OrkaniaGräber

Gräber

«Haste mal ‘n Euro?»

Gräber wandte sich nicht einmal um. Die heisere Stimme kannte er bestens. Jeden Tag fragte der Mann ihn nach Kleingeld. Immer, wenn er auf seiner Runde hier vorbeikam, in der Ecke des Bahnhofs, die der Obdachlose wohl zu seinem Quartier erklärt hatte. Gräber schüttelte also nur stumm den Kopf und grub weiter im Abfallkorb nach PET-Flaschen.

«Hey. Haste nun ein Euro, oder nicht?» Nun zog er an seinem Mantel.

«Nein, ich hab keinen Euro! Ich hab doch selbst nichts! Siehst du doch!» Gräber drehte sich nur halb zu ihm hin, das Gesicht abgewandt, in der Hand eine erbeutete Flasche, mit der er herum wedelte. Der andere sollte verschwinden, er stank! «Ich leb auch von den Flaschen hier und dem Pfand! Geh selbst welche suchen! Vier Flaschen, ein Euro! So einfach ist das!»

Gräber stopfte die Beute in den großen blauen Plastiksack, der vom Sammeln schon recht mitgenommen war, und ging hastig weiter. Er musste noch den letzten Bahnsteig entlang. Manchmal hatte er Glück und die Putzteufel ließen ihn in ihre Säcke spicken, wenn sie mit einem Zug fertig waren. Und manchmal jagten sie ihn davon. Einige von denen behielten das Pfand lieber für sich selbst. Aber wem sollte er das vorwerfen? Es waren harte Zeiten und er hatte gerade eben genauso gehandelt.

Diesmal hatte er kein Glück. Die Putzkolonne, die heute dran war mit saubermachen, scheuchte ihn mit bösen Blicken gleich wieder davon. Die würden das Pfand behalten, Gräber kannte ihre Gesichter, er brauchte es gar nicht erst versuchen. Dabei hätte er die Flaschen gut gebrauchen können. Im Moment lag so wenig Pfand herum! Als er mit seinem zerschlissenen Plastiksack wieder an dem Abfallkorb vorbeikam, stand der Penner an derselben Stelle, an der Gräber eben gestanden hatte und grub darin.

«Da hab ich doch schon alles rausgesucht!» zischte Gräber. «Da wirst du nichts mehr finden!»

Der Obdachlose hörte ihn nicht oder ignorierte ihn.

Gräber seufzte und öffnete seinen Plastiksack. «Da haste vier Flaschen. Das gibt einen Euro.» sagte er und baute das Plastik in einer Reihe fein säuberlich vor dem Abfalleimer auf. «Ist ja quasi dein Revier hier.»

Der Penner sah auf und grinste ihn mit fleckigen Zähnen an. «Aber wir sind doch alte Kumpel, Gräber.» brummte er und schnappte sich schnell das Leergut. «Wir sind doch Kumpel! Ist schon ok, wenn de keinen Euro hast.»

Gräber machte, dass er fortkam. Woher kannte dieser Penner seinen Namen? Das störte ihn. Klar, irgendwas an dem Mann kam ihm vage vertraut vor, aber er hatte noch nichts mit den Bahnhofspennern gemein. Viel fehlte nicht mehr, aber noch zählten sie nicht zu seinen Freunden. Noch nicht!

Am nächsten Tag war der Penner nicht da. Gräber schaute hinter dem Abfalleimer und unter der Treppe nach ihm, aber da lag nicht mal seine alte Isomatte. Anscheinend war der Mann weiter gezogen, was vielleicht gut für ihn war. Vielleicht auch nicht. Gräber wühlte ohne schlechtes Gewissen nach PET. Heute musste er nicht teilen.

Auch am nächsten Tag war der Platz leer und auch am übernächsten. Dann kam das Wochenende und mit ihm ein gut besuchtes Fußballspiel, das brachte jede Menge Pfand ein. Am Montag war er wieder auf seiner altbekannten Tour.

Am Dienstag war der Penner wieder da. Und er schien nach ihm Ausschau gehalten zu haben.

 «Gräber!» rief er und winkte verstohlen. «Mensch! Komm mal her, komm doch mal!»

Gräber wollte am liebsten kehrt machen. Andererseits war der Mann aufgeregt und wollte ihm etwas zeigen. Daher umrundete Gräber den großen Abfalleimer und bückte sich zu ihm hinunter, unter die Treppe. Der Gestank war furchtbar.

«Ich hab was für dich, Kumpel, ich hab was für dich! Wir passen aufeinander auf, nicht wahr?» Der Mann wühlte in einer Tüte herum und holte einen Tetrapak Saft heraus, der offensichtlich fast leer war. Er ließ ihn fallen.

«Ich hab was, das musst du sehen, das musst du sehen!» Der Penner zückte triumphierend ein Handy. «Hier! Hier, Gräber, schau mal! Schau dir das an!»

«Das ist ein Handy.» sagte Gräber zögerlich.

Er weigerte sich, dem Obdachlosen das Gerät abzunehmen. Er wollte es nicht haben. Was sollte er damit anfangen? Wahrscheinlich hatte der Mann es schon ein paar Tage mit sich herumgeschleppt, es sah jedenfalls nicht mehr neu aus und glänzte speckig.

Der Penner tippte auf das dreckige Display. «Gräber, das ist jetzt dein Handy! Ich hab’s extra für dich besorgt! Nimm es man hin!»

