SherlockliniDie Fremde

Tiana wachte mit starken Kopfschmerzen in einem fast leeren Zimmer auf. Sie hatte nur einen einzigen Gedanken: Sie würde ihrem Leben nun ein Ende bereiten.

Mit mutigem Schritt lief sie zu einem Fenster und versuchte es zu öffnen. Es war verschlossen. Auch das zweite Fenster im Raum ließ sich nicht öffnen. Erst jetzt bemerkte Tiana, dass sich Gitterstäbe vor den kahlen Fenstern befanden. Keine Gardinen, keine Pflanzen, es gab nichts, was auch nur annähernd einer wohnlichen Einrichtung entsprach. Es gab nur ein billiges Bett. Wie geriet Tiana nur in diese Situation und wo war sie?

Durch die Fenster erkannte Tiana eine braun gefärbte Baumkrone, scheinbar war es Herbst.

Das letzte, woran sie sich erinnern konnte, war ein knisterndes Geräusch und ein stechender Kopfschmerz.

Der feste Entschluss, ihrem Leben nun ein Ende zu bereiten, verblasste und Tiana sank leise zu Boden. Den Tränen nahe und mit glasigen Augen sah sie an sich herab. Sie trug ein einfaches weißes Nachthemd, welches sie, dem Geruch nach zu urteilen, nun schon seit einigen Tagen tragen musste. Sie betrachtete ihre Arme und stellte mit Entsetzen fest, dass diese mit langen Narben überzogen waren. Sie konnte sich nicht daran erinnern, wann und wie sie diese Verletzungen erhielt.

An ihrem linken Bein sah sie einen Verband, welcher um ihre Wade gewickelt war. Als sie danach griff, spürte sie einen brennenden Schmerz. Hatte sie einen Unfall?

Tiana blickte sich im fast leeren Raum um.

Neben einer eisernen Tür schien es noch einen weiteren kleinen Raum zu geben, welcher durch ein einfaches Laken abgetrennt wurde. Sie spielte mit dem Gedanken nachzusehen.

Plötzlich ein Klopfen. Erschrocken schaute Tiana zu der eisernen Tür, in welcher sich ein kleines Fenster öffnete.

„Frühstück“, sagte ein Mann kalt und mit rauer Stimme.

Durch das Fenster wurde ein kleines Tablett geschoben, darauf Haferbrei, etwas Joghurt und… eine kleine Digitalkamera.

Noch vor Angst erstarrt blieb Tiana am Boden, den Blick fest auf die Tür gerichtet. Sie war unsicher, wer ihr das Essen brachte und ob sie nun aufstehen oder besser doch auf dem Boden sitzen bleiben sollte. Erneut sagte der Mann: „Frühstück.“ Nun jedoch lauter und ernster, als beim ersten Mal.

„Ich werde hier nicht ewig stehen bleiben, nun hol es dir endlich.“ Er schien genervt zu sein.

Langsam richtete sich Tiana auf und ging leisen Schrittes in Richtung Tür.

„Los doch, die Anderen warten schon.“

Die Anderen? Tiana fragte sich, ob es hier noch mehr Leute gab, welche in der gleichen Situation wie sie waren.

Bei der Tür angekommen zögerte sie, das Tablett entgegen-zunehmen. Sie versuchte durch das Fenster zu sehen, welches sich etwa in Hüfthöhe befand, konnte jedoch nur einen Teil einer weißen Uniform erkennen.

„Ist das etwa für mich?“, fragte sie mit zittriger Stimme. Sie erkannte ihre eigene Stimme nicht wieder.

„Ja doch“, erwiderte der Mann. „Nun nimm endlich, ich habe nicht ewig Zeit.“ Er tippte auf das Tablett, um zu verdeutlichen, dass Tiana es endlich nehmen sollte.

Sie zögerte erneut, griff jedoch danach und nahm es letztlich an sich.

„In einer halben Stunde will ich das leere Tablett wiederhaben, genauso, wie die Kamera. Mach sie ja nicht wieder kaputt! Sonst bekomme ich den Ärger ab.“ Genervt schloss er das Fenster und man hörte, wie er weiterging.

Wieder kaputt? Was meinte er damit?

In Tiana machten sich ein Dutzend Gedanken breit. Sie wollte wissen, wie sie in diesen Raum gelang und was mit ihr passiert ist, aber auch, was es mit der Kamera auf sich hatte. Scheinbar war es nicht ihr erster Tag hier.

Um sich mit ihrer Situation besser auseinandersetzen zu können, begann Tiana zunächst von Allem ein Foto zu machen: Von den vergitterten Fenstern, der eisernen Tür, der Decke, dem Boden und dem Laken, welches den anderen Raum verbarg.

Der andere Raum!

Blitzartig schoss ihr erneut der Gedanke in den Kopf, den Raum zu betreten. Langsam ging sie also auf das Laken zu, schob es zur Seite und stellte fest, dass es gar kein richtiger Raum war. Es war lediglich eine kleine Kammer.

