Marlena SchenkDas Versteckspiel

8+

 

Sven schreckte aus dem Schlaf hoch. Er würde sich nie an das Telefonklingeln gewöhnen, welches ihn zu jeder Tages- und Nachtzeit begleitete. Aber als Bestatter arbeitete man nun mal jeden Tag im Jahr, rund um die Uhr. Der Tod kannte keine Ruhezeiten, Feiertage, Wochenenden. Gestorben wurde immer. Er setzte sich im Bett auf und griff nach dem Smartphone, welches auf seinem Nachttisch lag. Das Display verriet ihm neben dem eingehenden Anruf, dass es 03:53 Uhr in der Nacht war. >>Bestattungshaus Hofmann, guten Abend.<< >>Kommen Sie so schnell es Ihnen möglich ist, in den Hansenweg 7. Irmtraud Müller ist tot.<< Sven stockte kurz. Die weibliche Anruferstimme klang merkwürdig, sie sprach so monoton und gefühlslos. Aufgrund dessen fiel es ihm schwer, die Verfassung der Frau einzuschätzen. Sonst konnte er schon aus der Erfahrung heraus die Gefühlslage des Anrufers gut einschätzen, sodass er stets grob wusste, was ihn vor Ort erwartete. Es gab nämlich Unterschiede. Kam der Tod plötzlich und unerwartet, waren die Angehörigen selbstverständlich zu tiefst geschockt. War der oder die Verstorbene jedoch aufgrund einer Krankheit von den Liebsten zuhause in den Tod begleitet worden, so waren die Angehörigen etwas gefasster. Sie hatten sich auf das Ableben eingestellt, es überraschte sie nicht so, wie es ein unerwarteter Tod tat. Natürlich bestätigten auch hier immer wieder die Ausnahmen die Regel, aber jemand so abgeklärten und irgendwie emotionslosen Angehörigen, den hatte Sven auch noch nicht kennengelernt. >> Mein herzliches Beileid. Ich bin in einer halben Stunde bei Ihnen.<< >>Gut.<<, war die kurze und knappe Antwort, mit der das Telefongespräch endete. Verwundert sah Sven das Telefon an. Ihn beschlich ein merkwürdiges Gefühl in der Magengegend, er schob es jedoch auf die derzeitigen Umstände. Denn seitdem seine Frau Annika vor sechs Wochen endgültig beerdigt worden war, hatte sich natürlich das ganze Familienleben nochmal geändert. Trotz, dass sich bereits vor einem Jahr die Spur seiner Frau verloren hatte, war die Erkenntnis, dass sie endgültig für Tod erklärt worden war, doch noch mal etwas anderes. Plötzlich war er alleinerziehender Papa von der vierjährigen Alea und der sechsjährigen Aurora geworden. Die Mädchen waren schon vor dem Verlust ihrer Mama völlig verängstigt und sehr anhänglich gewesen – seitdem Annika jedoch verschwunden war, hatten sich die Sorgen und die Ängste der Mädchen noch verstärkt. Und als er Ihnen erklären musste, dass die Hoffnung darauf, dass Mami je wiederkommt, nicht mehr besteht, da war Aurora verzweifelt in Tränen ausgebrochen. Sie hatte ihn angefleht, dass er niemals gehen dürfe, sonst wären sie und Alea ja ganz allein. Das war hart gewesen und er hatte sich in diesem Moment nicht das erste Mal komplett überfordert gefühlt. All die vergangenen Nächte, in denen er einen beruflichen Anruf bekam, hatte er mit schlechten Gewissen seine Mädchen wecken müssen, um sie zum Aufpassen zu seiner Mutter zu bringen. Es war jedes Mal schlimm für die zwei gewesen und seine Mutter riet ihm nicht zum ersten Mal, dass er und die Mädels eine Familientherapie bräuchten, um Annikas Tod zu verarbeiten. Er warf auf dem Weg ins Badezimmer einen Blick in die Zimmer seiner Kinder. Aurora wie Alea schliefen tief und fest und trotz einem unguten Gefühl in der Magengegend entschied sich Sven dafür, die Mädchen heute Nacht mal schlafen zu lassen. Nicht nur den Mädels zu Liebe, sondern auch, weil er den bedauernswerten Blicken seiner Mutter nicht mehr standhalten konnte, wenn sich die Kinder wieder kaum von ihm lösen konnten. Es würde nicht lange dauern, er wäre ja schnell wieder da, sagte er im Gedanken zu sich selbst. Nachdem er sich fertig gemacht und einen letzten Blick auf die Kinder geworfen hatte, um sich zu vergewissern, dass sie schliefen, verließ er das Haus. Er setzte sich in den auf der Auffahrt parkenden Leichenwagen und steuerte den Hansenweg an. Seit über 20 Jahren als Bestatter kannte er seine Heimatstadt in- und auswendig. Nach ein paar Minuten kam er in der besagten Straße an und hielt vor der Nummer 7. Er blieb einen kurzen Moment noch sitzen und überblickte die Straße, die komplett im Dunkeln lag. Nirgendwo anders in oder an einem der Reihenhäuser brannte noch Licht. Nur hinter dem einen Fenster im Haus 7, welches zur Straßenseite lag, lugte ein Lichtschein durch einen Spalt der zugezogenen Gardinen hervor. Wieder beschlich ihn dieses ungute Ziehen im Magen, aber auch jetzt verwarf er es und schob es auf das schlechte Gewissen, seine Kinder allein zuhause gelassen zu haben. Er stieg aus. Umso schneller er hier fertig wäre, desto eher wäre er auch wieder zuhause und die Mädchen hätten gar nichts mitbekommen. Sven lief den geschwungenen Weg, welcher nur durch ein paar Solarleuchten beleuchtet wurde, bis zum Haus. Er überprüfte das Klingelschild, auf dem der Name I. Müller zu lesen war und wollte gerade klingeln, da bemerkte er, dass die Tür einen Spalt offenstand. Ohne groß darüber nachzudenken, stieß er sie auf. >>Guten Abend, Herr Hofmann vom Bestattungshaus Hofmann hier.