ScripturineDie Nacht, in der das Fürchten wohnt

Etwa 2010.

Womit habe ich das eigentlich jetzt noch verdient, fragte er sich. Er hatte nur noch wenige Monate bis zum Ruhestand und dachte, die könne er ruhig als Oberarzt verbringen. Da schickt ihm das Schicksal noch ein Kind mit Trisomie 21 ins Haus, mit multiplen Organschädigungen auch noch. Und das ausgerechnet, während seine Chefärztin für ein paar Tage auf einem Symposium ist. Dazu hatte er nun wirklich keine Lust.

„Früher hat man ja mongoloide Kinder irgendwie großziehen müssen. Heute muss man das ja eigentlich nicht mehr, schleuderte er dem Vater lustlos entgegen.

Er saß ihm gegenüber. Sie saßen in seinem Arztzimmer. Der ältere Mann trug seinen weißen Kittel, der zu seinem weißen Haar passte und den weißen Möbeln. Und allem anderen, was sie umgab. Am Kittel war ein Namensschild befestigt: Dr. Friedemann Claus. Er hatte gerade ihr erstes Kind besucht. Eine Tochter. Sie war erst vor wenigen Tagen auf die Welt gekommen, zu früh und es ging ihr nicht gut. Deswegen war sie kurz nach ihrer Geburt von der Geburtsklinik in die Kinderklinik verlegt worden.

„Heute sagt man nicht mehr „mongoloid“, man redet von einer Trisomie 21. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie das auch täten“, entgegnete der Vater. Die Kindsmutter hatte ihre Tochter noch gar nicht gesehen, sie lag nach der Kaiserschnitt-Entbindung noch in einem anderen Krankenhaus.

„Naja, es ist ja auch eigentlich egal, wie man es nennt“, kam es von gegenüber. „Sehen Sie mal: Warum bekommen Sie ein behindertes Kind? Sie wussten es doch vorher, sie hätten es doch in der Hand gehabt. Sie sehen doch, was daraus wird …“

„Hören Sie mal, wie reden Sie denn von unserer Tochter? Ist sie es nicht wert, hier angemessen versorgt zu werden, nur, weil sie eine Trisomie 21 hat? Ich verlange, mit Ihrem Vorgesetzten zu sprechen!“

„Das wird nicht gehen.“

„Wieso nicht?“

„Die Chefärztin befindet sich auf einer Fortbildung, sie wird erst in der kommenden Woche hier sein. Das ist für ihre Tochter vielleicht schon zu spät.“

„Was soll das heißen?“

„Sagte ich doch: Dass unsere Chefärztin erst am kommenden Dienstag …“

„Das meinte ich nicht! Ich will wissen, welche Chancen unsere Tochter hat! Was soll ich meiner Frau sagen, wenn sie mich danach fragt, ob unsere Tochter leben wird oder nicht?“

„Naja … Ihre Tochter hat mehrere organische Probleme, sie hat einen Herzfehler und eine extrem schwache Lunge. Wenn Sie sich ein Glas Wasser vorstellen … es ist eher halbleer als halbvoll. Es hilft nichts – Sie müssen mit mir Vorlieb nehmen.“

„Ich glaube, es ist besser, ich gehe jetzt.“

Wie betäubt saß Martin im Auto und versuchte, einen klaren Gedanken zu fassen. Zu verstehen, was er gerade gehört hatte. Zu verstehen, was er gerade erlebt hatte. Er hatte gerade einem echten Menschenhasser gegenüber gesessen. Er wollte diesen Gedanken auch nicht zulassen, denn dieser Mann hatte immerhin die medizinische Verantwortung für seine Tochter. Also musste er ihn irgendwie auf seine Seite ziehen, ihn dazu bringen, doch alles für seine Tochter zu tun, was menschenmöglich wäre. Er hatte Angst. Er fand die Vorstellung, dass diese Person heute Nacht auf seine Tochter aufpassen sollte, unheimlich. Was, wenn heute Nacht schon irgendetwas passierte? Ein halb leeres Glas. Katja hätte jetzt von einem halbvollen Glas gesprochen. Sie war eine Optimistin und versuchte immer, in allem auch etwas Positives zu sehen. Und ein halbleeres Glas konnte eben genauso gut ein halbvolles Glas sein – es war alles eine Sache der Sichtweise. Aber dass ihr Kind krank wäre, also, über die Besonderheit der Trisomie 21 hinaus, das hatten sie so nicht einkalkuliert. Nur auf die gängigen Parameter waren sie eingestellt.

„Und? Wollen Sie die Schwangerschaft fortsetzen?“ Katjas Frauenarzt fragte sie das am Telefon, als wäre dies eine Entscheidung, die ungefähr gleichwertig war mit „Trinken wir roten oder weißen Wein, Schatz?“ Er erwartete tatsächlich eine Antwort auf diese Frage. Aber da ein Abbruch nie ernsthaft zur Debatte gestanden hatte, bejahte sie. Er nahm es scheinbar gelassen auf. Aber bei den Folgeterminen, die sie und Martin gemeinsam bei ihm wahrnahmen, wurde ihnen immer klarer, dass er das eigentlich nicht wollte: Eine Schwangerschaft mit einem behinderten Kind begleiten. Irgendwie schien das nicht zu seinem Kosmos zu gehören. Zum Glück hatte sich gerade eine junge Gynäkologin in der Nähe mit ihrer Praxis niedergelassen. Sie hatte Verständnis für die beiden und machte keinen Unterschied, ob sie nun ein behindertes oder ein gesundes Kind erwarteten. In erster Linie erwarteten sie ein Kind. Die Achtung und die Wertschätzung, die ihr dort widerfuhr, hatte sie vorher vermisst.

Katja hatte sich am zweiten Lebenstag ihres Kindes, sie hatten es Josephine getauft, in die Kinderklinik fahren lassen, um es zu sehen. Das war nicht leicht für sie gewesen, die Kaiserschnitt-Narbe schmerzte sie sehr und sie dachte die ganze Zeit, sie platze gleich auf. Aber das passierte nicht. In der Klinik dann musste sie fast weinen, als sie dieses klitzekleine Kind sah, das ihre Tochter war. Unter all den Kabeln war sie kaum auszumachen. Sie traute sich nicht, Josephine zu berühren, aus Angst, sie könnte zerbrechen. So etwas Zartes hatte sie noch nie gesehen. Selbst die kleinen Kätzchen, die eine ihrer Katzen bekommen hatte, als sie selbst noch ein Kind war, schienen ihr robuster gewesen zu sein, als ihre kleine Tochter hier.

So schnell wie möglich ließ sie sich aus der Geburtsklinik entlassen und von nun an verbrachten Martin und sie die Tage in der Kinderklinik bei ihrer kranken Tochter. Ihr Zuhause sahen sie nur zum Schlafen. Doktor Claus, der das erste medizinische Einschätzungsgespräch mit Martin geführt hatte, sahen sie zum Glück nur selten. Ebenso wie die Chefärztin. Da ihnen ohnehin die möglicherweise wenige Zeit mit Josephine wichtiger war, verließen sie sich auf die Informationen, die sie von den anwesenden Ärztinnen und Ärzten bekamen und denen sie mittlerweile mehr vertrauten.

Doch dann passierte etwas. Es war an einem Sonntag. Wie die letzten Tage auch, waren sie schon früh dagewesen und hatten nur in der Mittagssonne einen kleinen Spaziergang in der Sonne gemacht, um sich zu stärken. Die Krankenhausluft machte sie oft müde – und sie mussten doch stark sein. Sie waren nicht lange weg gewesen. Eine halbe Stunde vielleicht.

Sie waren in ein Gespräch vertieft gewesen, als sie losgingen. Sonst hätten sie vielleicht bemerkt, dass der alte, weiße Mann, der Menschenhasser, in Richtung der Kinder – Intensivstation ging.

Als sie wiederkamen, war nichts mehr, wie vorher. Auf der Station war Hektik, niemand nahm Notiz von ihnen.

Weil sich plötzlich das gesamte an diesem Sonntag verfügbare Personal um den Inkubator eines Kindes scharrte, nur leider nicht um den ihres Kindes. Weil aber auch die Geräte, an die ihre Tochter angeschlossen war, Alarm schlugen. Geräusche, die sie nie wieder vergessen würden. Weil Josephine gerade starb. Weil niemand etwas tat. Weil ein anderes Kind wichtiger war.

Und weil einer am Rande stand und lächelte. Dr. Claus.

Nach der Rückkehr aus der Pause hatten sie eigentlich Fotos von sich und ihrer Tochter machen wollen, deswegen hielt Katja ihr Handy noch in der Hand und hatte dabei gar nicht bemerkt, dass sie versehentlich den Filmmodus eingeschaltet hatte und filmte. Noch immer hatte niemand der Anwesenden bemerkt, dass die beiden in der Tür standen und schockiert zusahen. Erst als Katja völlig entkräftet zu Boden ging, nahm man sie wahr.

Jahre später.

Die Zeit verging. Irgendwie hatten sie es geschafft, über die Runden zu kommen. Sie waren tatsächlich immer noch ein Paar. Aber sie hatten kein weiteres Kind bekommen. Nicht, weil sie es nicht gewollt hätten. Es war ihnen einfach nicht vergönnt gewesen. Sie hatten es mehrfach versucht, aber irgendwann hatte sie der Mut verlassen. Und irgendwie stand auch zwischen ihnen, dass Katja gern gegen das Personal in der Klinik vorgegangen wäre, das an jenem Tag scheinbar nichts dagegen tat, dass ihr Kind starb. Und ganz besonders einen hatte sie da im Visier, nämlich denjenigen, der das scheinbar zu verantworten hatte. Sie hatte sich das Video so viele Male angesehen. Sie hatte es im Gehirn abgespeichert, im Grunde brauchte sie ihr Handy nicht, um sich die Szene in Erinnerung zu rufen.

Martin jedoch wollte damit abschließen. Er trauerte zwar auch um Josephine, aber er wollte sich nicht mehr mit dem „Drumherum“, wie er es nannte, beschäftigen. Er war – im Gegensatz zu ihr – derjenige, dem an ruhigen Verhältnissen gelegen war. Und so hatte er sie gebeten, dieses Video doch einfach ein Video sein zu lassen, weil: „Man kann ja ohnehin nichts daran ändern, auch ein Prozess macht unsere Tochter nicht wieder lebendig“, sagte er an dieser Stelle immer. Damit hatte er zwar zweifelsohne Recht. Aber es änderte nichts daran, dass es in Katja nagte. Sie konnte nicht einfach damit abschließen. Schließlich hatte sie sich ihr Leben auf einem Leben mit ihrer Tochter aufgebaut – und dann kam jemand, der meinte, behinderte Menschen hätten kein Recht darauf und nahm es ihr einfach weg. Ihr Kind. Ihre Gegenwart. Ihre Zukunft. Ihre Perspektive. Und lächelte auch noch dabei.

In der Therapie hatte sie gelernt, ihr Leben neu zu definieren, ihren Fokus wieder auf andere Dinge zu legen, der Trauer einen Raum zuzuweisen, sodass sie nicht von einem auf den anderen Moment von ihr Besitz ergreifen konnte. Sie sollte und wollte – was das Zusammenspiel mit der Trauer anging – unbedingt die Handlungsführung behalten. Wenn sie die Handlungsführung über ihr Leben an sich schon längst verloren hatte. Genau genommen an dem Tag, an dem ihre Tochter in der Kinderklinik eingeliefert worden war. Also einen Tag nach ihrem Geburtstag. Sie spielte diese Rolle gut. Alle glaubten ihr, dass es ihr besser ging, dass ihr Lachen echt und ihre Laune gut war. Aber das stimmte nicht. In Wirklichkeit kreisten ihre Gedanken nur um eine Frage. Martin indes machte Karriere.

An regelmäßige Arbeit war seit Josephines Tod nicht mehr zu denken. Deswegen vertrieb Katja sich die Zeit damit, das Grab in Ordnung zu halten, ihre Therapie nicht zu vernachlässigen und Selbsthilfegruppen zu besuchen. Es war nicht so, dass sie es nicht gewollt hätte. Es war eher so, dass sie nicht konnte. Etwas in ihr war immer noch offen. Wie eine klaffende Wunde, die nicht heilen wollte. Die immer wieder aufsprang und alles vollblutete. Sie konnte diese Blutung nicht stillen. Es hörte einfach nicht auf und sie bekam immer weniger Luft dabei. Um sich abzulenken, ging sie auch in Museen oder in Cafés oder schlenderte durch die Stadt.

Und da sah sie ihn. Den feinen Herrn Doktor. Er war alt geworden. Er musste damals kurz vor der Rente gestanden haben. Sie erkannte ihn sofort. Sein aufrechter Gang, sein etwas herrisch erhobener Kopf. Er trug einen Hut, obwohl es sehr warm war. Dazu einen eleganten Sommermantel und mit ziemlicher Sicherheit handgefertigte Schuhe. Eine edle Erscheinung. Er war nicht allein, zwei ältere Damen, etwa in seinem Alter, begleiteten ihn; auch sie sehr elegant gekleidet. Es waren ehemalige Kolleginnen, wie sich später herausstellen würde. Sie hatten zusammen im selben Krankenhaus gearbeitet und etwa gleichzeitig ihren Ruhestand angetreten. Jetzt, da er seit einiger Zeit verwitwet war, traf er sich hin und wieder mit ihnen. Sie pflegten einen kulturellen Austausch, hatten aber auch schon kleinere Reisen unternommen. Sie steuerten auf ein Café in der Innenstadt zu. Zu dieser Zeit war das Café zum Glück gut besucht und so fiel es nicht auf, dass sie sich einen Platz ganz in der Nähe der drei suchte, um sie besser beobachten zu können. Die Trauer hatte ihren Tribut gezollt und so hatte sich ihr Aussehen – ganz im Gegensatz zu seinem – stark verändert. Tränenringe unter den Augen, leicht eingefallene Gesichtszüge, stumpfes Haar. Nein, sie war nicht mehr die attraktive Erscheinung von „davor“. Sie war das Häufchen Elend von „danach“. Aber noch nicht elendig genug, Du Mistkerl.

