PhilippHTindermörder

42+

Simon starrte auf das Handy, das auf der Fußmatte vor seiner Haustür lag. Er sah sich um, ging ein paar Schritte vor das Haus. Niemand war zu sehen, alles war still, keine Schritte zu hören. Wer auch immer das Handy vor seine Haustür gelegt und geklingelt hatte, musste sehr schnell davon gelaufen sein, denn Simon hatte nicht lange gebraucht, um aus dem Keller herauf zukommen und die Tür zu öffnen.

Er nahm das Handy von der Matte und schloss die Tür. Dann ging  er in die Küche, setzte sich an den kleinen Esstisch und grübelte. Warum legte man ihm dieses Handy vor die Tür? Er betrachtete es genauer. Die Handyhülle war aus einem hellblauen Leder, an der einen Ecke hing eine kurze Kette mit einem Plexiglasdiamanten. Ganz offensichtlich gehörte es einer Frau. Er drückte die runde Home-Taste, woraufhin sofort der Startbildschirm mit allen Apps zusehen war. Erstaunt zog Simon die Augenbrauen hoch. Wer sicherte sein Handy heutzutage nicht mehr gegen fremden Zugriff? 

Er schaute sich die Apps an. Es waren nicht viele: WhatsApp, Facebook, Instagram und Tinder, dazu noch die üblichen wie Mail, Maps und eine Wetter-App. Neugierig öffnete er Facebook, dort müsste er schnell herausfinden können, wem das Handy gehörte. Das Profil zeigte eine Claudia Mehrteks. Das sagte Simon nichts, ebensowenig die Kontakte in der Freundesliste von Facebook. In WhatsApp fand er etliche Chats, in denen neue Nachrichten warteten. Anscheinend war Claudia länger nicht online gewesen. Er fühlte sich schuldig, weil er in der Privatsphäre einer fremden Person herumstöberte. Er müsste das Handy eigentlich bei der Polizei abgeben. In dem Moment fiel ihm ein Chat ins Auge, der seinen Namen als Kontakt anzeigte: Simon Winter.

Schnell öffnete er den Chat. Es war eine kurze Unterhaltung, anscheinend kurz bevor dieser Simon und Claudia sich gestern Abend getroffen hatten. Das für sich genommen war schon erstaunlich. Es war der 17. Monat der Corona-Krise und der Aufenthalt im Freien war auf rein berufliche Aktivitäten oder notwendige Einkäufe beschränkt. Simon selbst hatte den Abend – wie fast alle in den letzten Monaten – mit seinem treuen Begleiter Netflix verbracht. 

Gleichzeitig machte sich ein beunruhigendes Gefühl im Magen breit. Jemand legte ein Handy vor seine Tür, in dem sich ein Chat befand der besagte, dass sich jemand mit seinem Namen am Abend zuvor mit einer ihm unbekannten Frau getroffen hatte. Was sollte das?

Ein Gedankenblitz kam ihm. Wenn die beiden sich schon länger kannten, dann mussten Bilder von diesem Simon auf Facebook oder Instagram zu finden sein. Nach wenigen Minuten war jedoch klar, dass Claudia kein einziges Bild von Simon gemacht und ihn auch nicht als Kontakt auf Facebook abgespeichert hatte.

Nun blieb nur noch eine andere Möglichkeit. Simon öffnete zögerlich die Tinder App. Dort sprang ihm sofort ein Chat mit »Simon, 36« ins Auge. Mit zittrigem Finger tippte er auf das Profilbild, um es zu vergrößern. Ein kalter Schauer zog an seinem Nacken hoch. Auf dem Foto sah er sich selbst mit der Bildunterschrift: »Simon W.«. 

Er warf das Handy auf den Küchentisch, atmete tief ein. Die Luft schien plötzlich dickflüssig geworden zu sein. Seine Arme klebten an der Plastiktischdecke fest. Er sah sich das Profil näher an. Das Bild stammte aus seinem letzten Thailand Urlaub und zeigte ihn mit einem Cocktail am Strand.  Daneben stand eine Beschreibung, die ihn ziemlich gut traf: 

 

Simon, 36. Kein Dichter und Denker, eher ein Macher. Klare Kante, nicht spröde. Sportlich aber nicht fanatisch. Hobbyschrauber, Profigriller (Fleisch!). Lebenshungrig, tatendurstig. Bist Du bereit, mit mir die Welt zu erobern?

