Melanie DittrichDie Last der Lügen

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Die Last der Lügen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Kurzgeschichte von Melanie Dittrich

 

 

 

 

 

 

 

 

Thomas. Berlin, 24.04.2024 – 4 Stunden vor dem großen Knall

 

Bisher verlief Thomas‘ Müllers Leben perfekt. Als einer der renommiertesten Anwälte Berlins konnte er sich Dinge leisten von denen die meisten Menschen nur träumen: eine Traum Villa mit Pool im Nobelviertel Steglitz- Zehlendorf, einen schicken Wagen, verheiratet mit seiner Jugendliebe Anna, welche ihm zwei Kinder, Sofie und Maximilian, schenkte. Jedes Jahr im Winter flogen sie für zwei Wochen nach Mauritius und im Sommer für 4 Wochen zu ihrer Finca auf der Insel Fuerteventura. Es versteht sich von selbst, dass sie sich in ihren Feriendomizilen um nichts kümmern mussten: Kinderanimation, zwei Haushälterinnen, welche nur für das Putzen zuständig waren, ein Butler, der sie in ihren teuren Autos durch die Gegend chauffierte. Zusätzlich noch einen Koch und ein Servicemädchen, welches Cocktails und Häppchen an den Pool serviert.

Thomas Müller hatte alles in seinem Leben erreicht, was er wollte.

Zu seiner „wilden“ Zeit, also der Zeit kurz vor dem Abschluss des Rechtswissenschaftsstudiums und dem Aufbau seiner eigenen Kanzlei, traf er Entscheidungen, die er zu einem späteren Zeitpunkt noch zutiefst bereuen würde. Denn die Vergangenheit, welche von ihm so gut behütet wurde, würde ihn sehr bald einholen.

Es war ein Tag wie jeder anderer. Um 7 Uhr wurde Thomas von seiner Frau mit einem Guten-Morgen-Kuss und Kaffee geweckt. Während er sich für die Arbeit fertig machte, telefonierte er bereits mit seiner Sekretärin, Maria Timmens. Maria war Thomas Terminkalender, sie verwaltete jeden einzelnen Termin mit den Klienten, aber auch mit der Familie. Am heutigen Tag, dem 24.04.2024 musste Thomas in die JVA Moabit fahren, um mit seinem neuen Klienten, Simon Tebeck, eine Strategie für dessen Verhandlung zu erarbeiten. Bevor Thomas um 7:30 Uhr das Haus verließ, gab er wie immer zuerst seiner Tochter einen Kuss auf die Stirn, seinem Sohn ein High-five (mit zehn Jahren ist ein Schmatzer auf der Stirn von Papa nicht mehr in) und abschließend seiner Frau einen Kuss auf den Mund. Thomas hatte eine leicht narzisstische Ader, nicht ungewöhnlich in seinem Beruf. Doch für seine Frau trotzdem ab und zu eine Qual – gefangen wie der Papagei im goldenen Käfig. Anna sehnte sich danach, einfach zu gehen, ihr Leben zu leben und frei zu sein. Doch der Kinder zuliebe tat sie es nicht. An manchen Tagen hatte sie Angst vor Thomas. Seine plötzlichen Stimmungsschwankungen und Wutausbrüche versetzten sie in Panik. Diazepam und Wein waren ihre permanenten Wegbegleiter. Im Haus waren überall Videokameras installiert „Nur zu deiner Sicherheit, Baby. Ich möchte meine Familie schließlich schützen“, meinte Thomas, als er etliche tausend Euro für die Sicherheitseinrichtungen im Haus ausgab. In Wirklichkeit war Thomas besessen. Von Anna, aber auch von der Kontrolle. Er war nicht immer so. Als die beiden sich mit 15 kennenlernen, war die Welt noch rosig, nahezu perfekt. Sie liebten sich innig, stritten selten und wenn doch, gab es leidenschaftliche Versöhnungen. Doch all das änderte sich schleichend, kurz bevor Thomas sein Studium abschloss. Es war ein langsamer Prozess, welcher sich über die Jahre hinweg zu einer immer größeren Hölle aus Misstrauen, Hass und Kontrolle entwickelte.

Thomas bekam von den Gedanken seiner Frau wie immer nichts mit. Für ihn zählte nur eines: in die JVA Moabit fahren und versuchen, seinen Klienten aus dem Gefängnis zu boxen. Er ließ die Sicherheitschecks über sich ergehen und während er auf seinen Klienten wartete, überflog er nochmal die Eckpfeiler der Akte: männlich, 34 Jahre, soll eine Frau auf bestialische Art und Weise getötet und anschließend zerstückelt haben. Bevor er die Leiche in den großen Wannsee werfen konnte, stand bereits die Polizei vor ihm. Jemand hatte ihn erwischt und schließlich die Polizei gerufen – weil der Augenzeuge dachte, Simon Tebeck würde illegal seinen Müll entsorgen. Schließlich klickten die Handschellen und da er gegenüber den Polizisten Widerstand leistete (ein Beamter hatte ein blaues Auge und mehrere gebrochene Rippen) wurde er in die JVA Moabit in der Sicherheitsabteilung bei den schweren Jungs untergebracht.

