jharzmannSchweigen

14+

Es war ein sonniger Freitagmorgen – und hätte ich gewusst, was mich an diesem Tag erwartet, wäre ich erst gar nicht aufgestanden.

 

Wie jeden Arbeitstag machte ich mich kurz nach 6 Uhr am Morgen auf, um Leute durch die Gegend zu kutschieren, ohne dafür auch nur etwas Dank zu bekommen. Aber wenn etwas schief läuft, ist das Theater natürlich wieder groß. Wenn die S-Bahn, die ich den ganzen Tag durch Berlin steuere, zu spät ankommt, bin ich schuld. Nicht die Gleistechnik, die oft genug streikt. Nicht die Familie, die sich noch durch die schließende Tür zwängt, statt auf die nächste Bahn in 5 Minuten zu warten. Nicht der Fahrgast, der einen Herzinfarkt hat und behandelt werden muss. Nicht der Fahrer der Bahn vor mir, der ebenfalls schon zu spät dran ist und wegen dessen Fahrzeug nun kein Platz für ein weiteres am Bahnhof bleibt. Und auch nicht der Idiot, der sich das Leben auf eine so unvorstellbar brutale Weise nehmen und dabei noch möglichst viele Leute traumatisieren will. Es ist den Leuten egal, warum die Bahn zu spät ist. Immer bekomme ich den Ärger ab. Nur selten sehe ich eine Person, die mir freundlich zunickt. Es passiert mir so gut wie nie, dass mir jemand einen guten Tag wünscht. Und in den vier Jahren, in denen ich schon dieser Arbeit nachgehe, habe ich nur ein Danke gehört – und das auch erst, als ich einer alten Frau in den Wagen geholfen habe. Natürlich hätten die umstehenden Leute das genauso gut machen können…

 

Der Tag Anfang Mai fing ganz normal an. Das kommende Wochenende hatte ich endlich wieder frei und ich freute mich schon darauf. Wäre da nicht der nervige Berufsverkehr, da sind Verspätungen an der Tagesordnung! Ich achte schon nicht mehr auf die vielen Leute, die nach ihrer Fahrt genervt aussteigen und mir den Mittelfinger zeigen. Auch diesmal kam ein junger Mann auf meinen Einstieg zu. Er lächelte nicht und fasste sich in die Jackentasche. Mein Herz schlug schneller. Man hörte ja immer wieder von tätlichen Angriff auf die Fahrer, glücklicherweise war ich noch nie selber betroffen. Ich schluckte und zog mich in meine Kabine zurück, doch er ließ sich davon nicht beeindrucken. Seine Augen waren so durchdringend dunkel, dass ich mich kaum traute, ihn anzusehen, doch ich versuchte, seinem Blick standzuhalten. Dann sah ich, dass er ein Handy aus der Jacke hervorzog. Beruhigt atmete ich auf, während er mir das Gerät reichte. „Hat wohl jemand in der Bahn vergessen!“, sagte er und hatte sich bereits wieder umgedreht, bevor ich auch nur auf die Idee kam, ihn zu fragen, wo genau er es gefunden hatte. Gedankenverloren nickte ich und legte das Handy auf der Ablage ab. Die ungeduldigen Blicke der wartenden Fahrgäste übersah ich für einen Moment, dann fuhr ich meinen bekannten Weg weiter. Anfangs kreisten meine Gedanken noch um die ungewöhnliche Art des Mannes, verloren sich aber schnell im Trott der Arbeit. Am Ende meiner Schicht war nur noch eine blasse Erinnerung daran übrig. Der letzte Bahnhof war schon in Sichtweite, kam langsam näher. Während ich das Fahrzeug abbremste, fuhr ich an Benny vorbei – einem relativ neuen Kollegen, der meine Bahn übernehmen sollte. Wir grüßten uns, wechselten sonst aber keine weiteren Worte und ich machte mich auf den Heimweg.

 

„Marco, du hast dein Handy vergessen!“, rief er mir nach. Reflexartig griff ich in meine Hosentasche und spürte mein eigenes Telefon an Ort und Stelle. Der junge Mann mit den tiefdunklen Augen fiel mir wieder ein. „Ach, das hatte einer gefunden. Kannst du das nachher noch zur Fundstelle bringen?“, bat ich ihn. Eigentlich wäre das meine Aufgabe gewesen, aber ich wollte so früh wie möglich mein freies Wochenende beginnen und das schöne Wetter genießen. Stattdessen müsste ich noch einmal quer durch die Stadt fahren. Er sah mich verdutzt an. „Bist du dir sicher? Das muss doch deins sein!“ Ich verstand nicht. „Hier, ist das nicht Sophia?“ Er zeigte mir den Startbildschirm, auf dem das Foto einer jungen, blonden Frau zu sehen war. Der Bildschirm wurde wieder schwarz. Er hatte Recht, auf den ersten Blick hatte es wie ein Bild meiner Freundin ausgesehen. Benny zuckte mit den Schultern. „Nun nimm schon, ich muss los!“ Er drückte mir das Gerät in die Hand und ließ mich mutterseelenallein auf dem Bahnsteig stehen.

 

Mit einem Knopfdruck erschien das Foto wieder. Es war wirklich Sophia. Oder zumindest sah es aus wie Sophia. Wie konnte das sein, mein Geist musste mir einen Streich spielen! Ich sah das Bild ganz genau an und suchte nach Details, die ich bisher übersehen hatte und mir verdeutlichten, dass ich nicht Sophias Abbild sah. Eine andere Erklärung ließ mein Kopf nicht zu. Es musste etwas in diesem Gesicht geben, das sich von ihr unterscheidet!

 

Immer wieder wurde der Bildschirm schwarz und ich musste ihn mit dem Einschaltknopf zum Leben erwecken, wenn auch nur für ein paar Sekunden. Diese durchdringend blauen Augen, das Lächeln, die Grübchen, die Zähne. Selbst die Augenbrauen sahen aus wie die von der Frau, mit der ich gerade erst zusammen gezogen war. Wie konnte ihr jemand so ähnlich sehen? Ein mulmiges Gefühl machte sich in meinem Bauch breit. Was, wenn sie es tatsächlich war? Hatte sie vielleicht eine Affäre mit jemandem, der ein Bild von ihr mit sich herum trug? Ausgeschlossen! Meine Sophia nicht, auf keinen Fall meine Sophia! Gleichwohl konnte ich den Gedanken nicht vollends abschütteln. Sie wird es dir ganz bestimmt erklären können, dachte ich mir. Egal, was ich mir gerade im Kopf ausmale, hinterher werden wir darüber lachen! Auch auf dem Weg nach Hause begleitete mich das schlechte Gefühl, das konnte ich mir nicht weg reden.