In Gräber sträubte sich alles dagegen. «Nein, ich brauch wirklich kein Handy! Lass mal gut sein! Ich bin zu alt für den neuen Kram. Ist echt nett gemeint, aber ich hab niemanden, den ich anrufen kann, verstehst du?»

Er wollte sich abwenden und machte einen Schritt zurück. «Ich kann es nicht gebrauchen. Verkauf es einem anderen!»

Der Obdachlose schüttelte vehement den Kopf. Dann atmete er tief ein und aus, wischte auf dem Display hin und her und murmelte etwas unverständliches. Er streckte Gräber noch einmal das Mobiltelefon hin. Auf dem Display war ein Foto aufgetaucht. Es zeigte einen alten Mann in einem abgetragenen Mantel mit einem blauen Plastiksack beim Flaschen sammeln.

«Das bist doch du! Das ist jetzt dein Handy! Das musst du jetzt nehmen, Gräber! Ich hab’s dir extra besorgt, Mann!»

Das war er! Keine Frage!

«Wie kommst du dazu, Fotos von mir zu machen?» herrschte er den Obdachlosen an.

Der schüttelte nur den Kopf.

«Ne, ich doch nicht!», sagte er. «Ich doch nicht! Der Mann war’s, der Mann! Ich hab ihn gesehen, wie er Fotos macht von dir! Dann hab ich ihn gefragt, wieso er das macht, Fotos von meinem Kumpel! Wir sind doch Kumpel, von früher noch, damals, vom Boxen! Und dass er sich nicht mit dir anlegen soll. Sonst kriegt er es mit Otto zu tun!»

Der Obdachlose sammelte seine Sachen wieder in die Tüte. «Ich hab es ihm weggenommen und ihm eins verpasst. Weil deine Bilder drauf sind, ist es jetzt deins. Und ich hab ihm gesagt, er soll dich in Ruhe lassen!»

Er hatte das Handy genommen, dem obdachlosen Otto dafür die ganze Beute an Leergut da gelassen und war nach Hause gegangen. Da hatte er sich das Handy vorgenommen und sich alles angesehen. Alle Bilder zeigten ihn. Er war beim Sammeln zu sehen, auf dem Heimweg und vor seiner Haustür! Vor seiner Haustür! Da war ihm einer gefolgt und hatte Fotos gemacht, laufend Fotos von seinem armseligen Leben gemacht, und er hatte es nicht gemerkt.

Es gab auch Bilder vom letzten Wochenende, da sass er im Bus zum Stadion. Da hatte er den Bus nehmen müssen, um rechtzeitig da zu sein. Und der Jemand, der ihn fotografiert hatte, hatte im selben Bus gesessen!

Ausgerechnet Otto war das aufgefallen. Er hätte nie gedacht, dass er Otto noch mal wiedersehen würde. Otto mit den fliegenden Fäusten! Otto der Boxer, der sich nur auf die Bretter schicken ließ, wenn das Geld stimmte. Zu viele Schläge auf den Kopf damals hatten ihn blöde gemacht, aber an Gräber erinnerte sich der Idiot noch. Dabei hatte Gräber alles getan, damit man ihn vergaß und alle Kontakte abgebrochen.

In Gräbers Kopf war ein einziges Durcheinander. Wer machte denn jeden Tag unerkannt Fotos von ihm? Und beobachtete dieser Jemand ihn gerade? Stand er dort im Dunkeln und beobachtete das hell erleuchtete Küchenfenster? Schnell machte er das Licht aus und drehte das Display des Handys um. Jetzt hockte er im Finstern, aber dann sah der Andere ihn wenigstens nicht.

Gräbers Finger strichen über das Mobiltelefon. Sie zitterten vor Angst. Im Kopf ging er alle Leute durch, mit denen er in den letzten Jahren Kontakt gehabt hatte, die ihm vielleicht was Übles wollten, aber jeden einzelnen von ihnen konnte er abhaken. Die hatten kein Interesse an ihm, er war nirgendwo drin verstrickt. Er hatte sich nichts mehr zu Schulden kommen lassen, nachdem er seine Zeit abgesessen hatte.

Die Zeit im Knast lief wie ein Film vor seinem inneren Auge ab. Nein, auch da war nichts mehr übrig, was ihn verfolgen würde. Er hatte alles geklärt. Und mit der abgesessenen Zeit hatte er auch für seine Fehler gebüßt. Zwanzig Jahre! Niemand trug ihm mehr etwas nach. Jedenfalls glaubte er das. Und trotzdem schlich ihm jemand hinterher! Kannte all seine Gewohnheiten und beobachtete ihn, vielleicht gerade jetzt in diesem Augenblick!

Von wem hatte Otto das Handy? Gräber hatte keine gescheite Antwort aus dem verwirrten Kerl herausgebracht. Irgendwann hatte er sich einfach nur noch wiederholt mit seinem Gebrabbel. Aber Gräber musste es wissen! Das musste er aus Otto herauskitzeln! Wer erinnerte sich noch an ihn und hatte ihn auf dem Kieker? Also verließ er die dunkle Wohnung und lief wieder zurück in die Innenstadt.

