Schlotter SchulteErwischt

 

 

Erwischt

von

Kirstin Schlotter und Ralf Schulte

 

 

Keiner rief an. Keiner wollte sich mit ihm treffen. Keiner klopfte an die Tür. Kein Ort zum Hingehen. Und keiner spendierte ihm ein Bier.

So eine Corona-Ausgangssperre war mehr als lästig. Alle mussten zu Hause bleiben. Wegen einer Grippe? Für Rufus war das unerklärlich. Ständig diese Panikmache. Das nervte ihn. Das und dieses ständige Piepsen. Es kam vermutlich von dem Rauchmelder im Wohnzimmer. Pieps. Dann lange nichts mehr. Pieps. Dann lange nichts mehr. Man könnte die Batterie natürlich wechseln. Dann würde vermutlich auch das Piepsen aufhören. Oder man lässt es. So ein Piepsen ist eigentlich gar nicht so schlimm. Man kann sich daran gewöhnen. Besser als aufstehen, sich einen Stuhl hohlen, den Rauchmelder von der Decke friemeln, Batterien austauschen, wieder an die Decke schrauben und dann hoffen, dass nach all der Arbeit das Piepsen aufhört. Lieber nicht.

Draußen schien die Sonne. Drinnen lief den ganzen Tag nur Netflix, Prime, Disney+ oder YouTube. Sobald ein Film zu Ende war, startete der nächste, ganz gleich, welcher. Was sich wie ein toller entspannter Tag anhörte, erwies sich auf Dauer als Tortur. Eine Welt voller Superhelden, Supermännern und Superschurken – die ganze Zeit waren sie damit beschäftigt, die Welt zu retten. Sie kämpften gegen Aliens, Naturkatastrophen, Aliens, Monster, Krankheiten und noch mehr Aliens. Keiner von ihnen kämpfte gegen Langeweile, vier Wände, laute Nachbarn oder billigen Rotwein aus dem Karton. Das waren doch die wirklichen Herausforderungen im Leben. Das und die Tatsache, dass man sich ständig am Hintern kratzen musste, wenn man zu lange auf der Couch saß.

Rufus streckte sich. Er wollte seinen Computer nicht mehr hochfahren. Irgendwie hatte er gefühlt schon alles gelesen, was es dort zu lesen gab. Die Computerspiele ähnelten sich immer mehr. Nichts Neues. Also lag er die meiste Zeit auf der Couch in seiner Unterhose und seinem T-Shirt, das mehr Pizzasauce aufsaugte, als die Standard-Pizza mit Salami und Pilzen von Pizzeria Roma. Immerhin schmeckte die Pizza, vermutlich deswegen, weil es italienische Pizza von indischen Einwanderern war, die aber merkwürdigerweise mit italienischem Akzent sprachen. Auch egal.

Da war wieder das Piepsen. Dieser Rauchmelder will wohl von der Decke gerissen werden. Der kann einem so auf die Nerven gehen. Rufus lauschte. Kein Piepsen mehr. Vielleicht ist endlich die Batterie leer. Und jetzt? Vielleicht noch einen Porno schauen? Lieber nicht. Alles schon gesehen. Außerdem schmerzten die Eier und die Hand fühlte sich an, als würde sie einer Sehnenscheidenentzündung Hallo sagen.

Hin und wieder blickte Rufus auf sein Smartphone. Meistens brummte es, wenn es was Neues gab. Es klingelte schon lange nicht mehr. Man verschickte jetzt nur noch Nachrichten und Fotos, die das #stayathome dokumentierten: Menschen in Jogging-Anzügen, genervte Eltern, irgendwelche News, was das Corona-Virus gerade wieder machte, Leitfäden, wie man sich Schutzmasken selber nähte, Rezepte für Kochanfänger, Witze über die Quarantäne, Witze über Virologen, ein paar News über das Virus, Sportler in Jogging-Anzügen auf dem Dach. Und dann alles wieder von vorne.