 

Ich versuchte, mich zu beruhigen. Sophia hatte an diesem Tag Spätschicht im Krankenhaus, deswegen konnte ich erst kurz vor Mitternacht mit ihr rechnen. Also wohin sollte ich jetzt gehen? Eigentlich hatte ich vorgehabt, es mir mit einem Buch auf dem Balkon oder in einem Park gemütlich zu machen. Der Gedanke an das Foto ließ mich nicht los und ich suchte nach Ablenkung. Mein Blick fiel auf die Uhrzeit – 16:17 – Sophias Schicht hatte gerade erst begonnen. So lange konnte ich unmöglich warten! Ich war mir unsicher, ob ich sie besuchen gehen und auf das Foto ansprechen sollte. Sie hatte gerade erst ihren Job auf der Intensivstation angefangen und ich wollte sie nicht durch einen unangekündigten Besuch ablenken… Ich war so stolz darauf, wie sie den stressigen Alltag meisterte. Im Gegensatz zu mir machte es ihr auch nichts aus, ständig Blut zu sehen.

 

Ich hatte mich entschieden – vielleicht nur aus der verzweifelten Hoffnung, dass es eine einfache Erklärung für das Foto gab und meine Sorgen unbegründet waren. Und die Erklärung konnte warten, musste warten! Nachdem ich das Handy auf den Küchentisch gelegt hatte, überkam mich ein pochender Kopfschmerz, begleitet von einem Schauer, der meinen ganzen Körper erfasste. Hastig stürzte ich ins Badezimmer und spritzte mir kaltes Wasser ins Gesicht. Mit nassen Händen legte ich mich ins Bett und versuchte, ruhig zu atmen. Eine Panikattacke war das letzte, was ich jetzt gebrauchen konnte. Meine Hände wanderten zu meinen Schläfen und versuchten, den Kopfschmerzen mit kreisenden Bewegungen Herr zu werden. Aus reiner Gewohnheit schloss ich dabei die Augen und, obwohl die Situation mich dermaßen überforderte, war ich innerhalb weniger Minuten eingeschlafen.

 

Das laute Knallen der Tür riss mich aus dem Schlaf. Es war stockduster. Die Tür zum Schlafzimmer öffnete sich leise und erst der Lichtstrahl und Sophias Umrisse ließen die Erinnerung wieder hochkommen. „Na, schläfst du etwa schon?“, begrüßte sie mich flüsternd. Sie war immer so rücksichtsvoll! Ich rieb mein Gesicht, während sie sich zu mir setzte und mir einen Kuss auf die Schulter gab. So küsste man doch niemanden, wenn man eine Affäre mit einem anderen Mann hatte! Oder vielleicht gerade deswegen? „Ich muss mal aufs Klo.“ Ich bereute sofort, dass ich so abweisend klang, aber ich musste nachsehen, ob auf dem Küchentisch ein Handy lag oder ich das nur geträumt hatte. Das verdammte Ding lag tatsächlich neben meinem Schlüssel. Meine Hände zitterten. Kurz flammte die Hoffnung auf, dass sich das Foto einer anderen jungen Frau auf Knopfdruck enthüllen würde, das tat es natürlich auch nicht. Dafür sah ich, dass eine Nachricht eingegangen war. CLARA, Absender Clemens. Kein Hallo, nichts weiter. Nur dieser Name: CLARA. Was hatte das zu bedeuten? Ich konnte kaum klar denken. Wenn sie eine Affäre mit diesem Clemens haben würde, warum würde er eine Nachricht an sein eigenes Handy schicken? Und warum nur einen Namen, nichts anderes? Das alles machte doch keinen Sinn, ich konnte mir einfach keinen Reim darauf machen.

 

Wie sollte ich das Thema nun ansprechen? Hätte ich mir bloß vorher Gedanken darüber gemacht! Sollte ich bis zum Morgen warten? „Was hast du denn da?“, hörte ich sie fragen. Sie stand am Türrahmen und lächelte mich an. Mein Hals fühlte sich trocken an, das Räuspern machte es nur schlimmer und verdeckte obendrein nicht einmal meine Unsicherheit. „Das hat heute jemand bei mir abgegeben, hat wohl jemand in der Bahn verloren.“ Spürte sie, wie nervös ich war? Keine Regung in ihrem Gesicht. Entweder hatte sie das Telefon nicht erkannt oder war eine verdammt gute Schauspielerin. Noch hatte ich mich nicht entschieden, was davon der Fall war. Es war zum Verrücktwerden: bisher hatte ich gedacht, dass sie so etwas wie eine Seelenverwandte war. Und doch hatte ich in diesem Moment das Gefühl, eine Fremde vor mir zu sehen.

 

Ich hielt die Luft an, als sie näher kam. „Ich hätte es eigentlich gleich wegbringen sollen, aber dann ist mir aufgefallen, dass…“ Ich wollte ihr die Chance geben, sich zu erklären. „…dass es ein Handy ist?“, witzelte sie und zeigte das Lächeln, bei dem sie ihre Nase immer nach oben zog. Bei diesem Anblick spürte ich immer, wie sehr sie mir Schmetterlinge im Bauch fliegen ließ. Und auch dieses Mal konnte ich mir ein Lächeln nicht verkneifen. Der Gedanke, dass sie mich betrügen würde, kam mir abwegig vor. Dann fiel mir das Handy wieder ein und das wohlig-warme Gefühl verwandelte sich in Eiseskälte, die mich schaudern ließ. Für mich gab es nur zwei Erklärungen für das Foto: entweder hatte sie eine Affäre oder einen Stalker. Keine davon war sonderlich beruhigend. Und keine erklärte die Nachricht.

 

Wieder drückte ich den Einschaltknopf, der Bildschirm erleuchtete. „Was ist das?“ Neugierig nahm sie das Telefon und setzte sich. „Ist das ein Foto von mir?“ Was sollte ich auf diese Frage bloß antworten? „Ist das ein Scherz? Hast du mich heimlich auf der Arbeit fotografiert?“ Sie klang empört. Ich setzte mich neben sie und schüttelte den Kopf. „Weißt du, wer Clara ist?“ Ihre Schultern strafften sich, sie schüttelte langsam den Kopf. „Clara“, wiederholte sie leise und sah mich fragend an. Ich wollte ihr die Nachricht zeigen, aber der Bildschirm hatte sich bereits wieder schwarz gefärbt. „Verfluchtes Ding!“, entfuhr es mir. Sophia erschrak und rutschte unbewusst ein wenig von mir weg. Normalerweise verlor ich selten die Fassung, doch langsam hatte ich keine Geduld mehr mit dem Handy. Mir war klar, dass ihr das Angst einflößte. Sie öffnete den Mund und wollte etwas sagen, überlegte es sich im letzten Moment scheinbar noch anders. Sie fuhr sich durch die Haare und band sich einen Pferdeschwanz, während sie meinem Blick auswich. „Sollen wir zur Polizei?“, fragte ich vorsichtig nach. Das war die letzte Chance, mir eine Affäre zu beichten. Sie nahm meine Hand und ich wappnete mich.

 

„Nein“, sagte sie. Nur dieses eine Wort, das so viel bedeuten konnte. Also doch eine Affäre. Sie schluchzte leise, während sie die Tränen kaum noch zurückhalten konnte. Ich zog meine Hand zurück und versuchte, durchzuatmen. Konnte ich ihr das verzeihen? „Ich weiß nicht, keine Polizei… Clara war meine Schwester“, flüsterte sie. Das traf mich mit voller Wucht. Einerseits war ich erleichtert, andererseits erklärte das noch immer nicht das Foto. Oder irgendetwas anderes an der ganzen Geschichte. Und warum eigentlich „war“? Warum hatte ich noch nie von ihr gehört? Was war mit ihr geschehen? Und woher kam dieser Stalker, der sie besser kannte als ich?