Simon Tebeck wurde in Handfesseln zum Besuch gebracht. Thomas dachte sich, selbst wenn Simon keinen Polizisten angegriffen hätte, wäre er zu hundert Prozent auf der Sicherheitsabteilung gelandet: 1.90 m groß, muskulöser Körperbau, von oben bis unten tätowiert. Ein Tattoo erlangte sofort Thomas Aufmerksamkeit, eine Träne unter dem rechten Auge. In Knastsprache so viel wie „Ich hab‘ jemanden umgebracht“. Aber von einer Vorstrafe stand nichts in der Akte, oder hatte er das überlesen? Er musste zugeben, dass abgelenkt war, er konnte sich nicht komplett auf den Fall konzentrieren und alles andere ausblenden. Er hatte ein komisches Gefühl in den letzten Wochen, das Gefühl, dass ihn seine Vergangenheit doch einholen könnte. Wie ein Schatten, der immer da ist, so fühlte es sich für Thomas an. Doch er ahnte nicht, welche Dimensionen sich ihm noch offenbaren würden, welche Entscheidungen von ihm getroffen werden müssten. Und wen er am Ende alles verlieren wird.

 

 

Berlin, Anfang April 2014 – 10 Jahre vor dem großen Knall

 

Thomas war damit beschäftigt, für seine Abschlussprüfungen für das Studium zu lernen. Er und Anna waren zu diesem Zeitpunkt 25 Jahre alt. Anna stand kurz vor der Entbindung, sie sollte Thomas das größte Geschenk ihres Lebens machen: ihm seinen einzigen Sohn schenken. Es stand von Anfang an fest, dass dieser Maximilian heißen würde, wie der Vater von Thomas. Thomas konnte diesen Namen nur mit positiven Assoziationen verknüpfen: sein Vater war ein erfolgreicher Chirurg gewesen, hatte ein perfektes Leben, einen Sohn, die für ihn beste Ehefrau, ein großes Vermögen. Aber vor allem das Herz am rechten Fleck. Thomas hatte immer ein inniges Verhältnis zu seinem Vater, er war sein Idol, das große Vorbild, er sah zu ihm auf.

Anna war nicht begeistert über den Namen. Die beiden stritten immer öfter, was ihr die Risikoschwangerschaft nicht wirklich erleichterte. Sie war eine zierliche junge Dame und hatte ein Jahr zuvor bereits ein Kind verloren. Umso vorsichtiger und ängstlicher waren sie deshalb in dieser zweiten Schwangerschaft gewesen. Zumindest dachte Anna, dass das Verhalten ihres Mannes nur mit der Schwangerschaft zu tun hatte. Von seinem Geheimnis und seinen Geschäften wusste sie nichts.

Die beiden lebten in einfachen Verhältnissen. Eine 30m ² Wohnung in Berlin Kreuzberg, mit bescheidener Einrichtung. Das Einkommen der beiden bestand aus Zuwendungen ihrer Familien. Wobei diese gerade von Thomas Vater kamen und mit dem dunklen Geheimnis von Thomas in direktem Zusammenhang standen, aber, damit niemanden auffiel, wie die beiden Herren ihr Geld verdienen, musste das Geld über mehrere Ecken verteilt werden, bis es beim richtigen Besitzer ankommen konnte.

Thomas verließ gegen 13 Uhr die Wohnung, mit dem Vorwand, er wolle seinen Vater besuchen und dort in Ruhe lernen. Er fuhr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bis ins Nobelviertel Steglitz- Zehlendorf. Sein Vater besaß eine Villa, ein regelrechtes Schloss. Von der Straße konnte man nicht ins Haus sehen, der blickdichte Zaun und die meterhohen Hecken leisteten ganze Arbeit.

Maximilian begrüßte seinen Sohn mit den Worten „Gut, dass du endlich da bist, beim nächsten Mal sei früher hier, wir fliegen noch auf.“ Als Thomas Mutter vor knapp 4 Jahren starb, veränderte sich Maximilian – sein Ton wurde rauer, liebloser und er gab sich oft die Schuld an dem Tod seiner Frau. Als die beiden den Keller betraten, befand sich die stark blutende Frau bereits auf dem vorbereiteten OP-Tisch. Direkt daneben stand ein Mann, seine Kleidung war voller Blut, der Schock stand ihm in sein Gesicht geschrieben. Nun begann der schwierige Teil seines „Jobs“: Während Maximilian um das Leben der Frau kämpfte, versuchte Thomas mit dem Mann zu reden, um feststellen zu können, was vorgefallen war.

Der Mann nahm das „Service“ der beiden zum ersten Mal in Anspruch. In der Szene hatten sich die beiden bereits einen Namen gemacht „Medicus et Patronus“ (der Chirurg und der Anwalt) wurden die beiden genannt. Dieser Mann bekam von einem Stammgast der beiden, Zecke, die Empfehlung, mit ihnen in Kontakt zu treten. Üblicherweise wurden keine fremden Aufträge angenommen, gar beachtet, da diese immer eine Gefahr bedeuteten. Doch die beiden hatten eine leichte Flaute und waren dringend an das Geld angewiesen – schließlich erblickte bald der Sohn bzw. der erste Enkel das Licht der Welt.

Maximilian konnte mit seinem Wissen über die Medizin einigen Opfern das Leben retten. Überlebte das Opfer allerdings nicht, versuchte er den Mord zu vertuschen und alles wie eine schief gegangene Organtransplantation aussehen zu lassen.

Maximilian hatte den kniffligen Job: er musste vom Täter herausquetschen, wie es soweit kommen konnte, manchmal musste er die Täter selbst bedrohen, dass sie ihm wahrheitsgemäß antworteten. Denn das war der springende Punkt: er musste die Wahrheit wissen, um aus dieser eine perfekte Lüge zu entwickeln. Es war wie ein Strategiespiel, er musste denken, wie ein Polizist, um die Geschichte so verändern zu können, dass dem jeweiligen Täter kein Vorwurf gemacht werden konnte.

