cypani (aka anitschn)Räubertochter

40+

Ronjas Lunge brannte wie Feuer als sie sich mit einer Hand an einer Eiche abstützte und nach Atem rang. Vor ihren Augen begann es zu flimmern. Um nicht umzukippen musste sie sich mit dem Rücken an den mächtigen Stamm des Baumes anlehnen. Sie atmete tief durch. Der Schwindel nahm ab, ihr Herzschlag beruhigte sich. Besser. 

Sie war gerannt. Panisch, ohne zu wissen wohin war sie mit dem Übertreten der Türschwelle des Hauses ihrer Eltern losgesprintet. Erstaunt stellte sie irgendwann fest, dass sie sich plötzlich vor dem großen schmiedeeisernen Tor des städtischen Friedhofs befand: Sie war ohne es wirklich zu registrieren bis ans Ende der Stadt gerannt. Das hätte ihre überambitionierte Sportlehrerin Frau Petzold mal sehen sollen. Die quittierte die, in der Regel unterdurchschnittliche, sportliche Leistung der Sechstklässlerin üblicherweise nur mit einem hämischen Lächeln während sie ihre, in der Regel unterdurchschnittliche, Zensur mit klickendem Kugelschreiber in ihr blaues Büchlein eintrug. Frau Petzold würde ob diesem geradezu marathoneskem Sprint vermutlich ziemlich dumm aus der Wäsche schauen. Die blöde Kuh. Obwohl ihr in keiner Weise danach zumute war, musste Ronja bei diesem Gedanken leise auflachen. Der Adrenalinkick ließ sie an diesem Tag offensichtlich Höchstleistungen vollbringen. Sie war den Lauf ihres Lebens gerannt, seit sie von zu Hause geflüchtet war. Seit sie sich aus dem Keller befreit hatte. 

Der Keller. 

Der Ort, an dem sie die letzten Tage und Nächte verbracht hatte. 

Der Ort, an dem Papa sie eingesperrt hatte. 

„Wieso machst du das, Papa?“

„Es ist zum Schutz. Und damit sie dich mir nicht wegnehmen“

„Bitte…mach mich wieder los!“

„Hab keine Angst. Ich würde dir nie weh tun, Schatz.“

 

Bei dem Gedanken an ihren Vater richtete Ronja sich abrupt auf. War er ihr gefolgt? War irgendjemand ihr gefolgt? Verborgen hinter dem Baum sah sie sich nach allen Seiten um. Nein, sie war vollkommen allein. Erleichtert ließ sie sich auf den Boden in die Hocke sinken. 

Papa!

Sie spürte, wie ihr Tränen in die Augen stiegen. Wieso hatte er ihr das angetan? Gewiss, er hatte es ihr erklärt. So oft. So oft, dass sie seine Worte, wenn er gegangen war, irgendwann wie ein Mantra immer wieder wiederholte, wenn sie sich angebunden an dem Wasserrohr auf ihrer Matratze in den Schlaf murmelte. 

 

„Niemand kommt zwischen dich und mich. Niemand kommt zwischen dich und mich. Niemandkommtzwischendichundmich.“

 

Irgendwann glaubte sie ihm. 

Glaubte ihm, dass er das alles nur aus Liebe tat. Aus Liebe zu ihr. 

Um sie zu schützen.

Die erste Zeit im Keller war noch in Ordnung. Die ersten Stunden. 

Oder waren es doch die ersten Tage? 

Sie wusste es irgendwann nicht mehr. Ohne den Wechsel von Licht und Dunkel verschwammen Raum und Zeit zum undefinierbaren Nichts und es erschien ihr irgendwann alles wie ein einziger, endloser Tag. Oder eine einzige Nacht. Eine einzige drückend schwüle, endlose Nacht. 

Im Heizungskeller des Hauses herrschten permanente und auf Dauer unangenehme 28 Grad. Selbst im Unterhemd, bis auf das sich das Mädchen irgendwann ausgezogen hatte, war die Hitze irgendwann kaum zu ertragen. 

Trotz der täglichen von Papa überwachten Duschen war ihre Haut durch ihren Schweiß stets von einem klebrigen Film überzogen. 

Die schwüle, stickige Luft im Keller ließ Ronja in der Nacht kaum Schlaf finden, während sie im Gegensatz dazu am Tage immer so schläfrig war, dass sie die meiste Zeit mehr döste als dass sie wirklich wach war. Auch dann, wenn Papa zu ihr kam um sie zu „behandeln“. 

 

„Papa, ich kann nicht mehr. Bitte. Ich bin so müde.“

„Nur noch ein letztes Mal, Ronja. Dann sind wir für heute fertig, okay? Du machst das toll.“

„Okay. Ich hab dich lieb, Papa.“

„Ich dich auch, Schatz.“

 

Sie begann zu frieren. Obwohl es bereits mitten in den Osterferien war und die Sonne schien, so war es doch mit gerade mal 14 Grad relativ kühl. Sie wickelte sich die übergroße Jacke ihres Vaters, die sie sich bei ihrer Flucht auf die Schnelle von der Garderobe gerissen und sich über ihr Trägershirt geworfen hatte so eng wie möglich um ihren Körper, schloss die Augen und lehnte den Kopf an den Stamm. 

Wo sollte sie jetzt hin? Sie konnte ja schließlich nicht für immer hinter dem Baum auf dem Friedhof sitzen bleiben. Zur Polizei? Nein, auf keinen Fall. Die würde ihr nur unangenehme Fragen stellen. Außerdem werden Kinder, die bei der Polizei landen doch immer zu ihren Eltern zurückgebracht, das wusste sie aus dem Fernsehen. Und wenn sie etwas nicht wollte dann war es zurück zu Papa. 

Zurück in den Keller. 

Nun lief ihr wirklich eine Träne über die Wange. 

Früher war alles anders gewesen. Früher, als Mama noch da war. 

Früher, als sie noch glücklich war. 

„Meine Ronja Räubertochter.“ hatte er ihr immer liebevoll ins Ohr geflüstert, wenn sie mal wieder irgendeinen Unsinn gemacht hatte und ihr dabei zärtlich eine ihrer dunkelblonden Haarsträhnen hinters Ohr gestrichen. 

„Was hast du wieder angestellt?“ 

So wie einmal, als sie Mamas sündhaft teuren Lippenstift benutzt hatte, um damit ihren ganzen Körper vom Kopf bis zum kleinen Zeh ferrarirot anzumalen. 

Weil sie so aussehen wollte wie Elmo aus der Sesamstraße. Papa hat lauthals losgelacht und die verärgerte Mama mit einem Kuss auf die Wange und dem Versprechen, ihr einen neuen Lippenstift zu kaufen, besänftigt. Dann haben sie alle drei gelacht und haben ein Selfie von sich geschossen: Mama, Papa und die rote Ronja. Das Bild war bis heute das Hintergrundbild ihres Telefons.

Doch dann war Mama gegangen und Biggi gekommen. Und plötzlich war alles anders. Papa hatte immer weniger Zeit für seine Tochter, weil Biggi mit ihm essen gehen wollte. Oder ins Kino gehen wollte. Oder mit ihm spazieren gehen wollte. Allein. Ohne Ronja. Er lachte auch nicht mehr über ihre Streiche, zum Beispiel als sie Biggis schwarze Spitzenunterwäsche dazu benutze, um daraus eine Flagge zusammen zu tackern, die sie auf ihrem Baumhaus hisste. 

Ronja konnte Biggi nicht ausstehen.

 

Irgendwann häuften sich der Streit, die Anschuldigungen und die Tränen. 

Und irgendwann kam die Ohrfeige. Es war das erste Mal, dass Papa sie jemals geschlagen hatte. Er hatte sich danach tausend Mal dafür entschuldigt, hatte sie geküsst und versprochen, dass das nie wieder vorkommen würde und dass sie, Ronja, seine absolute Nummer eins sei. Niemals könnte jemand anders ihm wichtiger sein als sie, Blut sei tausendmal dicker als Wasser. 

Und Ronja hatte ihm verziehen.

An ihrem zwölften Geburtstag blickte ihr aus einem Karton ein grau-weiß getigertes Kätzchen mit einer blauen Schleife um den Hals entgegen. Ein Geschenk, das Papa ihr machte, vermutlich um sein schlechtes Gewissen zu beruhigen. Ronja nannte sie Tiger Lilly.

Dann begannen Papa und Biggi sich immer öfter und immer heftiger zu streiten. 

Und kurze Zeit später war dann auch Biggi weg. Und Ronja landete im Keller. 

Sie schniefte und kickte mit ihrem Turnschuh gegen einen kleinen Stein. 

Vielleicht sollte sie doch wieder zu Papa zurückgehen. Vielleicht würde ja doch alles wieder werden wie früher? Wie damals, bevor die blöde Biggi zu ihnen kam. Als sie noch Papas Räubertochter war.

Der Gedanke, ihr Zuhause für immer zu verlassen machte sie traurig. 

Vielleicht hatte sie es nicht anders verdient. 

Vielleicht hatte Papa es ja wirklich nur gut mit ihr gemeint? 

Vielleicht war seine „Therapie“ wie er nannte, was er mit ihr machte, wenn er zu ihr den Heizungskeller kam, wirklich nur zu ihrem Besten? 