Der Bahnhof war um die Zeit menschenleer. Die Läden hatten geschlossen, die Schalter waren verrammelt und die wenigen Züge, die jetzt noch einfuhren, spuckten nicht einmal eine Handvoll Menschen aus. Gräber steuerte die Ecke an und suchte nach Otto. Aber der war nirgends zu sehen. Da lagen nur der Schlafsack und die Isomatte, die Tüte und eine gammelige Sporttasche mit abgerissenem Griff. Gräber blieb auf Abstand, weil das Lager auch ohne seinen Besitzer erbärmlich stank.

Ein Tumult am anderen Ende der Bahnhofshalle erregte seine Aufmerksamkeit. Da ging es plötzlich hoch her. Erst waren nur laute Stimmen zu hören, dann Schreie. Dann kamen aus allen Ecken Leute gerannt und schließlich hetzten zwei Streifenbeamte durch die vorderen Eingangstüren der Bahnhofshalle und sprinteten die Treppe zu den S-Bahnen hinunter. Ziemlich viel los so spät am Abend. Gräber hatte ein ungutes Gefühl. Sollte er hierbleiben und warten, oder hingehen und gucken, was da los war?

Wider besseren Wissens ging er hin. Auf der Treppe zu den S-Bahnen überholten ihn zwei Sanitäter. Da war wirklich etwas passiert. Er konnte jemanden weinen hören. Es war eine Frau und sie war hysterisch. Anscheinend war jemand vor die S-Bahn gesprungen. Gräber drehte sich der Magen um. Das war nichts, was er sehen wollte. Er würde kehrt machen und noch mal in der Ecke nachsehen.

«Aber wenn ich es doch sage, die haben ihn geschubst!»

Gräber ließ den Bahnhof hinter sich und eilte schnell durch dunkle Nebenstraßen davon. Die hatten Otto echt vor die S-Bahn geschubst! Er war zu spät gekommen! Jetzt wusste er, dass das kein dummer Streich war mit dem Handy. Das war ernst, sehr ernst. Aber wer verfolgte ihn und was könnte er von ihm wollen? Wer hasste ihn so sehr, dass er ihn jetzt noch verfolgte, einen alten Mann, der kaum genug Rente bekam, dass es zum Leben reichte, in einer versifften WG lebte und Pfandflaschen sammelte, damit es auch mal für einen Kasten Bier langte?

Um das zu klären, musste er zurück und alten Freunden einen Besuch abstatten.

«Ich hab euch nicht verpfiffen damals! Als die Bullen mich geschnappt haben und auch später vor Gericht nicht. Und es wäre was für mich drin gewesen, Erkan!» Gräber trommelte mit den Fingern nervös auf der Sessellehne. «Da wäre verdammt viel drin gewesen!»

«Das weiß ich doch, mein alter Freund! Du hast geschweigen wie ein Grab.» Erkan lachte über seinen Witz und drehte sich in seinem Schreibtischstuhl hin und her. Auch Erkan war alt geworden.

«Deswegen kann ich dir auch nicht weiterhelfen! Wir sind immer sehr zufrieden mit deiner Arbeit gewesen und wir wussten immer um deine Verschwiegenheit.» Der Clanchef lehnte sich zurück und wurde wieder ernst.

Er hatte Gräber zugehört, was schon einmal viel wert war, denn Gräber war damals ausgestiegen. Er war in den Bau gegangen, und zwar lange. Er hatte nur einen Fehler gemacht, aber das war es. Für ihn war Schluss und als er seine Zeit abgesessen hatte, ging er in Rente. Trotzdem, Gräber hatte den Mund gehalten! Zwanzig Jahre lang. Er hatte immer noch seinen Ruf.

«Erkan, ich bin mir sicher, du hast mich auch überprüft, als ich aus dem Knast kam. Ebenso wie einige andere aus der Branche. Ich bin ja nicht dumm.» Gräber griff sich ein Streichholzbriefchen mit dem Logo von Erkans Nachtclub aus der Schale. «Dir ist nicht irgendetwas aufgefallen? Oder Jemand? Hat mal wer nach mir gefragt, als ich im Bau war?» Er drehte das Briefchen in seinen Händen, damit sie was zu tun hatten. Erst die Bilder und dann der Mord an Otto. Da würde jeder nervös werden!

Aber Erkan wusste nichts und konnte ihm nicht helfen. So ein Handy hatte heutzutage jeder. Und er kannte niemandem, der ihm jetzt nach all der Zeit noch etwas nachtrug. Gräber hatte immer gut gearbeitet. Schade, dass er nun in Rente war. Er wünschte ihm viel Glück.

Auf der Gasse vor Erkans Nachtclub fluchte Gräber ausgiebig. Wen außer Erkan konnte er noch fragen? Er wusste nicht, wem er noch trauen konnte, kannte kaum jemanden mehr in der Szene und konnte schlecht alle alten Kunden von damals abklappern! Und wenn ihn nun die Bullen auf dem Kieker hatten? Die würden doch wohl nicht einen Penner vor die S-Bahn schubsen?

In Gedanken lief er weiter und ohne es zu merken trugen ihn seine Füsse auf vertrauten alten Wegen zu Gerhards Kneipe. Gräber stand eine ganze Weile unschlüssig davor. Oft war die Kneipe der Dreh- und Angelpunkt seiner Unternehmungen gewesen. Wer ihn brauchte, kam zu Gerhard und der stellte den Kontakt her. Gerhard könnte etwas wissen. Aber Gerhard musste jetzt auch weit über Sechzig sein. Ein alter Mann, genau wie Gräber. War er überhaupt noch da?