Die meisten Menschen, die sich an die beiden wandten, versuchten ihre Frauen oder ihre Nebenbuhler zu töten. Es gab aber auch einige Fälle von Kindesmissbrauch (diese waren die teuersten Fälle, da sie am kompliziertesten waren), Vergewaltigungen. Oft hatten sie es mit Gangkriegen zu tun, mit verfeindeten Motorradclubs oder auch Konkurrenten von großen Konzernen. Ehefrauen, die dem Seitensprung des Mannes einen Hammer drübergezogen haben. Sie haben in ihren 4 Jahren dieser „Karriere“ alle möglichen Fälle gesehen und es gab bisher nichts, was es noch nicht gegeben hätte.

 

 

Thomas. Berlin – JVA Moabit, 24.04.2024 – 2 Stunden bis zum großen Knall

 

Thomas saß Simon gegenüber, getrennt durch eine Glasscheibe. Thomas wollte wissen, warum Simon die Frau tötete, aber vor allem wollte er erfahren, was es mit dem Tränen-Tattoo auf sich hatte. Doch auf das, was Thomas nun erfahren sollte, war er nicht vorbereitet. Es war wie ein Schlag in das Gesicht, es warf ihn aus der Bahn.

Simon wurde in einem kleinen Dorf in Tschechien, in der Nähe der deutschen Grenze geboren. Er stammt aus sehr armen Verhältnissen, aus einer Familie, welche täglich um das Überleben kämpfen musste. Simon war zehn gewesen, als seine Mutter, Katharina, einen neuen Job in Deutschland bekam: Eine Prostituierte auf dem Straßenstrich in Dresden. Ab dieser Zeit war Simon mit seinen Großeltern und seinem Stiefvater alleine. Die Herren des Hauses tranken viel Alkohol. Katharina brachte jeden Montag ihr verdientes Geld nach Hause zur Familie – in einer guten Woche verdiente sie knapp 1.500€ (unter den schrecklichsten Bedingungen). Ihr neuer Freund, der Stiefvater von Simon, war begeistert. Wenn Katharina arbeiten war, feierten sie an den Wochenenden wilde Partys mit Unmengen an Alkohol und Drogen. Katharina gefiel das alles nicht, sie schmiedete Pläne, wie sie mit Simon nach Deutschland flüchten könnte – um ein neues Leben zu beginnen. Ein besseres Leben. Ihr Traum war es, eine kleine Wohnung zu besitzen und eine Ausbildung in der Altenpflege zu beginnen. Durch den extravaganten Lebensstils ihres Partners blieb der Familie weniger Geld als zuvor.

Katharinas Freund erhob die Hand immer öfter gegen seine Frau. Sie brachte, seiner Meinung nach, größenwahnsinnig durch den regen Kokainkonsumes, zu wenig Geld nach Hause. Eines Tages eskalierte der Streit zwischen den beiden. Simon musste mitansehen, wie seine geliebte Mutter fast zu Tode geprügelt wurde. Katharina überlebte den Angriff nur knapp – 3 Zentimeter weiter links und die Messerklinge hätte die Halsschlagader getroffen. Katharina wusste nicht, dass ihr Sohn ebenfalls eine Hölle aus Qual, Folter, Schmerzen und Erniedrigungen ausgesetzt war. Katharina hatte bereits eine kleine Wohnung in Berlin angemietet, deshalb brachte sie im letzten Monat weniger Geld nach Hause. Ihrem Freund sagte sie, dass der Markt derzeit in Deutschland schlechter war – für ihren Traum log sie und steckte Prügelattacken ein. Katharina fasste all ihren Mut zusammen und flüchtete gemeinsam mit Simon nach Deutschland, in einer Nacht und Nebenaktion. Aus Angst vor ihrem Exfreund und seiner Gewalt, sagten sie niemanden davon. Simon und Katharina lebten einfach, aber sie waren zum ersten Mal in ihrem Leben glücklich.

Simon hielt kurz inne. Ob er Herrn Müller die gesamte Wahrheit erzählen sollte, oder doch eine kleine Lüge in seine Geschichte einbauen? Er entschied sich für die Wahrheit, wenigstens einmal in seinem Leben.

Simon prägte die Zeit mit seinem Stiefvater: Drogen, Alkohol, Sex, Gewalt, Folter. Er sprach nie mit seiner Mutter darüber, da diese genug eigene Sorgen hatte. Nach der Flucht begann sie tatsächlich ihre Ausbildung als Altenpflegerin, nebenbei arbeitete sie an den Wochenenden immer noch als Prostituierte. Simon besuchte die Schule, hatte allerdings Probleme mit dem Stoff mitzukommen und sich in die Klasse zu integrieren. Mit zwölf Jahren entdeckte er, dass er es liebte, Tiere zu quälen. Er begann damit, kleinen Insekten wie Fliegen oder Ameisen, ihre Flügel oder Füße auszureißen. Irgendwann begann er Igel, Eichhörnchen, Hasen, Ratten und Mäuse solange mit Steinen zu bewerfen, bis sie starben. Im Alter von vierzehn/fünfzehn Jahren quälte er Hunde und Katzen. Einige von ihnen starben, da er immer grausamere Wege für seine Folter ausprobierte: Extremitäten abschneiden oder abhacken, Haut abziehen, ausbluten lassen. Ab dieser Erfahrung fragte er sich, wie es wohl wäre, dies bei einer Frau auszuprobieren.