Darin befand sich eine wirklich sehr einfache Toilette, welche mehr Ähnlichkeit zu einem Loch aufwies, als zu einem Objekt einer Sanitäranlage. Neben dem „Loch“ gab es einen Spiegel. Ihm fehlte ein Stück.

Tiana schaute plötzlich in das Gesicht einer fremden Frau. Ihr war klar, dass sie sich selbst betrachtete, konnte jedoch nicht fassen, was aus ihr geworden war. Ihre Haare waren abrasiert und sie hatte dunkle Ringe unter den Augen.

Was ist mit ihr passiert?

Tiana begutachtete ihr Gesicht genau. Sie drehte ihren Kopf nach links, nach rechts, nach oben und nach unten, um möglichst alles an sich genau zu analysieren. Mehrere Schnittwunden auf der Stirn, eine große Narbe am Hals und einige Schnitte an den Wangen. Sie konnte sich immer noch nicht erklären, wann und vor allem wie sie zu all diesen Verletzungen kam.

Um diese noch genauer betrachten zu können, schnappte Tiana sich erneut die Kamera und begann Fotos von sich zu machen.

Sie machte Bilder von ihrem Gesicht, ihrer verbundenen Wade und ihren Armen. Aber auch von ihrem Bauch, ihrer Brust und ihrem Rücken, nachdem sie ihr Nachthemd auszog. Ihr fielen immer mehr Verletzungen auf, die sie sich nicht erklären konnte.

Insgesamt machte Tiana zwölf Fotos, bevor die Kamera anzeigte, dass nur noch wenig Speicherplatz verfügbar sei. Sie war sich sicher, dass so ein paar Bilder keinesfalls den Speicher überfüllen sollten und versuchte nun auf die bereits gemachten Bilder zuzugreifen.

Nach etwas Herumprobieren gelang sie endlich in die Galerie und betrachtete sich selbst. Sie begann erneut ihr Erscheinungsbild zu analysieren und konnte insgesamt mehr als 40 Verletzungen zählen, bevor sie zu den Bildern gelang, welche sie anfangs machte.

Jedes einzelne Foto wurde kritisch von ihr begutachtet, um eventuelle Erinnerungen anzuregen. Leider erfolglos.

Als sie das nächste Bild öffnete, erstarrte sie.

Sie blickte erneut in ihr Gesicht, welches diesmal mit Blut überströmt war.

Tiana wusste nicht, wann und von wem dieses Bild gemacht wurde. Sie schien geknebelt und gefesselt an einem Stuhl zu sein. Tiana war geschockt, klickte jedoch weiter.

Das nächste Bild zeigte eine andere Frau, welche genauso geknebelt und blutend an einen Stuhl gebunden war. Auch die weiteren Bilder zeigten immer das gleiche Szenario: Eine Frau, blutend, geknebelt und gefesselt an einem Stuhl.

Wer tut denn so etwas?

Tiana fiel auf, dass sich die Frauen nie im selben Raum oder gar in der gleichen Umgebung befanden. Eine Frau schien mitten in einem Wald gewesen zu sein, während ein anderes Bild auf einem Steg, nahe zum Wasser, aufgenommen wurde. Eines hatten die Frauen jedoch immer gemeinsam: Ihre Haare waren abrasiert.

Dutzende Bilder schaute sich Tiana an, ehe sie durch ein Klopfen unterbrochen wurde. Wieder öffnete sich das Fenster der eisernen Tür.

„Das leere Tablett und die Kamera, bitte!“ Dieselbe Stimme, wie eine halbe Stunde zuvor.

Tiana rannte zur Tür. Sie war aufgebracht.

„Was hat das alles zu bedeuten? Wer sind all diese Frauen? Und warum bin auch ich auf einem der Bilder zu sehen? Wer sind sie und was-“

Der Mann unterbrach sie mit klarer und ernster Stimme.

„Das wirst du schon früh genug erfahren. Nun her mit dem leeren Tablett und der Kamera.“

Tiana schaute hinter sich. Das Tablett war nicht ansatzweise leer, das Essen hatte sie nicht angerührt.

„Nun mach schon!“ Der Mann wurde lauter.

„Ich…ich habe noch nichts gegessen.“ Tiana merkte erst jetzt, wie groß ihr Hunger eigentlich war. Sie spürte einen stechenden Schmerz im Bauch. Wann hatte sie das letzte Mal etwas gegessen?

„Es ist ständig das Gleiche mit dir. Gib mir die Kamera und iss. Das Tablett hole ich später.“

Der Mann streckte die Hand durch das Fenster und verdeutlichte mit einer Geste, dass Tiana ihm die Kamera überreichen solle.

Erneut zögerte Tiana. Sie hatte so viele Fragen, war verwirrt und wollte endlich Antworten. Außerdem hatte sie noch nicht alle Bilder angesehen.