 

Sie wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und stand auf. Nachdem sie ihr Telefon aus der Handtasche genommen hatte, drehte sich von mir weg, sodass ich nicht sehen konnte, wen sie anrief. „Hallo? Ja, ich weiß, dass es schon sehr spät ist. Kannst du morgen früh bitte gleich zu uns kommen, es ist wichtig! Nein, morgen früh.“ Endlich setzte sie sich wieder zu mir. Das war wohl kaum die Polizei gewesen! Sie starrte die Wand an, als sie anfing zu erzählen: „Das war meine Mutter. Was du nicht weißt, ist, dass sie nicht meine richtige Mutter ist, meine biologische Mutter. Ich wurde adoptiert. Als ich 16 war, hat sie es mir gesagt. Und sie hat mir von Clara erzählt, meiner Schwester. Wir wurden von verschiedenen Familien adoptiert. Als ich vier Jahre alt war, ist Clara gestorben. Es war wohl kurz nach meinem Geburtstag. Sie war fünf, fast sechs. Meine Familie ist damals direkt danach von München nach Berlin gezogen. Schon komisch. Der Umzug ist mir im Gedächtnis geblieben, aber an Clara kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich war ja noch klein, es war alles so furchtbar hektisch.“ Sie drehte sich zu mir um und ich spürte, wie sie mit ihren Händen Halt suchte. „Ich habe nie jemandem davon erzählt.“ Ich nahm wieder das Telefon in die Hand und starrte die Nachricht an. „Und Clemens? Wer ist das? Woher kennt er Claras Namen?“ Sie sah mich ratlos an und schüttelte unbewusst den Kopf. „Habe ich noch nie gehört. Vielleicht weiß meine Mutter etwas dazu. Sie kannte die Familie, die Clara adoptiert hatte – unsere Familien waren miteinander befreundet. Als Clara gestorben ist, zerbrach die Freundschaft. Kannst du dir das vorstellen? Die eine Schwester stirbt und die andere, die wie eine jüngere Version von ihr aussieht, lebt gleich nebenan? Das muss schrecklich gewesen sein!“ Ich nahm sie in den Arm. „Weißt du denn, wie sie gestorben ist?“ Ich konnte meine Neugier nicht zurückhalten, auch wenn es scheinbar schmerzvoll für sie war, darüber zu reden. „Es war ein Unfall, hat meine Mutter erzählt. Ein schrecklicher Unfall, an dem niemand Schuld hat, das waren ihre Worte. Später habe ich sie einmal darauf angesprochen, aber sie hat nur gesagt, dass es nichts bringt, sich den Kopf über die Vergangenheit zu zerbrechen. Man kann nichts wieder rückgängig machen.“ Es gab nichts mehr zu sagen. Oder zu fragen. Ich wusste nicht, ob ich sie trösten sollte – ob sie überhaupt Trost brauchte. Schweigend saßen wir am Küchentisch, tranken Tee und starrten die Wände an.

 

Wieder riss mich die Tür aus dem Schlaf, diesmal war es die Klingel, mit der sich Sophias Mutter ankündigte. Ihre Adoptivmutter, wie ich nun wusste. Der Wecker zeigte kurz nach sieben Uhr an. Beim Umdrehen sah ich, dass Sophia nicht neben mir lag. Hatte sie überhaupt ein Auge zugetan? Ich hörte, wir sie zur Tür ging und ihre Mutter begrüßte. Noch immer die Klamotten des letzten Tages an mir, wuschelte ich mir nur kurz durch die Haare. „Hallo Renate!“ Hoffentlich klang ich nicht zu niedergeschlagen – ein Lächeln konnte ich mir beim besten Willen nicht abringen. Sie ignorierte die schlechte Stimmung und drückte Sophia einen Strauß bunter Blumen in die Hand. Mir gab sie ungefragt eine Papiertüte. Der Duft nach frischen Brötchen ließ den Inhalt erahnen. „Nun erzählt mal, was ist eigentlich los bei euch beiden? Was ist denn so wichtig?“ Sie lächelte. „Heiratet ihr etwa? Oder bekommt ihr Nachwuchs? Gerade unter diesen besonderen Umständen musst du genug essen!“ Ihr Lächeln wurde immer breiter, sie hatte wirklich keine Ahnung. „Setz dich mal bitte hin, Mama!“

 

„Vor ein paar Jahren hast du mir von Clara erzählt“, begann Sophia ohne Umschweife. Sie sah erschöpft aus und ich sah, wie viel Kraft es sie kostete, weiter zu reden. Ihre Mutter sah mich verdutzt an, also übernahm ich die weiteren Fragen. „Was kannst du uns über sie erzählen? Gibt es etwas, das du Sophia bisher verschwiegen hast? Kennst du einen Clemens?“ Ihre Augen verengten sich, sie richtete ihre Aufmerksamkeit nun auf mich statt auf Sophia. „Ach, diese alten Kamellen. Wie kommst du denn jetzt auf sowas?“ Sie hatte ihre Fassung wieder gefangen und lächelte nun wieder ihre Tochter an. „Wie wir darauf kommen?“ Ihre Stimme war viel schriller, als ich es jetzt erlebt hatte. Sophia reichte ihr das Handy und zeigte ihr das Bild. „Siehst du das? Das ist ein Bild von mir! Das hat gestern jemand bei Marco abgegeben. Und hier diese Nachricht, da steht Clara, von einem Clemens geschrieben. Kannst du mir das erklären?“ Sie bekam kaum noch Luft. Renate verschränkte die Arme vor sich – die eindeutige Abwehrhaltung fiel wohl nur mir auf. Warum war sie nicht genauso aufgeregt wie wir?

 

Sie atmete kurz durch. „Clemens ist Claras Bruder. Weißt du das denn alles nicht mehr?“ Sophia schüttelte den Kopf, ihre Mutter sah sie mitleidig an. „Du hast Clemens vergöttert, ihr beide.“ Sie drehte sich zu mir um und begann gerade, von der Adoption zu erzählen, als Sophia sie unterbrach. Gerade meiner Sophia, die sonst nichts aus der Ruhe bringen konnte, schien es nicht schnell genug zu gehen. Renate hielt kurz inne. „Ihr beide habt damals immer viel miteinander gespielt, und ich habe gefühlt jede freie Minute mit Sarah verbracht – das ist Claras Mutter, war Claras Mutter. Sie dachte, sie könnte keine eigenen Kinder kriegen, darum hat sie Clara adoptiert. Als du zwei Jahre alt warst, ist sie doch noch schwanger geworden. Clara hat sich den Namen Clemens ausgesucht, wusstest du das, Sophia? Clara und Clemens, es war so niedlich.“ Wieder schüttelte sie den Kopf. „Er war erst zwei Jahre alt, als sie gestorben ist.“ „Wie ist sie denn gestorben?“, fragte ich, weil ich die Stille kaum aushalten konnte. „Ein Unfall“, sagte sie knapp. „Ein Unfall?“ Ich wollte es genauer wissen, denn scheinbar war es wichtig. Sie nickte, als wäre es das Natürlichste der Welt. Sie wollte einfach keine Details mehr preisgeben. Die ganze Situation kam mir komisch vor, wie sollte sie das unter den Umständen auch nicht? Zufrieden konnte ich damit nicht sein, also versuchte ich, sie etwas zu provozieren. „Ich schlage vor, wir rufen die Polizei. Die wird das doch aufklären können? Ich meine, wir wissen ja nicht einmal, wieso er das Foto von dir hat.“ Sie sah mich überrascht an, es gab einfach zu viele unbeantwortete Fragen. „Warum lässt er das Handy in meiner S-Bahn liegen? Er schickt eine Nachricht an dieses Handy, um mir – oder uns – etwas mitzuteilen? Das ist doch total verrückt! Soll dieser Name eine Drohung sein oder was soll das Ganze? Will er dich erpressen?“ Beim Wort Polizei war Renate hochgeschreckt, behielt ihre Gedanken trotzdem bei sich.