Er hatte ihr eigentlich auch nie weh getan. Sie rieb sich über die Striemen die sich über ihr linkes Handgelenk zogen, wo vor ein paar Stunden noch die Handschelle saß, mit der Papa sie an dem Rohr festgemacht hatte. 

So locker, dass sie sich mithilfe Mamas alter Handcreme, mit der sie sich nach der Gartenarbeit ihre Hände eincremte, Stück für Stück daraus herauswinden konnte. Sicher, die Handfessel war zwar unangenehm aber Papa erklärte ihr, dass sie notwendig sei, damit Ronja in Sicherheit war. 

So merkwürdig das auch klang, so leuchtete ihr das dennoch ein. Auch sie hatte schon Dinge aus Liebe getan, die möglicherweise für Außenstehende schwer nachzuvollziehen waren. 

Nun konnte sie nicht mehr an sich halten und begann zu schluchzen. Sie liebte ihren Papa doch so sehr. Trotz alledem. Jetzt tat es ihr leid, dass sie ihm mit dem Schraubenzieher auf den Kopf geschlagen und ihn wiederum mit den Handschellen am Wasserohr festgemacht hatte. Aber sie konnte einfach keinen weiteren Tag dort unten verbringen. Sie weinte bitterlich.

Plötzlich vibrierte ihr Körper. Ronja fuhr vor Schreck zusammen. Was war das? Hatte Papa sie, als sie schlief, heimlich mit einem Peilsender versehen und nun aufgespürt? Um sie zurückzuholen? 

Dann vibrierte es abermals und diesmal spürte sie, wo der Ursprung der Vibration lag: in Papas Jacke. Sie durchwühlte die Seitentaschen, doch bis auf ein 2-Cent-Stück und einem ungeöffneten Pfefferminzbonbon waren sie leer. Sie öffnete den Reißverschluss der Jacke und fühlte die Innenseite auf Taschen ab. Und tatsächlich ertastete sie auf der linken Seite einen quaderförmigen dünnen Gegenstand, der sich in der linken Innentasche befand. Als sie ihn herauszog musste sie erleichtert auflachen: Papas Smartphone. Peilsender! So ein Blödsinn. Sie wischte sich mit dem Ärmel die Tränen aus Gesicht und fuhr mit ihrem Zeigefinger über die glatte Oberfläche des Displays. Dabei aktivierte sich der Bildschirmhintergrund. Es erschien das Bild, das auch auf ihrem Telefon zu sehen war: Papa und die mit Lippenstift rot eingefärbte Ronja. Mama hatte Papa vermutlich im Nachhinein mit einem Bildbearbeitungsprogramm weggeschnitten. Sie musste lächeln als sie das Bild sah. Kurz darauf entdeckte sie den Grund für die Vibration: Ihr Vater hatte zwei WhatsApp-Nachrichten erhalten. Der Absender der Nachrichten schien unbekannt zu sein oder zumindest hatte ihr Vater den Kontakt nicht abgespeichert, denn als Versender war nur eine Handynummer angegeben. Die erste Nachricht lautete: „Betrag passt.“ Die zweite „Werde mich um Probleme kümmern.“ Ronja konnte mit den Nachrichten nichts anfangen, aber es klang nach etwas Geschäftlichem. Vermutlich ein Arbeitskollege ihres Vaters. Sie wollte das Smartphone gerade wieder einstecken, als es nochmals vibrierte. Es kam wieder vom selben Absender und diesmal war es ein Bild, das er schickte. Dank der Vorschauansicht erkannte sie auch, was darauf zu sehen war. Es war ein Bild von Ronja. Sekundenlang starrte sie auf das Display des Smartphones, ungläubig, sich selbst im Zusammenhang mit den vorherigen Nachrichten dort zu sehen. Dann drückte sie auf den Home Button um das Smartphone zu entsperren. Den vierstelligen Zahlencode dazu wusste sie auswendig: Es war ihr Geburtsdatum. Sie öffnete die App des Nachrichtendienstes und dann direkt den Chatverlauf zu den dazugehörigen Nachrichten. Er bestand aus gerade mal fünf Textnachrichten: 

 

„5.000 i.O.?“

„Vergessen Sie‘s. Suchen Sie sich einen anderen dafür.“

„Okay. 10.000 gesamt?“

„Betrag passt.“ 

„Werde mich um Probleme kümmern.“

 

Viel verstörender jedoch waren die beiden Bilder, die im Zusammenhang mit den geschriebenen Zeilen im Chat zu sehen waren. Das eine Bild zeigte sie selbst. Das andere Bild zeigte Biggi. Mit aufgerissenen Augen auf dem Boden liegend. Voller Blut. 

Sie starrte eine ganze Weile auf das Display, bis sie wirklich Begriff, was sie las und sah. Ihr Vater hatte jemandem Geld angeboten, um „die Probleme“ zu beseitigen. Eines davon war offensichtlich die ihr mit leblosen Augen entgegenblickende Ex-Freundin ihres Vaters. Und das andere war: sie selbst.

In ihrem Bauch krampfte sich alles zu einem bitteren Klumpen zusammen. Ronja schloss gequält die Augen und ließ ihren Hinterkopf mehrfach schmerzhaft gegen den Stamm pochen. Er hatte sie belogen. Alles was er ihr erzählt hatte, war eine einzige Lüge. Papa wollte sie gar nicht beschützen. Er wollte sie nur festhalten. So lange bis die Person aus dem Chat kam, um sie zu beseitigen. Um sich um sie „zu kümmern“. 

So wie er es auch mit der toten Biggi getan hatte. 

Sie wusste nicht mehr, wie lange sie so dagesessen war und dabei immer wieder aufs Neue die Nachrichten auf Papas Handy las. Die Sonne begann sich bereits feuergleich zu verfärben um in Kürze hinter dem Horizont zu verschwinden, als sie ihren Entschluss gefasst hatte: Sie würde auf jeden Fall wieder zurück zu Papa gehen.

 

Als Ronja die Tür zum Keller öffnete und langsam die vor Altersschwäche knarrenden Stufen hinabstieg rechnete sie kurz damit, dass sie einen leeren Raum vorfinden würde. Doch ihr Vater befand sich noch genau an derselben Stelle, an der er sich befunden hatte, als sie vor ein paar Stunden geflüchtet war. Papa saß aufrecht, den Rücken an die Wand gelehnt auf der Matratze, auf der sie die letzten Tage verbracht hatte, die Handschelle noch am Wasserrohr befestigt. Schon beim ersten Treppenknarren blickte er auf. „Ronja? Bist du das?“ Erleichterung zeigte sich auf seinem Gesicht, als er sie sah. „Gott sei Dank. Ich wusste, dass du wieder zurückkommen würdest.“ Mit jedem Schritt, den sie die Treppe hinunterkam wurde es gefühlt um fünf Grad wärmer. Sie stieg die letzten Stufen langsam herunter, bis sie mit beiden Beinen den festen Boden des Raumes erreicht hatte. 

Sie hatte sich angewöhnt, die Kellertreppe stets langsam herunterzulaufen, seitdem sie als sie vier Jahre alt war eine Stufe übersehen hatte und sich bei dem Sturz die kleine Narbe über der rechten Augenbraue zugezogen hatte. Papa war damals extra losgefahren, um ihr Elmo-Pflaster zu besorgen. 

„Ich bin so froh, dass du da bist. Komm, mach mich los und wir reden über alles, okay? Oben. In der Wohnung. Du darfst auch wieder in deinem Zimmer schlafen. Es war ein blöder Gedanke von mir, dich hier unten einzusperren, ich weiß das jetzt. Ich…ich wusste mir einfach nicht anders zu helfen. Ich wollte dich schützen, denn wenn das alles herausgekommen wäre, wenn das jemand erfahren hätte…Aber ich habe eine Lösung für Biggi gefunden! Und ich weiß jetzt auch, dass du das alles verstehst. Du verstehst, dass das alles nötig ist, was wir hier tun, sonst wärst du nicht zurückgekommen. Du verstehst, dass ich dir nur helfen möchte. Wir…wir führen die Therapie einfach oben durch, okay? Wir reden und du bekommst Aufgaben von mir, so wie wir es damals bei Tiger Lilly gemacht haben. Alles wird so wie früher.“

 

Alles wird so wie früher.

 

Ronja schloss die Augen. Einzelne Erinnerungsfetzen erschienen wie Polaroids vor ihrem geistigen Auge.

 

Mama, Papa und die rote Ronja lachen in die Kamera. Klick. 

 

„Ronja? Alles okay, Süße?“

Ronja öffnete langsam wieder die Augen.

„Du hast mich nie gefragt, wieso ich bei dir geblieben bin.“

„Was?“

„Als Mama dich verlassen hat. Du hast mich nie gefragt, wieso ich ausgerechnet bei dir geblieben bin und nicht bei Mama. Normalerweise ist das doch so. Dass die Kinder eher zu ihrer Mama gehen.“ 

 

Papa spielt mit Ronja Fangen im Garten. Klick. 