<< rief er in normaler Zimmerlautstärke in das Haus hinein. Keine Reaktion. Obwohl sich auf einmal alles in ihm sträubte, was er sich nicht erklären konnte, ging er weiter in den Flur hinein und schloss die Haustür hinter sich. Sven folgte dem Lichtschein, welcher aus der angelehnten Tür zu seiner Linken kam. Er stieß sie auf, nochmal seinen Spruch sagend und erstarrte je. Nicht nur, dass ihm mit einem Mal der metallische Geruch von Blut in einer so überschwänglichen Wolke entgegenstieß ließ ihn stocken, sondern auch der Anblick von einer alten Dame, die aller Wahrscheinlichkeit nach Irmtraud Müller zu sein schien. Sie lag in einer leicht verdrehten Pose auf einem Sessel, das Bein baumelte über die Lehne, die Augen waren vor Schreck geweitet. Um ihren Körper herum war eine Unmenge an Blut in den beigen Stoff des Möbelstücks gesickert. Die Hände lagen locker auf der Brust –ihr Körper war über und über mit Stichverletzungen übersäht und in ihrem Brustkorb steckte die dazugehörige Waffe. Ein großes Küchenmesser. In diesem Moment klingelte etwas. Es war ein Smartphone, welches neben der Leiche auf dem Beistelltisch lag. Obwohl sich alles in Sven widersetze und er eigentlich sofort die Polizei alarmieren wollte, ging er Schritt für Schritt auf das Handy zu. Es klingelte immer wieder in den gleichen Intervallen, passend dazu blinkte das Display auf. Es zog ihn magisch an und er hatte eine böse Vorahnung. Diese bestätigte sich, als er ganz dicht vor dem Beistelltisch stand und mit zitternden Fingern das Smartphone hochnahm. Kein Zweifel, es war das Gerät seiner verstorbenen Frau. Der Hintergrund des Sperrbildschirmes zeigte nämlich ihn, Alea und Aurora, auf einer Parkbank sitzend, als sie noch eine ganze Familie waren. Da Annika nie viel von einem Sperrcode, Fingerprint oder FaceID als Sicherheit gehalten hatte, ließ sich das Smartphone mit einem Wisch nach rechts öffnen. Was hatte das alles zu bedeuten? Kurz vor ihrem Verschwinden hatte sie das Handy verloren, aber warum fand er es ausgerechnet hier wieder? Das Display zeigte ein eingegangenes Video über Whatsapp an, von einer unbekannten Nummer. Entgegen all seiner Instinkte öffnete er es. Die knapp einminütige Sequenz startete. Sie zeigte den Blick auf ein Haus. Als nächstes einen Flur mit Treppe und wie jemand die Treppe hinauf ging. Währenddessen flüsterte die gleiche monotone Stimme, die er vor über einer halben Stunde am Telefon schon gehört hatte nur einen Satz, den ihm nur allzu gut bekannt vorkam und ihm die Haare zu Berge stehen ließen: >>Augen auf, ich komme…<< Im nächsten Moment schwenkte die Kamera erst in das eine und dann in ein zweites Kinderzimmer. In dem Bett, auf dass die Kamera zuging, lag Alea. Ihr kleines, friedliches Gesicht zuckte im Schlaf und sie war mit genau dem Schlafanzug gekleidet, welchen ihr Sven selbst noch zum Schlafen angezogen hatte. Eine schmutzige, mit Blut besudelte Hand griff nach ihr. Alea öffnete die Augen und nach einem kurzen Moment des zurechtfinden, schrie sie auf. Als nächstes hörte er Aurora hysterisch schreien. Die Kamera schwenkte um und zeigte seine älteste Tochter, wie sie mit panisch geweiteten Augen im Türrahmen stand. Die Videosequenz endete jäh. Sven starrte wie hypnotisiert noch einen Moment aufs Display, seine Gedanken rasten. Geistesgegenwärtig steckte er das Handy in die Hosentasche und verließ fluchtartig das Haus. Kaum, dass er im Wagen saß, jagte er mit mörderischer Geschwindigkeit wieder nach Hause. Ihr Zuhause lag etwas außerhalb der Stadt, umgeben von Wiesen und Feldern und ohne direkte Nachbarn. Nach nur wenigen Minuten Fahrzeit, die ihm selbst aber wie Stunden vorgekommen waren, kam endlich sein Haus in Sicht. Sven machte sich nicht die Mühe, den Wagen ordentlich einzuparken, sondern stellte ihn in der Straße ab und rannte stolpernd aufs Haus zu. Schon von weitem vernahm er leise Musik. Auch bei seinem Haus war die Haustür nur angelehnt. Er stieß sie auf und stand zugleich im hell erleuchteten Flur. Aus der Stereoanlage im Wohnzimmer spielte in gut hörbarer Lautstärke ein Lied:

 

>Und ich höre deinen Atem, und ich rieche deine Angst, ich kann nicht mehr länger warten, denn ich weiß, was du verlangst. Eckstein, Eckstein, alles muss versteckt sein.<

 

Sven blieb wie angewurzelt stehen. Es war Annikas Lieblingslied. Ihm trieb dieses Lied jedoch nur noch einen Schauer über den Rücken und ließ ihn an all die vergangenen Momente denken. Sie hatte ihn damit so oft gequält. Irgendwann fing es an, zu diesem Lied musste er stets etwas suchen. Zu Anfang waren es Gegenstände gewesen, die sie versteckt hatte. Irgendwann fing sie an, die Kinder vor ihm zu verstecken. Und eines Tages war sie selbst einfach verschwunden. Nach einem sehr nervenaufreibenden Jahr, in dem man keine Spur von ihr fand, wurde sie für Tod erklärt – beerdigt wurde nur ein leerer Sarg. Die Kinder wussten davon nichts, Sven hatte ihnen erzählt, dass Mami an einer bösen Krankheit gestorben war. Und das stimmte immerhin zur Hälfte, denn seit der zweiten Schwangerschaft mit Alea fing sie an, unter einer starken Selbstwahrnehmungsstörung und Depressionen zu leiden. Es waren qualvolle Monate für alle gewesen und es hatte sich nach der Geburt und den vergehenden Jahren auch nicht gebessert, ganz im Gegenteil. Somit war Sven für sich zu dem Schluss gekommen, dass sie es so sehr gequält hat, dass sie sich irgendwo das Leben genommen haben muss. Nur das konnte er seinen Kindern noch nicht erzählen. Vielleicht später, irgendwann. An all das dachte Sven kurz, als er sich aus seiner Schockstarre löste und die Treppe hinauf sprintete. Er schaute erst in Aleas, dann in Auroras Zimmer und fand beide leer vor. So wie er es schon erwartet hatte und dennoch traf es ihn schwer. Er sackte auf die Knie nieder und schaute sich im Zimmer um. Plötzlich entdeckte er einen Zettel, welcher auf dem Kopfkissen von Aurora lag. Er stürzte darauf zu. In krakeliger Kinderhandschrift geschrieben, stand dort nur ein Wort. Sven rappelte sich auf und rannte blindlings los, hinab in den Garten.

 

Atemlos kam er an und schaute sich von der Terrasse aus hektisch um. Garten hatte auf dem Zettel gestanden. Er verstand diese Hinweise. Annika hatte in ihrem Wahn die Kinder oft gezwungen, ihm Zettel mit kleinen Botschaften zu hinterlassen, damit er sie suchte. Erst waren es nur kindlichen Zeichnungen gewesen, die er hatte entschlüsseln müssen. Doch als Annika Aurora das Schreiben beigebracht hatte, hatte er oft genau solche Zettel vorgefunden. Zettel mit nur einem Wort darauf, die ihm einen kleinen Hinweis geben sollten. Annika wusste genau, wie sehr Sven ihre Versteckspiele hasste, dennoch hatte sie damit nicht aufgehört. Und immer hatte sie das Lied von Oomph zu den Suchaktionen laufen lassen und das hatte ihn manches Mal in den Wahnsinn getrieben.

 

Die einsetzende Morgendämmerung tauchte den großen Garten in ein diffuses Licht. Er konnte die Gartenhütte und das Spielhaus der Kinder grob ausmachen. Weiter hinten im Garten stand ein großer Baum, in dem er selbst für die Mädchen ein Baumhaus errichtet hatte. Und an einem großen, stabilen Ast hatte er eine Schaukel befestigt. Wenn seine Augen ihn nun nicht täuschten, bewegte diese sich leicht hin und her und er konnte sogar erkennen, dass sich eine Person auf dieser befand. Sven rannte, ohne zu überlegen los. Umso näher er dem Baum kam umso deutlicher wurden die Schemen. Tatsächlich befand sich eine Person auf der Schaukel, sitzend, mit dem Rücken zu ihm. Es war eine Frau, unverkennbar seine Frau und diese summte das Lied, welches er im Flur schon gehört hatte. Sven blieb wie angewurzelt stehen. Ihn und Annika trennten noch knappe vier Meter. Mit einem Mal stoppte sie die Schaukel, ruckartig bewegte sich der zuvor auf den Schoß gerichtete Kopf nach oben und drehte sich ihm zu. Ihr Gesicht war dreckig und die Haare verfilzt. Unzählige kleine Äste und Blätter hatten sich in ihnen verfangen. Und dennoch kam Sven nicht um zu, seine Frau schön zu finden. Er wollte so viel sagen, so viel fragen, doch seine Kehle war staubtrocken. Sie schauten sich minutenlang schweigend in die Augen bis sich plötzlich Annikas Gesicht veränderte. Ihre gerade noch lieblich schauenden Augen nahmen einen anderen Ausdruck an und wirkten merkwürdig der Welt entrückt. Ihr Gesicht verzog sich in eine hässliche Fratze, als sie diabolisch anfing zu grinsen und dabei ein lückenhaftes Gebiss zum Vorschein kam. Sven strauchelte erschrocken zwei Schritte zurück. Sie stand von der Schaukel auf, den wirren Blick fixierend auf ihn gerichtet. Mit krächzender Stimme, die sich tief in Svens Gehörgang einschleuste und ihn ins Mark erschaudern ließ, fing sie an zu singen. Sein Blick wanderte erschrocken auf ihre blutüberströmte Kleidung, wie ihre blutigen Hände hinab, in der sie zwei blonde Haarzöpfe und eine große, silberne Schere hielt.

