ElinaDas Lindbergh-Aquarium

 

Das Lindbergh-Aquarium

 

 

 

 

 

Lund, Schweden.
01.09.2007

 

0:14 Uhr

 

 

 

Als er die Augen öffnete, zitterten seine Lider. Ein sengender Schmerz bebte durch seinen ganzen Körper, in dem Moment, in dem er sich im Dunkeln versuchte aufzurichten. Noel stützte sich am Boden ab, modrige Holzscherben drückten sich einige Millimeter tief in seine Handballen. Er spürte die Platzwunde auf der Stirn und wie sich das getrocknete Blut in seinem dicken Haar verfestigt hatte, aber er konnte sich nicht mehr erinnern, wie das passiert war.

Der weinrote Filzteppich unter ihm brannte auf seiner Haut und das schwache Licht, das er aus dem Badezimmer kommen sah, blendete ihn mehr als er es für möglich gehalten hätte.  In seinem Brustkorb pulsierte sein Herz heftig, pumpte Liter für Liter das Blut durch seine Adern, doch aus irgendeinem Grund musste es sich verlaufen haben, denn er konnte es auf seiner Zunge schmecken.

Nachdem Noel sicher war, dass alle Knochen noch ganz waren, stand er zögerlich auf, bekämpfte den auftretenden Schwindel und presste seinen erschöpften Körper gegen die schimmlige Wand zu seiner Linken. Dann sah er sich um.
Es war kaum etwas zu erkennen, eine der wenigen Lichtquellen im Raum bestand aus dem bläulichen Glanz eines Aquariums, das eine verkommene Bartheke verschönerte.

Das Aquarium war leer, nur noch die glibbrigen Überreste von bräunlichen Algen klebten an den vergilbten Scheiben. Er kannte dieses Aquarium, aber er hatte es vollkommen anders in Erinnerung. Prall gefüllt mit Feuerfischen und Seeigeln. Und ein breites Grinsen mit Sommersprossen, das sich im Glas spiegelte und den Fischen zulächelte und von einem Unterwasserzirkus träumte.

Heute war das ganze Restaurant verlassen. Nachdem es vor einigen Jahren einen Brand gab, mangelte es an Gästen und der Eigentümer musste es schließen. Noel wusste nicht mehr genau, wann das gewesen ist. Es gehörte zu einem Teil seiner Kindheit, den er nicht gern in Erinnerung behielt.  

Sein Blick löste sich von dem Aquarium und landete auf der Tür der Gästetoilette. Das Licht flackerte leicht und Noel glaubte sogar, den Wasserhahn noch tropfen zu hören. War er das gewesen? Es musste einen Grund für das Chaos geben, für die zerschmetterten Holzstühle auf dem Boden, das zerbarste Fenster an der Eingangstür und auch für seine Verletzungen.

Er war nicht allein gewesen, so viel stand fest. War er angegriffen worden? Was machte er überhaupt an diesem Ort? Wenn er sich nur erinnern könnte.

Ihm war kotzübel. Die aufsteigende Galle kitzelte seinen Gaumen, sie bat darum, heraus gelassen zu werden und Noel hatte da absolut nichts dagegen.

Zaghafte bewegte er sich auf die Gästetoilette zu, der Schwindel verdrehte ihm den Kopf und beinah wäre er wieder zu Boden gefallen, aber er konnte sich rechtzeitig an der Türklinke retten, während sein Gewicht die vergraute Tür aufstieß und er in den ausgefliesten Raum stolperte.

Das Flackern tat in seinen Augen weh, dennoch versuchte er sie offen zu halten und etwas von seinem Umfeld aufzunehmen. Es gab nur eine Toilettenkabine, sie stand weit offen, außerdem fehlte der Toilettendeckel. Bedachte man den Zustand des restlichen Restaurantes, war es noch recht sauber. Wahrscheinlich lag das daran, dass die Bauarbeiter hier ihr Geschäft verrichteten, während sie auf der anderen Straßenseite das Bürogebäude renovierten.

Noel spürte die kühle Nachtluft durch das angelehnte Fenster strömen und fröstelte. Er drehte sich zum Waschbecken, um sich warmes Wasser ins Gesicht zu schütten, doch sein Atem blieb ihm im Hals stecken, als er den Spiegel über sich erblickte.

Ein Bild aus Scherben verzierte sein Gesicht, darüber geschrieben die Worte

Der Dämon steckt in unserer eigenen Haut“

Und Noel hatte noch gar nicht verstanden, was das bedeuten sollte, da hob er seine Hand und berührte den Spiegel. In diesem Augenblick erinnerte er sich plötzlich.

 

 

 

31.08.2007

21:14

 

Drei Stunden zuvor

 

Noel Lindbergh mochte es definitiv nicht morgens in den Spiegel zu sehen, er mochte es auch nicht seine Reflektion beim zufälligen Vorbeigehen an einem Schaufenster zu erhaschen und um Gottes Willen, wie er es hasste fotografiert zu werden. Doch das Unwohlsein, das beim Ansehen dieser Aufnahmen durch seine Magengrube kroch, war von ganz anderer Natur. Er drehte das fremde Smartphone erneut in seiner Hand, während die andere seine selbstgedrehte Zigarette zum Mund führte. Die Backsteinstufen vor seiner Haustür, die sich nachmittags noch durch die glühenden Strahlen der erschöpften Spätsommersonne erhitzt hatten, kühlten langsam ab und Noel fühlte, wie die Kälte durch seine Anzugshose hindurch seine blasse Haut zum Erzittern brachte. Mit eher weniger geschultem Auge scannte er das Gerät. Er kannte den Hersteller nicht, er hatte ja nicht einmal irgendeinen Schriftzug hinterlassen. Wahrscheinlich irgendeine Billigproduktion aus China. Doch das war es nicht, was Noel so verunsicherte. Das Einzige, was er öffnen konnte, ohne den Code zu kennen, war die Bildergalerie.

Später hätte er sich wahrscheinlich gewünscht sie nicht geöffnet zu haben. Das Verandalicht über der marineblau gestrichenen Haustür erzeugte einen Schatten über dem winzigen Display, sodass Noel seinen Kopf tiefer senken musste, um zu realisieren, welchen Streich ihm seine Augen spielten.

Das durfte nicht wahr sein.

Ungläubig scrollte er weiter, die gewünschte Erleichterung brachte es ihm jedoch nicht. Stattdessen fühlte er warme Schweißtropfen seine Schläfen hinunter laufen, bis sie auf seinen Lippen zerflossen. Vielleicht war sogar eine Träne dabei gewesen, aber alles, was Noel jetzt noch wahrnehmen konnte, war die laut schallende Musik, die durch seine dünnen Hauswände plärrte. Er kannte das Lied, seine Schwester hatte es geliebt.

Unter seinen bebenden Fingerspitzen breiteten sich die sommerlichen Farben eines Fotos aus, das er noch nie gesehen hatte. Und trotzdem stand im Mittelpunkt des Bildes sein eigenes Gesicht. Umrahmt von gelben Tulpen im Hintergrund lächelte er in die Kamera, als hätte man ihm überraschend ein dickes Kompliment gegeben. Er kannte diesen Ort, es war das riesige Tulpenfeld am Rande der Stadt, hinter der Reihe an leerstehenden Gebäuden, aber  aufgrund seiner starken Allergie war er nie dort gewesen. Es war gar nicht möglich, dass jemals so ein Bild entstanden ist. Und selbst wenn, wie konnte es sein, dass sich Bilder von ihm auf einem fremden Telefon befanden? Noel dachte an das Mädchen, dessen Rücken er nur noch in der Ferne verschwinden gesehen hatte, nachdem er ihr das Handy wiedergeben wollte, das sie auf der Ladentheke des Schallplattenladens liegen gelassen hatte. Kannte sie ihn?

Hätte er doch nur ihr Gesicht sehen können.

Jetzt saß er hier, auf der Treppe vor seiner Haustür, während drinnen die Trauerfeier für seine Schwester stattfand, starrte auf das Bild vor ihm und erbleichte, als er sich das Nächste ansah.

„Niki“ ,flüsterte er. Er spürte die frische Abendluft, wie sie seine Lunge füllte, nachdem der Zigarettenrauch sie verließ. Das Foto seiner Schwester ähnelte dem davor stark, gelbe Tulpen umrahmten ihr schönes, von Sommersprossen geküsstes Gesicht, doch das Leuchten in ihren stahlgrauen Augen ließ niemals vermuten, welche Laster dahinter lagen. Noels Finger strich durch ihr goldenes Haar, es war fast so als könne er sie spüren, als wäre sie hier, bei ihm. Und beinah wünschte er sich zu sterben, um bei ihr sein zu können. Hinter ihm öffnete sich die Haustür, Schritte bahnten sich an, ein verschwommener, schwarzer Schleier drängelte sich an ihm vorbei. Er sah nicht auf, stattdessen schaute er sich das nächste Bild an und hörte unbekümmert die Stimme einer Person, wie sie sich verabschiedete und ihm eine gute Nacht wünschte. Noel konnte nicht zuordnen, wem die Stimme gehörte und es interessierte ihn auch nicht. Seine Augen klebten noch wie zwei Magnete am Display, während er mit einem abwesenden Nicken die Worte des Gastes erwiderte und kurz darauf war der Schleier verschwunden. Noel sah ihm nicht nach. Das dritte Foto zeigte erneut ihn und umso mehr Bilder er von sich auf diesem Telefon fand, desto enger schnürte sich seine Brust. Er wollte atmen, aber sein Körper ließ es nicht zu. Dieses Mal war es unscharf, als wäre es aus einer hektischen Bewegung heraus geschossen worden. Die Umgebung war dunkel, es war kaum zu erkennen, wo das Bild entstanden ist, aber Noel konnte ein kleines Detail ausmachen, das es ihm verriet. Ein blaues Leuchten in der hinteren rechten Ecke, es stach aus der Dunkelheit heraus und als er realisierte, was es war, zerbiss er den Tabak in seiner Zigarette, bis er ihn auf seiner Zunge schmeckte.

Das konnte nicht stimmen. Doch im Inneren des leuchtenden Blaus schwebten tatsächlich dunkle Flecken und Noel wusste, dass es die Feuerfische waren, die wie Gottheiten in dem Aquarium umher tanzten. Ihm wurde übel, vor seinem inneren Auge sah er sich dort sitzen, als er noch sehr klein war. Die lange, weiße Theke, die sich an dem Aquarium entlang zog war immer zu hoch für ihn gewesen, heute war ihm das egal. Er war schon seit über  7  Jahren nicht mehr dort gewesen und doch sah das Bild so aus, als wäre es gestern gemacht worden.

 

 

 

„Du hast Fettfinger, Niki. Das ist eklig.“
„Du bist selber eklig.“

Noel pustete bockig die Luft aus seiner Nase und schlug dann Nikis Hand von dem Glas.

„Du machst den Fischen Angst“ ,erwiderte er und legte dabei den Kopf in seine Hände, Noel beobachtete, wie das Licht aus dem Aquarium über ihr Gesicht tanzte. Er sah sie gerne an, weil sie Mutter so ähnlich sah und Mutter war seine Heldin.

