jrendlaDer Unfall

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Der Unfall

von Jennifer Rendla

 

 

Es liegt auf dem Bürgersteig, direkt vor dem Gartentörchen. Vorsichtig stelle ich die beiden Pizzakartons und die Weinflasche auf den Boden und hebe es auf: Ein IPhone, zwar nicht das neueste Modell, aber immerhin. Ich grinse. Heute ist mein Glückstag. Erst liest Saskia mir vor lauter Dankbarkeit, dass ich das verlängerte Wochenende mit ihr auf Wangerooge verbringe, jeden Wunsch von den Augen ab. Und jetzt finde ich ein IPhone, das irgendein Idiot verloren hat. Das kann ich zu Hause ohne Probleme verticken, die Kohle kann ich gut brauchen.

Gerade will ich das Handy in die Hosentasche stecken, da vibriert es. Eine neue Nachricht ist bei WhatsApp eingegangen. Es sind Fotos. Neugierig warte ich, bis sie runtergeladen sind.

Im ersten Moment begreife ich nicht, was ich da sehe. Saskia und ich. Im Strandkorb. Auf der Promenade. Am Eisstand. Im Garten der Ferienwohnung, eng umschlungen.

Mein Herz beginnt zu rasen. Was soll das? Es weiß doch keiner, dass ich hier bin! Oder hat Melanie etwa Wind von meinem Seitensprung bekommen? Aber mir nachzuspionieren passt nicht zu ihr. Sie hätte mir sofort eine Szene gemacht.

Da vibriert das Handy erneut.

Dieses Mal ist es eine Textnachricht.

Ich lese sie.

Und erstarre.

 

Wie sie diese Insel hasst. Die überfüllten Straßen und Geschäfte im Sommer, wenn Scharen von Touristen eine Auszeit vom Leben in der Stadt suchen. Die Einsamkeit im Winter, wenn die Inselgemeinde unter sich ist. Jeder weiß über jeden Bescheid auf Wangerooge. Seit Jella zurückgekommen ist, verfolgen sie die Blicke. Wann immer sie das Haus ihrer Eltern verlässt, schwappt ihr eine Woge von Mitleid entgegen. Da ist ihr die Hauptsaison doch lieber. Immerhin kann sie jetzt ein bisschen untertauchen in der Masse der Menschen, die auf der Insel unterwegs sind.

Jella zuckt zusammen, als eine Möwe kreischend aus den Dünen hinter ihr hervorflattert. Mit wenigen Flügelschlägen steigt der Vogel hoch in die Luft und segelt davon. Sehnsüchtig blickt Jella ihm nach. Dann erhebt sie sich mühsam von der Bank. Erst den steifen Oberkörper nach vorne neigen, danach die Beine durchdrücken, Oberkörper langsam aufrichten. Wie sie es in der Reha gelernt hat. Sie verzieht das Gesicht. An die Schmerzen wird sie sich nie gewöhnen.

 

Langsam geht sie den Strand entlang zurück in Richtung Ortskern. Es ist anstrengend durch den Sand zu laufen, sie hätte doch den asphaltierten Weg an der Kurklinik vorbei nehmen sollen. Die Sonne brennt, den ganzen August liegen die Temperaturen schon bei dreißig Grad. Jella wischt sich den Schweiß von der Stirn. Unterhalb des Café Pudding bleibt sie kurz stehen. Ihr ist schon wieder schwindelig. Folge des schweren Schleudertraumas, auch wenn der Unfall jetzt schon zwei Jahre her ist. Um sie herum sitzen die Urlauber in den Strandkörben, Kinder buddeln im Sand. Zwei junge Frauen in ihrem Alter liegen auf einer Decke und hören laute Musik. Lachend rennt eine Gruppe Jugendlicher durch einen großen Priel, dass das Wasser nur so spritzt.

Was würde sie dafür geben, wenn sie noch einmal so unbeschwert sein könnte. Der dunkle Klumpen in ihrer Brust wächst. Einen Moment lang bekommt Jella keine Luft.

