Roland89Der Chirurg

Die chirurgische Säge glitt hin und her. Das Sägeblatt durchtrennte den letzten Knochen. Die Amputation war erfolgreich. Der Operateur lächelte. Seine Rache war vollendet.

Einige Stunden zuvor.

Sein wohlverdienter Feierabend rückte weiter nach hinten.

Die Entfernung von winzigen Knochensplitter einer Oberschenkelfraktur nahm mehr Zeit in Anspruch als gewohnt. 

Doktor Heiko Lambert war ein angesehener Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie im Klinikum Dortmund.

Der 35 jährige Arzt brachte alle Fähigkeiten mit sich, die ein guter Chirurg brauchte. Handwerkliches Geschick, Ehrgeiz und Selbstsicherheit. 

Heiko verbrachte mehr Zeit im Krankenhaus als in seinem Appartement.

Entweder residierte er im Operationssaal, schlief im Bereitschaftsraum oder trank einen Cappuccino in der Cafeteria und las dabei die internationalen Facharzt-Zeitschriften. Das Krankenhaus war sein Zuhause. 

Ich bin kaputt, dachte Heiko.

Durch das lange Stehen im OP taten ihm die Füße weh. Zudem verspürte er eine Verspannung im Nackenbereich. Ich glaube, ich brauche eine Massage.

Heiko nahm seine Schuhe und stellte sie ins unterste Fach. Er schloss den Spind. Er wollte die Umkleide gerade verlassen als…

Brrr! Brrr! Was ist das? Brrr! Brrr! Es hört sich an wie eine Vibration.

Er folgte dem Geräusch. Heiko stoppte vor einer Sitzbank, die sich im hinteren Bereich der Umkleide befand. Er beugte sich hinunter. Das Geräusch verstummte. Heiko erkannte ein Handy. Er griff danach. Das hat bestimmt jemand verloren.

Er setzte sich auf die Bank. 

Heiko streifte seinen Zeigefinger über das Display.

Keine Tastensperre, stellte er fest. Die Tastensperre wurde anscheinend deaktiviert.

Heiko war neugierig. Er durchstöberte das fremde Handy.

Zuerst schaute er in die Kontaktliste.

Komisch. Es sind keine Telefonnummern eingespeichert.

Dann tippte er auf die Fotogalerie.

Was soll das? Warum sind Fotos von mir auf dem Handy?

Die Fotos, zeigten ihn als Assistenz-Arzt.

Eine Zeit in der Heiko eine unvorstellbare Tat begangen hatte.

Eine Tat, die zu einem Geheimnis wurde.

Das Handy vibrierte erneut.

Das Display zeigte einen Anruf mit unterdrückter Nummer an.

Soll ich daran gehen?, überlegte Heiko.

Seine Fingerkuppe berührte den grünen Hörer.

Hallo!…Hallo? … Wer ist da?“, fragte Heiko.

Er hörte ein Rauschen. Nach einigen Sekunden ertönte eine verzerrte Stimme.

Ich weiß, was sie getan haben, Doktor Lambert.“

Heiko erstarrte für einen Moment.

Wovon reden sie?“

Die Telefonstimme schwieg.

Warum sagen sie nichts? Ich verlange eine Antwort!…

Wollen sie mich verarschen? Soll das ein Scherz sein oder was?“

Nein, Doktor. Es ist kein Scherz“, erwiderte die Stimme. „Aber sie werden sich wünschen es wäre einer. Ich werde sie verstümmeln.“

Sie sind krank. Ich lege auf!“ ,sagte Heiko gereizt.

Das werden sie nicht!“, schrie die Stimme.

Ansonsten werde ich dem Krankenhaus unterrichten, was sie vor fünf Jahren getan haben. Ja, ich kenne ihr Geheimnis und ich werde sie verraten, wenn sie nicht tun was ich verlange.“

Heikos Gesicht verblasste.

Haben sie verstanden, Doktor Lambert?“

Was wollen sie von mir?“, fragte Heiko.