„Findest du sie nicht auch wunderschön?“ ,flüsterte Noel in seine Handballen, seine Augen fixierten die langen Feuerkleider der Fische. Niki überlegte wieder ihre Fingerkuppe an das Glas zu drücken, um die Tiere zu sich zu locken.

„Ich weiß nicht. Sie sind ziemlich langweilig.“

„Das sind Fische, was erwartest du von ihnen?“

Niki malte sich alles in ihrem Kopf aus, einen Zirkus, Unterwasser, und ganz viele Zuschauer in Taucheranzügen, dann lächelte sie.

„Ich würde sie gerne durch einen Feuerreifen schwimmen sehen.“

„Du Dummkopf, wie willst du im Wasser Feuer machen?“

Noel wunderte es nicht, dass seine Schwester so einen Unsinn von sich gab, sie redete gern bevor sie nachdachte. Niki jedoch schien das nicht zu stören.

„Sowas geht bestimmt“ ,antwortete sie.

„Sicher nicht.“

Das Radio stand im hintersten Eck des Restaurants, dennoch konnte man die Musik durch den ganzen Raum hören. Ab und zu übertönte sie sogar das Klirren von Geschirr und das Surren des Mixers aus der Küche.

Niki bewegte langsam ihren Kopf zu „Summer Wine“ und im Refrain begann sie mit zu summen. Sie traute sich nie zu singen, weil sie dachte, dass es furchtbar klang, aber Noel fand es ganz okay.

„So verscheuchst du die Fische auch bloß“ , ärgerte er sie und trat ihr unter dem Tresen sanft gegen das Schienbein.

 

 

Als er sich das vierte und letzte Foto ansah, rutschte ihm das Herz in die Hose.

Was zum-

Noel kannte den Baum am Bach, hinter dem Universitätscampus, er kannte ihn sehr gut.  Aber er war sich sicher, dass er sich an diesem Baum nicht erhangen hatte.

Das Bild sagte etwas anderes. Er konnte sehen, dass seine Haut noch blasser war als sonst, nur an einigen Stellen am Hals hatte die Schlinge sie bläulich verfärbt und ein Vogelschwarm flog über seinen Kopf hinweg, als würde er seine Seele hinfort tragen.

Noel musste die hochkommende Galle wieder herunterschlucken und rieb sich mit verrusten Händen die Augen.

Das war keine Illusion. Das war kein Irrtum. Und das war ganz bestimmt kein Zufall.

Jemand war ihm auf den Fersen und diese Bilder waren eine eindeutige Warnung.

Eigentlich hätte ihm das egal sein müssen.

Aber das Mädchen, das er nur wenige Stunden zuvor zwei Straßen weit verfolgt hatte, gab ihm ein Rätsel auf. Und die Eiche auf dem Foto war letztendlich die selbe Eiche, an der sich auch seine Schwester…

Nein. Irgendetwas in seinem Verstand kämpfte dagegen an, er weigerte sich zu verstehen, wie diese Fotos entstehen konnten. Vielleicht war es einfach nur verdammt gute Fotomontage.

So gut?

Fest stand: Jemand wollte, dass er die Fotos sah und diese Person bezweckte etwas ganz Bestimmtes damit.

Die Identität des Mädchens war ihm schleierhaft, aber möglicherweise konnte sich die Sache aufklären, wenn er es fand. Der passende Schlüssel zur Tür ihres Aufenthaltes befand sich bereits in seinen Händen, aber ohne den Code würde es ihm nichts nützen.

Und wenn hinter dieser Tür etwas war, was er gar nicht sehen wollte? Vielleicht sollte er sie lieber verschlossen lassen.

Noel hätte gerne noch mehr Zeit mit diesem Gedanken verbracht, es hätte ihn vielleicht auch von dem abgehalten, was auf ihn zukam, doch ein rätselhaftes Geräusch zog seine Aufmerksamkeit zurück zu dem Smartphone und fast hätte er es fallen gelassen.

 

Auf dem Sperrbildschirm war eine Nachricht erschienen.  

 

Vor Schreck legte es Noel vor ihm auf dem Bürgersteig ab und sprang von den Backsteinstufen auf, die Zigarette segelte unbemerkt zu Boden. Sein schwerer Atem hebte seinen Brustkorb, als wäre er soeben eine Meile gerannt. Was er eben gelesen hatte…das konnte doch nicht sein, oder etwa doch?

Wenn das wirklich stimmte, was in dieser Nachricht stand, dann musste Noel dieses Mädchen finden.

Ansonsten würde er enden wie auf dem letzten Foto.  

Doch wo sollte er mit der Suche anfangen? Die einzigen Anhaltspunkte, die er hatte, waren die Bilder von ihm. Sein Atem beruhigte sich langsam und auch seine Gedanken rasten nicht mehr so wie zuvor. Das war ein Anfang. Das war immerhin etwas.

Noel hatte nicht vorgehabt, sein Wochenende mit einer unheimlichen Schnitzeljagd zu verbringen, aber indem er diese Orte aufsuchte, konnte er vielleicht herausfinden, was hier nicht stimmte. Es war einen Versuch wert.

Vorsichtig machte er ein paar Schritte vorwärts, um das Smartphone wieder aufzuheben, von drinnen hörte er den Bass gegen die Wände schlagen. In Noels Handflächen sammelte sich der Schweiß, als er zögerlich nach dem Gerät griff. Er traute sich nicht, erneut auf das Display zu schauen, also ließ er es schnell in seiner Hosentasche verschwinden.

Er drehte sich um und betrachtete für eine Sekunde das Haus. Die alte Holzfassade wirkte in der Dunkelheit wie die Ruine eines längst vergessenen Ortes.

Noel wünschte sich, er könnte verstehen, warum ihm das passierte. Aber für solche Grübeleien war keine Zeit.

 

Ein gelbes Tulpenfeld wartete auf ihn.

 

 

 

22:32 Uhr 

 

Noel hockte im Gras, seine Augen tränten und eine unangenehme Kälte breitete sich in seinem Oberkörper aus. Es war schwer zu glauben, dass er in den 21 Jahren, die er schon in dieser Kleinstadt lebte, nicht einmal hier gewesen war.

Der Drahtzaun hinter ihm knatterte, als eine leichte Brise durch das Feld zog. Im Dunkeln stach die gelbe Farbe der Tulpen nicht besonders hervor, aber das Zittern ihrer Blätter erinnerte ihn an das Weinen hunderter verlorener Kinder und auf einmal verstand er, warum er nie her gekommen war. Es jagte ihm einen Schauer über den Rücken.

Noel griff unbewusst in seine Jacketttasche und holte seinen Tabak und das Zigarettenpapier heraus, dann begann er sich noch eine zu drehen.

So ganz wusste er nicht, worauf er hier wartete.

Aber die Nachricht, die er bekommen hatte, ging ihm nicht mehr aus dem Kopf.

Dieses Mädchen weiß Dinge, die sie gar nicht wissen dürfte. Wer ist sie nur?

Mittlerweile begannen seine Augen zu brennen, diese verdammte Allergie kam zurück. Mit viel Fingerspitzengefühl drehte er den Tabak fertig, steckte sich die Zigarette in den Mundwinkel und zündete sie mit seinem Feuerzeug an, das er billig an der Tankstelle erworben hatte.

Das Tulpenfeld zog sich mehrere hundert Meter in die Ferne, bis es am Horizont von einer Wand aus Eichen verschlungen wurde. Hinter dem Drahtzaun, an dem Noel sich hingehockt hatte,  dröhnte die alte Wäscherei in den Himmel, als würde sie um Hilfe schreien, damit sie endlich von ihrem Leid befreit werden konnte. Das zusammengefallene Flachdach ließ den leicht aufkommenden Nachtregen in die Ruine nieseln und heilte ihre Wunden.

Noel hörte oft Geräusche, wenn er in der Nähe von alten Gebäuden war und meistens dachte er, sie versuchten ihm irgendetwas zu sagen.

Es erinnerte ihn an den Traum, den er ständig hatte.

In diesem Traum saß er in einem Zimmer mit blauen Wänden, nicht größer als ein Badezimmer, und Orchideen in einer stuckverzierten Vase, die auf einem Mahagonitisch stand. Er saß immer auf dem Boden an der hintersten Wand und starrte auf die Blumen. Am Anfang des Traums konnte er Musik hören, er kannte das Lied. Es war das, was seine Schwester früher immer gesummt hatte und es beruhigte ihn in den ersten Minuten. Doch das Lied wurde immer leiser bis es ganz verstummte und nichts als Stille den Raum füllte. Die Stille war so laut, dass es ihm beinah das Trommelfell zerriss.

Noel dachte immer,  dass das Zimmer ihn anschrie. Dass es ihn aufwecken wollte und doch schaffte es das nicht.

Seit Niki fort war, hatte er diesen Traum nicht mehr.

Jetzt hatte er auch im Wachzustand ein ungewöhnlich gutes Gehör für die Stille. Er hörte Dinge, auf die er zuvor nie geachtet hatte und aus diesem Grund fuhr er auch merklich zusammen und sprang erschrocken auf, als er hinter sich ein leises Knacken vernehmen konnte.

 

Jemand ist hier. Verdammt, jemand hat mich verfolgt.

 

Ganz leise ließ Noel seine Zigarette zu Boden fallen und drückte sie mit der Spitze seines Falschlederschuhs aus.

„Wer ist da?“

Er wartete einige Sekunden auf eine Reaktion, doch sie kam nie. Stattdessen wurde das Knacken immer lauter, als würde sich jemand nähern und ihn beobachten.

Es juckte in Noels Füßen, er wäre gerne gerannt, doch irgendetwas hielt ihn fest.

Wahrscheinlich war es die Hoffnung auf eine Erklärung, auf Antworten.

 

„Hey! Ich hab dich was gefragt!“ 

Jetzt waren es Schritte, die Noel vernehmen konnte, sie waren langsam und weich, wie von einer Katze auf Samtpfoten. Er konnte jedoch nicht hören, aus welcher Richtung sie sich näherten. Anfangs hatte er geglaubt, die Geräusche wären aus der alten Wäscherei gekommen,  nun schien es eher aus dem Tulpenfeld zu kommen. Doch es war weit und breit niemand zu sehen.

„Ich habe etwas von dir! Und du hast mir bestimmt auch einiges zu sagen.“

 

Noels Stimme klang im Nieselwind wie die eines fauchenden Waschbären, der seine Beute einzuschüchtern versuchte. Eine Antwort blieb noch immer aus. Die Wut staute sich in seiner Brust an. Und er konnte es nicht mehr verhindern, dass sie ausbrach.

Seine Stimmbänder bebten als er einen lauten, verzweifelten Schrei aus seiner Kehle entließ und sich im Kreis drehte, auf der Suche nach einem Paar Augen. Er spürte das Kribbeln im Mund, irgendwie scharf und stechend und er hätte gerne ein paar Stunden weiter so geschrien, um sicher zu gehen, dass all der Frust wirklich seinen Körper verlassen hatte. Aber seine Lunge machte ihm einen Strich durch die Rechnung.