„Reiß dich zusammen“, murmelt sie leise und steigt vorsichtig die Stufen zur Strandpromenade hinauf. „Du hast heute noch einiges zu erledigen.“

 

In der Apotheke steht Antje hinter der Verkaufstheke. Sie bedient gerade eine Kundin, die ein Mittel gegen Sonnenbrand für ihre Tochter braucht. Jella zwingt sich zu einem freundlichen Gesichtsausdruck. Sie konnte Antje noch nie leiden. Schon damals auf der Inselschule hat sie ihre Nase immerzu in die Angelegenheiten anderer gesteckt.

„Was kann ich für dich tun, Jella?“, fragt Antje, als die Mutter und das quengelnde Kind die Apotheke verlassen haben.

„Eine Packung Paracetamol bitte.“ 

„Bist du dir sicher?“ Antje zieht die Augenbrauen hoch. „Die sind für deine Beschwerden doch gar nicht stark genug. Bleib lieber bei dem Mittel, das Doktor Brand dir verschrieben hat.“

Jella merkt selbst, wie angestrengt ihr Lächeln ist. „Das Paracetamol ist für meine Mutter, das nimmt sie immer wenn sie Kopfschmerzen hat. Nächste Woche sind meine Eltern von ihrer Kreuzfahrt zurück, und wir haben keine Tabletten mehr zu Hause.“

Auf dem Weg zum Ausgang spürt sie, dass Antje jede ihrer Bewegungen genau beobachtet. Sie kommt sich noch ungelenker vor als sonst.

 

Mit gesenktem Blick geht Jella am Leuchtturm vorbei bis zum Bahnhof. Gerade will sie die Gleise überqueren, da ertönt ein kurzes Hupen neben ihr. Sie zuckt zusammen. Der Elektrowagen, mit dem der Supermarkt die Inselbewohner beliefert, saust an ihr vorbei. Wie festgewachsen steht Jella auf dem Bürgersteig. Ihr Herz rast. Die Hände zittern. Sofort sind die Bilder wieder da.

Wie sie in ihrer Kölner Studentenwohnung vor dem Badezimmerspiegel steht und sich für die Erstsemesterparty schick macht. Wie sie ins Taxi steigt, sie ist spät dran. Und wie plötzlich an einer großen Kreuzung ein dunkler Schatten von links auf das Taxi zurast. Dann der Aufprall.

Erst zwei Tage später kam sie im Krankenhaus wieder zu sich. Drei gebrochene Rippen, Milzriss und ein eingefallener Lungenflügel. Dazu mehrfache Frakturen im linken Bein sowie eine ausgekugelte Schulter. Außerdem, und das bereitete den Ärzten die größten Sorgen, waren ihre letzten beiden Brustwirbel und der erste Lendenwirbel gebrochen. In einer stundenlangen Operation wurde ihre Wirbelsäule in den betroffenen Bereichen versteift. Seitdem kann sie den Rücken nur noch eingeschränkt bewegen, auch die wochenlange Reha hat daran nichts geändert.

„Starke Schmerzmittel und regelmäßige Physiotherapie, damit müssen Sie von nun an leben“, gab ihr der Arzt bei der Entlassung aus dem Krankenhaus mit auf den Weg. „Vielleicht sollten Sie sich psychologische Unterstützung holen.“

Als ob das etwas ändern würde.

 

Jella atmet tief durch. „Keine Panik“, versucht sie sich zu beruhigen. Langsam normalisiert sich ihr Herzschlag wieder. Zum Glück dürfen auf Wangerooge keine normalen Autos fahren. Und die wenigen Elektrowagen, die hier unterwegs sind, jagen ihr sonst nicht solche Angst ein. Ein Leben in der Großstadt ist für sie seit dem Unfall undenkbar. Dabei wollte sie der Enge der Insel schon immer entfliehen, wollte studieren, etwas von der Welt sehen. Jetzt sitzt sie hier fest.

Die wenigen Schritte nach Hause legt sie langsam zurück. Das Haus ihrer Eltern steht in einem großen Garten. Die Hecke, die das Grundstück umgibt, reicht ihr bis über den Kopf.