Simon hatte eine Klassenkameradin, Nadja hieß sie. Sie war unsterblich in ihn verliebt. Er fasste einen grausamen Plan, um seine Lust zu befriedigen. Er lud sie zu sich ein. Es war Freitag und seine Mutter kam durch die Arbeit erst wieder am Montagabend nach Hause. Er hatte also Zeit, um die ganze Sauerei wegzuräumen.

Sie kam gegen 18 Uhr zu ihm. Nadja war aufreizend angezogen – sie wusste was sie wollte. Nadja war ein wunderschönes 16 jähriges Mädchen, lange schwarze Haare, groß, schlank, ausfallende Hüften, ein hübsches Gesicht. Die beiden hatten Sex. Sie fickte, als wäre es ihr letzter Tag auf der Welt. Während diesem leidenschaftlichen Trip schlug Simon ihr mit der rechten Hand kräftig ins Gesicht. Sie fiel um. Er fesselte sie ans Bett. Zuvor breitete er eine Plastikplane aus um zu verhindern, dass das gesamte Bett voller Blut ist. Nadja wachte aus der Bewusstlosigkeit auf und schrie, als sie sah, dass Simon über sie gebeugt war und mit einem Messer ihren Bauch massakrierte. Simon stach immer wieder auf das Mädchen ein. Je mehr sie schrie, umso besser gefiel es ihm. In seinem Rausch trennte Simon Nadja den rechten Ringfinger ab. Nachdem der Blutrausch vorbei war, schlief Simon ein. Als er eine halbe Stunde später aufwachte, fühlte er sich wie neu geboren. Er fühlte endlich wieder etwas – er war in einem Zustand höchster Euphorie. Langsam wurde ihm bewusst was er angerichtet hatte.

Um Nadja herum hatte sich ein regelrechter Blutsee gebildet – das Blut tropfte sogar schon auf den Boden hinunter und bildete dort eine kleine Lache. Doch Simon hatte vorgesorgt. Der große Bruder von Stefan, einem Schulkollegen von Simon, welcher in der Szene „Baron“ genannt wird hatte enge Kontakte zur Unterwelt. Und Baron erzählte ihm von einem Duo namens „Medicus et Patronus“, welches versucht, das Leben des Opfers zu retten oder die ganze Sache als Unfall aussehen zu lassen, im besten Fall wie eine schief gegangene Operation oder Transplantation. Und Simon hatte sich die Telefonnummer des Barons besorgt – sie kostete ihm nur 5 Gramm Kokain. Dieses Kokain finanzierte er sich durch mehrere Einbruchdiebstähle, Raube und Erpressungen.

Simon wählte die Nummer. Das Codewort, welches er gleich zu Beginn des Gespräches nennen musste lautete „itciledsuproc“ – also Corpus Delicti, rückwärts gesprochen. Ihm wurde geholfen. Nadja konnte zwar nicht gerettet werden, aber der Unfall konnte als schiefgegangene Lebertransplantation vertuscht werden. Die Stichverletzungen wurden als Selbstverletzungen dargestellt, da Nadja mit einer schweren Depression zu kämpfen hatte.

Der Ältere des Duos präparierte die Leiche, dass sie zur Geschichte der verpfuschten Transplantationsgeschichte passte. Der Jüngere wollte in der Zwischenzeit von Simon wissen, was passiert sei. Simon durfte dabei keine Details weglassen, der Mann musste alles wissen, damit das perfekte Lügengerüst aufgebaut werden konnte. Die beiden waren in Simons Wohnung gekommen, sie säuberten den Tatort von allen möglichen Spuren. Sie arbeiteten sehr genau. Die Leiche nahmen sie mit. Sie platzierten sie in der Nähe der Mäckeritzbrücke in Charlottenburg. Im abgelegenen Wald wurde sie mit dem Rücken an einem Baum gesetzt. Der Ablageort wirkte perfekt – die Leiche wurde reumütig platziert. Alles sah danach aus, dass jemand große Schuldgefühle hätte.

Einige Tage später befragte die Polizei Simon – genau wie der junge Mann es vorhergesagt hatte. Er erzählte nur, wie labil Nadja gewesen wäre, dass sie gar keine innige Freundschaft hatten, eher nur flüchtige Bekannte gewesen wären. Ihm wurde geglaubt, Der Obduktionsbericht sagte verbluten aufgrund einer fehlerhaften Transplantation aus. Simon hatte es geschafft. Er war frei. Er fühlte sich so gut wie nie. Die Bezahlung, 20.000€, wurde auf Raten ausgemacht. Simon konnte diese vor vier Jahren begleichen und war somit endgültig frei. Als Erinnerung ließ er sich die Träne unter dem rechten Auge tätowieren.