«Du hättest dich aber echt mal melden können!» raunzte ihn jemand an, dass Gräber zusammenzuckte.

Gerhard warf den Müllsack mit Schwung in den Container und winkte ihn zu sich her. «Mensch, der Totengräber höchstpersönlich! Wie komm ich noch mal zu der Ehre? Ich denke, du bist jetzt weg vom Fenster?»

«Ich bin in Rente, Gerhard. Den Totengräber gibt’s nicht mehr. Horst Gräber ist bloß irgendein alter Sack.» Da war er wieder, sein alter Spitzname. Wie hatte er ihn gehasst! Und Gerhard wusste das genau, der alte Stinkstiefel.

 «Erinnerst du dich an Otto? Den Boxer mit den fliegenden Fäusten?»

Gräber hatte einen Kater. Er war bei Gerhard versackt und hatte auf dem Sofa geschlafen. Nachdem er ihm alles erzählt hatte, waren sie von Bier auf Korn umgestiegen. Hatten auf Otto angestoßen, obwohl sie sich beide nach so vielen Jahren kaum noch an den Boxer erinnerten. Aber das schuldeten sie ihm. Er hatte das Handy besorgt.

Von Gerhard würde er Schützenhilfe bekommen. Wer auch immer ihn verfolgte, wenn es mit seiner Arbeit zu tun hatte, wäre Gerhard genauso dran. Immerhin hatte er jahrelang den Kuppler gemacht. Gemeinsam gingen sie die Kunden durch, es waren verdammt viele. Gerhard wollte heute ein paar Anrufe machen. Dann wüssten sie mehr. Das behauptete er zumindest.

«Warum hast du nicht dein Geld genommen und bist abgehauen, als du aus dem Bau raus bist?» brummelte sein alter Kollege beim späten Morgenkaffee. «Ich hab immer gedacht, du liegst irgendwo auf Maui und lässt dir die Sonne auf den Bauch strahlen.»

Gräber schnaubte nur und schlürfte Kaffee. «Ist kein Geld mehr da.»

«Wie? Kein Geld mehr da? Verdammt, Gräber, du hast doch 80 Prozent vom Batzen eingestrichen, jedes Mal! Da musst du doch was zurückgelegt haben? Das hast du immer behauptet!» Gerhard regte sich schnell auf, genau wie früher.

«Ist nichts mehr da. Sonst würde ich wohl nicht Flaschen sammeln.» sagte Gräber und dachte an den silbernen Alukoffer, den er vor zwanzig Jahren einmal besessen hatte. Der war weg, samt Inhalt. Seine gesamte Rente. Aber das war nicht zu ändern. Ohne den Koffer fühlte er sich inzwischen sogar besser. Er ließ Gerhard fluchen und trank Kaffee.

Gerhard hängte sich den ganzen Tag ans Telefon und Gräber hielt ein Nickerchen. Er wusste ja nicht, wann er das nächste Mal wieder etwas Ruhe bekommen würde. In seinem Alter brauchte man zwar nicht mehr so viel Schlaf, aber die letzte Nacht war ganz klar zu kurz gewesen. Gerhard rüttelte ihn wach.

«Ich hab mit ein paar Leuten telefoniert, es hat niemand nach dir gefragt. Nicht in der letzten Zeit jedenfalls. Aber sie werden sich umhören. Wenn es jemand aus deiner Vergangenheit ist, dann kriegen wir das schon raus. Irgendein alter Geschäftspartner mit Rachegelüsten wäre uns beiden aber sicher nicht entgangen.»

Gräber nickte nur. Er war immer vorsichtig gewesen und Gerhard mochte zwar das schnelle Geld, ließ sich aber ungern auf Risiken ein. Dazu war er zu bequem. Er hatte recht, einen alten Geschäftspartner, der Grund hatte, auch nach all der Zeit noch sauer auf sie zu sein, gab es nicht. Dafür hatten sie gesorgt und die meisten Kunden waren zufrieden.

Gerhard fuhr fort. «Ich hab auch den Kommissar angerufen.»

«Du hast was?» Gräber setzte sich mit einem Ruck auf. «Das hättest du besser nicht getan!»

«Was willst du eigentlich, Gräber? Die haben dich doch schon erwischt! Was kann dir jetzt noch passieren?» Gerhard schob Krümel vom Couchtisch auf den Teppich.

«Die haben mich einmal erwischt! Einmal reicht völlig! Nochmal geh ich nicht in den Knast!» Gräber stützte sich auf den weichen Polstern ab und versuchte, aufzustehen. Das ging nicht mehr so gut und sein Kreuz meldete sich mit Protest. Er stöhnte.

«Der Kommissar ist in Ordnung, Gräber. Der hat selbst genug auf dem Kerbholz. Er hört sich bei den Ermittlern um, ob da was gegen uns läuft. Und er schaut sich Ottos Sturz mal an. Dann wissen wir vielleicht mehr.»

Gräber winkte ab. «Die Bullen schubsen doch den Otto nicht vom Gleis, Mensch!»

«Ne, das wohl nicht. Aber sie hängen sich dran und finden vielleicht was raus, was uns weiterhilft. Sollen die doch ruhig ihren Job machen.» Gerhard lachte. «Dann sind die auch mal zu was gut!»

«Ich fühle mich nicht wohl bei dem Gedanken, wenn sich ein Polizist nach dem Totengräber umhört. Das weckt nur alte Erinnerungen. Die Leute werden hellhörig. Sie werden sich fragen, ob ich gequatscht habe. Und ich brauche nicht noch mehr unzufriedene Kunden.»

