SnowdropsGesicht der Vergangenheit

Steffen zog gerade ein dunkelblaues Arbeitsshirt aus seinem Spint, als sein Kollege Matthias den Kopf in den kleinen Raum, der als Umkleide diente, steckte. „Man, beeil dich mal! Draußen ist die Hölle los!“ Normalerweise hätte Steffen gesagt, Matthias übertreibt und dass er noch gute 10 Minuten hatte bevor seine Schicht startete, aber bei strahlendem Sonnenschein und guten 29°C war es nicht verwunderlich, dass das Eiscafé, in dem er arbeitete, von Kunden förmlich überrannt wurde. „Nur kein Stress! ich bin ja gleich da.“ Mit einem letzten Blick der soviel sagte wie ‚Mach schneller‘ verschwand Matthias wieder. Seufzend zog sich Steffen sein Shirt über und band sich die schwarze Arbeitsschürze um.

Er hatte den Job in dem Eiscafé vor knapp zwei Jahren, zum Ende seines ersten Semesters an der Uni, angefangen.

Während es im Winter trotz angepasster Speise- und Getränkekarte eher weniger Menschen ins Eiscafé Venezia trieb, war es dafür im Sommer immer überfüllt. Es war nicht die größte Eisdiele der Gegend. Dennoch war sie sehr beliebt. Man konnte drinnen sitzen oder in einem kleinen, vom Verkehr abgeschnittenen, Innenhof. Dazu lag sie in der Nähe der Uni und einer Grundschule. So tummelten sich meist vermehrt Studenten oder kleine Familien im Venezia.

Heute war Steffen den ganzen Nachmittag und Abend eingeplant. Innerlich machte er sich auf ein paar anstrengende Stunden gefasst.. Die Arbeit im Venezia war ja echt nicht die Schlechteste. Das Geld war gut, die Stunden passten meistens in sein Semesterplan und das Trinkgeld war auch nicht zu verachten. Manchmal ging er sogar mit der ein oder anderen Handynummer nach Hause.

Aber heute war einfach nicht sein Tag. Angefangen hatte der Tag damit dass sein Wecker nicht geklingelt hatte. Seine Bahn hatte er verpasst und die nächste hatte natürlich wie war es auch anders zu erwarten Verspätung. Und als er in den Vorlesungssaal gestolpert kam hatte sein Prof. ihn dann auch noch mit eiskalter Miene direkt wieder vor die Tür gesetzt. Das einzig „Gute“ daran war, dass ihm dadurch aufgefallen war, dass er die Hälfte seiner Unterlagen zu Hause vergessen hatte. Darunter Notizen für einen Vortrag, den er in der darauffolgenden Vorlesung halten musste. Also war Steffen wieder nach Hause gefahren um seine vergessenen Sachen zu holen. Der Vortrag lief dann auch bescheiden da die Hälfte seiner Gruppe gefehlt hatte. Ohne Vorwarnung. Sonst hätte man sich ja wenigstens darauf vorbereiten können. Alles in allem war Steffen bedient. Drei Kreuze wenn der Tag vorbei war.

Steffen verließ den hinteren Bereich des Eiscafés. Am Tresen holte er sich sein Eingabegerät für die Bestellungen und die aktuelle Liste der Eissorten. Matthias hatte nicht übertrieben. Es war voll. Wie ein Black Friday in Amerika voll.

Tisch 8 wollte gerade bestellen. Kannst du die übernehmen?“ fragte Sophie, eine weitere Kollegin, die gerade mit vollem Tablett an Steffen vorbei lief. „Na klar.“ und damit machte er sich direkt auf zu Tisch 8.

Die nächstens zwei Stunden verbrachte Steffen damit den Kunden, seinen Kollegen und im Weg stehenden Kinderwagen auszuweichen. Seine Füße fingen langsam an weh zu tun und er war mehr als bereit für seine Pause. Steffen trat an den Tresen und legte sein Tablett ab. „Sophie ich würde gerne meine Pause nehmen.“ Sophie die gerade zwei Eisbecher auf ihr Tablett stellte sah zur Uhr. „Räum vorher noch Tisch 13 ab und dann kannst du deine Pause nehmen. Die von Matthias ist dann auch vorbei.Wenn er dann noch hinten ist, kannst du ihm sagen dass er seinen Hintern wieder hier raus bewegen und weiter arbeiten soll.“ Damit drehte sie sich um und verschwand mit der Bestellung in den Innenhof. Steffen schnappte sich sein Tablett und einen Lappen und lief zu Tisch 13.

Es war einer der Tische die etwas abseits lagen und meist übersehen wurden. Der perfekte Tisch für ein Date, aber anscheinend wurde er diesmal nur von einer Person genutzt. Einzig ein Glas stand auf dem Tisch. Steffen stellte das Glas auf sein Tablett und sah noch etwas auf dem Tisch. Hinter dem Glas hatte ein Handy gelegen. So etwas war ärgerlich. Er nahm das Handy und sah sich um. Da er niemand panisch ins Venezia rennen sah nahm er an der Verlust sei noch nicht aufgefallen. Also steckte er es erst einmal ein. Fundsachen waren immer so eine nervige Angelegenheit. Man musste sie aufheben und hoffen dass sie auch wirklich der Person gehörten die sie abholte. Gerade bei Wertgegenständen. Ein Portemonnaie hatte ja meist ein Personalausweis, aber andere Dinge wie Schlüssel oder eben Handys waren einfach schlecht nachzuvollziehen.