 

„Ronja, ich…ich weiß nicht, was…“

 

Papa schaut Ronja dabei zu, wie sie im Keller schreiend auf ein vor ihr hin und her baumelndes Kissen einschlägt. Klick.

 

„Ich bin bei dir geblieben, damit ich für dich sorgen kann. Ich bin die Einzige, die das kann. Weil ich DEIN bin, verstehst du? Ich bin ein Teil von dir, Papa. Und ich hätte dich niemals verlassen, so wie Mama. Das weißt du doch, oder?“ 

„Ja, natürlich Schatz.“

„Und Biggi, ich meine, es war doch klar, dass sie dich früher oder später auch verlassen würde, oder? Ich meine, ich war doch wirklich die Einzige, auf die Du immer zählen konntest, oder?“

„Ja, absolut meine Kleine. Immer.“

 

Tiger Lilly, die in dem zugeknoteten Sack noch zappelt während er langsam immer tiefer im Wasser versinkt. Klick. 

Biggi, die blutüberströmt mit ausdruckslosen Augen ins Leere starrt. Klick. Klick.

 

Ronja ging einen Schritt auf ihren gefesselten Vater zu.

„Du hast mich hier drin nicht festgehalten, um mich zu schützen. Du hast mich hier drin festgehalten, um mich loszuwerden.“  

Den nächsten Satz schrie sie: „Du hast mich angelogen, Papa!“  

„Mäuschen, es tut mir leid, ich sagte doch, ich wusste mir nicht mehr zu helfen. Ich weiß jetzt, dass du alles nur aus Liebe getan hast, ich verstehe das. 

Mach mich los und wir reden darüber. Wir finden eine Lösung, ja? Gemeinsam. So wie früher.“

Sie entsperrte sein Telefon und hielt ihm sein Handy vors Gesicht. 

„Das hättest Du nicht tun sollen, Papa.“ 

Ihr Vater wurde blass. 

„Ronja…“ begann er schwach und brach den Satz ab, als sie das Messer aus der Jacke zog, dass sie sich vorhin vom Messerblock in der Küche in die Jacke gesteckt hatte. 

„Du hast mir immer gesagt, Blut sei dicker als Wasser, Papa. Genau das habe ich Biggi auch gesagt, als ich sie das letzte Mal sah. Da saß sie genau da, wo du jetzt sitzt.“ 

Sie kniff die Augen zusammen. 

„Nein, vielleicht ein wenig weiter links.“ 

„Ronja, ich…“ 

„Vielleicht hast du mir ja wenigstens damit die Wahrheit, gesagt, Papa. 

Ich bin wirklich gespannt, ob das stimmt.“

 

Weder Ronja noch ihr Vater registrierten mehr die erneute Vibration des Smartphones, die den Eingang einer weiteren Nachricht verkündete.

 

„5 Tage für die neuen Pässe. Brauche dann nur noch ein Foto von Ihnen.“

40+

74 thoughts on “Räubertochter

  1. Eine sehr spannend und mitreißend geschrieben Geschichte!
    Auch wenn die Thematik eine gewisse Beklommenheit in mir auslöste, musste ich unbedingt weiterlesen, weil ich mich so auf das Ende gefreut hatte!
    Habe ich es richtig verstanden, dass das Kind die Böse ist, die Biggi, ihre Katze und nun auch ihren Vater umgebracht hat?
    Und der Vater sich eigentlich nur ein neues Leben aufbauen wollte mit seiner Tochter?

    2+
    1. Vielen lieben Dank für Dein tolles Feedback. Das ist alles genau so, wie ich erhofft hatte, dass es ankommt 😉, was mich total freut, weil das meine Befürchtung war – dass man nicht alles versteht. Was sie am Ende mit ihrem Vater macht, habe ich offen gelassen bzw. zur freien Interpretation „freigegeben“ 😜
      Auf jeden Fall vielen lieben Dank Dir!

      0
  2. Die Geschichte ist dir wirklich sehr, sehr gut gelungen!! Tolle Umsetzung der Parameter! So stelle ich mir eine Kurzgeschichte vor. Mein Like hast du!

    LG, Florian

    PS. Würde mich auch sehr freuen, wenn du Zeit und Lust hast meine Geschichte zu lesen und evtl sogar einen kurzen Kommentar als Feedback und – aber nur für den Fall, dass dir die Geschichte gefällt – ein Like zu hinterlassen!

    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/schach-matt

    1+
  3. Wow, die Idee zur Geschichte ist der Hammer und das Ende macht mich sprachlos. Ich mag es gern so böse, wie du ja schon gemerkt hast 😉 Wenn ich dir zwei kleine Anmerkungen da lassen darf: Du verwendest, gerade am Anfang, sehr oft das Wort „irgendwann“. Ganz ehrlich, die Geschichte braucht es nicht ein einziges Mal! Vielleicht magst du die „irgendwanns“ ja mal alle rauslöschen. Du wirst sehen, es liest sich dann viel besser. Das zweite ist nur eine klitzekleine Sache, über die ich mich gewundert habe. Schafft man es mit einem Schlag von einem Schraubenzieher, einen erwachsenen Mann außer Gefecht zu setzen? Ich glaube, mehr als eine kleine Beule wird man dadurch nicht davontragen. Aber ich bin da jetzt auch kein Experte 😉 Ansonsten bin ich von deiner Geschichte schwer begeistert. Bitte unbedingt weiter schreiben…

    1+
    1. Ooooohhhh, vielen vielen lieben Dank für Dein tolles Feedback und Deine Hinweise, das bedeutet mir wirklich sehr viel ❤️Und genau für eben solche Dinge bin ich wirklich sehr dankbar. Man selbst ist irgendwann „betriebsblind“ und kann seinen eigenen Text nicht noch ein weiteres Mal Korrektur lesen 🥴

      Das war…öhm…ein sehr großer Schraubenzieher…ein riesen Oschi 😜 Das ist eine sehr gute Anmerkung! Vielleicht lasse ich sie ja was anderes im Werkzeugkasten finden 😉

      Ich habe mir den Text gerade noch einmal durchgelesen und Du hast vollkommen recht mit den vielen „irgendwanns“ – mir ist das tatsächlich nicht aufgefallen. Muss ich irgendwann auch mal ändern 😉

      Vielen lieben Dank!!!!

      1+
  4. Hallo, meine Liebe, jetzt komme ich doch dazu, dir auch einen Kommentar zu schreiben. Da du mir ja schon mal persönlich geschrieben hattest, dass du gerne deinen Stil verbessern würdest, wird das hier ein wenig länger werden – natürlich ist das alles immer nur meine eigene Meinung und ich bin längst kein Profi. Ich kann nur davon sprechen, was mir persönlich an manchen Stellen auffällt, was mich als Leser stören würde und was ich anders schreiben würde. Andere Leser*innen können das ganz anders empfinden 😊

    Gesamteindruck
    Die Geschichte ist sehr spannend und man merkt, dass du Talent zum Schreiben hast. Ich hatte zwar nicht ganz verstanden, dass sie selbst das „Problem“ ist, weil sie Biggi getötet hat, daher war ich am Ende kurz verwirrt, aber nach einem Blick in die Kommentare hat dann alles Sinn ergeben 😊 Schöne Geschichte auf jeden Fall.

    Idee
    Deine Idee ist sehr spannend und ich finde es cool, wie du den Parameter mit dem Handyfund gelöst hast – also dass es nicht wie in vielen Geschichten ein leeres Handy nur mit einer Morddrohung/Fotos/etc. ist, sondern das Handys des Vaters, das zufällig in seiner Jackentasche steckt. 😊 Auch dass das Kind am Ende die böse Person ist kam für mich sehr unerwartet.

    Stil
    Dein Stil gefällt mir in den Ansätzen gut. Du verwendest eine recht kindliche Sprache, was zu dem Hauptcharakter passt (wobei Ronja mit ihren 11 Jahren vielleicht ein wenig „erwachsener“ denken würde – oder zumindest pubertärer, gerade mit dem Blick auf das Ende hin). Mir gefällt es sehr gut, wie du die direkte Rede als Erinnerungen in deinen Text einbaust. Jetzt komme ich nochmal zu ein paar Stellen, an denen ich Tipps für dich hätte. 😊

    „Um nicht umzukippen musste sie mit dem Rücken an den mächtigen Stamm des Baumes anlehnen. Sie atmete tief durch. Der Schwindel nahm ab, ihr Herzschlag beruhigte sich. Besser.“ -> Ich selbst arbeite auch immer noch am „Show, don’t tell“. Das heißt so viel wie, dass man in den Köpfen der Leser Bilder erzeugen soll und die Gefühlsinterpretation demjenigen selbst überlässt. Du schreibst also nicht „Um nicht umzukippen musste sie sich mit dem Rücken an dem mächtigen Stamm des Baumes anlehnen“, sondern zum Beispiel „Die Welt begann, sich vor ihren Augen immer schneller zu drehen. Einzig und allein der starke Stamm in ihrem Rücken gab ihr Sicherheit.“ Dass das Mädchen in dem Moment fast umkippt, muss man nicht explizit sagen, damit der Leser es versteht 😊

    In den folgenden Absätzen verwendest du häufig Wiederholungen. Die finde ich an und für sich sehr schön gewählt und unterstützen die Dramatik der Situation, allerdings verwendest du sie meiner Meinung nach ein wenig zu häufig, das lässt es langatmiger werden. Wenn ich so etwas in Büchern lese, denke ich normalerweise „Jetzt kommt doch mal zum Punkt“ 😀 Ich habe die Wiederholungen beispielhaft an einer Stelle mal mit Sternchen markiert.
    „*So oft. So oft*, dass sie seine Worte, wenn er gegangen war, irgendwann wie ein Mantra immer wieder wiederholte, wenn sie sich angebunden an dem Wasserrohr auf ihrer Matratze in den Schlaf murmelte.