«Du glaubst, es ist ein alter Kunde von dir?»

«Wer sonst? Wer soll es sonst sein?»

«Aber Otto hat den Mann nicht erkannt?» Gerhard rieb sich das Kinn. «Dich hat er wiedererkannt, nach all den Jahren, das muss man ihm lassen. Dann kann es keiner aus dem Ring sein. Das wäre ihm aufgefallen und er hätte sich erinnert. Also können wir den Manager und seine Gang ausschließen.» Zufrieden schlug er sich aufs Knie. «Wir kommen schon drauf, Gräber! Wir nehmen uns einen nach dem anderen vor. Wir kommen schon noch drauf!»

Gräber lief zum Imbiss an der Hauptstraße und ließ sich dort zwei Currywurst mit Pommes einpacken. Die schlaflose Nacht und Gerhards gammeliges Sofa hatten seinem Rücken nicht gut getan. Gräber fühlte sich alt und müde. Jeder Knochen tat ihm weh und jedes seiner Sechsundsechzig Jahre machte sich gerade bemerkbar. Deshalb schenkte er dem Kombi, der in der Seitengasse neben der Kneipe parkte, zuerst keine Beachtung, als er zurückkam. Dem Mann vor Gerhards Tür hingegen schon. Mit dem Revolver in der Hand war er nicht zu übersehen.

«Da sind Sie ja endlich, Herr Gräber!» begrüsste ihn der Fremde. «Heissen Sie wirklich so?»

Er konnte keine vierzig Jahre alt sein, viel zu jung, dass es sich um einen alten Kunden handeln konnte. Also ein Handlanger? Gräber überlegte fieberhaft. «Was kann ich denn für Sie tun?»

Die Waffe zuckte leicht nach rechts, zum Auto hin. «Sie begleiten mich.»

«Hab ich mir fast gedacht. Und wenn ich keine Lust habe?»

«Als ob Sie da eine Wahl hätten.» Die Augen des Mannes funkelten belustigt. Dann wiederholte er seine Einladung. «Wird’s bald? Sie fahren!»

Gräber war lange nicht mehr Auto gefahren. Seit seiner Verhaftung damals nicht mehr. Und dieses Auto war neu, alles elektrisch. Panisch und hilflos ließ er sich hinter das Steuer gleiten. «Ich weiß ja gar nicht, wo es hingehen soll!» sagte er und schluckte mühsam.

«Doch, das wissen Sie. Sie fahren mich jetzt zu Ihrem Gräberfeld, Herr Gräber! Das ist wirklich ein schlechter Witz. Aber es ist mir ernst. Ich will dahin, wo Sie damals die Toten entsorgt haben. Und zwar jetzt!»

Gräber hielt krampfhaft das Lenkrad umklammert. Der Mann sass direkt neben ihm, die Waffe ruhig in der Hand. Er schien sich seiner Sache sehr sicher zu sein. Gräber hatte ihn nie zuvor gesehen.

«Was wollen Sie denn von mir? Ich kenne Sie doch überhaupt nicht!» brach es aus ihm heraus. Er konnte fühlen, wie das Blut durch seine Adern schoss, so schnell schlug sein Herz.

«Natürlich nicht. Sie haben mich nie gesehen. Aber ich habe Sie gesehen.»

«Sie haben Fotos von mir gemacht! Wieso? Sind Sie ein Privatdetektiv oder so was?» Gräber spürte den Schweiß seinen Rücken hinunterlaufen. Es schüttelte ihn. «Wer hat Sie beauftragt?»

«Niemand. Ich arbeite nur für mich allein.»

«Dann haben Sie Otto vor die S-Bahn geschubst?» Gräber verschluckte sich fast. Speichel sammelte sich in seinem Mund. Ihm war schlecht.

«Das war leider nötig. Er hat mich wiedererkannt.»

Sie fuhren über die Autobahn und nach einer Weile, in der Gräber unentwegt schluckte und schwitzte, sagte der fremde Mann: «Hier hat man Sie damals angehalten, nicht wahr? Mit der Leiche im Kofferraum?»

«Kurz nach der letzten Ausfahrt. « brachte Gräber hervor. Er musste sich inzwischen sehr zusammenreißen, um im fahrenden Verkehr keinen Unfall zu bauen.

«Na, dann sind wir wohl auf dem richtigen Weg.» sagte der Mann bitter.

«Woher wissen Sie überhaupt von den Gräbern?» stieß Gräber hervor. «Ich war immer vorsichtig, niemand ist je dahintergekommen! Nicht mal Gerhard weiß Bescheid!»

«Ich weiß. Und deswegen sind Sie auch nur für den einen Mord ins Gefängnis gegangen, weil man Ihnen mehr nicht nachweisen konnte. Sie hatten kein Motiv und kannten den toten Kerl in Ihrem Kofferraum nicht einmal. Sie mussten einfach nur schweigen. Hätten die Bullen auch nur den leisesten Hinweis gehabt, wer Sie wirklich sind, Sie wären im Gefängnis verrottet!»

Gräber biss die Zähne zusammen. Der Mann hatte sich gründlich informiert. Er beobachtete ihn also schon länger. Er bekam kaum Luft. Aber er musste versuchen, seine Haut zu retten. «Ich hätte auspacken können.»

