swkeraedDas Mädchen Dana

 

 

1

 

Anne schloss abends ruckartig die Tür auf und liess sie mit einem lauten Knall ins Schloss fallen. Sie stürzte in die Küche und riss die Küchenschränke auf. Sie holte zwei grosse Schüsseln und die Küchenwaage aus dem Schrank. Dann riss sie die frisch gekaufte Packung Mehl auf und schüttete die Hälfte davon in eines der Gefässe. Sie gab Eier, Butter und Zucker dazu und verrührte hektisch die Masse, bevor sie laut schluchzend über dem Küchentisch zusammenbrach.

 

Wer wusste davon? Und wie zum Teufel kam dieses verdammte Handy in ihr Auto?

 

Wie jeden Morgen ging Anne auch an diesem Tag um acht Uhr aus dem Haus. Bewaffnet mit ihrer Sporttasche, die sie mit Schwung auf den Rücksitz warf. Heute waren die Scheiben vereist. Es war Februar und das Thermometer zeigte minus fünf Grad. Anne kramte in ihrem Handschuhfach nach einem Eiskratzer. Plötzlich hielt sie ein Smartphone in ihren Händen.

Seltsam, dachte sie. Keine Ahnung, wem das gehört. Hatte Florian, ihr Exfreund, ein Handy in ihrem Auto vergessen? Aber dann hätte er sich sicher mal gemeldet in den letzten sechs Wochen. Sie schaltete das Handy an und wunderte sich, dass es Akku hatte. PIN-Eingabe. Wer sie kannte, wusste, dass jede PIN bei ihr gleich war. Sie benutzte immer das Geburtsdatum ihres verstorbenen Vaters. Sie tippte langsam: 050542. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass das Handy die PIN annehmen würde. Schliesslich kannte sie das Gerät nicht. Doch zu ihrer Überraschung akzeptierte das Handy die Nummer.

Neugierig klickte sie auf die SMS-Anwendung. Zwei neue Nachrichten von einer unbekannten Nummer.

 

»Na, du Mörderin? Geht’s dir gut? Nicht mehr lange. Denn ich werde dich zerstören. Ganz langsam.«

 

Anne stockte der Atem. Wer war das? Was sollte das? Unter dem Text fand sie mehrere Fotos von sich, die sie bei der Organentnahme an Patienten zeigten. Sie war Chirurgin. Insofern war dieser Anblick nicht ungewöhnlich. Aber sie wusste genau, worauf die Person anspielte. Kreideweiss und zitternd stieg sie aus dem Auto und übergab sich auf dem Parkplatz.

Nachdem sie sich gefangen hatte, setzte sie sich ins Auto und fuhr zum Krankenhaus. Wie sollte sie diesen Tag nur überstehen? Sie konnte keinen klaren Gedanken fassen. Wer wusste davon?

 

Sie hatte diese Episode ihres Lebens erfolgreich verdrängt, aber manchmal plagten sie nachts noch Alpträume. Sie konnte den Anblick des toten Mädchens nicht vergessen. Autounfall. Aber eigentlich war sie eben noch nicht ganz tot. Der Professor sagte damals: »Frau Meinhard, wir brauchen dringend ein Herz für einen anderen Patienten. Und die Überlebenschancen dieses Mädchens sind minim. Deswegen versuchen Sie erst gar nicht,  dieses Leben zu retten.«

 

»Aber wir sind Ärzte, entgegnete sie bestimmt. Wir sind dazu verpflichtet, jedes Leben zu retten. Und das Mädchen ist erst achtzehn.«

 

»Frau Meinhard, Sie entnehmen dem Mädchen jetzt das Herz. Wenn Sie es nicht tun, könnte das ungeahnte Konsequenzen für Sie haben. Das mit Ihrer Karriere hätte sich damit im Nu erledigt.«

 

Damals war sie noch jung. Sie hatte gerade erst ihr Studium abgeschlossen und noch wenig Erfahrung, wie gnadenlos es in der Berufswelt zuging. Ellbogen, virtuelle Messer im Rücken, Gerüchte und schlechte Nachreden standen auf der Tagesordnung. Und eben auch Drohungen. Gehorsam wie sie seinerzeit war, tat sie was ihr befohlen wurde und entnahm dem Mädchen sein Herz.

 

»Und jetzt sagen Sie dem Vater des Mädchens, dass wir leider nichts mehr für sie tun konnten.«

 

Das war der unbarmherzigste Teil ihres Berufes. Die Verwandten informieren, wenn man ein Leben nicht mehr retten konnte. Wie erwartet, brach für die Familie des Mädchens eine Welt zusammen. Als Arzt muss man mit sowas irgendwie klarkommen. Denn im nächsten Operationssaal wartet schon ein neuer Patient auf seinen Eingriff.

 

Viele Ärzte hatten Psychologen, die ihnen halfen, solche Traumata zu verarbeiten. Gerade am Anfang. Doch Anne ging mit solchen Erlebnissen anders um. Sie fing an zu backen, wenn irgendetwas Schlimmes passiert war. Das war ihre Art, negative Erlebnisse zu verarbeiten. Es gab Zeiten, da hätte sie ein eigenes Café aufmachen können. Buttercremetorten, Streuselkuchen oder jegliche Art von Plätzchen machten aus der sonst sehr einfachen Küche eine regelrechte Confiserie. Aber eigentlich war es kein gutes Zeichen. Je ausgefallener die Gebäcke, desto grösser waren die Probleme. Einzig die Nachbarn freuten sich, sobald es im Hausflur nach frisch Gebackenem duftete.

 

Was sie an jenem Abend, als sie die Klinik verliess, zufällig sah, raubte ihr den Atem. Ihr Vorgesetzter, Professor Naumann, stand mit einem anderen Herrn abseits der Klinik in einem kleinen Waldstück. Sie nahm heute ausnahmsweise den Weg durch den Stadtwald nahe der Klinik, da es bereits zu spät war, nach dem Heimkommen noch joggen zu gehen. Die beiden Herren flüsterten miteinander. Sie versteckte sich im Gebüsch, denn ihr Gefühl sagte ihr, dass etwas nicht mit richtigen Dingen zuging. Sie wurde Zeugin, wie Professor Naumann einen grossen Umschlag in Empfang nahm. Er machte ihn auf und spähte hinein. »Zweihunderttausend, ich verlass mich darauf. Dann hoffe ich, Ihre Frau hat noch viele glückliche Jahre mit dem neuen Herz.«

 

In diesem Moment war ihr alles klar. Sie wurde unfreiwillig Mittäterin einer illegalen Organentnahme gegen Geld. Abgesehen davon, dass das Mädchen keinen Organspendeausweis hatte, war es noch nicht mal klinisch tot gewesen. Professor Naumann hatte sie bewusst als Marionette benutzt, um sich die Finger nicht selber schmutzig zu machen. Doch sie konnte sich hier niemandem anvertrauen, denn sie hatte sich mitschuldig gemacht. Und ein Monat später wurde sie prompt zur Oberärztin befördert. Seither verarbeitete sie dieses Erlebnis eben selbst. Zur Freude von Freunden und Bekannten, die nun regelmässig mit süssen Köstlichkeiten versorgt wurden.

 

 

In der Klinik angekommen, stieg sie aus dem Auto. Sie musste nun so professionell und unbeschwert wie möglich auftreten. Ausserdem hatte sie auch heute zwei anspruchsvolle OPs. Es war nun wichtig, voll bei der Sache zu sein. Professor Naumann war vor Kurzem verstorben. Selbstmord. Angeblich finanzielle Probleme. Ausserdem hatte seine Frau ihn verlassen. Naja, das konnte man ihr wohl nicht verdenken, dachte Anne. Wer wollte schon so ein Monster als Ehemann. Das hiess aber auch, dass Professor Naumann damit nichts zu tun haben konnte. »Wer weiss, wie viel Dreck der noch am Stecken hatte«, sagte sie zu sich selber.

 

Anne schminkte sich im Auto kurz die Augen und betrat die Klinik.

 

»Guten Morgen! Wie siehst du denn aus«, schallte es ihr von Kollege Jan entgegen.

 

»Hatte ne kurze Nacht. Vollmond. Alles gut sonst.«

 

»Wollen wir mal wieder was machen zusammen? Essen gehen oder Kino?«

 

»Nein, aktuell nicht. Ich glaube, ich bekomm ne Erkältung. Aber ich melde mich bei dir, sobald ich wieder fit bin.«

 

»Wirklich alles okay bei dir? Du bist so kurz angebunden.«

 

»Ja, keine Sorge. Du, ich muss. Hab gleich ne OP.« Anne schlüpfte in ihre Arbeitskleidung und machte sich auf den Weg zum Operationssaal. In ihrem Kopf kreiste nur eine Frage: Wer will mir schaden und warum? Hatte sie sich wirklich mitschuldig gemacht? Sie wusste doch von nichts. Und sie handelte im Auftrag des grossen Professors. Aber wer schlachtete das nach Jahren aus und verwendete diesen Vorfall ausgerechnet jetzt dazu, sie fertig zu machen? Sie hatte niemandem davon erzählt und nie wieder mit Professor Naumann darüber gesprochen.

 

 

2

 

Am nächsten Morgen wachte Anne durch das Summen ihres Handys auf. Wobei. Eigentlich war es ja gar nicht ihr Handy. Eine neue Nachricht: »Na, wie geht es dir?«

 

Zu gerne hätte sie geantwortet, aber sie wollte keine Kontaktaufnahme mit dieser Person. Noch nicht.

 

Dann eine zweite Nachricht: »Ich hoffe, du hast auch etwas vom Geld abbekommen, das für das Herz kassiert wurde. Und ich hoffe, du hast dir was ansparen können. Mit deiner Karriere wird es bald vorbei sein.«

 

Es musste also jemand sein, der genau wusste, was damals geschah. Hatte sie jemand beobachtet? Aber warum drohte man ihr jetzt? Wusste der Peiniger auch, dass Professor Naumann hier der Drahtzieher war?

 

Anne beschloss, sich für den heutigen Tag krank zu melden.

 

Sie griff zum Telefon und rief Florian, ihren Exfreund, an. Zu ihm hatte sie hundertprozentiges Vertrauen. Sie musste sich irgendjemandem anvertrauen. Sonst würde sie verrückt werden.

 

Mit zittrigen Händen wählte sie seine Nummer. 

 

»Florian Heuberger«, sagte eine verschlafene Stimme.