 

Irgendwo hatte er einen ähnlichen Text selbst mal gepostet. Er holte seinen  Laptop aus dem Wohnzimmer und suchte ein wenig. Nach kurzer Zeit war klar: wer auch immer das Profil auf Tinder angelegt hatte, hatte ausgiebig verschiedene Versatzstücke über ihn aus diversen Foren und von Facebook runtergezogen. Wer zum Geier gab sich so viel Mühe, ein Fakeprofil anzulegen, das auf so vielen echten Puzzleteilen basierte? Warum sein Foto, seine Texte? Warum er? 

Anscheinend hatte sich Claudia mit dem Ersteller des Fakeprofils treffen wollen. Gar nicht mal weit weg von hier, an der Bushaltestelle am Ende der Straße. Und nun, einen Tag später, lag Claudias Handy auf seiner Fussmatte.

Simon gab ‚Claudia Mehrteks‘ in die Suchmaschine ein. Es erschienen einige Bilder, die denen aus der Facebook App entsprachen. Eine attraktive Frau, sein Fake-Zwilling hatte einen guten Geschmack. Dann entdeckte er einen Suchtreffer mit Link auf www.claudia-mehrteks.de. Neugierig klickte er darauf, vielleicht konnte er dort mehr über Claudia erfahren. 

Die Seite lud nicht richtig. Stattdessen erschien eine weiße Seite, auf der lediglich in großen Buchstaben stand: 

 

»Vielen Dank für den Zugang.«

 

Simon wartete. Was für eine merkwürdige Website. Nachdem sich über eine Minute nichts tat, vermutete Simon, dass sich das Intro zur Website aufgehangen hatte und wollte den Browser schließen. Aber nun war die Maus ebenfalls eingefroren, der Mauszeiger bewegte sich nicht, egal, was er tat. Sogar die Tastenkombination, mit der man Programme schliessen konnte, funktionierte nicht mehr. Nichts funktionierte mehr. Simon starrte auf den Bildschirm, auf dem immer noch »Vielen Dank für den Zugang« zu lesen war. Auf einmal befiel ihn ein böser Verdacht. In dem Moment sah er, wie der Mauszeiger sich leicht bewegte, obwohl er die Maus nicht angefasst hatte. Immer schneller fuhr sie über den Bildschirm bis zum Icon von MS Word. Kurz darauf öffnete sich eine leere Datei mit blinkendem Cursor. Simon hatte eine Ahnung, was nun folgen würde.

Der Cursor bewegte sich, nach und nach erschienen Buchstaben auf dem Bildschirm:

»Hallo Simon«

 

Simon schluckte. Irgendjemand hatte den Laptop übernommen, als er auf die Website dieser Claudia gegangen war und kommunizierte nun mit ihm über die Word Datei.

»Wie schön, Dich endlich gefunden zu haben, Simon«

Mit Entsetzen stellte Simon fest, dass das kleine Lämpchen neben der Webcam über dem Laptopbildschirm leuchtete. Wer auch immer die Kontrolle über seinen Laptop übernommen hatte, konnte ihn nun sehen. Schnell hielt er seinen linken Daumen über die Linse, während er mit der anderen Hand nach einem Post-It Block angelte, den er in dem Regal neben dem Tisch aufbewahrte, um Notizen an den Kühlschrank zu kleben. Schnell klebte er einen Post-It über die Kamera, lehnte sich zurück und atmete tief durch. Wie oft hatte er Freunden erklärt, wie unwahrscheinlich es sei, dass ein Hacker ausgerechnet seine Webcam kapern wollte. 

Auf dem Bildschirm erschienen neue Buchstaben.

»Du denkst Du hast damit alles unter Kontrolle? Die Kamera brauche ich eh nicht!«

Simon versuchte auf der Tastatur eine Antwort zu tippen, aber der Computer reagierte weiterhin nicht auf ihn. 

»Was wollen Sie von mir?«, schrie er den Computer an. 