Ich möchte, dass wir uns heute um 21:00 Uhr im Operationssaal 2 treffen. Sie und ich alleine im Operationssaal.“

Und was dann? Wollen Sie Geld von mir?“

Nein, Doktor. Ich möchte kein Geld von ihnen. Ich habe einen anderen Beweggrund sie zu treffen. Wir sehen uns in 4 Stunden im OP. Bis dahin genießen sie ihren Feierabend.“

Das Telefonat endete mit einem heimtückisch Lachen.

Eine unangenehme Unruhe schlug auf Heiko ein. Seine Hände zitterten.

Er atmete schwer.

Ich habe keine Zeit durchzudrehen. Heiko atmete tief durch. Ich muss irgendetwas tun.

Er versuchte seine Gedanken zu festigen. Ich muss verhindern, dass das Krankenhaus von meinem Geheimnis erfährt. Vielleicht kann ich herausfinden, wer diese Person am Telefon war.

Nach und nach verschwand die Unruhe in ihm.

Und auch seine Körperreaktionen beruhigten sich.

Fragen füllten seinen Kopf.

Wer könnte der Anrufer sein? Vielleicht eine ehemalige Geliebte oder ein verrückter Stalker?

Wieso klang die Telefonstimme so seltsam?…

Es bildeten sich immer mehr Fragen. Zu viele Fragen. Heiko brauchte Antworten.

Er konzentrierte sich.

Welche Frage kann ich beantworten?…. Genau! …Wer hat unter meinem Geheimnis gelitten?

Und auf diese Frage gab es zwei Antworten.

Genauer gesagt zwei Menschen aus seiner Vergangenheit.

Heiko steckte das Handy in seine Hosentasche und verließ die Umkleide.

Hallo, Frau Graf!“ begrüßte Heiko, die Dame in der Verwaltungsabteilung.

Seit einem Jahr arbeitete die 51 Jährige in der Verwaltung des Krankenhauses.

Hallo, Doktor Lambert! Schön sie zu sehen. Wie geht es Ihnen?“

Mir geht es gut.“

Nein, mir geht es gar nicht gut. Ich werde von einer unheimlichen Telefonstimme bedroht, die mein Geheimnis kennt.

Ich benötige die Telefonnummer einer ehemaligen Patientin. Ihr Name ist Lara Rosenthal.“, sagte Heiko.

Frau Graf betätigte die Computertastatur. Sie durchsuchte die digitalen Akten.

Ich habe sie gefunden. Es wurde keine Telefonnummer angegeben, aber eine Wohnadresse. Soll ich ihnen die Adresse ausdrucken?“

Soll ich zur Adresse hinfahren? , überlegte Heiko. 

Ja, bitte. Das wäre nett von ihnen. Und dann brauche ich noch die Kontaktdaten von Dr. Mirko Schulz.“

Frau Graf verstummte. Sie sah Heiko irritiert an.

Was ist los, Frau Graf?“

Wissen sie es nicht?… Dr. Mirko Schulz ist vor sieben Monaten verstorben. Er beging Suizide.“

Die Aussage von Frau Graf schockierte Heiko.

Mirko und er waren zur selben Zeit in der Facharztweiterbildung.

Damals waren sie gute Freunde gewesen. Bis zu dem Tag, an dem ein gigantischer Konkurrenzkampf zwischen ihnen ausbrach. Sie wetteiferten um die Anerkennung der Oberärzte. Sie stritten um jede einzelne Operation.

Diese Rivalität veränderte Heiko. Er wurde rücksichtslos.

Nein, das wusste ich nicht. Ich hatte keinen Kontakt mehr zu ihm seit er das Krankenhaus verlassen hat. Wie haben sie davon erfahren?“

Frau Graf antwortete: ,,Von einer Krankenschwester. Das Pflegepersonal in diesem Krankenhaus redet viel. Ein Gerücht folgt dem Nächsten. Es ist eine Welt von Spekulation und Tratsch. Aber sie sollten nicht alles glauben, Dr. Lambert.“

Frau Graf reichte Heiko das ausgedrückte Papier.

Wie ich gehört habe, war er ein talentierter Arzt.“

Ja, das war er.“ stimmte Heiko zu. Er nahm das Papier und ging.

Heiko stieg in sein Auto. Er gab die Adresse in sein Navi ein und fuhr los.

Nach einer 25 minütigen Fahrt erreichte er sein Ziel.

