ITgirlDie moderne Mutter

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Reglos lag Lena auf dem Rücken. Es war finster und ihr fehlte jegliche Orientierung. Sie versuchte, ihre Augen zu öffnen. Es kam ihr vor, als würde eine Tonnenlast auf diesen liegen. Die Dunkelheit bedrückte sie zunehmend. Sie wollte sich ins Gesicht fassen, ihre Umgebung ertasten und sich aufrichten. Doch all das gelang ihr nicht. Sie fühlte sich gelähmt und benommen. Plötzlich spürte sie eine Hand auf ihrem Bauch. Unter dieser Berührung schreckte sie zusammen und war zugleich schockiert, wie viel Schmerz ihr dieser Reflex kostete. Sie wollte ihren Mund aufreißen, um zu schreien, doch alles, was sie hörte, war ein leises Stöhnen ihrerseits. Sie klang so fremd, fern und jämmerlich. Das Herz schlug ihr bis zum Hals. Langsam spürte sie eine Last auf ihrer Brust. „Du bist Böse Lena“, hörte sie eine männliche Stimme ihr ins Ohr flüstern. Es lief ihr kalt den Rücken runter. „So böse, Lena.“ „Lena!“ Hallte es in ihren Ohren nach. Sie riss die Augen auf, nur um sie schnell wieder zu schließen. Ein grelles Licht brannte in ihren schlaftrunkenen Augen. Erleichtert stellte sie fest, dass sie sich in ihrem Schlafzimmer befand. „Wir müssen los“, sprach ihr Mann Lars, der in der Tür stand, daraufhin stürmten ihr dreijähriger Sohn Paul und Lilly ihre sechsjährige Tochter aus dem Zimmer. Die Tür fiel ins Schloss und es war wieder mucksmäuschenstill im Haus.

Da lag sie nun, der Schreck ihres Traumes saß ihr noch in den Knochen. Lena fühlte sich gerädert und kränklich. Eigentlich wollte sie ihren freien Tag nutzen, um an einem neuen Artikel zu schreiben. Als Bloggerin im Lifestyle- und Fashionbereich genoss sie ein hohes Ansehen in den großen sozialen Netzwerken und diente durch Produktplatzierung als Werbeträgerin. Lena ging bereits seit ein paar Jahren mit ihrem Mamablog voll in ihrer Rolle als Modeikone und Ratgeberin auf, indem sie sich, Paul und Lilly modisch stylte und somit neue Trends setzte. Die moderne Mutter des 21. Jahrhunderts. Es war längst nicht mehr nur ein spaßiges Hobby, es ist auch zu ihrer Haupteinnahmequelle geworden. Dank ihrer Reichweite bekam sie über die Jahre immer mehr Aufmerksamkeit von allerlei Menschen und Firmen, die sie gegen eine Bezahlung baten, ihre Produkte auf ihrer Plattform zu platzieren. Namhafte Modelabels versorgten sie mit ihren Klamotten, die sie wiederum mit speziellen Rabattcodes ihrer Community empfahl. Letztendlich verhalfen ihr die Bilder ihrer Kinder an ein breiteres Publikum zu kommen, sodass sie für Lilly ein eigenes Profil erstellte, das sie in liebevoller Kleinarbeit managte und pflegte. Sie war das perfekte Kindermodel mit ihren großen Rehaugen, ihren blonden Locken und den wunderschönen, vollen Lippen. Die Einnahmen aus Lillys Profil legte sie für die Ausbildung ihrer Kinder zur Seite, denn Lena verfolgte stets den Traum, dass es ihren Kindern an nichts mangeln sollte. Sie kannte das Gefühl der Enttäuschung nach einem Blick in eine leere Butterbrotdose.  