Wann?“ Sie schaute auf den Boden als sie die Frage stellte.

Der Mann wusste nicht recht, was sie meinte. „Wie bitte?“

Wann erfahre ich, was hier für ein Spiel gespielt wird?“ Ihre Stimme klang ernst und bestimmend.

„Gar nicht, wenn du mir jetzt nicht die Kamera gibst. Also los!“ Erneut gestikulierte der Mann mit seiner Hand. Seine Stimme klang ernst.

Zunächst hielt Tiana die Kamera fest im Griff und blieb wie angewurzelt stehen. Durch ihren großen Hunger, gab sie jedoch schon nach ein paar Sekunden nach und überreichte dem Mann widerwillig die Kamera.

Bevor sich das Fenster schloss, erinnerte sie der Mann erneut daran, dass sie etwas essen solle und dass es andernfalls schwere Konsequenzen für Tiana geben würde.

Tiana zögerte keine Sekunde, nachdem das Fenster geschlossen wurde. Sie verschlang den Haferbrei und den Joghurt binnen weniger Minuten. Entgegen jeglicher Manieren aß sie mit beiden Händen und schmatzte laut. Das Essen schmeckte zwar nach Nichts, aber für Tiana war es ein Festmahl.

Ihren Mund wischte sie mit der linken Hand ab, welche sie zum Schluss genüsslich ableckte. Die nasse Hand schmierte sie einfach an ihrem Nachthemd ab.

Es vergingen etwa fünfzehn Minuten, bevor es erneut an der Tür klopfte. „Ich hoffe, du bist endlich fertig“, sagte der Mann mit genervter Stimme. Erneut streckte er seine Hand durch das Fenster und verlangte das Tablett.

Tiana hielt es ihm hin. Der Mann griff danach und wollte es an sich nehmen, sie hielt es jedoch fest.

„Wann bekomme ich nun endlich meine Antworten?“

„Gar nicht, wenn du nicht loslässt.“

Tiana zögerte erneut, lies das Tablett dann jedoch los.

„Na also. Du wirst hier jetzt warten. Bald kommt jemand, um dich abzuholen.“ Der Mann schloss das Fenster wieder und ging. Tiana wurde nervös. Ihre Knie begannen zu zittern und sie fasste keinen ruhigen Moment.

Im Zimmer begann sie auf und ab zu gehen, dabei ständig im Gedanken daran, was auf sie zu käme.

Es verging mindestens eine Stunde, in welcher sie unaufhörlich im Zimmer umherlief. Ihre Nervosität klang nicht ab und sie geriet immer tiefer in ihren Gedankenstrom. Sie bekam die Bilder all dieser Frauen nicht aus dem Kopf und auch das Bild von ihr selbst, geknebelt und gefesselt an einem Stuhl, schwirrte in ihrem Kopf umher.

Sie wollte endlich wissen, was passiert ist und wer all diese Frauen sind.

Endlich klopfte es an der Tür. Es sprach nun ein anderer Mann als zuvor. Er schien strenger zu sein.

„Es ist so weit. Bitte stellen Sie sich mit dem Gesicht zur Wand, die Hände so, dass wir sie sehen können. Erst dann schließen wir die Tür auf.“

Tiana blieb regungslos stehen.

„Los doch, wird’s bald!“ Sein Ton wurde harsch.

Nach der erneuten Ansprache tat Tiana das, wozu der Mann sie aufforderte. Sie hörte, wie sich das Schloss der Tür öffnete. Zwei Männer traten ein und griffen nach Tianas Armen. Sie versuchte sich zu wehren, wusste jedoch, dass sie gegen die weiß gekleideten Muskelpakete keine Chance hätte. Die Männer hielten sie so unter den Armen, dass sie Tiana mühelos über den Boden hätten schleifen können.

Nun trat eine Frau in das Zimmer. Sie war schwarz gekleidet und hielt die Arme hinter ihrem Rücken.

„Und hier stehen wir. Du erkennst mich nicht, oder?“ Sie wirkte kühl und herablassend.

Tiana erkannte sie tatsächlich nicht.

„Wer sind Sie und wieso halten Sie mich hier fest? Ich möchte endlich wissen was hier passiert! Wieso tun Sie so etwas?! All diese armen Frauen… Ich habe die Bilder gesehen! Und ich selbst-“

„Sie sind auch auf einem der Bilder gewesen.“

Die Frau schien emotionslos.

„Sie werden alles zur richtigen Zeit erfahren. Jetzt werden Sie jedoch zunächst durch das Gebäude geführt. Sollten Sie sich widersetzen, wird es starke Konsequenzen nach sich ziehen. Bleiben Sie ruhig und tun Sie, was man Ihnen sagt!“

Die Frau verlies das Zimmer und die Männer folgten ihr, Tiana noch immer fest im Griff.

