Veronika M. DutzInfamie

Infamie

 

Neele hörte das unnachahmliche Geräusch seiner Brunello Cucinelli auf dem Granitboden. Nervosität ergriff sie. Wieso war er schon wieder zurück, und das früher als ihre Eltern? Ihr Magen zog sich zusammen. Angst überkam sie. Er rief nach ihr. Der dunkle Ton seiner Stimme verhieß nichts Gutes. Eine Eiseskälte lief ihr vom Nacken über das Rückgrat hinunter. Unauffällig versank sie tiefer in das Ledersofa, dessen Rückenlehne in seine Richtung wies. Sie drückte dabei das gelesene Buch verängstigt an ihren Oberkörper und schloss die Augen. In der Hoffnung, er würde sie nicht entdecken.

»Neele … mein Schwesterherz, wo steckst du?«, wollte Cornelius fordernd wissen. Er befand sich bereits in ihrer unmittelbaren Nähe. Sie wusste genau, was dieser Klang in seiner Stimmfarbe zu bedeuten hatte. Ihr gefror das Blut in den Adern.

Ohne Vorwarnung fuhr seine Hand in ihre goldblonden langen Locken und packte erbarmungslos zu. Er zog ihren Kopf vehement nach hinten und sah sie lüstern an. Mit der anderen umschloss er eine ihrer Brüste und drückte fest zu. Ihre geschlossenen Augenlider zitterten vor Furcht. Er schob inbrünstig seine Nase und sein Kinn an ihrem Gesicht entlang, dabei sog er ihren lieblichen Duft ein. Neeles Puls hämmerte ohrenbetäubend gegen ihre Halsschlagader.

»Köstlich … welch eine Delikatesse«, raunte er. Anschließend nahm seine Zunge genüsslich den Weg an ihrer Wange hinunter bis zu ihren Lippen.

Der Türgong ertönte.

Cornelius verharrte direkt über ihrem Mund. Sie spürte seinen heißen Atem, der sie unsagbar anekelte. Abermals drang die Melodie der Klingel an ihre Ohren. Er reagierte nicht. Beim darauffolgenden Klingelton ließ er widerwillig von ihr ab.

Neele fühlte sich schlagartig erleichtert. Die Unterbrechung schickte der Himmel. Doch erst, als ihr Bruder das Wohnzimmer verließ, atmete sie tief aus. Ein weiteres Mal vernahm sie die rhythmische Tonfolge der Glocke. Sie zögerte einen Moment, warf dann das Buch beiseite, schnappte die Kelly-Doll-Bag und schlüpfte in ihre Manolo Blahniks. Sie eilte auf Zehenspitzen zum Entree, währenddessen ordnete sie die hüftlangen Haarsträhnen und öffnete die Eingangstür selbst. Schließlich hatte sie der Hausdame freigegeben, um diesen Tag alleine in der Luxusvilla zu genießen. Sie schmiegte ihren grazilen Körper gegen den Türflügel, um einen festen Stand zu haben, damit niemand merkte, dass sie weiterhin wie Espenlaub zitterte.

Saskia Waldersleben lehnte mit dem Rücken an der Säule des Eingangsportals und machte einen mürrischen Gesichtsausdruck.

»Was dauert dermaßen lange? Habt ihr kein Personal mehr? Hast du mich vergessen?« Ihre blauen Augen taxierten die Freundin.

»Nein … natürlich nicht. Ich habe gelesen und die Zeit dabei nicht beachtet, außerdem kam Cornelius früher als gedacht nach Hause und hat mich abgelenkt«, antwortete Neele trocken.

»Okay … das beruhigt mich, ich freue mich, dass du heute mit von der Partie bist. Alleine kann ich dort nicht hingehen, und ich schätze es, dass du mich begleitest«, erwiderte Saskia freudestrahlend und warf ihr haselnussbraunes Haar über die Schulter. Die Frauen gingen gemeinsam zum Auto. Neele zog eine Augenbraue hoch und fragte amüsiert:

»Na … fahren wir dieser Tage einen weißen Tesla, ist dein violetter Camaro in der Werkstatt?«

»Nein, aber deinen grasgrünen Lamborghini sowie meinen Chevrolet können wir nicht nehmen, um einen Hot Dog essen zu gehen. Die Elektrokarre fällt schon genug auf. Ebenso du, mit der Kelly und den Manolos, trotz der normalen Bluejeans und des T-Shirts. Es ist belanglos, selbst im Jogginganzug würde uns jeder ansehen, dass wir zu den oberen Zehntausend gehören. Nicht wahr, Neele Wilhelmine Rotendorf von Zwenge. Es ist deine gesamte Erscheinung und liegt dir eben im Blut«, sagte Saskia scharfzüngig und lachte.

»Bei dir ist das nicht besser, liebe Saskia Waldersleben, um ein paar Ecken mit Jürgen Herreshagen verwandt«, konterte ihre Freundin.

 

Während der Fahrt schweifte Neele im Geiste ab. Sie nestelte dabei an ihren Fingern herum und zupfte an ihrer Nagelhaut, bis es blutete. Es gab ein Problem, das einer Lösung bedurfte. Sie musste wieder einmal ein Mädchen finden, das ihr zum Verwechseln ähnlich sah. Einzig auf diese Weise konnte sie sich Cornelius vom Leib halten. Indem sie ihm eine andere wehrlose Frau darbot, an der er sich ungehindert vergehen durfte. Allein bei dem Gedanken daran überkam sie Übelkeit.