Thomas stockte der Atem. Er war schweißgebadet. Tausend Fragen schossen ihm durch den Kopf. Wusste Simon wer er war? Hatte er ihn deshalb engagiert? Warum erzählte er die Geschichte so genau und von dem Mordfall, in welchem er jetzt angeklagt wurde, nichts? Thomas konnte kein einziges Wort sagen, so schockiert war er. Doch Simon legte noch eines drauf: „Ich bin dein kleinstes Problem, ich will dir nicht schaden – immerhin hast du mir das Leben gerettet. Aber es gibt andere Menschen, die von deinem dunklen Geheimnis wissen. Und die haben Beweise. Am Großen Wannsee gibt es einen Steg, wenn man die Straße entlang fährt, Richtung Westen. Vor dem Steg befindet sich ein Kirschbaum, welcher wegen eines Blitzeinschlages in der Mitte zerbrochen ist, er ist dadurch zweigeteilt. Greif in der Mitte hinein, es ist im Inneren ein Schlüssel versteckt. Der Schlüssel passt in das Schloss der Box, welche unter dem Steg befestigt ist. In dieser Box befindet sich ein Handy mit einem Foto. Befolge die Anweisungen. Kein Wort zu niemanden, sonst stirbt deine Familie.“ Daraufhin stand Simon auf und ging. Thomas versuchte, sich nichts anmerken zu lassen. Er würde alles tun, um seine Familie, sein Heiligtum zu beschützen. Es zog ihm den Boden unter den Füßen weg. Sein Geheimnis durfte nicht auffliegen. Er machte sich sofort auf den Weg zum Großen Wannsee. Zu groß war die Angst, dass jemand anderes die Box mit dem Handy finden konnte. Er konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen, wie schlimm sein Leben noch werden würde. Und sein perfektes Leben, die perfekte Fassade begann zu bröckeln, bis sie endgültig unter der Last der Lügen zusammenbrechen würde.

 

Anna. Berlin, 24.04.2024 – eine halbe Stunde vor dem großen Knall

Anna ahnte, was ihr Mann gerade durchmachte. Sie wusste, dass ihr Mann sich über die Jahre hinweg verändert hatte. Sie wusste von seinem Geheimnis. Anna dachte über ihr Leben nach. Über die glücklichen Zeiten mit Thomas. Er war ein schöner Mann gewesen – blaue Augen, braune Haare – früher etwas längere Haare nach hinten mit Gel fixiert – heute eine Glatze. Er kam mit seinem Haarausfall nicht zurecht und beschloss daher vor zwei Jahren, sich eine Glatze schneiden zu lassen. Anna störte das nicht. Sie fand ihn perfekt, wie er war. Er war schon immer ein kräftiger Mann gewesen.

Anna betrachtete sich selbst im Spiegel. Ihre früher strahlend blauen Augen hatten ihren Glanz verloren. Während der Beziehung mit Thomas hatte sie ihren Glanz, ihre Schönheit verloren. War sie früher eine attraktive Frau, fühlte sie sich heute wie eine Hexe. Sie war verbittert geworden. Die Jahre mit Thomas prägten ihr Aussehen und ihre Psyche. Sie verbrachte die meiste Zeit damit über ihr Leben nachzudenken und was sie alles anders hätte machen können.

Als sie Thomas kennenlernte war sie unsterblich in ihn verliebt. Sie wusste, dass er ihr irgendwann wehtun würde. Bevor Anna ihre erste Fehlgeburt erlitt, erfuhr sie durch Zufall von Thomas Geheimnis. Er kam jeden Abend später nach Hause, nachdem dies für einige Monate so ging, wollte Anna wissen warum. Auf ihre Fragen wich Thomas aus. Also beschloss sie, ihm zu folgen. Sie folgte ihm bis zu dem Haus von Thomas‘ Vater, der Hausschlüssel lag wie immer neben der Haustüre unter einem Blumentopf. Sie verschaffte sich Zutritt zum Haus und durchsuchte es. Als sie Stimmen aus dem Keller hören konnte, folgte sie diesen. Sie schlich sich an und machte eine schreckliche Entdeckung: Maximilian, welcher gerade dabei war, einer junge hübschen Frau, eine Niere zu entfernen. Thomas, welcher mit einem blutverschmierten Mann redete, welcher immer nur wiederholte: „Es war ein Unfall, ich wollte das alles nicht. Sie müssen mir helfen, Sie können mir doch helfen oder?“. Anna blieb bis zum Schluss. Niemand bemerkte sie. Sie erfuhr alles über das Geheimnis ihres Mannes und Schwiegervaters. Kurz darauf erlitt sie eine Fehlgeburt. Sie hat bis heute nicht verkraftet, was sie an diesem Abend vor 11 Jahren gesehen hat. Dass Thomas sie mit seiner Sekretärin betrügt, war für Anna nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Sie schmiedete Rachepläne. Und jetzt war die Zeit für ihre Rache gekommen. Zum ersten Mal seit Jahren fühlte sich Anna machtvoll. Sie fühlte sich am Leben. Und das ganz ohne Diazepam und Alkohol.

 