Die Männer führten sie durch einen langen, leeren Flur. Alle paar Meter sah sie eine eiserne Tür, die wohl in ein weiteres Zimmer führte und womöglich zu einer weiteren, eingesperrten Person. Sie fragte sich, ob es den Personen genauso erging, wie ihr und wer diese Personen waren.

„Sie sind Teil eines großen Experiments, Tiana“, begann die Frau. „Insgesamt gibt es hier vierzig Personen, welche an unserem Forschungsprojekt teilnehmen. Allen geht es ähnlich wie Ihnen.“

Tiana schaute die Frau mit verwirrtem Blick an. Sie versuchte sich an sie zu erinnern, aber die Frau blieb eine völlig Fremde.

„Sie sind krank Tiana. Wir versuchen Ihnen nur zu helfen, bisher leider erfolglos. Sie werden nun in einen kleinen Raum geführt. In diesem werden Sie Hinweise zu Ihrer Vergangenheit finden und eine Stunde Zeit haben, um eigene Rückschlüsse auf Ihr vergangenes Ich zu ziehen. Dies gehört alles zu unserer experimentellen Behandlung.“

Die Frau blieb vor einer sehr großen Tür stehen und nickte den Männern zu. Noch immer war ihr Blick kühl und Tiana konnte kein Zeichen irgendeiner Emotion wahrnehmen.

Einer der Männer öffnete die Tür und sie wurde rücksichtslos und grob in den Raum geschubst, sodass sie zu Boden fiel. Noch bevor sie sich hätte aufrichten können, fiel die Tür zu und wurde verschlossen.

Eine experimentelle Behandlung also. Aber wofür das Ganze? Tiana war verwundert, da sie sich selbst nicht krank fühlte und sich nicht daran erinnern konnte, je krank gewesen zu sein. Womöglich hingen ihre Verletzungen mit ihrer Krankheit zusammen. Vielleicht gehörte sie zu einer Gruppe von Amnesie Patienten und verletzte sich selbst. Versuchte man ihr hier wirklich zu helfen?

Sie schaute sich im Zimmer um. Es sah ganz anders aus, als das Zimmer, in welchem sie aufwachte.

An einer Wand stand ein großes Bett. Die helle Bettwäsche passte perfekt in den sonst dunklen Raum. An beiden Seiten des Betts standen Nachtschränkchen. Tiana ging auf eines zu und sah zwei Bilderrahmen. Sie nahm Beide in die Hand und betrachtete eine Frau, welche langes schwarzes Haar trug. Ihre Haut wirkte weich und unbeschadet.

Tiana erkannte, dass es keine Fremde war, die sie ansah, sondern sie selbst. Die junge Frau blickte sie lächelnd an und Tiana vergaß ihr eigenes Spiegelbild von diesem Morgen.

Sie öffnete eine Schublade des Nachtschränkchens, in welcher sie ein Buch entdeckte. Es hatte einen ledernen Einband, aber keinen Titel und fühlte sich ungewöhnlich leicht an.

Als Tiana es öffnete, erkannte sie den Grund: Das Buch war nicht gewöhnlich. Es war ein Versteck, die Seiten so geschnitten, dass sich ein Loch bildete, worin sich eine Scherbe befand. Es war die Scherbe eines Spiegels.

Tiana wurde zunehmend verwirrter. Was hat all das mit ihrer Vergangenheit zu tun?

Sie blickte erneut auf ihre Arme, auf die langen Narben, an beiden Unterarmen.

Hatte sie versucht sich umzubringen? Vielleicht nutzte sie eine Scherbe, um sich die Pulsadern aufzuschneiden.

Erst jetzt bemerkte Tiana den großen Schrank im Raum.

Sie klappte das Buch mit der Scherbe wieder zu, legte es auf das Bett und ging hinüber zum Schrank. Dieser war aus massivem Holz und stand direkt neben der eisernen Tür.

Verunsichert öffnete Tiana beide Türen des Schranks.

Sie fand darin nur einen einfachen Stuhl mit Lehnen vor, einen Stuhl, wie er auch auf den vielen Bildern der Frauen zu sehen war.

Was ist nur in der Vergangenheit mit ihr passiert? Hatte man sie gefoltert und in den Wahnsinn getrieben? Und wieso konnte sich Tiana an nichts von all dem erinnern?

Sie wusste nicht, was sie tun sollte, also nahm sie den Stuhl und stellte ihn in die Zimmermitte.

Als sie sich dann daraufsetzte, schloss Tiana die Augen und versuchte vergebens sich an irgendetwas zu erinnern.

Die Zeit verging wie im Flug und sie bemerkte das Klopfen an der eisernen Tür nicht.

„Die Zeit ist um!“, hörte sie einen Mann sagen. Die Stimme riss sie aus ihren Gedanken.

Das Fenster der Tür öffnete sich und Tiana sah in das Gesicht der kühlen Frau, welche sich auf die Höhe des Fensters beugte.