«Aber Sie haben geschwiegen. Wie ein Grab.» Der Mann kicherte. «Sie sind den ganzen Gaunern der Unterwelt ein treuer kleiner Diener gewesen und haben jede Menge Menschen still und heimlich verschwinden lassen. Wie viele waren es eigentlich? Erinnern Sie sich noch daran?»

Er war scheinbar doch nicht so cool, wie er tat, denn seine Hände zitterten jetzt und Gräber hatte einen Moment lang Angst, dass er ihm aus Versehen eine Kugel reinjagte und sie hier auf der Autobahn sterben würden.

«Erinnern Sie sich überhaupt an sie?»

«Ich erinnere mich an jeden Einzelnen.» sagte Gräber. «Es war ein Job und irgendjemand musste ihn machen. Ich hab das ordentlich erledigt. Mit einem gewissen Anstand.»

«Sie Lügner! Sie Schwein! Sie haben das doch genossen!» schrie der Mann und seine Hand mit dem Revolver fuchtelte hin und her. «Sie haben das Ganze genossen, Sie sind pervers! Sie haben sie alle unter die Erde gebracht und auch noch Geld dafür bekommen!»

Gräber schwieg verängstigt und nahm die nächste Ausfahrt. Wie oft war er hier lang gefahren, zu oft. Und jetzt nach all den Jahren hatte sich so vieles verändert. Er bog ab und schluckte schwer. Wo musste er jetzt lang? Es sah nicht mehr wie früher aus. Wenn er wenigstens Luft bekäme. Es war so furchtbar heiß im Wagen!

Gräber fühlte Angst in Wellen durch seinen Körper jagen. Einen Moment lang war er kurz davor, in Panik auszubrechen und unkontrolliert zu schreien.

Der Mann schien das zu bemerken. «Weisst du überhaupt, wo du hin willst? Verarsch mich nicht!» presste er hervor. «Verarsch mich nicht, sonst halten wir an und ich erschieße dich sofort!»

«Es ist alles anders als damals. Ich muss nur schauen, wie ich jetzt fahren muss!» rief Gräber und zog mühsam Luft durch die Nase. Sein ganzer Oberkörper kribbelte, als säße er in einem Ameisenhaufen. Kalter Schweiß klebte an seinem T-Shirt. «Was wollen Sie überhaupt? Sagen Sie doch einfach, was Sie wollen!»

«Ich will sie wiederhaben.» sagte der Mann. «Ich muss sie endlich finden. Ich suche schon so lange nach ihr. Und jetzt wo Sie endlich aus dem Knast draußen sind, werden Sie mich zu ihr bringen.»

Nach einer halben Stunde erreichten sie endlich ihr Ziel. Gräber hatte so weiche Knie, er konnte kaum laufen, deswegen fuhr er den Wagen in den Wald hinein. Der alte Feldweg war nicht wirklich befahrbar, inzwischen bestand er nur noch aus einem Paar Fahrrinnen. Früher hatte er sein Auto sogar weiter weg geparkt und sein Equipment und die Leichen dann getragen. Heute kam ihm das wie ein Traum vor, so schwach fühlte er sich. Er hielt an, bevor sie endgültig stecken blieben. Dann starrte er geradeaus in das Dickicht. Da vorn musste die Lichtung sein.

«Ist es hier?»

«Da drüben. Auf der Lichtung.»

«Aussteigen und rüber laufen!» Der Mann öffnete seine Tür und den Sicherheitsgurt, wartete, bis Gräber sich aus dem Wagen hievte und sprang dann leichtfüssig aus dem Auto. «Ich will, dass Sie mir die Gräber zeigen!»

Gräber hatte jeden Widerstand längst aufgegeben. Er fühlte sich sehr schlecht. Mühsam stapfte er voran. Die Vergangenheit war plötzlich so nah, so greifbar. All die vielen Male, die er hier entlang gegangen war, niedergedrückt von der Last der Toten. Niemals war ihm der Weg so lang und beschwerlich erschienen wie heute, als trüge er all die Toten noch einmal zu ihrer letzten Ruhestätte.

«Wie viele sind es?» fragte der Mann, als sie auf die Lichtung traten. Man sah natürlich nichts von den Grabstätten. Aber sie waren alle hier.

«73.» antwortete Gräber und holte mühsam Luft.

Der Mann sah sich panisch um. «So viele? Woher wissen Sie, wen sie wohin gelegt haben? Sie Wahnsinniger! Das ist ein Massengrab!» Er wirkte auf einmal verzweifelt. «Wissen Sie es überhaupt noch? Wer wo liegt?»

«Es ist ein Friedhof.» sagte Gräber. «Jedes Grab ist ordentlich ausgehoben und wieder aufgefüllt worden. Ich hab nur meine Arbeit gemacht.» Er sah sich auf der Wiese um. Überall Wildblumen, die Sonne schien. Es war erstaunlich friedlich. «Wen suchen Sie denn?»

«Der Wahnsinn hat Methode!» rief der Mann und trat auf die Wiese hinaus. «Sie haben damals eine junge Frau  hierher gebracht. Vor bald fünfundzwanzig Jahren. Es war in den Sommerferien. Es war heiß.»

Gräber musste nicht lange überlegen. Das war auf dem Höhepunkt seiner Karriere gewesen. Also lag das Grab in der Mitte oder weiter vorn. Aber Frauen hatte er nicht oft begraben. Daher konnte es nur vorn links sein. Er zählte die Tannen am Ende der Lichtung und deutete dann auf ein großes Brombeergestrüpp. «Das muss da drüben sein. Wollen Sie jetzt hier alles umgraben?»