 

Ein lautes Klopfen riss Lena aus ihren Gedanken – hatte Lars wieder seinen Schlüssel vergessen? – sie quälte sich aus dem Bett, zog sich ihren Morgenmantel an und lief an die Tür ihres 200 m2 Penthauses. „Lars?“, rief sie den Flur entlang. „Lars?“, genervt öffnete sie die Tür. Niemand stand davor, sie blickte den Gang entlang, als sie wieder reingehen wollte, fiel ihr Blick auf einen mittelgroßen Gegenstand unmittelbar vor ihr. Sie brauchte einige Sekunden, um zu begreifen, dass es sich dabei um ein Paket handelte. – Ach Lars, du alter Romantiker, dachte sie sich. Sie lernte ihn damals über ihren Manager Leon kennen. In ihren jungen Jahren versuchte sich Lena erfolglos als Model. Er verhalf ihr damals schon in die schillernde Welt der IT Szene Deutschlands und ermöglichte ihr den erfolgreichen Start in die sozialen Netzwerke.

 

Plötzlich schreckte Lena hoch! Das Paket machte Geräusche, melodisch und vibrierend, wie von einem Handy. Nach einer Schrecksekunde nahm sie es in die Hand. Tatsächlich! Etwas befand sich in dem Paket. Nach der zweiten Vibration verstummte es. „Eine Schere“, dachte sich Lena und eilte zu ihrer Kosmetiktasche. Hastig ritzte sie das Tape des Paketes auf, riss die Laschen auseinander, starrte in das Innere, und da lag es. Groß, schwarz und mit dunklem Display. Sie holte es heraus, betätigte die Einschalttaste und schaute reglos auf die Popupnachricht, die zuvor einging: „Hey Lena, ich hoffe, du freust dich!“ Sofort kam ihr Lars wieder in den Sinn. Ihr liebster Lars, der es schon immer verstand sie auf Händen zu tragen, der es auch jetzt schaffte kilometerweit entfernt ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Nicht nur, dass er ihr regelmäßig ermöglichte sich einige Stunden ungestört um ihre digitale Welt zu kümmern, nun beschenkte er sie auch noch mit dem neusten Smartphone. Er war der perfekte Mann. Verträumt hielt Lena sich das Handy an die Brust, just in diesem Moment vibrierte es erneut. „Lars!“, fluchte Lena, schmunzelnd. Sie war ja so schreckhaft.

Sie wischte über das Handy und entsperrte das Telefon, öffnete die Nachrichten App und las die zweite Nachricht: „Ich habe was in der Galerie für dich“. Voller Vorfreude navigierte sie zu der Bilderanwendung. Diese war voll mit kleinen Vorschaubildern, auf denen sie eine Frau zu erkennen glaubte. Irritiert tippte sie das erste Bild an. Die Frau saß auf ihrem Sofa und trug nichts weiter als Netzstrümpfe. Sie saß breitbeinig und mit glasigem Blick in ihrer Wohnung, wie ein Eindringling, der sich bei ihr breitmachte. Ihr kam diese Frau so fremd vor und dennoch kannte niemand sie besser als Lena. Sie schaute sich selbst an und wiederum starrten zwei lusthungrige, fremde Augen ihr provokant entgegen. Sie wischte zum nächsten Bild – sie mit ausgestreckter Zunge. Das Nächste – sie mit einem Finger im Mund. Sie begann schneller zu wischen und vor ihr entwickelten sich die Bilder zu einem Daumenkino der Demut und Peinlichkeit. Ihr stieg langsam die Hitze zu Kopf. Lars konnte doch nicht einfach solche Fotos von ihr machen! Es war nicht so, dass sie prüde oder verklemmt war, jedoch konnte sie sich an keinen Zeitpunkt erinnern, an dem diese Bilder hätten entstehen können. Die Posen wurden von Foto zu Foto zunehmend provokanter und vulgärer. Die letzte Datei war ein Video. Mit zitternden Fingern spielte sie es ab. Totenstille! Man erkannte einen Fußboden, aus ihrem Schlafzimmer mit den hellen Dielen, zu denen Lena einen ganzen Blogartikel schrieb, der ihr eine lukrative Kooperation mit einem luxuriösen Einrichtungshaus einbrachte.