Thomas. Großer Wannsee, 24.04.2024

Thomas konnte den Schlüssel und die Box sofort finden. Er hatte unvorstellbare Angst, vor dem was ihn jetzt erwarten würde. Als er zum Steg ging, sah er sich lange um. Er fühlte sich beobachtet, obwohl niemand vor Ort war. An der Unterseite des Steges war die Box montiert, er öffnete sie mit dem Schlüssel, entnahm das Handy, steckte es in seine Jackentasche. Er verspürte eine eisige Kälte, obwohl es für April knappe 17 Grad hatte und somit viel zu warm war. Er schaute sich nochmal um und ging zurück in sein Auto. Er setzte sich hinein und versperrte es. Er hatte Todesangst. Angst vor dem, was ihn nun erwarten würde. Thomas sah sich ein letztes Mal um, als er niemanden sehen konnte, nahm er das Handy aus der Jackentasche. Es war abgedreht. Thomas drückte den Einschaltknopf, „Willkommen“ stand am Display. Er wurde nach einem Code gefragt – aber kein herkömmlicher Zahlencode, es öffnete sich die normale Handytastatur. Er gab „Itciledsuproc“ ein und das Handy entsperrte sich. In der Galerie war ein einziges Foto gespeichert. Es zeigt Thomas gemeinsam mit seinem Vater, in ihrem gemeinsamen Arbeitskeller. Auf dem Operationstisch liegt eine junge Frau, Maximilian ist über sie gebeugt und entnimmt gerade eine Niere. Von dem Tisch tropft Blut. Thomas scheint gerade mit einem Mann zu reden, dieser ist blutverschmiert. Entweder hatte die Person gut recherchiert oder sie war selbst ein Opfer, welches nun Rache wollte.

Thomas beginnt zu schreien, er zittert am ganzen Körper, „Scheiße!“. Ihm wird übel. In diesem Moment vibriert das Handy, eine neue Nachricht. Er schaut sich um, irgendjemand muss ihn beobachten. Er öffnet die SMS. „Hallo. Ich weiß was du getan hast. Du fühlst dich sicher, weil du gedacht hast, niemand weiß von deinem Geheimnis. Aber ich weiß davon. Seit 11 Jahren. Du hast mir mein Leben zerstört und jetzt zerstöre ich dir deines. Ich habe zwei Aufgaben für dich. Die Erste: Schenk den Leuten reinen Wein ein, stell dich der Polizei und stehe für deine Taten gerade. Die Zweite, die vielleicht nicht so einfach ist: Simon Tebeck muss freigesprochen werden mit deiner Hilfe. Wende deine Fähigkeiten noch ein letztes Mal an. Tust du es nicht, wirst du deine Familie nie wieder sehen. Als kleinen Vorgeschmack, solltest du mich nicht ernst nehmen, sieh unter deinem Wagen nach. Ich habe dir ein kleines Geschenk hinterlassen.“

Thomas war fassungslos. Er zwickte sich selbst. Das kann doch alles nur ein beschissener Traum sein, ich wache bestimmt gleich auf. Doch es war nicht so. Es war die bittere Realität. Thomas stieg zögerlich aus dem Auto aus. Unter dem linken Vorderreifen lag eine Geschenkbox. Er öffnete sie. Er konnte ungefähr zehn Fotos seines Hauses sehen. Seine Kinder spielten im Garten. Seine Frau. Ihn. Doch seine Aufmerksamkeit galt etwas ganz anderem, etwas viel Schrecklicherem. Eine blonde, leicht gelockte Haarsträhne. Eine Haarsträhne, wie von seiner Tochter. Thomas erbrach sich.

Sein Handy klingelte, „Schatz“ stand am Display. Anna, verdammt, was passiert hier nur? Als er an das Handy ging schrie Anna hysterisch. „Thomas, du musst sofort nach Hause kommen, etwas Schreckliches ist passiert!“. 20 Minuten später war Thomas schweißgebadet zuhause. Seine Frau stürmte zu ihm. Sie erzählte ihm, dass jemand im Haus war und sie bedroht hatte. Seine Tochter kreischte. Ihr fehlte eine Haarsträhne. Thomas konnte die Polizei nicht rufen. Denn dann müsste er reden und es würde noch schlimmeres passieren. Stattdessen ging er, wie so oft, stumm in sein Arbeitszimmer. Er ließ seine Frau in ihrer scheinbaren Panik alleine.

Er überlegte, wie er Simon am besten aus dem Gefängnis holen konnte. Die Beweislage war erdrückend. Nach einigen Stunden hatte Simon einen Plan gefasst. Er wusste nicht, ob er funktionieren würde, aber es wäre einen Versuch wert. Er wollte gleich am nächsten Tag damit beginnen.

 

 

 

Großer Wannsee, Berlin. 25.04.2024 – 12 Stunden nach dem großen Knall

Thomas hatte nicht viel geschlafen in dieser Nacht. Er stand gleich in der Früh auf und ging zur Bank. Dort löste er sein Sparkonto auf, auf welchem das gesamte Geld seiner geheimen Geschäfte gelagert war. Ein hübsches Sümmchen von knapp 250.000€.

Danach machte er sich auf dem Weg zum Großen Wannsee. Dort suchte er den Zeugen im Mordfall um Simon Tebeck auf. Herr Schneider war nicht gerade begeistert, dass er Besuch bekam. Thomas befragte ihn, was er genau gesehen hatte. Herr Schneider erklärte es ihm, wie er es bereits vor Tagen der Polizei erzählt hatte: Er hat Simon Tebeck dabei beobachtet, wie er Müllsäcke in den See werfen wollte. Ob es sich um eine Verwechslung handeln könnte wusste er nicht. Er könne es nicht ausschließen, da er, um zu telefonieren, in das Wohnzimmer gehen musste. In der Zwischenzeit könnte jemand anderes die Säcke hingelegt haben, was aber ziemlich unwahrscheinlich ist.