 

»Hallo Florian, hier ist Anne.«

 

»Hey, Anne. Lange nichts gehört. Alles klar bei dir?«

 

Im Hintergrund hörte sie eine weibliche Stimme: »Florian, die Roten oder die Gelben?«

 

Im selben Moment merkte Anne, dass sie Florian wohl im falschen Moment angerufen hatte. »Ja, alles klar. Ich wollte mich nur mal wieder melden. Ist ja schon eine Weile her.«

 

»Ja, schön von dir zu hören! Lass uns doch demnächst mal auf ein Bierchen treffen. Ich kann gerade nicht so gut reden.«

 

»Ja, hab ich mir schon gedacht.«

 

»Ich melde mich bei dir, okay?«

 

»Ja, mach das.«

 

»Wirklich alles in Ordnung bei dir? Du klingst so ernst.«

 

»Ja, mach dir keine Sorgen. Einfach viel zu tun bei der Arbeit.«

 

»Alles klar. Bis bald.«

 

»Bis bald.« Sie legte auf und fühlte sich miserabel. Mit Florian war sie eine halbe Ewigkeit zusammen gewesen. Niemand kannte sie besser. Aber sie hatten sich auseinander gelebt. Er war Künstler, liebte es, in den Tag zu leben und möglichst nicht mehr als die nächsten zwei Stunden desselben zu verplanen. Sie war die ehrgeizige Karrierefrau, die Struktur im Alltag brauchte und am liebsten alles plante, was man planen konnte. Und eigentlich war ihr wirklicher Partner in den letzten Jahren auch immer die Klinik gewesen. Am Schluss hatten sie sich kaum mehr gesehen und wenn, war Anne oft so müde, dass sie Samstagabend auf der Couch einschlief. Florian wollte immer noch ausgehen und das Leben in vollen Zügen geniessen. Die Konflikte waren vorprogrammiert.

 

Vielleicht war es auch besser, wenn sie versuchte, dieses Kapitel in ihrem Leben erst einmal selbst zu lösen. Sie hatte panische Angst vor dem, was kam, denn sie hatte eines völlig verloren: Die Kontrolle über die Situation. Und Kontrollverlust gehörte zu den Dingen, mit denen sie nicht umgehen konnte. Sie war es gewohnt, immer und überall den Überblick zu behalten und selbst knifflige Situationen unter Einsatz ihres messerscharfen Verstandes zu lösen. Hier konnte ihr niemand etwas vormachen. Ob in der Uni, im Operationssaal oder bei heftigen Diskussionen. Anne bewahrte immer Ruhe. Sie nannte das Professionalität. Manch einer bezeichnete sie auch als emotionslos. Oft zeigte sie einfach keine Gefühlsregungen. Nur in diesem Fall war es anders. Sie wusste nicht, was auf sie zukam. Aber sie wusste eins: Sie würde um alles in der Welt verhindern, dass irgendjemand ihr Leben zerstörte.

 

 

 

Mit einem Ruck stand Anne auf, zog sich an und fuhr in die Klinik. Sie musste irgendwie unbemerkt ins Archiv in den Keller gelangen. Denn dort lagen die Akten, die über zehn Jahre alt waren. Sie war fest entschlossen, die Akte von damals ausfindig zu machen und jedes Detail des Berichts zu analysieren. Sie hoffte, Hinweise zu finden. Was stand denn überhaupt im Bericht? Sie hatte ihn nie gesehen. Professor Naumann hatte ihn geschrieben und abgelegt. Gab es Lücken, die jemandem erlaubten, sie deswegen zu beschuldigen? Sie konnte sich nicht vorstellen, dass Professor Naumann diesen Bericht nicht wasserdicht formuliert hatte.

 

Anne schnappte sich ihr Cappy und betrat, getarnt mit einem langen Mantel, unbemerkt die Klinik.

 

 

 

Die Tür des Archivs konnte sie Gott sei Dank mit ihrem Batch öffnen. Überall standen Kisten mit Dokumenten nach Jahren sortiert. Sie musste erst einmal das richtige Jahr finden. 2008. Hier war es. Sie schnappte sich die Kiste und begann die Akten durchzusehen. Geordnet nach Monaten. Sie überlegte kurz. Es muss im Mai gewesen sein. Sie nahm alle Dokumente aus der Kiste und legte sie auf einen Stapel auf den Tisch. Dann ging sie den Stapel durch. Nach zwei Stunden war sie fertig, aber sie hatte die Akte von Dana, so hiess das Mädchen, nicht gefunden. Vielleicht war es ja doch im April. Oder im Juni? Sie sass und studierte alle Akten der jeweiligen Monate. Und danach den Juli und den August. Nach acht Stunden harter Arbeit ohne Nahrung und Flüssigkeit war sie mit ihren Kräften am Ende. Sie wollte gerade aufbrechen, als ihr Handy vibrierte: »Du brauchst die Akte nicht zu suchen. Du wirst sie nicht finden.«

 

Ihr schauderte, sie sah sich im Archiv um. Waren hier Kameras, von denen sie nichts wusste? Oder hatte sie heute Morgen doch jemand gesehen? Wertete jemand die Daten ihres Batches aus?

 

Sie liess die Tür hinter sich zufallen und machte sich auf den Weg zum Auto. Völlig fertig liess sie sich auf den Sitz fallen und trank eine Literflasche Wasser in einem Zug aus. Sie spürte, dass sie auch jetzt jemand beobachtete. Sie verstand einfach nicht, was die Person von ihr wollte. Wieso ging sie nicht einfach zur Polizei und zeigte sie an? Dann müsste sie sich nicht selber die Finger schmutzig machen. Oder ging es der Person wirklich darum, mit ihr persönlich abzurechnen? Warum? Sie hatte nicht viele Freunde in der Klinik, sie war sehr fokussiert auf die Arbeit. Aber sie hatte auch keine Feinde. Jedenfalls nicht, dass sie wüsste.

 

Ihr war klar, dass es mit ihrer Karriere vorbei war, wenn dieser Fall ans Licht kam. Man würde sie vom Dienst suspendieren. Wenn erst die Tageszeitungen davon Wind bekämen, wäre ihr sehr guter Ruf zerstört. Gar nicht an die Familie des Mädchens zu denken. Sie hatte nicht vergessen, wie der Vater schluchzend vor ihr zusammenbrach und die Mutter völlig apathisch ins Leere starrte. Der Fall war länger als zehn Jahre her. Insofern war sie sich nicht sicher, ob es überhaupt noch rechtliche Konsequenzen hätte. Aber das wusste ihr Peiniger sicher auch. Und darum ging es ihm offensichtlich gar nicht. Er hatte sich für die psychischen Konsequenzen entschieden, indem er sie peu à peu fertig machte. Und sie konnte nichts tun als abzuwarten. Sie hatte sich dagegen entschieden, ihren Exfreund in die Sache mit reinzuziehen. Florian war frisch verliebt in seine neue Flamme. Das Risiko, dass er ihr von der Sache erzählte, war ihr zu hoch. Zum ersten Mal in ihrem Leben war Anne ratlos und hatte unbegreifliche Angst. Und sie fühlte sich allein. Mutterseelenallein.

 

 

 

3

 

Zu Hause angekommen, stürzte sie sich auf ihre Backutensilien. Sie konnte am besten nachdenken beim Kuchenbacken. Es war ihr nur überhaupt nicht nach essen zumute. Aber sie würde die Ausbeute am nächsten Morgen bei Frau Junker, ihrer Nachbarin, vor die Tür stellen. Die goss immer ihre Pflanzen, wenn sie in den Ferien war.

 

Ihr Peiniger drangsalierte sie erst seit wenigen Tagen. Und doch fühlte sie, wie bereits alle Kraft von ihr wich. Psychische Folter ist doch schlimmer als physische, dachte sie. Oft hatte sie in der Klinik wenig Verständnis für die Probleme anderer Leute. Sie belächelte es, wenn für jede Herausforderung ein Psychologe zu Rate gezogen wurde. Und sie vertrat bisher die Meinung, Psychologen seien gar keine richtigen Ärzte. Heute änderte sie ihre Meinung. Aktuell könnte sie nichts besser brauchen als einen Psychologen, der ihr half, mit der Situation umzugehen, ohne die Nerven zu verlieren. Aber sie durfte sich niemandem anvertrauen. Auch nicht der Polizei. Das Risiko der Mitschuld war zu gross. Ausserdem wusste sie nicht, welche Beweise ihr Gegner in der Hand hatte und wie erdrückend diese Beweislast war.

 

 

 

In der kommenden Nacht schlief sie schlecht. Immer wieder plagten sie die Bilder des Mädchens. Alle Erinnerung kam zurück, als wäre der Vorfall erst gestern passiert.

 

Am nächsten Morgen rief sie ihren Hausarzt an und besorgte sich ein Attest für den Rest der Woche. Sie konnte unmöglich arbeiten und so tun, als wäre nichts. Nie hätte sie gedacht, dass sie jemals ihren Grundsatz der Professionalität über den Haufen werfen würde. Aber ihr perfektes unabhängiges Leben bekam gerade einen gewaltigen Riss und sie entschied, dass sie unter diesen Umständen ihre Grundsätze getrost über Bord werfen dürfe.

 

 

 

Das Handy vibrierte. So langsam hatte sie genug von diesen Nachrichten. Erst wollte sie gar nicht mehr aufs Display schauen, aber dann entschied sie sich doch um.

 

»Ich wette, du hast schon wieder ein ganzes Tortenlager gebacken. Deine Schwarzwälder Kirschtorte mag ich am liebsten. Aber das wird dir jetzt auch nicht mehr weiterhelfen.«

 

In diesem Moment war Anne hellwach. Sie traute ihren Augen nicht und las die Nachricht nochmal. Das konnte doch nicht wahr sein. Sie hatte nur ein einziges Mal eine Schwarzwälder Kirschtorte gebacken. Das Gebäck erinnerte sie zu stark an ihre Kindheit und an ihren verstorbenen Vater. Aber diese eine Torte, die sie jemals gebacken hatte, war für ihren Kollegen Jonas zum Geburtstag gewesen. Mit ihm hatte sie seinerzeit ein kurzes Techtelmechtel. Aber Jonas war zu dominant und besitzergreifend gewesen und hatte versucht, sie nonstop klein zu machen. Er belächelte ihren Ehrgeiz und ihren Erfolg. Als sie dann befördert wurde, nannte er sie nur noch herablassend Frau Doktor. Daraufhin beendete sie die Geschichte. Sie konnte nichts mit Männern anfangen, die ihr gegenüber Komplexe hatten und deswegen versuchten, sie permanent zu erniedrigen.