Das Bild schwenkte in Richtung Bett, Lena trat hinter der Kamera hervor, lasziv wippte sie ihre Hüften hin und her. „Mache ich das richtig so?“, hörte sie sich lallen. Sie drehte sich langsam mit ihrem nackten Körper in Richtung Kamera: „Bin ich dein kleines böses Mädchen?“ Hier war das Video abrupt zu Ende. Ihr Scham verwandelte sich in Wut. Zornig nahm sie ihr eigenes Telefon und rief Lars an. Nach dem zweiten Klingelton ging er lachend ans Telefon: „Kinder, ich glaube die Mama vermisst uns schon!“ „Was soll der Scheiß?“, platze Lena ihm ins Wort. „Was hast du dir dabei gedacht? Wann hast du mich so furchtbar aufgenommen? Ich fühle mich so benutzt und das Schlimmste ist, dass ich mich an nichts erinnern kann!“, fluchte sie. „Was? Bei was gedacht, wie aufgenommen? Wovon redest du Lena?“ Sie wollte ihm wieder ins Wort fallen als sie zuerst aus dem Augenwinkel das Leuchten und dann die Vibration des Gerätes wahrnahm. Wütend Griff sie zu dem fremden Handy und las: „Besser du legst jetzt auf oder ich poste deine netten Bilder auf dein Profil.“ „Willst du mich eigentlich verarschen Lars? Wie genau willst du deinen Scheiß posten ohne Passwort?“ „Lena? Von was redest du da? Was für Aufnahmen? Beruhige dich bitte und erkläre mir alles in Ruhe. Ich verstehe es nicht.“

Es vibrierte wieder, dieses Mal direkt an ihrem rechten Ohr. Das dumpfe Geräusch ließ sie hochschrecken. Sofort streckte sie ihre rechte Hand von sich weg und somit auch die Quelle. Verdutzt starrte sie auf das Gerät in ihrer Hand. Plopp, Plopp, Plopp … all die Nachrichten, die in ihr sonst ein Meer aus Endorphinen auslösten, schillerten auf ihrem Handy: „Ist ja eklig“, „Wie kann sich so eine Ehefrau und Mutter geben?“, „Du kleine Hure“, „Geile Titten“ …

Lars Stimme löste ihre Schockstarre: „Lena, könntest du mir bitte mal antworten?“, sie klang weit weg. „Wie bitte?“, antwortete Lena verdutzt und betätigte den Lautsprecher. „Schlampe!

„Welche Aufnahmen Lena? Ich mache mir gerade echt sorgen“. „Ich werde dich melden!“ „Welche Aufnahmen Lena?“ Zu den Vibrationen aus dem Gerät in ihrer rechten Hand gesellte sich nun ein weiterer Vibrationston aus ihrer linken Hand. Das fremde Handy meldete sich mit einer weiteren Nachricht: „Schau dir dein Profil an. Drück deinen Mann weg, wenn du nicht noch mehr Follower verlieren willst.“ Mechanisch navigierte sie auf ihr Profil, nur um das Schlimmste zu erfahren, was ihrer kleinen digitalen Welt passieren konnte. Dies dachte sie zumindest bis jetzt – schlimmer konnte es nicht kommen – da war es, das Bild, das sie aus ihrer Galerie erkannte. Es hatte bereits 195 Kommentare. Plopp: „Ich lösche dich!“ – 196. Plopp: „Schlampe“ – 197. „Lena, ich komme jetzt nach Hause.“, riss sie Lars wieder in die Realität zurück. „Alles gut Lars, alles gut“, krächzte sie. Sie räusperte sich und versuchte gefestigt zu klingen: „Man hat mich schon wieder ungeschminkt markiert und du weißt doch, wie schlecht das für mein Image ist.“, log sie wie aus der Pistole geschossen. „Ich werde das Foto löschen müssen. Die Verwirrung tut mir echt leid Lars.“, wenn es um ihre digitale Welt ging, konnte er einfach nicht mitreden und das machte sie sich nun zunutze. Er verstand noch nie, wie sie sich morgens schminken, ihre zerknitterten Klamotten gegen einen Morgenmantel austauschen, sich wieder ins Bett legen, um von dort aus ein Video für ihre sogenannte digitale Familie drehen konnte: „Guten Morgen meine lieben, ich habe heute so gut geschlafen!“

„Ich mag dich auch ungeschminkt“ sagte er in einem leisen Ton. „Ungeschminkt bezahlt uns nicht deine Rolex“, scherzte Lena, sie musste ihn dringend loswerden um dem Ganzen auf den Grund zu gehen. Wer steckte dahinter? Vielleicht eine Konkurrentin aus dem Netz. Sie müsste doch unbemerkt die Polizei anrufen oder den Support kontaktieren können. Plötzlich stockte sie, ihr entging eine wichtige Information – woher wusste der perverse, dass sie mit Lars telefonierte. „Lars, ich muss jetzt Schluss machen!“ Zum Glück ließ er sich sanft beschwichtigen und er legte murrend auf.