„Und? Haben Sie Hinweise zu Ihrer Vergangenheit gefunden? Konnten Sie sich an irgendetwas erinnern?“ Zum ersten Mal konnte Tiana ein leichtes Grinsen im Gesicht der Frau wahrnehmen.

„Ich glaube, dass ich mich versucht habe umzubringen. Ich habe Narben an meinen Unterarmen und fand eine Scherbe. Aber ich-“

„Sie können sich immer noch nicht genau erinnern.“

Blitzartig verschwand das Grinsen aus dem Gesicht der Frau.

„Nun, wir werden Ihnen auf die Sprünge helfen. Bitte stellen Sie sich wieder an die Wand.“

Dieses Mal zögerte Tiana nicht, sondern tat, was man ihr sagte. Auch als die Männer eintraten und sie festhielten, wehrte sie sich nicht. Tiana wollte Antworten und wusste, dass sie kooperieren müsste, um an diese zu gelangen.

Auch die Frau trat in das Zimmer.

„Sehr gut, ich sehe Einsicht. Das ist ein großer Fortschritt, im Vergleich zu den letzten Wochen.“

Die Frau nickte den Männern wieder zu und verwies mit ihrem Kopf auf den Stuhl. Tiana wurde auf diesen platziert. Sie war sich sicher, dass sie nun geknebelt und an den Stuhl gefesselt werden würde.

Die Frau kam auf sie zu und vermittelte den Männern durch ein Kopfnicken, dass diese den Raum verlassen sollten.

Tiana war nun alleine mit ihr.

„Ich werde Ihnen nun Bilder zeigen, einige davon, haben Sie bereits heute Morgen gesehen.“ Die Frau, welche die ganze Zeit ihre Hände hinter ihrem Rücken verbarg, präsentierte ihr einen riesigen Stapel an Bildern.

Tiana wurde nervös, blieb aber still und antwortete nicht.

„Ich werde Ihnen die Bilder einzeln zeigen. Sofern Sie eine Person wiedererkennen, bitte ich Sie mir dies mitzuteilen. Schütteln Sie ihren Kopf, wenn Sie die Person nicht erkennen. Nicken Sie, sofern Ihnen jemand oder etwas bekannt vorkommt. Verstanden?“ Tiana nickte und es machte sich ein Gefühl von Angst in ihr breit.

Die Frau zeigte ihr das erste Bild. Wieder konnte Tiana eine weibliche Person erkennen, welche an einem Stuhl gefesselt war, ähnlich zu dem Stuhl, auf welchem Sie saß. Die Frau schien Schnittwunden im Gesicht zu haben, blutete und war geknebelt. Im Hintergrund war eine moosige Steinwand zu sehen. Da Tiana die Person auf dem Bild jedoch nicht erkannte, schüttelte sie den Kopf.

Immer wieder wurden ihr Bilder von Frauen gezeigt, wovon sie tatsächlich einige schon auf der Kamera am Morgen gesehen hatte. Doch keine der Frauen kam ihr bekannt vor und auch die Umgebung auf den Bildern schien ihr fremd.

Plötzlich sah sie ein bekanntes Gesicht auf einem der Fotos. Es war die Frau, die ihr gegenüber saß.

Tiana wusste nicht, wie sie reagieren sollte.

Die Frau sprach nun mit einem gehässigen Unterton: „Nun, kommt ihnen auf diesem Bild irgendetwas bekannt vor? Irgendjemand vielleicht?!“ Sie schien erbost und ungeduldig.

Tiana nickte vorsichtig.

„Das bin ich, Tiana! Gefesselt an dem Stuhl, auf welchem du gerade sitzt. Und siehst du die Schnittwunden an meinem Arm? Sie wurden mir mit einer Scherbe zugefügt. Mit eben jener Scherbe, die du vorhin in einem Buch entdeckt hast!“

Tiana verzog das Gesicht, sie wusste nicht, was das alles mit ihr zu tun haben sollte.

„Verstehst du es denn immer noch nicht? Du hast mir das angetan!“ Die Frau schrie sie an. Wann hat sie begonnen Tiana zu duzen?

„Ich…nein. Das war ich nicht! Ich kenne Sie ja nicht einmal!“ Tiana wurde wütend. „Sie schleifen mich in ein Zimmer, zeigen mir dutzende Bilder und werfen mir vor, Ihnen so etwas angetan zu haben?!“

„Nicht nur mir, Tiana. Du bist schuld am Leid all dieser Frauen!“

Tiana war fassungslos. Wie konnte man ihr nur solch eine Grausamkeit vorwerfen?

Du hast die Frauen entführt. Du hast sie geknebelt und gefesselt, ihnen die Haare abrasiert. Du hast ihnen die Schnittwunden zugefügt und du hast Bilder von ihnen gemacht, bevor du sie umgebracht hast!“

Das soll Tiana getan haben?