 

>Eckstein, Eckstein, alles muss versteckt sein!<

 

Sie lachte ein lautes, kehliges Lachen welches jäh verstummte. Annika legte den Kopf schief, sah Sven aus ihren großen, blauen Augen an. Plötzlich schrie sie: >>Du hast alles kaputt gemacht. Du hast uns zerstört, unsere Familie verraten! Wegen dir ist das alles hier passiert!<< Sven starrte sie an, hob entschuldigend die Hände. >>Annika… du weißt, dass es mir leidtut. Alles! Aber es war so schwer, es war so problematisch, bitte verstehe doch… << Ihr traten die Tränen in die Augen. >>Zu spät, es ist alles zu spät…es ist deine Schuld, du hast mich umgebracht, alle sterben nur wegen dir!<< flüsterte sie. Unvermittelt ließ sie die Zöpfe der Kinder fallen, ergriff mit beiden Händen die Schere und bevor Sven begreifen und eingreifen konnte, stieß sich die silberne Spitze der Schere ins Herz. Sie sank augenblicklich auf die Knie und fiel auf den Bauch. Damit rammte sie sich die Schere bis zum Anschlag in den Brustkorb hinein. Sie lag noch ein paar Minuten zuckend auf dem Boden. Sven wusste, dass er ihr nicht mehr helfen konnte. Er blieb wie angewurzelt stehen, den Blick auf den Rücken seine Frau gerichtet und versuchte zu verstehen, was hier vor sich ging. Über den ersten Schockmoment hinweg kam ihm wieder in den Sinn, weswegen er eigentlich hier war – er musste seine Kinder finden. Auf zittrigen Beinen, mit einem letzten Blick auf seine tote Frau gerichtet, begann er erst leise, dann immer lauter und eindringlicher die Namen seiner beiden Kinder zu rufen. Sven hatte das große, uneinsichtigen Grundstück, welches direkt an seinen Garten grenzte, mit den hohen Gräsern immer sehr gemocht. Heute verfluchte er es. Er rief und suchte in der aufgehenden Sonne immer weiter, bis er an den kleinen Fluss kam, der das Grundstück von dem des dahinter liegenden Feldes trennte. Er ließ sich auf die Knie sinken, tauchte seine Hände ins Wasser und wollte sich einen Schwall kaltes Wasser ins Gesicht spritzen als er im Augenwinkel etwas sah. Er blickte nach links. Circa eineinhalb Meter entfernt, lagen zwei unterschiedlich große Körper. Wie in Trance erhob er sich und stolperte hinüber. Aurora und Alea lagen Hand in Hand, blutüberströmt vor ihm. Die Zöpfe abgeschnitten, die Augen weit aufgerissen, die Arme an den Pulsadern aufgeschnitten. Auf Aleas Brust lag ein Zettel, geschrieben in der geschwungenen Schrift seiner Frau

 

Du hast angefangen, unsere Familie zu zerstören. Ich habe es beendet. Es ist alles deine Schuld.

 

2 Wochen später

 

