. Für mich tatsächlich eher eine ungesunde Beziehung und ein großer Vertrauensbruch, wenn es sich tatsächlich um Phillipp gehandelt hätte.

    3. An einigen Stellen hast du zu viele Kommata und ich würde mir für die Einfachheit des Lesens auch ein paar mehr Absätze wünschen.

    4. An der Stelle, wo klar wird, dass Phillip nicht Phillip sondern sein Zwillingsbruder ist, nennst du ihn trotzdem weiter beim Namen. Da hätte ich mir gewünscht, dass du stattdessen „Phillips Bruder“ oder so etwas in der Art geschrieben hättest 🙂

    5. Im Schlussteil wechselst du mehrmals das Tempus von Vergangenheit in Gegenwart. Da solltest du vor der Veröffentlichung nochmal drübergucken 🙂

    Auch fand ich deine Geschichte ziemlich lang. Sie ist toll geschrieben, keine Frage, aber für eine Kurzgeschichte ist es mir doch ein bisschen too much. Mit einem Nebenhandlungsstrang könntest du da sehr gut einen eigenen Roman draus machen.

    Ansonsten echt ein toller Plot mit vielen Überraschungen. Besonders das Ende hat es mir angetan, ich liebe solche Plottwists und „bösen“ Enden. Du hast wirklich alles richtig gemacht und ich gönne dir von Herzen einen Platz im eBook. Hast du schon mal etwas veröffentlicht?

    Ein Herzchen habe ich dir übrigens auch geschenkt 🙂

    Beste Grüße und weiterhin viel Erfolg mit deinen Werken,
    Leandra aka leahschreibt (Versteckspiel)

    0
  42. Hallo Leandra,

    vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Über manche Dinge könnten man wirklich nachdenken. Andere hast du falsch verstanden, oder übersehen.
    Zum Beispiel, dass am Ende mehrmals zwischen den Zeiten gewechselt wird. Es wird genau EINMAL gewechselt, und zwar mit Absicht.
    Genau hier:

    Sie wartete einfach.
    Sie wartete auf ihn.
    Sie wartet.
    Sie –

    Genauso verhält es sich mit deinem Wunsch den Antagonisten ab einer bestimmten Stelle anders zu nennen (ich will hier nicht zu viel verraten, falls einer diesen Kommentar vor der Geschichte liest). Jedenfalls ging das nicht, weil die Geschichte an dieser Stelle immer noch aus Sicht der limitierten dritten Person geschildert wird, was dann ein Fehler gewesen wäre, außer Elli hätte zu diesem Zeitpunkt akzeptiert, wer ihr Gegenüber ist. Das hat sie aber erst ganz zum Schluß getan.

    Aber gut, dies sind Fragen und Bemerkungen die in Leserunden diskutiert werden können 🙂

    Die Länge kam mir anfangs auch problematisch vor, bis ich mir zum Vergleich eine Thriller-Kurzgeschichtensammlung gekauft hatte. Darin waren viele Geschichten zwischen 30 und 40 Seiten lang, weshalb ich mir dann dachte, dass ich mir darüber nicht den Kopf zerbrechen muss 😉

    Und zu guter Letzt: Ja, ich habe schon mal was veröffentlicht, aber in einem anderen Genre 🙂

    Ich danke dir, dass du dich so sehr mit der Geschichte auseinandergesetzt hast und nehme deine Meinung dazu sehr ernst.

    Viele Grüße
    J. D.
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/das-leben-eines-toten-mannes

    1+
    1. Hey J.D.,
      das mit dem Tempus stimmt nicht ganz 🙂 An einer Stelle schreibst du noch „Er beugte sich zu ihr hinab und lächelte sie zufrieden aus Philipps Gesicht an.“
      Über alles andere lässt sich sicher diskutieren und ist da bist du künstlerisch frei 🙂
      Beste Grüße

      0
      1. Wow, heftiges Ende. Aber sehr spannend und gut durchdachte Geschichte. Habe dir ein Like gegeben.

        Danke, dass du auch meine Geschichte „Tot, ohne zu sterben“ gelesen hast.

        Herzliche Grüße
        Nina

        0
  43. Hi,

    das ist bisher die beste Geschichte, die ich gelesen habe. Die Art und Weise, der Ausdruck, die Story… Sehr sehr gut gelungen. Mir ist tatsächlich zum Schluss die Kinnlade runter gefallen, weil ich schockiert war. Ich bin auch überrascht, dass es nicht für das Buch gereicht hat.