 

Die Freundinnen verschafften sich durch den Ausgang Zutritt in das Möbelhaus, schließlich wollten sie einen Hot Dog essen und keine Einrichtungsgegenstände kaufen. Während Saskia ihr Fast-Food-Gericht mit den zur Verfügung gestellten Beilagen bestückte, balancierte Neele ihre Eiswaffel durch die Menge zu einem freien Tisch. Sie wurde heftig und ungestüm angerempelt. Ihr Softeis fiel, klatschte an ihr Bein und ging zu Boden.

Was für ein Mist, fuhr es ihr durch den Kopf. Sie drehte sich um und schaute nach der unhöflichen Person. Das Subjekt war jedoch bereits in den vielen umherstehenden Menschen verschwunden, ohne sich zu entschuldigen.

Na klasse!, dachte sie und stützte sich mit einer Hand am Essenstresen ab, um das Missgeschick mit der Serviette zu beseitigen. Warum nur, hatte sie sich überreden lassen, an einem Samstagmittag zu IKEA zu gehen. Und das alles wegen dieser wabbelnden Brühwürstchen im Weizenbrötchen. Sie verstand im Leben nicht, wie Saskia diese Dinger als schmackhaft empfinden konnte. Eine Dame des Putzpersonals wischte den Rest des Malheurs auf. Neele stand an ihrem Stehtisch alleine. Die benachbarten Tresen waren sichtlich überfüllt und von merkwürdigen Individuen umzingelt. Normalität, wenn sie sich in der gewöhnlichen Gesellschaft bewegte. Mit den Augen suchte sie die Menge ab, ihre Freundin schien spurlos verschwunden.

Ihr Blick fiel auf die Oberfläche des Tisches, dort in ihrer unmittelbaren Nähe lag ein Galaxy Z Flip. Sie wurde nervös. Neele schaute sich um. Niemand machte Anstalten, es an sich zu nehmen. Sie tippte mit ihrer Fußspitze auf. Wer ließ ein dermaßen brandneues Smartphone einfach liegen? Innerlich rang sie mit sich und zögerte. Dieses Klapphandy von Samsung war ein exklusives Gerät mit einem flexiblen Display und zudem in der auffälligen Farbe ›Purple‹. Nach einer Weile setzte sich ihre kleptomanische Ader durch. Sie nahm das stylische Teil an sich. Es wanderte unauffällig in ihre Kelly-Doll-Bag. Scheu und schuldbewusst schweifte ihr Augenpaar lebhaft über die Menschen ringsherum. Keiner schien es bemerkt zu haben.

Letztendlich kam Saskia mit ihrem Hot Dog zurück – und einem zauberhaften Lächeln im Gesicht.

»Der Laden ist heute ordentlich voll, es vermittelt einem fast den Eindruck, als würden die Leute einzig zum Essen hierherkommen, anstatt Möbel zu kaufen«, gab sie amüsiert von sich. Neele verkniff sich eine Antwort und verdrehte stattdessen die Augen. Sie behielt ihre Umgebung wachsam im Blick, schließlich befand sich ein fremdes Handy in ihrer Tasche.

Nachdem ihre Freundin fertig geschlemmt hatte, fragte sie genervt:

»Können wir jetzt endlich gehen? Ich habe meinen Teil erfüllt und zudem ist meine Geduld am Ende.« Die zwei setzten sich in Bewegung.

»Natürlich mein Schätzelein«, sagte Saskia, »ich bin dir unheimlich dankbar, dass du mich begleitet hast. Sollte meine Familie je davon erfahren, könnte ich mir wieder eine Moralpredigt anhören.« Neele lachte und erwiderte:

»Teeren und federn würden die Alten meine Wenigkeit, wenn sie darüber Kenntnis erhielten, dass wir zusammen in dieser Location waren. Ohne jemanden vom Wachdienst mitzunehmen.«

 

Die jungen Frauen stiegen in den Tesla und fuhren auf der Bundesstraße zurück. Von dem skandinavischen Möbelhaus bis in das Villenviertel dauerte die Fahrt keine fünf Minuten. Die Siedlung lag am nordwestlichen Stadtrand inmitten eines ausgedehnten Waldgebietes, nur ein paar Kilometer von der Hanauer City entfernt. Der Stadtteil bestand überwiegend aus repräsentativen Luxusvillen mit parkähnlichen Grundstücken und zählte zu den gefragtesten Adressen der Brüder-Grimm-Stadt. Nicht zuletzt auch aufgrund der geringen Entfernung nach Frankfurt am Main. ›Hohe Tanne‹ grenzt unmittelbar an den Staatspark Wilhelmsbad mit seiner ehemaligen Kuranlage, dem Reiterhof und dem Golfplatz.

»Wollen wir noch einen Latte macchiato oder Espresso im Museumscafé trinken?«, fragte Saskia und riss Neele damit aus ihren Gedanken. Die sich um Simone, den schlanken Blondkopf drehten. Sie schien beim letzten Treffen mit Cornelius nicht unbedingt von seinen Affinitäten abgeneigt zu sein. Womöglich konnte sie die junge Frau für das entsprechende Entgelt zu einem weiteren Date anheuern. Womit sie außen vor wäre.

»Nein, bitte bring mich nach Hause, ich fühle mich nicht besonders«, erwiderte Neele. Während sie die Griffe der Kelly-Doll-Bag dermaßen fest umklammerte, sodass ihre Knöchel weiß wurden.

»Muss ich mir Sorgen machen oder sogar deine Eltern anrufen?«, wollte ihre Freundin fürsorglich wissen.

»Oh Gott, darf man nicht mal unpässlich sein, ohne dass gleich die Welt untergeht?«, echauffierte sich Neele.