Sven stand als gebrochener Mann vor den drei Särgen, die nun nacheinander in die dafür ausgehobenen Gräber hinabgelassen werden sollten. Außer ihm waren unter den Trauernden nur noch eine Handvoll Freunde, seine Schwiegereltern wie seine Mutter. Er schaute verstohlen in die Runde. Sie alle waren so ahnungslos, weinten leise Tränen, schütteln voller Unverständnis und Entsetzen über Annika und ihrer begangenen Tat an den Kindern, sowie dem völlig willkürlich gewählten Lockvogel, der alten Dame aus dem Hansenweg, den Kopf. Und Sven ließ sie in dem Glauben, keiner wusste über die wahren Begebenheiten Bescheid – die, die Annika erst dazu gebracht hatten, das hier zu tun. Aber er hatte auch nicht vor, dies zu ändern und allen zu erklären, dass er der eigentlich Schuldige an allem war. Er war zu sowas viel zu feige. Also stand er weiterhin stumm da und lauschte den Worten des Pastors. Als die Särge hinabgelassen und von Erde bedeckt wurden, löste sich die Trauergemeinde allmählich auf. Er blieb allein an den frischen Gräbern, die über und über mit Blumen bedeckt waren, zurück. Bewusst hatte er auf den Leichenschmaus verzichtet, er konnte die mitleidigen Blicke der anderen nicht länger ertragen. Die Schuld am Tod seiner Familie lag bei ihm, damit hatte Annika Recht. Er war es gewesen, der in dem Moment als Annikas Krankheit anfing, sich von ihr distanzierte. In Wahrheit war er damit nicht klargekommen, dass sie diese gestörte Selbstwahrnehmung bekam. Seine eigene Frau nicht mehr anfassen, ihr nicht über den Babybauch streichen dürfen, hatte ihn fertig gemacht. Und als sie sich ihm nicht mal mehr nackt zeigte, war auch die Intimität zwischen den beiden mehr und mehr verschwunden. Das hatte Sven enorm gefrustet. Dazu kam die damals zweijährige Aurora, die sich gerade mitten in der Trotzphase befand und ihm ein ums andere Mal die Nerven gekostet hatte. Er erwischte sich dabei, wie er jede Gelegenheit nutze, um das nachhause kommen hinauszuzögern. Eines Tages hatte er beim allabendlichen Scrollen durch Facebook seine ehemalige Jugendliebe entdeckt und nach kurzem Zögern angeschrieben. Sie verstanden sich wie eh und je, als wäre zwischen ihnen nie Funkstille gewesen. Nach ein paar Tagen des intensiven Schreibens hatten sie sich auf einen Kaffee in der Stadt getroffen und waren kurzerhand danach im Bett gelandet. Es entwickelte sich zu einer Affäre mit ihr und eines Tages entdeckte Annika Lippenstiftreste an Svens Hemdkragen. Darauf folgte der schlimmste Streit in ihrer gesamten Beziehung. Er konnte damals förmlich sehen, wie auch die letzten Mauern in Annikas Innerem zerbrachen und dem Wahnsinn Platz machten. Sie wurde kontrollsüchtig und die Selbstzweifel in ihr wuchsen von Tag zu Tag. Sie fing an, sich selbst zu verletzen, stieß Sven weiterhin von sich weg, wenn er sie in den Arm nehmen wollte. Annika fing an, Eigenarten zu entwickeln – neben dem stundenlang vor dem Spiegel stehen und Makel an sich entdecken, die es nicht gab, war ihre größte Leidenschaft das Verstecken von Dingen. Sven sah jeden Tag weiterhin dabei zu, wie seine Frau mehr und mehr den Verstand verlor. Doch Annika dazu überreden, eine psychologische Beratung und Therapie in Anspruch zu nehmen, dazu fehlte ihm der Mut. Ebenso erfuhren Freunde und Familie nichts, denn Sven tat alles dafür, dass sich die sozialen Kontakte minimierten, die Bande zur Familie fast brachen. Ihm war es viel zu peinlich, dass Familie und Freunde von seinem Fehltritt erfahren würden. Zudem sorgte er sich um sein öffentliches Ansehen als Bestatter. Wie schnell hatte man in der Branche einen Ruf weg und galt irgendwann mit der Vorgeschichte des untreuen Ehemannes als Witwentröster. Das konnte er sich nicht erlauben, das verstieß gegen seine selbst auferlegte Moral. Denn das Bestattungsunternehmen war seit fünf Generationen im Familienbesitz und das war ihm sehr viel wert – mehr wert als die Gesundheit seiner Frau. Also schwieg Sven und sah den psychischen Verfall von Annika weiterhin mit an, versuchte es zu verdrängen. Auch als ihre Handlungen immer sprunghafter wurden, ihre Launen sekündlich wechselten und er bei zusehen konnte, wie sie von Tag zu Tag weniger aß und körperlich fast verschwand – er schwieg. Zum Ausgleich fing er wieder an, sich mit seiner Affäre zu treffen obwohl er Annika das Gegenteil versprochen hatte. Sie entfernten sich immer weiter voneinander, lebten sich auseinander. Das ging auch an Aurora und Alea nicht spurlos vorbei. Die Mädchen waren verängstigt und waren in ihrer Entwicklung ein wenig zurückgeblieben, hatten Probleme beim Sprechen. Sven sah dies alles und sah es doch nicht. Irgendwann begann Annika damit, die Kinder zu verstecken. Das tat sie gelegentlich schon nachmittags, während er noch auf der Arbeit war. Sie schloss die Kinder in den Kleiderschränken oder dem Keller ein und ignorierte ihr Brüllen und Weinen. Stets dazu lief in Dauerschleife das Lied, welches sich Sven bis ins Mark eingebrannt hatte. Manchmal, wenn Sven spät nachhause kam, weil er noch bei seiner Liebschaft gewesen war, hatten die Kinder schon über sechs Stunden in ihren Verliesen gesessen, waren völlig dehydriert, apathisch und erschöpft gewesen. Die Kinder verstörten mehr und mehr, fingen an, morgens zu weinen und zu schreien, wenn er das Haus verließ. In diesen Momenten war er froh, keine direkten Nachbarn zu haben, die das allmorgendliche Theater mitbekamen, denn sonst wären sie sicherlich schon vom Jugendamt aufgesucht worden. Das alles zog sich über Monate hin bis zu dem Tag, an dem er wieder spätabends nach Hause kam. Wieder wurde er beim Hereingehen ins Haus vom Lied begrüßt. Ansonsten war das Haus jedoch still gewesen. Nachdem er die Musik ausgestellt hatte, hatte er sich zuerst auf die Suche nach Annika gemacht, doch sie war unauffindbar. Auch die Kinder hatte er bis jetzt noch nicht gefunden und so langsam beschlich ihn die Angst. Dieses eine Mal lag auch kein Zettel oder eine Zeichnung für ihn parat. Sven hatte sich mit einer Taschenlampe ausgestattet und war den Garten abgelaufen. Auch hier waren die Kinder nicht. Als letztes fiel ihm das Baumhaus ein, welches er für die Mädchen gebaut hatte. Er kletterte über die Hängeleiter hinauf und wäre bei dem Anblick, der sich ihm bot, bald rückwärts wieder hinuntergefallen. Die Mädchen saßen nackt und zusammengebunden, mit Tüchern im Mund, geknebelt dort. Sie hatten die Augen geschlossen, atmeten beide flach, sahen wieder dehydriert aus. Sven war ins Baumhaus hineingekrabbelt und hatte seine Jacke ausgezogen und um die beiden unterkühlten Mädchen gelegt. Zu ihren Füßen entdeckte er einen Zettel, auf dem in einer rotbraunen, klebrigen Farbe, scheinbar mit dem Finger, etwas geschrieben stand:

 

Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecke mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut sollte immer wieder mit Blut abgewaschen werden.

Von dem Zeitpunkt an verlor sich jegliche Spur zu Annika. Er hatte zähneknirschend nach zwei Tagen die Polizei hinzugezogen und eine Vermisstenanzeige aufgegeben und ihnen dabei das Blaue vom Himmel erzählt. Ebenso Annikas Eltern und dem Rest der Familie und den paar noch wenigen, übriggebliebenen Freunden hatte er wieder kontaktiert und den trauernden, geschockten Ehemann gemimt. Alles, damit niemand Verdacht schöpfte. Dabei war er froh gewesen, dass nun alles endlich vorbei war. Auch als nach über einem halben Jahr noch kein Lebenszeichen von Annika zu vernehmen war, hatte er sich in Sicherheit gewogen. Die Nachricht, die sie ihm hinterlassen hatte, hatte er dabei schon längst vergessen. Er hatte den wirren Satz an dem Abend wieder und wieder überdacht, war aber zu keinem Entschluss gekommen, was er bedeuten soll. Er hatte es als Wahnwitz abgetan. Noch an dem Abend als er die Nachricht gefunden hatte, hatte er den Zettel draußen im Garten verbrannt. Denn davon sollte niemand wissen und die Polizei würde bei solch einer Nachricht nur eine Menge unangenehmer Fragen stellen. Zudem käme damit Annikas psychischer Zustand zu schnell ans Tageslicht. Sehr zur Erleichterung von Sven wurde Annika nirgends entdeckt und er gewöhnte sich mehr und mehr an ein Leben ohne sie, wenngleich es auch neue Schwierigkeiten barg. Denn mit einem Mal war er alleinerziehend, er musste den Kontakt zu seiner Mutter wieder pflegen, damit die Mädchen tagsüber betreut wurden während er arbeitete. Gottseidank sprachen Aurora und Alea nie von ihrer Mami, viel zu tief saß das Trauma und somit musste Sven sich auch keinerlei Gedanken machen, dass seine Mutter Dinge erfahren würde, die sie nichts angingen. Trotz, dass er das ganze Schauspiel auch vor seiner Mutter erhielt, ahnte sie etwas. Immer wieder sprach sie ihn auf Annika an, stellte Fragen wie es ihm ginge und riet mehr als einmal dazu, dass er und die Mädchen sich psychologische Hilfe holen sollten. Doch er winkte stets ab. Er genoss viel lieber die Abende, die er nun unbeschwert mit seiner Beziehung, die aus der Affäre endstanden war, verbringen konnte. Nach acht Monaten die Annika fort war, stellte er Christina seinen Kindern vor. Doch die reagierten panisch auf seine Freundin. Und als Christina zu ihnen zog, verhielten Aurora und Alea sich äußerst merkwürdig. Sie flüsterten Christina Sachen ins Ohr, erzählten ihr, dass Mami sie finden würde und sie grausam sterben würde. Sie stellten ihr im Haus nach, erschreckten sie wo es nur ging. So lange, bis Christina unter Tränen nach einem Monat wieder auszog und sich von Sven trennte. Danach schienen die Mädchen beruhigt, sie verhielten sich schweigsam und in sich zurückgezogen wie eh und je. Er kämpfte sehr um Christina, doch sie wollte partout nicht mehr mit ihm zusammen sein und brach den Kontakt ab. Eine Woche später erfuhr er von einem Bestatterkollegen, dass Christina erhängt in ihrer Wohnung aufgefunden wurde. Die Polizei tappte im Dunkeln, denn eine Fremdeinwirkung war nicht ausgeschlossen. Doch es fanden sich außer ein paar Blätter und Äste keine weiteren DNA-Spuren in ihrer Wohnung. Kurze Zeit später wurde der Fall zu den Akten gelegt. Sven dachte kurz an das merkwürdige Verhalten der Mädchen und ein eventuelles Einwirken durch Annika, verwarf dies aber wieder. In seiner Vorstellung hat sich seine Frau selbst umgebracht, angetrieben durch ihre quälenden Psychosen. Dass das alles ein Trugschluss war, erkannte Sven erst jetzt. Er blieb noch einen Moment an den Gräbern seiner kleinen Familie stehen, straffte dann den Rücken durch und verließ den Friedhof. Er setzte sich ins Auto und fuhr nach Hause. In das Zuhause, in dem seine ganze Familie den Tod fand. Seine Schuld lastete ihm schwer auf den Schultern. Er parkte den Wagen in der Auffahrt und stieg aus. Als erstes ging er hinein in den Garten. Sven sah sich alles noch einmal ganz genau an, sah in Gedanken die ersten glücklichen Augenblicke zusammen mit seiner Frau, als sie das Haus frisch gekauft hatten. Er sah vor seinem inneren Auge die Momente, in denen Aurora und Alea ihre ersten Schritte gemacht hatten und im Sandkasten miteinander spielten. Sven ging ins Haus hinein, nahm auch hier nochmal jeden Raum in sich auf und ließ die glücklichen Momente Revue passieren. Tief in ihm nagte die Schuld, er wusste, dass er alles zerstört hatte. Er hätte für Annika und die Kinder da sein müssen, hätte ihnen helfen müssen, anstatt sich in die Arme einer anderen Frau zu flüchten. Er schämte sich. Sven nahm die Bilder im Flur von der Wand und betrachtete sie alle eingehend. Nach über einer Stunde war er mit seinem Rundgang fertig. Er ging wieder zum Auto zurück, nahm die Kanister, die er schon vor der Beerdigung im Kofferraum platziert hatte und trug sie ins Haus. Hier entleerte er das Benzin in jedem Raum, goss es über die großen Möbelstücke, tränkte das Ehebett mit dem Kraftstoff. Dann legte er sich ins Bett hinein. Die Dämpfe machten ihn fast ohnmächtig. Dennoch schaffte er es, zu den Streichhölzern, die auf dem Nachttisch lagen, zu greifen. Er hielt noch einen kurzen Moment inne, bevor er ein Streichholz herauszog, die Augen schloss und es anzündete.