Er wischte kurz mit dem Lappen über den Tisch und ging mit dem Tablett und Handy wieder Richtung Tresen.

Sophie, Jemand hat sein Handy vergessen. Weißt du wer am Tisch 13 saß?“ „Ich hab den Tisch nicht bedient nur gesehen dass der noch nicht abgeräumt war.“ sie sah ihn kurz an. „Du hast doch jetzt Pause, warum versuchst du nicht einen der Kontakte anzurufen?“ schlug sie vor. Steffen dachte kurz darüber nach. „Ja warum eigentlich nicht.“

Damit zog sich Steffen nach hinten in den Pausenraum zurück.

Das Handy legte er erst einmal auf den Tisch an dem sein Kollege saß und ging zu der Kaffeemaschine. Er schwenkte kurz die Kanne um abschätzen zu können ob noch etwas übrig war und goss sich eine Tasse ein.

Neues Handy?“ fragte Matthias und deutete auf das Smartphone. „Nee. Das hat jemand vergessen. Ich wollte kurz einen der Kontakte anrufen. Vielleicht kann einer der Freunde das Ding abholen oder zumindest irgendwie Bescheid sagen.“ Er nahm einen Schluck vom Kaffee und seufzte. Genau das hatte er gebraucht. „Du solltest lieber weiter arbeiten bevor dir Sophie und die anderen den Arsch aufreißen.“ Der Blick den Matthias ihm zu warf war pure Verzweiflung und brachte Steffen zum schmunzeln „Bevor du mich wieder in die Hölle zurück schickst will ich erst wissen ob auf dem Handy irgendwelche Nacktbilder sind!“ damit schnappte sich Matthias das Handy. „Ha! Glück gehabt! Kein Pin.“ „Lass das Matthias! Du kannst nicht einfach die Fotos fremder Menschen angucken! Geh lieber wieder raus an die Arbeit!“ Steffen versuchte ihm das Handy abzunehmen. Der war aber aufgesprungen und machte zwei Schritte weg von Steffen. „Jetzt sei doch nicht so ein Spielverderber! Vielleicht gehört das Handy ja einer super süßen Sahneschnitte.“ Sein Kollege wackelte vielsagend mit den Augenbrauen. Da Steffen keine Lust hatte sich jetzt mit irgendwem zu streiten ließ er ihn einfach machen. Er setzte sich hin nahm noch einen Schluck aus seiner Tasse und beobachtete seinen Kollegen. Während Matthias auf dem Handy herum tippte wechselte sein Gesichtsausdruck von überglücklich, als hätte er im Lotto gewonnen, zu irritiert und dann besorgt.

Was ist los? Keine hübsche Frau sondern eher ein Bier trinkender Rocker?“ fragte Steffen sichtlich amüsiert.

Steffen. Ich glaube das solltest du dir mal ansehen.“ sein Kollege streckte ihm das Smartphone hin. Der besorgte Gesichtsausdruck war immer noch auf seinem Gesicht.

Steffen stellte die Tasse ab und nahm das Telefon entgegen. Auf dem Bild war ein blonder Mann um die 1,80 zu sehen. Er kam ihm irgendwie bekannt vor aber eine Pflanze verdeckte sein halbes Gesicht so dass er ihn nicht erkannte. Es sah aus als würde der Mann gerade eine Bestellung aufnehmen. Dann erkannte er im Hintergrund eins der Bilder die im Venezia hingen. Steffen sah zu Matthias der ihn weiterhin besorgt ansah dann aber zunickte. Eins stumme Aufforderung sich das nächste Bild anzusehen. Ein ungutes Gefühl machte sich in ihm breit als er nach links wischte. „Was?“ Es war der selbe Mann wie auf dem Foto davor. Nur diesmal erkannte er ihn.

Steffen erkannte sich selbst.

Er wischte noch ein Bild weiter. Dann noch eins und noch eins. Er stoppte. Während die ersten Bilder im Eiscafé entstanden sind, war dieses an der Uni aufgenommen worden. Auf dem Foto kam er gerade aus der Uni heraus. Mit zwei seiner Kommilitonen. Das muss vor ungefähr drei Tagen gewesen sein. Sie waren länger in der Uni gewesen da sie die letzten Ausarbeitungen an dem Vortrag vorgenommen hatten. Unheimlich. Es waren eine Menge Fotos. Fotos von ihm bei der Arbeit, in der Uni. Auf einigen war er mit Freunden in der Stadt unterwegs. Auf anderen saß er alleine in der Unibibliothek und lernte. „Was zur Hölle ist das ? Ist das ein kranker Witz?“ rief er laut. „Guck dir das an! Ich auf Arbeit. Ich in der Uni. Ich meine guck dir das an! Das bin ich beim Joggen im Park!“