«Sie werden graben!»

Gräber lachte. Er konnte einfach nicht mehr. Ihm tat alles weh und sein Arm fühlte sich taub an. Er wusste, was das bedeutete. Die Ärzte im Knast hatten es ihm ja gesagt. So oder so, es würde bald vorbei sein. Und er würde seine letzten Minuten nicht damit verschwenden, sich sein eigenes Grab zu schaufeln. Mit einem Mal war ihm das klar. Und er lachte.

«Wieso lachen Sie?»

«Ich bin zu alt und zu schwach, um jetzt noch ein Loch zu schaufeln.» schnaufte er mühsam. Sein Herz war am Ende.

«All die Jahre haben Sie Gräber gegraben und die Menschen darin verscharrt, jetzt werden Sie das eben noch einmal tun! Sie fangen jetzt an und holen meine Mutter zurück!»

Gräber wurde plötzlich ruhig. In seiner Brust flatterte es leicht. «Deine Mutter?»

«Sie haben sie abgeholt damals!», Der Mann brüllte, so aufgeregt war er. «Sie haben von Tony einen Anruf bekommen, sind in unsere Wohnung gekommen und haben sie mitgenommen!»

«Tony ist tot.», sagte Gräber. Seine Erinnerungen holten ihn ein. Die junge Frau in der kleinen Wohnung im Bahnhofsviertel. Vor fünfundzwanzig Jahren. Natürlich erinnerte er sich an sie. Nur eine kleine Nutte, die zu viel gesehen hatte und die bei den Bullen gewesen war. Tony hatte sie dafür bluten lassen, aber als Gräber kam, war sie noch nicht tot gewesen.

«Sie haben sie lebendig begraben! Sie mieser Perverser! Holen Sie sie wieder raus!» Der Mann weinte jetzt, er merkte es nicht.

«Ich habe sie nicht lebendig vergraben.» sagte Gräber und spürte, wie sein Herz einen Schlag lang aussetzte. Er dachte schon, es wäre vorbei. Aber dann machte es noch einen Schlag. «Ich habe nur Tote bestattet. Ja, ich habe sie verschwinden lassen. Aber sie waren tot und sie wurden ordentlich begraben!»

«Sie haben sie mitgenommen! Tony hat Ihnen gesagt, dass Sie sie vergraben sollen! Lebendig begraben! Und das haben Sie gemacht!» Der Mann sah ihn an, als wäre er etwas widerwärtiges, Abschaum.

Gräber blinzelte. Sein Herz schlug weiter. Noch einen Schlag. Er ging langsam in die Knie. «Ich habe nie jemanden getötet.» brachte er hervor. «Ich habe Leichen beseitigt, das war mein Job. Nicht mehr und nicht weniger.» Das Sprechen fiel ihm schwer, so schwer. «Ich habe niemals jemanden getötet.»

«Sie lügen! Ich war dort, ich lag unter dem Bett! Ich habe alles mitangehört! Sie haben meine Mutter auf dem Gewissen! Und jetzt holen Sie sie raus! Ich will sie zurück! Und dann werden Sie ihren Platz einnehmen!»

Gräber sah den Mann an. Jetzt wusste er zumindest, wie der Kerl hieß. Sie hatte einen Jungen gehabt, das hatte sie ihm damals gesagt.

«Marco.» flüsterte er, seine Stimme besaß keine Kraft mehr. Er bekam keine Luft.

Ja, Tony hatte ihn angerufen. Gräber war in die Wohnung gefahren. Da lag eine junge Frau mit einer Kopfverletzung, aber nicht tot. Gräber hatte reklamiert. «Ich hab nie jemanden umgebracht. Ich fange jetzt nicht damit an!»

Aber Tony war eben Tony, eine große Nummer damals, eiskalt und gefährlich. «Du bringst sie weg, wie du auch die anderen weggebracht hast. Mach deinen Job, Totengräber, und begrab die Frau. Ist mir scheißegal, wenn sie noch atmet.»

 Also hatte Gräber nichts mehr gesagt. Tony widersprach man besser nicht. Er hatte seinen Job gemacht und war mit der Frau im Auto losgefahren. Und dann, hier auf der Lichtung, war sie wach geworden, hatte ihn angesehen. Und hatte ihm von Marco erzählt.

«Marco.»

Gräber sah ihren Sohn an, wie er mit der Waffe in der Hand auf der Wiese stand und brüllte. Er dachte an den silbernen Alukoffer, den er ihr gegeben hatte. Ein Grab weniger, das war es wert gewesen. Er hatte sich seine Seele damit freigekauft. Aber er hatte nicht einen Gedanken mehr an das Kind verschwendet. Sie hatte ihn also nicht mitgenommen. Was vielleicht gut für ihn gewesen war. So hatte Tony nichts mitbekommen. Gräber sah dem Mann an, wie verzweifelt er war. Vielleicht auch nicht.

Sein Herz tat einen letzten Satz.

Er musste es ihm sagen. Aber er brachte keinen Ton mehr heraus. Es gelang ihm einfach nicht, nicht einmal mehr Luft holen konnte er. Die Frau, die Marco suchte, war nicht hier.

Aber er war jetzt hier und er würde hier liegen und sein Grab würde das letzte auf diesem stillen Friedhof werden. Das war vielleicht nur gerecht.