8+

13 thoughts on “Das Versteckspiel

  1. Moin Marlena,
    toller Plot, spannend….aber leider nicht bis zum Schluss. Weißt du was ich mir gewünscht hätte? Wenn du die Storie nach dem Tod der Kinder beendet hättest, weil bis dahin fand ich sie klasse. Aber alles was danach kommt, wirkte auf mich wie erzwungen. Es waren so viele Informationen, da wäre weniger irgendwie MEHR gewesen. Eine Kurzgeschichte lebt ja auch davon das einige Fragen offen bleiben und man sich selbst Gedanken machen muss. Als du seine Frau beschrieben hast musste ich unweigerlich an „ The Ring „ denken…Spooooky!

    LG Frank aka leonjoestick ( Der Ponyjäger)

    1+
  2. Wirklich packend geschrieben. Noch besser hätte ich gefunden, wenn der Mord an den Töchtern am Ende kommt, denn das ist ein super Finale. Alles danach entweder weglassen oder davorpacken, damit alles auf diesen Höhepunkt am Ende zuläuft. Dann erlebt der Leser auch die Steigerung des Wahns dieser Frau. Lasse dir ein Like da. Falls du Lust und Zeit hast, meine Geschichte zu lesen – sie heißt Vergiss mein nicht.

    Lg Kirsten alias Zurine

    1+
  3. Hallo du Liebe

    Mann, was hast du da für eine großartige Geschichte verfasst.

    Der reinste Horror.
    Ich fand den Aufbau richtig, richtig gut.
    Und es war richtig, dass die Geschichte nach dem Tod der Kinder weiter ging.
    Das wahre Ende war spitze.
    Eigentlich war alles spitze.

    Ich habe mir den Luxus erlaubt, beim Lesen den in der Geschichte angesprochenen Song „Eckstein “ in Dauerschleife zu hören.
    Ich liebe den Song, und zusammen mit deiner Story entwickelten sich nahezu magische Bilder und Gefühle in mir.

    Absolut genial.

    Ein Soundtrack zu deiner Geschichte.
    Wenn ich in Zukunft den Song höre, denke ich an die Handlung deiner Story.

    Du hast bereits einen sehr individuellen Schreibstil.
    Man merkt und spürt deine Erfahrung.
    Man spürt aber auch, wieviel dir die Geschichte bedeutet.

    Um es kurz zu machen:
    Handlung, Thema, Umsetzung, Finale, Emotionen, Kopfkino, Intention, Stil, Zeichnung der Charaktere und das Bild von Annika auf der Schaukel ….. alles absolut eindringlich und intensiv.
    RESPEKT.

    Du kannst verdammt stolz auf dich sein.