 

Sie konnte es nicht glauben. Warum machte er das? Sie hatten trotzdem immer ein gutes Verhältnis gehabt. Und soweit sie wusste, hatte Jonas auch wieder jemanden kennengelernt. Was hatte er gegen sie in der Hand und warum kam er erst jetzt damit? Die Geschichte war über zehn Jahre her.

 

Sie fasste einen Entschluss. Sie würde ihn zur Rede stellen. Sie musste mit ihm sprechen, von Angesicht zu Angesicht. Sie wollte von ihm hören, warum er sie so hasste. Und sie kannte sein dunkles Geheimnis. Seine Doktorarbeit hatte er nicht selbst geschrieben. Er hatte einen Ghostwriter engagiert. Sie hatte eine Nachricht auf seinem Anrufbeantworter gehört. Jemand sagte damals: »Jonas, wenn Sie mir nun die finale Freigabe für Ihre Doktorarbeit geben, dann lass ich fünf Exemplare drucken. Die Rechnung liegt dem Paket bei. Ich verschwinde hiermit wieder aus Ihrem Leben und niemand wird jemals etwas erfahren.«

 

Sie würde ihn zu Hause überraschen. Und sie würde dies mit einer Schwarzwälder Kirschtorte tun. Es wäre das zweite und allerletzte Mal, dass sie diese verdammte Torte backte. Mit einem Ruck stand Anne auf, schlüpfte in Jeans und T-Shirt und machte sich auf den Weg zum Supermarkt.

 

 

 

4

 

Mit zittrigen Händen machte sie sich an die Torte. In ihrem Kopf überschlugen sich die Gedanken und es fiel ihr unheimlich schwer, ruhig zu bleiben. Aber das war jetzt das Wichtigste. Ruhe bewahren und eine minutiöse Planung ihres Besuches.

 

Mit der Torte in den Händen stieg sie in ihr Auto. Jonas ging dienstags immer ins Fitnessstudio. Gegen 21 Uhr sollte er zu Hause sein. Sie klingelte. Der Türsummer erklang. Sie konnte eintreten. Niemand wollte wissen, wer vor der Tür steht. Hatte er sie etwa erwartet?

 

»Hallo Jonas.« Mit der Torte bewaffnet betrat sie die Wohnung. Am liebsten hätte sie ihm das gute Stück direkt ins Gesicht geschleudert.

 

Jonas machte einen angetrunkenen Eindruck. »Ah, die Frau Doktor. Sieh an. Schön, dich zu sehen, wäre jetzt wahrscheinlich gelogen. Was kann ich für dich tun?«

 

Anne spürte, wie die Wut in ihr hochkochte. »Bist du etwa überrascht? Das hättest du mir nicht zugetraut, was? Aber du warst schon immer nicht die hellste Kerze auf der Torte.« Sie knallte ihm das Gebäck auf den Küchentisch. Verstand er ihre Andeutung? »Was willst du von mir? Warum belästigst du mich?«

 

Jonas kippte seinen Drink in einem Zug die Kehle runter. So, wie es in der Wohnung aussah, war aus ihm eine Mischung aus Messie und Alkoholiker geworden. Gestapelte Pizzakartons in der Küche, ein ganzes Flaschenarsenal an Bier- und Weinflaschen, mehrere überfüllte Müllsäcke.

 

»Ich will, dass du bezahlst für das, was du mir angetan hast. Du und der Herr Professor. Ihr habt mein Leben zerstört.«

 

»Ich weiss nicht, mit was ich je dein Leben zerstört haben soll. Was sollen die Drohungen und woher kommen diese Fotos? Das ist über zehn Jahre her. Was willst du von mir? Ich habe nichts Unrechtes getan.« Anne versuchte, gefasst zu bleiben und die Kontrolle zu behalten.

 

»Das Mädchen damals. Ihr habt es sterben lassen. Und dann habt ihr sie ausgeschlachtet und ihr Herz habt ihr offensichtlich verkauft. Ich habe im Archiv zufällig die Akte und das Videoband von der Operation gefunden, als ich dort aufgeräumt habe. Weisst du, ich war damals noch Rettungssanitäter und ich habe das Mädchen aus dem Auto geschnitten. Sie war schwer verletzt, aber nicht lebensgefährlich. Sie hätte niemals sterben müssen.«

 

Anne wurde mulmig.

 

»Na, jetzt kriegst du Angst, was? Manchmal werden Operationen zu Schulungszwecken für Studenten aufgenommen. Diese war sicher nie geplant gewesen, aber ein dummer Zufall wollte es, dass sie mit aufgenommen wurde. Diese Tat wäre nie herausgekommen, wenn ich nicht das Band gefunden hätte.«

 

»Ich habe lediglich getan, was mir befohlen wurde. Und ja, Professor Naumann hatte seine Finger wohl in illegalen Geschäften. Aber ich wusste von alldem nichts.«

 

»Ach ja, aber die Beförderung einen Monat später hast du dankend angenommen. Mit einem strahlenden Lächeln. Und ich konnte mir den Arsch aufreissen noch und nöcher. Der Professor hatte immer nur Augen für dich.«

 

Anne fühlte sich unwohl. Jonas machte einen unglaublich traumatisierten Eindruck.

 

Mit feuchten Augen sagte er: »Das Mädchen war die Tochter meiner Freundin. Wir hatten Pläne für ein gemeinsames Leben. Sie wollte ihren Mann verlassen. Aber sie hat den Tod ihrer Tochter nicht verkraftet. Erst verbrachte sie einige Wochen in einer psychiatrischen Klinik, bevor sie sich das Leben nahm. Verstehst du? Verstehst du jetzt, was du mir angetan hast?« Er begann zu schluchzen. »Es vergeht keine Nacht, in der ich nicht diese Bilder vor Augen habe, als ich Dana aus dem Auto befreit habe. Und hinterher, als ich sie auf dem Tisch in der Pathologie habe liegen sehen. Mit einem riesengrossen Schnitt quer über der Brust. Komischerweise ist in dem Operationsbericht davon nichts zu finden. Du bist eine Verbrecherin! Und ich will, dass du dafür bezahlst!«  Er schaute sie apathisch an. Seine Augen funkelten. Dann holte er ein Briefchen Kokain aus seiner Hosentasche, formte eine Line und zog sie mit einem gefalteten Hunderteuroschein nach oben.

 

Für einen Moment dachte Anne darüber nach, die Flucht zu ergreifen. Aber sie begriff, dass sie jetzt verhindern musste, dass dieser Psychopath ihr Leben zerstörte.

 

»Wie gelangte das Handy in mein Auto? «

 

»Ja, das war nicht ganz einfach. Ich musste dich eine Weile beobachten, bevor ich die Möglichkeit hatte, an dein Handschuhfach zu gelangen. Aber du hattest dein Auto kürzlich zur Reparatur. Ich habe mich in der Werkstatt als Interessent für ein neues Auto ausgegeben. In einem unbeobachteten Moment habe ich dir das Handy kurzum ins Handschuhfach gelegt. Es war nur eine Frage der Zeit, bis du es finden würdest.«

 

»Woher kennst du meine PIN?«

 

»Wer dich kennt, weiss, dass du immer die gleiche PIN verwendest. Zugegeben, hier habe ich gepokert. Aber der Plan ging ja auf.«

 

Anne fing sich: »Ich wundere mich, dass du dich traust, mir so zu drohen. Ich weiss schon seit Jahren, dass du deine Doktorarbeit nicht selbst geschrieben hast. Ich habe das nie öffentlich gemacht, weil ich immer fand, dass du trotzdem ein guter Arzt bist. Aber du solltest jetzt wirklich aufpassen. Du kannst mich noch von einer ganz anderen Seite kennenlernen.«

 

Jonas machte einen grossen Schritt auf Anne zu. Mit verklärtem Blick stand er vor ihr. »Du wirst dazu keine Gelegenheit mehr haben.« Er legte seine Hände um ihren Hals und drückte sie gegen eine Wand. Anne rang nach Luft. Erst jetzt begriff sie den Ernst der Lage. Sie bereute, dass sie nicht längst die Wohnung verlassen hatte. Ruckartig hob sie ihr Knie und rammte es Jonas zwischen die Beine. Mit einem Schrei liess er von ihr ab. Schnell rannte sie in die Küche. Sie musste diesen Kampf gewinnen. Und sie sah keinen anderen Ausweg mehr, um sich und ihre Karriere zu schützen. Entschlossen zog sie das Fleischmesser aus dem Messerblock und versteckte es hinter ihrem Rücken. Sie machte eine blitzschnelle Bewegung in seine Richtung und stach zu. Einmal, zweimal, ein letztes Mal. Mit aufgerissenen Augen fiel Jonas zu Boden. Aus seinen Wunden strömte Blut. Mit einer Eiseskälte blickte sie auf ihn herab. »Leg dich nicht mit der Falschen an.« Dies waren ihre letzten Worte an ihn. Er röchelte noch einige Male bevor, alle Lebensgeister aus seinem Körper wichen.

 

Annes Herz klopfte bis zum Hals. Niemals hätte sie gedacht, dass sie zu so etwas fähig war. Aber hier konnte eben nur einer gewinnen. Sie war so schlau gewesen, nichts in der Wohnung anzufassen. Ausser dem Tatmesser, dass sie sich unter den Mantel klemmte. Mit ihrer Tortendose in der Hand und der Akte von der Operation unterm Arm verliess sie den Schauplatz. Dann desinfizierte sie Türklinke und Klingelknopf und eilte unerkannt in Richtung Auto.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

130 thoughts on “Das Mädchen Dana

    1. Hallo, eine tolle Geschichte hast du da geschrieben. Mein Like hast du verdient. Mir gefällt, dass man quasi erst zum Ende hin erfährt wer der eigentliche „Widersacher“ ist und die eigentliche Tat schon gleich am Anfang erfährt. Deine war die letzte Geschichte, die ich heute lese und dann kann ich gleich noch mal über das Ende nachdenken 😂 ist schon verzwickt wenn aus Opfer der Täter wird und man nicht weiß ob es wirklich gut ist, wenn das Böse entkommt. So ging es mir zuletzt beim Gucken der Serie vom Knochenjäger 😂 LG Melanie https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/blaues-mondlicht

      1. Liebe Melanie,

        vielen Dank, dass du meine Geschichte gelesen und geliked hast! Deine kommt auf jeden Fall auf die Liste und wird gelesen und kommentiert. Bin schon ganz gespannt.
        Liebe Grüsse
        Kerstin

  1. Ich bin begeistert: Die Story ist fesselnd, spannend und (mords)lustig. Anne ist eine starke Persönlichkeit, die weiß was sie will und sich nicht von ihrem Weg abbringen lässt. Die Autorin zieht den Leser vom ersten Satz in ihren Bann. Klasse! Absolute Leseempfehlung 👍🏼 Und am besten beim Lesen ein großes Stück Schwarzwälderkirschtorte genießen 😉