 

„Wenn ihr euch von früher kennt, warum klingelt er nicht einfach an der Tür und stellt sich vor? Du wärst bestimmt auch froh, ihn nach so langer Zeit wieder zu sehen, oder?“ Weder Sophia noch ihre Mutter erwiderten etwas. „Na gut, dann gehen wir jetzt zur Polizei und lassen die das regeln.“ Ich zog mir bereits die Schuhe an, als Renate plötzlich zu sprechen begann. „Sarah ist vor einer Woche gestorben. Eine alte Nachbarin von früher hat mich angerufen. Der arme Junge, Clemens ist jetzt ganz alleine, er hat niemanden mehr!“ „Was ist passiert?“ „Sie hat sich das Leben genommen.“ Renate fing still an zu weinen. Ich verstand nichts. Warum sollte Clemens deswegen Sophia stalken oder erpressen? Wusste er nicht, wie er auf sie zugehen sollte? „Und der Vater?“ „Schon vor 10 Jahren an Krebs gestorben.“ Irgendwas stimmt an der Geschichte nicht. Aber was war es? „Ich finde, wir sollten trotzdem zur Polizei gehen.“ Ich nahm das Telefon vom Küchentisch, als Sophia ihre Hand auf meine legte. „Nein“, sagte sie, keine Begründung, nichts. Wusste sie, was hier vor sich ging und wollte mich bloß nicht einweihen? Gestern hatte sie noch ebenso viel Angst wie ich gehabt… „Ich… Ich muss mal an die frische Luft.“ Sie stand auf und ließ mich mit ihrer Mutter alleine. Noch während ich darüber nachdachte, dass mir ein Spaziergang in dieser Situation leichtsinnig vorkam, hörte ich die Tür schließen. Sollte ich ihr nachlaufen? Oder brauchte sie gerade jetzt ihren Freiraum? Der Gedanke, dass Clemens ihr draußen auflauern und ihr etwas antun könnte, ließ sich nur schwer abschütteln.

 

Renate sah offenbar keine Gefahr in Sophias Spaziergang, und bereits da war mir klar, dass ich sie nicht alleine rausgehen lassen sollte. Mein Blick fiel auf die Brötchentüte, also deckte ich den Tisch, so als wäre nichts gewesen und setzte Kaffee auf. Wie sollte ich mehr über Clara erfahren, ohne aufdringlich zu wirken? „Wie alt war Sophia denn, als Clara gestorben ist?“ Dass ich die Antwort bereits wusste, musste sie nicht wissen. Ich wollte sie nun zum Reden bringen. Sie räusperte sich und zögerte so alles hinaus. „Das hat dir Sophia nicht erzählt, was? Sophia war vier, ihre Schwester kurz vor der Einschulung. Man konnte sie kaum voneinander fernhalten. Wenn sie miteinander gespielt haben, brach es mir das Herz, sie trennen zu müssen.“ Sie lachte verlegen, mir drehte sich der Magen um, obendrein meldeten sich auch noch die Kopfschmerzen des gestrigen Tages zurück. „Das muss ja wirklich schrecklich gewesen sein! Für euch alle, für dich und Sarah und Clemens…“ „Ja, aber das ist jetzt schon so lange her. Und sie wird ja auch nicht mehr lebendig, wenn wir darüber reden. Man kann die Zeit ja nicht zurück drehen…“ Wieder die abwehrende Haltung, was hatte sie bloß zu verbergen? Wie am Abend zuvor saß ich nun neben Sophias Mutter und versuchte, das Schweigen so gut es ging auszuhalten. Obwohl ich keinen Appetit hatte, nahm ich mir ein Brötchen. Beim Aufschneiden flogen die Krümel über den halben Tisch. Wenn Sophia jetzt hier gewesen wäre, hätte sie bestimmt darüber gelacht, wie tollpatschig ich doch war. Wir hätten zusammen darüber gelacht. Obwohl ihre Mutter geistesabwesend wirkte und sich nicht rührte, wollte ich mich davon nicht aus dem Konzept bringen lassen. Im Plauderton wollte ich sie aus der Reserve locken. „Dieser Clemens, wie war er denn so? Wie ist er mit Claras Tod umgegangen? Kinder reagieren ja manchmal ganz anders als Erwachsene auf so einen Verlust, habe ich mal gelesen.“ Zum Glück war mein Gegenüber noch immer in ihre Gedanken versunken und bemerkte die dämliche Frage gar nicht.

 

Das Schweigen begleitete uns nur wenige Minuten, die sich aber wie quälend lange Stunden anfühlten. „Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sie das tatsächlich vergessen haben soll!“, platzte es plötzlich aus ihr heraus. Fragend sah ich sie an, noch immer war sie nicht bei mir in der Küche, sondern in der Vergangenheit. Sie schüttelte den Kopf. „Renate?“ Wovon redete sie, was hat Sophia vergessen? Meine Unsicherheit wurde immer stärker, während ich mich fragte, wie ich mehr aus ihr herausbekommen sollte. Ich konnte, ich wollte hier nicht einfach tatenlos rumsitzen und warten, bis mich jemand einweihte. Falls mich jemand einweihte. In Filmen würde man jetzt vor Renates Augen mit den Fingern schnipsen. Ob das auch im wahren Leben funktionieren würde? Hilflos fragte ich mich, ob ich Sophia doch noch hinterherlaufen sollte, sah dann aber ein, dass es dafür eh schon viel zu spät war.