In ihrem Kopf begann es zu arbeiten. Sie musste unbedingt an ihn herankommen, mit ihm in Kontakt treten, ihn konfrontieren, sein Vertrauen gewinnen. Aber wie? Sie beschloss, ihn zu beobachten. Sie hatte nie wirklich etwas für Josephine tun können. Jetzt war der Moment gekommen, in dem sich das ändern würde. „Von nun an wirst Du mich nicht mehr los“, dachte sie. „Ich werde immer bei Dir sein, wie ein Schatten werde ich Dich begleiten, auf Schritt und Tritt. Und wenn Du reif bist, dann hole ich Dich.“

Sie war wie beflügelt. Innerhalb von Minuten reifte in ihr ein Plan. Wahrscheinlich war er schon lange da gewesen. Aber jetzt zeigte er sich. Nahezu freudig verfolgte sie weiterhin so gut es ging die Unterhaltung der drei. Offenbar ging es um eine bevorstehende Reise. Aber sie konnte nicht genau verstehen, wohin. Nur, dass es in etwa drei Wochen losgehen solle. „Dann ist es dann vorbei, mein Lieber. Deine Wahl“, dachte Katja und lächelte vor sich hin. Drei Wochen! Nicht viel Zeit, um das Vertrauen von jemandem zu gewinnen, dachte sie. Aber sie würde es schaffen. Für Josephine! Der Gedanke, dass ihr Martyrium schon in wenigen Wochen endgültig vorüber sein könnte, motivierte sie so sehr, dass sie plötzlich wieder Freude daran fand, sich zurechtzumachen. Sie ging sogar zum Friseur. Da sie dort mehrere Monate nicht gewesen war, fiel es Martin natürlich auf und er fragte nach, woher der Sinneswandel käme. „Bald, mein Schatz, hat mein Leben wieder seinen Sinn zurück!“, flötete sie. Sie war wie ausgewechselt.

Inzwischen hatte sie herausgefunden, wo Friedemann Claus wohnte und so passte sie ihn täglich unbemerkt ab, um ihm zu folgen. Er hatte seinen geregelten Wochenablauf, der ihn mittwochs immer ins Museum führte, wo er sich die Alten Meister ansah. Dort blieb er etwa eine Stunde, bevor er sich ins Museumscafé begab, um dort bei einer Tasse Kaffee seine Zeitung zu lesen. Er war so sehr in seine Handlungen vertieft, dass er sie einfach noch nie bemerkt hatte. Dabei folgte sie ihm mittlerweile schon die zweite Woche – und wenn sie sich kürzlich nicht verhört hatte, blieben ihr noch etwa zehn Tage, bis er abreiste. Oder eben nicht abreiste. Heute musste also eine Veränderung her.

Glücklicherweise hatte es am Vormittag geregnet und so hatten sie beide einen Regenschirm benutzen müssen. Er hatte seinen selbstverständlich in der Garderobe abgegeben, aber da sie ein leichtes Humpeln vorgab, benutzte sie ihn einfach als Gehhilfe. Und stolperte damit prompt im Café gegen seinen Tisch.

„Wie ungeschickt von mir! Bitte entschuldigen Sie! Die Reinigung Ihrer Hosen übernehme selbstverständlich ich!“

„Aber nicht doch, meine Dame! Ich habe meine Beine ja auch sehr weit ausgestreckt und dieses Café ist sehr klein.“

„Nein, wirklich, es ist mir so unangenehm!“

„Muss es nicht, setzen Sie sich doch zu mir und trinken Sie einen Kaffee mit mir, ich lade Sie ein!“

Und schon bestellte er, obwohl hier eigentlich Selbstbedienung war, „noch einen Kaffee für die Dame hier, sie ist leider gestolpert.“

In seinen Worten klang kein Hauch eines Zweifelns mit, dass es die Servicekraft eventuell ablehnen könnte, sie zu bedienen, weil das nicht vorgesehen war. Er ging einfach davon aus, zu bekommen, was er wünschte.

Sie kamen ins Plaudern und sprachen über dies und das, über die Kunst, natürlich, aber auch über andere Themen. Nur nicht darüber, dass sie sich bereits einmal begegnet waren. Er war sehr redselig und fasste schnell Vertrauen. Offenbar erinnert er sich entweder nicht mehr oder er erkennt mich einfach nicht wieder. Niemals hätte ich gedacht, dass ich es einmal gutheißen würde, dass wir uns damals nicht so häufig begegnet sind, schoss ihr durch den Kopf. Nach einer weiteren Stunde verabschiedeten sie sich – und verabredeten sich für den nächsten Tag im Botanischen Garten. So ging es eine Weile. Sie trafen sich nunmehr täglich und sie ließ immer wieder geschickt in ihre Gespräche einfließen, was sie inzwischen über ihn herausgefunden hatte. Offenbar hatte sie einen guten Zeitpunkt erwischt. Er servierte ihr sein Innerstes auf dem Silbertablett. Katja hingegen ließ es langsamer angehen.  „Sie wissen so viel über mich – ich vertraue Ihnen! Seit dem Tod meiner Frau habe ich mich nicht mehr so angeregt unterhalten und diese Nähe gespürt. Ich wusste von Anfang an, dass diese Begegnung eine Besondere ist! Aber ich weiß fast gar nichts über Sie!“ „Ach, da gibt es auch nicht viel zu erzählen. Ich lebe noch nicht lange hier. Nachdem mein Mann verstorben war, habe ich meine Zelte auf dem Land abgebrochen, um in der Stadt ein wenig mehr Trubel zu haben. Und dank Ihnen habe ich den ja nun auch!“ Das schmeichelte ihm und er richtete sich scheinbar unmerklich stolz auf. Ja, gockele nur ein wenig rum, das wird Dir bald vergehen.

Am nächsten Tag klingelte schon sehr früh am Morgen Katjas Handy. Friedemann war dran. Sie waren inzwischen bei gesiezten Vornamen angekommen. „Ich wollte mich gerade für meinen Morgenspaziergang anziehen. Wissen Sie, was ich gerade in meiner Manteltasche gefunden habe? Ein Handy!“

„Guten Morgen! Ja, ich habe mein Handy auch oft in meiner Manteltasche…“

„Es ist aber nicht mein Handy!“

„Wie, es ist nicht Ihr Handy …? Wie kommt denn ein fremdes Handy in Ihre Manteltasche?“

„Das weiß ich ja auch nicht!“

„Seltsam. Und nun?“

„Ich muss Ihnen etwas zeigen. Das kann ich Ihnen nicht am Telefon erzählen. Können wir uns sehen?“

„Wann?“

„Am besten sofort! Im Park! An unserer Bank!“

„Bis gleich.“

Sie hatte ihm natürlich nicht ihr eigenes Handy zugesteckt, sondern in einem dieser vielen Handyläden ein simples Smartphone gekauft, das wenigstens in der Lage war, ein Video – ihr Video – in einer akzeptablen Qualität abzuspielen. Zum Glück kosteten die Dinger ja nicht mehr die Welt. Sie hatte nur das Video übertragen (per Bluetooth, versteht sich, es musste nicht sein, dass er etwas rückverfolgen könne). Und per SMS, von einem weiteren Prepaid-Telefon, noch eine Nachricht geschickt: „Ich komme Dich holen. Noch drei Tage.“ Sie würde beide Geräte einfach entsorgen, wenn alles vorbei wäre. Das hatte sie schon so oft in Krimis im Fernsehen gesehen.

Als sie an der Bank ankam, wartete er schon schweißgebadet auf sie. Er war nachlässiger als sonst gekleidet, offenbar gab es auf dieser Welt doch noch Dinge, die dieses Ekelpaket aus der Fassung bringen konnten. Er wirkte fahrig, der aufrechte Friedemann.

„Sehen Sie sich dieses Video an!“, begann er grußlos.

Sie übersah die Unhöflichkeit freundlicherweise und setzte sich. Sie sah einen kurzen Film, der zeigte, dass etwas Furchtbares in einem Krankenzimmer passierte und dass er, Friedemann war deutlich erkennbar, daneben stand und nichts tat.

„Was ist das, was passiert da?“, fragte sie.

„Sehen Sie das denn nicht? Das ist eine Notfallsituation … Sie wissen doch, dass ich in der Kinderklinik Oberarzt war. Und da kam kurz vor Ende meines Berufslebens dieses Mongo-Kind auf die Station …“ Sie konnte schon nicht mehr zuhören. Wenigstens war jetzt eindeutig klar, dass er er und ihre Maskerade gut war, denn offenbar hatte er nicht die leiseste Ahnung, mit wem er gerade sprach.

„… und wissen Sie was? Ich habe wirklich nichts gemacht! Ich habe sogar, als zeitgleich bei beiden Kindern die Alarme losgingen, angeordnet, dass sie sich erst um das gesunde Kind kümmern sollten, das war schließlich nur zu früh geboren. Es war doch klar, dass es bei diesem Kind früher oder später zu einem multiplen Organversagen oder Atemverlust oder so kommen würde. Ich bitte Sie! Da wollen irgendwelche weltverbesserlichen Eltern ein behindertes Kind bekommen und wer bezahlt das dann? Na, wir! Die Gesellschaft! Das ist doch unmöglich!“

Vollkommen aufgeregt redete er sich in Rage.

„… äähhhm …. Was haben Sie gerade gesagt? Jajajaaa, stimmt, Sie haben vollkommen Recht. Aber ist das nicht trotz allem unterlassene Hilfeleistung?“

„Doch nur, wenn so etwas zur Anzeige gebracht wird, wenn es also jemand mitbekommt.“

„… was ja offensichtlich der Fall gewesen ist.“

„Das ist auch noch nicht alles.“

Nanu? Wird da jemand kleinlaut?

„Was haben Sie denn noch?“

„Eine SMS, sehen Sie mal!“

Ich komme Dich holen. Noch drei Tage. Was soll das nun wieder bedeuten? Haben Sie eine Vermutung, wer Ihnen da so übel mitspielt? Oder eine Idee, was mit den drei Tagen gemeint sein kann?“

„Nein, ich weiß es nicht.“

Natürlich weißt Du es nicht. Du kommst nicht auf die Idee, einen Fehler gemacht zu haben. Dafür bist Du viel zu selbstgerecht und damit beschäftigt, Dich in Dir selbst zu sonnen. Du bist so eitel, dass Du nicht siehst, wen Du verletzt, dachte sie und legte sich schlafen. Am Frühstückstisch tippte sie unbemerkt die nächste Nachricht: „Noch zwei Tage. Ich freue mich schon.“

Kurz darauf klingelte ihr Handy.

„Katja! Bitte helfen Sie mir! Er hat sich wieder gemeldet.“

„Er?“

„Sie haben Recht. Ich weiß es nicht. Aber ich bitte Sie! Frauen tun so etwas doch nicht!“

Frauen wissen doch gar nicht, wie man ein Handy bedient, wolltest Du wohl sagen, oder? 

„Natürlich nicht. Wie hat er sich denn gemeldet?“

„Ich habe wieder eine SMS bekommen. Sie lautet: Noch zwei Tage. Ich freue mich schon. Was soll das? Wer tut so etwas?“ Er war vollkommen aufgelöst.

Na, das geht ja schnell. Fast könnte man annehmen, Du habest ein Gewissen, Friedemann. Nützt Dir aber nun auch nichts mehr, mein Lieber.

„Vielleicht will er Ihnen dann sagen, was er gern dafür hätte, dass er das Video nicht noch weiterverbreitet oder gar der Polizei übergibt.“, orakelte Katja.

„Polizei! Das ist es! Da gehe ich jetzt hin!“

„Das würde ich nicht tun.“

„Wieso?“

„Weil sich dann vielleicht herausstellt, dass sich gar nichts herausstellt, weil die SMS und das Video ja gar nichts miteinander zu tun haben müssen. Und weil unterlassene Hilfeleistung kein Kavaliersdelikt ist. Wenn Sie mich fragen: Bleiben Sie zu Hause und warten Sie ab.“

Friedemann hörte auf Katja. An diesem Tag sahen sie sich nicht, offenbar war ihm der Appetit auf Sahnestückchen vergangen. Schade, dachte sie, eigentlich eine angenehme Henkersmahlzeit. Aber gut, so hätte sie ausreichend Zeit, sich auf den großen Tag vorzubereiten. Sicher ist sicher. Kurz bevor sie zu Bett ging, schrieb sie die vorletzte SMS an ihn: „Morgen ist es soweit.“

Der Paketbote, der in Friedemanns Bezirk eingesetzt war, war absolut zuverlässig. Das hatte er ihr selbst erzählt, als sie ihn bei einer ihrer morgendlichen Joggingrunden, die sie neuerdings immer in diese Gegend führten, einmal – rein zufällig natürlich – fast umgerannt hätte. Wortreich hatte sie sich entschuldigt, dabei waren sie ins Gespräch gekommen, weil es, wie er sagte, ja immer noch besser sei, von einer attraktiven Dame als von einem wildgewordenen Terrier angefallen zu werden. Dabei hatte er verschmitzt gegrinst. Sie hatte bei dieser Gelegenheit erfahren, dass er sehr gewissenhaft arbeitete – nicht so, wie diese jungen Burschen. Er wisse noch, was Verantwortung hieße, betonte er. Nur einmal klingeln und die Sendung dann irgendwo abstellen, das käme ihm nie in den Sinn.

Du bist mein Erfüllungsgehilfe, dachte sie. Du wirst mir dabei helfen, Dr. Friedemann Claus in den Wahnsinn zu treiben. Ich brauche Dich eigentlich nicht wirklich. Aber Du gibst dem Ganzen den letzten Schliff. Es muss gelingen.

Nach dem Erhalt der letzten SMS hatte er Katja kurzerhand zu sich gebeten. Sie hatte sie in aller Herrgottsfrühe abgesendet. Er war so nervös, dass es ihn gar nicht gewundert hatte, dass sie nicht wirklich konkret nach seiner Adresse gefragt hatte. Er konnte ja nicht wissen, dass sie die längst kannte. Sie wusste, dass ihm sein Herz über die Jahre immer mehr Probleme bereitet hatte. Er hatte es ihr ausführlich geschildert und sich darin gesonnt, dass er ihr augenscheinlich leidtat. Erst im vergangenen Jahr war er dem Tod nur knapp entkommen, als er einen Herzinfarkt hatte.

Neues Spiel, neues Glück. Sie musste also nur vor dem Postboten bei ihm sein und ihn daran hindern, die Tür zu öffnen, damit dieser möglichst oft klingelte, um das Einschreiben loszuwerden, das sie ihm geschickt hatte. Anonym, versteht sich.

Als sie ankam, war Friedemann schon nur noch ein Schatten seiner selbst. Schweiß stand auf seiner Stirn, seine Bewegungen waren unkontrolliert. Fast hätte er ihr auch leidgetan, aber dann fielen Katja rechtzeitig seine abfälligen Äußerungen über Behinderte und deren Unrecht auf Leben ein und sie vergaß es sofort wieder. Lass die Spiele beginnen.

„Da sind Sie ja, gut, dass Sie da sind! Ich halte es nicht mehr aus, ich bin wirklich in Angst und Schrecken!“

Zitterte er etwa?