»Schreien nützt nichts, Simon. Das solltest Du am allerbesten wissen.«

Simon starrte auf die langsam getippten Worte. Da saß tatsächlich irgendjemand an einem Rechner irgendwo in Deutschland — oder wer weiss wo — und tippte diese Sätze. Er stellte sich einen dickbäuchigen jungen Hacker vor, der mit blassem Gesicht in irgendeinem Keller saß und sich mächtig über diesen vermutlich lachhaft einfachen Hack freute. Simon hatte nicht einmal Virensoftware auf seinen Rechner installiert, da er ihn sowieso kaum nutzte.

 

Auf dem Bildschirm öffneten sich zwei Fenster des Dateimanagers. Rechts erkannte er seine eigene Ordnerstruktur wieder, im linken Fenster sah er vermutlich die des Hackers. Eine unsichtbare Maus klickte sich durch die Ordner im rechten Fenster bis zum »Fotos« Ordner von Simon, wo seine Urlaubsbilder archiviert waren. Dann wählte die Maus im linken Fenster eine Reihe von Fotos aus und kopierte sie auf Simons Festplatte. 

Der Bilderordner füllte sich mit Fotos eines Einfamilienhauses mit Garten. Teilweise sah man Personen im Garten oder in den Fenstern, teilweise waren die Bilder nachts aufgenommen worden, die Fassade von einer Strassenlaterne beleuchtet. Simon fragte sich, was das sollte. Eine Person war auf allen Bildern zu sehen, eine blonde Frau, ca. Mitte dreissig, nicht unattraktiv. Sie sah aus wie die Claudia aus dem Facebookprofil. Plötzlich änderten sich die Bilder, die auf seine Festplatte kopiert wurden. Es sah so aus, als läge eine nackte Person auf einem Tisch. Auf der Haut waren Blutspritzer verteilt. Den Kopf konnte er nicht sehen, aber alles deutete darauf hin, dass es sich um eine Frau handelte. Vermutlich sogar Claudia, von den vorigen Bildern. Simon schwante Fürchterliches. Allem Anschein nach wollte man ihn mit einem Verbrechen in Verbindung bringen, das er nicht begangen hatte.

»Verdammt, was soll das? Was machen Sie da?«, rief er und lief schnell aus der Küche in den Flur, öffnete die kleine Kommode neben der Haustür und schaltete den WLAN Router ab. Er atmete tief durch. Langsam ging er wieder in die Küche und setzt sich vor den Laptop. Er musste schleunigst die Fotos löschen. Auf dem Display blinkte jedoch nur eine einzige Zeile roter Text auf einem komplett schwarzem Hintergrund:

 

»Schliess den Router wieder an, sonst kommst du nie an deine Daten. Diese Anzeige verschwindet erst, wenn die Verbindung wieder hergestellt ist.«

 

Verdammt. Simon überlegte kurz, ob er überhaupt irgendwelche Daten auf dem Rechner hatte, die er noch brauchen würde, oder ob er einfach das ganze Gerät aufgeben sollte. Es würde viel Arbeit werden, einige der Unterlagen wieder zu organisieren, er hatte kein Backup. Vielleicht konnte er zumindest seine E-Mails anhand seines Smartphones retten? Er nahm es in die Hand und erstarrte. Auf dem Handybildschirm war der gleiche Text zu sehen. Wer auch immer sich in sein WLAN gehackt hatte, hatte anscheinend alle WLAN-fähigen Geräte gekapert.

Mit zusammengekniffenen Lippen schlurfte Simon zurück in den Flur und schaltet den Router wieder an. So kam er also nicht aus der Nummer raus. Nach kurzer Zeit verschwand der schwarze Bildschirm und das Spiel setzt sich fort. Immer mehr Bilder wurden auf seine Festplatte geladen.

Nach einigen Minuten stoppte der Download, der Appstore öffnete sich und die Tinder App wurde installiert. Dann loggte sich der Fremde  in der App ein und Simon erkannte das Tinderprofil, das er bereits in dem anderen Handy gesehen hatte, was ihn darstellen sollte. 

»Wenn du lieb bist, verrate ich Dir vielleicht irgendwann Dein Passwort für Tinder 😉«

Simon konnte förmlich spüren, wie der Hacker grinste, während er das tippte. Dann öffnete sich Firefox und die Website des lokalen Schmutzblattes öffnete sich. Auf der Startseite sprang ihm eine Überschrift ins Auge, und als hätte er selbst darauf geklickt, öffnete sich der Artikel dazu. Es war eine Story über einen brutalen Mord in der Tannenkoppel ganz in der Nähe. Die Tat war vor zwei Tagen von einem besonders grausamen Serienmörder verübt worden, der hier im Norden von Hamburg bereits mehrere Frauen auf dem Gewissen hatte. Simon wurde nervös. 