Im Flur hält Jella kurz inne. Nichts zu hören. Das ist gut. Sie schließt zwei Mal ab und legt die Kette vor. Dann geht sie an der geschlossenen Wohnzimmertür vorbei direkt in die Küche.

Seit zwei Tagen hat er nichts gegessen, jetzt müsste sein Hunger langsam groß genug sein. Gestern wollte er nicht, hat so ein Theater gemacht, dass die schöne Erbsensuppe auf dem Boden gelandet ist. Die hat Mama vor ihrem Urlaub noch gekocht. Die ganze Gefriertruhe hat sie mit vorgekochtem Essen vollgepackt, aus lauter Sorge, dass Jella nicht zwei Wochen alleine zurechtkommen könnte. Und das, obwohl sie sich doch wieder positiv gibt, sich nicht mehr über ihre Situation beschwert und sogar vorgibt, Pläne für ihre Zukunft auf der Insel zu schmieden. Schließlich weiß sie, wie sehr es ihre Eltern belastet hat, sie so leiden zu sehen.

Jella seufzt und schiebt die Gedanken beiseite. Sie muss sich konzentrieren. Heute muss es klappen, sonst wird die Zeit knapp. Eine Woche noch, bis Mama und Papa zurückkommen. Und fünf Tage dauert es nach der Einnahme, steht in dem Artikel.

Sie öffnet die Kühlschranktür und nimmt eine Packung Milch heraus. Schüttet etwas davon in den Mixer, schält eine Banane und bricht sie in große Stücke. Ein Bananenmilchshake statt der Suppe tut es auch. Hauptsache, der bittere Geschmack kommt nicht zu sehr durch. Jella verschließt den Mixer mit dem Deckel, dann holt sie tief Luft und schaltet das Gerät ein. Das Geräusch fährt ihr in den Kopf. Sofort wummert und pocht es überall. Trotzdem zählt sie bis zehn, bevor sie den Schalter schnell wieder zurückdreht.

Seit dem Unfall hat sie chronische Kopfschmerzen, laute Geräusche kann sie kaum ertragen. Bei der Gerichtsverhandlung ist auch das zur Sprache gekommen. All ihre Beschwerden und wie der Unfall ihr Leben verändert hat, sollte sie schildern. Immer wieder ist ihr die Stimme weggeblieben, am ganzen Körper hat sie gezittert. Und er saß die ganze Zeit über grinsend neben seinem Anwalt. Zeigte kein Zeichen von Reue, brachte keine Entschuldigung über die Lippen. Dass er bei Rot über die Ampel gerast war, weil er bei einem illegalen Autorennen seiner Beifahrerin imponieren wollte, bestritt er bis zum Schluss. Das Grinsen verging ihm erst, als die Richterin das Urteil verkündete. Fünf Monate Haft ohne Bewährung wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung.

Für sie war es wie ein Schlag ins Gesicht.

 

Mit einem langen Löffel rührt Jella die Bananenmilch in dem Glas gründlich um. Jetzt noch einen Strohhalm hinein.

Vor der Wohnzimmertür bleibt sie stehen und schließt kurz die Augen. Dann holt sie den Schlüssel aus ihrer Jeanstasche und schließt auf.

Ihre Augen müssen sich erst an das Dämmerlicht gewöhnen, die dicken Vorhänge vor Fenster und Terrassentür hat sie vorhin bis auf einen schmalen Spalt zugezogen.

Er hockt noch immer zusammengekauert vor der Heizung. Es riecht nach Urin. Widerlich. Jella stellt das Glas auf dem Couchtisch ab und kontrolliert, ob die Kabelbinder fest um seine Handgelenke und das Heizungsrohr gezogen sind. Mit großen Augen verfolgt er jede ihrer Bewegungen. Vorsichtig kniet sie sich neben seine Beine, die mit einem Seil verschnürt sind.

„Ich ziehe dir jetzt den Klebestreifen ab. Wenn du wieder so ein Theater veranstaltest wie gestern, bekommst du nichts zu trinken. Verstanden?“ Sie wartet, bis er nickt, dann reißt sie den silbernen Kleber mit einem Ruck von seinem Mund. Er zuckt zusammen.