Er befand sich in der Dortmunder Nordstadt.

Ein Stadtteil, dass als No-Go-Area bezeichnet wurde.

Das Mehrfamilienhaus wirkte düster und dreckig. Er klingelte an der Eingangstür.

Die Sprechanlage knisterte. „Hallo, wer ist da?“, fragte eine männliche Stimme.

Entschuldigen sie. Mein Name ist Dr. Lambert. Ist Lara Rosenthal zu sprechen?“

Nein, ist sie nicht!“, antwortete die Stimme grimmig.

Bitte, es ist sehr wichtig, dass ich mit Frau Rosenthal spreche.“

Die Stimme zögerte. „Na, gut. Kommen sie hoch. Dritte Etage.“

Heiko war erleichtert. Die Eingangstür öffnete sich.

Heiko betrat den Hausflur und stieg die Treppen hinauf.

Er nahm einen widerlichen Geruch wahr. Es stank nach Urin und Zigarettenrauch. Heiko trat in ein klebriges Kaugummi. Er bemerkte es nicht.

Seine Gedanken spielten eine größere Rolle.

Nach 5 Jahren würde er Lara wiedersehen.

Das erste Mal sah er sie in einem Aufzug des Krankenhauses.

Heiko war sofort von ihr verzaubert. Sie war eine junge bildhübsche Frau.

Nach mehreren zufälligen Begegnungen entschloss Heiko sie um ein Date zu fragen. Aber Heiko kam zu spät. Ein anderer Mann war schneller.

Er erreichte die dritte Etage. Heikos Blick fiel auf eine offene Wohnungstür.

Er zögerte hineinzugehen.

Mein Gott! Kommen sie herein!“ rief eine Stimme.

Heiko betrat die Wohnung. Er schloss die Tür hinter sich.

Vorsichtig schlich er durch den dunklen Wohnungsflur.

Heiko erkannte eine Katze, die an einer schimmeligen Wand lehnte.

Sie fauchte und bildete einen Buckel. Mistvieh! Heiko konnte Katzen nicht leiden.

In seinen Augen waren sie launische Quälgeister.

Das ist Fötzchen.“, sagte der ältere Mann im Türrahmen.

Er trug ein verschwitztes T-shirt und hielt eine Bierflasche in der Hand.

Wie charmant, dachte Heiko. Was ist das für ein Alki? Bin ich in der richtigen Wohnung? „Hallo, Herr Doktor Lambi! Was kann ich für sie tun?“

Der Mann grinste Heiko an.

Es heißt Lambert. Könnte ich Frau Rosenthal sprechen?“

Der Mann kicherte wie ein kleiner Schuljunge. Er taumelte ins Wohnzimmer.

Heiko folgte ihm. Mir wird übel. Das Wohnzimmer war eine Müllkippe.

Überall standen leere Bierflaschen herum. Fliegen drehten ihre Runden zwischen Pizzakartons und verschimmelten Essen. Ein großer Fleck aus Erbrochenem und vertrockneten Blut verzierte den Teppich im Wohnzimmer.

Wie kann ein Mensch so leben? Das kann niemals die Wohnung von Lara sein.

Der ungepflegte Mann ging in die Hocke.

Ich bin Helmut Rosenthal. Ich bin…. der Vater von Lara.“

Helmut nahm einen großen Schluck aus der Bierflasche.

Ist Lara hier?“ fragte Heiko genervt.

Sie ist überall.“ Helmut streckte die Bierflasche in verschiedenen Richtungen.

„Sie ist hier. Da und dort. Meine tote Tochter ist überall in diesem Raum.“

Heiko war sprachlos.

Ja. Sie ist tot. Mein kleines Mädchen hat sich umgebracht.“

Helmut nahm einen weiteren Schluck aus der Flasche. Seine Augen wanderten.

Verstümmelt haben sie mein kleines Mädchen.“

Er sah zu Heiko.

Ärzte wie sie…“ Helmut stand auf. Er schwankte etwas.

Er trank den letzten Schluck aus der Bierflasche.

Schon, wieder leer….so ein Scheiß.“

Heiko schaute Helmut angewidert an.

Was glotzt du so? Hast du ein Problem?, schnauzte Helmut ihn an.