Als Noel verstummte, lauschte er erneut der erdrückenden Stille.

Die Schritte waren verschwunden. Er konnte auch kein Knacken mehr hören. Sein Verfolger musste verschwunden sein. Hatte er ihn vielleicht abgeschreckt?

 

Nein, Nein, Nein, das ist mehr als ungünstig.

 

Die wahrscheinlich einzige Person, die die ganze Situation aufklären konnte, hatte sich in Luft aufgelöst. Wo sollte er sie finden können?

 

Noel hatte gar keine Chance weiter zu grübeln, da vibrierte etwas in seiner Hosentasche. Er holte das Telefon heraus und sah eine weitere Nachricht auf dem Display aufblitzen. Lautlos bewegte er seine Lippen, als er die Worte las.

 

< Folge mir, kleiner Fisch. >

 

Im ersten Augenblick fragte sich Noel, was das wohl zu bedeuten hatte, doch im zweiten Atemzug realisierte er, dass diese Nachricht bestätigte, wer ihn da gerade beobachtet hatte.

Aber was hatte es mit dem kleinen Fisch auf sich? Möglicherweise war es ein Hinweis.

Oder eine Beleidigung?

Wohin sollte er dieser Person folgen? Er konnte doch nicht wissen wo sie hin-

 

Aber natürlich.

 

Jetzt, wo Noel es sah, kam er sich dumm vor. Die Fotos, der kleine Fisch. Es gab nur einen Ort, wohin er ihr jetzt folgen konnte.

 

 

 

23:17 Uhr

 

Die Eingangstür zum Restaurant „Vågbrytare“ knarrte leise, als Noel sie mit einer Hand aufstieß. Das Ornamentglas in der Mitte war komplett zerkratzt. Eine übelriechende Dunstwolke stieg ihm in die Augen und er musste sich die Armbeuge vors Gesicht halten, damit sie nicht wieder zu tränen begannen. Der Boden unter dem Filzteppich quietschte kurz auf, dann trat Noel ein und schloss die Tür hinter sich.

Eine große Welle der Nostalgie traf ihn mitten ins Herz, während er sich umblickte . Er erinnerte sich auf einmal an die Abende, die er mit seiner Familie hier verbracht hatte und die Zeit, die Niki und er am Aquarium gesessen hatten, um das Warten zwischen den Mahlzeiten zu überbrücken. Ein unbewusstes Lächeln legte sich auf seine Lippen, das Mondlicht schien durch das Ornamentglas hinter ihm und warf den Schatten seiner Silhouette unter seine Füße.  

 

„Willkommen Zuhause“ ,flüsterte Noel zu sich selbst, als er in die Mitte des Raumes trat. Der Geruch von Schimmel stach in seine Nase, das Lächeln auf seinen Lippen verflog und seine Augenbrauen zogen sich angeekelt zusammen.

Die Holzstühle standen lose im Raum herum, manche waren auch umgekippt, doch Tische gab es keine mehr. Sie mussten damals vom Eigentümer mitgenommen worden sein.

Noel ging zu dem Bartresen hin, er strich mit dem Finger über den Rand des Aquariums und beobachtete, wie eine dicke Staubschicht an ihm hängen blieb. Es war so lange her.

Am Ende des Tresens sah er etwas liegen.

 

Eine Zeitschrift?

Er griff danach und musterte es neugierig.

Das Monatsblatt. Wie ist es nur hier her gekommen?

Die Titelseite zog seine Aufmerksamkeit auf sich.                 

 

 

SELBSTMORD IN LUND 

17-jähriges Mädchen erhängt sich und verstirbt im Krankenhaus an den Folgen eines Genickbruches

 

 

Es war wie ein Faustschlag ins Gesicht. Er konnte seine Augen nicht von den Worten abwenden, aber er wollte nicht hinsehen.

„Was hast du nur getan?“

Noel vermisste ihr Lächeln und ihre Sommersprossen, am meisten fehlte ihm jedoch ihre bloße Anwesenheit. Wenn sie bei ihm gewesen war, hat er sich sehr sicher gefühlt, als müsste er sich keine Gedanken um irgendetwas machen. Und nun fühlte er sich, als hielte ihm jemand ein Messer an die Kehle.

Er brauchte eine Pause. Dieser Ort war zu viel für ihn.

Gedankenlos ließ er die Zeitschrift auf dem Tresen liegen und bewegte sich in Richtung Gästetoilette. Die Tür stand leicht offen, also ging Noel hinein, legte seine Hände auf dem weißen Waschbeckenrand ab und öffnete dann den Wasserhahn. Das Wasser war kalt, aber Noel befürchtete, dass er genau das gerade brauchte und schöpfte etwas davon in sein Gesicht. Die Abkühlung gab ihm das Gefühl, wieder einen klaren Kopf zu bekommen.

 

In dem Moment, in dem er sich aufrichtete um in den Spiegel zu sehen, wurde dieses Gefühl in Stücke zerrissen.

 

Irgendjemand hatte mit einem dunklen Stift etwas auf den Spiegel geschrieben, doch der große Schatten hinter seinem Rücken war viel furchteinflößender. Er konnte nicht schnell genug erkennen, wer es war, da wurde eine Hand an seinen Hinterkopf gedrückt und er fühlte wie sein Kopf mit dem Spiegel kollidierte. Noel sah etwas Rotes, wie es über sein Auge lief, dann hatte er eine erneute Begegnung mit seiner Reflexion.

Sein Versuch sich zu wehren wurde im Keim erstickt, die Hand an seinem Hinterkopf griff in seine Haare und stieß ihn aus der Tür, wo er strauchelnd zu Boden ging.

Alles drehte sich auf einmal, Noel konnte gar nicht mehr sehen wo oben und unten war und sein Körper fühlte sich an wie gelähmt. Auf zitternden Unterarmen kroch er vorwärts, weg von der Person, die ihn angegriffen hatte.

Was war hier nur los?

Das Pochen auf seiner Stirn zog sich durch all seine Adern, doch das schien nebensächlich, als er spürte, wie er an den Fußgelenken festgehalten wurde.

Noel versuchte den Angreifer zu identifizieren, er drehte sich auf den Rücken und strampelte wild mit den Beinen, um ihn loszuwerden. Nur funktionierte es nicht so gut wie geplant. Im Raum war es viel dunkler geworden, Noel war sich nicht sicher ob es an dem Mondlicht lag, das nun von einer Wolke verdeckt wurde oder ob jemand es ausgeschalten hatte.

Gab es hier überhaupt Licht? Er konnte sich nicht mehr erinnern.

Jemand setzte sich auf seine Beine und nagelte ihn somit am Boden fest, dann rutschte er vor auf seine Brust. Er war so schwer, dass an Flucht nicht mehr zu denken war. Es gab nur noch einen Ausweg.

Noel schnellte nach vorn und rammte seine Ellenbogen in den Unterleib des Angreifers, welcher daraufhin einen leisen Schmerzlaut von sich gab und sich vorne überbeugte.  Das war der Moment, den Noel ausnutzen musste. Er griff mit seinen Händen nach dem Kopf seines Widersachers und drückte mit ganzer Kraft seine Daumen in dessen Augen. Er konnte spüren wie die Muskeln in dem Körper über ihm langsam nachließen, so gelang es ihm, die Person zur Seite zu rollen und sich über sie zu werfen.

Dabei wurde ihm jedoch so schwindlig, dass er zur Seite fiel und auf dem Boden neben dem Unbekannten liegen blieb.

Einige Sekunden hielt er inne, seine Brust hebte sich auf und ab, als er mit offenem Mund nach Luft schnappte.

Die schwarzen Punkte, die vor seinen Augen tanzten, begannen sich langsam wieder in Luft auf zulösen, da hörte er, wie sich neben ihm etwas bewegte.

Jetzt war keine Zeit zu schlafen.

Mit aller Kraft brachte er sich wieder auf die Beine, genau im richtigen Moment, um einer anfliegenden Faust auszuweichen.

Noel wich zurück, bis er die Lehne eines Holzstuhls in seinem Rücken spürte und nicht weiter konnte.

Dem nächsten Schlag konnte er nicht ausweichen, die Fingerknöchel des Fremden trafen auf seinen Wangenknochen und Noel konnte ein leichtes Knacken vernehmen. Der Schmerz breitete sich über sein ganzes Gesicht aus.

Dank seines guten Gehörs bemerkte er den nächsten Schlag, der auf ihn zu kam, und konnte ihn mit seinem Arm abfangen, dann teilte er selber einen aus und erzielte tatsächlich einen Glückstreffer.

Der Angreifer sprang eilig zurück, um sich die Wunde zu halten, dabei wendete er sich von Noel ab.

Noel griff nach dem Stuhl hinter ihm, hievte ihn in die Luft und ließ ihn auf dem Rücken des Fremden zerschellen. Er stürzte nach vorn, konnte sich jedoch noch auffangen und stürmte auf ihn zu.

Noel war in einer Art Trance, er blickte auf seine Hände, schockiert, dass er wirklich gerade mit einem Stuhl nach jemandem geworfen hatte, da packte der Angreifer ihn bereits am Kragen seines Jackets, zerrte ihn durch den halben Raum und schubste ihn dann direkt in Richtung Eingangstür.

Mit einem ohrenbetäubenden Scheppern ging das Ornamentglas zu Bruch und Noel wurde die Luft aus der Lunge gepresst, in seinem Oberkörper wurden die Organe kurzzeitig zusammengequetscht. Es fühlte sich an als wäre er von einem Lastwagen überfahren worden, seine Sicht verschwamm und auf einmal wurde es noch dunkler, als zuvor.

Noel glitt zu Boden, als der Fremde ihn losließ und alle Kraft verließ seinen Körper.

Er hörte nur noch, wie sich die Tür öffnete und die Schritte im Nichts verschwanden.

Dann driftete er in das süße Land der Bewusstlosigkeit ab.

 

 

 

01.09.2007

0:28 Uhr

 

Seine Fingerkuppen lösten sich wieder von dem Spiegel. Er konnte sich endlich daran erinnern, was passiert war. Er wurde angegriffen. Aber warum? Der Schriftzug war durch die Risse im Glas nicht mehr ganz so gut lesbar. Aber für Noels Augen war es genug.

 

„Der Dämon steckt in unserer eigenen Haut“,sagte er und starrte sich in sein blutüberströmtes Gesicht.

 

Als er die Gästetoilette verließ floss wieder das Mondlicht durch das zerbrochene Türfenster. Noel wäre jetzt gern nach Hause gegangen, hätte sich ins Bett gelegt und geschlafen, aber er wusste, dass es noch einen Ort gab, wo er hin musste, um die Sache endlich aufzuklären. Einen Ort, den er sich eigentlich geschworen hatte, nie wieder aufzusuchen. Die Erinnerungen waren zu stark, zu kraftvoll. Seine Reaktion war komplett ungewiss.