Simon bot Herrn Schneider das gesamte Geld, um seinen Erinnerungen auf die Sprünge zu helfen. Er hatte sich am Vorabend lang damit beschäftigt, über Herrn Schneider zu recherchieren. Er war hoch verschuldet, kurz vor dem Rausschmiss aus seinem bescheidenen Häuschen. Herr Schneider willigte nach stundenlangen Gesprächen ein. Die beiden erfanden gemeinsam eine Geschichte. Eine Geschichte, welche Simon Tebeck vollständig entlasten würde. Herr Schneider machte sich sofort auf den Weg zur nächstgelegenen Polizeistation. Thomas ging in der Zwischenzeit zum See. Er setzte sich auf den Steg, auf welchem er gestern das Handy gefunden hatte. Er dachte über sein Leben nach. Dachte daran, dass er eigentlich alles hatte, was er jemals wollte. Dass er jetzt wohl für den Rest seines Lebens in Haft verbringen würde. Wie Simon Tebeck bei den schweren Jungs. Er hatte Angst.

Rund zwei Stunden später erhielt er einen Anruf. Es war Simon Tebeck. Er bedankte sich bei Thomas, da er nun auf freiem Fuß war. Alle Anklagepunkte wurden aufgehoben. Als das Gespräch beendet war, rief Thomas Anna an. Er erzählte ihr sein Geheimnis und das er erpresst wurde. Anna sagte nur: „Ich weiß. Ich habe dich erpresst. Du hast mir mein Leben zerstört und zur Hölle gemacht. Das einzige, das für dich immer wichtig war, warst du. Ich hatte nie Platz an deiner Seite, in deinem Leben. Du hast mich betrogen und angelogen. Ich wollte, dass du weißt, wie sich dieser Schmerz anfühlt. Der Schmerz, den ich seit 11 verdammten Jahren mit mir trage. Der mich seit 11 Jahren betäubt. Ich wollte, dass du weißt, wie ich mich fühle!“.

Thomas legte auf. Seine eigene Frau hatte ihn erpresst. Die Frau, die er einst liebte. Die Frau, von der er dachte, sie sei zu dumm um hinter sein Geheimnis zu kommen. Die Frau, die 11 Jahre lang schlau genug war, um sich nichts anmerken zu lassen. Die Frau, die sein einziger Halt in Haft gewesen wäre. Thomas zog sich seine Jacke aus. Er legte Handy und Geldbörse seitlich daneben hin. Zog sich seine Schuhe aus und stellte sie penibel genau neben seine Wertsachen. Er schaute sich ein letztes Mal das Foto von Anna und den Kindern an. Dann sprang er ins eiskalte Wasser. Er ertrank, denn Thomas hatte nie gelernt zu schwimmen.

 

 

Berlin, Großer Wannsee. 40 Minuten nach dem großen Knall

Thomas‘ Leiche wurde von Jugendlichen, welche eine Party feiern wollten entdeckt. Reanimationsversuche blieben erfolglos. Er wurde vom Notarzt für tot erklärt. Anna wurde die Nachricht von zwei Polizisten überbracht. Sie fuhr sofort zu Maximilian, dem Vater von Thomas, um ihm vom Tod zu erzählen. Maximilian wusste Bescheid, sie waren vorbereitet. Sollte jemals das Geheimnis entdeckt werden oder sie erpresst werden, würde Thomas sich das Leben nehmen und vorher eine SMS an Maximilian schicken. Dieser würde dann die vorbereiteten Dokumente an die Polizei und die beliebtesten Journalisten des Landes verschicken. Und sich anschließend selbst das Leben nehmen. Maximilian hatte zu diesem Zeitpunkt bereits ein Schreiben, in welchem sie ihre illegalen Geschäfte genauer erläutern und eine Liste der Überlebenden und Toten an Polizei und Medien verschickt. Die Liste umfasste mehrere hundert Namen. Anschließend nahm er seine Glock 17 aus dem Waffenschrank und richtete sich selbst hin.

Als Anna das Haus betrat, fand sie Maximilian erschossen vor. Eine Blutlache hatte sich um ihn herum gebildet. Sie holte Hilfe, doch es war zu spät.

 

 

16+

11 thoughts on “Die Last der Lügen

  1. Hi, wo fange ich an?
    Zuerst möchte ich dir sagen, dass die Idee der Story gar nicht schlecht ist.
    Mir fiel es allerdings zunehmend schwer, der Geschichte aufmerksam zu folgen. Das fing im Grunde damit an, dass das Datum in der ersten Überschrift der 24.4.2020 ist, ab dann die Geschichte aber im Jahr 2024 zu spielen scheint. Hier frage ich mich, warum ? Oder ist das ein Versehen? Das solltest du auf jeden Fall korrigieren.
    Ich hatte das Gefühl, dass auch dein Schreibstil noch nicht „fertig“ ist. Daran kann man arbeiten.
    Ich hatte auch das Gefühl, dass du dich mit Gewalt an die vorgegebenen Eckpfeiler geklammert hast, dadurch wirkte einiges sehr konstruiert.
    Ich denke, mit etwas mehr Übung/Routine beim Schreiben, wird das noch besser werden. Arbeite weiter an deinem Stil, dann wird da sicher was richtig gutes bei raus kommen.
    Ich hoffe, das klingt jetzt nicht gemein für dich, ich wollte aber ein ehrliches Feedback geben.

    P.S. vielleicht hast du ja Lust, auch meine Geschichte zu lesen und zu zerpflücken…
    >>Glasauge
    Ich freue mich über ein Feedback

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    1. Hey, danke für dein ehrliches Feedback! Du hast recht, am Stil kann man wohl noch arbeiten, das war allerdings auch meine erste Geschichte, die ich geschrieben habe.
      Das Datum habe ich korrigiert, da hat sich ein Fehler bei der ersten Überschrift eingeschlichen. Danke für den Hinweis.