„Beruhigen Sie sich! Zeigen Sie mir erst einmal die Nachricht.“

„Da. Heute, steht da. Mehr nicht. HEUTE! Ich habe sie heute früh um fünf bekommen. Katja, was geht da vor?“

„Beruhigen Sie sich, Friedemann. Im Moment ist doch noch gar nichts passiert. Setzen Sie sich. Ich habe Ihnen eine besondere Kräuterteemischung gemacht, die wird Ihnen guttun.“

Ihre Anwesenheit schien ihn tatsächlich zu beruhigen und er folgte ihren Anweisungen. Er trank sogar den Tee, obwohl er eigentlich leidenschaftlicher Kaffeetrinker war und der Tee ein wenig bitter schmeckte. Da er aber kein großer Teekenner war, maß er dem keine Bedeutung bei. Sicherlich hatte Katja ihm ganz bestimmte Kräuter zusammengestellt. Sie hatte ihm verraten, dass sie sich damit beschäftigt habe. Und schließlich vertraute er ihr ja. Schluck für Schluck trank er ihn.

„Der Tee tut tatsächlich gut …“, sagte er, nachdem er einen großen Becher geleert hatte. „Ich werde nur so seltsam müde davon, so träge.“

„Nur träge. Die Gliedmaßen werden sich gleich nicht mehr gut bewegen lassen. Ihr Körper wird erschlaffen. Und ganz zum Schluss wird ein Organ nach dem anderen seinen Geist aufgeben.“

Es klingelte.

„Sie kommen!“, phantasierte er.

„Wer?“

„Na, die, die mir geschrieben haben. Sie kommen und holen mich! Wie in den SMS angekündigt!“

„Rede nicht wirr, alter Mann. Trink lieber noch etwas von dem Tee, den ich Dir jetzt einflöße.“

Es klingelte erneut.

„Aber … ich verstehe nicht …?“

„Du verstehst nicht? Das glaube ich Dir sogar. So jemand wie Du ist doch gar nicht in der Lage, sich selbst zu reflektieren und Fehler einzugestehen. Das Glas ist halbleer. Also, Dein Glas ist halbleer, Friedemann.“

„Wer sind Sie?“

Der Bote startete seinen dritten Versuch.

Der Alte atmete immer heftiger, so sehr ihm das noch möglich war.

„Ich an Deiner Stelle würde mir meine Kräfte ein wenig aufsparen. Wenn Du jetzt zu heftig atmest, macht Dein Herz das nicht mehr lange mit. Obwohl – eigentlich müsste zuerst Deine Lunge ihren Dienst einstellen. Dann wird’s auch schwierig mit dem Atmen. Und ganz zum Schluss dann Dein Herz. Wie bei meiner Tochter, weißt Du noch? Josephine. Du hast sie sterben lassen, weil sie mit ihrer Behinderung unwürdig war, zu leben. Du hast dabei zugesehen.“

„Sie sind … das Video …“

„Ja. Und ich werde auch dabei zusehen, wie Du stirbst.“

Der Postbote hatte heute mehr Briefe als sonst auf seiner Tour, deswegen hatte er nach dem dritten vergeblichen Versuch keinen weiteren Versuch gestartet. Er würde morgen wiederkommen. Heute noch nicht wissend, dass es morgen erst recht vergeblich wäre.

Dr. Friedemann Claus ereilte noch vor dem Organversagen ein heftiger Herzinfarkt. Katja stand da und lächelte mild. „Für Dich, mein Kind“, sagte sie. Sie steckte Friedemanns Smartphone, das ja eigentlich ihres war, ein und ging. Und konnte wieder atmen.

117 thoughts on “Die Nacht, in der das Fürchten wohnt

  1. Sehr fesselnde Geschichte! Am Anfang etwas schwer zu verfolgen, musste 2 mal lesen um die Zusammenhänge zu realisieren. Das kann aber auch an meinem Verständnis liegen und nicht an deinem Schreibstil. 😉 Mein FAZIT: Dich möchte ich nicht zu Feind!! Parameter sehr gut umgesetzt. Hättest es verdient gehabt zu gewinnen!

    1. Danke, Frank! Es freut mich wirklich sehr, dass Dir meine Geschichte gefallen hat. Sie ist stark autobiographisch, Teile und Dialoge davon sind mir bzw. meinem Mann und mir tatsächlich passiert. Nur, dass natürlich weder er noch ich imstande gewesen wären, derartige Konsequenzen zu ziehen. Ich glaube, der Herr Doktor, mit dem wir uns damals herumschlagen durften, erfreut sich mopsfidel seines Lebensabends. Und ich bin eigentlich auch ganz nett *lach*

      1. Danke, Didi, Du hast Recht: Es war seitdem mein innerer Reichsparteitag, diese Rache zu nehmen. Insofern hat das tatsächlich ganz gut getan. 😎
        Gut, dass ich im wahren Leben total engelsgleich bin 😇

        😂😂😂😂😂😂😂😂

  2. Wir alle so: „Handyfund – Whatt?? – Aufdröselung“.
    Vor dem Hintergrund ist Dein Aufbau erfrischend anders. Deine bildhafte, lebendige Erzählweise gefällt mir sehr gut. Umso trauriger macht es mich, zu lesen, dass es einen wahren Hintergrund gibt. Ich habe etwas ähnliches als Tante miterlebt – zwar mit richtig tollen Ärzten, was aber manchmal nicht reicht… Fühl Dich gedrückt ♥️

    1. Wie lieb von Dir, monaline, danke! Ich habe mit den Parametern – muss ich ehrlich zugeben – ziemlich gekämpft. Bei der Abstimmung „Brauchen wir noch einen Parameter oder belassen wir es bei den vieren, die wir haben?“ habe ich dafür gestimmt, es zu belassen. Ich hatte entsprechend viele wirklich richtig krumme und schiefe Anläufe und war kurz davor, aufzugeben. Dann hatte ich die Idee, einfach mal bei mir selbst zu gucken – und – oh Wunder! – das Leben schreibt die besten Geschichten! Zwar war hier der Ursprung sehr sehr trauriger Natur, jedoch: Er hat mir einen Anfang beschert! Und ab da schrieb sich die Geschichte von selbst. Und es gibt auch einen positiven Ausgang, gewissermaßen: Wir sind noch einmal Eltern geworden, unser Sohn wird im Sommer 11 und ist gesund. Und die Ärzte, die sich um unsere Tochter sorgten, im einen wie im anderen Krankenhaus, waren alle – bis auf den ersten, dessen Worte ich anfangs in der Story zitierte – sehr, sehr liebevoll.

      1. Ich finde es mutig – dass Du uns diese Geschichte schenkst und auch, dass Ihr es weiter versucht habt. Umso eher freut mich das für Euch, dass Ihr mit Eurem Sohn glückliche Eltern geworden seid. Auch meine Nichte im Himmel hat mittlerweile zwei kleine Schwestern. Trotzdem wird da immer jemand fehlen.

    1. Sehr mitreißend, die Frau tut einem irgendwie leid, und man kann ihre Tat wirklich nachvollziehen.
      Bei der Story ist der Feind irgendwo der Protagonist. Aber gut.
      Es gab nur eine Stelle, die ich etwas verwirrend fand, das erste Treffen, als der Arzt sie zu sich gerufen hat. Zuerst redet sie noch mit ihm und plötzlich liegt sie im Bett ohne Zeitsprung? Oder hab ich da was falsch gelesen?

      Apropos lesen: ich freue mich auch über neue Leser 😃

      1. Hej! Meinst Du das Eingangsgespräch? Das führt der Arzt allein mit ihrem Mann Martin; sie liegt nach der Kaiserschnitt-Entbindung noch im Krankenhaus.

        Alle Klarheiten beseitigt?

        Danke für Deinen Input!
        K.

  3. Tolle und fesselnde Geschichte! Hat mir wirklich gut gefallen, der Schreibstil ist super!

    LG, Florian

    PS. Würde mich sehr freuen, wenn du meine Geschichte auch lesen und vlt einen Kommentar/ein Feedback und vlt sogar – wenn sie dir gut gefallen hat – ein Like hinterlassen könntest – sie heißt „Schach Matt“

    1. danke, Florian, für Deinen Kommentar! Es freut mich, wenn Dir meine Geschichte und mein Stil, gefallen haben. Gern lese ich natürlich auch Deine Story – wie ich alle Stories derjenigen automatich auch lese, die sich die Zeit für meine Geschichte genommen haben!
      LG zurück! Kathrin

  4. Du hast Dir ein Thema ausgesucht, das mich als Mama natürlich voll ins Herz trifft. Man kann die – im Prinzip ja ebenso grausame – Tat der Mutter zu 100 Prozent nachvollziehen und ist voll bei ihr. Die Tatsache, dass Deine Geschichte auf so tragischen wahren Begebenheiten beruht, wirft natürlich noch mal ein anderes Licht auf Deine Geschichte, daher möchte ich versuchen, mich gedanklich davon zu lösen und nur allein die Geschichte zu betrachten. Man ist Von Anfang an total bei der Mutter, sie bleibt trotz ihrer Tat bis zum Ende eigentlich „die Gute“, der Arzt „der Böse“ und es eigentlich durchgehend klar, dass sie ihn töten wird. Ich habe mich beim Lesen irgendwann gefragt, was denn wäre, wenn sie sich tatsächlich in irgendeiner Form mit diesem Mann „anfreundet“ oder anfängt, Sympathien für ihn entwickelt, so dass irgendwann in ihr ein innerer Konflikt entsteht, ob sie ihn wirklich töten soll. Aber das nur als Idee 😉 liebe Grüße

    1. Das ist ein total interessanter Aspekt, Cypani, in der Tat! Danke für diesen Anstoß! Sollte ich einmal mehr daraus machen (was möglich ist), könnte das ein sehr eleganter Umweg sein, der das Konfliktpotential noch einmal erhöht.
      Liebe Grüße zurück! Kathrin

  5. Sehr spannend und flüssig geschrieben. Dadurch dass ich wusste, dass ein Teil deiner Geschichte autobiografisch ist, machen mich die Aussagen und das Geschehen sehr betroffen. Aber abgesehen vom Wahrheitsgehalt Deiner Geschichte muss ich persönlich sagen, dass dies eine der besten ist, die ich bis jetzt gelesen habe! Dafür gibt es natürlich ein Herz, eine Verneigung und meine Hochachtung. Alles erdenklich Liebe für Dich und Deine Familie!

  6. Gesamteindruck
    Wow. Deine Geschichte ist wirklich mitreißend und sehr echt geschildert. Ich konnte mich gut in den Hauptcharakter hineinversetzen und habe an einigen Stellen mitgefiebert und besonders bei dem Ende Herzklopfen bekommen. Sehr schön.

    Idee
    Die Idee, die du hattest, finde ich super interessant. Sie stammt direkt aus dem Leben, auch wenn man es sich nicht vorstellen will, wissen wir doch selbst, was es für unsensible Menschen – besonders unter der abgebrühten Ärzteschaft (ich spreche aus Erfahrung) – gibt. Du hast die Parameter gut umgesetzt und außerdem gefällt es mir gut, dass bei dir nicht die Hauptperson das Handy findet, sondern derjenige ist, der es willentlich platziert. 😊

    Stil
    Zum Stil muss ich natürlich immer dazu sagen, dass es – wie alles – reine Geschmackssache ist. Ich nehme dafür ein paar Beispiele als Zitate aus dem Text und schreibe dazu, was ich persönlich gut finde oder was ich daran ändern würde 😊 Allgemein kann ich sagen, dass du ab und zu mal viele kurze Sätze aneinanderreihst. Das finde ich an manchen Stellen sehr gelungen, an anderen stört es ein wenig meinen Lesefluss (Beispiele unten).
    Außerdem finde ich es schön, dass du viel direkte Rede benutzt, das trauen sich manche nicht zu. Im Mittelteil, nachdem der Arzt das Handy findet, hätte mir zur direkten Rede ein wenig Situationsbeschreibung (also, dass er sich zum Beispiel nervös mit der Hand durchs Haar fährt oder dass sie ein Lächeln unterdrücken muss) auch noch gut gefallen.
    Ansonsten finde ich aber, dass du viele Gefühle und Momente sehr echt beschreibst.

    „Er saß ihm gegenüber. Sie saßen in seinem Arztzimmer.“ -> So kurze, schnell aufeinanderfolgende Sätze finde ich persönlich für Beschreibungen immer nicht so schön, die benutze ich eher für spannende, schnelle Momente. Ich hätte eher etwas geschrieben wie „Er saß ihm in seinem Arztzimmer gegenüber.“

    „Der ältere Mann trug seinen weißen Kittel, der zu seinem weißen Haar passte und den weißen Möbeln.“ -> Hier würde ich das „passte“ ans Ende des Satzes setzen, dann liest es sich leichter 😊

    „Wie betäubt saß Martin im Auto und versuchte, einen klaren Gedanken zu fassen. Zu verstehen, was er gerade gehört hatte. Zu verstehen, was er gerade erlebt hatte“ -> Das ist natürlich nur subjektiv, aber wie oben genannt auch schon, hätte ich diese Infinitivsätze eher aneinandergereiht als sie als einzelne Sätze mit Punkten abzutrennen. 😊

    „In der Klinik dann musste sie fast weinen, als sie dieses klitzekleine Kind sah, das ihre Tochter war.“ -> An der Stelle könnte man, anstatt zu sagen, dass sie fast weinen muss, die Gefühle noch etwas ausschmücken, wie du es davor und danach auch sehr, sehr schön machst. Man könnte etwas schreiben wie „Als sie in das Krankenzimmer trat und das klitzekleine Wesen unter all den Kabeln das erste Mal sah, schossen ihr direkt die Tränen in die Augen.“ Ist aber auch nur eine Idee.

    „Sie waren nicht lange weg gewesen. Eine halbe Stunde vielleicht.
    Sie waren in ein Gespräch vertieft gewesen, als sie losgingen.“ -> Hier hast du eine Dopplung drin.

    „Weil Josephine gerade starb. Weil niemand etwas tat. Weil ein anderes Kind wichtiger war.“ -> Hier ein sehr schönes Beispiel für die kurzen Sätze in einem spannenden Moment. An der Stelle finde ich sie sehr passend, auch dass alle Sätze mit demselben Wort anfangen verleiht dem Ganzen Dramatik. Diese Stelle hat mir sehr gut gefallen 😊

    1. Danke, Leandrh! So ein ausdifferenziertes Feedback: wirklich toll! Und ich kann mich da tatsächlich auch anschließen. Als Erklärung, warum ich manche Situation nicht so ausgeschmückt habe, wie ich sie hätte ausschmücken können, kann ich mir vorstellen, dass ich als absolut auktorialer Schreiberling tatsächlich dachte „na, das weiß doch jeder! Steht ja jeder gedanklich daneben und schaut zu – so wie ich!“. Wahrscheinlich ein klassischer Anfängerfehler 😉
      Sollte ich jemals mehr aus dieser Story machen, werde ich das auf alle Fälle berücksichtigen. Vielen Dank!!!