»Natürlich, Liebes, aber vergiss niemals deine Erbkrankheit, wegen der du schon viele lebensbedrohliche Operationen und Transplantationen hattest. Also, meine Besorgnis und die deiner alten Herrschaften sind nicht unbegründet«, gab Saskia in einem ernsten Ton zurück.

Sie lenkte den Tesla die Auffahrt zum Anwesen hinauf und parkte vor dem Eingangsportal. Neele stieg aus und stellte erleichtert fest, dass Cornelius unterwegs zu sein schien, da sein karminroter Ferrari nicht in der Einfahrt stand. Das verschaffte ihr die nötige Zeit.

»Sehen wir uns später? Oder telefonieren?«, fragte Saskia und blickte sie direkt an.

»Gegebenenfalls. Ich fühle mich schwach, werde mich ein wenig hinlegen und ausruhen. Wenn es mir besser geht, melde ich mich bei dir, okay?«, antwortete Neele und winkte zum Abschied.

»Alles klar, bis dann«, erwiderte ihre Freundin, fuhr die Auffahrt hinunter und verließ das Grundstück.

 

Die Millionärstochter stieg die Stufen zum Eingangsportal empor. Per Face-Unlock öffnete sie die Tür. Dieses Gesichtserkennungssystem ließ ihr Vater einbauen, um ruhigen Gewissens auf Geschäftsreisen gehen zu können. Neele hatte sich daran gewöhnt, dass die Dinge im Hause Rotendorf von Zwenge anders waren.

In der Diele zog sie die Manolos aus und begab sich über die große geschwungene Treppe in das obere Stockwerk. In ihrem Zimmer warf sie die Kelly-Doll-Bag auf die Bettdecke. Das Samsung Galaxy Z Flip rutschte aus der Tasche. Sie entledigte sich ihrer Alltagskleidung und schlüpfte in einen bequemen, kuschelweichen Jumpsuit. Diese Klamotten schmeichelten zwar nicht unbedingt der Figur oder der Stellung in der Gesellschaft, aber Neele fühlte sich darin hervorragend. Vor allem spürte sie den Stoff nicht auf ihren Narben. Das hüftlange Haar band sie mit einem Haargummi aus Samt zu einem Dutt zusammen. Hier in den eigenen vier Wänden und alleine empfand sie Geborgenheit.

 

In ihrem Kuschellook machte sie es sich auf dem Kingsizebett bequem. Wodurch ihr Augenmerk auf das fremde Smartphone fiel. Sofort überkam sie das schlechte Gewissen. Warum hatte sie bloß das Handy eingesteckt? Sie konnte, wenn sie wollte, zehn Stück davon kaufen. Trotzdem, in solchen Situationen war sie nicht imstande, es zu lassen. Ein innerer Drang zwang sie dazu. Später kam dann die Reue.

Es gab ein Signal und das Galaxy Z Flip begann zu blinken. Neele zögerte. In ihren Fingerspitzen kribbelte es. Letztendlich überwog die Neugier, und sie nahm es in ihre Hand. Klappte es auf und schaute sichtlich überrascht, als sich das System per Face-Unlock entriegelte. Eine merkwürdige Empfindung machte sich in ihrer Magengrube breit. Sie ließ das Smartphone abrupt zurück auf die Bettdecke fallen. In ihren Gedanken kreiste eine Frage:

Wieso konnte sie ein wildfremdes Handy über Gesichtserkennung entsperren?

Abermals ertönte ein melodischer Ton und signalisierte, dass eine weitere Nachricht eingegangen war. Ihr Interesse ward von neuem geweckt. Sie griff nach dem Samsung. Das Display zeigte den Eingang zweier Textnachrichten. Sie tippte diese an. In der Ersten stand:

Hallo, bei der Folgenden:

Na endlich, Bitch!

Neele schaute sich in ihrem Zimmer um. Niemand außer ihr war anwesend. Was für ein eigenartiger Zufall.

Sie begann das Smartphone zu durchstöbern. Mit einem Mal stockte ihr der Atem. Unfassbar! In der Bildergalerie befanden sich Aufnahmen von ihr. Die Bilder belegten unverkennbar sämtliche ihrer Wundschnitte der Organtransplantationen. Tränen stiegen ihr in die Augen, und sie kämpfte gegen den Drang zu weinen an. Gleichzeitig keimte Wut in ihr hoch. Wie konnte ein Unbekannter von ihr Fotoaufnahmen machen? Vor allem von den Körperstellen, die sie selbst meistens bedeckt hielt? Ihr Gesicht erschien vornehmlich abgewandt, doch der Rest war fundamental sichtbar. Niemand besaß dieselben Narben und Muttermale wie sie. Warum tat ihr das jemand an? War sie nicht bestraft genug durch diese Anomalie im Erbgut? Ständig wurde ihr lymphatisches System angegriffen, was ihre Organe in Mitleidenschaft zog. Bereits unzählige Behandlungen, Operationen und sogar zwei Transplantationen musste sie über sich ergehen lassen. Ihre Eltern setzten unentwegt sämtliche Hebel in Bewegung, um das zu ermöglichen. Die Kosten für die ärztlichen Honorare und die medizinische Versorgung schienen nicht maßgeblich für ihre Familie zu sein. Offenkundig ging es bei diesen Fotos ebenfalls um Geld. Weil: Wer sollte sonst, solch perfiden Dinge machen?

Erneut ertönte das Signal vom Galaxy Z Flip und zeigte eine weitere Nachricht an.

Du kannst deine Kohle behalten!