    „*Niemand kommt zwischen dich und mich. Niemand kommt zwischen dich und mich. Niemandkommtzwischendichundmich.*“

    Irgendwann *glaubte sie ihm*.
    *Glaubte ihm*, dass er das alles nur *aus Liebe* tat. *Aus Liebe* zu ihr.
    Um sie zu schützen.
    *Die erste Zeit* im Keller war noch in Ordnung. *Die ersten Stunden*.
    Oder waren es doch *die ersten Tage?*“

    Eine weitere Sache, die man eher vermeiden sollte, ist Füllwörter zu verwenden, die keinen spezifischen Zweck in dem Text haben. Wörter wie „so“, „halt“, „eben“ oder wie ich gerade schon geschrieben habe „eher“. Hier an dieser Stelle: „Im Heizungskeller des Hauses herrschten permanente und auf Dauer unangenehme 28 Grad“ würde ich das „permanente“ wegnehmen, weil das „auf Dauer unangenehme“ meiner Meinung nach schon gut beschreibt, dass es ständig heiß ist.

    Allgemein ist ein guter Tipp, dass jedes Wort und jeder Satz in deinem Text einen Sinn erfüllen sollte. Würden mit deiner Geschichte dieselben Emotionen, Bilder und Gedankengänge im Leser erzeugt werden, wenn ein bestimmter Satz nicht darin vorkommt, streich ihn. 😊

    Das war es auch schon, was ich zu deiner Geschichte zu sagen habe. Ich hoffe, ich konnte dir helfen. Ansonsten schreib mir gerne nochmal bei Instagram, da ich nicht weiß, ob man mittlerweile benachrichtigt wird, wenn jemand auf die Kommentare antwortet.

    Beste Grüße,
    Leandra (Versteckspiel)

    4+
    1. Vielen lieben Dank für Dein wie immer sehr tolles, ausführliches und differenziertes Feedback liebe Leandra. Ich fand Deine Ausführungen schon bei anderen Geschichten immer so klasse, daher vielen vielen Dank für Deine Zeit und Deine Mühe.
      Das sind tolle Tipps! Bei manchen Dingen ( wie die unnötigen Füllwörter 🙈) weiß ich unterbewusst, dass ich dazu neige, „überlese“ diese dann aber tatsächlich (oder denke mir, dass es vielleicht niemand bemerkt 😜) – aber ich gebe Dir absolut recht, weniger ist mehr und meistens verleihen Streichungen und Kürzungen einem Text mehr Wumms.

      Auch Deinen Hinweis zur Erzeugung von Bildern beim Leser selbst fand ich sehr hilfreich. Ich habe jetzt direkt Lust, eine neue Geschichte mit all den Anregungen aus den Kommentaren hier zu schreiben.

      Ich danke Dir sehr!

      P.S. Ich habe Deine Geschichte gestern schon im ersten Durchgang gelesen (ich lese sie immer zwei Mal) und werde mich heute Abend nochmals dran setzen und Dir schreiben. Irgendwie scheinen Kinder bei den ganzen Stories hier immer herhalten zu müssen 😂

      Liebe Grüße

      0
  5. Liebe cypani! Ich schließe mich meinen VorrednerInnen an, insbesondere dem, was Leandrh Dir mit auf den Weg gegeben hat. Solltest Du darüber nachdenken, die Story zu erweitern, würde ich auf jeden Fall noch genauer ausführen, dass es am Ende die Kleine ist, die die Böse ist und der Vater sie demnach vor sich selbst schützen musste.

    Davon abgesehen musste ich gedanklich ein paar fehlende Kommas einsetzen bzw auch an einer Stelle welche wegnehmen. Das finde ich immer ein wenig schade, weil es den Lesefluss enorm stört.

    Liebe Grüße!
    Scripturine

    2+
  6. Liebe Cypani,
    jetzt, wo du deine Geschichte in deinem Profil verlinkt hast, habe ich sie auch endlich gefunden! Ich wollte nämlich total gerne lesen, was du geschrieben hast, da du mir ja meinen allerersten Kommentar unter meiner Geschichte hinterlassen hattest. 🙂
    Ich finde deine Geschichtsidee sehr spannend und mir gefällt auch, wie du das Handy eingebaut hast. Bei vielen der hier eingereichten Geschichten (auch meiner) baut ja der gesamte Plot auf dem Fund des Handys auf, während es bei dir eher subtil als „Nebendarsteller“ eingebaut wurde. Finde ich interessant und gut gelöst!
    Ansonsten würde ich mich den Anmerkungen der vorangegangenen Kommentare anschließen. Ich war am Ende auch ein bisschen verwirrt. Ich glaubte verstanden zu haben, dass die Kleine Biggi umgebracht hatte und der Vater das vertuschen und mit ihr abhauen wollte. Daraus hatte ich geschlossen, dass der Vater wohl eine Art Anti-Gewalt-Therapie mit ihr gemacht hat? Auf der anderen Seite hatte ich vorher die ganze Zeit an Missbrauch gedacht. Also, wie du siehst, ich war mir unsicher. 😀

    1+
    1. Vielen lieben Dank für Dein Feedback, liebe Merle. Und ich freue mich sehr darüber, dass Du mich „gefunden“ hast 😂 Ich glaube, dass Deine Geschichte tatsächlich auch die erste war, die hier auf der Plattform gelesen habe, da wusste ich noch nicht so richtig wiewowas und habe Dir nur so kurz und knapp gefeedbackt – die Länge meines Kommentars steht aber natürlich nicht stellvertretend für meine Meinung zu Deiner Geschichte, die hat mir nämlich trotz der harten Thematik gut gefallen. So, das wollte ich noch loswerden 😉

      Ich habe nochmal nachgedacht über die Anmerkungen zur „Auflösung“ von Dir und Deinen Vorschreibern. Ich verstehe, was damit gemeint ist. Die Hinweise darauf, was wirklich geschehen ist, werden dem Leser nicht direkt auf dem Silbertablett präsentiert und offenbaren sich vielleicht nicht in Gänze beim ersten Lesen sondern vielleicht eher beim zweiten. Das wollte ich ganz bewusst erreichen. Es gibt im Text viele kleine Hinweise auf die Wahrheit, die man ersten Durchgang nicht wahrnimmt, aber beim zweiten dafür umso mehr (also das hoffe ich zumindest 😜). Ähnlich wie bei Filmen wie „The sixth Sense“ oder „Memento“ bei denen man erst auf den zweiten Blick alle Andeutungen (oder zumindest das Meiste) versteht. Das war zumindest meine Intention.

      Ich danke Dir aber auf jeden Fall für Deine ehrliche Meinung!

      Liebe Grüße

      1+
      1. Liebe Cypani,
        eine nicht direkt auf dem Silbertablett servierte Auflösung ist ja auch definitiv erstrebenswert! 😀 Ich wollte auch eher meine Gedankengänge darstellen, als dass das wirklich als Kritik gemeint war. Letztendlich ist das ja sowieso alles subjektiv. Zumindest scheinen hier ja alle wirklich ausgiebig über deine Story nachzudenken, das muss man erstmal hinkriegen! Ich finde sie nach wie vor gut! 🙂

        0
    2. Hallo liebe Anita,
      ich bin über Instagram auf deine Geschichte aufmerksam geworden und ich muss sagen: Ich bin froh, dass ich sie so gefunden habe😊👏🏻. Eine sehr originell gewählte Hauptfigur, eine authentisch geschilderte Vater-Tochter-Beziehung, das Spiel mit der Erwartungshaltung des Lesers (der Vater oder die Biggi sind die Bösewichte) sind dir wirklich gut gelungen!! Auch die Art, wie du die Geschichte begonnen hast, hat das Interesse geweckt und Fragen aufgeworfen: Wovor flieht sie? Warum flieht sie? Was passiert da im Keller? Was ist diese Therapie?
      Diese Fragen wurden ja dann im weiteren Verlauf auch größtenteils klar, doch eine Frage blieb für mich: Was war die Therapie? 🤔 Obwohl du- finde ich- eine total anschauliche Art zu schreiben hast, hatte ich gerade bis zum Finden des Handys das Gefühl, dass du durch die rückblickende Erzählung der Beziehung von Vater und Mutter und der Räubertochter das so spannende Potenzial deiner Geschichte nicht zu 1000 Prozent ausschöpfst. Vielleicht wäre es ne Möglichkeit gewesen, die Story früher anzusetzen und so die Beziehungen direkt darzustellen, dass man als Leser quasi hautnah dabei ist? Ist nur so ne Idee🤗. Finde, deine Geschichte hätte auch von der Idee her Potenzial für einen Roman und da wäre das dann vielleicht noch besser möglich 🙈.