    Ohne Diskussion lasse ich dir mein Like da.
    Logo!

    Danke für deine Geschichte.
    Hat mich perfekt unterhalten und berührt.

    Wahrscheinlich träum ich heute Nacht davon, wenn der Wind die Schaukel in unserem Garten sanft hin und her bewegt.

    Und wenn ich dann aufsteh und sie in der Dunkelheit abbaue und dabei „Eckstein“ im Kopf habe, werde ich nur einen Gedanken haben:

    „Verdammt, warum nur war die Geschichte sooo gut? Verdammt!“

    Ich wünsche dir und deiner Geschichte alles Gute.

    Deine Story muss ins Buch.

    Liebe Grüße, Swen Artmann (Artsneurosia)

    Vielleicht hast du ja Lust und Zeit, meine Geschichte auch zu lesen.
    Würde mich freuen.
    Sie heißt:
    „Die silberne Katze“

    1+
    1. Wow – ich bin einfach nur sprachlos. Vielen, vielen lieben Dank für dein umfassendes Feedback. Danke für deine Worte und die ganze Mühe für so einen ausufernden Kommentar. Ich bin echt sprachlos und total gerührt. Danke, echt. Das bedeutet mir unglaublich viel. Gerne werde ich deine Geschichte lesen!!!!

      0
  4. Hallo,
    die Idee deiner Story finde ich gut und besonders die Darstellung der Frau mit ihrer Krankheit kam gut rüber.
    Mir stellten sich ein paar Fragen, wie etwa: wird wirklich bei einem Toten gleich der Bestatter gerufen? Wer war die Dame, zu der er gerufen wurde und das Handy fand (oder habe ich da etwas überlesen?). Und ganz oft fragte ich mich: Weshalb hat er seine Kinder nicht vor ihrer Mutter geschützt oder spätestens nach ihrem Verschwinden in therapeutische Behandlung gegeben, weil sie ja offensichtlich darunter litten?
    Die Erläuterung der Hintergründe könntest du etwas kürzer fassen, dann bleibt die Spannung etwas länger erhalten.
    VG und viel Glück,
    Yvonne / voll.kreativ (Der goldene Pokal)

    0
    1. Hallo Yvonne, danke fürs lesen und fürs Feedback. Zu deinen Fragen: 1) ja, man kann dem Bestatter sofort nach Eintritt des Todes kontaktieren. In der Regel kommen sie auch sofort vorbei, da sie ja auch eine Art seelsorgerischen part haben. Zu 2, er hat die Kinder nicht geschützt, weil er das Bild der heilen Familie aufrecht erhalten wollte, das findet sich auch in der Geschichte und zu 3,auch das war erläutert, due Dame ist nur ein zufälliges Opfer gewesen. Vielen lieben Dank dir und noch einen schönen restlichen Abend 🙂

      0
  5. Liebe Marlena,

    was für eine Geschichte… ich bin noch ganz außer Atem…

    Leider hatte ich keine Zeit, selbst zu schreiben… aber wenn, wäre meine Hauptfigur tätsächlich auch ein Bestatter gewesen 🙂 Habe mich nach den ersten Zeilen richtig gefreut, dass mein Bestatter jetzt einen Auftritt bekommt :-). Deine Bestattergeschichte ist um vieles besser, als es meine je hätte sein können. Er kann froh sein, bei Dir gelandet zu sein 🙂

    Nun zur Geschichte. Tatsächlich eine der besten, die ich hier gelesen habe. Ich frage mich, wo die ganzen LIKEs sind? Harter Stoff, spannend geschrieben und mir gefällt der Aufbau sehr gut. Also… hoffentlich werden noch viele Leser auf Deine Geschichte aufmerksam. Sie gehört meiner Meinung nach unbedingt ins E-Book.

    LIKE!

    1+
    1. Hallo du Liebe,
      Boar, vielen lieben Dank fürs Feedback – ich freue mich sehr ❤️ schön, dass dir die Geschichte so gut gefiel😍 cool finde ich, dass du ebenfalls über einen Bestatter geschrieben hättest, wenn es dir die Zeit erlaubt hätte – ich hätte deine auch sehr gerne gelesen und bin mir sicher, dass sie auch toll geworden wäre! Hab noch einen schönen restlichen Tag und nochmal vielen lieben Dank❤️

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  6. Liebe Marlena,
    „Der Tod kannte keine Ruhezeiten, Feiertage, Wochenenden. Gestorben wurde immer.“ Super Einstieg😃! Und dein Rammstein Song dudelt mir heute den ganzen Tag im Ohr (… „Wieder lieg‘ ich auf der Lauer, denn wir spielen unser Spiel …“) und passt Hammer zu deiner Kurzgeschichte. Gänsehaut! Großartige Geschichte und überhaupt nicht schlimm, dass die Geschichte auch nach dem Tod weiterging.
    Ein wirklich toller Plot, den du dir da ausgedacht hast. Klasse! Dein Schreibstil ist sehr flüssig und mein Like 👍 hast du auf jeden Fall sicher. Viel Glück dir noch 🍀 und schreib bitte weiter so.
    Liebe Grüße aus Düsseldorf,
    Martina (Happy birthday) 🎈
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/happy-birthday

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