,,Ich bin nicht derjenige der ein Problem hat.“

Heikos Kommentar verärgerte Helmut.

Er warf die leere Bierflasche auf den Boden. Sie zerbrach. Die Glasscherben flogen quer durch den Raum.

Verschwinden sie aus meiner Wohnung, sie blödes Arschloch!“ ,schrie Helmut.

„Bitte, Herr Rosenthal beruhigen sie sich. Ich möchte ihnen helfen.“

Ich brauche ihre Hilfe nicht! Ihr, scheiß Ärzte wollt Gott spielen und geht über Leichen. Ihr gesundes Bein wurde amputiert. So etwas hat sie nicht verdient.“

Helmut sank zu Boden. Er brach in Tränen aus.

Was habe ich nur getan?

Heiko erkannte die entsetzlichen Auswirkungen seines Geheimnisses.

Es tut mir so leid, Herr Rosenthal.“

Heiko verließ die Wohnung. Er rannte die Treppe hinunter und stürmte aus dem Gebäude. Er stieg ins Auto. Er schlug mit beiden Fäusten gegen das Lenkrad. Seine Wut wuchs. Er schrie. Ich wollte Lara nicht in den Selbstmord treiben. Tränen quollen aus seinen Augen.

Heiko parkte vor dem Eingang des Krankenhauses.

Die Rückfahrt kam ihn wie eine Ewigkeit vor. Er verharrte im Auto.

Heiko nahm das gefundene Handy aus seiner Hosentasche. Er betrachtete die Fotos. Er sah einen jungen ehrgeizigen Arzt, der hoch hinaus wollte.

Heiko zoomte die Fotos heran. 

Wie kam die Person an die Fotos?

Jedes Detail nahm er unter die Lupe in der Hoffnung etwas zu entdecken, dass ihm helfen könnte.

Er fand nichts. Kein Hinweis, keine Erklärung, kein Indiz.

Er platzierte das Handy ins Handschuhfach. Heiko verspürte Hilflosigkeit.

Ich darf meine Karriere nicht verlieren, dachte er.

Er stand in einem düsteren Gang des Krankenhauses.

Die Deckenbeleuchtung flackerte. An den Wänden erschienen merkwürdige Schatten. Die Schatten wirkten wie Grimassen.

Einige sahen traurig aus, andere wiederum zornig.

Eine unheimliche Atmosphäre umhüllte Heiko.

Was ist hier los?

Eine Gänsehaut zog über ihn her.

Er hörte einen grauenhaften Schrei. Er ging dem Schrei nach.

Heiko erreichte ein Krankenzimmer am Ende des Korridors.

Er vermutete, dass der Schrei aus diesem Zimmer kam.

Er betrat das finstere Zimmer. Ein Metallbett stand im Raum.

Das Metallgestell war verrostet. Eine blutverschmierte Bettdecke lag auf dem Bett. Heiko bemerkte eine Silhouette unter der Decke. 

Schau mich an!,“ flüsterte eine Stimme.

Diese Stimme kommt mir bekannt vor. 

Heiko näherte sich dem Bett. 

Wer kann das sein?

Er packte die Bettdecke und zog sie weg.

Sein Blick erstarrte. Lara!

Sie lag nackt vor ihm. Sie besaß keine Arme und keine Beine.

Blut sprudelte aus den Stellen, wo ihre Gliedmaßen seien sollten.

Ihr Körper war übersät mit eitrigen Wunden. Sie zitterte und weinte.

Schauuu michhh annn!“, schrie sie. ,,Das hast du mir angetan!“

Sie spukte eine große Menge Blut aus ihren Mund.

Heiko wich einige Schritte zurück.

Erst jetzt bemerkte er eine weitere Person im Raum.

Die Person trat aus der Dunkelheit. Es war Mirko.

Er hielt eine Schere in der Hand. Er holte aus und stach auf Heiko ein. Die Schere durchdrang den Brustkorb. Heiko erschrak aus seinem Albtraum.

Er war schweißgebadet. Er rang nach Luft.

Heiko realisierte langsam, dass er eingeschlafen war.

Er sah aus dem Autofenster.