      Viele herzliche Grüße
      Christina/chris.tina90 (Vollende…t)

      1+
      1. Liebe Christina,

        zunächst einmal vielen lieben Dank für Dein tolles und ausführliches Feedback, das freut mich wirklich sehr.

        Du hast recht, zu dem, was ganz konkret bei dieser „Therapie“ geschieht, gibt es nur Andeutungen – eine richtige fundierte Therapie in dem Sinne ist es nicht, sonder viel mehr ein Versuch des Vaters, das Verhalten seiner Tochter in den Griff zu bekommen. In einer Rückblende sieht sich das Kind, wie sie selbst auf ein als Boxsack fungierendes Kissen einschlägt. Es wird ihr außerdem von ihrem Vater vermittelt, dass sich niemand, auch keine andere Frau zwischen sie drängen kann („niemand kommt zwischen Dich und mich“). Es ist also der Versuch einer Art Aggressionstherapie kombiniert damit, dem Kind das Gefühl zu geben, einzig und bedingungslos geliebt zu werden. Dass diese „Therapie“ natürlich mehr ein verzweifelter Versuch und keineswegs fundiert ist zeigt allein schon die Tatsache, wie und in welcher Form sie statt findet – denn welcher noch rational denkende Vater würde seine Tochter für einen Selbstversuch dazu im Keller einschließen und sich nicht eher an eine Klinik bzw einen Spezialisten wenden. Die Angst, seine Tochter zu verlieren und der Wunsch, sie zu beschützen hat ihn zu dieser verzweifelten Form von „Therapie“ getrieben.

        Für Deine weiteren Anmerkungen danke ich Dir sehr. Ich denke, dass ich die Geschichte nach Abschluss der Aktion nochmals überarbeiten werde, da werde ich mir zu Deinen und den anderen Anregungen Gedanken machen.

        Liebe Grüße
        Anita

        0
  7. Liebe Anita,

    Also ich bin begeistert. Die Geschichte liest sich flüssig und aus meiner Sich auch schlüssig. Ich persönlich mag es bei Kurzgeschichten sehr gerne wenn Fragen offen bleiben, wenn Dinge nur angedeutet sind und die Gedanken des Lesers Raum für eigene Schlüsse haben. Das ist in Deiner Story gegeben. Ich mag auch sehr solche Wortspielereien wie bei dem Satz am Anfang:

    „Niemand kommt zwischen dich und mich. Niemand kommt zwischen dich und mich. Niemandkommtzwischendichundmich.“

    Ebenso vermeintliche Tabuthemen die angeschnitten sind (die Beziehung zwischen Vater und Tochter, Kinder als Täter usw..) Sowas liebe ich!
    Das wo man aus der eigenen Komfortzone herausgeschleudert wird.

    Ich würde Deine Geschichte gerne in der Anthologie sehen.
    Das einzige was mich kurz irritiert hat war dieser Satz:
    „Frau Petzold würde ob diesem geradezu marathoneskem Sprint vermutlich ziemlich dumm aus der Wäsche schauen. “

    Den Satz fand ich im Umfeld zu hochgeschossen irgendwie.
    Aber ALLES was jemand anderes als Bewertung sagt ist im Prinzip nur ein Spiegel der Erfahrungen und Meinungen des Aussagenden. Es sagt aber nicht über Dich aus. Mach unbedingt weiter wenn es Dir Freude bringt. ich finde die Story richtig, richtig gut.

    Alles Liebe und viel Glück und Freude weiterhin beim kreative Schaffen.

    Tine

    1+
    1. Liebe Tine,

      oooh, vielen lieben Dank für Deine lieben Worte, das bedeutet mir sehr viel. Endlich jemand, der mich versteht 😜😂 Spaß!

      Ich nehme es überhaupt nicht persönlich, wenn es andere Ansichten gibt, im Gegenteil, mich interessiert es sogar, was „neutrale“ Dritte meinen – in meinem Freundeskreis finden die meisten immer alles toll 😂
      Das ist zwar gut fürs Ego, bringt einen aber nicht weiter.
      Es können nicht alle einer Meinung sein und jeder kann nicht alles gut finden – was aber nichts daran ändert, dass ich von meiner Geschichte überzeugt bin, sonst hätte ich sie ja nicht eingereicht 😉
      Aber dennoch gibt es immer Dinge, die man verbessern kann und genau dafür ist ein solcher Austausch gut.

      Ich freue mich aber wirklich sehr, dass sie Dir gefallen hat und bin schon gespannt auf Deine, da wir ja einen ähnlichen Geschmack zu haben scheinen 😉

      Liebe Grüße
      Anita

      0
  8. Hallo cypani,
    zuerst muss ich sagen, dass ich saufroh über die Gruppe „wir-schrieben-zuhause“ und deinen Post darin bin, weil ich sonst vielleicht nie über deine Geschichte gestolper wäre. Zu dieser wiederum kann ich nur sagen: Abgefahren!
    Bis auf ein paar krumme Formulierungen (die aber eben ab und zu mal vorkommen, vorallem wenn keiner drüber ließt, der den Text nicht schon, wie man selbst,fast auswendig kennt), finde ich deine Geschichte, gepaart mit deiner Art sie zu schreiben, richtig super.
    (An der Stelle muss ich dir schnell einen Fehler unterjubeln, der mir ins Auge stach. Ich nehme an, der Satz:
    „wenn sie mal wieder irgendeinen Unsinn gemacht hatte und ihr dabei zärtlich eine ihrer dunkelblonden Haarsträhnen hinters Ohr gestrichen.“
    hätte wohl so lauten sollen:
    „wenn sie mal wieder irgendeinen Unsinn gemacht und ihr dabei zärtlich eine ihrer dunkelblonden Haarsträhnen hinters Ohr gestrichen hatte.“)
    Und das mit der Interpunktion wurde ja schon angesprochen. Ich will nicht behaupten, dies perfekt zu beherrschen (wenn das überhaupt jemand von sich sagen kann), aber an der ein oder anderen Stelle dachte ich mir schon, hier könnte eins nicht schaden.
    Jetzt aber weiter mit Lobpreisung.
    Ich finde die Idee klasse, die Textmelodie, die Geschwindigkeit und die Wendung – Bravo!
    Bei deiner Geschichte hab ich mir das erste Mal gewünscht, dass es möglich wäre mehrere „Likes“ zu vergeben. Denn da ich dir nur einen geben kann (was ich gern getan habe), setzte ich dich damit all den anderen gleich, bei denen ich das bisher auch tat.

    Ich fände es super, wenn du meine Geschichte lesen und kurz kommentieren könntest. Gerade deine Meinung würde mich dazu echt interessieren.

    Grüße
    J.D.
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/das-leben-eines-toten-mannes

    1+
  9. Du hast ebenfalls eine sehr interessante Geschichte geschrieben. Nicht zu lang und nicht zu kurz. Und man wurde ebenfalls, wie bei meiner Geschichte (Schuss der Vergangenheit) ein wenig an der Nase herumgeführt, wer denn hier was getan hat. Gefällt mir sehr gut! 🙂
    Liebe Grüße,
    Gwensi

    1+
      1. Liebe cypani, Deine Geschichte hat mich gerade am Anfang wahnsinnig gepackt und ich wollte wissen warum das Kind wegläuft.
        Warum ein „liebender Vater“ seine Tochter in den Keller einsperrt. Ich finde die Idee der Geschichte sehr gut und habe sie mit Begeisterung gelesen. Einzig der Schluß irritierte mich, mir war nicht ganz klar, dass das Kind die Täterin darstellen sollte und ich verstand den Satz mit den Pässen nicht. Als ich dann die Bewertungen hier laß, wurde mir aber vieles klar. Fazit für mich: Spannend, temporeich, gute Umsetzung der vorgegebenen Parameter, das Ende der Geschichte sollte verständlicher sein.
        Liebe Grüße und schreib auf jeden Fall weiter! 😊

        1+
  10. Hallo Anita,
    für den guten Plot gibt es auf jeden Fall ein Herz von mir. Obwohl für mich zu wenige Dialoge in der Geschichte sind, wodurch mir etwas die Dynamik fehlt und es zäh wird, habe ich weitergelesen, da ich wissen wollte, wie es ausgeht und dein Schreibstil ansonsten sehr angenehm ist. Bei einem Roman wärst du wahrscheinlich in Rückblicken mehr auf das Miteinander der Figuren eingegangen.
    Schreib weiter und viel Erfolg für diesen Wettbewerb.
    Liebe Grüße
    Claudia

    1+
    1. Hallo Claudia,

      danke für Deine konstruktive Kritik.
      Wo genau würdest Du die Dialoge hinpacken bzw. was konkret fehlt Dir denn?
      Ich denke, dass dies eine Sache des persönlichen Geschmacks ist und natürlich auch eine Frage der bei einer Kurzgeschichte relativ festgesteckten Länge. Bei einem Roman hat man da natürlich mehr Raum. Aber danke Dir 😊