      *** Sabs hat #wir_schrieben_zuhause gegründet (https://www.instagram.com/p/CBFSy87qtWg/ ) – magst Du mir dort vielleicht mitteilen, wie Deine Geschichte heißt? Vielen Dank!

      1. Hallo scripturine auch ich wusste, dass deine Geschichte etwas aus deinem beschreibt, es tut mir wirklich leid, was euch beiden passiert ist, ein Kind zu verlieren..da gibt es keine Erklärung dafür. Du hast geschrieben, was sicherlich jede Mutter gern tun würde, wenn man ihr und ihrem Baby so etwas antun würde. Sehr flüssig, sehr emotional und authentisch und ich hab mich ab der Mitte schon auf den Schluss gefreut…wie wird sie es tun und was wird sie ihm sagen…toll
        Danke für diese Geschichte und alles gute euch dreien weiterhin 🙂

  7. Beeindruckende Geschichte! Man kann sich gut in deine Protagonistin hineinversetzen. Die Geschichte ist für mich schlüssig und nachvollziehbar. Klar weiß man schon etwa auf der Hälfte, wie es ausgehen wird. Und trotzdem bleibt es spannend, weil man (oder ich) wissen will, wie sie ihn um die Ecke bringt.
    Besonders gut gefällt mir die Stelle, an der du das Seelenleben der Mutter beschreibst, und zwar mit dem Bild der klaffenden Wunde, die immer wieder aufreißt und alles vollblutet. Das Bild finde ich stark und macht für mich glaubhaft, dass die Mutter so handeln musste.
    Stilistisch gefällt mir gut, dass längere Fließtexte durch Dialoge unterbrochen werden. Da kommt gut Dramatik rein.
    Für mich gibt es wenig zu kritisieren. Z.B. schreibst du, die Mutter lasse ich Gesprächen einfliessen, was sie über den Arzt erfahren habe. Was das für Dinge sind und welche Rolle sie in der Geschichte spielen, erfährt man nicht. Meiner Meinung reicht ihr bisheriges Wissen über ihn für die Tat.
    Die zweite SMS lautet „Noch 2 Tage. Ich freue mich schon“. Klingt für mich harmlos, als ob man einen Freund trifft.
    Das Allerallerbesonderste an deiner Geschichte finde ich, dass es einen autobiografischen Anteil hat. Ich finde schon deswegen hätte deine Geschichte gewinnen müssen!

    Ich wünsche dir ganz viel Erfolg bei evtl weiteren Geschichten!
    Thomas

  8. Hallo 🤗 ganz tolle und auch sehr persönliche Geschichte, die einen sofort in ihren Bann zieht und mitreißt. Man will unbedingt mehr wissen, wie es weiter geht und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen.
    Man merkt, dass dir selbst die Geschichte viel bedeutet. Die Gefühle die du beschreibst sind echt.
    Mein Like hast du definitiv!

    Einziger kleiner Verbesserungsvorschlag: der Anfang hat mich etwas verwirrt, da war es nicht ganz klar wer die Tochter bekommen hat. Der Arzt oder der Mann. Und wer wann gesprochen hat. Wenn du da noch ein paar Hinweise einbaust wird es perfekt!

    Mach weiter mit dem Schreiben, dein Stil ist toll!

    Liebe Grüße
    Isabel (Demons are everywhere)

  9. Ihr Lieben! Ich danke Euch so sehr für Eure lieben Worte!

    Es steckt wirklich sehr viel Herzblut in dieser Geschichte, die ja auch irgendwie von unserer Tochter erzählt (auch, wenn sie friedlich und überhaupt nicht dramatisch ging). Ich solle der Welt niemals aufhören, von M. zu erzählen, gab eine kluge weise Frau mir damals mit auf den Weg. Diese Geschichte ist ein Teil dieses Erzählens. Und ich bin dankbar dafür, dass ich das durfte und konnte.

  10. Eine beeindruckende Geschichte, die auf der ei en Seite sehr berührt – auf der anderen aber auch erschreckt, wie aus den tiefen Schmerz dann diese kalte und überlegte Rache entsteht/entstehen kann.
    Ein guter Schreibstil der den Leser gefangen nimmt.

  11. Deine Geschichte mit autobiografischem Anteil hat mir sehr gut gefallen. Ich glaube, dass es gut und wichtig ist, über Erlebtes zu schreiben – für einen selbst, aber auch für andere. Eure Erfahrungen auf diese Art zu teilen ist zutiefst berührend und wird es für mich auch weiterhin sein.

    Neben dem Inhalt der Geschichte ist auch die Entwicklung der Charaktere für mich schlüssig und nachvollziehbar geschrieben. Am Anfang hatte ich allerdings tatsächlich auch das Problem, nicht zu wissen, wer wer ist. Auch der Perspektivwechsel gleich zu Beginn kommt etwas unerwartet. Zuerst denkt man, die Geschichte ist aus Sicht des Arztes geschrieben, dann ist es plötzlich Martin. Da fehlt mir ein bisschen eine klarere Abgrenzung. Was den weiteren Verlauf angeht sind bei mir nur noch zwei Fragen offen geblieben:

    1. Was passiert mit den beiden ehemaligen Kolleginnen des Herrn Doktors? Die spielen ja eigentlich gar keine Rolle mehr. Hat er ihnen irgendwie erklärt, dass er jetzt eine neue Bekanntschaft hat, mit der er sich täglich trifft, dass er aber trotzdem weiterhin mit ihnen verreisen wird?

    2. Merkt Martin gar nicht, dass sich seine Frau täglich mit einem anderen Mann trifft? Ist er duch seine Karriere so blind, dass er nichts mehr mitbekommt? Er fragt zwar nach, woher ihr Sinneswandel kommt, gibt sich dann aber offenbar mit der sehr wenig erklärenden Aussage zufrieden, dass ihr Leben bald wieder einen Sinn hätte.

    Aber alles in allem sehr gut zu lesen und macht Lust auf mehr.

    Von mir bekommst du auf jeden Fall auch ein Herz.
    Ganz viele liebe Grüße.

  12. Verflixt! Das mit dem Perspektivwechsel! Hast Recht, da bin ich zu sehr davon ausgegangen, dass das jede/r sofort versteht (so, wie ich). Guter Hinweis deswegen, werde ich umsetzen 😎

    Zu Deinen Fragen:
    Die beiden Frauen: Waren nur Mittel zum Zweck. Sie musste ja erfahren, dass er verreisen wollen würde. Und er selbst ist viel zu arrogant, um es für nötig zu halten, sich zu erklären. Es können sich doch alle glücklich schätzen, seine Gegenwart genießen zu dürfen.

    Martin: Der ist froh, dass Katja sich irgendwie beschäftigt. Sie muss ihm gar nicht sagen, mit wem sie sich trifft; und wenn, vergäße er es eh gleich wieder. Er schüttet sich mit Arbeit zu und bekommt sonst nur noch das Nötigste mit.

    Sollte ich diese Geschichte ausbauen, werde ich diese beiden Punkte natürlich auf jeden Fall berücksichtigen!

    Ich danke Dir für Deine Zeit und freue mich, dass Dir meine Geschichte gefallen hat ❤️

  13. Wie schon bei Instagram angekündigt, habe ich deine Geschichte ganz gespannt gelesen.. Da ich ja auch von dem autobiographischen Aspekt wusste, dachte ich zu Beginn bei den Worten des Arztes „okay, das ist heftig, aber irgendwie musste sie der ganzen Geschichte ja noch einen draufsetzen, damit es auch ein Rachemotiv gibt“. In den Kommentaren hab ich dann schockiert feststellen müssen, dass es tatsächlich die Aussage eines Arztes war. Unfassbar. Da fehlen mir echt die Worte. In solchen Situationen hoffe ich, dass so etwas wie Karma existiert.
    Ich wünsche eurer Familie jedenfalls alles erdenklich Gute und ich bin mir sicher, dass ein Stern am Himmel nur für dich besonders hell leuchtet.
    Deine Geschichte hat mir wirklich richtig gut gefallen, deswegen ist es auch gar keine Frage, dass ich dir natürlich mein Like dalasse.

    PS: ich selbst bin Physio und habe aktuell zwei Patienten mit Trisomie 21 (ist allerdings nicht der eigentliche Grund der Behandlung). Jedenfalls kenne ich kaum Menschen, die so liebenswürdig und lebensfroh sind wie diese beiden.

    1. Danke, liebe Jess. Deine Worte haben mir sehr gutgetan. Ja, der Arzt war schon der Hammer. Der Gyn war aber eigentlich auch nicht viel besser. Den habe ich dann natürlich gewechselt – was ihn zu keiner Nachfrage veranlasst hat. Ist aber eine Generationenfrage: Die vielen jungen Ärzte und Ärztinnen, denen wir dann noch begegnet sind (teilweise 10-15 Jahre jünger als wir), haben sich überhaupt nicht um die T21 geschert, für sie war unsere Tochter eine Patientin wie andere auch.

      Danke Dir für den Stern …. das ist ein sehr schöner und zuweilen auch tröstlicher Gedanke :-*

  14. Liebe Scripturine,
    Danke, dass Du das alles mit uns teilst. Als ich in Deinem Profil davon las, fiel es anfangs schwer, mir vorzustellen, wie Du es schaffst, aus diesem traurigen und tief berührenden privaten Erlebnis eine Kurzgeschichte nach Parametern für eine Challenge zu machen….. Respekt! Du hast es geschafft, und es ist eine der besten Geschichten, die ich bislang hier gelesen habe. Vielleicht gerade weil so authentisch wirkt sie überzeugend, Dein Schreibstil liest sich natürlich, unaufgeregt und angenehm flüssig. Eine schöne Abwechslung finde ich auch die Herangehensweise, dass die Leserschaft genau weiss, woher das Handy stammt….eben im Gegensatz zu den meisten Geschichten hier. Man ist auf der Seite der `Täterin´, und das mit voller Sympathie! Ich weiss es nur schwer zu formulieren, aber die Trauer, die Du uns mit durchleben lässt (wohlwissend auch, dass sie echt war/ist), wird durch den Verlauf dieser Geschichte – und die Tatsache, dass Du sie überhaupt geschrieben hast – irgendwie …getröstet.
    Ich hoffe, Du verstehst, was ich damit meine….Kreativität kann heilsam sein…Hut ab vor Deiner Art des Umgangs…LG und alles Gute!
    lotte („Die Andere“)

    1. Liebe Lotte! Ja, ich verstehe total, was Du meinst. Wenn ich solche Kommentare lese, schießen mir immer die Tränen in die Augen. Nicht, weil dann meine Trauer plötzlich wieder so präsent ist. Sondern, weil es mich so sehr rührt, wie ich mit unserer Geschichte auch andere rühren kann.

      Ich wollte und sollte immer von unserer Tochter erzählen, weil sie zu klein war, um außer bei uns selber Spuren hinterlassen zu können. Heute, nach 13 Jahren, die dieses schreckliche Ereignis auch schon wieder her ist, so etwas schreiben zu können, ist ein Fortschritt für mich. Ja, das stimmt: Schreiben hat (und das ist ja auch bekannt) eine therapeutische Wirkung. Ich habe mich der Trauer schon auf so viele Arten und Weisen genähert, auch schriftlich (zum Beispiel in langen Briefen an mein Kind) , aber noch nie so. Das war neu für mich. Mir bedeutet es sehr viel, das geschafft zu haben, weil es mir auch zeigt, dass ich in meiner Trauer wieder ein stückweit autarker werde und ich sie immer besser steuern kann. Man wird sie nie los. Sie bleibt jetzt in meinem Lebensrucksack. Aber es ist ein bisschen wie beim Tauziehen: Zu Beginn gewinnt immer die Trauer und man liegt erschöpft und kraftlos am Boden. Aber mit den Jahren kann es sich umkehren. Und das scheint gerade zu passieren.

      Ich werde meine Tochter immer in meinem Herzen haben. Und ich werde immer wieder von Herzen um sie weinen. Aber ich werde unterm Strich mehr gelacht haben als geweint. Denn ein Leben mit Trauer muss kein trauriges Leben sein.

      Alles Gute für Dich!
      K.

  15. Hi, Scripturine. Danke für diese Geschichte. Mal was ganz anderes und ein sehr wichtiges Thema, dass du interessant und heftig umgesetzt hast. Den Arzt möchte mal als Leser ja am liebsten selbst wehtun. Ich muss allerdings sagen, dass ich ganz am Anfang Probleme mit der Perspektive hatte. Du fängst mit der Perspektive des Arztes an und springst dann sehr abrupt in eine auktoriale Sicht, dann in die des Vaters. So hatte ich erst gedacht, es sitzen 2 Ärzte am Tisch. Danach wird es dann klar. Lg Kirsten alias Zurine

    1. Liebe Zurine, danke für Dein Feedback! Die Verwirrung (ist ja nur ein bisschen …) ist gewollt – schließlich hilft es dabei, sich vorstellen zu können, wie verwirrt der Vater in dieser Situation war, die für ihn sehr ambivalent war. Er empfand dem Arzt gegenüber größte Unsympathie, musste ihn aber andererseits für sich gewinnen, weil die Gesundheit seiner Tochter davon abhing. Deswegen curselten seine Gedanken und sein Gefühlshaushalt eine Weile durcheinander.
      Und mal ehrlich: Solch eine Aussage erwartet man ja auch in den 2000er Jahren nicht mehr ….. da kann man schon mal schockiert gedanklich vom Stuhl fallen, fand ich.

      LG, Scripturine 🙂

      (PS) jetzt schon mal VIEL GLÜCK für Dein Debut!

  16. Sehr flüssiger und angenehmer Schreibstil plus definitiv spannend die gesamte Zeit durch – ich wollte zu jedem Punkt wissen, wie es weitergeht.
    Mir hat die Perspektive der Täterin sehr gut gefallen und auch die gesamte Idee hinter der Story.

    Ich hätte gerne noch eine stärkere Motivation des Oberarztes gehabt, seine Feindseligkeit gegenüber Katjas Kind fand ich überraschend heftig. Gerade da die Geschichte mit seiner Perspektive beginnt, könnte man zugehörigen Background gut und easy einfügen.
    Und zweitens, warum er gerade auf die Protagonistin zukommt mit der Droh-SMS und dem Video, fand ich auch nicht zu hundert Prozent schlüssig.

    Konnte ich der originellen Geschichte aber leicht verzeihen 🙂

    Insta: helenfaust_buecher
    Meine Geschichte: Blumen für Peter

    1. Liebe Frau Dr. Faust ( 😉 ), danke für Deinen konstruktiven Kommentar! Der hilft mir im Falle des Falles wahrscheinlich weiter.