  2. Wie versprochen habe ich jetzt auch deine Geschichte gelesen und ich muss sagen, dass sie mir sehr gut gefallen hat. Sie ist fesselnd und packend geschrieben. Ein paar Kleinigkeiten sind mir aufgefallen:
    a) Oft schreibst du Wörte mit „ss“, die eigentlich mit „ß“ geschrieben gehören, wie etwa ließ, Gefäße, hieß.
    b) Bei den Rückblicken muss man die Vorvergangenheit verwenden – da ist mir aufgefallen, dass du da manchmal im Präteritum bleibst.
    c) Und bei diesme Satz ist mir folgendes aufgefallen. Du hast geschrieben. „Frau Meinhard, Sie entnehmen jetzt dem Mädchen ihr Herz.“ Es müsste aber heißen: „… Sie entnehmen dem Mädchen SEIN Herz.“ Ich würde es allerdings so formulieren. „Frau Meinhard, Sie entnehmen jetzt das Herz des Mädchens.“
    d) Und du verwendest manchaml das Wort „ne“. Ich würde da eine schreiben oder ’ne – also vor dem ne, oben einen Apostroph setzen.
    e) Ich glaube auch, dass es einEN Monat später heißt und nicht ein Monat später.
    f) Und ich bei diesem Satz „…nach frisch Gebackenem roch“ würde ich statt roch, duftete nehmen. Aber das ist rein subjektiver Geschmack!

    Aber das sind alles Kleinigkeiten (sagen wir kleine Klugscheißereien 🙂 ), die die Qualität der Geschichte nicht schmälern.

    Ein Like lasse ich dir gerne da, denn die Geschichte ist dir sehr gut gelungen.

    1. Lieber Florian,

      vielen Dank für dein Feedback. Ich hab mich sehr gefreut, dass du meine Geschichte gelesen hast und sie dir gefällt. Leider haben wir in der Schweiz kein „scharfes S“…wir schreiben alles mit „ss“. Ich hoffe, die Leute denken nicht, dass ich nicht rechtschreiben kann…aber so ist es nun mal 😉
      lg und weiterhin viel Glück
      Kerstin

      1. Ahhh gut dass du das erwähnst, ich hätte sonst ebenfalls das mit dem ß angemerkt… Ansonsten eine fesselnde Story von vorne bis hinten. Annes Charakter ist toll, nur der Spruch am Ende von wegen „Leg dich nicht mit der Falschen an!“ passt irgendwie nicht zu ihr. Aber ist nur meine Meinung. LG aus Österreich (Vereine von „Wegen mir!“)

      2. Liebe Kerstin,

        eine sehr gute Geschichte hast Du hier geschrieben. Vor allem fand ich lustig, dass ich eine Anne kenne, die immer backt wenn sie gestresst ist 😅 Ich musste da erst mal zwei mal hinsehen, was ein Zufall!

        Mein Like hast Du Dir auf jeden Fall verdient 😊

        Liebe Grüße
        Steffi

  3. Liebe Kerstin,
    Da dein Einstieg in der Küche beginnt, kam mir gleich die „Backtherapie“ in den Sinn 😊 und sofort beginne ich mit dem Rätseln, wovon Anne sich denn ablenken wollte.

    »Und jetzt sagen Sie dem Vater des Mädchens, dass wir leider nichts mehr für sie tun konnten.« An dieser Stelle möchte ich mich einfach nur übergeben. Wie fürchterlich. Ich kann nur hoffen, dass es das im richtigen Leben nicht gibt, oder doch?
    Ich habe mal einen Thriller über Organspenden gelesen. Das war einfach nur schrecklich. Gut es war nur ein Thriller, …

    Und mit dem Backen von Süßem, stellst du das widerliche Vergehen in starken Kontrast. Toll!

    Mir sind nur Kleinigkeiten aufgefallen, die du aber schnell ausbügeln kannst.
    1. zu viele Absätze, aber hier ist die Formatierung ja nicht gesetzt, also ein wenig problematisch (Manchmal stört das den Lesefluss.)
    2. In einem Absatz kommt 3 Mal das Wort planen vor (…und sich möglichst nicht mehr als die nächsten zwei Stunden desselben zu verplanen. Sie war die ehrgeizige Karrierefrau, die Struktur im Alltag brauchte und am liebsten alles plante, was man planen konnte.)
    3. Und am Ende sagt Jonas zu Anne: „Du bist ein Verbrecher!“ Wäre nicht Verbrecherin besser?

    Genialer Plot! Eine spannende, in sich schlüssige Story mit diversen Überraschungen, besonders am Ende. Wer hätte gedacht, dass Anne…,aber ich will hier nicht zu viel verraten.
    Viel Erfolg weiterhin 🍀! Mein Like 👍 hast du.
    Liebe Grüße,
    Martina (Happy birthday)

  4. Liebe Martina,

    vielen Dank für dein gutes Feedback. Ich freue mich sehr, dass dir die Geschichte gefällt. Deine Inputs schaue ich mir gerne an. Ich wünsche dir auch weiterhin ganz viel Glück 🙂
    Liebe Grüsse nach Düsseldorf
    Kerstin

  5. Hallo Kerstin,

    meine Stimme hast du. Der Plot geradlinig und solide. Auch wenn man merkt, dass du hier deine ersten Schritte machst, lässt sich der Text gut lesen.
    An manchen Stellen waren Wortwiederholungen zu finden, die sich jedoch ganz leicht ausbügeln lassen. Das wird irgendwann ganz automatisch besser werden, mit zunehmender Übung.

    Ich nenn nur mal ein Beispiel, damit du weißt, was ich meine:
    Gleich zu Beginn heißt es: Anne schloss abends ruckartig die Tür auf und…
    Kurz darauf kommt: Bewaffnet mit ihrer Sporttasche, die sie mit einem Ruck auf den Rücksitz warf.

    Da sich diese beiden einfachen Handlungen durch etliche Formulierungen ausdrücken lassen, kann man da leicht eine solche Wiederholung umschiffen.
    Nur als Beispiel: Anne schloss abends energisch/hastig/eilig die Tür auf und…

    An diesem Satz hab ich mich gestoßen:
    Sie hatte diese Episode ihres Lebens erfolgreich verdrängt, aber manchmal plagten sie nachts noch Alpträume.

    Wenn sie „diese Episode“ erfolgreich verdrängt hat, wieso „plagten sie nachts noch Alpträume“?
    Ich hätte es eher so formuliert (wie gesagt, nur als Tipp. Ich will hier nicht in deinen Text eingreifen):
    Meist gelang es ihr, diese Episode ihres Lebens erfolgreich zu verdrängen, aber hin und wieder drang sie des Nachts an die Oberfläche und plagte sie mit Alpträumen.
    Irgendwie so…

    Ansonsten kann ich nur sagen: Bleib dran solange dir noch Geschichten durch den Kopf gehen, und dich die Lust packt, sie niederzuschreiben.

    Weiterhin viel Erfolg und viele Grüße
    J. D.
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/das-leben-eines-toten-mannes

    1. Hi,
      da du dir die Zeit genommen hast meine Geschichte („Rate, wer ich bin!“) zu lesen, habe ich mir natürlich jetzt auch gerne deine Geschichte angeschaut.

      Zunächst muss ich sagen, dass mir das dunkle Geheimnis deiner Protagonistin sehr gut gefällt. Man kann sich schnell in den Konflikt einfühlen, den sie bei der Operation durchlebt haben musste.

      Dein Schreibstil ist sehr gut verständlich und hat eine gewisse Leichtigkeit.

      Schön auch, dass deine Protagonistin in der Geschichte versucht auch die Handlung zu beeinflussen und nicht als reines Opfer dargestellt wird.

      Alles in allem gefällt mir deine Geschichte gut und gerne lasse ich meinen like dafür da 🙂

  6. Moin Kerstin,

    nun hat es das Mädchen Dana endlich geschafft von mir gelesen zu werden.

    Deine Storie hat mich bewegt. Der Kontrast zwischen Kuchen backen und dem, entgegen des Hippokratischen Eides handeln von Anne, hast du sehr gut rüber gebracht.

    Meinen Respekt für deine Geschichte, du hast hier wirklich was tolles geschaffen. Und mit dem Schluss, setzt du dem ganzen noch die Krone auf. Zu was sind Menschen in Grenzerfahrungen fähig? Du zeigst es ganz deutlich! Zu allem, vor allem um sich selbst zu schützen.

    Dein Schreibstil wirkte auf mich schon sehr gefestigt und es würde mich wirklich wundern, sollte das hier deine erste Geschichte gewesen sein. Aber selbst wenn, dann sei stolz darauf was du geleistet hast und mach genau so weiter.

    Mein Like lass ich dir gerne da und wünsche dir alles Gute für‘s Voting.

    LG Frank aka leonjoestick ( Geschichte: Der Ponyjäger)

    1. Lieber Frank,

      vielen Dank für deine tollen Worte, ich bin wirklich baff. Damit hab ich gar nicht gerechnet. Es freut mich sehr, dass du die Geschichte gelesen, geliked und mir dann noch so ein super Feedback hinterlassen hast :-). Die Geschichte ist mein erster Kurzkrimi, und an einem Wettbewerb habe ich bisher noch nicht teilgenommen. Aber in meiner Weiterbildung (Literarisches Schreiben), die ich seit letztem Jahr mache, haben wir natürlich bereits Schreibübungen gemacht und Texte/Dialoge verfasst. Deswegen freut es mich umso mehr, dass mein Schreibstil gefestigt auf dich wirkt…das höre ich zum ersten Mal…
      Viel Glück weiterhin und liebe Grüsse
      Kerstin

  7. Liebe Kerstin!
    Tolle Geschichte, gefiel mir riesig gut. Was für ein schlimmes Thema! Allein der Gedanke, Kinder für Organentnahmen zu töten – leider gibt es das.
    Ich drücke dir die Daumen fürs Ebook.
    Liebe Grüße Lotte

  8. Liebe Kerstin,
    nun habe ich es endlich geschafft, auch deine Geschichte zu lesen. 🙂

    Ich bin noch sehr ergriffen von dem Thema. Es ist eine schreckliche Vorstellung, dass einem lebenden Menschen das Herz entnommen wird. Furchtbar! Du hast hier eine sehr spannende Geschichte geschrieben, die ich in einem Rutsch durchgelesen habe. Bereits der erste Absatz hat mich gepackt. Was ist das für eine Frau, die in stressigen Situationen Kuchen backt, und was ist ihr widerfahren? Du schaffst es den Spannungsbogen bis zum Ende aufrecht zu erhalten – auch wenn man sehr schnell von ihrer Schuld weiß.