Doch in dem Moment, in dem er das Restaurant verließ, war ihm klar, dass es der einzige Weg war.

 

 

 

0:53 Uhr

 

In seinen Händen konnte er ihre fühlen, auch wenn sie nicht da war. Der Sauerstoff, den er atmete, war der gleiche, den auch sie atmete. Die Landschaft, die sich vor ihm erstreckte, war die gleiche, die auch sie gerade betrachtete. Nur von einem anderen Ort aus.

Es war so, als wäre sie nie weg gegangen.

Die alte Eiche baute sich vor ihm auf, wie ein riesiger Schatten und das Rauschen des Baches klang beinah gleich dem Heulen des Windes.

Als Noel gen Himmel blickte, sah er den Polarstern aufblitzen und lächelte.

„Du bist ja doch da“ ,flüsterte er, dann berührte er zaghaft die Rinde des Baumes.

Der Tag, der sein Leben verändert hatte, begann hier. Er wollte diesen Ort aus seinem Gedächtnis  entfernen. Es war gerade einmal zwei Wochen her gewesen und Noel vermisste sie schon so sehr, als wäre es sein ganzes Leben gewesen. Noel versuchte sich zu erinnern. In dem Augenblick, in dem er sie hängen sah, hätte er sich gerne die Augen herausgerissen.

 

 

 

„Du Vollidiot, hör auf damit“ ,zischte Niki, als Noel ihr einen sanften Tritt in den Po versetzte. Sie hielt sich an dem Ast über ihr fest und warf ihrem Bruder einen tödlichen Blick zu. Dieser lachte nur schelmisch und deutete einen zweiten Versuch an.

 

Nein, so war es nicht gewesen. Das stimmte nicht. 

 

„Ich finde das gar nicht witzig, Noel“ ,sagte sie und drohte ihm mit der Faust. Eine frische Morgenbrise wehte durch ihre Haare, die Sonne brach durch die graue Wolkendecke hindurch, die eben noch einen heftigen Niederschlag auf die Erde niedergelassen hatte.

„Komm schon, sei nicht so ne Heulsuse. Du darfst mich auch treten, wenn du willst“ ,antwortete Noel mit blitzenden Augen, dann richtete er sich ein wenig auf und nahm einen Schluck aus seiner Dosencola.

„Du fühlst dich ja heftig cool“, lachte sie und nahm das Angebot einer Revanche herzlich an, indem sie ihm zärtlich die Dose aus der Hand trat. Noel beobachtete, wie sein Getränk richtung Boden segelte und wusste  nicht richtig, was er sagen sollte. Stattdessen starrte er seine leere Hand an, die in genau der gleichen Position verharrte, in der sie die Dose noch gehalten hatte.

„Das hast du jetzt nicht gemacht.“

Über ihnen flog ein Vogelschwarm hinweg, er machte kaum einen Laut und war so schnell, dass keiner der beiden ihn bemerkt hatte.

„Sag mal Noel, was tust du eigentlich noch hier?“, fragte sie plötzlich.

„Ich werde jeden Augenblick meine Cola rächen, das kannst du mir glauben“, antwortete er aufbrausend und ballte die noch eben geöffnete Hand zu einer Faust.

„Das meinte ich nicht. Du wolltest nach der Schule doch reisen, liege ich falsch? Deutschland, Spanien, Ungarn?“

„Richtig. Du willst mich wohl loswerden?“

„Im Gegenteil. Ich will nur wissen, ab wann ich auf dich verzichten muss.“

Noel lächelte gerührt.

„Das bringt meine Cola aber auch nicht mehr zurück.“

Niki verdrehte die Augen. Sie wünschte, sie könnte sich einmal normal mit ihrem Bruder unterhalten, doch seit sie älter geworden sind, haben sich ihre Rollen irgendwie getauscht. Sie war leiser geworden, er lauter.

„Und wenn du eines Tages doch weg gehst, nimmst du mich einfach mit, okay? Dann ist das Problem gelöst. Weißt du noch, als wir damals immer zu unterschiedlichen Zeiten auf Klassenfahrt gefahren sind? Dieses Gefühl will ich nie wieder haben. Alleine zu sein, obwohl so viele da sind. Mir ist egal was du sagst, ich werde dir auch dann folgen, wenn du es mir nicht erlaubst. Du wirst mich nicht mehr los, Noel, das sag ich dir. Ab heute hänge ich dir für immer an den Fersen.“

Für einen Augenblick herrschte Stille. Noel war nicht sicher, ob er darüber lachen oder weinen sollte.

„Ich werde nicht so schnell weg gehen. Vielleicht später einmal, aber jetzt noch nicht. Also mach dir nicht zu viele Gedanken.“

„Okay.“

Noels Blick glitt zu Boden, wo noch immer seine Dosencola im Gras lag.

 

Diese Unterhaltung hatten sie niemals geführt, also warum erinnerte er sich an sie?

 

„Sag mal, Niki. Planst du eigentlich noch, mir meine Cola wiederzubringen?“

„Das kannst du vergessen. Ich werde da jetzt bestimmt nicht runterklettern!“, erwiderte sie stur und schüttelte dabei mit dem Kopf. Noel schmunzelte nur.

„Ich kann dir auch ein bisschen nachhelfen.“

„Das wagst du nicht.“

„Wetten?“

Niki schaute ihn warnend an und er befürchtete, dass sie ihm gehörig den Kopf waschen würde, würde er sie jetzt erneut treten. Aber die Versuchung war einfach viel zu groß.

Mit ein bisschen mehr Schwung als sonst, trat er ihr gegen das Schienbein. 

Erst lachte sie darüber.

 

Dann fiel sie.

 

Noel hatte nicht verstanden, wie sie ihr Gleichgewicht verlieren konnte, es passierte einfach. Er war zu langsam, um sie noch erreichen zu können. Er sah sie fallen, er hörte ihren kurzen Ausstoß der Verwunderung, bis das Adrenalin ihr die Lippen versiegelte.

Den Aufprall hörte er nicht. Alles was er noch hörte, war dieser furchtbare Ohrwurm, der ihm schon seit Tagen durch den Kopf schwirrte. Die Melodie blockierte seine normalen Gehirnfunktionen und seine Hände sanken beinah schwerelos in seinen Schoß, als er realisierte, dass es schon längst zu spät war. In diesem Augenblick war er ganz weit weg, ganz tief, in einem Schlaf, aus dem er nie mehr aufwachen konnte.

Und er schlief allein. Obwohl noch so viele Andere da waren.

 

 

 

Noels Schultern bebten, als er die Eiche losließ. In seinen Augen zeichneten sich Tränen ab, Tränen, die heute das erste Mal flossen, seit einer sehr langen Zeit. Er blinzelte, um sie loszuwerden und schaute dabei hoch zur Baumkrone. Das war nicht die Erinnerung gewesen, die er kannte. Nein. Er hatte sie gefunden. Mit dem Strick um ihren Hals, in der Abenddämmerung. So war es doch gewesen, oder nicht? So musste es doch gewesen sein!!

Es durfte nicht anders sein.

 

„Du irrst dich fürchterlich.“

 

Sein Kopf ruckte sofort herum, als er die Stimme hörte. Sie kam ihm so vertraut vor, aber er kam nicht darauf. Wie ein Wort, das ihm auf der Zunge lag. Vor ihm stand ein schwarzer Schatten, der Umriss einer Person, aber doch nichts Ganzes. Eine verlorene Seele, die ihren Weg nach Hause suchte.

Noel konnte nicht sprechen, seine Gedanken rasten. Überfordert trat er ein paar Schritte zurück.

„Ich kenne dich nicht“, sagte er, jedoch mehr zu sich selbst, um sich davon zu überzeugen.

Ich werde dich durch den Feuerreifen jagen. Daran erinnerst du dich noch, nicht wahr? Die erste Nachricht, die du von mir erhalten hast.“

Noel verstand es nicht. Er wollte das nicht mehr. Er wollte nur noch schlafen. Das war alles. Dieses anstrengende Nachdenken machte ihn müde.

„Was bezweckst du?“, flüsterte er schließlich mit schwacher Stimme.

„Ich habe keinen besonderen Zweck, Noel. Denn die größte Aufgabe musst du bewältigen. Ich begleite dich nur auf deinem Weg.“

 

„Meinem Weg?“

„Deinem Weg der Wiedergutmachung.“

Noel tat nichts. Er stand einfach da, als die dunkle Gestalt ihre Hände um seine Kehle legte und ihm die Luft abschnürte, dann ging er zu Boden. Aber nicht im nassen Gras, wie er vermutet hätte.

 

 

 

01:19 Uhr

 

Er lag auf dem Teppich, in einem Raum mit blauen Wänden und einem Mahagonitisch. Auf dem Tisch stand eine stuckverzierte Vase und beherrbergte einen kleinen Strauß Orchideen. Noel starrte an die Decke. Er konnte sich nicht bewegen, auf ihm saß jemand und drückte ihm mit bloßen Händen die Kehle zu. Er fühlte sich so leicht, als bräuchte er gar keinen Sauerstoff zum Leben.

Noel hob seinen Kopf ein Stück an, sah der Person ins Gesicht, die ihn festhielt.

„Niki.“

Sie lächelte.

Strawberries cherries and an angel’s kiss in spring.“ 

Er erkannte den Text sofort. Ihre Stimme klang schön, aber nicht so, wie er sie in Erinnerung hatte.

„Wo bin ich?“

Ihr Lachen verschwand.

„My summer wine is really made from all these things.“

„Ist es wahr, was ich gesehen habe?“

Take off your silver spurs and help me pass the time.“

 

„Hab ich dich getötet?“

 

„And I will give to you summer wine.“

Ohhh-oh summer wine. So ging es weiter, nicht wahr? Oder war diese Erinnerung auch falsch?  Er hatte das Gefühl, dass er seinem Verstand nicht mehr trauen konnte. Das hier war doch nur ein Traum, oder? Noel erkannte diesen Ort. Aber nie hat er sich so lebendig gefühlt. So wach. So falsch.

„Sie helfen dir hier, Noel.“

Hinter seiner Schwester sah er auf einmal mehrere Personen. Keine von ihnen hatte er jemals gesehen und doch fühlten sie sich so bekannt an. Es waren mehrere Männer und ein paar Frauen. Die Männer waren in schwarz gekleidet, sie hatten harte Gesichter und stämmige Körper. Die Frauen trugen hellgrüne Kittel, ihre Gesichtsausdrücke waren sanft, besorgt. Noel sah den schwarzen Haufen auf sich zu kommen, sie packten ihn an den Armen und Beinen und nagelten ihn fest. Es gab kein Entkommen. Die etwas ältere Frau beugte sich über ihn, doch er fixierte ausschließlich Niki.

„Er hat einen Herzanfall. Vielleicht Organversagen“, hörte er die Frau sagen.

„Warum bist du hier?“, fragte Noel und merkte,  dass es ihm mittlerweile doch schwer fiel zu atmen.

„Das sagte ich dir bereits, nachdem ich versucht habe, dich aus deiner Blase zu holen.“

Niki klang ganz anders als sonst. So wütend und unnahbar.