 

Vielleicht sollte ich einfach etwas subtiler probieren, etwas aus Renate herauszubekommen? „Ganz schön warm die letzten Tage, was?“ Ich redete jetzt etwas lauter, ohne dass es etwas brachte. Langsam stand ich auf und begann, den Tisch abzuräumen. Ich hatte gehofft, dass sie mich zurück halten würde. Oder etwas sagen, irgendetwas. Als sie das nicht tat, musste ich mir eingestehen, dass der Versuch gescheitert war, sie zum Reden zu bringen. Meine Schwiegermutter schien schon lange vergessen zu haben, wo sie überhaupt war. Obwohl das sonst gar nicht meine Art war, wollte ich das Geschirr extra laut in die Spüle verfrachten. Es klirrte laut, als ich die Messer fallen ließ. „Ja, ganz schön warm.“ Das hatte den Bann gebrochen. Sie sah sich um. „Wo ist denn Sophia?“ Es machte den Anschein, dass sie erst jetzt den leeren Tisch bemerkte, auf dem nur noch Brötchenkrümel verstreut lagen, aber sie äußerte sich nicht dazu. Mittlerweile war mir das auch egal und ich zuckte mit den Schultern, weil ich nicht wusste, wie ich sonst reagieren sollte. Ein Geräusch an der Tür zog meine Aufmerksamkeit auf sich. Als ich sie öffnete, blickte ich statt in Sophias Gesicht in das eines Fremden. Wobei, so fremd war er mir nicht. Ich brauchte einen Moment, dann erkannte ich die Augen des Mannes, der mir am Vortag das Handy in die Hand gedrückt hatte. Reflexartig schloss ich wieder die Tür. Natürlich war es ein Fehler gewesen, die Tür einfach so zu öffnen. Eigentlich war es ja klar, dass der Stalker irgendwann auch hier auftauchen würde. Wenn er schon wusste, wo ich arbeitete und welche Bahn ich fuhr, musste es ein Leichtes sein, unsere Adresse herauszubekommen.

 

Er pochte an die Tür. Hinter mir stand nun Renate und sah mich fragend an. „Wo ist Sophia? Ich muss mit ihr sprechen.“ Er rief so laut durch die geschlossene Tür, dass es sich anhörte, als würde er mir direkt ins Ohr schreien. Panisch lief ich zu meinem Handy und schrieb Sophia eine Nachricht: „Er ist hier. Komm nicht nach Hause!“

 

„Clemens, bist du das? Sophia ist nicht da.“ Als ich mir zu ihr umdrehte, konnte ich es nicht glauben: Renate ließ den Mann tatsächlich in unsere Wohnung! Ich hastete zu ihnen und sah gerade noch, wie sie die Umarmung um den jungen Mann löste. Fiel ihr nicht der finstere Blick auf? „Mein Gott Clemens, dass wir uns nach all den Jahren wieder sehen… Das mit deiner Mutter tut mir wirklich unendlich leid! Und was machst du in Berlin? Sophia kommt bestimmt jeden Augenblick zurück!“ Sollte ich nun doch noch die Polizei rufen, bevor etwas passierte – oder war es schon zu spät dafür? Dann wurde mir klar, dass wir in diesem Moment nicht viel von ihm zu befürchten hatten. Sophia war nicht da und er war eindeutig auf sie fixiert. Hoffentlich las sie meine Nachricht noch früh genug und rannte ihm nicht direkt in die Arme, während er hier auf sie wartete. Möglichst unauffällig sah ich auf mein Telefon, bisher Sophias die Nachricht noch nicht einmal gelesen. Als ich wieder aufblickte, lächelte der Mann. Die straffen Schultern wirkten jetzt wieder etwas entspannter.

 

„Du bist also Clemens?“ Ich reichte ihm die Hand. „Ich muss zugeben, vor heute habe ich noch nie von dir gehört.“ Ich lachte, als hätte ich einen Witz gemacht. Sein kräftiger Händedruck überraschte mich. „Kann es sein, dass wir uns gestern schon mal begegnet sind? Du hast mir doch das Handy gegeben, oder?“ Ich nahm es vom Tisch, zeigte es ihm demonstrativ und hoffte auf einen Erklärung. „Warum hast du mir denn nicht gesagt, dass du Sophia aus Kindertagen kennst? Du hast mir ja einen ganz schönen Schrecken eingejagt!“ Ich versuchte, nicht verängstigt zu klingen. Noch immer hatte er keinen Ton herausgebracht, seit er in unserer Wohnung war. „Woher wusstest du denn, wo ich arbeite und wann ich Schicht habe?“ Ich wollte ihn nicht bedrängen, aber langsam verlor ich die Geduld. Und außerdem war Angriff die beste Verteidigung. Warum sagte er nichts? „Setz dich, ich mache uns erstmal einen Kaffee.“ Er nickte und machte es sich an den Küchentisch bequem, den ich gerade erst vor wenigen Minuten abgeräumt hatte.

 

Aus heiterem Himmel fing er an zu lachen. Ich verstand nicht warum, auch Renate sah ratlos aus, als sie sich neben mich setzte. „Was ist denn so lustig?“ „Sie hat nie von mir erzählt? Das wundert mich jetzt schon… gar nicht…“ Aus dem Augenwinkel sah ich, wie Renate den Kopf schüttelte. „Ich glaube, Sophia kann sich an ihre Kindheit nicht so richtig erinnern, Schatz!“ Der Schweiß lief mir den Rücken herunter. Obwohl sie es nicht explizit aussprach, bekam ich den Eindruck, dass Renate genau wusste, wovon Clemens sprach. Er drehte sich zu ihr um. „Ach, das ist ja herzallerliebst!“ Seine Augen verzogen sich zu kleinen Schlitzen, während sie seine Verachtung nicht wahrzunehmen schien. „Leider geht uns das nicht allen so!“ Er wurde wütend, aber ich verstand noch immer nicht warum. Was war damals vorgefallen? „Der Tod deiner Mutter tut mir unendlich leid!“ Natürlich! Sie hatte erzählt, dass sich Clemens‘ Mutter vor Kurzem umgebracht hatte. Deswegen war er ausgerechnet jetzt nach Berlin gekommen! Wieder lachte er. „Mein Vater hat sich wegen der Sache totgesoffen! Und meine Mutter war nie die alte nach dem sogenannten Unfall.“ „Moment mal, ich komme nicht mehr mit…“, unterbrach ich ihn und stand wieder auf. Er sah mich wütend an, gleichzeitig erkannte ich eine unendliche Müdigkeit und Traurigkeit in seinem Blick. „Du kapierst es wirklich nicht, oder? Es. War. Kein. Unfall.“ Er betonte jedes Wort und sprach wie in Zeitlupe. „Sophia hat Clara damals umgebracht.“ Fast musste ich lachen, weil die Vorstellung so absonderlich und verrückt klang. Es war ihm ernst und diese Erkenntnis traf mich wie ein Schlag. Nach Halt suchend hielt mich an der Küchenzeile fest, sonst wäre ich womöglich bewusstlos zu Boden gesackt. „Ja, deine kleine Prinzessin war damals schon etwas ganz Besonderes.“ Wieder malte er mit seinen Fingern Anführungszeichen in die Luft.

 

„Sie war doch nur ein kleines Mädchen!“, warf Renate ein. „Dass ich nicht lache! Eines kleines Mädchen, eine kaltblütige Mörderin nenne ich das!“ Hinter ihm sah ich eine Bewegung, die Tür öffnete sich. Clemens redete sich so in Rage, dass er gar nicht merkte, dass Sophia zurück gekommen war. Dabei sollte es vorerst bleiben, also fixierte ich ihn mit meinem Blick. „Was meinst du? Warum sollte sie ihre Schwester umbringen?“ Ich musste ihn dazu bringen, weiter zu reden. „Sie hat sie gehasst! Ständig musste sie die Aufmerksamkeit mit Clara teilen.“ Er stockte musste sich merklich zusammen reißen, nicht zu schreien. „Und sie hat nicht nur Claras Leben genommen, sondern auch das meiner Eltern. Und die haben sie sogar noch geschützt!“ „Sie geschützt? Es war ein Unfall! Ich musste sie schützen, es war doch nicht ihre Schuld!“ Renate klang, als müsste sie sich verteidigen. Was war damals wirklich passiert?