    Ich finde es sehr gut, dass du sehr viele Absätze gemacht hast. Das erleichtert das Lesen. 🙂

    Fazit: Deine Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Sie hat mich gefesselt und am Schluss auch überrascht. Deshalb lasse ich dir sehr gern mein Like da und drücke dir die Daumen für das eBook.

    Liebe Grüße
    Angela

  9. Hallo! 😊
    Eine spannende Kurzgeschichte hast du da verfasst. Man konnte der Protagonistin super folgen und auch ihre Handlungen verstehen. Grausige Vorstellung mit der Herzentnahme. 😱
    Gut, dass du auf den immensen Karrieredruck eingegangen bist, der sie in diese Bredouille gebracht hat. Inzwischen würde sie sicher lieber tauschen wollen und ihre Entscheidung von damals rückgängig machen. 😕🙈
    Zu Beginn hattest du dich etwas wiederholt, aber dein Schreibstil wurde im Laufe der Geschichte deutlich besser und fesselnder, fand ich. Als hättest du dich „warmgeschrieben“. Mit mehr Übung und weiteren Werken hast du definitiv Potential. Wenn du nicht schon längst schreibst… 😉👍🏼😊

    Viel Glück für den Wettbewerb! Ich drücke dir die Daumen und lasse natürlich mein Like da! 😘😃♥️

    LG
    Marlene

  10. Hey Kerstin! 🙂

    Erst noch mal ganz lieben Dank, dass du dir Zeit für meine Geschichte genommen hast. Und deine ist wirklich toll! 🙂 Du hast da eine sehr zugängliche Protagonistin geschaffen, finde ich – ich konnte mich sofort mit ihr identifizieren und fand es eine ziemlich interessante Charaktereigenschaft, dass sie ihren Stress mit Backen therapiert. Vor allem, weil das ein so starkes Bild ist: Der Kontrast zwischen der süß duftenden, heimelig wirkenden Wohnung und der Dunkelheit in ihrem Inneren. Du beschreibst das auch so gut, mein Lieblingssatz ist: „Je ausgefallener die Gebäcke, desto grösser waren die Probleme.“ Und dass ich die Hauptfigur von Anfang an mochte, hat das Ende für mich umso heftiger gemacht. Das war wirklich gut, mach weiter so! 🙂

    Zwei kleine Sachen sind mir noch aufgefallen. Zum einen haben sich an einigen Stellen ein paar Wiederholungen versteckt, z.B. gleich im ersten Absatz, in dem zwei Mal „riss“ vorkommt. Aber das Thema haben ja auch schon andere erwähnt und außerdem passieren Wiederholungen eh ständig. ^^
    Und dann hat mich irritiert, warum Anne der Meinung gewesen war, Psychologen seien „keine richtigen Ärzte“ – müssten es nicht eigentlich Psychiater sein? Denn soweit ich weiß, haben die Medizin studiert und Psychologen Psychologie. Oder ist das in der Schweiz anders? 😛

    Auf jeden Fall war es eine tolle Geschichte und ich habe mich sehr gefreut, sie lesen zu dürfen. Vielen lieben Dank dafür! 🙂

    … und genauso viele liebe Grüße

    Kaja

    1. Liebe Kaja,

      vielen Dank, dass du meine Geschichte gelesen und geliked hast :-). Und danke für dein konstruktives Feedback. Das mit der Wortwiederholung („riss“) ist mir selbst auch aufgefallen, aber leider ist mir kein besseres Wort in den Sinn gekommen, das die Situation ebenso gut beschrieben hätte.
      Deinen anderen Hinweis schau ich mir gerne an.
      Alles Gute weiterhin und liebe Grüsse
      Kerstin

  11. Liebe Kerstin
    Daumen hoch! Eine tolle Geschichte, die einen von Anfang bis Ende mitnimmt. Mir gefällt Dein Schreibstil, schön zu lesen, kurzweilig, mitreissend. Eine dicke Empfehlung an alle, die auf der Suche nach der passenden Lektüre für den Liegestuhl, das Standlaken oder die Couch sind.
    I like it 😃

  12. Liebe Kerstin,
    ich bin leider oder vielmehr zum Glück erst jetzt auf Deine Geschichte gestoßen.
    Leider, weil sie sehr packend ist, man der Auflösung echt entgegenfiebert, vom Ende echt überrascht wird und ich sie gerne schon viel früher gelesen hätte.
    Zum Glück, weil ich nun mein Lob oder etwaige Anmerkungen nicht neu formulieren muss, sondern einfach sagen kann, ich schließe mich vollumfänglich den Vorschreibern an. 😉
    Die kleineren Bugs wären bei einem professionellen Lektorat – wovon ja auch die Vollprofis profitieren – sicher alle raus geflogen. Und der Rest? Um beim Süßkram zu bleiben: Erste Sahne!
    Ich drück Dir die Daumen für den Wettbewerb und würde mich freuen, wenn wir uns im E-Book wiederlesen!
    Viele Grüße
    Tom
    (U. Behrens / https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/melanie)

    1. Lieber Tom,

      vielen Dank, dass du meine Geschichte gelesen hast. Es freut mich sehr, dass sie dir gefällt. Ja, ein professionelles Lektorat hätte sicher geholfen, die kleinen „Bugs“ auszubügeln.
      Ich freue mich auf jeden Fall schon auf deine Geschichte :-).
      lg Kerstin

  13. Wow – richtig tolle Geschichte! Kenne „abers“, „wenns“ oder andere Kritikpunkte meinerseits… mein Herz hast Du!!!

    Liebe Grüße
    Anna

    Vielleicht magst Du ja auch mal bei mir vorbei“lesen“? Meine Geschichte ist „Die Nachtschicht“, ich würde mich freuen!!

  14. Wirklich gut geschrieben. Und ganz schön beängstigend. Ich habe dir ein Like dagelassen.
    Schon spannend, wie viele verschiedene Settings, bzw. Berufe in den Geschichten anhand der Parameter verbaut wurden. Meine KG „Tot, ohne zu sterben“ spielt im Hotel. Vielleicht möchtest du sie ja lesen.

    LG
    Nina

  15. Liebe Kerstin,

    jetzt habe ich es auch endlich geschafft, deine Geschichte zu lesen und ich bin begeistert!

    Zu Beginn die Backszene fand ich einfach herrlich und einen super Einstieg in ihre Gefühlswelt.
    Später musste ich lachen, weil mir auch durch den Kopf ging, dass sie ihm die Torte ja ins Gesicht drücken könnte 😂
    Das Thema ansich ist natürlich heftig, hat mich schon etwas mitgenommen. Und dann die Wendung zum Schluss…

    Aber zusammenfassend kann ich nur sagen, dass du eine tolle Geschichte geschrieben und einen sehr schönen Schreibstil hast und ich unbedingt mehr von dir lesen möchte! Like ist gegeben.

    Viel Glück fürs Voting und weiterhin viel Freude am Schreiben,
    Yvonne/ voll.kreativ (Der goldene Pokal)

    1. Liebe Yvonne,

      vielen Dank für dein super Feedback. Es freut mich, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Geschichte zu lesen. Und es freut mich natürlich noch mehr, dass sie dir gefällt :-).
      Ich wünsche dir auch weiterhin viel Glück hier :-).
      lg Kerstin

  16. Hallo Kerstin,

    deine Geschichte ist echt spannend und sehr mitreißend! ich habe sie auch in einem Rutsch lesen müssen und habe einige Vermutungen gehabt, wie die Hintergründe aussehen könnten und wurde dann am Ende doch überrascht! Das war so nicht vorhersehbar, dafür ein dickes Lob. Allerdings muss ich auch sagen, dass sich mir einige Fragen ergeben haben bzw. manche Details unlogisch vorkommen. Das ist natürlich meckern auf hohem Niveau. Insgesamt ist es absolut lesenswert, was du hier geschrieben hast! Weiter so

    LG, Holly (Das Ende von Enrico Goldschmidt)

  17. Liebe Kerstin
    Mir hat deine Geschichte außerordentlich gut gefallen.
    Kompliment.
    Man spürt deutlich und bereits nach wenigen Sätzen, dass du im Bereich des Schreibens viel Erfahrung hast.

    Ich wünsche dir und deiner Geschichte alles Gute und viel Erfolg.
    Natürlich lasse ich dir ein Like da.

    Deine tolle Geschichte hat es verdient.

    Für mich eine besten 10 Geschichten hier auf wirschreibenzuhause.

    Liebe Grüße, Swen Artmann (Artsneurosia)
    „Die silberne Katze „

  18. Lieber Swen,

    wow, ich freue mich gerade mega über dein Feedback. Vielen Dank für das grosse Kompliment. Es macht mich fast ein bisschen stolz, so eine Rückmeldung von einem erfahrenen Autoren zu bekommen.
    Alles Liebe und weiterhin ganz viel Glück und Erfolg.
    Kerstin

  19. Spannende Geschichte! Man will von Anfang an weiterlesen und unbedingt wissen, wer hinter den Drohungen steht und was damals passiert ist! Und das Ende ist noch überraschender! Hoffentlich gibt es bald eine Fortsetzung, denn die Hauptfigur scheint ja über Leichen zu gehen! Kompliment! Hat mir super gefallen und hoffe bald mehr von Dir lesen zu können!

  20. Hallo Kerstin,
    auf diesem Wege noch mal danke, dass Du meine Geschichte gelesen und ein Feedback dagelassen hast.
    Ich bin nun endlich auch dazu gekommen, Deine Geschichte zu lesen.

    Ich finde, Du hast eine gute Geschichte geschrieben.
    Meiner subjektiven Meinung nicht mehr aber eben auch nicht weniger.
    Auch wenn ich kein Freund von falschem Lob oder gemeiner Kritik bin, möchte ich nicht darauf verzichten ein paar subjektive Eindrücke da zu lassen.
    – Die Grundidee der Geschichte, sowie den Hintergrund finde ich sehr gut. Gerade beim Thema Organhandel bietet sich viel Material für Rachemotive!
    – Mir persönlich war die ganze Geschichte aber etwas zu sehr konstruiert, ich konnte dem ganzen nicht wirklich glauben ( wie gesagt, rein subjektiv!)
    – Ich fand den Sprung von der kontrollierten aber doch tief verunsicherten Ärztin ( „Backen als Therapie“) zur letztlich eiskalten Mörderin etwas zu „drüber“
    – Ich hatte auch etwas Probleme mit den vielen Absätzen, die haben den Lesefluss etwas gestört. Das ist aber nur eine Formatierungssache und soll der Geschichte selbst nicht die Qualität absprechen.
    – Vielleicht könnte man noch etwas an den Personen feilen, hier und da weniger den Charakter beschreiben, dafür mehr Interpretation zulassen?
    – Das Ende – wenn auch in sich abgeschlossen – lässt vielleicht sogar eine Fortsetzung zu, in der dann der Charakter der Protagonistin noch weiter ausgearbeitet werden könnte und so noch einige neue Wendungen zuließe.