Steffen lief es eiskalt den Rücken herunter. „Vielleicht ist das ja nur eine heimliche Verehrerin?“ bot Matthias an. „Nur eine heimliche Verehrerin? Willst du mich verarschen? Das ist irgendein kranker Stalker!“ „Ja schon gut tut mir Leid. Was willst du jetzt machen?“

Ich ruf jetzt irgendeinen an und frag wer der Psycho ist dem dieses Handy gehört“ damit öffnete Steffen die Kontaktliste. „Leer.“ Matthias sah ihn verwirrt an. „Leer?“ „Ja leer! Da ist nicht eine Nummer eingetragen. Nichts.“ Ihm wurde das Handy aus der Hand genommen. „Das ist ja echt schräg.“ Steffen rieb sich mit den Händen übers Gesicht. Das ganze war ihm total unheimlich. Irgendjemand beobachtete jeden seiner Schritte und er hatte nichts mitbekommen. Irgendjemand hatte ihn im Auge, aber warum? Der Gedanke verursachte bei ihm Gänsehaut. „Steffen wer ist denn das?“ die unerwartete Frage riss ihn aus den Gedanken. Matthias zeigte ihm den Bildschirm. Steffen blieb der Atem weg. Sein Herz setzte für einen Moment aus, nur um dann in doppelter Geschwindigkeit weiter zu schlagen. „Steffen?“ Er griff nach dem Handy. Sein Blick auf das Foto gerichtet. Auf dem Bild war sein Arm um die Schultern eines Mädchens gelegt. Ein Mädchen mit rotem ungebändigten Haaren und strahlenden grünen Augen die ihn anlachten. Er hatte das Foto seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Wie lange schon nicht mehr? Waren es drei oder vier Jahre? Er wusste es nicht mehr. „Erde an Steffen?“ „Was?“ schreckte dieser aus seinen Gedanken. „Wer ist das? Deine Freundin? Ich wusste nicht dass du eine hast.“ „Ich hab auch keine“ erwiderte er. Seine Worte klangen selbst für ihn ziemlich hohl.

Matthias sah ihn skeptisch an. „Und wer ist das dann? Scheinst ziemlich eng mit ihr zu sein? Eine Ex-Freundin vielleicht? Schwester? Naja wirklich ähnlich seht ihr euch nicht. Cousine vielleicht? Kann ich ihre Nummer haben? Sie sieht gut aus.“ „Man Matthias!“ Platzte Steffen der Kragen. „Nein, Sie ist weder meine Schwester, noch meine Cousine. Auch keine Ex-Freundin. Und nein du kannst ihre Nummer nicht haben, denn sie ist seit fast 5 Jahren tot.“ pfefferte er ihm wütend entgegen. „Fuck!“ fluchte Steffen und warf das Handy auf den Tisch. Er hatte es vergessen. Nein vergessen war das falsche Wort. Er hatte es verdrängt. Hatte SIE verdrängt. Und mit ihr alle gemeinsamen Erinnerungen. Er wollte einfach nicht an sie erinnert werden. Es hatte jahrelang super funktioniert. Und jetzt dieses Foto, das alles wieder aufwühlte.

Bevor Matthias etwas erwidern konnte flog die Tür auf und Sophie stand wütend im Eingang. „Sagt mal habt ihr beide einen Knall? Da draußen ist die Hölle los und ihr macht hier nen Kaffeeklatsch wie zwei alte Damen! Soll ich die ganze Arbeit alleine machen oder was?“ Rief sie wütend. Ihr Blick wechselte zwischen den beiden Männern hin und her. „Ist alles In Ordnung Steffen? Du siehst nicht sehr gut aus. Ist irgendwas passiert?“ fragt sie als ihr Blick an ihm hängen blieb. „Nein. Es ist alles in Ordnung.“ Er wandte sich ab und ging zur Tür.

Steffen es tut mir leid.“ hörte er Matthias hinter sich. „Ja ja schon gut“ winkte dieser ab und verließ den Raum. Sophie sah fragend zwischen ihren Kollegen hin und her. Matthias schüttelte nur den Kopf und folgte Steffen.

Den Rest des Tages fühlte sich Steffen wie in Trance. Er spürte die Blicke seiner Kollegen, ignorierte diese aber so gut es ging. Seine Gedanken wanderten immer wieder zu den Bildern. Wer hatte ihn im Blick und wie kam er oder sie an das letzte Bild heran? Es kann nur jemand von früher sein. Aber woher sollten die Person wissen wo er lebte? Nach der Beerdigung war er weggezogen, hatte alles hinter sich gelassen. Er hatte es einfach nicht mehr in seiner Heimatstadt ausgehalten. Vielleicht sollte er Tobias fragen. Tobias war einer seiner besten Freunde und das schon seit Kindertagen. Sie waren zusammen zu Schule gegangen. Durch ihn hatte er Hannah überhaupt erst kennen gelernt. Steffen nahm sich vor ihn anzurufen, sobald er zu Hause war. Er musste irgendwas wissen. Tobi war immer informiert.