 

Nun hatte auch Clemens mitbekommen, das Sophia wieder da war. „Die da habt ihr geschützt?“ Er stand auf und zeigte demonstrativ in Sophias Richtung. Tränen liefen seine Wangen herunter und offenbarten seine Zerbrechlichkeit, gleichzeitig verlor die Situation aber nicht ihre Bedrohlichkeit. „Und was war mit Clara, wer hat sie beschützt? Ihr habt alle einfach so getan, als wäre es ein Unfall gewesen, aber das war es nicht! Meine Mutter hat es mir erzählt, bevor sie sich das Leben genommen hat! Sie konnte nicht mehr damit leben! Ihr habt sie damals überredet, nicht zur Polizei zu gehen, obwohl sie genau wusste, was passiert war! Sie hat sich das nie verziehen!“ Sophia ging einen Schritt auf ihn zu. „Ich kann mich daran nicht erinnern, es tut mir so unendlich leid!“ Auch sie weinte.

 

„Und was willst du jetzt hier?“ Renate stellte sie Frage, die uns alle beschäftigte. Und gleichzeitig wussten wir, dass es nur eine Antwort darauf gab: Rache. Er drehte sich nicht einmal zu uns um, als er zu Reden begann. „Ich will, dass sie bestraft wird für…“ Er hielt plötzlich inne, sah an sich herunter. Erst jetzt erkannte ich, dass Renate ein Messer in der Hand hatte, das nun blutige Flecken auf dem Boden hinterließ. Die hellen Fließen ließen das Blut geradezu leuchtend rot erscheinen und ich spürte, wie mir übel wurde. Wie in Zeitlupe sah ich, dass sie immer und immer wieder auf unseren ungebetenen Gast einstach, während er bereits in sich zusammen sackte. Nach Halt suchend schreckte ich zurück, während seine dunklen Augen meinen Blick einfingen. Er war ebenso überrascht wie ich. Und genauso hilfesuchend. Er röchelte und war nicht mehr imstande, auch nur ein Wort zu sagen. Sein Körper zog sich zusammen und entspannte sich daraufhin wieder. Dann war alles Leben aus ihm verschwunden. Sein Blick war so leer wie ich mich fühlte. Langsam schloss ich die Augen und tastete mich bis zum Boden herab.

 

„Ich… Ich konnte nicht anders.“ Sie war besorgniserregend ruhig. „Ich habe sie nicht umgebracht!“, hörte ich Sophia schluchzen. Ich hatte keine Kraft, nachzusehen, was vor sich ging. Stattdessen ließ ich mich von der Bewusstlosigkeit übermannen. „Ich weiß“, erwiderte ihre Mutter.

 

Als ich am nächsten Tag aufwachte, lag Sophia neben mir. Sie starrte an die Decke. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Ich entschied mich, das Schweigen mit ihr zu teilen. Ich war fast schon wieder eingeschlafen, als sie doch zu reden begann. „Du musst dir keine Sorgen machen, meine Mutter hat sich um alles gekümmert. So wie sie sich damals schon um alles gekümmert hat.“

 

Ich weiß bis heute nicht, ob sie mit mir oder sich selbst geredet hat.

14+

16 thoughts on “Schweigen

  1. Coole Storie. Gut und flüssig zu lesen. Und ein Ende mit WOW Effekt! Hat mir gut gefallen. Gleich der erste Absatz macht Lust auf mehr und man möchte gerne wissen wie es weitergeht. Wie du am Anfang die Arbeit eines S-Bahn Fahrers beschreibt hat mir besonders gut gefallen. Alles wird als selbstverständlich angesehen und die Dankbarkeit hält sich in Grenzen. Leider sehr authentisch! Man merkt auf alle Fälle das du schon öfter geschrieben hast. Interessant finde ich es immer wenn Frauen über Männer in der ICH Perspektive schreiben, oder umgekehrt. TOP!
    Mein Like lass ich dir gerne da und wünsche dir alles Gute für’s Voting.

    LG Frank aka leonjoestick ( Geschichte: Der Ponyjäger)

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      1. Moin Josefine,

        Ich sag‘s mal so….

        Das was ich beurteilen kann und zwar nur die Idee zur Geschichte, der Stil, die Worte die du benutzt, ob es sich flüssig liest, oder nicht…all das, machen aus deiner Storie eine sehr gute Geschichte!

        Alles andere…Rechtschreibung, Grammatik da bin ich selbst kein Held, also muss ich diese Beurteilung anderen überlassen.

        Und um damit zu deiner Ausgangsfrage zurück zu kommen…Nein, für mich ist diese Geschichte so wie sie ist perfekt! Denn es ist deine Geschichte! Und das ist das wichtigste…DU musst sie mögen und das tust du ja auch, denn sonst hättest du sie ja nicht eingereicht, oder?
        Lies doch als Vergleich einfach meinen Ponyjäger und dann darfst du selber entscheiden ob du dir, von jemanden der so eine Geschichte verfasst hat, wirklich einen Rat geben lassen willst! 🤗😂🤗

        LG Frank

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      2. Hallo!

        Mal gucken, ob meine Antwort jetzt passend eingerückt wird oder nicht 😉
        Vielen Dank schon mal für deine Einschätzung.
        Ich hatte mal einen Professor, der nach vielen Fragen noch die Anmerkung nachgeschoben hat, dass „Nein“ auch eine valide Antwort ist. Wenn du also auch kein tiefergehendes Feedback hast, ist das auch ok für mich!

        Tatsächlich bin ich nicht mit der Geschichte zufrieden. Vor allem inhaltlich stört mich einiges, vor allem die „Auflösung“, die für mich den Namen gar nicht richtig verdient. Es war für mich eher ein Ausweg. Meine Motivation, hier mitzumachen, war tatsächlich zweierlei:
        1. mir zu beweisen, dass ich eine Geschichte zu Ende bringen kann (ich habe vom NaNoWriMo noch eine unvollendete Geschichte auf dem Rechner liegen, die mit den 66.000 Wörter nie ein Ende gefunden hat)
        2. Feedback zu bekommen

        Ich hatte zu dem Zeitpunkt bereits deine Geschichte gelesen, konnte mich aber wegen der Flut der bereits vorhandenen 60+ Kommentare nicht dazu bringen, etwas dazu zu schreiben. Einfach aus dem Grund, weil ich – so wie du – einfach kein Profi bin und neben gefällt mir (nicht) nicht formulieren kann, woran es letztendlich liegt.
        Für mich habe ich entschieden, dass ich jegliches Feedback erstmal haben will – ob gut oder schlecht, Novice or Profi spielt für mich keine Rolle (ich kann es ja immer noch ignorieren!).