Nun war sie wieder alleine, zumindest hoffte sie dies. Sie hatte das surreale Gefühl, dass jemand hinter ihr stand. Sie fuhr herum, doch da war niemand. Ihr stockte der Atem, langsam bewegte sie sich mit dem Rücken zur Wand und hielt dabei beide Hände geschützt vor ihrem Körper. Da ging die Vibration zu ihrer linken wieder los: „Gut gemacht. Jetzt will ich, dass du einen live Stream schaltest und deine Follower begrüßt.“ Mit zitternden Händen und dem Blick immer Richtung Tür tippte sie in ihr Handy: „Wer bist du?“ Prompt kam die Antwort in Form einer Videodatei. Die fremde Lena wieder auf ihrem Bett: „Ich habe meine Follower gekauft, um mit Lillys Account mitzuhalten.“, schluchzte sie in die Kamera. „Was hat die Schlampe, was ich nicht habe“, rief sie aufgebracht. Hier endete das Video. Die nächste Nachricht ploppte auf: „Geh live oder ich zeige ihnen dein wahres Gesicht“. Ihr Korsett der Angst wurde immer enger geschnürt. Sie schämte sich abgrundtief für diese Worte. Woher hatte der Fremde das Material? Er hatte sie hiermit in die Ecke gedrängt. Sie musste tun was er wollte und Zeit schinden. Er dürfte dieses Video nicht von ihr veröffentlichen. Ihre digitale Familie, ihr Ruhm, das Geld, die Kooperationen, die Geschenke, die lieben Kommentare und die Komplimente, gingen ihr durch den Kopf. Sie musste dies beschützen. All das, was sie sich in jahrelanger Knochenarbeit aufgebaut hatte. Sie hatte Tränen geheult, gehungert, gekämpft für ihr Leben und jetzt kam ein Eindringling und wollte ihr alles streitig machen. Beschlossen navigierte sie mit dem Gerät zu ihrer linken in ihre Anwendung und von dort aus direkt auf die live Übertragung. Als hätten die User nur auf sie gewartet, schauten nach bereits 10 Sekunden über 5000 Profile zu. „Hallo meine Lieben“, sie nahm sich eine lange theatralische Pause, in der sie direkt in die Kamera ihres Smartphones blickte: „ihr fragt euch sicher, was es mit meinem letzten Post auf sich hat.“ –  19234 Zuschauer, „das kann und werde ich euch sagen!“ – 27300. „Ich bin ein Opfer! Genauer gesagt bin ich ein Opfer eines sehr bösen Mannes geworden!“, ihr Redefluss nahm langsam an Fahrt zu: „ich wurde unter Drogen gesetzt und fotografiert. Ich dachte immer, so was passiert nur einer leichtfälligen Frau.“, 50360 Zuschauer. Ihre Stimme klang von Wort zu Wort immer fester und souveräner. „Jedoch wurde ich in meiner eigenen Wohnung überfallen, unter Drogen gesetzt und vergewaltigt.“, peng, diese Worte trafen direkt ins Schwarze. Sie schluckte theatralisch und blickte an sich herunter, wo sie auch schon den Eingang der nächsten Nachricht in ihrer linken Hand sah. Dieses Mal ein Text mit einem Bild: „Ich habe hier was für dich. Lies den folgenden Text laut vor, wenn du nicht willst, dass ich dieses Bild poste.“ Ihr letzter Trumpf fiel ihr mit einem Schlag aus den Ärmeln. Sie konnte ihren Augen nicht trauen. Lena begriff binnen Sekunden, dass sie absolut keine Perspektive mehr hatte. Sie war schachmatt. Sie scrollte zu dem Text und begann vorzulesen:

 