Die Sonne ging langsam unter. Und das Eiscafé und Steffen und seine Kollegen machten sich für den Feierabend breit. Die letzten Kunden wurden abkassiert und die Tische abgeräumt. Steffen balancierte gerade ein Tablett mit dreckigem Geschirr als er aus dem Augenwinkel etwas rotes sah. Er schnellte herum und sah durch die große Fensterfront nach draußen. Auf der anderen Straßenseite stand eine Frau, mit roten Haaren und sie starrte ihn gerade zu an. „Was zum Henker?“ Das war unmöglich. Sie sah aus wie Hannah. Er machte einen Schritt Richtung Fenster und rannte direkt in Sophie. Das Tablett fiel zu Boden und das Geschirr ging mit einem lauten klirren kaputt. Hastig bückte sich Steffen nach dem Tablett. „Mensch, Steffen. Pass doch auf.“ „Sorry Sophie. Verdammt das war echt keine Absicht.“ Er sah nochmal aus dem Fenster. Aber draußen stand niemand mehr. Er hätte schwören können dass draußen Hannah gestanden hatte. „Ich hol ein Besen warte kurz.“ damit verschwand sie. „Was machst du denn Steffen? Du siehst aus als hättest du einen Geist gesehen“ Matthias war hinter ihm aufgetaucht. „Vielleicht hab ich das auch.“ murmelte Steffen mehr zu sich selbst als zu seinem Freund. „Steffen du solltest nach Hause gehen. Du bist schon seit der Pause nicht mehr bei der Sache.“ riet ihm Sophie, die mit einem Handfeger wieder kam. „Ja vielleicht hast du recht.“ erwiderte er nur matt. „Matthias arbeitet für dich gerne mit. Nicht wahr?“ ihr Tonfall lies nichts anderes als eine Zustimmung seitens Matthias zu. Steffen nickte und drehte sich um und verschwand in der Umkleide.

Keine 10 Minuten später verabschiedete er sich von seinen Kollegen und verließ das Eiscafé. „Warte mal kurz. Hier das hast du vergessen.“ Matthias reichte ihm das Handy. „Du hast es vorhin liegen lassen. Und falls du zur Polizei gehst solltest du dein Beweisstück nicht vergessen oder?!“ witzelte er. „Nee, aber jetzt mal im Ernst. Nimm das nicht auf die leichte Schulter.“ Steffen nickte und machte sich auf den Weg.

Ganz klar, drei Kreuze reichten für diesen Tag nicht mehr.

Die folgenden Tage waren ruhig. Die Uni lief ohne Probleme. Auf Arbeit gab es auch keine weiteren Zwischenfälle und vor allem war Steffen niemand aufgefallen der ihn irgendwie beobachtete oder verfolgte. Es viel ihm immer leichter nicht jede Sekunde an das Handy zu denken, das bei ihm auf dem Schreibtisch lag. Natürlich lies er seinen Blick weiterhin durch die Menge schweifen, ob irgendwas ungewöhnlich war, aber nichts passierte. Von Tobias hatte er auch nicht mehr erfahren als dass Hannahs Familie umgezogen war. Er hatte mit dem Gedanken gespielt zur Polizei zu gehen, aber was hätte er ihnen sagen sollen? ‚Guten Tag Herr Polizist. Ich werde von meiner toten Freundin gestalkt. Hier ist ein Handy mit Fotos‘ ? Eher nicht, nein.

Für heute stand auf dem Plan mit seinen Kommilitonen einen trinken zu gehen. In zwei Wochen starteten die ersten Prüfungen des Semesters und bevor die ganze Lernerei wieder anfing und keine Zeit mehr zum Feiern blieb, hatten sie beschlossen heute los zu ziehen.

So stand Steffen mit einigen Kommilitonen in ihrer Stammkneipe. Es war recht voll. sie waren anscheinend nicht die einzigen mit der Idee. Einige Erstsemestler belegten den Billardtisch und so blieb ihnen nichts anderes übrig als zu warten. Steffen lies sich gerade ein weiteres Bier einschenken, als sich eine hübsche Blondine zu ihm gesellte. „Hi, Ich bin Natalie.“ stellte sie sich mit einem freundlichen Lächeln vor. „Steffen.“

Der Abend war eine angenehme Mischung aus flirten und trinken. Seine Welt begann inzwischen leicht zu wanken, aber als Natalie ihre Arme um seinen Nacken legte, hatte er nichts dagegen sie mit nach Hause zu nehmen. Sie gefiel ihm und wenn es nur der Alkohol war der ihn das denken ließ.

Sein Blick glitt über ihre Schulter. Steffen erstarrte. Er sah rot. Um genau zu sein rote lange Haare die gerade die Kneipe verließen. „Was ist denn los?“ fragte Natalie doch er ignorierte sie. Machte sich von ihre los und eilte Richtung Ausgang.