        Viele Grüße,
        Josefine

        0
  2. Hallo Jharzmann,
    mal etwas ganz anderes. Ich finde es interessant, wie deine Hauptperson zu Beginn der Geschichte an das Handy kommt.
    Gleich am Anfang ist mir ein Tempuswechsel aufgefallen. Da bin ich kurz ins Stocken geraten. Du beginnst im Präteritum und schreibst dann kurz im Präsens weiter. Gewollt? Im Lauf der Geschichte, schreibst du nur noch im Präteritum … da hast du dich „warmgeschrieben 🙂“.

    Du schreibst deine Geschichte aus der Sicht von Marco und teilweise hatte ich das Gefühl, dass er gegen Ende hin eine Nebenrolle spielt. Aber das kann natürlich auch nur mein subjektiver Eindruck sein (nicht böse gemeint). Er findet zwar das Handy, aber eigentlich stehen andere Personen im Mittelpunkt. Dadurch wirkt er irgendwie unbeholfen. Er weiß auch ziemlich wenig von seiner Freundin, mit der er zusammengezogen ist (Bsp.: Adoption … Spricht man da nicht vorher mal drüber und nicht so nebenbei?) Aber das ist wohl sein Charakter, oder?

    Und er scheint ein ruhiger, freundlicher, hilfsbereiter Mensch zu sein:
    1. „Eigentlich hatte ich vorgehabt, es mir mit einem Buch auf dem Balkon oder in einem Park gemütlich zu machen“ (Ich stelle mir vor, wie der S-Bahnfahrer Marco in die Buchhandlung geht und nach Büchern stöbert, um am Wochenende zu lesen 😀.) und
    2. „Langsam stand ich auf und begann, den Tisch abzuräumen.“

    Dein roter Faden, der sich durch die Geschichte zieht, ist klar zu erkennen. Eine runde Geschichte und natürlich hätte ich das Ende so nicht erwartet. Nette Mutter 😬. Wird Marco seine Freundin heiraten?
    Meine Kritikpunkte sind bitte, bitte auf keinen Fall negativ zu verstehen, sondern nur eine Hilfe. Ich freue mich nämlich auch, wenn jemand meine Geschichte intensiv liest und mir Verbesserungsvorschläge mitteilt.   
    Super gemacht! Und viel Glück weiterhin🍀. Mein Like 👍 hast du.
    LG, Martina 😉
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/happy-birthday  

    0
    1. Hallo Martina,

      danke für dein umfangreiches Feedback! So nett wie du alles formuliert hast, kann ich es gar nicht falsch oder negativ verstehen! 🙂 Ich sehe das auch eher als Einstieg in ein Hobby, das ich sehr lange vernachlässigt habe.

      Ich hatte tatsächlich auch das Gefühl, mich irgendwann warm zu schreiben, aber das Ende der Geschichte war auch für mich eher eine Notlösung – und Marc darin auch deswegen nur eine Nebenrolle.
      Ich hatte auch Schwierigkeiten, die Geschichte zu bearbeiten. Das muss ich noch lernen. Ich bin letztendlich Satz für Satz durchgegangen, aber habe eigentlich keine ganzen Passagen verändert (oder gestrichen oder neu geschrieben) – das würde ich beim nächsten Mal tatsächlich auch anders machen.

      Viele Grüße,
      Josefine

      0
  3. Hallo Jharzmann,
    eine sehr spannende Geschichte mit unerwarteter Wendung! Das ist dir sehr gut gelungen! Ich konnte die Geschichte nicht aus der Hand legen. Ich fieberte der Auflösung entgegen. Leider fehlt mir noch die Erklärung zum „Unfall“ ihrer Schwester. Was ist damals passiert? Das würde mich brennend interessieren.
    Mein Like hast du. 😊
    Liebe Grüße
    Angela
    PS: Falls du magst…, meine Geschichte heißt „Stunde der Vergeltung“
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/stunde-der-vergeltung

    0
    1. Hallo Angela,

      danke für dein Feedback! Es freut mich zu hören, dass die Geschichte fesselnd genug war! 🙂

      Ich wollte die Details im Unklaren lassen, so wie Marco ja auch nicht wirklich weiß, was passiert ist – und trotzdem bei ihr bleibt. Unter uns (pssst!): Im hintersten Winkel meines Kopfes hat sie ihre Schwester getötet, weil sie selbst immer nur die zweite Geige gespielt hat. Ihre Mutter hat es so aussehen lassen, als wäre es ein Unfall gewesen.

      Viele Grüße,
      Josefine

      1+
  4. Hallo liebe Jharzmann,

    toller Einstieg – man ist sofort gespannt, was wohl passieren wird.
    Großartig finde ich ebenfalls die Art und Weise, wie Marco an das Handy kommt und was das Foto von Marcos Freundin auf dem Handy zu suchen hat, erweckte nicht nur beim Protagonisten Neugier 😉

    Schön ist auch der Gedanke, dass Marco erst daran denkt, dass Sophia eine Affäre haben könnte. Dies rückt die ganze Situation erst einmal nicht in die „Psycho“-Richtung und noch würde alles plausibel klingen. Auch wenn eine Affäre natürlich nicht schön ist 😉

    Sätze, wie „…bisher hatte ich gedacht, dass sie so etwas wie eine Seelenverwandte war. Und doch hatte ich in diesem Moment das Gefühl, eine Fremde vor mir zu sehen.“ liebe ich, da sie super durchdacht sind und einen tiefen Gedanken einfassen.

    Mir gefällt auch, wie du normale Handlungen in die Geschichte einbaust, die die Story bildhaft und natürlich machen. Wie z.B, „Sie öffnete den Mund und wollte etwas sagen, überlegte es sich im letzten Moment scheinbar noch anders. Sie fuhr sich durch die Haare und band sich einen Pferdeschwanz, während sie meinem Blick auswich. „Sollen wir zur Polizei?“, fragte ich vorsichtig nach.“

    Auch aus der Sicht eines Bahnfahrers zu schreiben, finde ich spannend. Man lernt durch die ganzen Geschichten die verschiedenen Berufsgruppen sehr gut kennen 🙂

    Dieses ganze Familiendrama am Ende finde ich super. Es zeigt wieder, wie viel Dunkles hinter scheinheilig schönen Fassaden stecken kann.

    Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings: Deiner Geschichte würden Absätze zum richtigen Zeitpunkt gut tun. Block-Absätze sind mir immer zu kompakt und leider gehen dadurch auch oft Szenen kaputt, da es sich anfühlt, als wenn alles aus einem Atemzug kommt und dies ist ja meist gar nicht so. Gerade bei Dialogen.

    Ansonsten wirklich eine tolle und runde Geschichte.

    Like ist gegeben 🙂

    LG, Ani
    http://www.wirschreibenzuhause.de/geschichten/der-schwur

    0
    1. Hallo Ani,

      danke für deinen ausführlichen Kommentar!
      Ich habe beim Text an vielen Stellen überlegt, ob ich wirklich einen Absatz brauche oder nicht. Mir erschien es am Ende aber zu kleinteilig, sodass ich lieber zu wenige als zu viele Absatzanfänge haben wollte. Ich werde es mir aber zu Herzen nehmen und beim nächsten Mal mehr darauf achten, dass die Absätze auch inhaltlich wirklich zusammen gehören.