      Ja klar, den Arzt muss ich dann noch weiter ausgestalten; würde eine größere Sache draus, ginge damit natürlich auch noch mal ein Gang nach Canossa einher, denn ich müsste an den Ort des Geschehens zurück, dorthin, wo unsere Tochter damals wirklich lag (aber nicht verstorben ist). Die Feindseligkeit des Arztes gegenüber dem Kind gab es anfangs wirklich, wie gesagt: Der Anfangsdialog ist ein Zitat. Das Gespräch ist ziemlich genau so geführt worden. Insbesondere der Satz: „Sagen Sie mal, mussten Sie eigentlich ein mongoloides Kind bekommen? Sowas erfährt man doch heutzutage vorher. Das hätte man doch verhindern können…“ Und das hat der ernst gemeint. Nur dass ich diejenige war, die dem Typen gesagt hat, dass es schon lang nicht mehr mongoloid heißt, sondern eben Trisomie 21. Man kann sich dann aussuchen, welcher Spezies man solche Leute zuordnen mag. In einer ersten Fassung hatte ich ihn noch Nazi genannt, diesen Begriff zugunsten eines Kommentars einer Probeleserin jedoch abgeändert …. aber das triffts wohl ganz gut.

      Zu der Protaganistin kommt er als erstes angerannt, weil er sich in sie verknallt hat, der alte Gockel. So profan ….

      Lieber Gruß!
      Scripturine

  17. Hallo Scripturine,

    habe deine Geschichte direkt gelesen und fand sie wie auch meine Vorgänger sehr gut!
    Auch die Idee die Geschichte aus der Sicht der Antagonistin zu erzählen ist erfrischend anders und gefällt! Herz ist da gelassen! wie bei allen die zum ersten mal schreiben kann man Verbesserungen einbringen aber das kommt denke ich mit der Zeit von selbst – hoffe ich zumindest auch für meine Geschichten 😉

    Gruß LG
    Daniel/ thomaskaufmann11
    Black Mask

    1. Hej, Daniel, danke für Dein Feedback! Klar – besser geht immer … ich bin immer offen für Inspiration, Kritik und Anregung und „ja“, ich denke – und hoffe! – auch, dass der Mensch in seinem Tun von Mal zu Mal besser wird. Lieber Gruß! K.

  18. Liebe Scripturine,

    zuerst möchte ich dir sagen, dass es wirklich bemerkenswert ist, wie du mit diesem Schicksalsschlag umgehst und wie sehr dir deine Geschichte bei der Trauerbewältigung geholfen hat. Danke, dass du eine so persönliche Erfahrung mit uns teilst.

    Mir gefällt an deiner Geschichte besonders, dass du sie aus der Sicht der „Gegnerin“ geschrieben hast. Dadurch kann man die Beweggründe und Emotionen noch besser verstehen.

    Sehr gut finde ich auch die Art des Todes. Du hättest Katja sonst was mit Friedemann anstellen lassen können, hast dich aber für eine simple Teemischung entschieden. So schließt sich der Kreis zum Anfang mit dem halbvollen Glas. Super!

    Worüber ich jedoch gestolpert bin, ist zum einen, dass Friedemann Katja so schnell vertraut und zum zweiten, dass Martin nichts einzuwenden hat, dass sich seine Frau ständig mit einem anderen Mann trifft und da nicht mal nachfragt.

    Beide Fragen hast du in den Kommentaren beantwortet. Aber nun frage ich mich, ob sich ein Mann wie Friedemann, der offenbar sehr eitel ist und das auch an seinen elegant gekleideten Reisegefährtinnen sehr schätzt, so auf Anhieb in eine Frau wie Katja verlieben würde, die nicht mehr die attraktive Erscheinung von damals ist? 🤷🏼‍♀️

    Wie dem auch sei – bei der Überarbeitung solltest du die Erklärungen bezüglich Friedemanns Vertrauensseligkeit und Martins Passivität einfließen lassen, so dass es leichter nachvollziehbar ist.

    Ich lasse dir gern ein Herzchen da und wünsche dir alles Gute.

    Liebe Grüße
    Sarah

    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/rache-ist-suess

    1. Liebe Sarah! Danke für Dein Feedback und auch für Deine Fragen!
      Vorweg: In einem Exposé oder in einer nicht als KS angelegten Story hätte ich mir wahrscheinlich tatsächlich mehr Zeit und Raum gelassen, die Dinge zu entwickeln. So habe ich immer diese Zahl 25 im Kopf gehabt als möglichst maximale Seitenzahl – und ich glaub, ich hatte schon 27 ….

      Warum verliebt sich Friedemann, der eitle Gockel, in die „heruntergekommene“ Katja?
      Weil sie sich ihm natürlich angleicht, intellektuell und auch äußerlich. Er nimmt sie ja auch im Café, als sie ihn zufällig wiedersieht, auch gar nicht wahr; später aber schon.

      Ich bin schon parallel dabei, den Text zu überarbeiten; viele der hier angeführten Änderungen fließen selbstverständlich mit ein, auch die Person des Martins wird in einer ausführlicheren Variante besser beleuchtet werden. Er hat hier nicht solch einen Raum bekommen, weil es auch schlicht nicht um ihn ging.

      Viele Grüße!
      K.

  19. Hallo Scripturine,
    ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen, ich fand Deine Geschichte richtig gut.
    Es mag hier und da Möglichkeiten geben, sie im Stil zu überarbeiten, aber dafür haben die Profis Lektoren und wir Amateure nur die Leser, die und darauf hinweisen können – geschenkt.
    Da ich eigentlich gar nichts neues als Tipp oder Kritik dalassen kann, wollte ich erst gar nicht kommentieren, sondern nur Liken. Aber als ich in einigen Kommentaren gelesen habe, dass die Geschichte in Teilen autobiografisch ist, möchte ich dennoch einmal DANKE sagen, dass Du dieses Thema aufgenommen hast. Und Dir vor allem ein ganz großes Kompliment machen, wie toll Du es umgesetzt hast. Nur der Appetit auf Kräutertee ist mir irgendwie vergangen … 🙂

    Liebe Grüße

    P.S. vielleicht hast Du ja Zeit und Lust, auch meine Geschichte („Glasauge“) zu lesen und ein Feedback da zu lassen …

  20. Hey Scipturine,
    endlich kam ich auch mal dazu, deine Geschichte zu lesen. Am Anfang dachte ich noch, hä, welcher Arzt sagt denn sowas? (ich wusste vorher nichts von dem realen Hintergrund) Umso erschütternder zu erfahren, dass es in eurem Fall tatsächlich so war. Das tut mir unglaublich leid. Danke, dass du deine Erfahrungen mit einfließen und uns teilhaben lässt.
    Jetzt aber zur Geschichte an sich: ich fand die Geschichte gut und dafür, dass man zwar schon zu Beginn weiß, um was es geht, nämlich um die Rache an diesem unfassbaren Arzt, hat es Spaß gemacht, sie zu lesen. Vor allem, weil man als Leser selbst diesem Arzt am liebsten etwas angetan hätte. Ich glaube, du hättest auch noch gerne mehr mit seiner Angst spielen können und den Racheakt an sich noch etwas detaillierter ausführen können. Ansonsten würde die Geschichte auch andersrum funktionieren, d. h. wenn du die Auflösung ans Ende packen würdest. Musst du aber nicht, sie ist auch so gut. Ich lasse dir gerne mein Like da 🙂
    LG, Melli
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/der-fliederfarbene-schmetterling

  21. Liebe Scipturine,

    ich mag mir nicht annäherungsweise ausmalen, dass deine Geschichte einen Anflug von Realität hat. Das wäre grausam und würde das Vertrauen in die erschüttern, die das Leben zu schützen geschworen haben.

    Dass deine Kurzgeschichte zu wesentlichen Teilen auf tatsächlichen Begebenheiten beruht, war von der ersten Zeile an klar.

    Ich finde das Verhalten der Mutter, aber auch des Vaters, absolut glaubwürdig dargestellt. Absolut nachvollziehbar beschrieben. Auf der einen Seite, die Mutter, die sich damit nicht zufrieden geben kann und will und auf der anderen Seite, der Vater, der mit der Situation überhaupt nicht klar kommt und darum alles so schnell wie möglich verdrängen will (und vielleicht auch muss, um nicht selbst durchzudrehen). Das Motiv ist klar, die Veranlassung nachvollziehbar. Ich hätte mir nur gewünscht mehr über die Motive, gegebenenfalls auch die Konflikte der Mutter zu erfahren. Auch wenn die Bibel von „Auge um Auge und Zahn und Zahn“ spricht, so ist dies doch gesellschaftlich nicht unbedingt akzeptiert.

    Aber das ist wohl Jammern auf hohem Niveau. Mit hat es gefallen, es war kurzweilig und spannend zu lesen wie das alles enden wird.

  22. Liebe Kathrin,
    jetzt habe ich es endlich zu dir geschafft 😅. Seit 2 Wochen steht deine Geschichte mit dem unheimlichen Titel auf meiner Liste (hab dich oft bei Insta gesehen) und ich war so gespannt auf sie. Ich entschuldige mich schon einmal, falls ich hier etwas wie meine Vorkommentatoren schreibe, denn ich lese gerne, ohne mich beeinflussen zu lassen.
    Du hast schlicht und einfach eine großartige und mutige Geschichte verfasst, die mein Mamaherz ❤ berührt, auch weil du selbst dein Baby verloren hast. Das tut mir sehr leid!
    Deinen Perspektivwechsel finde ich grandios und unterscheidet sich dadurch auch von den anderen Texten. Es wird dadurch viel spannender. Ohne Wenn und Aber hast du einen der interessantesten Plots.
    Und leider ist es gar nicht so unrealistisch, dass es auch unempathische Ärzte gibt, die richtige A……… sind. Leider! Wir alle kommen irgendwann mit Ärzten in Kontakt und sie sollten eigentlich diejenigen sein, die uns Hoffnung geben.
    „…. es ist eher halbleer als halbvoll. Es hilft nichts – Sie müssen mit mir Vorlieb nehmen.“ Boah, was ein arroganter Fuzi! Nein, tut mir nicht leid, dass zu sagen. Hier darf ich ja ….😬.
    „Weil ein anderes Kind wichtiger war. Und weil einer am Rande stand und lächelte. Dr. Claus.“
    Wenn es um so ernste Themen geht (Ärztefehler, Missbrauch, Organspenden, Drogen etc. ), dann bin ich immer voll drin und kann nicht mehr aufhören zu lesen. Du hast es geschafft, dass ich die Welt für einen Moment um mich herum vergessen habe.
    „Katja! Bitte helfen Sie mir! Er hat sich wieder gemeldet.“
    „Er?“
    „Sie haben Recht. Ich weiß es nicht. Aber ich bitte Sie! Frauen tun so etwas doch nicht!“
    Neeee, aber Frauen töten mit Gift oder zumindest ist es ein beliebtes Mittel, um sich Gehör zu verschaffen. Warum nur hatte ich kein Mitleid mit dem Arzt? Die ganze Zeit stand ich auf Katjas Seite.
    Danke, Kathrin, mit deinem Mut habe ich den Groll gegen das Böse ein wenig besänftigt. Deine Geschichte wirkt nach. Sie schwingt nach. Danke! Danke!🙏
    In meiner gibt es auch einen Giftdrink und eine Botschaft dazu. Du kannst sie auch anhören. Der Link zum Hörbuch steht in meinem Profil oben. Viel Glück beim Voting. Mein Like 👍 hast du natürlich und meinen tiefen Respekt für so viel Kampfgeist.
    Liebe Grüße,
    Martina (Happy birthday 🎈)
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/happy-birthday

  23. Liebe Scripturine,

    was für eine Geschichte! Du hast hier eine sehr spannende Geschichte verfasst, die mich vom ersten Moment gepackt hat. Ich finde es großartig, wie du den Racheplan deiner Protagonistin aufgebaut hast. Ich habe mich bis zum Schluss gefragt, wie sie ihre Tochter wohl rächen wird.

    Habe auch gerade gelesen, dass du so einen Arzt erleben musstest und bin zutiefst erschüttert. Es tut mir sehr Leid für dich und deinen Mann.

    Da ich deine Geschichte von Anfang bis Ende gut durchdacht und schlüssig finde, und sie auch noch sehr fesselnd geschrieben ist, bekommst du von mir sehr gerne ein Like. Du schaffst es damit sicher auch ins eBook.

    Liebe Grüße
    Angela

    PS: Falls du magst, …, meine Geschichte heißt „Stunde der Vergeltung“ :)https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/stunde-der-vergeltung

      1. Hallo liebe Kathrin

        Was für eine großartige Geschichte.

        Ich hatte als Sonderschullehrer, der als eine seiner Fachrichtungen GB (geistige Behinderung) studiert hat, fast permanent eine Gänsehaut.

        Und diese Wut im Herzen.

        Wie oft habe ich von Situationen /Geschichten wie diese hier gehört.

        Deine Geschichte ist nicht bloß eine simple Geschichte.

        Sie ist ein Appell.
        Ein Statement.

        Ein Statement dafür, dass jedes Leben lebenswert ist.
        Gott, ich habe so viele „behinderte“ Kinder in meinem Leben als Krankenpfleger und Sonderpädagoge kennen gelernt, dass ich sie nicht mehr zählen kann.

        Und jedes einzelne war einzigartig, wundervoll und individuell.

        Von jedem einzelnen habe ich unendlich viel lernen dürfen.

        Deine Geschichte ist großartig.

        Und wichtig.

        Aus Überzeugung ein behindertes Kind nicht zu versorgen, ist keine Nachlässigkeit, es ist Mord.
        Ein Verbrechen am Leben.

        Du hast das Leiden der Mutter ganz toll und realistisch dargestellt.
        Und ihre Emotionen.

        Deine Geschichte ist sehr gut aufgebaut, und sie hat mich gefesselt und berührt.
        Die Protagonisten sind hervorragend angelegt und die Dialoge realistisch.

        Am Ende passiert das, was in guten Kurzgeschichten passieren sollte.

        Du lässt den Leser mit Fragen und Emotionen zurück.
        Man fragt sich: „Ist das jetzt richtig? Darf man das?“

        Deine Geschichte bringt einen dazu, Position zu beziehen.
        Nachzudenken.

        Ich zolle dir den höchsten Respekt.

        Deine Geschichte ist nicht nur großartig geschrieben, du bist ein echtes Talent, nein, sie „zwingt “ einen, in sein Herz zu blicken.

        Aus deiner Geschichte spricht eine große Weisheit.
        Eine große Menschlichkeit.