Hey! Warte!“ schrie er der Frau hinterher, aber sie drehte sich weder um, noch blieb sie stehen. „Scheiße!“ fluchte Steffen und folgte ihr. Sie lief gerade über die Straße und Steffen hatte sie fast eingeholt, als neben ihm mit einem mal helle Lichter aufleuchteten, es laut hupte und er sich plötzlich auf dem Boden wieder fand. „Sag mal hast du sie noch alle? Du hast doch nen Knall einfach so auf die Straße zu rennen!“ sein Kommilitone Daniel, hatte ihn gerade noch so von der Straße gerissen. Er reichte ihm eine Hand zum Aufhelfen. „So betrunken kannst du doch gar nicht sein, dass du nicht guckst bevor du auf die Straße läufst.“ Steffen nahm die Hand und ließ sich aufhelfen. Er klopfte sich die Klamotten ab und sah sich um. „Wo ist sie hin?“ Daniel sah ihn nur irritiert an. „Wo ist wer hin?“ „Na die Rothaarige! Sie war doch eben noch da.“rief er aufgebracht. „Hast du dir die Birne weg gesoffen? Da war niemand auch keine Rothaarige.“ Natalie die ihm auch nach draußen gefolgt war schüttelte auch nur den Kopf. „Ihr müsst sie doch gesehen haben. Sie war nur ein paar Meter vor mir.“ Er fuhr sich mit der Hand durch die Haare. „Scheiße!“ fluchte er. „Wie wäre es wenn du einfach nach Hause gehst und dich schlafen legst?“ Daniel legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Ich ruf dir nen Taxi. Warte mal kurz.“

Steffen sah sich wieder um. Er hatte sich das nicht eingebildet. Er hatte Hannah gesehen, hatte sie fast berühren können. Sie war da. Steffen war sich sicher.

Der nächste Morgen war alles andere als angenehm. Sein Kopf fühlte sich an, als wäre er in eine Schraubzwinge gespannt worden. Sein Mund schmeckte nach halb verwesten Tierkadaver und schlecht war ihm auch. Zu der Übelkeit kam Hunger. Die Kombination zwang ihn wohl oder übel aus dem Bett und unter die Dusche.

Eine halbe Stunde später wühlte sich Steffen durch den Kühlschrank. Käse, abgelaufene Milch und zwei Eier. Nicht genug für ein gutes Frühstück also schnappte er sich sein Geld, die Hausschlüssel und schlüpfte in seine Schuhe. Die nächste Bäckerei war nur 5 Minuten entfernt. Im Hausflur fiel ihm auf dass der Briefkasten wieder einmal völlig überfüllt war und machte sich die Notiz ihn auf dem Rückweg zu leeren.

15 Minuten später stand er wieder vor dem Briefkasten. Die Werbung steckte Steffen einfach in den Briefkasten seines Nachbarn. Mit der Zeitung, einigen Briefen und seiner Brötchentüte unter dem Arm betrat er die Wohnung. Er begann sich Rührei zu machen und durchstöberte dabei die Briefe. Einer der Briefe hatte weder Anschrift noch Absender. Steffen befühlte den Brief. Komisch irgendwas Festes war darin. Er öffnete den Brief und heraus fiel ein Stück Papier und eine Kette. Der Anhänger war ein kleiner Schmetterling in dessen Flügel die Worte ‚Forever‘ eingraviert waren. Er erkannte die Kette. Steffen hatte Hannah diese zum Jahrestag geschenkt. Vorsichtig nahm er sie in die Hand. Seine Finger zitterten als er sanft den Anhänger strich. Dann nahm er das Stück Papier. Steffen drehte es um. Das Stück Papier entpuppte sich als Foto welches ihn mit einem Mal den Boden unter den Füßen wegzog. Es war noch eins von ihm und Hannah. Sie saß lachend auf seinen Schultern und hielt ein Eis in der Hand. Es war sein Lieblingsbild. Es stand damals auf seinem Schreibtisch. Sie waren so glücklich gewesen. Und dann war sie tot.

Er hatte das nicht gewollt. Seine dumme Eifersucht hatte alles kaputt gemacht. Wäre er doch nur nicht so verdammt dumm gewesen!

Nach dem Unfall hatte Steffen ihren Eltern nicht mehr ins Gesicht sehen können und hatte die erste Möglichkeit genutzt weg zukommen. Studieren fern der Heimat. Es war ihm sogar egal gewesen was er studierte Hauptsache er war weit weg. Aber anscheinend nicht weit genug. Wie heißt es so schön? Die Vergangenheit holt einen immer ein.

Mit einem mal hatte Steffen keinen Hunger mehr. Er musste raus. Raus aus der Wohnung, weg von den Erinnerungen.

Er schaltete den Herd aus. Die Pfanne mit dem Ei, das inzwischen eher schwarz war, warf er einfach ins Spülbecken. Steffen schnappte sich nicht mehr als seinen Hausschlüssel und verließ die Wohnung.

Steffen lief stundenlang durch die Straßen und versuchte seine Gedanken zu ordnen. So richtig gelang es ihm nicht aber die Last auf seinen Schulter lies etwas nach.