Nebenan schrie gerade die Mutter den Familienvater an. Dann brüllte dieser die 4-jährige Tochter an und diese motzte daraufhin ihre Mutter an – der Kreislauf-des-sich-Anschreiens. Diese Familie machte den ganzen Tag Lärm. Immer war einer mit dem anderen unzufrieden oder irgendwelche Regeln wurden nicht eingehalten. Welche Regeln? Es war Ausnahmezustand!

Er blickte auf sein Smartphone. Eigentlich müsste er gar nicht mehr draufschauen. Aber sobald es brummte, war seine Hand schon schneller. Draufgeguckt. Geklickt. Gelesen. Lustige Smileys gepostet. Wieder abgesendet. Und Smartphone weggelegt. Immer das gleiche. So einfach wie Masturbieren. Eigentlich musste er gar nicht mehr draufschauen. Ging alles automatisch.

Rufus nahm einen großen Rotwein aus der Tüte, ließ seine Hand in den Untiefen einer Chips-Tüte verschwinden, warf sich jede Menge Chips auf das Gesicht, von denen nur wenige in seinem Mund gelangten, und spülte das Ganze mit dem restlichen Wein herunter. Sein Magen rumorte, dann rumpelte es in seinen Gedärmen und schließlich entwich ihm ein sehr bemitleidenswerter kleiner Furz. Fast zu klein für einen ausgewachsenen Menschen. Dann schlief er auf der Couch ein.

Im Hintergrund ertönte der Trailer eines Films – irgendwas Unheimliches mit Geistern, Geheimnissen und zwei Schwestern. Natürlich waren auch Superhelden oder sowas Ähnliches dabei. Und dann wurde wieder gesungen. Furchtbar. Vermutlich wieder die Werbung für diesen neuen Eisköniginnen-Film.  

Das Smartphone brummte wieder und kitzelte seine Hand. Er hielt es festumklammert. Komisch nur, dass es so neu aussah. War das überhaupt seins? Wo war das schmierige Display? Die ganzen Fingerabdrücke? Und die Kratzer? Ach, egal. Geklickt. Gelesen. Lustige Smileys gepostet. Abgesendet. Ja, das war definitiv sein Smartphone. Aber dieses eine Foto kannte er nicht. Wer von seinen bekloppten Freunden hatte das gesendet? Auf dem Foto war Rufus zu sehen, wie er eine Frau küsste. Häh, wann soll das denn gewesen sein? Außerdem sah er auf dem Foto so bescheuert aus, das war bestimmt wieder so eine Fotoretusche-App. Aber wer schickte ihm diesen Scheiß?

Geklickt. Drei Fragezeichen. Ein verwirrtes Smiley. Gesendet. Jetzt wartete er.

[Hey Kumpel!] erschien auf dem Display.

Dann Pause.

[Hey Kumpel, du erinnerst dich nicht mehr? Wir hatten eine tolle Zeit zusammen.]

Nein, natürlich nicht. Warum schickt man sonst gleich drei Fragezeichen. Was für eine blöde Frage?!

[Vielleicht erinnerst du dich daran …]

Dann kam schon wieder eines dieser bearbeiteten Fotos. Diesmal zeigte es Rufus in einer Sauna mit mehreren Männern. Sie lachten, umarmten sich und tranken … Wodka? In der Sauna? Ernsthaft?

„WTF. Nein!!!“

Wer trieb das seine Späßchen mit ihm? War das Mark oder Ronaldinho oder Sabrina oder Ahmet oder Suzan oder der Typ, dessen Namen er immer vergisst, der aber so eine krumme Nase hat und nur über Autos erzählt? Bestimmt war der das. Ansonsten könnte es höchstens noch ein Virus von irgendeiner bescheuerten App sein. Der Chat-Name verriet jedenfalls nur eine Telefonnummer. Bestimmt war es Mark. Der machte immer so Scherze. Völlig blöde, dieser Typ.

„Hey Mark! Was soll das?“, diktierte Rufus in sein Smartphone und drückte senden. Auf dem Bildschirm erschien: „Hey Mal was soll das?“ 

Tolle Spracherkennung! Aber egal, die Nachricht ging rüber.

„Mark?“

Keine Antwort.

„Suzan?“

Auch keine Antwort.