Allmählich bekam sie es mit der Angst zu tun. Was für ein sarkastisches Spiel veranstaltete man mit ihr? Sie griff nach ihrem eigenen Smartphone, als sie aus dem Erdgeschoss ein Geräusch vernahm. Unruhe überkam sie. Nervös behielt sie die Tür im Blick und lauschte. Abermals eine Mitteilung auf dem fremden Handy.

Du wirst persönlich für alles bezahlen …

Panik ergriff sie. Diese Botschaften waren zweifellos kein Scherz, sondern direkt an sie gerichtet. Neele hörte ein Knacken. Ihre Furcht wuchs ins Unermessliche. Es schien definitiv jemand im Haus zu sein, obwohl es wegen des Gesichtserkennungssystems mit Face-Unlock und der Hightech-Alarmanlage unmöglich sein konnte. Hastig tippte sie eine Nachricht in ihr Telefon. Sie kam allerdings nicht dazu, sie abzuschicken. Schritte auf der Treppe drangen zu ihr empor. Begleitet von einem Gegenstand, der gegen die Balustrade geschlagen oder gehalten wurde.

Klong, klong, klong …

Metall schlug auf jede einzelne Strebe des schmiedeeisernen Geländers. Neele verschanzte sich hinter ihrem Bett, mit Blick auf die Zimmertür. Indessen schoss ihr durch den Kopf:

Sollte das womöglich Cornelius initiiert haben? Wollte er ihr Angst einjagen? Er besaß eine infame Ader, dies gehörte jedoch nicht unbedingt zu seiner Herangehensweise.

Die Person befand sich mittlerweile auf dem Absatz im ersten Stock, ihre Schritte vernahm man kaum, einzig das scharrende Geräusch auf dem Boden. Ihr Bruder konnte das nicht sein, er handelte eher aktiv und brachial. Neele spürte ihr Herz im gesamten Körper schlagen und das Blut in den Ohren rauschen. Wer hatte sich unerlaubt Zugang zur Villa verschafft und warum? Sie würde kurz darauf eine Antwort erhalten …

 

Der Eindringling blieb direkt vor ihrer Zimmertür stehen, die einen Spaltbreit geöffnet war. Sekunden vergingen wie Stunden. Neele biss sich auf die Unterlippe. Die massive Holztür flog auf und prallte mit einem lauten Knall gegen die Wand. Im Türrahmen stand nun eine Frau, die kaum dasselbe Lebensalter wie sie besaß, aber das war nicht das Skurrile daran, sondern ihr Aussehen. Neele rieb sich die Augenlider, weil dass, was sie sah, schien dermaßen unglaubhaft und grotesk. Das Mädchen glich ihr bis aufs Haar. Man meinte gerade, dieses Mädel sei ihr Zwilling. Jedoch hatte Neele keine weiteren Geschwister, außer ihrem älteren Bruder, Cornelius. Ihr Herz setzte für einen Moment aus. Sollte das womöglich ihre Schwester sein?

Nein, unmöglich. Ihre Augen mussten ihr einen gehörigen Streich spielen, denn diese Person hielt in der rechten Hand ein japanisches Langschwert, dessen Spitze Richtung Boden wies. Es handeltet sich um das antike Samuraischwert ihres Vaters. Das Tachi Meiji war ein Original aus der Marto Privatsammlung. Seine Scheide und der Handgriff waren aus Elfenbein gefertigt, und die Gravuren zeigten mythologische Szenen mit Drachen. Die Klinge des Katanas wurde aufwendig in Handarbeit geschmiedet, aus hochwertigem gefaltetem Damaszener Stahl, für eine gute Flexibilität und Härte.

»Na, mich hattest du nicht erwartet?«, fragte das Mädchen mit einem sarkastischen Unterton.

Neele verstand wahrlich nicht, was diese Frau von ihr wollte? Wachsam verließ sie die Deckung des Bettes, damit sie sich besser gegen ihre Angreiferin wehren konnte, sollte es dazu kommen.

»Was verschafft mir die Ehre deines Besuchs?«, fragte sie, »wie kann ich dir weiterhelfen? Zu deinem Bedauern muss ich dir mitteilen, dass ich keinerlei Bargeld im Haus habe, aber nimm dir die schwarze AMEX aus meiner Kelly-Doll-Bag.« Das Mädel schüttelte vehement den Kopf, hob das japanische Langschwert und erwiderte zynisch:

»Ich will kein Geld und keine American Express Karte, sondern ausschließlich mein eigenes Leben. Das scheine ich mutmaßlich nur zu bekommen, wenn ich dich aus dem Weg schaffe.« Definitiv überrascht schaute Neele sie bei diesen Worten an. Hatte sie das gerade richtig verstanden? Diese Person wollte sie umbringen. Sie bekam mit einem Mal schlecht Luft. In ihrer Brust macht sich ein beklemmendes Gefühl breit. Welch eine skurrile Situation. Bei dieser Angelegenheit konnte es sich einzig und allein um die speziellen Aversionen ihres Bruders handeln. Insbesondere, weil das Mädchen ihr zum Verwechseln ähnlich sah.

»Sorry, ich verstehe dich nicht. Was willst du überhaupt von mir? Geht es hier womöglich um Cornelius?«, fragte Neele entrüstet. Das Mädel warf ihren Kopf in den Nacken und fing laut an zu lachen.