      Viele Grüße,
      Josefine

      0
  5. Hey,

    spannende Geschichte, wenn man erstmal reingekommen ist. Denn den ersten Absatz über die Schuld oder nicht Schuld des S-Bahn Fahrers hätte ich z.B. weggelassen.

    Auch hätte mich interessiert, was nun wirklich damals passiert ist zwischen Sophie und Clara?

    LG Philipp

    PS: Würde mich freuen, wenn Du auch bei meiner Geschichte vorbeischaust: https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/tindermoerder

    0
    1. Hallo Philipp,

      danke, dass du dir die Zeit genommen hast, mir etwas Feedback zu geben!
      Ich denke, an diesem ersten Absatz (oder sogar noch mehr) sieht man, dass das Format Kurzgeschichte einfach nichts für mich ist – bzw. noch einiges an Zeit braucht.
      Ich mag es, wenn eine Geschichte nicht sofort mitten im Geschehen anfängt, sondern man sich erst einmal mit den Figuren bekannt machen kann. Das ist halt leider einfach das Gegenteil von dem, was eine Kurzgeschichte ausmacht 😉

      Eine andere Eigenschaft ist aber auch, dass einige Details bewusst offen bleiben, so wie der Unfall damals. Oder sollte ich schreiben „Unfall“?

      Viele Grüße,
      Josefine

      0
  6. Hallo liebe Josefine,

    aus Deinen Kommentaren habe ich entnommen, dass Du vor allem an Kritik interessiert bist, was ich super finde, da ich genau dieselbe Einstellung habe, denn ich denke, nur so kommt man weiter.
    Zunächst aber möchte ich die die Dinge nennen, die mir sehr gut gefallen haben: Deinen Einstieg, die Beschreibung über den Alltagstrott und generell die etwas schroffe, frustrierte Schilderung über sein tägliches Berufsleben finde ich sehr gelungen. Auch so in die Geschichte zu starten und nicht direkt mit einem Hammer loszulegen, gefällt mir gut. Das lässt die Figuren und das Geschehen sehr lebendig wirken. Generell benutzt Du eine sehr bildhafte Sprache und baust immer wieder kleine, fast nebensächliche, Sätze ein, die direkt Bilder im Kopf erzeugen (so etwas wie „die Krümel flogen über den Tisch“).
    Als Kritikpunkt, oder vielleicht nenne ich es eher einen persönlichen Verbesserungsvorschlag, denn ich glaube, dass das oft Geschmacksache ist, wäre für mich die Länge des Textes oder einzelner Umschreibungen und Passagen. Bis zu dem Punkt, wo er denkt, dass Sophia eine Affäre hat und dann die Mutter kommt, war ich noch voll dabei, aber dann verliert sich für mich ein wenig die Stringenz in (für mich) zu vielen Beschreibungen, bei denen ich mir wünschen würde, dass auf den Punkt gekommen wird. Die eine oder andere Kürzung (was gar nicht viel sein muss, oft reichen auch nur einzelne Sätze) können einer Geschichte zu etwas mehr „Drive“ verhelfen. Ich neige aber auch dazu, zunächst viel um den heißen Brei zu schreiben. Tatsächlich finde ich, dass das Schreiben gar nicht die Hauptarbeit ist, sondern die Überarbeitung danach mindestens genauso aufwendig ist.
    Ich hoffe, Du nimmst mir das nicht krumm, jemand anderes sieht das vielleicht auch anders. Ich bin halt eher ein Fan von kurz und knackig 🙂

    Ich wünsche Dir für das Voting noch alles Gute!

    Liebe Grüße
    Anita („Räubertochter“)

    0
    1. Hallo Anita,

      danke für deine Analyse!
      An genau solchen Passagen merkt man zwei Dinge:
      – dass ich, wenn ich nicht weiter weiß, einfach drauf los schreibe und
      – dass mir die Überarbeitung noch schwer fällt.
      Den ersten Punkt finde ich tatsächlich gar nicht schlimm, aber in Kombination mit dem zweiten bleiben die Stellen dann meistens drin.
      Ich nehme dir die Kritik auf keinen Fall übel, du hast ja auch Recht! 😉

      Viele Grüße,
      Josefine

      0
  7. Hallo und guten Abend

    Du hast deine Geschichte eingereicht, um etwas zu vollenden?

    Um Feedback zu bekommen?

    Mein Gott.

    Und dann reichst du SO EINE GESCHICHTE EIN?

    Du bist echt ein Original.

    Deine Geschichte schreit nach einer Verfilmung. Einer Veröffentlichung.

    Sie ist wirklich großartig geworden und hat mich vom ersten Moment an gefesselt.

    Dein Schreibstil ist genial, man spürt in jeder Sekunde dein Talent und deine innere Sicherheit.
    Und dazu kommt, dass du in Bezug auf die Rechtschreibung und Grammatik alles richtig gemacht hast.
    Findet man selten.

    Deine Grundidee ist gut gewählt und ordentlich dargestellt. Die Spannung steigt von Abschnitt zu Abschnitt.

    Du führst den Leser durch deine Fantasie, durch deine Gedanken.
    Und du führst ihn bis zum Ende. Bis zum Finale, das genau so ist, wie es sein sollte.

    Zweifle nicht mehr an dir.
    Du hast Talent und kannst super spannend schreiben.

    Zudem wirkt deine Geschichte originell, die Protagonisten klar herausgearbeitet und die Dialoge komplett realistisch und echt.

    Du bist ein Könner. Definitiv.

    Bitte schreib weiter.
    Und schreib für dich.
    Und du wirst noch viele bezaubernde Geschichten schreiben.
    Und vor allem:
    Du wirst noch viele bezaubernde Menschen mit deinen Geschichten unterhalten.
    Und zum Nachdenken anregen.
    Zum Fühlen.

    So, wie du mich zum Denken und Fühlen gebracht hast.

    Ich lasse dir sehr gerne ein Like da.

    Und wünsche dir noch 100 weitere.

    Ganz liebe Grüße und pass auf dich auf.
    Hau rein, und freue dich, dass du ein solches Talent hast.
    Hinterfrage dich nicht, sondern …. genieß das Schreiben.

    Alles Gute.
    Und das meine ich verdammt ernst.

    Swen Artmann (Artsneurosia)

    Vielleicht hast du ja Lust und Zeit, auch meine Story zu lesen.
    Über einen Kommentar würde ich mich sehr freuen.

    Meine Geschichte heißt:

    „Die silberne Katze“

    Ich danke dir.
    Liebe Grüße, Swen

    0
    1. Hallo Swen,

      ich habe ein wenig Zeit gebraucht, um darüber nachzudenken, wie ich dir auf dieses Feedback antworten soll. Und ehrlich gesagt bin ich noch immer ein wenig verwundert, wie gut es ausfällt!

      Aber wie du selbst schon meintest: das Wichtigste ist, dass man das Schreiben genießen kann, ohne mich selbst (oder die Meinungen anderer) zu hinterfragen. Also lasse ich deinen Kommentar so stehen, ohne wirklich darauf zu antworten.
      Du hast mir auf jeden Fall wieder eine große Portion Motivation geschenkt! Danke dafür!

      Viele Grüße,
      J

      0

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