Sein Blick fiel zur Uhr, die über dem Eingang des Krankenhauses hing.

20:45 Uhr. Ich muss los. Heiko eilte ins Krankenhaus.

Heiko wartete im Operationssaal auf den unbekannten Anrufer.

Auf die Person, die sein Geheimnis kannte.

Die Hölle in seinem Kopf war unerträglich. Gedanken und Fragen quälten ihn.

Ein großes Durcheinander beherrschte seine Innenwelt.

Doch seine Außenwelt war deutlich.

Er fühlte die Kälte im OP-Saal. Er roch das Desinfektionsmittel.

Die Klimaanlage rauschte durch seine Ohren.

Seine Augen wanderten von der Operationsleuchte zum OP-Tisch.

Neben dem OP-Tisch stand ein Instrumententisch, worauf Operationsbesteck lag.

Was ist das für ein Ding?

Heiko fand einen unbekannten Gegenstand auf dem Instrumententisch.

Das sieht aus wie ein Mikrofon.

Er sprach ins Mikrofon hinein. Es veränderte seine Stimme.

Das ist ein Stimmenverzerrer. Mit diesem Teil hat der Anrufer seine Stimme verstellt.

Sein Atem stockte.

Verdammt!

Er lag den Stimmenverzerrer zurück auf die Ablage.

Ich muss den Anrufer kennen. Warum sollte der Anrufer sonst seine Stimme verstellen?

Heiko war so vertieft in seinen Gedanken, dass er die Schritte, die auf ihn zu kamen nicht bemerkte. Er spürte einen Stich im Hals.

Ein Welle aus bunten Punkten überrollte ihn. Die Ohnmacht holte ihn.

Das Licht der Operationsleuchte blendete ihn. Er hörte zwei Stimmen.

Heiko begriff schnell, dass er auf dem OP-Tisch lag.

Na, schau mal wer da wach ist“ sprach jemand zu ihm.

Heiko wollte aufstehen. Aber es klappte nicht. Sein Körper war bewegungsunfähig. Nur seine Stimme funktionierte.

Was macht ihr mit mir?“, fragte Heiko.

Zwei Köpfe neigten sich über ihn.

Er erkannte die Gesichter. Frau Graf und Mirko grinsten ihn an

Was? Du … du bist doch tot.“ Heiko war fassungslos. „Ich glaube, ich träume.“ „Nein, das ist kein Traum. Das ist die Realität. Ich glaube wir sind dir eine Erklärung schuldig“, sagte Mirko.

Frau Graf und ich haben einen genialen Plan entwickelt als wir herausgefunden haben, dass …“

Was für einen Plan?“, unterbrach Heiko den Satz von Mirko.

Unterbrich mich nicht, du Scheißkerl!“, brüllte Mirko.

Er schnaufte vor Wut. 

Ich werde es dir erzählen. Aber wenn du mir noch einmal ins Wort fällst, dann nehme ich mir ein Skalpell und schneide dir deine Zunge heraus. Hast du das verstanden, Heiko?“

Ja, ich habe es verstanden.“

Wo war ich stehen geblieben? Ach, ja…wir haben herausgefunden, dass du diverse Patientenakten manipuliert hast. Du hast die Akten so gefälscht, dass ich einer unschuldigen Frau ein gesundes Bein amputieren musste.“

„Ja, ich habe die Akten manipuliert um mir Vorteile zu verschaffen. Es tut mir so leid.“, sprach Heiko.

Warum hast du das getan?“, fragte Mirko.

Ich habe es getan, weil ich neidisch und eifersüchtig war. Ich konnte es nicht ertragen, dass Lara eine Beziehung mit dir eingegangen ist. Und ich war es leid der ewige Zweite in unserem Konkurrenzkampf zu sein. Ich wollte eine Chance!“

Mirko schüttelte den Kopf.

Wie konntest du nur? Deine Chance hat mir meine Karriere ruiniert und mir meine Freundin genommen. Lara hat mich verlassen. Sie gab mir die Schuld für diesen Fehler. Ich wusste nicht mal, dass sie auf meinen OP-Tisch lag. Ich sah nur ein Bein. Alles andere von ihr wurde abgedeckt.“

Mirko verlor eine Träne. Er entfernte sich vom OP-Tisch.