»Nein, diese Begebenheit bezieht sich ausschließlich auf dich und mich«, erwiderte sie amüsiert, »allerdings hat dein Bruderherz essenziell seinen Teil dazu beigetragen, dass ich heute hier bin. Es ist legitim, dass du ihn hasst, ebenso seine abartigen Neigungen.« Bei diesen Worten zog sie mit ihrer linken Hand den kurzen Rock hoch. Dadurch erhielt Neele einen ungehinderten Blick auf die Innenseite ihres Oberschenkels. Sie traute ihren Augen nicht, dort prangte das Zeichen ›Fehu‹, die erste Rune des altnordischen Alphabets. Es symbolisiert Besitz und Fülle. Neele kämpfte gegen ihre Tränen an. Sie wusste genau, was mit diesem Symbol in Verbindung stand. Zweifellos hatte Cornelius ihr dieses Attribut mit einem scharfen Gegenstand in ihr weiches Fleisch graviert. Solche Dinge gehörten zum Repertoire seiner sexuellen Affinitäten.

»Es tut mir unsagbar leid, dass du zu seinem Opfer wurdest«, entgegnete Neele mitfühlend und trat um das Kingsize herum. Sie befand sich nun am Kopfende des Bettes und erkannte, dass sie damit einen Fehler gemacht hatte. Dadurch ergab sich für ihre Angreiferin eine kürzere Distanz, die ihr fortwährend das Katana entgegenhielt.

»Nein, dein Mitleid brauche ich nicht, es geschah aus freiem Willen, für ein viel größeres Ziel. Nämlich dir persönlich gegenüberzustehen. Die wahren Schuldigen sind eure Eltern. Deine alten Herrschaften ließen mich für Unsummen an Geld erschaffen«, sagte sie abfällig und zornig. Neele traute ihren Ohren nicht. Was sollte diese Aussage bedeuten? Vor allem, wie war Cornelius in diese Begebenheit involviert?

»Welche konkreten Handlungen unterstellst du ihnen damit? Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie dir je ein Leid zufügen wollten«, konterte sie brüsk und rang innerlich um Fassung, dabei bohrten sich ihre Fingernägel in ihre Handflächen.

»Oh nein, natürlich nicht! Meine Daseinsberechtigung gründet genau auf diesen Pfeilern. Ich bin zwei Jahre jünger als du. Meine Person, oder sagen wir: Die menschliche Hülle, wurde nur aus einem einzigen Grund geschaffen: Meine Wenigkeit ist dein Klon, konstruiert aus deiner DNA. Zumindest dermaßen modifiziert, dass es keine Anomalie mehr im Erbgut gibt und aufgrund dessen auch keine Folgeerkrankungen. Das perfekte Ersatzteillager für dich!«, brüllte ihr das Mädchen wutentbrannt entgegen und versuchte mit dem Samuraischwert zuzustoßen. Das gelang ihr schlecht, da ein japanisches Langschwert grundsätzlich mit beiden Händen geführt werden muss. Neele reagierte geistesgegenwärtig, sie beugte sich Richtung Bett und griff die Kelly-Doll-Bag. Dabei verletzte die Spitze des Schwertes sie am Kinn. Währenddessen pfefferte sie ihre Tasche mit Schwung gegen die Angreiferin. Die Wucht schleuderte das Katana durch den Raum, und ihre Gegnerin stürzte zu Boden.

Neele rannte los. Sie kam nicht weit. Ihre Verfolgerin erwischte sie auf dem Absatz der Treppe. Schnappte sich ihre Haare und riss sie daran herum. Neele schrie vor Schmerz. Die Irre packte daraufhin ihren Hals und begann sie zu würgen. Sie wehrte sich nach Leibeskräften, obwohl ihr langsam schwarz vor Augen wurde. In dieser Sekunde flackerte die Erinnerung an einen jahrelang zurückliegenden Selbstverteidigungskurs wieder auf. Neele griff gleichzeitig mit ihren beiden Armen von oben zwischen den Würgegriff. Sie mobilisierte ihre gesamten Reserven und sprengte mit ihrer letzten Kraft die Oberarme ihrer Peinigerin auseinander. Anschließend versetzte sie der Verrückten einen kräftigen Stoß von sich weg. Ihre Angreiferin hatte nicht mit dieser tatkräftigen Gegenwehr gerechnet und taumelte nach hinten. Sie stieß heftig mit dem Rücken an das Geländer, verlor den Halt, schwang über die Brüstung und stürzte in die Tiefe. Mit einem dumpfen Schlag landete der Körper auf dem harten Granitboden.

 

Neele stand wie erstarrt eine Ewigkeit auf dem Treppenabsatz. Langsam wurden ihre Knie weich. Sie griff mit beiden Händen nach der Balustrade. Ihr Blick fiel in den Korridor unter ihr. Dort lag die leblose Gestalt des Mädchens, um sie ringsherum bildete sich eine riesige Lache roter Flüssigkeit. In dem Augenblick sah Neele Cornelius im Entree stehen. Das musste alles ein schrecklicher Alptraum sein!

Ihr Bruder nahm zwei Stufen auf einmal und eilte zu ihr. Er packte seine Schwester an den Schultern und drehte sie zu sich herum. Wischte ihr mit dem Hemdsärmel fürsorglich das Blut vom Kinn.

»Neele, geht es dir gut?«, fragte er besorgt. Sie schaute ihn mit Tränen gefüllten Augen an.