„Aus meiner Blase?“

 

„Die Blase, die dich vor deinen Schuldgefühlen bewahren sollte. Die dir eine Lüge vorgegaukelt hat.“

Noel keuchte überrascht.

„Ich habe dich getötet, nicht wahr?“

„Dachtest du etwa, ich würde mich selber töten?“

In Noels Kopf drehten sich die Räder, er begann zu rauchen.

„Diese Blase…“

„Ist geplatzt. Du bist wach. So wollte ich dich haben. Jetzt musst du Wiedergutmachung leisten.“

„Wie lange habe ich…geschlafen?“

Niki lachte laut auf, die Menschen um sie herum zeigten keinerlei Reaktion. Konnten sie sie nicht sehen?

„Sechs verdammte Monate. Es wird langsam Zeit, meinst du nicht auch? Ich habe dir sehr lange einen Platz in der ersten Reihe freigehalten.“

Als Noel hochsah, fiel ihm die helle, runde Deckenlampe auf. Er war sich nicht sicher, ob es eine Illusion war, ein weiterer Traum, doch auf einmal glaubte er Fische zu sehen, die im Inneren der Lampe im Kreis schwammen. Als würden sie einen Tanz aufführen wollen. Er sah den Schatten ihrer Feuerkleider , ein Bild von Gottheiten, vor denen er sich ehrfürchtig auf die Knie zwingen musste. Und nun kauerte er vorm Altar und betete um Gnade.

Vielleicht würde er endlich bei ihr sein können. Ihre Hand halten können und sie umarmen können. Er konnte sie spüren. Jetzt wollte er sie nicht mehr loslassen.

 

 

„Ich hoffe, er wird dir gefallen. Mein Unterwasserzirkus.“

 

 

Und das Licht griff nach ihm.

 

 

112 thoughts on “Das Lindbergh-Aquarium

  1. Die detailliertien Beschreibungen der Ereignisse beziehen den Lesern in die Geschichte perfekt mit ein. Aus diesem Schreibstil resultiert ein Gefühl, dabei gewesen zu sein und die Ereignisse vor seinem inneren Auge zu erleben.
    Man gelangt sozusagen in einen „Leserausch“: man kann nicht aufhören über die Geschichte nachzudenken und man muss unbedingt weiterlesen und erfahren, wie es weitergeht.

    Sehr empfehlenswert für Leser jeder Art

      1. Wow, wirklich super geschrieben und mitreißend. Bis zum Schluss weiß man nicht, was da eigentlich wirklich passiert und erst am Schluss wird es einem klar.
        Gänsehaut pur. Du hast ein wohlverdientes Like von mir 👍😁

        Vielleicht hast du auch Lust, dir meine Stories anzuschauen? „Verlorene Identität“ und „Leos Geheimnis“. Würde mich freuen 🙂

  2. Gefällt mir wahnsinnig gut!
    Schöner Stil, sehr bildhaft. Für mich bis jetzt die beste Geschichte, die ich gelesen habe.
    Der erste Part als er aufwacht ist irgendwie nicht so flüssig wie der Rest, wurde der später geschrieben? Manchmal stößt man auf die eine oder andere Formulierung, die nicht ganz rund wirkt aber ansonsten top!

    1. Vielen Lieben Dank, das bedeutet mir unheimlich viel!! Und ja, den ersten Teil habe ich tatsächlich erst zum Schluss geschrieben, beeindruckend dass du das so schnell erkannt hast! Ich verstehe was du meinst. Mir ist es beim Schreiben wahrscheinlich gar nicht aufgefallen. Danke für dein Feedback, ich schau mir das nochmal an und mache es beim nächsten Mal hoffentlich besser 🙂

      1. Bitte, sehr gerne! Würde mich auch sehr freuen, wenn du meine Geschichte lesen und evtl ein Feedback/einen Kommentar und – wenn sie dir gefällt – auch ein Like hinterlassen würdest – sie heißt „Schach Matt“.

  3. Wow – was für eine Hammer Geschichte!
    Bereits der Titel hatte mich sehr neugierig gemacht – super ausgewählt 🙂
    Dein Schreibstil ist sehr mitreißend und lebensnah, das hat mir echt super gefallen! Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen und wollte unbedingt wissen wie es weitergeht.

    Das Ende hätte meines Erachtens eventuell noch etwas mehr Potential gehabt. Da hätte ich mir vielleicht einen krasseren Twist noch gewünscht. Das ist aber wirklich Meckern auf hohem Niveau 🙂
    Drücke alle Daumen, dass deine Geschichte es ins eBook schafft!
    Du hättest es verdient.

    1. Vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Es freut mich so sehr dass es dir gefallen hat und bedanke mich auch für das Feedback. Und du hast recht, nach mehrfachem Lesen ist mir auch bewusst geworden, dass das Ende nicht ganz so unvorhersehbar war. Wahrscheinlich hätte ich mehr charaktere einbringen sollen um vom eigentlichen „Antagonisten“ (wenn man sie so nennen kann) abzulenken. Es war mir jedoch wichtig so wenig Charaktere wie möglich darzustellen und diese dafür umso echter. Teilweise habe ich auch gehofft mit dem Ende den Leser mehr zu berühren, als ihn zu schockieren. Aber egal, ich hoffe einfach dass es fürs E-Book ausreichen wird. Nochmal vielen herzlichen Dank! 🙂 mit dem Feedback kann ich auf jeden fall etwas anfangen

  4. Als ich dir damals bei Insta schon zu deinem Titel gratuliert hatte, konnte ich ja nicht ahnen dass zu mit deiner Kurzgeschichte noch einen drauf setzt! WOW! Ein sehr lebendiger, bildhafter Schreibstil. Man liest nicht nur einfach, man ist mittendrin in einer Storie die einen fesselt und nicht wieder los lässt. Danke das du diese Geschichte mit uns geteilt hast.

    LG Frank aka leonjoestick

    1. Ich danke dir herzlichst! Habe gerade eben erst unter einer anderen Geschichte einen negativen Kommentar zu meiner geschichte gefunden. Man muss sie ja nicht mögen, aber dann meine Likes anzuzweifeln tut weh. Es ist nun mal leider immer eine Geschmackssache 🤷🏼‍♀️ Und negative Aussagen treffen einen immer härter, als positive, selbst wenn es nur eine einzelne ist. Dank deines Kommentars kann ich jetzt aber viel besser schlafen, also nochmal lieben dank❤️

      1. Das freut mich….nicht das du dich geärgert hast, sondern das ich dir den Abend noch retten konnte. Wie du schon geschrieben hast, nicht jedem kann alles gleich gefallen. Ist mit meiner Geschichte ja genauso. Einige können was damit anfangen und andere halt nicht. Ich freue mich über die positiven Kommentare und die negativen nehme ich als Anreiz um besser zu werden. ( so fern sie in meinen Augen berechtigt sind )

  5. Wow! Ich glaube, das ist die beste Geschichte, die ich bisher gelesen hab. Ich hoffe so sehr, dass sie es ins Ebook schafft. Dein Schreibstil ist toll, voller unverbrauchter Bilder und sehr intensiv. Manchmal hatte ich den Eindruck, dass du die Geschichte nicht in der Reihenfolge geschrieben hast, wie sie hier steht; der Anfang fiel für mich irgendwie ein klein wenig aus der Reihe – aber das hat mich nicht gestört.
    Eine richtig gute Geschichte. Diese ganze Geschwister-Beziehung fand ich sehr berührend, und das mit dem Selbstmord zuerst richtig gruselig. Den Twist hab ich dann schon etwas vorhergesehen, aber ich glaube dass tut man bei vielen Geschichten. Deine Geschichte hat mich echt gefesselt. Ich hab hier ja schon viel gelesen, aber deine sticht sowas von heraus.
    Ich bin beeindruckt!
    Ganz liebe Grüße,
    Ann-Kathrin

    1. Erstmal vielen Dank für dein liebes Feedback❤️ Und du hast recht, du bist schon die zweite die erkannt hat, dass der anfang zum Schluss geschrieben wurde. Wahrscheinlich habe ich da irgendwie Mist gebaut 😆 und dass das Ende vorhersehbar wurde, ist mir dann auch aufgefallen. Mit mehreren Charakteren hätte ich vielleicht ein bisschen von der eigentlichen „Antagonistin“ ablenken können, aber ich mag es den Fokus auf wenigen Charakteren zu behalten 🙂 zumal es mir viel wichtiger ist, dass ich den Leser emotional erreichen kann, anstatt mit einem krassen Plottwist zu schockieren.
      Dein Feedback ist jedenfalls eine super Hilfe für mich und das Lob bedeutet mir so so viel. Danke!

  6. Ich hab gerade meine Bahnfahrt mit deiner Kurzgeschichte versüßt. Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Toller Schreibstil, coole Atmosphäre, gute Idee. Das hier scheint sich eindeutig zu einer der Perlen zu entwickeln, die die Jury übersehen hat. Hat auf jeden Fall ein Like verdient 🙂

    Vielleicht hast du ja auch mal Lust und Zeit, in meine Geschichte reinzuschauen. Würde mich sehr freuen.
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/das-fremde-handy

    1. Herzlichen Dank! Das bedeutet mir wirklich viel. All die netten Kommentare motivieren mich so sehr. Und ich lese liebend gerne deine Geschichte. Sobald ich Feierabend habe fange ich sofort damit an. Ich freu mich schon ❤️

  7. Hallo! Das hast du wirklich schön geschrieben. Ich lese schon seit ich sehr klein bin und besonders die Geschichten, die mich emotional irgendwo berühren, mag ich am liebsten. Darum lasse ich dir auch ein like da 🙂
    Ich mochte es besonders, wie du seine Schwester Niki dargestellt hast, man wusste zwar, dass sie tot ist, aber in seiner Erinnerung hat sie sich sehr lebendig angefühlt!
    Weiter so!

  8. Mir gefällt deine Geschichte sehr gut, allerdings stören meiner Meinung nach die vielen Leerzeichen den Lesefluss. Ansonsten sehe ich diese Geschichte auf jeden Fall im Ebook und du kannst super stolz auf dich sein. Ist das deine erste verfasste Kurzgeschichte?:)

    1. Vielen dank für das Feedback. Und ja, da hast du leider recht. Bei Word waren die Absätze halb so groß und man konnte alles flüssig lesen 🙁 weiß auch nicht warum das auf der Webseite anders ist. Ich schau mal ob ich da irgendwie noch was dran ändern kann 🙂 und nein, das ist nicht meine erste, aber besonders viele hab ich noch nicht geschrieben, da mir Romane besser liegen als Kurzgeschichten!
      Danke für das nette Lob 😊❤️

  9. Hallo Elina,

    auch ich kann mich den anderen hier nur anschließen: deine Geschichte ist großartig 😃 Der Titel hat mich sofort neugierig gemacht und ich wurde nicht enttäuscht. Die Bilder und Stimmung, die du erzeugt hast, sind toll. Und ich muss sagen, dass ich das Ende keineswegs vorhersehbar fand. Es muss nicht krasser sein, sondern passt so wie es ist zur gesamten Geschichte.
    Ich lasse dir auf jeden Fall ein Like da und drück dir die Daumen fürs EBook. Hoffentlich lesen wir mal mehr von dir, auch gerne Romane 😊
    Aber erst einmal danke für diese Geschichte.