Jella hält ihm den Strohhalm vor die Lippen. Gierig trinkt er das ganze Glas leer.

„Geht doch“, murmelt sie und holt tief Luft. Sie hat gar nicht gemerkt, dass sie den Atem angehalten hat.

„Mir tun die Arme so weh, bitte mach mich endlich los“, jammert er. Keine Spur mehr von seinem großspurigen Verhalten. „Was willst du von mir? Wer bist du?“

Jella reißt ein neues Stück Klebestreifen von der Rolle ab.

„Bitte nicht!“ fleht er, dann ist sein Mund wieder verschlossen.

 

Noch immer kann sie kaum glauben, dass sie ihm hier auf Wangerooge wiederbegegnet ist. Als er beim Bäcker vor ihr stand, war sie erst wie gelähmt. Wie in Trance folgte sie ihm zu seiner Ferienwohnung. Beobachtete, wie er sich über die junge Frau beugte, die im Garten auf einer Decke lag. Dass das nicht seine Freundin ist, war ihr sofort klar. Und dass er eigentlich gerade beim jährlichen Autotuner-Treffen in Bremerhaven sein sollte auch. Mit beidem protzte er schließlich auf seiner Facebook-Seite. Die checkt sie seit der Gerichtsverhandlung jeden Tag.

Mit zittrigen Beinen ging sie von seiner Ferienwohnung zurück nach Hause. Die ganze Nacht konnte sie nicht schlafen.

Am nächsten Morgen wusste sie, was sie zu tun hatte.

Wie unfassbar leicht es war, ihn mit ihrem alten Handy in ihr Elternhaus zu locken. Vor lauter Sorge, dass seine Freundin die Fotos sehen und von seinem heimlichen Liebes-Urlaub erfahren könnte, kam er blindlings her. Ihre Befürchtung, dass er sie erkennen könnte, erwies sich als unbegründet. Mit der neuen Kurzhaarfrisur und ohne Brille sieht sie auch kaum noch aus wie die Frau, die er nur einmal im Gerichtssaal gesehen hat.

Ihn außer Gefecht zu setzen war dank Mamas Elektroschocker gar kein Problem.

 

Jella klebt noch einen zweiten Klebestreifen über seinen Mund. Sicher ist sicher. Mittlerweile weiß die ganze Insel von dem verschwundenen Urlauber, da sollte besser kein Schrei nach draußen dringen.

Mühsam versucht Jella, wieder vom Boden aufzustehen. Mit beiden Händen stützt sie sich am Couchtisch ab, trotzdem fährt der Schmerz ihr durch den Rücken.

„Komm schon, jetzt hast du es fast geschafft“, murmelt sie und richtet entschlossen den steifen Oberkörper auf.

An der Wohnzimmertür dreht sie sich noch mal zu ihm um und lächelt.

 

Als sie zwei Tage später den Raum betritt, schlägt ihr bestialischer Gestank entgegen. Angewidert verzieht Jella das Gesicht. Sie geht zum Fenster und zieht die Vorhänge ein kleines Stück weiter auf. Die Sonnenstrahlen fallen genau auf die Heizung. Sein Oberkörper hängt schlaff nach vorne, nur die Fesseln verhindern, dass er ganz umkippt.

„Wach auf!“

Keine Reaktion. Sie tritt ihn mit dem Fuß in die Seite. Langsam hebt er den Kopf und blinzelt. Verwirrt schaut er sie an. Sein Gesicht ist ungesund gelb. Jella beugt sich zu ihm runter. Auch das Weiße in seinen Augen ist gelblich verfärbt. Sie nickt zufrieden.

„Dann hat es ja gereicht“, murmelt sie.

Jetzt noch der Zeitungsartikel. Sie legt ihn direkt neben ihn auf den Boden. Bevor sie die Tür schließt, schaut sie ein letztes Mal zu ihm hinüber.

„Hast du wirklich gedacht, du kommst mit fünf Monaten davon?“

 

Jella läuft durch die Dünen. Gleich hat sie das östliche Ende der Insel erreicht, außer ihr ist hier kein Mensch unterwegs. Sie lächelt. So unbeschwert hat sie sich zuletzt vor dem Unfall gefühlt.