»Diese Frau wollte mich mit dem Samuraischwert unseres Vaters umbringen«, antwortete sie mit gebrochener Stimme, »nachdem das nicht geklappt hatte, würgte sie mich. Ich habe mich letztendlich nur zu Wehr gesetzt, und daraufhin stürzte sie über das Geländer. Es war ein Unfall, das musst du wissen.« Bei diesen Worten brach der Damm, und sie fing an zu weinen. Cornelius nahm Neele in den Arm und hielt sie fest. Nach einer gefühlten Ewigkeit löste sie sich von ihm und sagte mit verschleiertem Blick:

»Du glaubst im Leben nicht, was das Mädel mir für eine verrückte Geschichte aufgetischt hat, und jetzt ist sie Tod. Ich fühle mich wie in einem schlechten Traum. Zudem hat sie mir nicht einmal gesagt, wie sie heißt.«

»Ihr Name ist Maribell, oder zumindest war er das«, antwortete ihr Bruder. Neele schaute ihn erschrocken an, dann begann sie wie wild auf seine Brust einzuhämmern.

»Du Schwein«, schrie sie ihn an, »was hast du dem armen Mädchen angetan?!« Er ergriff ihre Handgelenke und stoppte die Attacke.

»Gar nichts, es geschah alles in gegenseitigem Einvernehmen. Ich hätte nie gedacht, dass sie mich dazu benutzt, um an dich heranzukommen und dieses absurde Ziel zu verfolgen. Darüber werden Mutter und Vater in keinster Weise erfreut sein«, entgegnete er nüchtern.

»Soll das heißen, dass ihre Äußerungen wahrhaft der Realität entsprachen?«, fragte Neele schockiert. Cornelius nickte und schwieg.

 

Neele sank erschöpft auf den Boden und umklammerte krampfhaft die schmiedeeisernen Stäbe der Balustrade. Sie war nicht fähig, einen klaren Gedanken zu fassen. In diesem Moment brach ihre Welt zusammen.

 

– Ende –

 

Veronika M. Dutz

79 thoughts on “Infamie

      1. Endlich bin ich drin und konnte ein Herz geben, aber wo ich einen Kommentar lassen kann, habe ich nicht gefunden. Daher auf diesem Weg nordisch knapp: spannend, gut geschrieben, lese es bestimmt nochmal.

  1. Liebe Veronika,

    Deine Geschichte ist mal etwas ganz anderes. Hat mir sehr gut gefallen. Diese Kelly Doll Bag musste ich googlen. Ein wirklich hässliches Teil 😉.

    Eine interessante Welt, in die Du mich entführt hast. Vielen Dank und ein ❤️ für Dich.

    Tina

  2. Hallo Veronika,

    und wieder eine völlig neue Geschichte, die aus den geforderten Parametern entstand! Es ist schon erstaunlich, welche unterschiedlichen Geschichten man hier lesen darf.

    Dein Plot ist unglaublich ausgefeilt und detailreich. Einige dieser Luxusdinge kannte ich bisher nicht, und musste auch erst einmal bei Google schauen. Deine Geschichte hat mich von der ersten Zeile an gefesselt, und sie ist spannend bis zum Ende! Die Idee mit dem Klon ist grandios. Darauf muss man erst einmal kommen. Sehr einfallsreich von dir! 👍 Nur eine kleine Sache erscheint mir nicht ganz logisch: Warum ist der Bruder am Ende so besorgt um sie? Ansonsten eine super Geschichte, die von mir natürlich sehr gerne auch ein Like bekommt. 😊
    Liebe Grüße
    Angela
    PS: Falls du magst…, meine Geschichte heißt „Stunde der Vergeltung“😊
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/stunde-der-vergeltung

  3. Hallo liebe Veronika

    Großartige Geschichte.

    Sehr, sehr stark.

    Man spürt deutlich und bereits nach wenigen Sätzen, dass die Geschichte von einer Könnerin verfasst wurde.
    Super.

    Die Handlung hat mich sehr gefesselt. Und zwar vom ersten Moment an.

    Du hast die Parameter gut umgesetzt. Sehr kreativ.
    Zudem ist deine Geschichte perfekt aufgebaut und konsequent durchgezogen worden.
    Deine Protagonisten sind hervorragend angelegt und die Dialoge wirken realistisch und echt.

    Das Finale war natürlich bombastisch und überraschend.
    Soo und nicht anders müssen Kurzgeschichten enden.

    Du hast alles auf den Punkt gebracht.

    Zudem, liebe Veronika, verfügst du über einen sehr sicheren und nahezu professionellen Schreibstil.

    Du zeigst deinen Lesern mit JEDEM Wort gekonnt aber niemals aufdringlich, dass du dein Fach beherrscht.
    Zudem schreibst du sehr ambitioniert und sympathisch.
    Deine Rechtschreibung ist vorbildlich.

    Deine Geschichte schreit nach einer Veröffentlichung. Und sie muss ins Buch.
    Und du musst immer weiter schreiben, um noch viele bezaubernde Geschichten zu verfassen und um noch viele Leser so spannend zu unterhalten.

    Ich wünsche dir und deiner Geschichte alles Gute und viel Erfolg.
    Und noch viel mehr Likes.

    Mein Like hast du natürlich sicher.

    Ganz liebe Grüße und pass auf dich auf.
    Swen Artmann (Artsneurosia)

    Vielleicht hast du ja Lust und Zeit, auch meine Story zu lesen.
    Ich würde mich sehr freuen.
    Vor allem über einen ehrlichen Kommentar von dir, Veronika.

    Meine Geschichte heißt:
    „Die silberne Katze“

    Ich danke dir herzlich.
    Swen

  4. Hallo lieber Swen,

    mir fehlen gerade irgendwie die Worte. 😮

    Vielen lieben und herzlichen Dank für Deine positive Resonanz und Dein phänomenales Feedback. 🥰

    Vor allem, aber dafür, dass Du Dir die Mühe gemacht hast und die Zeit genommen hast, auf gewisse Details, wie den Handlungsstrang, die Parameter und die Protagonisten einzugehen.