    Liebe Grüße, Sarah

  10. Wirklich super geschrieben.. Hat mega viel Spaß gemacht zu lesen und ging dann am Ende tatsächlich in eine ganz andere Richtung als ich erst vermutet hatte. Wirklich tolle Arbeit.
    Hab eben gelesen, dass unter einer anderen Geschichte deine Likes angezweifelt wurden. Hab ich selbst jetzt noch nichts davon mitbekommen, weiß auch nicht unter welcher Geschichte das war, aber ist mir auch völlig unverständlich. Die Likes sind verdient und meins bekommst du auch – völlig ehrlich und unanzweifelbar 😉
    liebe Grüße,
    Jess (der schlimmste Schmerz von allen)

    1. Liebe Jess,

      Vielen dank für das nette Feedback❤️ Jeder einzelne Kommentar bedeutet mir so soo viel!! Und es freut mich dass du Spaß beim Lesen hattest 🙂 danke für das Like! Ich schaue nachher auch mal in deiner Geschichte vorbei

  11. Liebe Elina,
    ich fand deine Geschichte wirklich schön und fluffig und leicht geschrieben und die Handlung, das Setting, die Beziehung von Bruder und Schwester haben mich auch echt fasziniert✨
    Eine Sache muss ich jetzt noch sagen, weil ich mit Blick auf den Kommentarverlauf hier habe, dass du an dir und deiner Geschichte zweifelst: Das musst du ganz und gar nicht 🌷🌷🌷Und nicht jeder Thriller muss am Ende nen Twist haben, finde ich… Es geht meines Erachtens erstmal darum, eine Beziehung zu den Figuren aufzubauen, bei dir:👌
    die Spannung bis zum Finale hochzuhalten, bei dir:👌
    eine Atmosphäre und interessantes Setting zu gestalten, in das man eintauchen möchte und kann , bei dir👌
    einem mit dem Finale zu berühren, bei dir 👌

    So, das musste ich jetzt mal loswerden😅

    Viele herzliche Grüße
    Christina/chris.tina90 (Vollende…t)

  12. Ich kann meinen Vorrednern nur zustimmen. Eine unfassbar gute Geschichte! Besonders deinen Schreibstil finde ich wirklich toll.
    Während des Lesens wurde ich in eine Stimmung versetzt die ich nur schwer beschreiben kann.. irgendwie mystisch? 🤔
    Wie dem auch sei.. ich sehe hier gute Chancen auf einen Platz im eBook 🤗

    Ganz liebe Grüße
    Kassandra

  13. Hey, erstmal Kompliment für deinen Schreibstil und die Formulierungen! Ist sehr flüssig zu lesen und mir hat deine Geschichte sehr gut gefallen.

    Allerdings habe ich das Ende absolut nicht verstanden 😅 vielleicht magst du mich ja aufklären? Liebe Grüße und viel Glück fürs eBook 🤗

    1. Danke, freut mich zu hören! Und ja, es kommt ab und zu vor, dass meine Enden nicht ganz zu verstehen sind, das liegt daran, dass ich gerne zwischen den Zeilen schreibe und möchte dass der Leser auch seine eigene Interpretation hat. Ich erkläre es dir trotzdem gerne. Niki hat sich nicht umgebracht, es war ein Unfall, an dem Noel die Schuld trug. Um seine Schuldgefühle abzublocken hat er sich in seinem Kopf eine neue Realität erschaffen, in der es nicht seine Schuld war. Am Ende haben ihn seine Schuldgefühle jedoch zurück in die richtige Realität geholt, in der er sich in einer Klinik befand, wo er sich von dem psychischen Trauma ausgelöst vom Tod seiner Schwester erholen sollte. Betonung liegt auf sollte 😉

  14. Sehr packend. Was mir besonders gefällt, ist, dass du für alle Sinne schreibst. Man ist total in der Geschichte und der Hauptfigur drinnen. Du hast echt viel Talent! Ich drücke dir die Daumen, dass du ins E-Book kommst. LG Kirsten alias Zurine (Vergiss mein nicht)

  15. Hallo 😊
    Du hast ja besonders um Kritik in Form von Kommentaren gebeten, daher gebe ich jetzt mal meinen Senf hier dazu 😊

    Gesamteindruck/Idee
    Deine Geschichte ist spannend und ich habe Noel sehr gerne verfolgt. Er ist ein toller Hauptcharakter, den du gut beschrieben hast.

    Logik
    Eine kleine Sache hat mich gewundert:
    „…aber er wusste, dass es noch einen Ort gab, wo er hin musste, bevor er die ganze Sache ruhen lassen konnte.“ -> Warum sollte er alles ruhen lassen wollen, wenn er gerade von jemandem angegriffen wurde, der ihn bis in die Bewusstlosigkeit geprügelt hat?

    Stil
    Du hast einen sehr bildhaften, blumigen Stil, der mir gut gefällt. Allerdings habe ich an ein paar Stellen zu „meckern“, das ist aber wie immer nur meine eigene Meinung und soll dir deine Geschichte nur von meinem Leseempfinden her zeigen. Ich habe nicht alle Kommentare vorher gelesen, daher kann es sein, dass einige Punkte bereits erwähnt worden sind.

    Zuerst einmal ist mir aufgefallen, dass sehr oft Zigaretten irgendwo herunterfallen/ ausgedrückt werden etc. Das fand ich ein wenig too much, an einer Stelle kannst du das sehr gerne einbauen, aber jede einzelne Zigarette zu beschreiben, auch in der Art und Weise wie er sie dreht, ist nicht notwendig. Du schreibst ja auch nicht jeden seiner Toilettenbesuche auf.

    Außerdem verwendest du übermäßig viele Metaphern. Einige Stellen habe ich nachfolgend zitiert und dir was dazu gesagt. Metaphern können sehr schön sein und sind auch in manchen Passagen gut gewählt. Du überlädst deine Geschichte allerdings geradezu damit.
    Noch dazu war mir persönlich die Kampfszene etwas zu lang, aber das hängt wohl vom jeweiligen Geschmack der Person ab 😀

    Kommen wir zu den Zitaten:

    „Ein Bild aus Scherben verzierte sein Gesicht, da drüber geschrieben die Worte“ -> Ich fände es schöner, wenn du hier „darüber“ schreiben würdest 😊

    „…doch das Leuchten in ihren stahlgrauen Augen ließ niemals vermuten, welche Laster dahinter lagen.“ -> Ich weiß nicht, ob du die Augenfarbe mit Absicht so gewählt hast. Wenn du allerdings von lachenden Augen sprichst, hinter denen ein Laster liegt, würde ich diese nicht mit einem so schweren Adjektiv wie „stahlgrau“ beschreiben (da dies das „Laster“ sprachlich eher unterstützt, aber du ja sagen möchtest, dass man gerade dieses nicht sieht), sondern eher wie etwas Leichtes („himmelblau“, „rehbraun“, „moosgrün“)

    „Er ist schon seit über 7 Jahren nicht mehr dort gewesen und doch sah das Bild so aus, als wäre es gestern gemacht worden.“ -> Diesen Fehler machst du an einigen Stellen. Zuerst wollte ich ihn nicht verbessern, doch nun fällt er mir schon zum 3. Mal auf, deshalb mache ich es nun doch. Wenn du in der Vergangenheit schreibst und etwas beschreibst, was davor passiert ist, nutzt du das Plusquamperfekt („Er war schon seit über 7 Jahren nicht mehr dort gewesen.“)

    „Er konnte sehen, dass seine Haut noch blasser war als sonst, nur an einigen Stellen am Hals hatte die Schlinge sie bläulich verfärbt und ein Vogelschwarm flog über seinen Kopf hinweg, als würde er seine Seele hinfort tragen.“ -> Das ist jetzt wirklich Meckern auf sehr hohem Niveau. Allerdings änderst du in deiner Beschreibung plötzlich den Stil, in dem du das Bild in den Köpfen deiner Leser malst. Zuerst klingt es wie eine ganz normale Beschreibung, wie man sie in der Schule schreibt. „Auf dem Foto sieht man einen erhangenen Mann. Seine Haut ist blass, bis auf die Bereiche um die Schlinge. Diese sind blau.“ Der zweite Teil des Satzes klingt dann, als hättest du unbedingt noch etwas poetisches mit hineinwerfen wollen. Mich persönlich hat dieser Wechsel von sachlich in poetisch in dem Moment gestört. Ich bin für entweder-oder. 😊

    „Die Identität des Mädchens war ihm schleierhaft, aber möglicherweise konnte sich die Sache aufklären, wenn er sie fand.“ -> Das ist ein ganz typischer Fehler. Es heißt „wenn er es fand“, da es „das Mädchen“ ist.

    „Vor Schreck legte es Noel vor ihm auf dem Bürgersteig ab und sprang von den Backsteinstufen auf, die Zigarette segelte unbemerkt zu Boden, wie ein Ahornblatt im Herbstwind.“ -> Hier finde ich dieses poetische „wie ein Ahornblatt im Herbstwind“ auch sehr unpassend. Du schreibst kein romantisches Gedicht, du schreibst eine Thriller-Kurgeschichte. Das kann in den ruhigen Szenen kommen, aber nicht, wenn er sich gerade erschreckt hat.

    „…dröhnte die alte Wäscherei in den Himmel, als würde sie um Hilfe schreien, damit sie endlich von ihrem Leid befreit werden konnte“ -> inwiefern kann eine alte Wäscherei „dröhnen“? Ich verstehe die Stelle ehrlich gesagt nicht so gut.

    „Es waren mehrere Männer und zwei Frauen.“ -> Hat es irgendeine Bewandnis, dass es zwei Frauen sind? Falls nicht, sollte es nicht so konkretisiert werden.

    Ansonsten hat mir deine Geschichte gut gefallen. Tut mir leid, dass die positive Seite hier ein wenig zu kurz kommt. Aber ich finde immer, dass kritische Bewertungen einem viel mehr bringen. 😊 Und du hast ja auch schon einige sehr gute Bewertungen, denen ich mich natürlich nur anschließen kann.