Sie hat das Richtige getan.

Dafür gesorgt, dass er seine gerechte Strafe erhält.

Jetzt ist sie endlich frei.

Zwischen zwei Büschen mit blühenden Kartoffelrosen setzt sie sich auf den Boden. Über ihr strahlendes Blau, um sie herum der betörende Duft der Blumen.

Vorsichtig zieht sie die Rasierklinge aus der Jackentasche und schiebt den Ärmel hoch.

 

 

Wasser. Ich brauche Wasser… Ich habe solchen Durst…  Jetzt weiß ich, wer sie ist! Diese Schlampe! Die kann mich doch hier nicht krepieren lassen! Ich habe sie ja nicht mit Absicht angefahren … Mir ist so schlecht. Nicht übergeben, ich darf mich nicht übergeben, dann ersticke ich! Mein Bauch tut so weh, ich halte das nicht mehr aus … Was ist das für ein Blatt, das sie da neben mich gelegt hat? Ein Zeitungsartikel? Ich kann nichts erkennen … So ein Scheiß! Warum sind die Buchstaben so verschwommen? Streng dich an! Was steht da? Überdosierung … Paracetamol … Übelkeit … Organversagen? … sterben die Patienten qualvoll … Was?? Mir ist so schwindelig …

 

 

Ostfriesen-Zeitung

Der schleichende Tod – Vergiftungen mit Paracetamol

Wie der niedersächsische Giftnotruf mitteilt, gab es in Deutschland im vergangenen Jahr mehr als 5.000 Fälle von Vergiftungen mit Paracetamol. Das rezeptfrei erhältliche Schmerzmittel werde von den meisten Patienten für harmlos gehalten, es habe aber bei einer Überdosierung gravierende Auswirkungen.

„Tödlich kann für Erwachsene schon eine Dosis von 15 Tabletten sein“, warnt der Giftnotruf. Werde die Vergiftung erst 24 Stunden nach der Einnahme bemerkt, so sei bereits mit schwersten Schädigungen der Leber zu rechnen. Als erste Symptome einer Paracetamol-Vergiftung nennt der Giftnotruf Übelkeit und Erbrechen, Oberbauchschmerzen sowie ein allgemeines Krankheitsgefühl. Später kämen außerdem Gelbsucht sowie Unterzuckerung hinzu.

„Ohne entsprechende Behandlung sterben die Patienten qualvoll: Etwa fünf Tage nach der Einnahme folgen Krämpfe, Organversagen, Koma und schließlich Tod.“

Daher der Aufruf des Giftnotrufs: „Begeben Sie sich bei einem Verdacht auf eine Paracetamolvergiftung umgehend in ein Krankenhaus oder rufen Sie die kostenlose Hotline des Giftnotrufes an.“   

8+

2 thoughts on “Der Unfall

  1. Moin Jennifer,

    deine Geschichte hat mich gepackt. Du schreibst mir einer Selbstverständlichkeit von Mord und Rache, daß ist großartig.

    Deine Geschichte gehört zu den kürzeren, hier im Wettbewerb, aber gleichzeitig auch zu den besseren.

    Dein Plot ist genial und die Auflösung zum Schluss, klasse gemacht.

    Auf so einer kleinen Insel kennt jeder, jeden und ich dachte erst, ich müsse gut aufpassen um die Zusammenhänge und wer mit wem, nicht aus den Augen zu verlieren. Aber am Ende ging es um etwas ganz anderes.

    Ich glaube das es die Erklärungen am Ende gar nicht gebraucht hätte und die Geschichte auch damit ihren Schluss gefunden hätte, wenn du die Szene, als sie sich den Ärmel hoch schob, als Schlussakt gewählt hättest. Gerade hier passt es wunderbar. Die See, die Ferne, daß entfliehen von der Insel, all das was ihr nicht möglich erscheint, weil sie in ihrem Körper gefangen ist, genau wie auf der Insel.

    Mein Like lass ich dir gerne da und wünsche dir alles Gute für’s Voting.

    LG Frank aka leonjoestick ( Geschichte: Der Ponyjäger)

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