    Ein dickes Herzchen von mir und vielen Dank für dein super Feedback zu meiner Story.

    Liebe Grüße
    Sandra (Das zerstörte Band)

    0
  44. Sehhhhhr sehr gute Geschichte! Du hast es ziemlich gut geschafft, Spannung aufzubauen und zu halten! Vor allem das Ende mit den kurzen Sätzen ist echt gut gelungen, auch wenn es wirklich sehr brutal war 😀
    Ob das noch als Kurzgeschichte zählt, kann ich nicht sagen… Es ist von der Länge irgendwie ein Zwischending aus Kurzgeschichte und Novelle geworden (und wenn du Zeit, Lust und Inspiraton hast, würde ich dir wirklich empfehlen, einige Elemente wie z.B. die Beziehung zwischen ‚Phillip‘ und Ellie etwas auszubauen und daraus eine Novelle zu basteln, würde bestimmt richtig gut werden). Ich glaube mich zu erinnern, dass eine klassische Kurzgeschichte wirklich nur aus einer Szene bestehen und keine Zeitsprünge oder zeitraffende Momente beinhalten sollte, aber hab auch schon Kurzgeschichten wie „Die Affenpfote“ gelesen, wo das nicht der Fall war… also scheinbar scheiden sich da die Gesietr 😀 Aber kürzen würde ich die Geschichte auf keinen Fall, eher – wie schon gesagt – an manchen Stellen etwas ausbauen.
    Also wie gesagt, top Story, mega cooler Twist, super Schreibstil… nur am Genre haperts etwas 😀
    Wenn du Zeit findest, würde es mich freuen, wenn du bei meiner Kurzgeschichte „Nacht der Unschuld“ mal vorbeischaust… ich hab nämlich gerade beim Spannungsaufbau und dem Twist Probleme gehabt, was du bei dir ja super hingekriegt hast, also vielleicht hast du da einen Rat…
    Ansonsten L.G. und schreib auf jeden Fall weiter! 🙂
    Ann-Kristin

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  45. Sehr krasse Geschichte. Gehört auf jeden Fall zu meinen Favoriten😊
    Super spannend erzählt, gleich von Anfang an. Das gefällt mir.
    Das Ende war erst kurz vorher vorherzusehen, auch das finde ich richtig gut.

    Auch der Titel hat mich von Anfang an neugierig gemacht.

    Am meisten hat mir die Art gefallen, wie du Ellis Welt in der Dunkelheit beschreibst, das war wahnsinnig realistisch – soweit ich das beurteilen kann.
    Du redest nicht um den heißen Brei und kommst zum Punkt. Eine wirklich spannende Kurzgeschichte.

    Falls du eine detailliertere Antwort möchtest, dann melde dich gerne. Ansonsten hoffe ich, bald nochmal etwas von dir zu lesen.

    Ganz liebe Grüße,
    Jenny /madame_papilio
    (Nur ein kleiner Schlüssel)

    1+
  46. Hallo J.D.,

    wenn man eine Geschichte nicht gleich als einer der ersten Leser kommentiert, wird es nach und nach immer schwerer, noch Neues zu finden. Mir ist es leider nicht gelungen und deshalb möchte ich mich meinen Vorkommentierern anschließen – super Geschichte! -, Dir einfach ein Herzchen da lassen und mich nochmal herzlich für Deinen Kommentar zu meinem Beitrag („Und der Tod fragte sich, wer er eigentlich ist?“) bedanken! Ich hab’s noch immer nicht geschafft, die Fehler auszubessern… *Augen roll*…