Die meisten kennen mich als Lena, die kreative, fleißige und freundliche Frau. Eine mit der man Pferde stehlen kann. Was ihr nicht wisst, is, dass erst die Vermarktung meiner Kinder mir zu Geld und Erfolg verhalf. Natürlich reichte mir das nicht, und deshalb fing ich an, Nacktfotos zu verkaufen, auf denen … “

 

Lilly stockte. An dieser Stelle konnte sie nicht weiterlesen. Ihre Stimme streikte und sie war sich sicher, dass sie keinen weiteren Ton mehr rausbrachte. Sie beendete die Liveübertragung und navigierte ein letztes Mal zu dem Profil ihrer Tochter. Dort stand es geschrieben, was sie hätte niemals aussprechen können: „Meine Mama verkauft Nacktfotos und Videos von mir. Buchungen nur über Direktnachricht. Hausbesuche kosten extra.“

Resigniert legte sie beide Handys zur Seite, ging ins Badezimmer, wischte sich die Tränen aus dem Gesicht, frischte ihr Make-up auf und zog sich die Lippen nach. Mechanisch lief sie ins Wohnzimmer, öffnete das Fenster, hievte sich auf den Fenstersims und sprang.

 

Rückblende:

Lena liebte diese Tageszeit, wenn die Stadt zum bersten voll war und sich zahlreiche Kunden in den Kaufhäusern tummelten. All die gut betuchten Frauen, die mit ihren zahlreichen Einkaufstaschen, von Prada, Gucci und Louis die Gänge entlang flanierten. Dort mischte sie sich unter das Volk, nahm sich alles, was ihr gefiel, spazierte mit ihrer Tochter in die Umkleidekabine und kam wieder als glückliche Frau raus. Das Gefühl, wenn einem alles passte, war unbeschreiblich. Auf dem weg zum Ausgang überlegte sie sich schon die passenden Worte für den nächsten Artikel.

Ein stämmiger Mann stellte sich ihr in den Weg: „Entschuldigen Sie Miss, ich muss ihre Tasche kontrollieren.“ Lena wollte sich an dem Mann vorbeidrängen: „Hören sie, ich muss meiner Kleinen die Windeln wechseln.“ Er streckte die Hand aus und ließ sie nicht passieren: „Ich habe den Verdacht – “, „Lena Schatz, ich habe unseren Einkauf bezahlt.“ Plötzlich schob sich ein grauhaariger Mann, den Lena nur zu gut kannte an dem Koloss vorbei. Er nahm Lilly auf den Arm. Der Mann starrte den Grauhaarigen verdutzt an. Dieser blickte gestresst auf seine Rolex und schimpfte: „Wenn wir es noch rechtzeitig auf die Berlinale schaffen wollen müssen wir gleich los.“ Der grauhaarige war eine Erscheinung eines Mannes, mit seinem maßgeschneiderten Anzug, adrett gekämmten Haaren und strahlend weiße Zähne erkannte jeder sofort. Er war jemand. „Kann ich ihnen helfen“, entgegnete er dem Koloss mit hochgezogenen Augenbrauen. Dieser öffnete ihm die Türe und stotterte ihnen beiden entgegen: „Wir hoffen sie hier bald wieder zusehen mein Herr.“

Sie liefen nebeneinander die Straße entlang, er hielt Lilly immer noch auf dem Arm. „Ich lade dich auf einen Kaffee ein Lena.“ Erst im Kaffee angekommen fand Lena wieder ihre Worte: „Danke Leon!“

„Ich sehe Potenzial in der Kleinen.“, und starrte dabei Lilly an. „Sie hat einen wunderschönen Körper.“ Er leckte sich mit der Zunge über die Lippen. „Wenn wir mit ihr jetzt anfangen, können wir all das nachholen, was wir bei dir versäumt haben!“ Er ließ beim Sprechen die Augen nicht von Lilly. Er schien sich zu sammeln, legte die Hände in den Schoss, schob ihr eine Visitenkarte und einen Geldbündel entgegen, stand auf und verließ das Kaffee.

 

 

Epilog:

Schlagzeilen: „Mann findet Kinderpornografie auf ihrem Handy“, „Jahrelange Misshandlungen einer Influencerin“, „Sie war schon immer ein böses Mädchen – jetzt packt ihr Mann aus!“ 

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