21 thoughts on “Gräber

  1. Hallo Orkania,

    Oha, was für ein Ende!
    Super Geschichte, hat mir sehr gut gefallen.
    Besonders wie du mit der Redeweise des Obdachlosen gespielt hast.
    Ich drück dir die Daumen, um in das E-Book zu kommen! 🙂

    Alles Liebe
    Pauline

  2. Diese Geschichte ist die erste Geschichte, die ein Herz von mir bekommt!
    Wahnsinn!
    Mir kommt es vor, als habe ich gerade eine Kurzgeschichte gelesen, die von einem renommierten Autor stammt.
    Fernab von einer vermeintlichen „Laie“.
    Dran bleiben und einreichen! Vielleicht klappt es nicht beim ersten Mal aber irgendwann ganz bestimmt! Dein Talent muss jemand entdecken, es liegt ja auf der Hand! Super!:)

  3. Hallo orkania,

    ein großes Lob für diese super tolle Geschichte. Die Idee ist spitze und die Umsetzung gefällt mir sehr gut. Der Text liest sich flüssig… Einfach nur wow. Ich muss zugeben, dass ich überrascht bin, dass diese Geschichte nicht im Buch gelandet ist.

    Ein Herz von mir.

    Wenn du magst, kannst du auch meine Geschichte lesen und ggf. kommentieren/liken: Das zerstörte Band

      1. Danke, das muss die berühmte Ausnahme sein! Meine Arbeitstitel sind z.t. katastrophal, derzeit arbeite ich gerade an PPP2.0 ;D naja, Hauptsache ich finde es wieder. Wie wählt ihr eure Titel aus? Gibt es da einen Trick?

        Was mir noch schwerfällt: Gute erste Sätze…

  4. Toller Plot. Schon der zweite Satz hat mich überrascht – und am Ende schließt sich der Kreis. Sehr schön gemacht! Nomen es Omen 😉 Dein Erzählstil ist stimmig und sicher, die ein oder andere Formulierung ist mir vielleicht ein bisschen zu umgangssprachlich. Nur an einer Stelle bin ich kurz nicht mitgekommen: Woher weiß Gräber, dass es Otto war, der vor den Zug gestoßen wurde? Nur, weil er nicht an seinem Platz war – was offensichtlich immer wieder mal vorkam? Oder hat er etwas gesehen, woran er ihn erkannt hat? Oder war es einfach eine dunkle Ahnung – oder gar ein Video, das er auf das Handy geschickt bekommen hat? Das könntest Du noch ein wenig erörtern, um an dieser Stelle keinen Bruch zu haben. Ansonsten: Lesegenuss und eine tolle Geschichte!

  5. Moin ,

    eine richtig gut geplottete Geschichte! Da stimmt einfach alles. Wenn man die Geschichte kennt und sich dann an den Titel erinnert, wird sie sogar noch stimmiger! Vom Obdachlosen Milieu am Bahnhof, zum Tatortreiniger und das alles mit einem stimmigen Lesefluss! Gut erzählt, gut geschrieben…Einfach klasse! Ich konnte deine Geschichte richtig fühlen.
    Mein Like lass ich dir gerne da und wünsche dir alles Gute für’s Voting!

    LG Frank (Geschichte: Der Ponyjäger)

    PS: Bzgl Titel: die fallen mir komischerweise immer als erstes ein…🤗😅

  6. Hallo Orkania,

    ein wirklich interessantes Milieu hast du für deine Geschichte gewählt. Gefällt mir sehr gut, da es mal was anderes ist.

    Deinen flüssigen, bildreichen Schreibstil finde ich toll. Deine Geschichte ist von Anfang bis Ende stimmig und spannend.

    Schon mit deinem Titel machst du neugierig. Ich hatte eine ganz andere Erwartung, die sich dann aber schlussendlich doch erfüllt hat. Wie du Gräber nicht nur als Namen des Protagonisten, sondern auch als seinen „Beruf“ und den Schauplatz einsetzt, finde ich sehr kreativ.

    Deine Figuren sind alle sehr authentisch, ich kann sie mir gut vorstellen. Otto ist mir ans Herz gewachsen, schade, dass er so ein Ende finden musste. Und auch Gräber ist trotz seines Hintergrunds sympathisch (ob ich das auch noch sagen würde, wenn ich ihn in seiner beruflichen Hochphase kennengelernt hätte?). Tragisch, dass ihm die einzig gute Tat zum Verhängnis wird. Aber sie zeigt, dass er trotz seines Jobs ein Herz hat.

    Ich drücke dir die Daumen fürs EBook, mein Like bekommst du.

    Liebe Grüße
    Sarah

    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/rache-ist-suess

  7. Moin, Orkania! Coole Story! Traurig, irgendwie, oder? Da gibt er dieser Frau sein ganzes Geld, damit sie ein besseres Leben hat und sie macht sich einfach aus dem Staub damit und hinterlässt ihren nichtsahnenden Sohn. Welch ein Drama!

    Du hast es aber toll erzählt, hat mir sehr gefallen!
    Ich wünsche Dir noch viel Glück beim Voting!

    Kollegiale Grüße!
    Kathrin aka Scripturine / https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/die-nacht-in-der-das-fuerchten-wohnt , für den Gegenbesuch, über den ich mich sehr freuen würde 🙂

Schreibe einen Kommentar