        Und das Ganze, ohne dass du jemals den moralischen Zeigefinger in die Höhe hältst.

        Deine Geschichte wird mir lange in Erinnerung bleiben.
        Sie ist jetzt schon etwas ganz Besonderes bei wirschreibenzuhause.

        Ich wünsche dir und deiner Geschichte alles Gute und viel Erfolg.
        Und noch viel mehr Likes.
        Jeder sollte diese Geschichte gelesen haben.

        Und noch mal:
        Ich bin absolut begeistert und getriggert.
        Ich lass dir liebend gerne ein Herzchen da.
        Du hast es dir verdient.

        Pass auf dich auf und bleib gesund.

        Und schreib weiter.
        Du hast ein riesiges Potenzial.

        Und verfasse weiterhin sooo großartige und WICHTIGE Geschichten.

        In Ehrfurcht.
        Swen Artmann (Artsneurosia)
        „Die silberne Katze“

  24. Lieber Swen (@artsneurosia) , ich danke Dir für Deine Worte und Dein Lob. Auch für Deinen Respekt. Einige Menschen unseres familiären Umfeldes haben damals nicht verstanden, warum wir ein „schwerst mehrfachbehindertes Kind“ bekommen wollten. Sie taten so, als sei unser Leben dann vorbei. Erst recht, als wir davon sprachen, mehrere Kinder haben zu wollen, denn „die würden ja alle zu Schattenkindern“. Das war schon hart. Wobei man auch sagen muss: Es war die Arzt-Generation, die das sagte. Unsere Freunde sahen das ganz entspannt. Ist das tatsächlich eine Generationenfrage? Möglich. Wir jedenfalls haben bei der zweiten Schwangerschaft mit unserem heute elf werdenden Sohn weitgehend auf Pränataldiagnostik verzichtet. Weil: Diese Diagnostik impliziert ja auch immer die Bereitschaft des Ziehens einer Konsequenz. Und die kann ja nur ein Abbruch sein. Und da dies für uns niemals infragegekommen wäre, stand dieses Vorgehen nicht mehr zur Debatte. Wir hätten also denselben „Fehler“ ein weiteres Mal begangen. Ob das nun schlau war? Es hat sich für uns am Richtigsten angefühlt. Und Gott hat uns mit unserem Frechsack belohnt. Dafür sind wir zutiefst dankbar.

    Alles Liebe!
    Kathrin

  25. Hallo liebe Kathrin!
    Ich muss jetzt erstmal durchatmen. Ganz furchtbar, dieser Doktor. Wie kann man nur so sein? Als Arzt hat er den hippokratischen Eid geschworen und sollte Leben erhalten! Verdammt, deine Geschichte macht mich so wütend und traurig zugleich. Und ich kann das Leid der Eltern total nachvollziehen. Ich kenne Kinder mit Trisomie 21 und das sind so wertvolle liebe Menschen, so empathisch, und dass du sowas selbst erleben musstest (habe ich in den Kommentaren gelesen) – am liebsten würde ich dich drücken. Als ich meine Kinder bekam, waren noch nicht so viele Voruntersuchungen wie heute – und du hast recht: jeder abklärende Untersuchung heißt so viel, wenn das Kind ein Handicap hat, weg damit. Das fand ich immer total entsetzlich. Aber heute gibt es diese ‚Absicherung‘. Wie weit geht das? Wenn es nicht das richtige Geschlecht ist? Wenn man irgendwann feststellen kann, ob es intelligent genug ist? Ich mag gar nicht drüber nachdenken.
    Deine Geschichte ist gut aufgebaut, vielleicht würde ich das Gespräch mit dem Arzt mit der Mutter sprechen lassen (die sich dann ja auch rächt) – der Vater spielt ja nur eine untergeordnete Rolle. Dass die Ehe auch leidet – ist traurig, aber ich finde, für die Story nicht wichtig. Und sie kommt fast zu leicht an den Doktor heran – aber das sind Kleinigkeiten. Ich mochte deinen ausdrucksstarken Schreibstil,Hut ab. Die Geschichte wird bei mir noch lange nachwirken. Mein Herzchen lasse ich dir zu gerne da.
    Alles Liebe Lotte
    Falls du meine Geschichte lesen magst: Der alte Mann und die Pflegerin – ich würde mich sehr freuen!

  26. Du hast eine sehr ergreifende Geschichte geschrieben. Wenn diese Geschichte Teile aus Deinem eigenen Leben enthält, dann ist das im Gesamtkontext der Story bedrückend. Daraus hast auf jeden Fall einen sehr guten Plot verfasst, der sehr flüssig und gut lesbar ist. Ich gebe Dir gerne mein „Like“.
    LG
    L. Paul (Die Mutprobe)

  27. Hallo Scripturine,

    Erstmal: Kompliment für den Titel. Den fand ich schon gleich mal super.

    Auch die Geschichte hat mir gefallen, da ich „Revange-Thriller“ sehr mag. Du hast deinen Plot gut strukturiert und in meinen Augen fließend erzählt. Auch fand ich die Handlungen der Personen (für den wenigen Raum, den wir für unsere Geschichten zur Verfügung hatten) akzeptabel.

    Da es aus meiner Sicht nicht wirklich was negatives zu sagen gibt, kann ich dir guten Gewissens meine Stimme da lassen.

    Zum Schluss:
    Mit dem Satz stimmt was nicht. Schau mal…
    – Wenigstens war jetzt eindeutig klar, dass er er und ihre Maskerade gut war, denn offenbar hatte er nicht die leiseste Ahnung, mit wem er gerade sprach.

    Viele Grüße
    J. D.
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/das-leben-eines-toten-mannes

  28. Hallo Kathrin (Scripturine),

    wow, schon beim lesen dachte ich mir, das kann man sich nicht ausdenken, das muss man erlebt haben. Es tut mir unendlich leid für euch, Eltern sollten ihre Kinder nicht überleben, und solche A…… dürften keine Äezte werden. Aber das wurde hier schon alles gesagt, da kann ich mich nur 100 anschließen.
    Jemand schrieb, dass der Zeitsprung seltsam war, weil Katja noch mit ihm spricht und dann im Bett liegt. Das ist nachdem er ihr die erste SMS und das Video gezeigt hat, das hat mich auch kurz stocken lassen.
    Ausserdem fand ich es auch seltsam, dass er sich nicht an die ehemaligen Kolleginnen gewandt hat, sondern an Katja, aber das hast du ja schon erklärt.

    Wie du dir denken kannst habe ich natürlich ein Like dagelassen.
    Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute, bleibt gesund und so positiv!

    Liebe Grüße
    Monika (Ende Gut?)

    1. Liebe Monika! Vielen Dank für Deine Stimme! Mit Deinen Einwänden hast Du natürlich recht, Du warst auch nicht die erste, die das monierte – ich habe ganz bewusst noch keine Änderung an der Geschichte vorgenommen, weil ich jedem die Chance geben wollte, die Ur-Geschichte zu lesen und auch die Kommentare anderer besser nachvollziehen zu können. Nach dem 30. 9. werde ich die Geschichte aber einer Generalüberholung unterziehen, und dann finden auch Deine Anmerkungen Anwendung!

      Deine Geschichte lese ich natürlich auch – das ist Ehrensache!
      Kollegiale Grüße! Kathrin

  29. Hallo Scripturine,
    Trotz des traurigen Themas, bin ich sehr froh, dass ich deine Geschichte gelesen habe. Sie war wirklich wahnsinnig packend und echt. Ich konnte mich sehr gut in deine Charaktere hineinversetzen und richtig mitfühlen.
    Auch ganz toll war die Art, wie das Handy bewusst für den Herr Dr. Platziert wurde. Das war erfrischend anders.
    Ich habe mich mit manchen Stellen im Text etwas schwer getan… Ich glaube, das lag an den zum Teil sehr kurzen Sätzen, die manchmal so hintereinander gereiht waren und das in Kombination mit langen ausschweifenden Sätzen. Dadurch habe ich schneller gelesen, fast gehastet und war dann richtig aufgeregt. Wenn das so beabsichtigt war, dann Hut ab! Das hat mich nur nochmal zu schnell am Text vorbei gezogen und ich wäre lieber eingetaucht… Hoffe, es ist klar, was ich meine.

    Mein Like hast du allemal.

    Liebe Grüße
    Jenny /madame_papilio

    Wenn du noch Platz für meine Geschichte hast, dann freue ich mich natürlich auch über dein Feedback:https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/nur-ein-kleiner-schluessel

  30. Liebe Kathrin, mein Kommentar wird jetzt ganz anders als geplant und ich habe Deine Geschichte auch schon heute Nacht gelesen und war nicht in der Lage gewesen etwas zu kommentieren. Ich wollte hier mit zu einem fröhlichen „hallo Frau Nachbarin“ starten, was ich dann aber sehr unpassend fand. Das hier ist die zweite Geschichte, die mich zum Weinen gebracht hat. Und im Gegensatz zum Ponyjäger konnte ich nicht mit Tränenschleier kommentieren, sondern ich musste darüber schlafen. Ich hätte jedes Wort unpassend gefunden.

    Vielleicht weil ich was ganz anderes erwartet hatte, als sich unsere Wege vor einigen Tagen bei Instagramm kreuzten. Du wirktest so herrlich durchgeknallt auf mich (was positiv gemeint ist).

    Und dann so eine Geschichte, ich musste kein Profil oder Kommentare lesen um nach wenigen Sätzen zu wissen, dass hier eine Frau autobiographisch schreibt. Wie ich später las ist der Tod Eurer Tochter sehr lange her, aber sie scheint immer noch präsent sein, wenn auch anders nach den Jahren. Mein Sohn ist gesund und munter, aber wir wären beide bei seiner Geburt fast gestorben, zu hoher Blutverlust und die bangen Stunden, als ich nicht zu ihm durfte, weil mein eigener Gesundheitszustand zu schlecht war. Und dieses Gefühl als er endlich in meinen Armen lag, all das ging mir durch den Kopf.

    Dein Verlust tut mir sehr leid, von Herzen.

    Auch auf andere Art hat mich Deine Geschichte berührt, sie ist eine von den wenigen Storys, wo man gleich mit dem Täter sympathisiert. Aber ich hatte zum ersten Mal den freien Blick auf das Motiv, nichts war verschleiert oder musste erraten werden. Und dazu dann die Schilderung, wie alles geplant wurde. Ich habe mich mehr als einmal gefragt, ob ich genauso handeln würde.

    Zur Grammatik, Zeiten und ähnlichem Gedöns überlasse ich wie immer der Fachwelt die Meinung, mich interessiert sowas beim Lesen einfach nicht. 😂

    Ich schließe dann jetzt mal den Kommentar, bevor es eine eigene Kurzgeschichte wird und freue mich darauf dich vielleicht wirklich mal kennen zu lernen. LG Melanie (Blaues Mondlicht)

  31. Liebe Kathrin,

    ich habe es endlich geschafft, deine Geschichte zu lesen 🙂

    Was für ein trauriges Thema…. erst recht wenn man weiß, dass es autobiographische Teile enthält…. Das tut mir wirklich leid!

    Absolut interessant fand ich, dass du aus der Sicht des „Rächers“ geschrieben hast, so etwas habe ich bei den anderen Geschichten (inkl. meiner) bisher noch nicht gelesen. Da konnte man gerade bei diesem Thema noch mehr mitfühlen und freut sich mit ihr, dass sie schlussendlich ihren Frieden finden konnte.

    Dein Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen und sehr gerne hinterlasse ich mein Like.

    Alles Gute für dich und viel Freude weiterhin beim Schreiben,
    Yvonne / voll.kreativ (Der goldene Pokal)

  32. Hallo, Ihr lieben lieben Mittäterinnen und Mittäter! Ich freue mich so sehr und bin so wahnsinnig dankbar über jede und jeden, dieder sich für meine Geschichte und damit auch irgendwie für mich Zeit nimmt und ich freue mich auch über jeden hinterlassenen Kommentar! Normalerweise reagiere ich auch irgendwie wenigstens kurz! Derzeit versuche ich allerdings – es geht ja mit Riesenschritten dem Endspurt zu – zu lesen, zu lesen und zu lesen! Und zwar Eure Geschichten, liebe Kolleginnen und Kollegen! Und die kommentiere ich natürlich auch! Deswegen seht es mir bitte nach, dass ich hier zwar reinschaue (und meistens auch ein Like unterm Kommentar dalasse), aber nicht antworte. Seid Euch sicher: Ich lese alles – und Vieles wird nachher in meine Nachbearbeitung einfließen, denn es sind einige gute Anregungen dabei und – hey: Nobody`s perfect, oder?

    (PS) Selbiges gilt natürlich auch für Sympathinnen und Sympathen, die hier nicht mitgemacht haben, sich aber dennoch nicht nehmen lassen, für meine Geschichte zu voten. Auch Euch (und Ihnen!) gehört mein Dank!

    In diesem Sinne! Fühlt Euch rudelumärmelt!
    Eure Kathrin aka Scripturine 🙂

  33. Hallo Scripturine,

    anfangs fand ich ich die Geschichte schwierig zu lesen, aber nach einigen Abschnitten (in denen du dich warm geschrieben hast?), konnte ich gar nicht mehr mit dem Lesen aufhören!

    Mir ist allerdings nicht klar, was es am Ende mit dem Postboten auf sich hat?

    Viele Grüße,
    Josefine

    1. och, der Postbote hatte eigentlich nur einen einzigen Zweck: Der sollte klingeln und das Kopfkino auslösen, das dann letztlich zu dem erwünschten Herzinfarkt führen sollte. Quasi als doppelter Boden, falls die Wirkung des Tees noch auf sich warten ließe. Der alte Mann hatte halt Phantasie und hat sich deswegen schnell aufgeregt. Der Postmichel widerum wusste nie etwas von seiner Rolle … der hat auch so sein Scherflein dazu beigetragen. 😉

      Lieber Gruß und Danke für Deinen Kommentar!
      Kathrin

  34. Hej!

    Harte Kost. Aber wirklich gut geschrieben. Als Mediziner würde ich Dir wahrscheinlich an der einen oder anderen Stelle etwas widersprechen, aber darum geht es ja hier nicht. Du lässt den Leser teilhaben an der Rache einer Mutter, die um das Liebste der Welt betrogen wurde. Gleichzeitig stellst Du das Leben in jeder Form an die erste Stelle im Universum. Für Betroffene liest sich das wahrscheinlich noch intensiver.

    Mein Like hast Du Dir verdient! Ein paar Tage fiebern wir ja alle noch etwas miteinander..