    Ich hoffe, Du bist mir nicht böse, aber ich denke, dass nur ehrliche Kritik weiterhilft. Auf keinen Fall ist es meine Absicht, Deine Geschichte schlecht darzustellen, denn das ist sie sicherlich nicht!

    Ich lasse Dir auf jeden Fall mein Like da, weil ich deine Geschichte als Geschichte gut finde und meine Kritik rein subjektiver Natur ist.

    LG,
    der schweenie
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/glasauge

    1. Lieber Schweenie,

      vielen Dank, dass du meine Geschichte gelesen und dich so mit ihr auseinandergesetzt hast. Ich bin absolut kritikfähig, insofern keine Sorge, ich bin sicher nicht böse über dein ehrliches Feedback. Nur so kann man sich weiterentwickeln.
      Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg hier 🙂
      lg Kerstin

  21. Jetzt bin ich auch dazu gekommen, Deine Geschichte zu lesen und ich finde sie ausgesprochen gut. Mir gefällt, dass sich der Spannungsbogen durch die gesamte Story zieht. Das Ende ist überraschend aber aus meiner Sicht passend. Ich gebe Dir gerne mein „Like“.
    LG
    L. Paul

  22. Endlich komme ich auch mal dazu, dir deinen Kommentar zu erwidern.
    Allgemein hat mir die Idee deiner Geschichte gut gefallen. Ich hatte allerdings ein paar Schwierigkeiten mit deinem Plot, weil ich selbst ein medizinisches Fach studiere und daher wahrscheinlich über etwas mehr Fachwissen verfüge als du. Ich habe dir die Punkte, an denen ich im Plot ein bisschen gestockt habe, mal herausgesucht und kommentiert.

    „ Sie nutzte immer das Geburtsdatum ihres verstorbenen Vaters. Sie tippte langsam: 050542.“ -> Warum tippt sie ihren eigenen PIN ein, wenn sie weiß, dass es nicht ihr Handy ist? Hier fehlen mir ein paar erklärende Gedankengänge von ihr

    „Sie hatte gerade erst ihr Studium abgeschlossen und noch wenig Erfahrung, wie gnadenlos es in der Berufswelt zuging.“ Hier hast du leider einen kleinen Sachfehler mit drin. Ein Assistenzarzt, der gerade erst mit dem Studium fertig ist, entnimmt noch nicht selber Herzen. Und einer, der schon fertiger Chirurg ist, auch eher, wenn der Oberarzt gerade nicht da ist. Außerdem haben fertige Chirurgen schon einige Jahre Arbeitserfahrung auf dem Rücken, weil sie noch mehrere Jahre nach dem Studium arbeiten und parallel ihre Facharztausbildung zum Chirurgen machen. 😊

    „Abgesehen davon, dass das Mädchen keinen Organspendeausweis hatte, war es noch nicht mal klinisch tot gewesen.“ -> Verstehe ich richtig, dass sie dem Mädchen das Herz entnehmen und den Eltern nicht Bescheid sagen, dass der Leichnam ihrer Tochter kein Herz mehr hat?

    „Und ein Monat später wurde sie prompt zur leitenden Oberärztin befördert.“ -> Direkt nach dem Studium? Das halte ich für ziemlich unwahrscheinlich, weil sie da, wie gesagt, noch keine abgeschlossene Ausbildung hat.

    »Und jetzt sagen Sie dem Vater des Mädchens, dass wir leider nichts mehr für sie tun konnten.« -> Auch an der Stelle kommt es sicher auf die Klinik an, aber für gewöhnlich sprechen nicht dieselben Ärzte mit den Eltern, die auch die Personen operiert haben. So habe ich es zumindest kennengelernt.

    „Hab gleich ne Knie-OP.“ -> Knie-OPs führen für gewöhnlich Orthopäden durch, Herz-OPs dagegen Kardiologen 😊 Ich weiß nicht, ob du das wusstest, aber es gibt auch in der Chirurgie ganz viele Untergruppen, die nicht jeder Chirurg beherrscht. Deine Facharztausbildung machst du für gewöhnlich nur in einem bestimmten Fachgebiet. Es sei denn, die Frau hat kurzfristig auf Orthopädin umgeschult 😊

    „Im Hintergrund hörte sie eine weibliche Stimme: »Florian, die Roten oder die Gelben?«“ -> In dem Moment war ich davon ausgegangen, dass er noch im Bett liegt, weil er ja vorher verschlafen wirkte. Warum fragt seine Frau/Freundin/wer auch immer dann „Die roten oder die gelben“ anstatt abzuwarten, bis er fertig telefoniert hat und ihm dann einen guten Morgen zu wünschen?

    „Manchmal werden Operationen zu Schulungszwecken für Studenten aufgenommen. Diese war sicher nie geplant gewesen, aber ein dummer Zufall wollte es, dass sie mit aufgenommen wurde.“ -> Das mit den Aufnahmen stimmt, mich würde es aber sehr wundern, wenn der Arzt das nicht mitbekommen würde und gerade wenn es sich um eine illegale OP handelt, hat der Chef da auch die Hand dazwischen.

    „Und hinterher, als ich sie auf dem Tisch in der Pathologie habe liegen sehen.“ -> Wie ist der Sani einfach so in die Rechtsmedizin gekommen? Warum wurde überhaupt obduziert? Es war doch ganz klar ein Unfall, oder nicht?

    „Dann holte er ein Briefchen Kokain aus seiner Hosentasche, formte eine Line und zog sie mit einem gefalteten Hunderteuroschein nach oben“ Er sagt ihr, dass er sie umbringen möchte, will sich dann aber erstmal eine Line ziehen? Auch das halte ich für schwierig, weil sie genau diesen Moment ja nutzen könnte – und dann funktioniert sein Plan nicht.

    Das soll dich jetzt alles nicht verunsichern und sind nur Tipps für die Überarbeitung. 🙂 Viele Dinge sind auch sehr schnell aus der Welt geschaffen, wie zum Beispiel die Knie-OP. Da kann sie ja auch einfach eine Herzklappe auswechseln oder so 🙂 Trotzdem, wie gesagt, von der Idee her super. Gerade der illegale Organmarkt ist für mich persönlich super interessant und wenn du etwas an dem Plot feilst, kann da was Tolles draus werden!

    Eine weitere Frage hätte ich noch an dich: Hast du diese Geschichte ein einem durch geschrieben? Ich finde nämlich, dass du zum Ende der Geschichte hin vom Stil her wesentlich besser wirst. Als hättest du dich „reingeschrieben“, wenn du weißt, was ich meine. 🙂 Ein paar Verbesserungsvorschläge zum Stil hätte ich daher gerade am Anfang.

    «Anne schloss abends ruckartig die Tür auf und liess sie mit einem lauten Knall ins Schloss fallen. Sie stürzte in die Küche und riss die Küchenschränke auf. Sie holte zwei grosse Schüsseln und die Küchenwaage aus dem Schrank. Dann riss sie die frisch gekaufte Packung Mehl auf und schüttete die Hälfte davon in eines der Gefässe. Sie gab Eier, Butter und Zucker dazu und verrührte hektisch die Masse bevor sie laut schluchzend über dem Küchentisch zusammenbrach.» -> Es gibt keinen Satz, in dem du nicht «sie» geschrieben hast. Außerdem folgen die ersten 3 Sätze alle demselben Schema (Hauptsatz + und + 2. Hauptsatz). Um deinen Text etwas dynamischer zu gestalten, kannst du Hauptsätze und Nebensätze abwechseln, auch mal einen Satz mit einem Nebensatz anfangen lassen oder Satzreihen mit Kommata bilden. Auch könnte man die Konnektoren (wie «und») häufiger wechseln. Ein weiterer sehr kleiner Kritikpunkt: Ist es von Belang, dass es «abends» ist? Mir wirkt das im ersten Satz eher wie ein Füllwort 😊

    «Wie jeden Morgen ging Anne auch an diesem Tag um acht Uhr aus dem Haus.“ -> Ab hier ist es vorzeitig, richtig? Also, die Geschichte, die ab jetzt kommt, spielt vor dem Teil am Abend? Das drückt man für gewöhnlich im Plusquamperfekt (Wie jeden Morgen war Anne auch an diesem Tag….aus dem Haus gegangen) aus oder wenn du nicht alles im Plusquamperfekt schreiben willst, was ich absolut nachvollziehen kann, würde ich vielleicht den ersten Teil im Präsens schreiben und den zweiten Teil im Präteritum.

    „Unter dem Text fand sie mehrere Fotos von sich, die sie bei der Organentnahme an Patienten zeigten. Sie war Chirurgin.“ -> In dem Moment, wo du sagst, dass sie eine Organentnahme bei einem Patienten durchführt, kann der Leser sich schon denken, dass sie Chirurgin ist, von daher würde ich da vielleicht den zweiten Satz einfach streichen 😊

    „Nachdem sie sich gefangen hatte, setzte sie sich ins Auto fuhr zum Krankenhaus. Wie sollte sie diesen Tag nur überstehen?

    Sie konnte keinen klaren Gedanken fassen. Wer wusste davon?“ Hier könntest du ein wenig mehr „Show, don’t tell“ verwenden. Wie äußert es sich, dass sie keinen klaren Gedanken fassen kann? Was tut sie? Ist sie verwirrt? Macht sie ihre Arbeit nicht gut? Fällt anderen Menschen auf, dass etwas mit ihr nicht stimmt? Auch stellst du sehr viele Fragen, die man in einer Überarbeitung vielleicht nochmal herausarbeiten könnte. Diese Fragen (habe ich auch selbst erst letztens gelernt) sollten nicht immer explizit im Text stehen, sondern die sollte sich der Leser selbst stellen, während er die Geschichte liest.

    „Mit zittrigen Händen machte sie sich an die Torte. In ihrem Kopf überschlugen sich die Gedanken und es fiel ihr unheimlich schwer, ruhig zu bleiben. Aber das war jetzt das Wichtigste. Ruhe bewahren und eine minutiöse Planung ihres Besuches.