„Ich könnte so etwas nie tun! Außerdem müsste ich mich doch daran erinnern können!“

„Tja, Tiana. Deshalb bist du hier. Du bist kein Teil eines Experiments, du bist das Experiment! Mein Experiment!“

Sie redete immer schneller.

„Es gibt hier keine vierzig Personen, welchen wir helfen wollen. Du hast all dies schon neununddreißig Mal durchlebt und heute ist der vierzigste Tag, an welchem du hier bist. Du wachst jeden Morgen auf und ich bin erneut nur eine Fremde. Du sollst büßen für das, was du den Frauen angetan hast… Für das, was du mir angetan hast!“

Tiana war verzweifelt. Wie sollte sie aus dieser Situation entkommen?

Die zwei Männer von zuvor stürmten hinein. Noch ehe sie aufstehen konnte, wurde Tiana von ihnen festgehalten. Ein dritter Mann folgte mit Seilen und sie wurde an den Stuhl gefesselt.

„Das alles wird erst ein Ende nehmen, bist du dich selbständig an deine Taten erinnerst und Reue zeigst!“

Einer der Männer holte die Scherbe aus dem Buch.

„Solange du ohne Reue bist, wirst du den gleichen Schmerz spüren, welchen die unschuldigen Frauen spüren mussten. Du hast dich heute Morgen sicher gefragt, woher du all diese Verletzungen und Narben hast, oder?“

Die Frau nahm die Scherbe in die Hand und ging auf Tiana zu. „Es sind alles Verletzungen, die du den Frauen zugefügt hast. Du sollst sie alle spüren, alle Schnitte, die den Frauen mit dieser Scherbe zugefügt wurden.“ Demonstrativ hielt die Frau die Scherbe vor Tianas Augen.

„Mit meinen eigenen Schnitten habe ich begonnen und ich werde erst aufhören, bist du deine Taten endlich bereust!“ Die Frau präsentierte Tiana nun ein weiteres Bild.

„Eine Frau wurde mit mehreren tiefen Schnitten am Rücken aufgefunden. Diesen Schmerz sollst nun auch du spüren!“

Tiana schrie. Sie versuchte sich zu wehren und spürte dann einen heftigen Schmerz im Rücken. Wieder und wieder bohrte sich das Stück des Spiegels in ihre Haut.

Die Frau begann sie zu knebeln und schmierte Tiana ihr eigenes, warmes Blut ins Gesicht, welches ihr vorher über den Rücken lief. Anschließend verlangte die Frau nach der Kamera. Sie löschte die Fotos, welche Tiana noch vor ein paar Stunden aufnahm und sie löschte das Bild von ihr, auf welchem sie bereits gefesselt am Stuhl zu sehen war.

Tiana war stark benommen und bekam nicht mit, dass anschließend ein neues Foto von ihr gemacht wurde.

Dann verschwand die Frau kurz aus dem Raum und kam mit einer Art Elektroschocker wieder.

„Gleich wirst du wieder wissen, wer du wirklich bist“, sagte sie leise und drückte die Gerätschaft an Tianas Stirn.

Diese spürte einen stechenden Kopfschmerz.

Alles wurde plötzlich schwarz.

Als Tiana wieder zu sich kam, wirkte sie verändert. Ihr Gesichtsausdruck war kalt und genauso emotionslos wie zuvor bei der Frau.

„Wie oft wollt ihr das noch tun?“ Sie lachte höhnisch.

War das überhaupt noch Tiana?

„Und da ist sie wieder. Diese herzlose Frau. Diese eiskalte Mörderin!“ Die Frau schrie Tiana an.

„Ich werde nie bereuen, was ich tat. Das Einzige, was ich bereue, ist, dass du mir entkommen bist. Ich hätte dich gleich töten sollen.“ Tiana sprach in einem ruhigen und bestimmenden Ton, blieb aber gänzlich frei von Emotionen.

Die Frau ihr gegenüber brodelte jedoch vor Wut.

„Du wirst dir noch wünschen, zu sterben!“

Erneut hielt die Frau den Elektroschocker an Tianas Stirn. Diese begann laut zu lachen.

„Ich sehe dein Leid zu gern, als dass ich sterben wöllte“, sagte sie, bevor sie bewusstlos wurde.

Wer war diese Fremde und was trieb sie zu diesen grausamen Taten?

Tiana wachte am nächsten Morgen mit starken Kopfschmerzen in einem anderen, fast leeren Zimmer auf. Sie hatte nur einen einzigen Gedanken: Sie würde ihrem Leben nun ein Ende bereiten.