    Liebe Grüße,
    Leandra (Versteckspiel)

    1. Vielen dank! Es stört mich überhaupt nicht, dass das Positive zu kurz kam, ich freue mich eher, dass ich durch dich etwas dazu gelernt habe 🙂 das mit den Metaphern mache ich wirklich gerne, ich kann auch immer schwer damit aufhören, aber ich geb in Zukunft mein bestes xD
      Mit dem Feedback kann ich sowas von was anfangen. Ich bedanke mich von ganzem Herzen, weil auch viele Dinge dabei sind, die mir persönlich noch nicht aufgefallen sind 🙂

  16. Hallo liebe Elina ich habe gerade deine Geschichte gelesen und bin überwältigt. Dein bewundernswerter Schreibstil, deine Beschreibungen hinsichtlich der Handlungsorte, die Jan aufsucht, als auch seine emotionale Verfassung wurden so realistisch von dir beschrieben. Ich war total drin in deiner Story, sah alles bildlich vor mir…👍 Der Schluss trifft den Leser emotional, und nicht mit einem Schocker, das sind genau die Geschichten, die ich am liebsten habe 😊 Für mich unverständlich warum sie es nicht in die Anthologie geschafft hat, du hättest es mit dieser Geschichte verdient. Mach bitte weiter so, würde gerne noch mehr von dieser Autorin lesen, mein Herzchen (like) hast du ganz sicher 👍
    Lg frechdachs

    1. Hallo Elina, mir hat deine Geschichte sehr gut gefallen und ich lasse dir gerne ein Herzchen da. Dein Schreibstil ließ es zu, dass ich ein Teil der Geschichte wurde. Kritik will ich mir als absoluter Hobbyschreiber gar nicht erlauben, da du von mir wohl kaum was lernen kannst 😉 Davon kannst du dich gerne überzeugen LG Melanie https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/blaues-mondlicht P. S. Ich drücke dir die Daumen fürs Ebook. 😉

  17. Hallo, Elina,
    wow, das war wirklich klasse! Du verstehst es sehr gut, den Leser in deine Hauptperson hineinsehen und sich mit ihm identifizieren zu lassen. Die Geschichte hat eine unheimliche, zum Greifen nahe Atmosphäre. Ein Kommentator hat von Mystik geschrieben und das trifft den Nagel auf den Kopf. Metaphern in Geschichten finde ich ebenfalls super, aber wie hier auch schon erwähnt solltest du etwas sparsamer damit umgehen, dann wirken sie noch besser. Insgesamt ein dickes Highlight, mach weiter so. Von bisher 100 gelesenen Geschichten ist deine bis jetzt mein Favorit!
    Viele Grüße
    Rolf Lindau
    P.S. Wenn du Zeit und Lust hast: nach Eingabe meines Namens in der Suchleiste kannst du hier auch etwas von mir finden…

    1. Vielen Dank, Rolf!
      Ich bin sehr froh darüber, dass dir meine Geschichte gefällt 🙂 an dem Metapherüberschuss werde ich in Zukunft arbeiten, danke für deine Kritik!
      Und ich setze mir deine Geschichte auf die Liste, freue mich schon darauf, sie zu lesen 🙂

  18. Erstmal.. jag älskar dina novell! :o)

    Wenn es eine Top10 Liste hier gibt, dann bist Du definitiv dabei! Man kann nur hoffen, dass Deine Geschichte noch einnmal von der Jury gelesen wird. So viel Potential mit 18..wow!

    Kritikpunkte hab ich nicht wirklich. Die Geschichte in Schweden spielen zu lassen gefiel mir schonmal ganz gut und war eine Inspiration für mich. Tulpenfelder habe ich in Schweden bislang nicht so oft gesehen, aber vielleicht gibt es in Malmö und Stockholm nicht so viele davon.
    Klitzekleine Sache, da ich aus einem medizinischen Beruf komme: Genickbruch bei Erhängen ist zwar möglich, dann aber meistens die Todesursache weil sofort passiert. Ein Trauma mit Ersticken wäre da wahrscheinlicher, das überleben die meisten, die rechtzeitig abgeschnitten werden.

    Wie Du siehst..das ist nicht Nennenswert..

    Liebe Grüße von der Elbe!
    Christian (Identität-6)

    1. Vielen Dank, für diesen lieben Kommentar! Es bedeutet mir sehr viel, dass dir die Geschichte so gut gefällt 🙂 Und auch ein herzliches Danke für die Kritik, ich wollte lieber den Genickbruch als Todesursache nehmen, da das dem Unfall (so wie es wirklich passiert ist) näher kam und mir eine kleine Parallele in dieser Hinsicht wichtig war. Aber beim nächsten Mal, achte ich darauf 🙂

  19. Wow… jetzt musste ich so weit nach unten scrollen, um einen Kommentar da zu lassen, weil so viele schon gesagt haben wie toll deine Geschichte ist.
    Und ich finde sie auch super! Echt mega bildhaft und einfallsreich, spannend und sehr sehr gut geschrieben!
    Könnte ein Ausschnitt aus einem Bestseller sein.
    Wenn du magst, vielleicht kannst du mir ein paar Tipps geben für meinen Schreibstil. Solche Ideen, die du hast, die muss man erst einmal haben. Wahnsinn! KOM-PLI-MENT! 🙂
    P.S. meine Geschichte heißt ‚Sallys Verschwinden‘ falls du Lust hast 😉

  20. Hi,
    ich kann mich im Grunde nur all meinen Vorschreibern hier nur anschließen. Eine wirklich großartige Geschichte. Ich persönlich mag es sehr, wenn nicht alles erklärt / ausgesprochen wird und man als Leser Platz für eigene Interpretationen hat. Das ist Dir sehr gut gelungen. Zu einzelnen ( wirklich sehr kleinen ) „Fehlern“, bzw. Kritikpunkten ist hier auch schon einiges geschrieben worden, das muss ich nicht nochmal wiederholen, denke ich. Aber ein Punkt ist mir doch noch aufgefallen, und das schon am Anfang. Da schreibst Du zuerst, dass das Licht aus der Toilette ihn blendet und schon wenige Sätze später ist das Aquarium die einzige Lichtquelle im Raum. Und gegen Ende scheint dann der Mond „wieder“ hell in den Raum. Das passt nicht so richtig zusammen …
    Ich hatte auch das Gefühl, dass Du gerade am Anfang ( im ersten Drittel ) sehr an deiner Formulierung gearbeitet hattest, dieses aber später etwas „schludriger“ wurde.
    Das ist aber alles „Meckern“ auf hohem Niveau. Insgesamt zählt diese Geschichte zu meinen Favoriten für das E-Book ! Ein dickes Kompliment, mein Like hast Du!

    P.S. vielleicht hast Du ja auch Lust, meine Geschichte zu lesen : Glasauge
    Über ein Feedback würde ich mich sehr freuen.

    1. Vielen dank! Und ich fasse die Kritik überhaupt nicht als Meckern auf, weil es mir im Endeffekt ja weiterhilft. Das mit dem Licht ist mir tatsächlich gar nicht bewusst gewesen, danke für die Info 🙂 ich seh zu dass ich das mal noch irgendwie abändere!
      Und ich lese deine Geschichte sehr gerne, steht jetzt mit auf meiner Liste 🙂

  21. Sehr interessante, spannende Geschichte, die mit Noel (cooler Name übrigens) als mehr oder weniger einzige Person, sehr gut auskommt. Manchmal musste ich nochmal etwas zurück scrollen, weil ich nicht ganz wusste, wo er sich gerade befindet, aber die markierten Uhrzeiten haben geholfen. Dein Schreibstil hat mir auch sehr gut gefallen! Am Ende hätte ich mir noch ein bisschen mehr Aufklärung gewünscht, aber das ist mein persönlicher Geschmack.

    Vielleicht hast du ja auch Lust mal bei mir vorbeizuschauen. Ich würde mich sehr freuen.
    Liebe Grüße und viel Erfolg für das E-Book.
    Farina

    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/splitter-einer-identitaet

    1. Danke für dein Feedback 🙂 ich kann immer nicht anders als so zwischen den Zeilen zu schreiben, tut mir leid 🙁 aber falls du ne Erklärung wünschst, findest du diese ein kleines Stück weiter oben in den Kommentaren 🙂

  22. Einfach nur stark! Deine Sprache, die Geschichte, der Spannungsbogen – einfach nur wow. Deine Geschichte stand schon eine Weile auf meiner to-read-Liste, der Titel ist mir schon früh positiv aufgefallen und ich bin froh, dass ich endlich hier gelandet bin. Du hast ein besonderes Talent, Stimmungen zu erzeugen, und ich kann mir vorstellen, dass Du an der Aufnahme in die Printausgabe ziemlich dicht dran warst. Für mich stimmt alles – top!

  23. Liebe Elina,
    ich kann mich den anderen Kommentaren nur anschließen, ich bin wirklich begeistert von deiner Geschichte, die muss es ins Ebook schaffen! Dein Schreibstil gefällt mir persönlich extrem gut, ich mag die ganzen Beschreibungen und Metaphern sehr gerne, auch die Zigarette, die wiederholt vorkommt, mochte ich als Element. Am besten hat mir tatsächlich die Stelle gefallen, in der Noel das letzte Bild von sich an dem Baum anschaut: „Aber er war sich sicher, dass er sich an diesem Baum nicht erhangen hatte“, hat mich sehr gepackt! ;). Ein oder zwei Passagen waren mir tatsächlich ein bisschen zu langatmig, z.B. die Kampfszene, da hätte ich mir etwas mehr Geschwindigkeit gewünscht, was im Endeffekt dann auch mehr Spannung aufbaut, aber das sind wirklich nur Kleinigkeiten. Am Ende sind für mich noch ein paar Dinge ungeklärt, was ich ebenfalls gut finde. Gerade bei einer Kurzgeschichte kann man ja gar nicht alles auflösen, sonst wäre es ja keine Kurzgeschichte mehr. Bei mir habe ich auch noch einige Dinge bewusst offen gelassen, obwohl ich genug Hintergrundgeschichte auf meinen Notizen hatte, aber manchmal will man ja dem Leser auch ein bisschen Freiraum zum Nachdenken geben.
    Zusammenfassend, ist deine Geschichte bisher einer meiner Favoriten, du hast wirklich Talent, ich würde jederzeit etwas von dir lesen.
    Liebe Grüße, Annika (Null Negativ)

    1. Liebe Annika, vielen vielen Dank für den netten Kommentar, das bedeutet mir sehr viel! Es freut mich, dass dir meine Kurzgeschichte gefallen hat und bedanke mich auch recht herzlich für das konstruktive Feedback 🙂

      Liebe Grüße

  24. Hallo,

    ich habe mir jetzt nicht alle Kommentare durchgelesen und es könnte sein, dass ich einige
    Sachen wiederhole, aber:

    Zuerst einmal will ich deinen Schreibstil loben. Mir gefällt es sehr, wie du beschreibst. Also z.B. deine Ortbeschreibungen wie das Tulpenfeld oder das Aussehen des Protagonisten. Dann finde ich es unglaublich gut, wie du deiner Figur Tiefe und Charakter gibst, ohne gleich alles in Worte zu packen, sondern es irgendwie zwischen den Zeilen hinbekommst.
    Ich habe auch erst gegen Ende verstanden, worum es genau ging, aber das war auch der Grund, weshalb ich zu Ende gelesen habe. Viele Kurzgeschichten sind irgendwie etwas langatmig, aber deine ist wie ein Mini-Roman, total gut lesbar und spannend bis zum letzten Wort. Ich glaube, du könntest da tatsächlich einen Roman draus machen. Bei manchen Geschichten merkt man, dass der Autor/ die Autorin tatsächlich das Potenzial hat, auch komplexere Sachen zu schreiben. Und deine Kurzgeschichte ist ja sowas von gut verstrickt und komplex – du hast es drauf 🙂 Deine vielen Likes sind mehr als verdient und du wirst es ganz sicher in das E-Book schaffen – ich wünsch es dir!