Der Chat-Partner wollte sich wohl nicht zu erkennen geben. Beim nächsten Mal würde er sich bestimmt verraten. Doch dann passierte gar nichts. Ist wohl am Handy eingeschlafen. Oder sitzt gerade auf der Toilette. Doch dann hat man meistens das Telefon dabei. Vielleicht schaut die Person auch einen Film. Vielleicht …

Rufus wachte auf. Das Smartphone brummte. Irgendwie musste er wohl vor lauter Warten eingeschlafen sein. Eine Antwort war da. Draufgeschaut. Geklickt. Angesehen …

[…]

Er schickte einfach nur drei Punkte. Was für ein Wichser? Da wartet man stundenlang auf eine Antwort und bekommt nur so ein paar besoffene Auslassungspunkte. Doch dann folgte ein weiteres Bild.

Diesmal sah man Rufus in einer Kneipe. Sah irgendwie urig aus. So Alpenstil mit viel Holz und Kuhglocken und so einen Scheiß. Überall standen Getränke auf dem Tisch und eine gutaussehende Brünette schlang ihren Arm um ihn.

Endlich mal ein gescheites Foto. Dieses gefiel ihm sogar. Die Leute, die sich um ihn herum versammelten, sahen auch besser aus, als die Versager und Schlaffis, die normalerweise um ihn herumlungerten. Und diese Brünette. Ja, die würde ihm sogar als Freundin gefallen.

„Welche App ist das?“, tippte Rufus in sein Smartphone. Die will ich auch.“ Eine App, die aus seinem langweiligen Freundeskreis eine gesellige Runde macht, wie man sie sonst nur aus der Werbung kennt? Oder aus einem einsamen Quarantänen-Gefangenen einen beliebten und begehrten Helden? So etwas muss man haben. Social Distancing, adé.

[Keine App. Erinnere dich.]

„Du Scherzkeks!“, motzte Rufus sein Telefon an. „Natürlich ist das ’ne App. Und ich muss mich nicht erinnern, weil das gar nicht passiert ist.“

Rufus tippte in sein Smartphone: „dsvlhrdovjz!

Mist, verrutscht. Noch einmal: „Sackgesicht!

Die Antwort bekam er sofort. Es folgte ein weiteres Foto. Diesmal zeigte es Rufus, wie er mit einer chinesischen Großfamilie am Esstisch saß und mit ein paar Stäbchen Nudeln verschlang.

„Ha, ha!“, schrieb er.

Bestimmt war das wieder eine von diesen asiatischen Apps, wo nur Schriftzeichen drauf waren und man nie wusste, auf was man tippte.

Eines musste man jedenfalls eingestehen. Die App war richtig gut. Das Foto sah täuschend echt aus, als hätte Rufus das wirklich erlebt. Nur Rufus wusste es besser. Jemand trieb einen blöden Scherz mit ihm. Wer das wohl war? Eigentlich egal. Dieses ständige Ich-schicke-dir-du-schickst-mir-eine-Nachricht brachte die Zeit rum. Und wenn man nichts zu tun hat, ist jede Abwechslung willkommen.

Das Smartphone brummte wieder.

[Erinnere dich.]

Auch wenn dieses Spielchen lustig war – so langsam wurde es auch nervig. An was sollte er sich denn erinnern? Rufus warf das Telefon in eine Ecke auf der Couch.

Doch das Telefon wollte keine Ruhe geben. Es brummte wieder. Und noch einmal und noch einmal. Und noch einmal. Und noch einmal.

Rufus packte sein Smartphone und wollte es gegen die Wand werfen. Aber so neu und glänzend wie es war – das wirft man nicht gegen die Wand. Außerdem wollte er wissen, welche Nachrichten sein bescheuerter Freund ihm schickte.

[Erinnere dich.]

[Erinnere dich.]

[Erinnere dich.]

[Erinnere dich.]

[Erinnere dich.]

[Erinnere dich.]

Rufus reichte es. Er tippte auf den Namen des Absenders, scrollte nach unten und wählte „Kontakt blockieren“. Jetzt ist Schluss. Dann warf er das Telefon auf die Couch, streckte sich und saugte noch etwas Wein aus dem fast leeren Karton. Er blickte zu seinem Smartphone. Nichts brummte. Nichts klingelte. Der Sender war blockiert. Schade eigentlich, jetzt hatte Rufus nichts mehr zu tun. Er griff nach dem Telefon und schaute drauf.