      Liebe Grüße
      Anita

      0
      1. Wow, die Story hat was…
        Hat mich wirklich mitgerissen und mit dem Ende hab ich jetzt nicht gerechnet.
        Wirklich top gemacht 👍
        Schade, dass Ronja und ihr Vater die letzte SMS nicht mehr gesehen haben…

        1+
  11. Hallo Anita,
    nun bin ich auch dazu gekommen, deine Geschichte zu lesen.
    Mir hat es Spaß gemacht! Dein Schreibstil gefällt mir gut, er passt zur jugendlichen Hauptfigur.
    Hier und da hätten die Absätze ein Komma mehr vertragen können, damit man den Aufbau der Sätze besser versteht. Das wurde ja bereits erwähnt.
    Ich glaube das Ende ist dir sehr gut gelungen – leider habe ich die Geschichte nicht 100%ig verstanden. Dass Ronja die Böse ist, die ein Problem mit ihrer Aggression hat, finde ich sehr spannend. Deine Idee, dies nicht plakativ in den Vordergrund zu stellen, finde ich gut. So muss der Leser selbst die Hinweise zusammen puzzeln.
    Für mich wirft die Stelle, in der Ronja das Handy ihres Vaters in der Jackentasche findet, Fragen auf. Du beschreibst ihre Gedanken und ihre Reaktion auf die WhatsApp-Nachrichten. Sie schlussfolgert, dass ihr Vater jemanden auf Biggi und sie (Ronja) angesetzt hat. Ronja hat Biggi aber selbst umgebracht – das passt für mich irgendwie nicht zusammen.
    Oder ich habe es nicht verstanden. Vielleicht muss ich sie einfach nochmal lesen 🙂
    Viele Grüße,
    calathea1787

    1+
    1. Hallo liebe Calathea,

      vielen lieben Dank für Dein Feedback. Sorry, dass ich erst jetzt antworte, hab es vorher leider nicht geschafft. Es freut mich, dass es Dir gefallen hat!
      Nachdem es so oft erwähnt worden ist, sollte ich glaube ich tatsächlich nochmal intensiv das eine oder Komma um mich schmeißen 😀
      „Ich glaube das Ende ist dir sehr gut gelungen“ – Schön 😀
      Sie hat Biggi umgebracht und ihr Vater hat einen Profi damit beauftragt, die Leiche zu beseitigen. Gleichzeitig gibt es noch das Problem der neuen Pässe (für sie und ihren Vater), worum sich diese Person kümmern muss. Sie missversteht das allerdings, bzw weiß nichts von den Pässen und deutet ihr Foto in Kombination mit der Textnachricht so, dass man sich auch um „sie“ kümmern muss, also dass sie selbst auch beseitigt werden soll.
      Ich hoffe, ich konnte Dir damit helfen.

      Liebe Grüße
      Anita

      1+
      1. Hi Anita,
        ja damit konntest du mir weiter helfen 🙂
        Ich weiß, es ist immer blöd, wenn man jemandem Teile der Geschichte erklären muss… Sorry dafür.
        Viel Erfolg beim Voting!

        1+
  12. Jetzt habe ich zuerst Deine Geschichte gelesen, bevor ich mich für Deinen tollen Kommentar zu meiner Geschichte bedanke.

    Ich muss ehrlich sagen, dass mich Deine Geschichte gefesselt hat. Ich musste unbedingt wissen, warum Ronja im Keller war, was der Vater mit ihr vorhatte. Die Geschichte hält diese Spannung bis zum Schluss Und Du hast die Wendung mit der Auflösung super hinbekommen.

    Dafür ein Like von mir.

    L. Paul (Die Mutprobe)

    1+
  13. Heyho und sei gegrüsst!

    Es ist mir tatsächlich etwas peinlich, dass ich Dir erst jetzt etwas schreibe, aber #wirschreibenzuhause hat Deine Geschichte ganz nach hinten in meine Leseliste gepackt, versteckt auf Seite 2. Unfair! Nach einem langen Lesemarathon ist sie also so etwas wie der Abschluss..trotzdem: sorry! (Dein Kommentar zu Identität ist ja schon was her…)

    Ich mach das mal kurz: das Ende kam für mich etwas zu überraschend. Man fiebert da mit der Protagonistin mit, das Setting mit einem Teenager im Keller lässt natürlich viele Phantasien spielen – stilistisch SEHR gelungen! – und die Wendung trifft einen dann wie ein Schlag. Auch, wenn es so gewollt ist, irgendwie bleibt das mit einem komischen Gefühl in meinem Kopf…die Reaktion des Mädchens auf die Nachricht…naja..egal..

    Bevor Du jetzt denkst, das wird ein zu kritischer Kommentar, Deine Geschichte ist wirklich sehr gut aufgebaut und geschrieben! Die bedrückende Stimmung, das Verhältnis zum Vater, der Mutter, der neuen Freundin vom Vater. Sogar die Katze, die Du eingebaut hast. Top!

    Ein gerne hier gelassenes Like und liebe Grüße aus Hamburg!
    Chris
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/identitaet-6

    1+
    1. Hallo Christian,

      😀 über Deine Einleitung habe ich ein wenig lachen müssen – alles gut! (Memo an mich selbst: Schlägertrupp benachrichtigen, dass er keinen Schlenker über Hamburg machen muss) Spaaaaß!
      Freut mich, dass es Dir gefallen hat!

      Grüße aus Stuttgart in den Norden!

      0
  14. Hallo Anita,
    deine Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Am Anfang denkt man, das Kind wurde vom Vater missbraucht, und dann erfährt man die schockierende Wahrheit. Zu guter Letzt fügst du noch eine tragische Wendung ein, und es wird einem bewusst, dass sie ihren Vater zu Unrecht tötete. Wirklich grandioser Plot! Ich habe mich von Anfang bis Ende nicht eine Sekunde gelangweilt, sondern mit großer Spannung mitgefiebert. Eine Frage habe ich noch: was hat es mit der Therapie auf sich?
    Mein Like habe ich dir dagelassen.
    Liebe Grüße
    Angela
    PS: Falls du magst …, meine Geschichte heißt „Stunde der Vergeltung“ 😊
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/stunde-der-vergeltung

    1+
    1. Hallo liebe Angela,

      vielen lieben Dank für Dein tolles Feedback, es freut mich, dass es Dir gefallen hat.
      Was genau meinst Du mit Deiner Frage, was es mit der Therapie auf sich hat?
      Der Vater hat erkannt, dass mit seiner Tochter offensichtlich etwas nicht stimmt: Sie hat ihre Katze und auch seine Ex-Freundin Biggi getötet. Doch anstatt das Ganze der Polizei zu melden und sie in professionelle Hände (eine Psychiatrie) zu übergeben, lässt er die Leichen beseitigen (der Chatkontakt) und versucht, seine Tochter selbst im Keller zu therapieren (eine Art Aggressionstherapie, sie muss zum Beispiel gegen ein Kissen boxen und bekommt weitere „Aufgaben“, die aber nicht genauer beschrieben werden). Damit sie keinen weiteren „Blödsinn“ anstellt oder nicht wegläuft kettet er sie zu „ihrem eigenen Schutz“ dort fest.
      Hilft Dir das weiter?

      Ich freue mich schon auf Deine Geschichte!

      Liebe Grüße
      Anita

      1+
  15. Hallo Anita,

    du hast einen tollen Schreibstil. Ich habe mir auch ein paar Kommentare durchgelesen und kann eigentlich fast das Gesagte nur wiederholen^^

    Die Perspektive des Kindes finde ich super gewählt. Es bringt einen emotional gleich viel näher an die Story. Ich musste da etwas an den Roman „Liebes Kind“ denke, welcher mir auch sehr gut gefallen hat (Das nur nebenbei).

    Die Geschichte ist durchweg emotional und spannend. Und deine Geschichte wirkt allgemein sehr professionell. Nicht zuletzt auch durch den sehr gut gestalten Plot.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Für diese Story lasse ich gerne einen Like da 🙂

    Vielleicht hast du bei Gelegenheit ja auch Lust und Zeit meine Geschichte zu lesen:
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/rate-wer-ich-bin

    1+
    1. Vielen Dank liebe Marcie für Dein liebes Feedback, darüber freue ich mich wirklich sehr.
      Ja, ich dachte im Nachhinein auch, dass es mich an „Liebes Kind“ erinnert, es gibt durchaus die eine oder andere (unbeabsichtigte) Parallele 😀
      Ich freue mich schon auf Deine Geschichte!

      Liebe Grüße
      Anita

      0
  16. Liebe Anita,

    da hast du mich ja ganz schön an der Nase herumgeführt 😊 Ich habe an Stockholmsyndrom (ist er wirklich ihr Vater?) und Kindesmissbrauch gedacht, aber nicht an einen Therapieversuch zur Aggressionsbewältigung. Das Ende mit seiner unvorhersehbaren Wendung hat mich dann auch noch frösteln lassen (und das bei 28° 😅). Super gemacht!

    Du schreibst sehr anschaulich. Dein Text liest sich trotz der manchmal fehlenden Kommata sehr flüssig und ich war zu jedem Zeitpunkt in der Geschichte gefangen.