    (Falls du irgendwann mal Lust und Zeit hast, eine meiner Geschichten zu lesen, würde ich mich über ein Feedback sehr freuen. „Die Kebab-Morde“, bei denen ich irgendwie die Morde in Hanau verarbeite und „Die Nachgeburt“, meine erste richtige Geschichte im Genre „Thriller“)

    Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg!

  25. Erst einmal vielen vielen Dank! Du hast mir den Start in den Tag um einiges erleichtert! Ich habe mich sehr über dein Kommentar gefreut und es macht mich echt glücklich dass du alles so aufgenommen hast, wie es von mir gedacht war. Ich mag es, zwischen den Zeilen zu schreiben. Oft fällt mir das auf die Füße, weil meine Leser es dann nicht verstehen, aber ich finde es wichtig dass sie zum Nachdenken angeregt werden 🙂 schön, dass du das erkannt hast!

    Liebe Grüße

    Elina

  26. Liebe Elina

    Wie oft habe ich den Titel deiner Geschichte gelesen. Wie oft habe ich gedacht, „Scheiße, was für ein geiler Titel für eine Kurzgeschichte.“

    Nun bin ich endlich mal dazu gekommen, sie auch zu lesen.

    Liebe Elina

    Du hast eine großartige Geschichte geschrieben.
    Sie hat mich gefesselt und berührt.
    Und zwar von der ersten Sekunde an.

    Hier ist bereits sooo viel über deine tolle Geschichte geschrieben worden, dass ich gar nicht weiß, was ich dem noch hinzufügen kann.

    Deine Geschichte schreit nach einer Verfilmung. Nach einer Veröffentlichung sowieso.

    Du gehörst mit recht zu den 20 erfolgreichsten Autoren/ Autorinnen von wirschreibenzuhause.

    Du hast einen einzigartigen Schreibstil. Der ist so gut, dass man direkt spürt, dass du viel Erfahrung in diesem Bereich hast.

    Deine Grundidee ist gut gewählt und ordentlich dargestellt, die Protagonisten klar und toll angelegt, die Spannung absolut genial und perfekt inszeniert und das Finale spannend und überraschend zugleich.

    Liebe Elina

    Du hast ein riesiges Potenzial.
    Ein großes Talent.

    Ich möchte auf jeden Fall noch viele bezaubernde Geschichten von dir lesen.

    Mein Herz hast du natürlich sicher.

    Du gehörst mit deiner Geschichte ganz klar zu den Favoriten dieses Projektes.

    Und es ist für mich sonnenklar, dass du völlig verdient ins EBook kommst, und es würde mich nicht wundern, wenn du den gesamten Wettbewerb am Ende sogar gewinnen würdest.

    Ich wünsche dir und deiner Geschichte alles Gute und viel Erfolg. Und noch viel mehr Likes.
    Du kannst sehr stolz auf dich sein.

    Deine Geschichte ist großartige Literatur und sticht aus der Masse hervor. Und sie hat mich gefesselt und perfekt unterhalten.
    Mit all den Wendungen, Überraschungen und offenen Fragen.

    Lob und Anerkennung.

    Dir persönlich wünsche ich nur das Beste der Welt.
    Schreib weiter und du wirst noch viele bezaubernde Geschichten schreiben.

    Finde dein persönliches Glück im Schreiben ….. beim Schreiben.

    Pass auf dich auf, bleib gesund und finde dich durch deine innere Kreativität.

    Du bist ein Ausnahmetalent.
    Und ich hoffe, du weißt das.

    Herzlichst, Swen Artmann (Artsneurosia)

    Vielleicht hast du ja Lust und Zeit, auch meine Story zu lesen.
    Ich würde mich sehr freuen, wenn ich einen Kommentar von sooo einer genialen Autorin bekommen würde.

    Ich würde mich geehrt fühlen.

    Meine Geschichte heißt:
    „Die silberne Katze“

    Ich danke dir von ganzem Herzen und wünsche dir und deiner Familie alles Gute.
    Swen

    1. Oh je, da weiß ich ja gar nicht mehr, was ich sagen soll, so gerührt bin ich. Das hat mir gerade den Tag versüßt, nein, was rede ich denn da, das ganze Jahr! So etwas liebes habe ich noch nie gelesen und ich kann wirklich nicht ausdrücken, wie viel mir das bedeutet. Danke, danke, danke, danke und noch tausendmal mehr DANKE <3 Mir wird richtig warm ums Herz, gerade weil das Lob von einem doch selbst so begabten Schriftsteller kommt. Deine Geschichte steht bereits seit längerem auf meiner Liste und bald werde ich sie lesen! Ich hab schon von so vielen anderen gehört, wie talentiert du bist und deshalb stehst du im Ranking auch so weit oben. Freue mich sehr auf deine Geschichte.

      Liebe Grüße

      Elina

      1. Liebe Elina

        Jetzt hast du mich sprachlos gemacht.
        Danke. 🙂

        Aber glaube mir.
        Ich habe jedes Wort meines Kommentares ernst gemeint.

        Dir und deiner Familie alles Gute.

        Und pass auf dich auf.

        Liebe Grüße, Swen Artmann (Artsneurosia)
        „Die silberne Katze“

  27. Liebe Elina,

    du schreibst wirklich sehr professionell. Ich wollte immer weiterlesen und wissen, wie es endet (obwohl ich ahnen konnte, dass es traurig wird).
    Ich gebe dir aufjedenfall ein Like.

    Herzliche Grüße
    Nina
    (Vielleicht willst du ja auch meine Geschichte „Tot, ohne zu sterben“ lesen?)

  28. Liebe Elina,
    weil ich mich bzw die Äußerungen der anderen nicht wiederholen will, schreibe ich nur ein einziges Wort, das jedoch hoffentlich alles ausdrückt, was diese Geschichte ist: Großartig.

    Mehr muss man nicht sagen.

    Liebe Grüße! Kathrin aka scripturine / Die Nacht, in der das Fürchten wohnt

  29. Liebe Elina,
    ich mag ja deine bildhafte Beschreibung, dass macht die Kurzgeschichte zu einem Film im Kopf. Der Schreibstil, war wirklich genau meins. Ich mochte die Idee, dass Noel am Ende seine Schwester „wieder“ sieht und den Weg mir Er alles erfahren hat.
    Du bekommst von mir ein ♥ und ich drücke dir weiterhin die Daumen!

    Vlt hast du auch Lust meine Kurzgeschichte zu lesen und mir ein Feedback dazu lassen.

    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/verloren-einfach-alles-verloren

    LG Lydia

  30. Hallo Elina,
    Deine Geschichte hat mich wirklich berührt und ich fand das Ende super stimmig zum Rest. Eine tolle Story ist dir hier gelungen, hat wirklich Spaß gemacht sie zu lesen. Mein Herzchen bekommst du 💛😁.

    Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg 🍀.

    Genieße das Wochenende

    Liebe Grüße

    Maddy

    P. S Meine Geschichte heißt „Alte Bekannte“ und ich freue mich wenn du sie liest ☺️🙈

    1. Danke dir, liebe Maddy 🙂 es ist schön zu hören, dass es dir gefallen hat!
      Meine Liste der noch zu lesenden Geschichten ist unheimlich lang, aber ich setze deine mit drauf. Und da ich nicht sicher bin, ob die Geschichten hier nach dem 05.10. noch verfügbar sind, werde ich sie mir alle ausdrucken und auch nach dem Wettbewerb lesen 🙂

      LG Elina

  31. Liebe Elina, ich habe mir heute noch einmal deine Geschichte ins Gedächtnis gerufen, die ich im Juli das erste Mal gelesen hatte. Sie ist immer noch eine der besten, obwohl ich zwischenzeitlich mehr als 200 Storys gelesen habe. Auch mein damaliges Daumendrücken fürs EBook ist zum Ende des Projekts erfüllt 😉 Das Lindbergh-Aquarium ist einfach eine sehr gute Geschichte 👍 LG Melanie (Blaues Mondlicht)

  32. Hallo Elina,
    wahrscheinlich brauchst du mein Herzchen gar nicht mehr, denn deine Geschichte ist bestimmt bereits sicher im E-Book. Das wünsche ich dir zumindest. Ich war von deinen Worten und Beschreibungen gleich gefangen und gefesselt. Deinen Titel finde ich genial und hatte mir (keine Ahnung wieso) etwas ganz anderes als Inhalt vorgestellt. So etwas löst bei mir ein Kopfkino aus und macht es daher noch zusätzlich spannend.
    Alles Gute für dich!
    Grüße Jana (Strafe)

  33. Hallo liebe Elina,

    irgendwie war Deine Geschichte ein kleines Phänomen in meiner „Wir schreiben zuhause“-Zeit – ich hab den Titel so oft gelesen und irgendwann gedacht, dass ich sie schon gelesen hätte… Glück gehabt, dass ich noch Verlängerungszeit bekommen habe!!! Denn die Geschichte möchte ich wirklich nicht missen! Tatsächlich haben viele meiner Vorschreiber schon alles gesagt, ich fasse mich kurz und schreibe Dir: „Einfach genial gelungen! Vielen Dank für diese einzigartige Geschichte, über ich ich sicher noch lange nachdenken werde!“
    Du bist ja ganz sicher im E-Book, trotzdem lassen ich unheimlich gerne ein Herzchen hier <3
    Liebe Grüße, Anna

    P.S.: Vielleicht magst Du ja auch noch bei mir vorbeilesen? Ich würde mich freuen! https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/die-nachtschicht

  34. Liebe Elina,

    ein grosses Kompliment von meiner Seite. Die Geschichte ist wirklich ein kleines Meisterwerk. Ich habe den Titel schon oft gelesen; heute endlich die Geschichte dazu. Sie erinnert mich sehr an die nordischen Krimis/Thriller…düster, gruselig und sehr raffiniert geschrieben. Ich habe das Gefühl, du hast schon viel Schreiberfahrung. Es wirkt alles sehr professionell und gut durchdacht. Auf jeden Fall verdient im E-Book. Von mir gerne ein Like.
    Alles Gute weiterhin und viel Spass beim Schreiben :-).
    lg Kerstin

    Falls du noch Lust und Zeit zum Lesen hast, lass ich dir einfach mal meinen Link da.
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/das-maedchen-dana

  35. Liebe Elina,

    Deine Geschichte ist von Anfang bis Ende wirklich unglaublich spannend und strukturiert erzählt.
    Es hat mir sehr viel Spaß gemacht sie zu lesen und ich bin froh sie auf den letzten Metern noch gefunden zu haben und gebe dir sehr gerne ein 💛

    Liebe Grüße
    Dean

    Falls du Zeit und Lust hast würde ich mich sehr freuen, wenn du vielleicht auch einen Blick auf meine Geschichte werfen magst 🙂
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/vergissmeinnicht-2

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