[Ich bin noch da.]

Der Typ war extrem lästig. Vielleicht war das gar keiner seiner Freunde.

Dann brummte das Telefon wieder, und wieder, und wieder, und wieder.

Dutzende Fotos kamen herein, die immer wieder Rufus mit den unterschiedlichsten Menschen zeigten: mit der Familie am Strand, bei einem Autorrennen, nackt auf einem FKK-Gelände, Federball spielend, bei einer Familienfeier, im Kino, bei einem Konzert, besoffen auf einer Party … Bei einem Foto hielt Rufus inne. Diesen Ort kannte er und diese Menschen. Es zeigte ihn und all seine Freunde bei einer Faschingsparty. Ronaldinho, Sabrina, Mark, Ahmet, Suzan und der Typ, dessen Namen er immer vergisst, sie waren alle auf dem Foto. An diese Situation erinnerte er sich sogar. Sie waren in dieser Kneipe, die immer zu voll und zu laut war, aber alle gingen trotzdem dahin. Also, sind auch alle an Fasching dahin gegangen und haben gefeiert. Das meiste, was an dem Abend passiert ist, hat Rufus weggetrunken. Mit einem seiner Freunde hatte er zumindest rumgeknutscht. Hoffentlich war es nicht Ronaldinho. Hoffentlich nicht Ronaldinho. Ach, egal. Die anderen konnten sich schließlich auch nicht erinnern. Rufus wusste nur noch, dass er sich als Virus verkleidet hatte. Wirklich witzig. Ein Virus. Ein paar Leute sind sogar vor ihm weggelaufen. Da hatten alle noch so richtig Spaß. Nicht wie jetzt in der Ein-Mann-Quarantäne-Zelle. Und sobald das Internet mal wieder ausfällt, drehen alle am Rad. Nee, zu der Zeit war noch alles gut. Da durfte man noch feiern. Da durfte man noch zusammen sein. Scheiß Leben.

Wütend tippt Rufus eine Nachricht ins Handy: „Warum schickst du mir den Scheiß? Was für ein Verrückter bist du?“

Dann folgte Stille. Kein Foto. Kein Text. Dann nur eine kurze Antwort:

[Du hast mich nie ernst genommen.]

„Wer bist du???“

Doch statt einer Antwort piepste es wieder. Das Telefon blieb dagegen stumm.

Wieder ein Piepsen.

Rufus schlief ein.

 

Auf der Intensivstation herrschte Chaos. Die Krankenpfleger huschten in ihren Plastikanzügen von einem Patienten zum nächsten. Sie sahen aus, wie lustige Bonbons, eingepackt in Folie: rot, grün, blau. Doch keiner durfte an ihnen naschen. Keiner durfte die Verpackung aufreißen. Hier war so viel Folie im Raum, dass man die Patienten fast übersah, die irgendwo darunter in ihren Betten lagen und beatmet wurden.

„Wie sind die Werte?“, wollte eine Ärztin von einem Krankenpfleger wissen.

Beide waren aufgrund ihrer Schutzausrüstung schwer als Arzt und Pfleger zu erkennen. Nur anhand des Gesichtes konnte man sehen, wer sich dahinter verbarg.

„Noch immer sehr schlecht.“

„Wann wurde er noch mal eingeliefert?“

„Gestern früh mit dem Krankenwagen.“

„Was ergab die neue FRC-Messung?“

„Noch immer so schlecht wie heute Morgen. Und die Erhöhung der inspiratorischen Sauerstoff-Konzentration brachte auch keinen Erfolg.“

„Was ist mit dem Blut-Plasma?“

„Ist noch nicht da.“

„Das wäre noch eine Möglichkeit.“

„Ich habe schon mehrfach angerufen. Da geht keiner ran.“

„Die sind genauso unterbesetzt wie wir.“

„Ich schicke denen noch mal eine Nachricht.“

Rufus lag bewusstlos im Bett. Man könnte ihn für Schneewittchen in ihrem Plastiktüten-Sarg halten, würden nicht so viele Schläuche in ihn hinein- und herausragen. Neben ihm piepsten die Geräte fröhlich vor sich hin und zeigten, wie erfolgreich sie ihn mit Sauerstoff versorgten. Eine Welle ging rauf, eine ging runter. Eine ging rauf, dann wieder runter.