Er musste heraus finden wer hinter den Bildern steckte und warum die Frau so aussah wie Hannah.

Als Steffen wieder den Hausflur betrat

öffnete seine Nachbarin Frau Schmidt die Tür. „Steffen ich hab deine Freundin in die Wohnung gelassen. Sie sah so verloren aus wie sie hier im Flur stand.“ „Freundin?“ fragte er verwirrt nach. Er hatte keine Freundin. „Ja dieses hübsche rothaarige Ding. Sie hat mir sogar ein Bild von euch gezeigt. Ihr seit ein wirklich schönes Paar.“

Er rannte die Treppe nach oben, nahm zwei Stufen auf einmal. Strauchelte fing sich aber gleich wieder und rannte weiter. Was ihm seine Nachbarin hinterher rief hörte er gar nicht mehr.

Seine Gedanken kreisten nur um eine Sache. ‚Sie war in seiner Wohnung.‘

Als Steffen vor der Wohnungstür stand war er sich unsicher wie er vorgehen sollte. Er war nervös. Wer war das?

Im Endeffekt blieb ihm gar nichts anderes übrig als einfach in die Wohnung zu gehen. Sein Handy hatte er nicht dabei, mit dem er einen Freund hätte anrufen könnte. Also schloss er vorsichtig die Tür auf und drückte sie auf. Steffen selbst blieb im Hausflur stehen und spähte erst einmal in die Wohnung. Er sah niemanden und hörte auch niemanden. Er wagte einen ersten Schritt hinein. Es war alles still.

Es gab keine Anzeichen dass tatsächlich jemand hier gewesen war. Steffen ging weiter in die Wohnung. Er spähte in die Küche. Es war alles so wie er es zurück gelassen hatte. Er sah im Wohnzimmer nach. Nichts.

Seine Schlafzimmertür war nur eine Handbreite offen. Steffen konnte sich aber beim besten Willen nicht daran erinnern ob er sie zu gemacht hatte oder eben nicht. Es war die letzte Möglichkeit wo sich jemand hätte verstecken können. ‚Jetzt oder nie‘ dachte er sich und stieß die Tür mit voller Wucht auf so dass sie gegen die Wand prallte und ihm wieder ein Stück entgegen kam.

Steffen blieb das Herz stehen.

Die Wände seines Schlafzimmers waren über und über mit Bildern beklebt. Aber es waren keine Bilder von ihm. Es waren Bilder von Hannah in allen Größen. Von seiner Deckenlampe hing an einem roten Faden ein rosa Bär der ein Herz in den Tatzen hielt. Auf dem Bett lag Kleidung.

Steffen drehte sich um seine eigene Achse. Die Frau hatte sein Schlafzimmer in eine Art Andenken für Hannah verwandelt. Nicht nur dass sie in seiner Wohnung gewesen war, sondern auch dass sie so viele Dinge von ihr zu besitzen schien lies es ihm eiskalt den Rücken hinunter laufen. Hinter ihm erklang plötzlich das Klingeln eines Handys. Steffen drehte sich um. Das Handy das er im Eiscafé gefunden hatte leuchtete auf.

Es zeigte eine ungelesene Nachricht einer ihm unbekannten Nummer an. Er nahm es in die Hand und öffnete sie. Es war ein Bild von ihm wie er das Haus betreten hatte. Sie war also bis eben noch hier gewesen. Er rannte zum Fenster und sah nach draußen. Das Licht der untergehenden Sonne blendete ihn. Er schirmte seine Augen mit der Hand ab und suchte nach einer verdächtig aussehenden Person. Aber Steffen sah nichts Ungewöhnliches.

Das Handy klingelte wieder. Eine weitere Nachricht. ‚Gefällt es dir?‘ Steffen hatte genug. Wütend tippte er selbst eine Nachricht ein. ‚Wer bist du? Zeig dich gefälligst!!!!!!!‘

Die Antwort kam fast sofort. Es war eine Adresse. Er kannte die Ecke. Sie war nicht weit. 20 Minuten zu Fuß. Eine ziemlich heruntergekommene Gegend mit einem kleinen Park. Um die Zeit tummelte sich dort kaum jemand, außer man wollte ein paar gepanschte Drogen kaufen.

Steffen wäre blöd wenn er da alleine auftauchen würde, aber er wollte auch echt wissen wer das war. Er schnappte sich sein eigenes Handy und machte sich auf den Weg. Er rief Matthias an um zu fragen ob er mitkommen könnte. Aber er ging nicht ans Handy. Also schickte ihm Steffen schnell die Adresse mit dem Hinweis ‚Stalker‘. Da er die Fotos auch gesehen hatte würde er schon wissen was gemeint ist.