    LG aus Hamburg
    Chris
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/identitaet-6

  35. Hallo liebe Kathrin,

    So, da bin ich zum „Gegenlesen“ – und das hat sich wirklich gelohnt! Oh Mann, was für eine – verständlich- krasse Geschichte! Der Plot ist wirklich Krimi pur, Dein Schreibstil könnte das ganze noch etwas mehr „dramatisieren“, aber das ist nur meine persönliche Meinung und Kritik auf ganz hohem Niveau!
    So, ich mache mir jetzt mal einen Tee und denke noch ein bisschen über Deine Geschichte nach, und das haben hier nicht viele Geschichten geschafft!
    Ganz liebe Grüße, Anna
    P.S.: Ein Herzchen hab ich Dir natürlich dagelassen!

  36. Hallo Kathrin,
    deine Geschichte hat mir sehr gut gefallen, ein wichtiges Thema, sehr fesselnd erzählt. Ich habe Dir gerne ein Herz dagelassen. Ich denke, Du könntest diese Story auch zu einem Roman ausbauen, wenn Du alles komplett szenisch erzählst. Vielleicht noch mit unterschiedlichen Perspektiven: ihre Sicht – seine Sicht. In diesem Fall wäre mein Tipp, dem Arzt auch eine gute Seite mitzugeben, damit der Leser sich auch mit dem Bösewicht identifizieren kann. Und ein paar überraschende Wendungen oder falsche Fährten wären dann ganz gut 😉 Denk doch mal drüber nach, ob Du das machen möchtest. Ich glaube, das könnte gut werden.
    Ganz lieben Dank auch für Deinen tollen Kommentar zu meiner Geschichte (Zu spät). Das bedeutet mir echt viel. Ich bin nicht aktiv auf Like-Fang gegangen, deshalb hat sie nicht viele Herzchen. Aber wenn sich jemand wie Du zu mir verirrt und so toll kommentiert, freue ich mich riesig und lese natürlich auch sehr gerne gegen.
    Viele liebe Grüße, Anna

    1. …. jemand wie ich! Hallo, Anna? Stell` bitte Dein Licht nicht so unter den Scheffel – wie Du bin auch ich einigermaßen blutiger Anfänger. Und Deine Story ist halt einfach nur WOW, die hab ich echt abgefeiert. Ich danke Dir für Deine Tipps! In der Tat spiele ich mit dem Gedanken, mehr daraus zu machen. Darum sind Deine Hinweise wirklich gut und wichtig!

      Liebe Grüße zurück!
      Kathrin

      1. Hallo Kathrin,

        da du dir meine Geschichte durchgelesen hast („Rate, wer ich bin!‘), habe ich mir es natürlich nicht nehmen lassen, auch deine Geschichte durchzulesen.

        Zuerst muss ich sagen, dass ich die Idee großartig finde, dass in der Geschichte quasi die Sicht des Antagonisten gewählt worden ist.

        Dieses unterscheidet die Story wirklich deutlich von den meisten anderen im Feld und gibt einfach mal einen völlig anderen Blick auf die Dinge.

        Alles in allem ein sehr angenehmer Schreibstil und eine nachvollziehbare Storyline.

        Von mir gibt es dafür gerne ein like 🙂

        Viele Grüße

        Marcel

  37. Hallo Kathrin,

    eine sehr bewegende Geschichte.
    Da ich vor Jahren ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Schule für geistig Behinderte gemacht habe, hat mich die Thematik sehr bewegt.
    Unabhängig davon ist die Geschichte auch sprachlich gut, die Charaktere sind nachvollziehbar beschrieben.
    Meinen Like hast du. ❤️

  38. Hey Kathrin,

    ich finde du hast eine super Geschichte geschrieben!
    Sie ist toll und flüssig zu lesen, sehr gut bildhaft vorstellbar und da sie einige autobiografische Aspekte beinhaltet, macht es das ganze (aus meiner Sicht) nochmal fesselnder und spannender!
    Mir gefällt auch sehr, dass du aus der Perspektive des „Täters“ schreibst, denn somit kann man die Handlungen ohne Probleme nachvollziehen.

    Alleine dieser Satz: „Er wirkte fahrig, der aufrechte Friedemann.“, einer von so vielen tollen Sätzen in deiner Geschichte, ist so unfassbar ausdrucksstark. Denn durch diesen Gedanken Katjas, wird deutlich, wie sie sich an seinem Leiden ergötzt und Spaß daran hat, wie er langsam aber sicher durchdreht (ein bisschen sadistisch wenn ich es mir recht überlege 🤔😅) – gefällt mir sehr!
    Ich war sehr gefesselt von deiner Geschichte und habe sie mit großer Spannung gelesen.

    Ganz liebe Grüße und noch viel Glück fürs Voting 😉
    Sarah
    (Geschichte: „Unschuldskind“)

  39. Hallo Kathrin,

    oh Mann, was für eine Geschichte. Ich hatte sie schon lange auf der Liste, aber wie sagt man so schön: Das Beste zum Schluss…..Die Geschichte ist wirklich sehr ergreifend und tiefgründig und regt zum Nachdenken an. Respekt, dass du so offen über ein sehr persönliches Erlebnis schreiben kannst. Die Spannung hast du dabei super aufgebaut. Ich war vom ersten bis zum letzten Satz gefesselt. Dein Schreibstil ist sehr bildhaft und ich habe richtig mitgefiebert. Sehr interessant finde ich, dass du aus der Perspektive des Täters schreibst. Das wurde schon gesagt, aber mir hat das auch sehr gut gefallen.

    Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute, viel Spass beim Schreiben weiterhin und viel Glück fürs Voting. Ein Like hast du natürlich mehr als verdient.
    Falls du noch Lust, Zeit und Energie zum Lesen hast, lass ich dir einfach mal meinen Link da.
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/das-maedchen-dana
    Alles Liebe
    Kerstin

  40. Liebe Kathrin,
    wow, das ist ein Thema, das mir sehr ans Herz geht. Ich habe schon so oft von Müttern gehört, dass sie ein Kind mit Trisomie 21 abtreiben würden. Das trifft mich immer sehr. Für mich ein furchtbarer Gedanke. Ich habe mal in einer WfbM gearbeitet und muss sagen, dass jedes Leben auf seine Weise wertvoll ist und auch schön sein kann. Ich hatte also bei deiner Geschichte einen richtigen Kloß im Hals.
    Eine Frage hätte ich aber: Was genau hatte der Paketbote für eine Aufgabe?
    – „Der Tee tut tatsächlich gut …“, sagte er, nachdem er einen großen Becher geleert hatte. „Ich werde nur so seltsam müde davon, so träge.“
    „Nur träge. Die Gliedmaßen werden sich gleich nicht mehr gut bewegen lassen. Ihr Körper wird erschlaffen. Und ganz zum Schluss wird ein Organ nach dem anderen seinen Geist aufgeben.“
    Es klingelte. –
    Sie hatte ihm doch schon gesagt, dass er sterben wird und zwar durch sie. Oder sollte das gar keine wörtliche Rede sein? Hat sie das nur gedacht? Dann müssten die Anführungszeichen weg.
    Alles in allem eine sehr bewegende Geschichte, die mir gut gefallen hat.
    Liebe Grüße aus dem Maislabyrinth, Andrea

    1. Moin, liebe Andrea! Danke für Deine Zeit und Deine Anregungen!
      Ja, diese Entscheidung, die Schwangerschaft abzubrechen – wie sie mir seitens meines damaligen Gyn (auch das ist ein Originalzitat) angetragen wurde, stand für uns nie zur Debatte. Und auch, als ich mit unserem Sohn schwanger war, haben wir uns mit meiner neuen Gyn dann darauf verständigt, nur eine eingeschränkte Pränataldiagnostik (quasi am Rande) durchzuführen. Sie hatte zum Glück auch eine Ausbildung als Pränataldiagnostikerin, so war das möglich. Man muss ja, wenn man untersuchen lässt, ob das Kind (ich formuliere es mal positiv) gesund ist, auch in der Lage sein, eine Entscheidung gegen das Kind zu fällen, sollte dies nicht der Fall sein. Wenn man an dieser Stelle sagt: „Nein, wenn ich einmal solch ein Herzchen schlagen sah, kann ich das nicht.“ – dann braucht man m.E. auch keine Pränataldiagnostik. Indem ich diesen Satz schreibe, sehe ich diese Bilder vor mir – und kann immer weniger verstehen, warum sich so viele dann gegen ihr Kind entscheiden. Wobei ich niemanden verurteile, der das tut! Das ist auch klar! Es ist eine absolut individuelle Entscheidung, da kann einem niemand zu raten oder abraten. Aber das Umfeld muss sie akzeptieren. ***

      Welche Funktion hatte der Postbote: Der Postbote wusste eigentlich gar nichts von seinem Glück, Teil eines Dramas zu sein. Er war einfach nur ausspioniert worden und zum Glück jemand sehr Gewissenhaftes, der eben zig Male klingelt, um seine Sachen wirklich abzuliefern. Seine Aufgabe war einfach nur, Friedemann affig zu machen und das Kopfkino in dessen Kopf zu starten, damit er immer nervöser wird. Endziel war ja: Herzinfarkt. Bzw, wenns denn einer nachvollziehen können sollte: Tod durch unterlassene Hilfeleistung. Und das hat ja auch ganz gut geklappt 😉

      Liebe Grüße!
      Kathrin

  41. Hey,

    vielen Dank für dein Feedback zu meiner Geschichte. Nun habe ich mir deine durchgelesen und finde sie super gelungen. Die Idee aus der Sicht des Opfers ist mal was anderes gewesen. Auch das Thema ist gut umgesetzt. Ich gebe dir gerne ein Herzchen.

    Liebe Grüße Sandra (Das zerstörte Band)

  42. Hallo liebe Kathrin aka Scripturine 😉

    Wenn auch ein bissel spät, so möchte ich es mir dennoch nicht nehmen lassen, Dir zu dieser spannenden und vor allem ergreifenden Geschichte (mit wahrem Kern) zu gratulieren!
    Mit Herzblut und Talent geschrieben – wunderbar!
    Mein Herzchen-Like hast Du natürlich 🙂

    Auf bald wieder … und irgendwann gibt’s auch wieder Schnitzl & Drums 😉

    Liebe Grüße,
    Markus (die alte Südfrucht)

    1. Meine liebste Lieblingssüdfrucht! Sei aufs Herzlichste bedankt für diese lieben Worte!
      Sehr sehr gern lenke ich meine Kutsche mitsamt familiären Inhalts in baldiger Zukunft erneut in die Stadt des Salzes und der besten Schnitzel (und auch Drums, na klar)!

      Bis dahin!
      Kathrin

      1. Hey. Man hat immer sehr hohe Erwartungen an Geschichten, die relativ viele Herzen haben, wodurch direkt die Latte noch etwas höher hängt. Du hast sie aber definitiv verdient, wovon ich mich kurz vor Sendeschluß noch überzeugen durfte. Klasse geschrieben und über die verpackten Emotionen muss ich, glaube ich, nicht mehr viel sagen. Ich hab mal aus deiner 80 eine 81 gemacht. Grüße Ghostwriter

  43. Hallo Kathrin,
    Da du dir Zeit für meine Geschichte „Alte Bekannte“ genommen hast, habe ich mir natürlich auch sehr gerne deine durchgelesen.

    Viel Neues kann ich nicht mehr hinzufügen 😊. Deine Geschichte war ergreifend und hat mein Herz nervös schlagen lassen. Gerade wenn man den Hintergrund deiner Geschichte betrachtet, finde ich es vorallem mutig. Ich hatte eine Gänsehaut. Dafür gibt es ein 💛. Danke für diese Geschichte.

    Viel Erfolg 🍀

    Ganz liebe Grüße

    Maddy

  44. Liebe Kathrin,
    wow, was für eine Geschichte. Erst recht, als ich in deinen Kommentaren gelesen habe, dass dir bzw. euch das wirklich widerfahren ist. Man merkt dem Text an, dass er mit Herzblut geschrieben wurde.
    Würde dir gerne mehr als nur ein Herz geben 😉
    Herzliche Grüße
    Monika
    (Quälende Erinnerungen)

  45. Liebe Kathrin,
    ich bin durch deine Geschichte geflogen und hatte sogar wieder den Duft der Neonatologie in der Nase!
    Aufgrund meiner eigenen Erlebnisse (Frühchen, Inkubator, etc.) ist die Protagonistin für mich absolut glaubhaft. Auch der Konflikt zwischen den Eheleuten, weil jeder von ihnen das Thema anders bewältigt, ist so real. Jedenfalls lasse ich dir sehr gerne mein Herz da und schicke dir liebe Grüße aus Österreich,
    Katharina

  46. Hallo Kathrin,
    mir hat deine Geschichte sehr gefallen! Als jemand, die in der Jugend- und Eingliederungshilfe arbeitet, finde ich es toll, dass du über dieses Thema geschrieben hast. Als ich dann gelesen habe, dass es zum Teil auf eigenen Erfahrungen beruht, hat es mich noch mehr berührt, aber gleichzeitig freue ich mich sehr, dass du es geschafft hast, so über das Thema zu schreiben. Und dazu auch noch so gut! Dein Schreibstil gefällt mir sehr. Du hast gut mit Dialogen und Gedankengängen gearbeitet, die vom Ausdruck her sehr realistisch wirken. Nur bei einer Stelle habe ich etwas gestockt: in einem Moment haben sich beide getroffen und über die Nachrichten gesprochen und dann heißt es „…dachte sie und legte sich schlafen“ – der Zeitsprung hat mich kurz irritiert. Das ist allerdings eine Kleinigkeit. Insgesamt bin ich sehr froh, deine Geschichte bei der riesigen Anzahl an Geschichten hier entdeckt zu haben.
    Beste Grüße
    Sandra
    (https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/gefangen-2)

  47. Hallo Scripturine,

    jetzt fresse ich gleich ‚nen Besen! Danke für Deinen Kommentar unter meiner Geschichte, sonst wäre mir durchgerutscht, dass es hier – anders als ich ganz sicher dachte – noch keinen von mir gab. Hätte schwören können, ich hab Dir schon gesagt, wie sehr mich Drine Story mitgerissen hat! Habe sie schon vor ein paar Wochen gelesen und ein Herzchen da gelassen.
    Liebe Grüße von der Charlie
    („Und der Tod fragte sich, wer er eigentlich ist?“)

  48. Hallo Scripturine,

    mit ein paar Tagen Verspätung habe ich es nun geschafft deine Geschichte endlich zu lesen 🙂

    Den vorherigen Kommentaren habe ich entnommen, dass ein Teil autobiografisch ist und möchte dir mein Beileid und gleichzeitig großen Respekt aussprechen.
    Über ein solch schreckliches, prägendes Erlebnis öffentlich zu schreiben erfordert sehr viel Mut und Kraft.

    Danke, dass du diese packende Geschichte mit uns geteilt hast.