Dann piepste es plötzlich. Aber nicht dieses nette Piepsen von Zeit zu Zeit – das mit der Pause zwischen dem Piepsen. Es war dieses hektische Piep-Piep-Piep-Piep. Das Display zeigte nun rote Zahlen statt grüne. Die Wellen flachten ab.

Als ob alle Pfleger und Ärzte nur darauf gewartet hätten, liefen sie alle zu Rufus Bett.

„Kreislaufversagen!“, rief einer der bunten Bonbons.

Sie tippten auf die Beatmungskonsole, verabreichten Adrenalin-Spritzen, versuchten eine Herzmassage, aber vergebens. Dann das gleiche noch einmal. Wieder nichts. Noch einmal. Mit jedem Versuch wurde das Wuseln langsamer. Bis am Ende die Ärztin das Beatmungsgerät ausschaltete.

„Todeszeitpunkt?“

„13 Uhr 23.“

„Nummer 23 heute. Und der Tag ist noch nicht rum. Alle von der Faschingsparty.“

Der Krankenpfleger hustete etwas.

Die Ärztin schaute ihn besorgt an.

„Klingt trocken. Das solltest du vielleicht mal untersuchen lassen.“

Doch der Krankenpfleger winkte ab und lächelte: „Nur ein Krümel im Hals. Mir geht es gut. Das war nichts.“

„Wirklich?“

„Hey, ich mache den Job hier seit vier Wochen und habe mich noch nicht angesteckt. Ich bin ein Anti-Virus“, scherzte er.

Leider fand das niemand weder schön, noch lustig.

„Keine Angst, es hat mich wirklich nicht erwischt!“

„Lass dich testen!“, riet die Ärztin ihm und zeigte mit dem Finger auf seine Stirn, als wollte sie ihn durchbohren. „Ich meine es ernst.“

„Alles klar, Doc!“, salutierte er. „Wenn Sie es sagen!“

 

Die anderen Mitarbeiter entfernten mittlerweile die Schläuche von Rufus. Sie mussten Vorsichtig sein. Ein falscher Handgriff und die Viren verteilten sich im ganzen Raum. Alles musste sorgfältig eingetütet und verschlossen werden. Dann packten sie seinen Körper in eine große luftdichte Folie und schoben ihn samt Bett aus dem Zimmer.

 

Der Krankenpfleger war bereits beim nächsten Patienten und kontrollierte die Werte auf dem Beatmungsgerät. FRC-Werte: niedrig. Sauerstoff-Konzentration: ebenfalls niedrig. Dafür piepste das Gerät regelmäßig. Zumindest schien das Gerät intakt. Der Patient eher nicht.

Plötzlich brummte sein Handy. Mühevoll unter all dem Plastik und den Folien kramte er sein Telefon hervor. Raus aus der Gesäßtasche, langsam am Bauch hochschieben, dann weiter bis zum Hals und dann versuchen, unter all den Folien irgendwie draufzuschauen. Eine fast unlösbare Aufgabe. Aber die Neugierde war größer.

„Wer schickt mir denn jetzt eine Nachricht?“

[Hey Kumpel]

 

Ende?

 

 

 

 

14 thoughts on “Erwischt

  1. Hallo Kirstin, hallo Ralf,
    ich muss zugeben, mein erster Gedanke war: Oh nein, bitte keine Corona Geschichte! Ich habe dann aber trotzdem weiter gelesen und es hat sich gelohnt. Wie kreativ seid ihr denn bitte! Super Idee, sehr kreativ umgesetzt, ganz toller, angenehmer Schreibstil, trotz des ernsten Themas teilweise richtig lustig, mega tolles Ende. Ich bin schwer begeistert. Ihr habt aus einem, für mich, eher nervigen Thema (mein Mann ist Fachkrankenpfleger auf der Intensiv und ich höre täglich davon) eine tolle Geschichte gezaubert. Eure Geschichte ist, völlig unerwartet, bei meinen Top 5 Geschichten gelandet. Zum Glück habe ich sie gelesen. Ich wünsche euch ganz viel Glück im weiteren Wettbewerb.
    Liebe Grüße aus dem Maislabyrinth, Andrea