Sie sind ein schlechter Mensch. Ihre Eifersucht hat mir meine Tochter genommen.“, sagte Frau Graf.

Was? Das kann nicht sein, dachte Heiko. Sie ist die Mutter von Lara.

Meine Tochter wurde schwer depressiv. Sie verlor ihre ganze Lebensfreude.“

Frau Graf weinte bitterlich.

Mein Ehemann konnte ihren Tod nicht verkraften. Er fing an zu trinken. Nach zwei Monaten reichte ich die Scheidung ein. Ich habe nicht nur meine Tochter verloren, sondern auch meinen Ehemann. Das Einzige, dass mir geblieben ist, ist meine Trauer und der Wunsch nach Rache.“

Mirko kam zurück zum OP-Tisch. Er hielt eine chirurgische Säge in der Hand.

„Ein Jahr haben wir gebraucht diese Rache zu planen. Und nun ist es soweit.“

Mirko zwinkerte zu Heiko.

Wie habt ihr es herausgefunden, dass ich die Akten manipuliert habe?“,fragte Heiko.

Das Krankenhaus ist eine Welt von Spekulation und Tratsch. Wenn man Antworten finden möchte, bekommt man sie, Dr. Lambert.“, antwortete Frau Graf.

„Die Vollnarkose wirkt gleich.“, sagte Mirko.

Und dann werde ich dir beide Hände amputieren. Somit ist deine Karriere als Chirurg beendet.“

Das waren die letzten Worte, die Heiko von Mirko hörte.

15 thoughts on “Der Chirurg

  1. Hallo Roland,
    deine Grundidee finde ich sehr gut, das habe ich so noch in keiner Geschichte gelesen.
    Ein Verbesserungsvorschag von mir wäre es, noch etwas am Feinschliff zu arbeiten was Rechtschreibung und Interpunktion angeht, um den Lesefluss zu verbessern. Du benutzt fast ausschließlich sehr kurze Sätze, was für mich den Lesefluss stört aber das ist Geschmackssache und wirkt auf andere vielleicht genau entgegengesetzt. Inhaltlich gefällt mir die Geschichte auf jeden Fall gut, daher Daumen hoch.
    LG, Simone mit „Momentaufnahme“
    Falls du Zeit hast freue ich mich natürlich auch über Feedback

    1. Hallo, Simone! Ich danke dir sehr für dein Kommentar. Ich werde deine Verbesserungsvorschläge zu Herzen nehmen. Es war meine allererste Geschichte, die ich geschrieben habe. Und ich muss noch einiges Lernen. Aber es freut mich sehr, dass dir meine Kurzgeschichte gefällt. 🙂

      1. Hallo, du hast da wirklich eine tolle Idee für deine Geschichte gehabt, sie ist aber noch ausbaufähig. Ich schließe mich dem Kommentar von oben an, deine Sätze sind sehr kurz und wirken damit abgehakt. Die Story find ich gut, du hättest aber noch ein bisschen mehr ins Detail gehen können. Den Anfang deiner Geschichte finde ich mega cool, du verwendest quasi den Schluss als Anfang, das ist richtig klasse.

        Wenn du Lust hast, schau mal in meine Geschichte “Fünf Tage“. LG

  2. Lieber Roland,
    Ich finde deine Idee Super.
    Ich habe dir ja schon einige Dinge erzählt zum verbessern deiner Geschichte.
    Ich finde das verwirrende an deiner Geschichte gut weil man nicht direkt weiß wer der Täter ist. Das macht die Geschichte spannend.
    Ich hoffe du hast viel Erfolg mit deiner Geschichte 👍
    Ich drück dich 😘
    Deine Annika

    1. Hallo lieber Roland.
      Lieber Schreib-Kollege.

      Deine Geschichte schreit nach einer Verfilmung, einer Veröffentlichung.

      Sie hat mir gut gefallen und mich schon nach den ersten beiden Minuten überzeugt.

      Ich gebe gerne zu, dass sich da und dort Wiederholungen, Rechtschreibfehler und Zeichensetzungsfehler eingeschlichen haben. Doch das ist auch gut so.
      Das zeigt nur deine Leidenschaft.