22 thoughts on “Die Fremde

  1. Eine richtig tolle Kurzgeschichte die du dir da ausgedacht hast! Man fängt an zu lesen und umso weiter man der Geschichte folgt, umso mehr möchte man wissen wie es weitergeht und was das Ganze eigentlich soll. Und zum Schluss kommt die Erklärung und alles was man vorher gelesen hat, fügt sich zusammen! Wirklich gut! Dein Schreibstil lässt deine Geschichte flüssig erzählt wirken. Gut gemacht…

    LG Frank aka leonjoestick ( Geschichte: Der Ponyjäger)

      1. Hallo Sherlocklini total spannend, ich konnte es gar nicht abwarten den Schluss zu lesen. Ich hab während des Lesens ständig überlegt, was es sein könnte, warum Tiana festgehalten wird und woher die Verletzungen kamen. Und dann hast du alles aufgeklärt..hat mir richtig Angst gemacht wenn man sich so etwas vorstellt. Tolle Story und ❤-chen ist sicher!
        Liebe Grüße frechdachs

  2. Hallo liebe Sherlocklini,
    deine Geschichte ist wirklich sehr spannend. Du nimmst den Leser auf die gleiche Reise mit, die auch Tiana gehen muss. Somit weiß der Leser nicht mehr als sie und muss sich die Puzzlestücke selbst zusammenbauen. Das gefällt mir sehr gut.
    Auch, dass du einen runden Abschluss gefunden hast, der an den Anfang andockt und somit signalisiert, dass sie Tag für Tag den gleichen Ablauf durchmacht, finde ich sehr gelungen!
    Dein Schreibstil ist sehr bildhaft und liest sich flüssig!

    Like ist gegeben 🙂

    LG, Ani
    http://www.wirschreibenzuhause.de/geschichten/der-schwur

  3. Mir hat die Geschichte auch sehr gefallen, weil man sich total in Tiana hinein versetzen kann und jeden Schritt mit ihr gemeinsam erlebt.
    Tiana macht eine tolle Entwicklung durch: am Anfang ist sie mir mega sympathisch und am Ende hab ich Angst vor ihr. Am tollsten ist der Schluss und dass alles von vorne beginnt. Der Titel ist simpel, aber passend und reizvoll.
    Einziger Kritikpunkt : das Ende kam mir zu schnell, das hätte man etwas ausdehnen können 🙂
    Und verstehe ich das richtig: sie durchlebt alle Sachen, die sie den 40 Frauen angetan hat? Jeden Tag? Sie müsste also vermutlich ein paar mehr Verletzungen noch spüren anstatt Narben zu haben oder? Und das passiert, wenn sie mit allen Verletzungen durch ist? 🙂
    Vielleicht magst du mir das ja beantworten.
    Mein Herz hast du.
    Liebe Grüße, Jenny /madame_papilio

    1. Danke für den schönen Kommentar! 🙂
      Und es stimmt, das Ende hätte man sicher ausdehnen können. Um die sich wiederholdende Situation um Tiana zu dramatisieren, habe ich es aber bewusst kurz gehalten…Quasi ein schneller Schluss, der sich aber tagtäglich zu wiederholen scheint 🙂
      Die Beschreibungen der Narben hätte ich natürlich konkretisieren können oder sogar müssen..Schließlich gibt es einen sehr langen Heilungsprozess. Tianas „Narben“ in diesem Fall, sind also noch lange nicht verblasst, bereiten jedoch auch keine Schmerzen mehr.

      Die Frage, was mit Tiana nach „Abarbeiten“ aller Verletzungen passiert, wollte ich bewusst offen lassen. Aber als Anregung dazu, wie ich es mir vorgestellt habe:
      Was ist mit all den Frauen passiert, nachdem ihnen die Verletzungen zugefügt wurden? 😉

  4. Eine beklemmende, aber gut und spannend geschriebene Geschichte! Außerdem mal etwas anderes! Like ist raus und ich hoffe, es werden noch ein paar mehr!

    Mir gefällt die Art, wie Du die Protagonistin in ihrer doch hoffnungslosen und surrealen Situation beschreibst. Das Verlies, die Verletzungen, die vielen Fragen in ihrem Kopf. Ein Ende, das den Leser wieder zum Anfang katapultiert. Genial. Hat mir wirklich gut gefallen!

    LG Chris
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/identitaet-6

  5. Liebe Sherlocklini,
    deine Geschichte ist ja mal plottechnisch was ganz Anderes! Tolle Idee!
    Ich war auch die ganze Zeit sehr neugierig, was es mit dem ganzen Spuk auf sich hat. Und ich finde es toll (wenn man das so sagen kann), dass sie morgens diesen Wunsch verspürt sich das Leben zu nehmen (Wow, dieser Satz ist merkwürdig), weil ich dadurch das Gefühl habe, dass die Erinnerungen an die Folter jeden Morgen unterbewusst vorhanden sind und das auslösen. Der Kniff gefällt mir sehr.
    Aufgefallen sind mir ein paar Tempusfehler. Du springst ab und zu zwischen Präteritum und Präsens.

    Ich wünsche dir viel Erfolg beim Voting und hoffe, dass du weiterschreibst!