  2. Moin, Ihr zwei! Was war das denn? Und wieso hab ich grad erst das elfte Herzchen vergeben?
    Verstehe ich nicht! Ich hab mal GAR nichts auszusetzen! Ich wurde wunderbar unterhalten, Rufus lungerte hier auf meiner Couch rum (iiiiihhhhhh …… *lach* ), stopfte sich mit Chips voll, philosphierte über die Welt, in der wir leben und das Leben im Allgemeinen (wem diese Formulierung bekannt vorkommt, ist mein Freund 😉 ) und pupste vor sich hin. SUPER beschrieben, das alles! TOP! Selbst die Bonbons im KH am Schluss hatten noch einen gewissen Unterhaltungswert.

    Sehr ernstes Thema intelligent und humorvoll verpackt und dabei noch Spannung aufgebaut. Perfekt.

    Bitte mehr davon!
    Kollegiale Grüße!
    Kathrin aka Scripturine / https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/die-nacht-in-der-das-fuerchten-wohnt -> bitte gern zurücklesen! Es gibt auch Kaffee! 🙂

  3. Liebe Kathrin, vielen Dank für die lustigen und schönen Worte. Das lesen wir gerne. Wir hätten auch gerne mehr Herzchen gehabt, aber bei so viel Konkurrenz. 😉 Aber wir freuen uns, wenn jemand über unsere Geschichte stolpert. 🙂 Deine Geschichte haben wir natürlich schon gelesen und ein Herz verteilt. Sehr bewegend. Wir drücken die Daumen für das E-Book. LG Kirstin

  4. Hallo ihr Zwei,

    eigentlich wollte ich keine Corona-Geschichte lesen, da das Thema uns ja leider noch immer täglich begleitet. Dazu war mir Rufus echt unangenehm. Aber so, wie die Geschichte geschrieben ist, musste ich einfach weiterlesen…..

    Traurige Stimmung, Spannung und ein raffiniertes Ende haben ein Herzchen verdient!

    Liebe Grüße und viel Glück,
    Yvonne / voll.kreativ (Der goldene Pokal)

  5. Hallo ihr zwei,

    Eure Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Als jemand, der „systemrelevant“ arbeitet, wünscht man sich ja wenigstens für 1 Woche mal so einen langweiligen Lockdown, aber ihr habt das wirklich toll umgesetzt. Schlecht gelaunt, gelangweilt von allem und jedem. Sehr schön geschrieben!

    Zum Glück, es sind ja noch ein paar Stunden, durfte ich Eure Geschichte noch lesen und ein Like bei Euch lassen. Hoffentlich kommen noch ein paar dazu!

    LG aus Hamburg
    Chris
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/identitaet-6

  6. Hallo Ihr beiden, ich bin auf Empfehlung von Andrea hier und ich danke ihr dafür 🙂 Jetzt im Oktober mit gewissem Abstand gefällt mir das Corona-Thema und ich konnte mir gerade am Anfang Rufus bildlich vorstellen. Ich danke Euch für diese kleine feine Geschichte und Euren Mut sie einzureichen. Mein Like habt ihr LG https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/blaues-mondlicht

    P. S. Eine kurze Frage: Wie ist das eigentlich wenn man gemeinsam schreibt? Seid ihr immer einer Meinung?

    1. Liebe Melanie, vielen Dank für dein Like und deinen Kommentar. Freut uns, dass du dich an unser Corona-Thema gewagt hast. 🙂 Deine Geschichte haben wir noch nicht gelesen, aber das werden wir direkt nachholen. LG von uns
      PS. Gemeinsam schreiben klappt bei uns ganz gut, wir sind mittlerweile ein eingepsieltes Team. 😉 Und wir haben erstaunlich oft die gleiche Meinung. Aber man diskutiert schon ab und zu

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