    Hab eine gute Zeit und ich drück die Daumen!
    Liebe Grüße von der Charlie

    1+
  47. Hallo J.D., vielen Dank, dass Du meine Geschichte (Zu spät) gelesen und kommentiert hast. Nun bin ich endlich dazu gekommen, auch deine zu lesen – sorry, dass es so lange gedauert hat. Hier mein Feedback: Die Idee gefällt mir sehr gut, ich wurde zweimal echt überrascht 😉
    Ich finde, Du könntest deutlich kürzen, da viele detaillierte Beschreibungen von Handlungen drin sind, die eigentlich nicht wichtig sind. Nutze einfach mehr Schnitte, wie bei Filmen, dann wird es flotter. Offen gesagt bin ich deswegen zwischendurch ins „surfen“ gekommen und habe möglicherweise was verpasst: Gerade hat Elli noch im Auto die App installiert, während er im Krankenhaus liegt, und plötzlich fährt sie ihm drei Stunden nach, während er das Handy schon hat? Da bin ich nicht mitgekommen, aber wie gesagt, vielleicht habe ich auch etwas überlesen. Was mir auch fehlt: Bei so einem Unfall müsste doch die Polizei informiert werden? Worauf ich noch etwas mehr eingegangen wäre: Dass Elli ihren eigenen Mann so schlecht kennt, dass sie seinen Austausch gar nicht bemerkt. Das fände ich noch eine sehr interessante Komponente einer richtig schlechten Ehe 😉 Das Ende fand ich dann wieder klasse! Liebe Grüße, Anna

    1+
  48. Hallo liebe J.D. 🙂
    Nun kam ich endlich dazu, Deine Geschichte zu lesen – sie wurde mir schon ein paarmal ganz oben angezeigt. Es ist bei der Fülle an guten Geschichten hier wirklich schwer, sich nicht permanent zu wiederholen. Trotz allem hat mit Deine wirklich sehr, sehr gut gefallen. Irgendwo weiter oben stand schon, dass Deine Geschichte auch ins Buch hätte kommen sollen – da stimme ich restlos zu, und ich denke, das ist der Worte genug. Mein Herzchen hast Du in jedem Fall!!!
    Liebe Grüße
    Anna

    P.S.: Ich würde mich freuen, wenn Du auch bei mir „vorbeiliest“ 🙂 Meine Geschichte ist „Die Nachtschicht“.

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  49. Hallo J.D.,

    vielen Dank erst einmal für dein sehr ausführliches Feedback zu meiner Kurzgeschichte „Vertauscht“, ich habe es leider noch nicht geschafft sie auszubessern.
    Aber zumindest bin ich nun endlich dazu gekommen auch deine Geschichte zu lesen 🙂

    Mir gefallen deine Idee und auch dein Schreibstil sehr gut.
    Bis zu dem Punkt, als Elli das Gespräch der zwei im Haus belauscht, hatte ich mir meine eigenen Gedanken über sein Geheimnis gemacht, und etwas völlig anderes erwartet, als das was dann kam.
    Ich musste den Satz zweimal lesen, weil ich zunächst dachte mich verlesen zu haben.
    Der Plot ist also wirklich gelungen, zumal er so „nebensächlich“ daher kommt. Und jetzt verstehe ich auch deinen Satz, dass wir beide im Grundgedanken eine ähnliche Idee hatten, vielleicht gefällt mir deine Geschichte schon alleine deshalb so gut 🙂

    Als einzigen Verbesserungsvorschlag habe ich an dieser Stelle nur, deine Geschichte an manchen Stellen etwas zu kürzen, um so schneller Fahrt aufzunehmen und dadurch mehr Spannung in das Erzählte zu bringen, ansonsten ist sie aber wirklich sehr gut geworden und ich hatte Spaß beim Lesen.

    Liebe Grüße Ina

    1+
  50. Moin, J.D.! Wie einige andere hier bin auch ich hierhergestolpert, weil mir Deine Kommentare unter anderen Geschichten positiv aufgefallen waren. Das hat meine Neugier geweckt.

    Ich will mich nicht wiederholen: Du hast ja selber schon gesagt, dass Kurzgeschichten vielleicht nicht so Deins sind. Vielleicht ist es aber auch alles eine Sache der Definition! Außerdem ist „Short Story“ ja auch relativ: Für einen ausgewachsenen Roman bräuchte ich deutlich länger!!! Über Stil und so müssen wir gar nicht reden – ist da. Absolut.
    Ich muss jetzt schlafen. Überlege mir gerade, wie ich nun dieses Bild aus dem Kopf bekomme. Also das mit der Frau, die ganz vampiresk einen (und dann auch noch ihren, wie blöd!) Mann totbeißt. Igitt. What about tea?

    Ich hätte da was und wär auch auf Deinen Kommentar gespannt: https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/die-nacht-in-der-das-fuerchten-wohnt

    Beste Grüße vom Meer und von mir!
    Kathrin aka Scripturine

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