    Alles Gute für die Zukunft,

    – Katty 🙂

  49. Liebe Scripturine,
    wie versprochen hab ich nun auch deine Geschichte gegengelesen und würde direkt mitgerissen. Nicht gleich zu Beginn, das muss ich gestehen, aber von da an, wo Katja die Protagonistin würde, hattest du mich. Ein sehr härter Tobak von dem du schreibst, aber gerade deshalb auch so mitzufühlen. Ich gratuliere dir zu deinem Werk!
    Liebe Grüße aus dem schönen Süden Salzburgs
    Verena

  50. Liebe Kathrin,

    erst einmal vielen Dank für deinen Kommentar unter meiner Geschichte 😉
    Ich bin froh, dass ich es noch geschafft habe auch deine zu lesen.

    Ich muss sagen, dass ich die ersten Zeilen als sehr erdrückend empfand, weil mich sprachlos gemacht hat, dass jemand, ohne jegliche Empathie oder Rücksicht vor den Gefühlen des betroffenen und verzweifelten Vaters, so abwertend reden kann.
    Aufgrund der Art wie du die Gefühle von Katja beschrieben hast, beschlich mich irgendwann das Gefühl, dass deine Geschichte auf etwas beruht was du selbst erlebt hast.
    Es macht mich traurig, dass die ersten Kommentare meine Vermutung bestätigten und es tut mir leid, dass du diese Erfahrung machen musstest! Aber umso mehr bewundere ich, dass du das nicht nur zu Papier gebracht hast, sondern auch noch mit uns teilst.

    Deine Geschichte ist wirklich stark und verdient, meiner Meinung nach, mehr Herzchen als sie bisher hat. Einmal aufgrund des Themas, aber auch weil ich finde, dass du mitreißend, und vor allem glaubhaft geschrieben hast.
    Ich hoffe, ich bin dir an keiner Stelle zu nahe getreten. Mein Like lasse ich dir auf jeden Fall da und hoffe, dass du es ins ebook schaffst.

    Liebe Grüße Sabrina

  51. Hallo liebe Kathrin,

    hab vielen Dank für deinen Kommentar zu meiner Geschichte 🙂 da ich gerade nur noch dazu komme, meinen Kommentatoren zu antworten und gar keine „neuen“ Geschichten zu lesen, bin ich froh, dass ich darüber nun noch dazu kam, deine Geschichte zu lesen. Du hast mich wirklich berührt mit der Thematik und als Mama hat mich die Ausgangssituation deiner Hauptfigur wirklich mitgenommen. Ich glaube auch, dass es leider gar nicht so unwahrscheinlich ist, dass viele Eltern eine vergleichbare Situation erlebt haben und es wirklich Mediziner gibt, die behindertem Leben weniger Bedeutung beimessen… von der Thematik aber abgesehen, finde ich deine Geschichte auch großartig geplottet und geschrieben. Deine Sprache gefällt mir sehr gut und ich finde es grandios, dass du Dr. Claus auf dieselbe Art und Weise sterben lässt, wie er es Josephine zugemutet hatte. Langsam an Organversagen während jemand untätig und lächelnd nur zusieht. Das Läuten an der Tür weckt in mir sogar die Assoziation mit dem Alarm, den Josephines Überwachungsmonitore von sich gegeben haben. Fast schon poetisch, wie du das inszeniert hast und in meinen Augen die perfekte Rache. Wirklich großartig und mein Herz hast du nicht nur in Form dieses Piktogramms zur Abstimmung gewonnen.

    Ganz liebe Grüße, Holly Conrad (Das Ende von Enrico Goldschmidt)

  52. Hallo Kathrin,
    Jetzt bin ich auch dazu gekommen Deine Geschichte zu lesen. Der Hintergrund der Geschichte macht mich sehr betroffen, umso mutiger finde ich es, dass Du dieses Thema für Deine Geschichte gewählt hast. Ja, das Leben schreibt die ‚besten‘ Geschichten – leider. Ich finde, Du hast Deine Geschichte sehr spannend geschrieben. Ein bisschen musste ich erst hineinfinden, doch dann war ich gefangen. Ich finde, Du hast hier etwas wirklich tolles geschrieben und ich bin sicher, dass die Geschichte im Ebook landen wird. Mein Herzchen hast Du auf jeden Fall!

    Liebe Grüße,
    Steffi

  53. Hallo Kathrin!
    (Un)witziger Weise hatte ich vor Kurzem eien Unterhaltung mit Freundinnen darüber, dass es viele Ärzt*innen gibt, die Mütter selbst während der Geburtr noch beschimpfen, weil sie das behinderte Kind nicht abgetrieben haben. Daher erscheint mir die Einstellung des Arzts leider nicht sehr unrealistisch!
    Alles in allem ist deine geschichte super gut nachvollziehbar und sehr schön und vor allem spannend geschrieben! Vor allem das Ende ist sehr befriedigend. ich hätte mich jetzt nur gefragt, warum ein mensch mit so einer Einstellung ausgerechnet eine FRAU wegen des Handys um Rat fragt 😉
    I like 🙂
    LG Ann-Kristin („Nacht der Unschuld“)

  54. Liebe Kathrin,
    Was soll ich sagen?
    Eigentlich lese ich ausschließlich Geschichten, die noch keinen einzigen Kommentar haben. Da ich finde, dass dies das mindeste ist, dass hier jeder Teilnehmer verdient hat. Ein Feedback. Für mich mit Sicherheit auch eine Form des Gewinnens.
    Du hast meine Geschichte gelesen, geliked und vor allem kommentiert.
    Seither habe ich das Teil hier sowas von für mich gewonnen. Kein EBook der Welt könnte diesen Kommentar für mich ersetzten. Dein Feedback war gewiss nicht überwiegend positiv. Du hast mir auch keinen Honig ums Maul geschmiert oder lange um den heißen Brei geredet. Vielleicht lag es auch genau daran!!?
    Was weiß ich, Fakt ist : ich bin dir unsagbar dankbar für jedes einzelne deiner Worte!
    Nun aber zu Dir und Deiner Geschichte..
    Wahnsinn! Das war nicht gut – das war einfach lesenswert!
    Ich bin so oder so nicht so der Fan von Kurzgeschichten. Weder als Leser noch als Autor. Bücher liegen mir tatsächlich eher 😉
    Allerdings hast Du es geschafft, selbst eine Kurzgeschichte zu erfinden, die mich einfach total überzeugt hat!
    Dein Vergleich zu Beginn mit dem Glas Wasser, hat direkt für eine Sympathie gegenüber deiner Geschichte für mich gesorgt. Auch, das Du genau dieses Glas in der Geschichte nochmal aufgreifst, rundet das Ganze so schön ab! Deine Art und Weise Josephines Tod zu beschreiben hat mich zugleich gefesselt und gerührt. Dies ist dir wirklich erstklassig gelungen! Den Filmmodus hast du in deiner Geschichte wirklich gut ausgefuchst. Sehr originell und passend. Auch das „Drumherum“ aus der Ehe schien mir all in all sehr stimmig und gut gewählt, so dass es nicht überforderte an Informationen für den Leser.
    Auch die wirklich aussichtslose Situation von Katja wird dadurch richtig schön deutlich zum Ausdruck gebracht.
    Dein Schreibstil hat mir zum Ende hin immer mehr zugesagt wohin gehen mir der Anfang etwas „weniger fesselnd“ erschien und ein Leseflow so wie er sich mir am Ende bot, anfangs noch recht unentdeckt blieb.
    Liebe Kathrin,
    Ich danke dir für deine Worte. Sowohl in deiner Geschichte als auch für meine.
    Bleib dabei – bleib gesund und vor allem bleibe ehrlich!

    Ganz herzlich – die Lia 🌿💚

  55. Hallo,

    wow, jetzt musste ich mich erstmal kurz sammeln. Deine Geschichte hat mich berührt und zu gleich gefesselt. Da ich jemanden mit Trisomie im Bekanntenkreis habe, hatte ich kurz überlegt weiter zu lesen… Hab ich zum Glück gemacht. Ich finde, dass du die Parameter gut umgesetzt hast. Ich lasse dir gerne mein LIKE da. Ich wünsche dir viel Erfolg und hoffe deine Geschichte schafft es ins EBook 🙂
    Vielleicht schaffst da ja meine Geschichte (Geliebte Feindin) auch noch zu lesen und wenn sie dir gefällt zu liken.
    Liebe Grüße
    Katja

  56. Hallo Kathrin, ich habe mir gleich gedacht, dass so eine Geschichte einen autobiografischen Hintergrund haben muss. Mein Onkel – er ist 67 Jahre alt geworden – war ein „Mongi“. Am Ende des Dritten Reiches geboren, was sein Glück war, sonst wäre er bestimmt getötet worden. So hatte er ein Leben, mit Freudin in einer eigenen Wohnung in der betreuenden Gruppe. Ich glaube, er war glücklich. Insofern hat mich die Geschichte sehr berührt.
    Trotzdem … es gibt auch noch Dinge, die an deiner Geschichte verbesserungswürdig sind. Ich hätte es besser gefunden, wenn du von Anfang an in einer Perspektive geblieben wärst (die von Katja). Am Anfang bist du erst in den Gedanken des Arztes, dann des Vaters, zwischenzeitig (zum Beispiel im Café) auch wieder in den Gedanken des Arztes. Es wäre intensiver gewesen, nur bei Katja mit ihren verzweifelten Gedanken zu bleiben. Und das Tatmotiv, also den Tod der kleinen Tochter, hätte ich später als Auflösung präsentiert, um die Spannung zu erhalten.
    Auf jeden Fall gibts aber ein Like von mir (und Danke für deines bei meiner Zikadengeschichte;-)), LG Susanne

    1. super Anregungen, Sue! Danke! Das stimmt total! Wenn der Zauber hier vorbei ist, habe ich schon vor, die Geschichte auch zu bearbeiten. Darum sind solche Tipps wie Deiner eben GOLD wert! :-)))))

      Und bei Deinem Onkel hast Du wahrscheinlich recht ….

      Vielen Dank! Kathrin

  57. Liebe Kathrin,

    wie versprochen hören wir uns auch unter deiner Geschichte noch einmal 🙂 Zunächst einmal das Wichtigste: Sie ist wunderschön geschrieben und hat mich unglaublich gefesselt. Noch immer weiß ich nicht, was ich Katja gegenüber empfinden soll. Tatsächlich dachte ich zu Beginn eher, dass Martin der Protagonist der Geschichte sein würde, aber nach der Hälfte ist er nicht mehr wirklich aufgetaucht. Ich frage mich, wie er mit dem Wissen umgehen würde, was seine Frau getan hat.
    Allgemein löst die Geschichte in mir sehr gemischte Gefühle aus (also vom Inhalt her, der Schreibstil und Plot ist hervorragend^^). Ich kann mich weder entscheiden, was ich von Katja halten soll, noch, ob ich das Ende eher als positiv oder als negativ empfinde. Und das ist etwas Gutes 🙂 Mein Herzchen kommt also auf jeden Fall zu den 100 dazu (tut mir leid, die runde Zahl zu ruinieren ;P).
    Danke noch einmal für dein Feedback zu meiner Geschichte 🙂
    Viele liebe Grüße,
    Finn

    1. ach Fynn, danke! Selbst dafür, dass Du mir die 100 „zerschossen“ hast *lach* – ein echter Depeche-Fan schwört ohnehin auf die 101, von daher ist jetzt eh alles offen *nochmallach* . 🙂

      Also, mit der Trauer ist es ja so, wenn man ein Paar ist:
      Frauen und Männer erleben so etwas komplett unterschiedlich. So war es bei uns und so hab ich es von ganz vielen anderen Paaren, die auch ihre Babies verloren hatten, erlebt. Das krasseste Beispiel war: Er geht Holz hacken – und sie heult sich die Augen aus. Beides ist okay! Der eine trauert nicht mehr oder weniger als der andere. Nur anders. Naja, und Martin geht eben Holz hacken (in seinem Büro aka Karriere machen) und sie arbeitet auch – aber anders. Und wahrscheinlich aus ihrer Sicht produktiver. Das kann man – wie Du auch sagst – ambivalent betrachten. Ich muss sagen: Sie ist deutliche mutiger, als ich es je gewesen wäre. Aber es ist nicht so, dass ich mich gefreut habe, wenn ich diesem Typen, den es ja wirklich gab, begegnet bin (obwohl selbst er sich gegen Ende unserer Zeit mit unserer Tochter in dem einen KH uns gegenüber gebessert hatte). Ich glaub, wie man selber tickt in solch einer Situation erfährt man erst, wenn man sie mal erlebt. Und ich bin froh, dieses Schreibventil gefunden zu haben, um meiner garstigen Phantasie freien Lauf zu lassen.

      Ich danke Dir auf jeden Fall für den Denkanstoß und nehme ihn mir auch zu Herzen. Martins und Katja Geschichte wird in einer ausführlicheren Version ein größerer Raum eingeräumt werden. Versprochen! 🙂

      Lieber Gruß!
      Kathrin aka Scripturine

      1. Musste ich in meinem Email-Postfach gerade grinsen wegen 101 😂 ich war auf einer Fitzek-Lesung wo ich lange auf die Signatur gewartet habe… Während der ganzen Zeit lief Depeche Mode… Und ich sagte zu Sebastian als ich dran war: Ist die Musik Zufall oder guter Geschmack? 😂 vergesse ich niemals 😉

  58. Hallo Kathrin!
    Oh man – harte Kost! Ich hatte doch kurz „Pippi“ in den Augen – ich konnte mich gut in die Mutter einfühlen!! Was gibt es doch für grauselige Menschen!! Und dann lese ich noch, dass es Gemeinsamkeiten mit eurem Schicksal gibt!! Mein Mitgefühl!!
    Schön, dass ich deine Geschichte noch lesen durfte!!! Mein ❤️ hast du sicher!!
    LG, Iris Schymonick

      1. Gut, der Mann. Dann können wir ja Freunde bleiben *lach* 🙂
        Wir ja auch, oder?
        2021 müsste ja wieder ein Album kommen. Und so C19 will auch eine Tour. Dann treffen wir uns aber, oder! 🙂 *wink*

  59. Ihr Lieben Kolleginnen und Kollegen, Freundinnen und Freunde und auch Familie – Ihr lieben ALLE! Mit 106 Herzchen geht „Die Nacht, in der das Fürchten wohnt“ aus dem Rennen und ich bilde mir ein, ganz gute Chancen auf einen Platz im E-Book zu haben.

    Ich danke Euch allen – schonmal hier, nachher noch bei Instagram!
    Ihr wart und seid wundervoll und werdet es immer sein und ohne Euch, wäre diese Geschichte hier nicht da, wo sie ist.

    DANKE! :-***

    Kathrin aka Scripturine

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