Steffen hatte den Treffpunkt fast erreicht als sein Handy klingelt und ihm einen tierischen Schrecken einjagte. Es war Tobias. „Man Tobi, du hast mich zu Tode erschrocken.“ Er hörte seinen Kumpel kurz auflachen. „Sorry Dicker.“ „Was gibt’s? Ich bin gerade mehr oder weniger beschäftigt.“ drängelte Steffen. „Ich mach’s kurz versprochen. Du hattest mich doch letzte Woche gefragt ob ich was von Hannahs Familie wüsste oder?“ „Ja ich erinnere mich. Du meintest sie seien umgezogen.“ „Genau. Aber pass auf! Erinnerst du dich an den Unfall? Na klar erinnerst du dich. Wie könnte man so etwas vergessen?“ „Tobias!“ fauchte Steffen ihn genervt an. „Nur nicht so schlecht gelaunt. Also erinnerst du dich an Becky?“ Steffen überlegte. Der Name kam ihm vertraut vor. „Die kleine Schwester von Hannah? Klingelt es bei dir? Rotbraune Haare, Brille, Zahnspange. Präsenz eines Geistes? Dicker! Du warst ewig mit Hannah zusammen du musst doch ihre kleine Schwester kennen!“ Dann fiel es Steffen wieder ein. Rebecca oder Becky wie sie von ihrer Schwester genannt wurde. Sie war ein paar Jahre jünger. Sehr schüchtern und hielt sich immer im Hintergrund auf. Meistens fiel es nicht einmal auf dass sie überhaupt da war. „Ja. Ich erinnere mich.“

Sie hat den Unfall auch überlebt. Lag aber kurzzeitig im Koma. Nachdem sie aufgewacht ist, kam sie mit dem Tod ihrer Schwester nicht zurecht, weshalb sie in Therapie musste. Deswegen ist die Familie auch umgezogen. War denen wohl peinlich.“ „Warte. Was? Becky saß nicht mit im Wagen.“ verneinte Steffen. „Doch man. Du musst das doch mitbekommen haben.“ „Nein. Ich kann mich wirklich nicht daran erinnern dass sie mit im Wagen saß.“ „Warum wundert mich das eigentlich? Du bist in der Nacht hacke dicht von der Party weg. Würde mich nicht wundern, wenn du dich an gar nichts mehr aus der Nacht erinnerst. So, ich halt dich nicht länger auf. Bis denne Dicker wir hören uns.“ Ohne auf eine Verabschiedung seitens Steffen zu warten legte Tobias auf. Leider erinnerte sich Steffen an die Nacht. Er hatte es verdrängt, aber wenn er daran dachte konnte er jeden einzelnen Moment abrufen. Er konnte sich an jeden Moment erinnern. Jedes gesprochene Wort. Jede Handlung und an den markerschütternden Schrei. Nur eben nicht an Becky.

War das ihre Rache?

Steffen starrte auf sein Handy als er ein Geräusch hörte. Bevor er sich umdrehen konnte traf ihn etwas am Kopf und alles wurde schwarz.

Das Erste das Steffen spürte, als er zu sich kam, war sein Kopf. Er stöhnte vor Schmerz auf. Dann bemerkte er, dass sich seine Umgebung bewegte. Steffen öffnete die Augen. Das Erste das er sah war eine leere, nur von Scheinwerfern beleuchtete Straße. Dann realisierte er, dass er in einem Auto saß. Einem fahrendem Auto. Er drehte den Kopf. Hinter dem Lenkrand saß die Frau mit den roten Haaren. „Hannah?“ fragte er noch leicht benommen. Auf ihn aufmerksam geworden sah sie ihn an. Feindseligkeit spiegelte sich in ihren Augen wieder. Nein das war nicht Hannah. Die Augen waren nicht grün und die Form ihres Gesichtes war auch nicht die Selbe. Aber sie sah ihr trotzdem sehr ähnlich. „Nein. Du bist Becky. Richtig? Die kleine Schwester.“ Becky wandte ihren Blick wieder der Straße zu. „Ach wie schlau er doch ist.“ sagte sie mehr zu sich selbst als zu ihm. „Was soll das alles Becky?“ fragte er. „Nenn mich nicht so!“ fauchte sie ihm entgegen. Durch ihre ruckartige Bewegung kam der Wagen kurzzeitig ins schleudern. „Vorsicht!“ rief Steffen und riss erschrocken die Hände hoch. Erst jetzt bemerkte er dass seine Hände mit Kabelbinder zusammen gebunden waren. Ein bösartiges Funkel lies ihre Augen leuchten. Sie lies den Wagen noch einmal ausscheren. Als Steffen erschrocken nach Luft schnappte lachte Rebecca boshaft auf. „Ich hätte schwören können dass dir das Spaß macht. Oder etwa nicht?“ „Nein. ganz und gar nicht. Wie wäre es wenn du rechts ran fährst und wir über alles reden?“ schlug Steffen panisch vor. Aber er sah wie sie ihn stumm nachäffte und da wusste er dass mir ihr nicht vernünftig zu reden war. „Hast du denn mit meiner Schwester vernünftig geredet? Hast du ihr auch nur einen Moment zugehört als sie mit dir geredet hat? Nein hast du nicht“ schrie Rebecca wütend. „Du hast sie einfach nur eiskalt umgebracht.“ fauchte sie. Dann drehte sie sich wieder zu ihm und sah ihn mit einem liebevollen Lächeln an. Ihre Stimme klang zuckersüß als sie hinzufügte „Jetzt tu ich das Selbe mit dir.“ Dann lachte sie wieder laut auf. „Es war ein Unfall! Ich hab Hannah nicht getötet. Das kannst du mir glauben.“ Sie trat plötzlich auf die Bremse. Der Sicherheitsgurt schnitt sich bei der ruckartigen Bewegung in seinen Oberkörper. Ihr Blick sprühte nur so vor Zorn. „Lüg‘ mich nicht an! Lüg‘ mich verdammt nochmal nicht an! Ich war dabei! Ich habe alles gehört. Du mit deinem dummen Anschuldigungen und deiner blinden Eifersucht. Ich erinnere mich an das was du gesagt hast.“ Steffen schloss die Augen. Er wollte sich nicht daran erinnern. „Wie waren deine Worte? Lass mich dir auf die Sprünge helfen. Du sagtest: Ich würde uns lieber umbringen bevor du mit mir Schluss machen kannst.“ Steffen atmete tief ein. Er erinnerte sich. Sie hatte ihn auf der Party angemeckert dass er zu viel trinkt. Und ihn dann nicht weiter beachtet. Sie hatte sich den Abend wunderbar mit ihrem Ex-Freund unterhalten und das hatte ihn wahnsinnig eifersüchtig gemacht.