    Mit der Torte in den Händen stieg sie in ihr Auto.“ -> Der Übergang an der Stelle war mir etwas zu hart. Den Prozess des Backens kannst du auch ganz weglassen, meiner Meinung nach, weil es sich hier nicht um einen Teil der Geschichte handelt, der wichtig für die Auflösung oder das Weiterkommen ist.

    Ansonsten merkt man, wie viel Spaß es dir gemacht hat, dir die Geschichte auszudenken und auch sie zu schreiben. Bleib auf jeden Fall am Ball, da kann noch vieles auf uns zukommen, wenn du so weitermachst wie bisher!

    Liebe Grüße,
    Leandra (Versteckspiel)

  23. Liebe Leandra,

    wow, erstmal vielen Dank für deine intensive Auseinandersetzung mit meiner Geschichte. Da hast du ja mächtig viel Zeit investiert. Ich werde jetzt nicht auf jeden Punkt antworten. Das würde meinen Zeitrahmen heute sprengen. Aber ich habe mir natürlich alle Punkte durchgelesen.
    Wie du richtig festgestellt hast, bin ich keine Medizinerin und ich bin mir durchaus bewusst, dass Abweichungen zur Realität sehr wahrscheinlich sind. Das war mir im Moment des Schreibens aber ehrlich gesagt gar nicht so wichtig. Mein Ziel war es, eine spannende und unterhaltsame Geschichte zu schreiben, die die Parameter umsetzt und am Schluss keine Fragen offen lässt. Ich denke, das ist mir auch gelungen.
    Deine fachlichen Inputs nehme ich aber gerne auf. Dass ein Chirurg nicht gleichzeitig ein Herz und ein Knie operiert…Fair Point, da hast du sicher recht. Auch die Beförderung ist wahrscheinlich sehr ambitioniert, aber hier geht es ja auch mehr um eine Art „Schweigegeld“ dafür, dass die Protagonistin die Klappe hält. Sie wird vom Professor benutzt für seine illegalen Geschäfte. Insofern ist es ihm auch egal, ob sie offiziell schon operieren darf oder nicht. Auch die Eltern des Opfers werden natürlich nicht über die Organentnahme informiert. Alles in allem ist die Geschichte rein fiktiv und keine wissenschaftliche Abhandlung. Dass du dich als Medizinerin an den Details störst, kann ich nachvollziehen, aber es gibt ja auch so etwas wie künstlerische Freiheit.

    Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Spass beim Schreiben und viel Erfolg!
    Liebe Grüsse
    Kerstin

  24. Liebe Kerstin,

    Erst einmal Danke für dein Like/deinen Kommentar zu Ende Gut? Es hat mich sehr gefreut.

    Deine Geschichte ist spannend erzählt, und das erste Mal erlebe ich, dass ich die Protagonistin nicht mag ☺️
    Zwar bin ich medizinisch nur durch Fernsehserien wie „er“ und „Grey´s Anatomy“ medizinisch informiert, aber da mein Vorredner es bestätigt hat, würde ich sagen, dass ein wenig mehr Recherche nicht schlecht gewesen wäre. Aber das tut der Geschichte keinen Abbruch. Ein paar Wortwiederholungungen Sind mir auch aufgefallen, das lässt sich aber auch leicht abändern. Aber da ich noch nie Unterricht hatte, was das Schreiben angeht und meine Geschichte mein Erstlingswerk ist, entspricht das nur meinem persönlichen Empfinden.
    Auf jeden Fall habe ich ein ❤️Da gelassen und wünsche weiter viel Erfolg.
    LG Monika

    1. Liebe Monika,

      vielen Dank, dass du meine Geschichte gelesen und kommentiert hast. Ich freue mich auch, dass sie dir gefällt, obwohl du meine Protagonistin nicht magst. Ja, ein paar Dinge muss ich mir sicher nochmal anschauen.
      Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Spass beim Schreiben. Bleib auf jeden Fall dran, denn deine Geschichte ist wirklich gut.
      Liebe Grüsse
      Kerstin

      1. Liebe Kerstin,

        danke dir dafür.
        Naja, dass ich deine Protagonistin nicht mag ist vielleicht zu viel gesagt. Aber ich kann mich nicht mit Ihr identifizieren, weil ich nicht so bedingungslos alles machen würde, was ein Vorgesetzter von mir verlangt. Das hat mich zu tierst erschütter, menschlich scheint sie schon in Ordnung zu sein, da es sie ja noch sehr quält.

        Bleib du bitte auch unbedingt dabei, auch wenn hier manch ein vermeindlicher Deutschlehrer deinen Text auseinanderpflückt.
        Die Geschichte ist toll!
        Liebe Grüße
        Monika

  25. Liebe Kerstin,

    deine Geschichte hat es ja echt in sich, das Thema ist sehr spannend. Ich glaube viele Menschen haben die Angst davor, dass man für tot erklärt wird, obwohl man noch lebt. Dass dann auch noch mit dem Organ gehandelt wurde, hat dem ganzen noch die Krone aufgesetzt. Am Anfang war mir Anne sehr sympathisch, so eine Freundin, die bei Stress backt hätte ich auch gerne 😉
    Du hast deine Protagonistin einen tollen Wandel hinlegen lassen, von dem unschuldigen Opfer, das zu einer kriminellen Tat gezwungen wurde, zu einer fast skrupellosen Täterin. Mir gefallen solche Extreme immer sehr gut und du hast das auch toll beschrieben, mit dem Ausgang der Geschichte habe ich überhaupt nicht gerechnet. Das Ende hätte gerne noch etwas ausführlicher sein können, das ist aber auch das Einzige, was ich an Kritik hätte. Wobei es ja auch eine Kurzgeschichte ist und man irgendwann ein Ende finden muss 🙂

    Ich wünsche dir weiterhin noch viel Erfolg!
    Liebe Grüße, Annika (Null Negativ)

  26. Hallo Kerstin!
    Ich schließe mich Annika S. an, du hast mit Anne eine echt coole Figur kreiert, der man auch gerne folgt! Das Ende finde ich eigentlich gut so wie es ist, bin generell Fan von kurzen knackigen Enden 😉 Dass sie den ‚Täter‘ über die Torte entlarvt, fand ich witzig, und mit dem Satz „Aber du warst schon immer nicht die hellste Kerze auf der Torte“ hast du voll meinen Humor getroffen, ich liebe Wortspiele 😀
    Ansonsten hätte ich nur Kleinigkeiten zu bemängeln, die aber glaube ich schon in den anderen Kommentaren geschrieben wurden. Ich find echt, dass man sieht, dass du Talent hast. Also – immer brav weiterschreiben! 🙂
    LG Ann-Kristin (Nacht der Unschuld)

  27. Liebe Kerstin,
    während viele hier „vom Fach“ sind, habe ich weder vom Schreiben noch von Medizin eine Ahnung…. Daher fand ich persönlich die Geschichte wirklich sehr spannend und fesselnd. Mir ist es leicht gefallen, sie bis zum Ende zu lesen. Und ja, das Ende fand ich sehr überraschend.

    *****Achtung Spoiler: ******
    Ich frage mich allerdings, ob vor dieser drastische Entscheidung, ihn direkt und mehreren Stichen umzubringen, nicht eine Eskalationsstufe noch nötig gewesen wäre…. Ich liebe Krimis und da hört man immer wieder, dass mehrere Stiche mit dem Messer für eine hohe Emotionalität stehen. Diese ist nicht erkennbar, wenn sie so kalt und abgeklärt aus der Wohnung geht. Ein einziger gezielter Stich hätte zu dem Ende besser gepasst (vor allem weil sie als Ärztin die jeweiligen Stellen auch kennt) . So oder so: Ich war sehr überrascht vom Ende. Es wirkt noch nach… Sicherlich ist es gewollt, dass ich mich auch noch frage, ob sie am nächsten Tag einfach ganz normal zur Arbeit gegangen ist…
    ********
    Unabhängig vom Ende: Einmal war ich etwas am Trudeln… da hatte ich Probleme mich auf dem Zeitstrahl zu orientieren…. Ansonsten klang für mich als Laien alles sehr plausibel. Ich war sehr neugierig wie es weitergehen würde!

    Ich danke dir für diese spannende Geschichte und die Reaktivierung meiner eigenen gemischten Erinnerungen an Schwarzwälderkirschtorte, die zum Glück nicht so ausgegangen sind … 😉

    Das Schreiben liegt dir! Bleib dran!

  28. Liebe Kerstin, danke dass du dich auf unserer Seite gemeldet hast und auf deine Geschichte verlinkt hast, denn der Titel „Das Mädchen Dana“ hätte mich sonst nicht so sehr angesprochen. Da ist für mich kein wirklicher Reiz drin. Deine Story ist aber super spannend und ich bin froh, dass ich sie gelesen habe. Die Back-Sucht der Protagonistin hat mich an Izzy von Grey’s Anatomy erinnert, was ich früher geliebt habe. Das hat mich sofort abgeholt. Obwohl die Protagonistin am Ende nicht mehr so sympathisch ist wie Izzy. Aber das gibt deiner Geschichte noch mal einen sehr speziellen Twist. Gut so!
    Liebe Grüße, Linda von „Allein Allein“
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/allein-allein

  29. Hallo Kerstin,
    vielen lieben Dank für deinen netten Kommentar unter meiner Geschichte.
    Du hast eine sehr interessante und rasante Geschichte mit einem (für mich) bisher noch nicht in diesem Forum gelesenen Thema geschrieben.
    Mein Like hast du!
    Alles Gute für dich!
    Jana (Strafe)

  30. Liebe Kerstin,

    wie versprochen habe ich gern Deine Geschichte gelesen und lasse Dir gern einen Kommentar da 🙂

    Was für eine krasse Geschichte! Mal ein anderes Thema – Organspende. Davon habe ich hier noch nichts gelesen.
    Deine Geschichte ist spannend – Dein Schreibstil gefällt mir.
    Durch die Absätze lässt sich die Geschichte gut lesen.

    Ich habe mich sehr über Deine Kommentare gefreut!

    Viel Erfolg und ganz viel Spaß am Schreiben weiterhin.