      Warum sonst haben die größten Autoren und Schriftsteller Lektoren, die alle Fehler „vernichten“?

      Deine Geschichte hat mich gefesselt und berührt.

      Deine Geschichte ist dir super gelungen.
      Sei bitte stolz auf dich.

      Die Grundidee, die Parameter, die Handlung, die Protagonisten, das Ende …. alles großartig umgesetzt und geschrieben.

      Ich zolle dir den höchsten Respekt.

      Wenn ich bedenke, dass es deine erste Kurzgeschichte war….

      HAMMER !!!!!

      Du hast definitv Talent.
      Und das ist die Wahrheit.

      Respekt!

      Bitte schreib weiter.

      Du wirst noch viele bezaubernde Geschichten schreiben.

      Und viele Leser glücklich machen.

      Ich wünsche dir und deiner Geschichte alles Gute und noch viele Leser.

      Und noch viel, viel mehr Likes.

      Mein Like hast du natürlich sicher.
      Und mein Herz.

      Liebe Grüße an einen äußerst talentierten Jung-Autor.

      Swen Artmann
      (Artsneurosia)

      Vielleicht hast du ja Lust und Zeit, auch meine Story zu lesen.
      Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir einen klitzekleinen Kommentar dalassen würdest.

      Meine Geschichte heißt:

      „Die silberne Katze“

      Vielen Dank.
      Swen

  3. Hey 🤗
    Mir hat deine Geschichte auch sehr gut gefallen und ich wäre nicht darauf gekommen, dass die Rezeptionsdame etwas damit zutun hat. Beim Namen der Katze musste ich tatsächlich lachen 😂 Sehr gut geschrieben, war sehr neugierig auf das Ende! Mein Like hast du schon länger, bin erst jetzt zum Kommentieren gekommen.

    Liebe Grüße, viel Glück fürs eBook und bleib am Ball! 😊

      1. Lieber Roland!

        Ich bin sehr angetan von deinem Spannungsaufbau und von der Dynamik deiner Figuren. Man hat das Gefühl mit dem Hauptprotagonisten gemeinsam die Situationen zu durchleben, was sehr für deinen Schreibstil spricht.

        Das Einzige, das beim lesen etwas hinderlich ist, sind die Rechtschreibfehler und die teilweise etwas kurz aufeinander folgenden Hauptsätze, durch die der Lesefluss etwas ins Stocken gerät.

        Nichts desto trotz eine spannende Geschichte mit unerwartetem Ende, die ich gern gelesen habe.

        Deine Lori 🙂

  4. Wow. Einfach toll deine Kurzgeschichte.
    Die Spannung ist bis zum Ende da. Niemals hätte ich gedacht, dass die Dame an der Rezeption eine wichtige Rolle spielt. Du hast alle Charaktere sehr gut dargestellt. Hut ab.
    Hoffe du schreibst weiter viele spannende Geschichten. 👏

  5. Hallo Roland,
    erstmal ein großes Lob zu deiner Geschichte.
    Mir hat die Idee sehr gefallen. Die Parameter sind sehr gut umgesetzt.
    Mich persönlich stören auch kurze Sätze nicht, das sorgt oft für einen guten Spannungsaufbau.
    Da es Deine erste Geschichte ist, will ich auch nicht Stil oder Aufbau bewerten/kritisieren, das kommt sicher von alleine, wenn man mehr schreibt.
    Mir hat die Geschichte gefallen, mein Like hast Du.

    LG,
    der schweenie

    P.S. vielleicht hast Du ja Zeit und Lust, auch meine Geschichte zu lesen und ein Feedback da zu lassen.
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/glasauge

  6. Hallo Roland,
    Du hast deine Geschichte so gut gestaltet, dass ich immer das Gefühl hatte zusammen mit deinen Figuren dabei zu sein. Hat mich von Anfang bis Ende gefesselt. Hatte viel Spaß beim Lesen! Daher bekommst du auch ein Like und ich wünsche Dir viel Erfolg 🍀.

    Schönen Start ins Wochenende

    Beste Grüße

    Maddy

    P. S 🙈 Meine Geschichte heißt „Alte Bekannte“ und ich würde mich über Feedback freuen ☺️.

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