      0
    1. Ich fand die Geschichte sehr gut.
      Sie hat mir gefallen.
      Sie ist spannend, kreativ und gut umgesetzt.
      Und zudem gut korrigiert und gegengelesen worden.

      Du erzeugst eine hervorragende Spannung, ich fand die Parameter überzeugend ausgearbeitet.

      Man merkt und spürt deutlich, dass du bereits einen ganz eigenen Stil hast, ich bin aber sicher, dass du ihn noch ausbauen und perfektionieren wirst.
      Jemand der so aufgeschlossen plant, arbeitet und umsetzt, der hat auch die Möglichkeit, noch an sich zu arbeiten.

      Aber das ist Kritik auf einem bereits hohen Niveau
      Deine Geschichte hat mich gefesselt, gut unterhalten, und das zählt.

      Ach ja. Das Ende war wirklich überzeugend.
      Kompliment.

      Liebe Grüße, und dir alles Gute.
      Schreib weiter.
      Swen Artmann (Artsneurosia)

      Vielleicht hast du ja Lust und Zeit, meine Geschichte auch zu lesen.
      Würde mich freuen.
      Sie heißt: „Die silberne Katze“.
      Vielen Dank.

      Ach ja. Meinen Like hast du.

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    2. Danke für dein liebes Feedback!
      Das Ende war echt schwer, mir wäre noch so viel eingefallen, was ich gerne eingearbeitet hätte, aber das hätte alles den Rahmen gesprengt. 😅
      Das Datum habe ich bereits ausgebessert, da hat sich ein Fehler eingeschlichen.

      0
  2. Hallo Melanie,

    ich finde die Idee Deines Plots ziemlich cool! Gerade das Zusammenspiel, die geheime Arbeit von Vater und Sohn fand ich eine tolle Idee.
    Ebenfalls gut gefallen hat mir die Geschichte des Insassen Simon, das ist Dir wirklich gut gelungen.
    Auch der Countdown „zum großen Knall“ hält den Leser bei der Stange weiterzulesen.
    Eine Anmerkung hätte ich zu Deinem Schreibstil oder besser gesagt zu Deinem Erzählstil. Du erzählst die Geschichte durchgehend relativ straight herunter, ein wenig so, als würdest Du einer anderen Person von einer BegebEinheit berichten. Das funktioniert zwar ganz gut, weil die Geschichte sehr spannend ist , aber vielleicht könnte hier und da mal ein anderer Blickwinkel (zB eine Szene in der Ich-Perspektive) ganz fluffig sein. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.

    Für das Voting wünsche ich Dir alles Gute!

    Liebe Grüße
    Anita („Räubertochter“)

    0
  3. Hallo Melanie,
    Eine sehr krasse Geschichte, die du dir da ausgedacht hast. Hut ab!
    Aber ja, ich war auch mit den Zeiten etwas verwirrt: 12 Stunden danach ist Thomas ins Wasser gesprungen und 40min danach haben Jugendliche seine Leiche gefunden? Da musste ich nochmal zurück und die Zeiten prüfen… Vielleicht waren das einfach zu viele Sprünge für eine Kurzgeschichte – ABER die Idee dahinter fand ich prima und das hat auch die Spannung erhöht.
    Ich finde, dass du das ganze gut durchdacht hast, aber war vielleicht für eine Kurzgeschichte etwas komplex.
    Die Auflösung mit der Ehefrau war mir etwas zu abrupt, da hat die Spannung kurz nachgelassen… Das finale Ende war allerdings unerwartet. Das mag ich.
    Du kannst sicher noch etwas am Stil arbeiten, um es mehr auf den Punkt zu bringen – aber, wer muss nicht noch an sich arbeiten? 🙂
    Mach weiter so!

    Liebe Grüße Jenny /madame_papilio

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  4. Moin Melanie,

    ein echt starker Plot den du hier erzählst. Das mit den verwirrenden Zeiten wurde ja schon angesprochen. Das war eigentlich auch das einzige was ich kritisieren kann, möchte. Deine Storie ist fast filmreif und die einzelnen Stilmittel die du einsetzt, z.b. das rückwärts gelesene Codewort, oder auch den Einsatz der lateinischen Sprache, haben mir richtig gut gefallen. Deine Geschichte kommt ohne viele Dialoge aus und bleibt trotzdem immer im Vorwärtsgang. Kreativ, spannend und mit Liebe zum Detail geschrieben…hat mir gut gefallen!

    Da es deine erste Geschichte ist kann ich dir nur raten…schreiben, schreiben, schreiben! Talent hast du ganz sicher…

    Mein Like lass ich dir gerne da und wünsche dir alles Gute für’s Voting.

    LG Frank aka leonjoestick ( Geschichte: Der Ponyjäger)

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  5. Hi Melanie!
    Du hast da eine ganz besondere Geschichte geschaffen, sie hat mir sehr gut gefallen. Sie ist kreativ und dein Schreibstil ist klasse. Zeitweise musste ich ein wenig zurückscrollen um mich wieder zu orientieren, aber es war nie einen Deut langweilig. Und dann der Schluss – wow! Ist es wirklich deine erste Geschichte? Dann bist du sehr begabt, mach auf jeden Fall weiter!
    Gerne lasse ich dir mein Like da, vielleicht hast du auch Lust, meine Geschichte zu lesen und mir Feedback zu geben.
    Liebe Grüße Lotte
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/der-alte-mann-und-die-pflegerin

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