    LG
    Merle (Sepia)

    1. Vielen Dank für die netten Worte! Die Geschichte schien genau so rüber zu kommen, wie ich es mir erhofft habe 🙂
      Es ist gut, dass dir die Tenpusfehler aufgefallen sind, anders könnte ich sie nicht beseitigen. Und das werde ich noch tun! 🙂 Danke nochmal!

  6. Mir ging es beim Lesen ähnlich, wie den anderen, man versucht die ganze Zeit zu verstehen, was dahinter steht. So ganz ist mir bei der Auflösung aber noch nicht klar geworden: Warum hat Tiana all das getan? Wie ist die Fremde dahinter gekommen und wie steht diese zu Tiana bzw. zu den verletzten Frauen? Ich weiß, dass offene Fragen ein Stilmittel sind, aber hier ist es mir etwas zu offen. Die Grundidee gefällt mir und die Spannung hast Du gut durchgezogen.
    Dein Stil ist flüssig und gut lesbar. An manchen Stellen, die klar vor der eigentlichen Handlung spielen, würde ich mir noch die Verwendung unterschiedlicher Zeitebenen wünschen, für noch mehr Lesespaß.

  7. Liebe Sherlocklini,

    schon der Anfang deiner Geschichte hat mich neugierig gemacht. Warum will sich deine Protagonistin das Leben nehmen? Die ganze Zeit über bleibt man als Leser genauso ahnungslos wie Tiana, was es mit ihren Verletzungen und ihrer Umgebung auf sich hat. Zuerst hat man Mitleid mit ihr, doch das schlägt am Ende komplett um und man kann die Beweggründe der Antagonistin nachvollziehen. Die Auflösung ist wirklich unvorhersehbar. Dass du dann nochmal den Anfang aufgreifst, rundet das ganze ab. Großartig!

    Ich finde das Ende auch nicht zu offen, denn so ist noch Platz für die eigene Phantasie. Das gefällt mir sehr gut 😊

    Ich lasse dir gerne ein Herz da und wünsche dir noch viele weitere.

    Liebe Grüße
    Sarah

    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/rache-ist-suess

  8. Liebe Sherlocklini,
    deine Geschichte war richtig spannend und hat mir gut gefallen. Da man alles aus Sicht von Tiana sieht, will man unbedingt wissen, warum sie gefangen gehalten wird und was es mit der Fremden auf sich hat. Der Twist am Ende, dass Tiana eigentlich selbst die „Böse“ ist, ist dir auch sehr gut gelungen. Persönlich hätte ich wahrscheinlich sofort nach gespeicherten Bildern auf der Kamera geschaut und nicht erst Fotos von mir und der Umgebung gemacht. Ansonsten hat mich dein Plot im entferntesten an eine Folge der Serie „Black Mirror“ erinnert, falls dir das etwas sagt. Wahrscheinlich aber nur, weil besagte Folge eine meiner liebsten der Serie ist und ich sie schon häufiger gesehen habe 🙂
    Von mir hast du auf jeden Fall ein Herz.

    Liebe Grüße, Annika (Null Negativ, falls du vorbei schauen willst)

  9. Hallöchen,
    Deine Geschichte hat mir gut gefallen, die Entwicklung von Tiana war sehr spannend und gut inszenierte. Viele verschiedene Gefühle haben mich auf dieser Lesereise begleitet. Zum Schluss sind ein paar Fragen offen geblieben, doch das lässt Spielraum für eigenen Spekulationen 🙃. Ich wünsche Dir viel Erfolg und habe Dir gerne mein Like dagelassen 🍀.

    Liebe Grüße

    Maddy

    P. S Meine Geschichte heißt „Alte Bekannte“ und vielleicht magst Du sie lesen 😇.
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/alte-bekannte Alte Bekannte.

  10. Liebe Sherlocklini,

    da hast du dir eine interessante Geschichte ausgedacht. Ich wollte wissen, wo Tiana steckt und was da mit ihr passiert ist. Die Reise bis zur Auflösung war spannend und das Ende hat mir besonders gefallen, dass sich daraus fast schon eine Dauerschleife entwickelt…

    Was ich während des Lesens etwas befremdlich fand, waren Sätze wie dieser:
    „Was ist mit ihr passiert?“
    Das hört sich so „fern“ an, also nicht so, als wären es ihre Gedanken. Man könnte als Leser besser ihre Gefühle nach- oder mitfühlen, wenn sie das selbst denkt. Weißt du, wie ich das meine? Etwa so: „Was passiert mit mir?“ / „Was haben sie mit mir gemacht?“ / …

    Grundsätzlich kann ich dir nur empfehlen, ganz viel zu schreiben, zu lesen, auszuprobieren – man lernt nie aus 😉 (und genau so mache ich das auch, die Kommentare haben mir sehr viel geholfen).

    Viel Freude weiterhin mit dem Schreiben und alles Gute,
    LG Yvonne / voll.kreativ (Der goldene Pokal)

Schreibe einen Kommentar