    Die Stelle mit der Katze im Sack hat mich sehr bedrückt. Ich finde es furchtbar, wenn Menschen oder Tiere so etwas erleiden müssen. Aber es veranschaulicht noch einmal, welches Aggressionspotenzial Ronja hat.

    Mir sind zwei kleine Dinge aufgefallen, die ich verbessern würde:
    1. „Sie starrte eine ganze Weile auf das Display, bis sie wirklich Begriff, was sie las und sah“ -> „begriff“ wird klein geschrieben
    2. „Sie hatte sich angewöhnt, die Kellertreppe stets langsam herunterzulaufen, seitdem sie als sie vier Jahre alt war eine Stufe übersehen hatte und sich bei dem Sturz die kleine Narbe über der rechten Augenbraue zugezogen hatte“ -> Das 2. „hatte“ würde ich streichen; entweder wird das „als sie vier Jahre alt war“ durch Kommata abgegrenzt oder du schreibst „als Vierjährige“; also „Sie hatte sich angewöhnt, die Kellertreppe stets langsam herunterzulaufen, seitdem sie als Vierjährige eine Stufe übersehen und sich bei dem Sturz die kleine Narbe über der rechten Augenbraue zugezogen hatte“

    Sind wie gesagt nur kleine Sachen, die auf die Geschichte an sich aber keinen Einfluss haben. Ich will auch nicht klugscheißern, mir fällt sowas aber immer direkt auf 😊

    Mein Fazit: eine tolle, spannende Geschichte, die ins EBook gehört. Von mir bekommst du ein Herzchen und alle mir zur Verfügung stehenden gedrückten Daumen.

    Liebe Grüße
    Sarah

    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/rache-ist-suess

    1+
    1. Vielen Dank liebe Sarah für Dein tolles und ausführliches Feedback. Ich freue mich wirklich sehr darüber, dass Du Dir so viel Zeit genommen hast, Dich mit meiner Geschichte zu befassen.
      Deine „Klugscheißerei“ finde ich gar nicht schlimm und fasse ich überhaupt nicht so auf, im Gegenteil, ich bin sehr dankbar, über so etwas aufmerksam gemacht zu werden. Ich finde es gerade nur sehr lustig, dass ich den Schreibfehler mit dem „Begriff“ zig Mal überlesen haben muss 😀
      Ich freue mich schon auf Deine Geschichte!!

      Ganz liebe Grüße
      Anita

      1+
      1. Liebe Anita,
        als ich anfing zu lesen, machte ich mir schon viele Gedanken darüber was es damit auf sich hat, warum kettet ein Vater seine eigene Tochter im Keller fest. Da kommen so einige Sachen durchs Gehirn geschossen, bei denen man denkt „oh nein bitte nicht sowas“. Als dann Biggi ins Spiel kam, hatte ich wieder eine andere Vermutung. Nur das Wort „Therapie“ machte mich immer wieder ein wenig stutzig und als ich dann las: „Wir reden und du bekommst Aufgaben von mir, so wie wir es damals bei Tiger Lilly gemacht haben. Alles wird so wie früher“ da wusste ich was kommt…und bekam Gänsehaut.
        Die Liebe eines Vaters zu seiner Tochter, für die er alles tun würde. Er versteckt sie und will mit ihr flüchten, obwohl er weiß, dass sie krank ist und Hilfe braucht. „Niemand kommt zwischen dich und mich“.
        Deine Geschichte bleibt mir im Gedächtnis, und ich hoffe, dass du den Weg ins ebook schaffst.
        Mein ❤ lasse ich dir gerne da!

        Liebe Grüße frechdachs

        1+
  17. Liebe Anita,

    zugegeben, als ich deine Geschichte anfing zu lesen, bildete sich mir ein dicker Kloß im Hals… Zum Glück habe ich nicht abgebrochen, sondern zu Ende gelesen, denn die Idee deiner Geschichte finde ich gut, und die Wendung ganz zum Schluss hat mir gefallen!

    Ein paar Fragen/Gedanken kamen während des Lesens auf, wie z.B.:
    – Kann es tatsächlich sein, dass ein erwachsener Mann durch einen Schlag mit einem Schraubenzieher auf den Kopf so außer Gefecht gesetzt wird, dass ein Mädchen ihn danach festketten kann?
    – Ronja wird als relativ naiv dargestellt (die Sache mit dem Peilsender – da musste ich lachen 🙂 , oder die eingehende Nachricht auf dem Handy, die sie sofort als harmlos/unwichtig abtut). Später dann erscheint sie total abgebrüht. Dass sie das mit der Katze war ist abscheulich. Ob Ronja oder ihr Vater das mit Biggi waren ist mir allerdings nicht klar. Als Ronja das Bild von Biggi auf dem Handy sieht, denkt sie sich, dass ihr Vater so das Problem los wurde. Da wunderte ich mich am Ende, dass es wohl Ronja gewesen sein sollte, die das „Problem“ erledigt hat? Oder doch nicht?

    Dennoch – gut durchdacht, eine schöne Wendung zum Schluss und insgesamt gut zu lesen.
    Mach auf jeden Fall weiter mit dem Schreiben!

    Viel Glück beim Voting,
    LG Yvonne / voll.kreativ („Der goldene Pokal“)

    1+
  18. Hallo Anita

    Zunächst muss ich hier an dieser Stelle betonen, dass ich Vater einer „Ronja“ bin, was die Geschichte für mich direkt noch einmal intensiver hat werden lassen.

    Ich zolle dir den höchsten Respekt.

    Was für eine großartige Geschichte.

    Ich war von der ersten Sekunde an begeistert und berührt.
    Habe die Geschichte wie im Rausch gelesen.

    Die Geschichte könnte als Paradebeispiel für eine absolut tolle und gelungene Kurzgeschichte dienen.

    Die Parameter sind gut umgesetzt worden, die Handlung nachvollziehbar und stringent, die Hauptperson perfekt und geheimnisvoll in Szene gesetzt, die Erinnerungsbilder grandios eingefügt, der Schreibstil super und das überraschende, böse Finale einzigartig.

    Sehr, sehr geil.

    Liebe Anita

    Dir ist ein wahres Werk gelungen.

    Kurz, präzise, knackig, auf den Punkt.
    Geheimnisvoll und hintergründig.
    Du spielst perfekt und vorbildlich mit den Gefühlen und Erwartungshaltungen deiner Leser, führst sie in die Irre, begleitest sie ins schaurige Ende.
    Der arme Vater.

    Und noch etwas, worauf ich persönlich viel Wert lege.
    Deine Rechtschreibung und Grammatik sind vorbildlich.

    Super.
    Kompliment.

    Ich habe nicht viel Ahnung und bin auch nur Hobby-Autor, aber von den bisher ca. 180 Geschichten, die ich gelesen habe, würde ich die Räubertochter ohne jeden Zweifel in die Top 10 setzen.

    Weil es einfach aus meiner Sicht NICHTS auszusetzen gibt.

    Du hast durch diese Geschichte gezeigt, dass du es drauf hast und zudem über ein großes Talent verfügst.
    Und du schreibst nüchtern und konkret, ohne unnötig auf „den Putz zu hauen“, wie ich es in meinen Geschichten oft mache 🙂

    Anita, du brauchst auf jeden Fall noch mehr Likes. Deine Geschichte MUSS ins EBook.

    Ich wünsche dir und deiner Geschichte alles Gute und viel Erfolg.

    Und noch viel mehr Leserinnen und Leser, die du begeistern kannst und wirst.
    Mein Herz hast du natürlich sicher.

    Dir persönlich wünsche ich nur das Beste der Welt.
    Kämpfe für deine Räubertochter und gehe als Autorin deinen ganz eigenen Weg. Und gib niemals auf.

    Und informiere mich, wenn es etwas Neues von dir zu lesen gibt.

    Ganz liebe Grüße.

    So, und jetzt kümmere ich mich mal ein wenig um meine Ronja. Schließlich will ich nie im „Keller landen“.

    Pass auf dich auf.

    Swen Artmann (Artsneurosia)
    „Die silberne Katze“

    1+
  19. Wie versprochen, nun auch mein Feedback. Gute Geschichte. Toller Twist. Ich mag es, wenn Geschichten nicht einfach nur stereotyp erzählt werden, sondern der Autor verwirrt, indem er vermeintliche Erwartungen nicht erfüllt und Raum für Interpretationen lässt. Genau das ist insbesondere in einer Kurzgeschichte möglich, deren Merkmal u.a. das offene Ende mit Aha!-Effekt ist. Sehr gut umgesetzt.
    Viel Erfolg!
    Mari 🙂

    1+
  20. Liebe Anita,
    ich finde deine Idee der Hauptpersonen total genial! Vor allem musste ich bezüglich der Sportlehrerin schmunzeln!!! Ein kleines Detail, aber das macht für mich das Besondere an Geschichten aus, denn das macht die Personen für mich lebendig.

    Auch das Auftauchen des Handys finde ich bei dir richtig elegant gelöst!

    Ich wünsche dir noch ganz viele Likes!