    Liebe Grüße
    Xanny

    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/niemand
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/maedchenmoerder

  31. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen! Vor allem mit der überraschenden Wendung, dass die Hauptperson so „Psycho“ ist. Hätte definitiv weitergelesen, um zu erfahren, ob sie damit durchkommt. Danke für die kurzweilige Lesezeit 🙂

  32. Hej!

    Endlich habe ich es geschafft ein paar Geschichten auf meiner Liste nachzuholen. Ich möchte mich auch nochmal für Dein Like und Deinen Kommentar bedanken! Ein paar Tage geht das Voting noch, es wird langsam spannend…

    Das Meiste wurde schon geschrieben. Als Leser ist man schon sehr schnell im Geschehen und der Story drin, man erfährt auch schon sehr schnell, in welche Richtung der Plot gehen könnte. Trotzdem bleibt das Ende spannend.

    Als Mediziner kenne ich zum Beispiel den Teil, wenn man sich den Angehörigen stellen muss. Gerade als Berufsanfänger ist das emotional die Hölle. Mich würde jetzt interessieren, ob Du da reale Bezüge einbauen konntest, oder Dich eher an Sekundärliteratur orientierst.

    Mir hat Deine Geschichte aber auf jeden Fall gut gefallen!

    LG aus Hamburg
    Chris
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/identitaet-6

  33. Lieber Chris,

    vielen Dank für dein gutes Feedback und dein Like. Es freut mich sehr, dass du die Geschichte gut fandest. Sie ist ehrlich gesagt rein fiktiv. Aber ich kann mir natürlich sehr gut vorstellen, wie schrecklich so eine Situation sein muss.

    Ich wünsche dir alles Gute weiterhin und liebe Grüsse nach HH
    Kerstin

  34. Moin, Kerstin! Jetzt warst Du eher bei mir als ich bei Dir – was dazu geführt hat, dass „Dana“ jetzt Schuld ist, das ich noch n Stündchen später schlummere. 😉

    Ist aber okay, denn: Hat sich gelohnt! Coole Geschichte einer nicht ganz so coolen Ärztin, die am Ende etwas planlos agiert, um ihren Plan vom geregelten Leben einhalten zu können. Alles klar soweit? Ich denke gerade darüber nach, wie das wohl wäre …. ich bin ja auch Organspenderin (Blut und Knochenmark eh). Hmmmm. Es gibt hier die ebenfalls tolle Geschichte „Der schlimmste Schmerz von allen“ von Jess; sie hat eine ganz ähnlich gelagerte Thematik und ist eine meiner Lieblingsgeschichten. Das ist ein wichtiges Thema, definitiv! Deswegen ist es gut, dass Du darum einen Plott ersonnen hast.
    Mein Like hab ich Dir gern dagelassen 🙂

    Kollegiale Grüße!
    Kathrin aka Scripturine / https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/die-nacht-in-der-das-fuerchten-wohnt

  35. Guten Morgen,
    Hab gerade deine Geschichte gelesen und muss sagen so spannend kann ein Tag öfter anfangen 😁. Dein Thema war sehr fesseln und ich fand es super umgesetzt. Tolle Beschreibung hast du gefunden, manches wirkte erschreckend real. Von mir gibt es dafür ein Herzchen 💛. Viel Erfolg 🍀.

    Viele Grüße

    Maddy

    P. S Vielleicht magst du ja auch bei meiner Geschichte „Alte Bekannte“ einmal vorbei schauen 😊🙈.

  36. Liebe Kerstin,
    so, auf den letzten Metern vor dem Ziel… habe ich noch Zeit gefunden, auch deine Geschichte zu lesen. Ich bin immer wieder überrascht, wie unterschiedlich alle Autoren die Vorgaben umsetzen, mit so einem Plot habe ich nicht gerechnet. Tolle Story, gefällt mir sehr gut.
    Mein Herz gehört dir.
    Herzliche Grüße, bleib kreativ
    Monika

  37. Liebe Kerstin,
    die Idee zu deiner Geschichte finde ich super gut. Anne hat etwas schnell in die Sache eingewilligt. „Lass uns mal das Mädchen umbringen, wir brauchen das Herz.“ „Ok, kein Problem, ich mache das mal eben.“ 😉 Das ist natürlich jetzt etwas überspitzt dargestellt. Aber es liest sich so, als hätte das Gespräch mal eben zwischen Tür und Angel auf dem Krankenhausflur stattgefunden. Mein Mann arbeitet an der Uniklinik, daher weiß ich, dass so ein Szenario nicht so einfach durchzuführen wäre. Schon gar nicht ohne Organspendeausweis. Es sind auch einfach zu viele Leute daran beteiligt. Seltsam finde ich auch, dass Professor Naumann das Video nicht vernichtet hat. Aber egal, es ist ja schließlich auch eine Geschichte und kein Tatsachenbericht. Ich habe mich bei der Vorstellung, dass so etwas passieren könnte, auf jeden Fall ordentlich gegruselt. Die Charaktere hast du auch gut ausgearbeitet. Vielleicht könntest du etwas mehr „show, don`t tell“ verwenden. Dann wäre der Gruseleffekt noch größer. Insgesamt aber eine gute und kreative Story. Ich habe sie gerne gelesen.
    Liebe Grüße aus dem Maislabyrinth, Andrea

    1. Liebe Andrea,

      vielen Dank, dass du die Geschichte gelesen hast und dass sie dir gefällt. Und vielen Dank für dein konstruktives Feedback. Die Geschichte ist natürlich rein fiktiv und Abweichungen zur Realität sind sicher gegeben. So ein Arzt als Freund wäre natürlich Gold wert gewesen….

      Liebe Grüsse ans Maislabyrinth
      Kerstin

  38. Liebe Kerstin,

    Ich finde deinen Geschichte toll. Sie hat mich von Anfang an gepackt und ist wirklich gut geschrieben. Der Spannungsbogen baut sich wirklich gut auf und bleibt auch bis zum Schluss. Die Wende finde zum Schluss sorgt für den nötigen Überraschungseffekt.
    Ich hoffe bald noch mehr von dir lesen zu können.

    Liebe Grüsse,

    Regina

  39. Liebe Kerstin,
    zunächst einmal herzlichen Dank für das schöne Feedback zu meiner Geschichte. Ich hoffe du hast deine Nägel nicht zu sehr geschädigt ;-).

    Gerne habe ich dir noch den Gegenbesuch abgestattet. Die Geschichte thematisiert eine Situation, vor der viele Menschen – unter anderem ich -Angst haben. Organhandel zum Opfer zu fallen. Daher war der Anfang der Geschichte beklemmend für mich. Trotzdem oder gerade deswegen musste ich weiterlesen. Ich danke dir für die gute Unterhaltung und wünsche dir viel Glück fürs eBook.

    LG
    Silke

    1. Liebe Silke,

      vielen Dank, dass du die Geschichte gelesen, geliked und kommentiert hast. Das Thema ist sicherlich auch ein sehr ernstes. Umso mehr freut es mich, dass du sie zu Ende gelesen hast. Zu den Fingernägeln: Abgefeilt und drüber lackiert. Sieht aus wie neu ;-).

      Alles Gute für dich und liebe Grüsse
      Kerstin

  40. Hallo Kerstin,

    Deine Geschichte hat mich wirklich gefesselt, da mir die Idee sehr gefallen hat!
    Vor allem mit dem Backen konnte ich mich gut identifizieren😂
    Ich hatte teilweise Probleme, mich gänzlich hineinversetzen zu können. Ich denke, das könnte daran liegen, dass du manchmal ein paar Sprünge machst. Ein Beispiel wäre, wie deine Protagonistin Jonas umbringt: Sie läuft in die Küche und plötzlich hat sie ihn mehrmals mit der Klinge durchbohrt. Es hätte die Spannung vielleicht gefördert, wenn du diese Szene näher beschrieben hättest. Vor allem, da deine Protagonistin da ja einen gewaltigen moralischen Wandel durchlebt hat!
    Teilweise wirkten die Dialoge auch etwas aufgesetzt und erzwungen, was vielleicht wieder daran liegen könnte, dass die Situation selbst nicht authentisch beschrieben wurde und deshalb erklärende Dialoge erforderte.
    Es wirkt, als wärst du durch die Geschichte hindurchgerast, was sie definitiv nicht schlecht macht! Ihr aber Potential zur Verbesserung bietet. 🙈
    Das mit dem Plusquamperfekt wurde ja auch schon erwähnt. Diese Zeitsprünge waren wirklich etwas verwirrend😅

    Insgesamt also eine tolle Geschichte! Ich hoffe, du nimmst mir die Anmerkungen nicht übel!🙈

    Liebe Grüße
    Cassandra ^-^
    (Weder vergessen noch verziehen https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/weder-vergessen-noch-verziehen )

  41. Liebe Kerstin,
    das Backthema verbindet uns, wenn auch auf völlig andere Weise. 😉 Backen als Therapie, toll!
    Ich war sofort in der Geschichte. Auch wenn mir dein Schreibstil an wenigen Stellen etwas zu beschreibend bzw. erklärend ist (die Info, dass Anne Chirurgin ist, hätte man z.B. auch bei der Erwähnung der Sporttasche einfließen lassen können -> „Ihre Schicht begann erst“ … oder so), hatte ich ingesamt viel Freude beim Lesen. Mir gefällt vor allem der Einblick in das unbarmherzige Organgeschäft und was es emotional mit einer weniger skrupellosen Person anstellt!
    Mit fast 100 Stimmen bin ich mir sehr sicher, dass du dir einen Platz im ebook gesichert hast, drücke dir aber gerne weiterhin die Daumen! 🙂
    Alles Liebe
    Sabrina („ELY“)

    1. Liebe Sabrina,

      vielen Dank, dass du die Geschichte gelesen hast. Ich freue mich, dass sie dir gefällt. Deine konstruktiven Hinweise schau ich mir gerne an. Bin immer froh um solche Inputs.

      Jetzt erstmal ein Stück Kuchen ;-). Oder lieber steinharte Dattelmuskekse? Ich glaub, die krieg ich nicht mehr aus dem Kopf….
      Alles Liebe
      Kerstin

  42. Liebe Kerstin,

    erst einmal vielen, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Geschichte „Der Schwur“ zu lesen, zu liken und mit lieben Worten zu kommentieren! Ich habe mich sehr gefreut und statte dir gerne einen Gegenbesuch ab 🙂

    Ich bin von deiner Geschichte begeistert. Alleine der Anfang zieht mich sofort in die Story und ich will unbedingt wissen, was geschah. Klasse gemacht!

    Deine Schreibweise ist sehr flüssig und bildhaft. Zudem hast du es geschafft in mir die gleiche Spannung und Nervosität aufzubauen, wie sie Anne erlebt.

    Mach weiter so – du hast großes Talent!
    Gerne lasse ich Dir ein Like da und drücke dir die Daumen für das eBook! 🙂

    LG, Ani

    http://www.wirschreibenzuhause.de/geschichten/der-schwur

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