    Es freut mich unheimlich, dass meine Geschichte Dich begeistern konnte und dermaßen gut unterhalten hat. ❤️

    Liebe und kreative Grüße,

    Veronika

  5. WOW!! Was für eine tolle Geschichte hast du dir da ausgedacht!

    Das hier kein Anfänger schreibt, merkt man bei jedem Satz. Gut durchdachter, in sich stimmiger Plot. Die Parameter kreativ umgesetzt und mit einem Wortschatz geschrieben der sich nicht verstecken braucht.

    Bei so vielen Guten Geschichten in diesem Wettbewerb frage ich mich immer… „ wie gut sind bitte die Gewinnergeschichten .“

    Du schreibst mit so viel Können und Talent, so detailliert und deine Charaktere sind super skizziert. Dir ist das was richtig, richtig tolles gelungen. Sei stolz darauf.

    Mein Like lass ich dir gerne da und wünsche dir alles Gute für‘s Voting.

    LG Frank aka leonjoestick ( Geschichte: Der Ponyjäger)

    1. Hallo Frank,

      ein herzliches Dankeschön für Dein wirklich tolles Feedback. 😊

      Ich freue mich sehr, dass Dir meine Geschichte dermaßen gut gefallen hat. 🤗

      Diese Aktion war definitiv für alle Beteiligten eine wunderbare Gelegenheit und hat unheimlich, viele gute und einzigartige Gesichten hervorgebracht. 📚💞

      Kreative Grüße

      Veronika

  6. Liebe Veronika!
    Beim Anfang mit dem Bruder dachte ich, dass die Geschichte auf sexuellen Missbrauch hinausläuft, danach verliert sie sich für mich ein wenig, das Hot-Dog-Essen mit Saskia hatte vermutlich nur den einen Zweck zu demonstrieren, dass Neele ein verwöhntes Upper-Class-Girl ist. Das war etwas lang.
    Es bleiben ein paar Sachen offen, wo das Mädchen versteckt war und weshalb der Bruder sich an sie herangemacht hat.
    Trotzdem war die Geschichte spannend und ich konnte nicht aufhören zu lesen. Bei eine Kurzgeschichte muss für mich auch nicht jedes Detail erklärt werden, daher habe ich dir auf jeden Fall ein Like gegeben. Hut ab vor dieser Geschichte, eine tolle Idee, auch der Schreibstil war flüssig. Kelly- Bag und Manolos kannte ich nicht, wieder was gelernt😁.
    Vielleicht hast du auch Lust meine Geschichte zu lesen: Der alte Mann und die Pflegerin.
    Liebe Grüße
    Lotte

  7. Liebe Lotte,

    vielen lieben Dank für Dein Feedback, es freut mich ungemein, das Du nicht aufhören konntest zu lesen und ich die entsprechende Spannung aufzubauen vermochte. Sehr nett, dass Du Dir die Zeit genommen hast, um meine Geschichte zu lesen.

    Kreative Grüße

    Veronika

  8. Hi Veronika!
    Ich fand die Geschichte auch super spannend, bin Fan von Klongeschichten und musste beim Lesen direkt an „Duplik Jonas 7“ denken, was wir mal im Deutschunterricht gelesen hatten 😉
    Ich muss allerdings gestehen, dass ich mir nicht ganz sicher bin, welchen Effekt du mit der hochgestochenen Sprache erzielen wolltest – ich dachte erst, dass du der Geschichte einen humoristischen Touch verleihen möchtest (auch, weil die Dialoge so gespielt künstlich wirken). Habe ich das richtig verstanden? Wenn ja, würde ich versuchen, noch etwas mehr mit Humor zu arbeiten (vor allem im Einstieg), wenn nicht, würde ich da etwas runterfahren, vor allem in den Dialogen, sonst wirkt die Sprache auch für die Upper Class doch etwas zu künstlich auf mich. Tut mir Leid, dass ich da etwas auf dem Schlauch stehe 😀
    LG Ann-Kristin („Nacht der Unschuld“)

  9. Liebe Veronika,
    ich habe dich vor ein paar Tagen auf Instagram entdeckt et voilà: da bin ich 🤩. Ich muss dir ein großes Lob aussprechen. Den ganzen Text über habe ich die Liebe zum Schreiben gespürt. Die vielen Details und das gekonnt angebrachte Fachwissen (bereits die Bedeutung deiner Titels kennt bestimmt nicht jeder), ohne Info-Dumping zu betreiben, zeigen, dass du eine wahre Schreiberin bist. Z. B. habe ich in meinem Text auch lange überlegt, wie ich Reichtum darstellen kann, ohne gekünstelt zu wirken. Bei mir ist es die Granittischplatte und der Marmorboden, bei dir der Granitboden. Fantastisch dein eigener Veronika-Stil! Ich mag ihn!

    Die schöne Schreibweise des Vornamens deiner Protagonistin, Manolos, Kelly Doll-Bag, das Zeichen ›Fehu‹, die erste Rune des altnordischen Alphabets, Klon … Donnerwetter!!! Damit ziehst du die Aufmerksamkeit auf dich. Ich habe viel gelernt und deinen Text super gerne gelesen. Mit deinem hervorragenden Schreibstil hältst du die Spannung, bringst alles auf den Punkt und lässt mit Worten Bilder entstehen.
    – Ihre blauen Augen taxierten die Freundin.
    – In dem Augenblick sah Neele Cornelius im Entree stehen.

    Deine Rechtschreibung und Zeichensetzung sind top. Das Ende hat mich auch überzeugt. So müssen Kurzgeschichten sein.
    Mach bitte weiter, liebe Veronika!!!