    Danke nochmals für dein Feedback. Habe dir auch geantwortet. Ich weiß leider nur nicht, ob du darüber eine Info erhältst? Sonst schau unter (Strafe) nach, wenn du magst.
    Nochmals alles Gute für dich! Ich finde die Geschichte unglaublich spannend!
    Grüße Jana

    1+
  21. Hi Anita,

    finde Deine Geschichte auch sehr gut und vor allem nicht platt! Das man bei einer Kurzgeschichte erstmal ins Grübeln kommt, finde ich schon eine tolle Leistung.
    Du hast aus den Vorgaben wirklich einen sehr kreativen Plot erschaffen! So gar nicht Mainstream. Super!!!

    lg
    Rolf

    1+
  22. Hallo Anita,
    ich bin gerade mit deiner Geschichte fertig geworden und sie lässt mich mit vielen Fragen zurück. Das finde ich aber gar nicht schlimm, denn so bleibt sie länger im Kopf als andere Geschichten. 😉 Es sind einige Leerstellen drin, in die man viel hineininterpretieren kann.
    Eine Frage aber stellt sich mir in den Weg: Wie alt ist Ronja? Du schreibst zwar im zweiten Absatz etwas von einer Sechstklässlerin, aber das könnte auch in der Vergangenheit liegen. Für eine Sechstklässlerin hat sie jedenfalls einige tiefsinnige Gedanken, ich hatte zwischendurch eher das Gefühl, dass sie ein paar Jahre älter ist.
    Der Stil ist sehr angenehm und flüssig. Durch die vielen kurzen Absätze steigt das Lesetempo und ehe man sichs versieht, ist man beim Ende – schade eigentlich, ich hätte gern noch ein bisschen mehr gelesen. 🙂 Alles in allem gefällt mir die Geschichte gut, ich glaube, ich rätsele noch ein wenig über Ronjas Vergangenheit. 😉

    LG
    Peter („Vergessen“)

    1+
    1. Vielen lieben Dank für Dein Feedback 😊
      Sie ist tatsächlich noch in der 6. Klasse. Welche Gedankengänge meinst Du konkret?
      Dass sie andere Gedanken hegt als vielleicht andere, „normale“ Kinder in dem Alter, hängt ws damit zusammen, dass sie kein „normales“ Kind im klassischen Sinne ist 😉
      Ich kenne zumindest nicht viele Kinder, die mit 12 mal kurz die nervige neue Freundin ihres Vaters um die Ecke gebracht haben…
      Lerne ich hoffentlich auch nicht kennen 😂

      Freue mich schon auf Deine Geschichte!

      Liebe Grüße
      Anita

      0
  23. Speziell meinte ich die Gedanken in Bezug auf die Nachrichten auf dem Handy und ihr planvolles Vorgehen, wie sie was mit dem Vater anstellt. 😉 Ich bin mir übrigens immer noch unsicher, was mit der leiblichen Mutter passiert ist. Sie ist weg, ja, aber theoretisch lässt die Geschichte hier die Interpretation zu, dass sie auf „Ronja-Art“ weg ist. Aber es stimmt schon, was du schreibst. Sie ist nicht gerade ein normales Kind, da sind auch etwas kompliziertere Gedankengänge nicht ganz unlogisch. 😁

    1+
  24. Liebe Anita,
    hast du mal was vom „unzuverlässigen Erzähler“ gehört? Das ist ein schreiberischer Kunstgriff, um die Leser auf eine falsche Fährte zu führen. 😉
    Das ist dir hervorragend gelungen!
    Erst dachte ich: böser Vater, hält seine Tochter im Keller gefangen und sie muss tun, was immer er verlangt – in welcher Richtung auch immer. Alles nur aus Liebe. Niemandkommtzwischendichundmich. – Denkste. Naiver Vater versucht, seine mordende Tochter wieder hinzukriegen. Allerdings aus Liebe.
    Und das alles, nachdem Biggi verschwand. Ich dachte: Vater wird erst von Muttern verlassen, dann von seiner Perle. Hat nur noch sein Töchterlein. Sperrt sie in den Keller, damit sie nicht auch noch abhanden kommt. – Wieder Pustekuchen. Siehe oben. 🙂
    Am Ende wird langsam klar, dass Ronja die meuchelnde Tochter des hilflosen Vaters ist. Und wie das Leben so spielt, versteht sie die Nachrichten falsch und bringt den Papa auch noch um die Ecke.
    Bis auf die paar schon genannten Kommageschichten und Vertipperchen – eine großartige Geschichte. Klasse geschrieben – die „Klick“-Flashbacks find ich super – und echt spannend.
    Hier kommt mein Like ♥ (oben in echt)
    Liebe Grüße
    Annelie

    1+
    1. Vielen lieben Dank Dank Dir für Dein tolles, ausführliches Feedback liebe Annelie.
      Die Art zu erzählen bzw. in die Irre zu führen kenne und schätze ich persönlich beim Lesen (oder auch beim Filme schauen) sehr, dass es dafür auch einen Fachbegriff gibt, war mir neu 😂 Aber cool! Gut zu wissen auf jeden Fall.
      Magst Du mir den Titel Deiner Geschichte verraten?

      Liebe Grüße
      Anita

      0
  25. Hey Anita,

    erstmal vielen Dank das du meine Kurzgeschichte kommentiert hast (Unschuldskind) – das freut mich wirklich sehr 😀

    Ich habe deine Geschichte mit großer Spannung gelesen.
    Tatsächlich habe ich bis zum Ende gedacht, dass Ronja das „Opfer“ ist.
    Die Wendung am Schluss und auch das (mehr oder weniger) offene Ende ist dir wirklich gut gelungen!! Das hat alles so ein „Oh krass“-Moment am Ende bei mir ausgelöst – was mir sehr gefällt.

    Liebe Grüße und noch viel Spaß beim weiteren Schreiben
    Sarah

    1+
  26. Hey,

    vielen Dank für deine lieben Worte zu meiner Geschichte. Wie versprochen, habe ich mir deine durchgelesen und ich finde sie super. Hier ist die Situation eingetreten, in welcher man das für Kurzgeschichten typische offene Ende total blöd findet. Ich weiß, wie bei mir soll der Leser seine eigene Fantasie nutzen ;). Die Idee aus der Sicht eines Kindes die Geschichte zu erzählen ist sehr gut, auch die Wendung am Ende.

    So, nun auch ein Herzchen von mir und ich drücke die Daumen für das ebook.

    Liebe Grüße
    Sandra (das zerstörte Band)

    1+
  27. Hallo Anita!
    Vielen Dank nochmal für deinen Kommentar bei meiner Geschichte, das hatte mich wirklich gefreut! Es tut mir leid, dass es so lange gedauert hat, bis ich geantwortet habe.

    Zu deiner Geschichte:
    Wow, ich glaube das ist die Geschichte, bei der mir der Twist am Ende bisher am besten gefallen hat. Das hast du richtig gut gemacht und du hast mich zu Beginn der Geschichte total auf die falsche Fährte gelockt.
    Durch die unschuldige und „junge“ Art und Weise, wie Ronja redet und denkt (dass sie zum Beispiel immer und immer wieder „Papa“ sagt) und die Art, wie ihr Vater auf sie einredet („Mein Schatz“, etc.) lässt sie noch unschuldiger zu Beginn der Geschichte wirken. Mir gefällt es total, wenn das was man am Anfang einer Geschichte empfunden hat durch das Ende eine ganz andere Bedeutung bekommt, und das hast du auf jeden Fall geschafft. Jetzt machen ihre kindlichen Formulierungen einem nämlich eher Angst, als dass sie Empathie hervorrufen. Auch, dass der Vater mit ihr redet wie mit einem kleinen Kind (so kommt es mir zumindest vor), bekommt da nochmal eine andere Bedeutung, er will sie nämlich beschwichtigen, weil er was, was für ein „Monster“ in ihr brodelt.

    Mir ist nicht ganz klar, warum ein Bild von Biggi an den Mann, der die Pässe besorgen soll, geschickt wurde, außer dass die beiden Bilder Ronja verwirren sollen, dass sie denkt, dass sie und Biggi die „Probleme“ sind. Der Kontakt, der die Pässe besorgt, entsorgt gleichzeitig auch Biggis Leiche? Wenn ja, hätte ich mir den Chatverlauf ein bisschen anders vorgestellt.
    Das habe ich nicht so ganz verstanden, mir hat die Geschichte trotzdem total gut gefallen! Vielleicht kannst du mir das ja auch noch erklären^^

    (Falls du es ins ebook schaffst, schau nochmal irgendwo in der Geschichte spricht Ronja ihren Vater mit einem groß geschriebenen „Du“ an und im Satz davor ist das „dich“ kleingeschrieben.)
    Ich wünsche dir und deiner Geschichte, dass sie ins ebook kommt, die Räubertochter wäre dafür auf jeden Fall eine Bereicherung!

    0
  28. Hallo Anita,

    lange stand Deine Geschichte (wie so viele) auf meiner Leseliste. Und was soll ich sagen? Hätte ich früher lesen sollen! Ich war von Anfang bis Ende gefesselt. Wirklich gelungen!

    Ich drücke die Daumen und lasse mein Herzchen da.

    Danke, dass Du meine Geschichte gelesen und kommentiert hast!

    Liebe Grüße von der Charlie
    („Und der Tod fragte sich, wer er eigentlich ist?“)

    0

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