Rebecca fuhr wieder los. „Erinnerst du dich auch an das was du getan hast nachdem du das gesagt hast?“ „Bitte Becky.“ flehte Steffen sie an. Er wollte nicht hören was er getan hatte.“Du sollst mich nicht so nennen!“ Sie trat aufs Gas. „Hannah ist genauso schnell gefahren wie wir jetzt. Willst du wissen was dann passiert ist?“ fragte sie als würde sie einem kleinem Kind eine Geschichte erzählen. „Du hast ihr mit voller Absicht ins Lenkrad gegriffen und den Wagen gegen einen Baum gelenkt!“ schrie sie laut. „Ich finde dass wir das Selbe tun sollten. Ein passender Abschluss für diese traurige Geschichte.“ „Stopp das verdammte Auto“ schrie Steffen panisch. Er hatte Angst. Das hysterische Lachen von Rebecca ging ihm durch Mark und Bein. Wie konnte aus einem schüchternen Mädchen nur so eine Verrückte werden. „Du hast mir alles genommen! Meine beste Freundin. Die Einzige die mich immer gesehen hat während alle anderen an mir vorbei gesehen haben. Die Einzige der ich je wichtig war.“ Tränen liefen ihr über die Wangen. „Und du hast dafür nicht einmal gerade gestanden! Du bist feige abgehauen! Das wirst du jetzt bereuen!“ „Becky stopp fahr langsamer du bringst dich damit doch selbst in Gefahr!“ Sie sah ihn. „Ich habe nichts mehr zu verlieren, da du mir bereits alles genommen hast.“ „Wozu dann die ganzen Fotos? Wenn du mich eh umbringen willst?“ „Warum nicht? War doch witzig!“ lachte sie. Dann ließ Rebecca das Lenkrad los. Der Wagen begann zu ruckeln und verlor die Kontrolle. Er brach zu Seite hin aus. Steffen schrie auf, versuchte ins Lenkrad zu greifen um gegenzusteuern, aber der Gurt ließ ihm keinen Freiraum. Neben ihm lachte Rebecca völlig manisch.

Dann überschlug sich der Wagen.

3 thoughts on “Gesicht der Vergangenheit

  1. Hallo
    Danke für deine Story.
    Sie hat mir gut gefallen.
    Ein einfacher aber ordentlicher Aufbau, eine gute Spannung und ein kreatives Ende.

    Besonders auffällig jedoch ist dein Stil und deine Sprache.
    Sicher, souverän, abgeklärt, unaufgeregt, fast schon professionell.
    Zudem ist deine Geschichte gut korrigiert und gegengelesen worden.
    So etwas mag ich halt.

    Ich danke dir, schreib weiter.
    Diese Story gefiel mir gut.

    Liebe Grüße, Swen Artmann (Artsneurosia)

    Vielleicht hast du ja Lust und Zeit, dir meine Geschichte auch mal durchzulesen. Würde mich freuen.
    Sie heißt: „Die silberne Katze“

    Danke dir und alles Gute.

  2. Hi,
    mir hat Deine Story sehr gefallen. Du hast einen guten Schreibstil, eine sehr bildhafte Erzählweise. Das hat es mir leicht gemacht, die Bilder zu der Geschichte in meinem Kopf zu erzeugen. Vor allem möchte ich hervorheben, dass sowohl die Dialoge, wie auch die Gedanken sehr realitätsnah geschrieben waren. Das ist, meiner Meinung nach, mit das schwierigste beim Schreiben – jedenfalls geht es mir so.
    Mir hat auch das Ende sehr gefallen. Es ist ein echtes Ende…!
    Mein like hast Du!

    P.S. Vielleicht hast Du ja Zeit und Lust, auch meine Geschichte zu lesen („Glasauge“) und ein Feedback da zu lassen.

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