    Ich lasse dir sehr gern mein ❤ da und wünsche mir, dass deine Geschichte ins E-Book kommt. Ich bin die Nummer 27 😊. Wenn du Lust auf meine Geschichte hast, sie heißt „Happy birthday“ 🎈.
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/happy-birthday
    Viele Grüße,
    Martina

  10. Liebe Veronika,

    ich bin über deinen Instagram Post auf deine Geschichte aufmerksam geworden. Bei dir merkt man deutlich, dass du eine sehr erfahrene Schreiberin bist. Da passt jedes Wort, und jeder Ausdruck ist bewusst gewählt. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Du hast mich sofort in diese Luxuswelt abgeholt, auch wenn ich mich mit Ikea Hotdogs besser auskenne als mit Manolo Blahniks ;-). Ich drücke dir die Daumen fürs E-Book und mein Like hast du.
    Liebe Grüsse
    Kerstin

    Falls du Lust auf meine Geschichte hast, lass ich dir gerne den Link da.
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/das-maedchen-dana

  11. Hallo liebe Veronika, ich habe eine absolut spannende Mittagspause mit Deiner Geschichte verbracht! Vielen Dank dafür. Oft möchte man noch was dazu schreiben, man hat ergänzende Ideen zu der Geschichte oderves fallen Unstimmigkeiten auf – das ist bei Dir meines Erachtens nicht der Fall, ich habe mich einfach „wohl gefühlt“ – das ist glaube ich das beste, was man mit einer Geschichte erreichen kann. Mein Herz hast Du <3

    Liebe Grüße
    Anna

    P.S.: Meine Geschichte ist "Die Nachtschicht", vielleicht magst Du ja "gegenlesen"? Ich würde mich freuen!

  12. Hallo Veronika,
    was soll man dazu noch großartig sagen 🙂

    Der Text ist gut geschrieben, die Idee passt zum Wettbewerb.
    Ein wenig nervig fand ich die ganzen Produktnamen und die stellenweise arg gestellten Dialoge, aber das ist natürlich nur subjektiv.
    Da dein Beitrag aus meiner Sicht ansonsten recht stimmig ist keine weitere Kritik zulässt, lasse ich dir natürlich meine Stimme da.

    Es würde mich freuen, wenn du auch noch die Zeit findest, um bei mir vorbeizuschauen und auch dort ein paar Worte zu hinterlassen.

    Viele Grüße
    J. D.
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/das-leben-eines-toten-mannes

  13. Liebe Veronika,

    das ist ja mal wieder eine ganz andere Art von Geschichte, die Idee mit dem Klon fand ich richtig gut. Und dein Schreibstil ist absolut überzeugend.

    Einzig die ständige Erwähnung diverser Marken war mir etwas zu viel, aber das ist eher persönliches Empfinden…

    Natürlich hast du mein Like verdient, ich wünsche dir viel Glück fürs Voting !

    LG Yvonne/voll.kreativ (Der goldene Pokal)

  14. Liebe Veronika,
    das nenn ich mal Kurzgeschichte, da war alles drin, was drin sein sollte. Ein bisschen zuviel Schuhe und Handtasche, aber das gehört ja zu diesen Leuten, die du beschreibst.
    Sehr spannend, in sich schlüssig. Mein Herz hast du.
    Herzliche Grüße
    Monika
    (Quälende Erinnerungen)

  15. Hallo Veronika,
    Danke für diese spannende und unerwartete Geschichte. Als ich mit deiner Geschichte fertig war dachte ich nur : ein Klon, wirklich?
    Super Idee, damit hatte ich nicht gerechnet 👏. Ich liebe es überrascht zu werden, dafür gibt es ein Like ☺️.
    Viel Erfolg 🍀.

    Viele Grüße

    Maddy

    P. S 👉👈 🙃vielleicht magst du meine Geschichte „Alte Bekannte“ ja auch noch lesen 😊.

  16. Hallo Veronika,
    der Anfang deiner Geschichte hat mich gepackt. Er war ganz anders, als viele Geschichten, die ich hier bisher gelesen habe, und hat mich direkt zum weiter lesen animiert. Auch die Vielfalt an Ausdrücken und Beschreibungen, die du verwendest, finde ich super.
    Während des Lesens sind mir allerdings auch ein paar Dinge aufgefallen:
    – Die Dialoge finde ich zum Teil recht künstlich, da habe ich beim Lesen des Öfteren gestockt.
    – Ich habe mich gefragt, wozu der Handyfund wichtig war – sie hätte sie auch angreifen können, ohne ihr vorher Nachrichten zukommen zu lassen, oder?
    – Warum passiert das alles genau jetzt?
    Insgesamt habe ich beim Start eine andere Story erwartet – aber fand es auch gut, dass es auf etwas anderes hinauslief.
    Beste Grüße
    Sandra
    (https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/gefangen-2)

      1. Liebe Veronika,

        heute Morgen sah ich unter gelesene Geschichten, daß ich das Herzchen vergessen hatte (oder es weg war weil ich die Zurück-Taste zu oft benutzt habe). Jetzt stimmt wieder alles 😉
        LG Melanie

  17. Spannende Wendungen. Man weiß nicht, wo es hingeht. An einigen Stellen kannst du vielleicht noch an den Formulierungen feilen. Und es ist sicher nicht notwendig permanent immer alle Markenprodukte zu nennen.
    Trotzdem eine Wewndung, mit der ich nicht gerechnet habe. Bietet Potenzial für weitere Gedanken. Hat mir gefallen.
    Viele Grüße
    Carsten

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