»Schau mal Simon. Du wirst gesucht! ;D«

 

Simon überflog den Artikel. Die Polizei fahndete noch immer nach dem Täter. In einem Interview sprach ein Hauptkommissar Georg Marasker über den aktuellen Ermittlungsstand der letzten zwei Tage. Kurz gesagt: es gab keinen. Die Frau habe sich laut Aussage einer Freundin für ein Tinder-Date verabredet und sich seitdem nicht mehr gemeldet. Einen Tag später habe die Putzfrau sie auf dem Küchentisch aufgebahrt und verstümmelt aufgefunden, die Brust aufgeschnitten in Form eines Kreuzes, das Herz war herausgeschnitten worden und fehlte. Mit Blut war der Satz »Du sollst nicht ehebrechen« auf die Haut der Toten geschrieben. Man nahm an, dass der Serienmörder auf das sechste der zehn Gebote anspielte, wie es auch schon bei den letzten Tindermorden der Fall gewesen war. Die Polizei tappte ansonsten im Dunkeln und Marasker kündigte an, dass er keine Mühen scheuen würde, um den grausamen Täter zu überführen. 

Simon wandte sich ab. Alleine kam er aus dieser Situation nicht raus, er brauchte jemand, der sich mit Computern auskannte. Ein IT-Zauberer, der eine Firewall vor dem Hacker errichten konnte und seine Daten wieder aus der Bildschirm-Starre befreien und vor allem die merkwürdigen, schlimmen Fotos löschen würde. Sprich, jemanden wie sein Kumpel Martin. 

Er ging ins Wohnzimmer und nahm das Festnetztelefon von der Basisstation. Kein Freizeichen. Der Anschluss hing am WLAN Router, der wohl auch stillgelegt worden war. Es gab nur eine Möglichkeit. Ein altes, nicht WLAN-fähiges Gerät. Glückerweise hatte er noch ein altes Nokia Handy, dass er nur selten nutzte — eigentlich nur, wenn er unterwegs war und komplett abschalten können wollte. Die Dual-SIM sorgte dafür, dass man ihn immer unter der gleichen Nummer erreichen konnte, egal, welches Handy er gerade dabei hatte. Da er es erst vor ein paar Tagen bei einer Tour dabei gehabt hatte, steckten in dem Akku des Nokia sogar noch zwei Striche Saft. Ein Hoch auf die alten Handys! 

Er suchte Martins Nummer im Addressbuch des Handys und fluchte, weil er sie anscheinend nicht in diesem Gerät abgespeichert hatte. Auswendig wusste er sie nicht, wer merkte sich heutzutage schon Telefonnummern?

 

Plötzlich klingelte es an der Tür. Ein Geräusch, das die schwere Stille im Haus wie mit einer Axt durchschnitt. Simon zuckte zusammen und legte das Handy weg. Er erwartete niemanden und die Paketboten wussten, dass sie ihre Lieferungen an der Seite des Hauses abzulegen hatten. 

Als er die Tür öffnete, stand vor ihm ein Bote, den er bisher noch nicht gesehen hatte. Hager, Lockenfrisur, Dreitagebart und einer Gesichtsmaske. Dazu trug er einen schwarzen Overal, den Simon keinem der üblichen Lieferdienste zuordnen konnte.

»Herr Winter?«, fragte der Mann und hielt ihm ein Paket hin. 

»Ja, das bin ich«, sagte Simon und nahm das Paket entgegen. »Sind Sie neu? Bitte legen Sie Pakete ab jetzt immer seitlich vom Haus ab, OK? Sie wissen ja, Coronavirus und so.« Simon zeigte nach links, wo ein Weg am Haus vorbei in den Hintergarten führte. 

»Das mache ich gerne. Bleiben Sie gesund!« Der Bote lächelte, drehte sich um und verschwand in einem weissen Lieferwagen. Simon sah ihm stirnrunzelnd nach. Der Online Versender riogrande.com hatte seine Lieferflotte auf so viele Subdienstleister ausgeweitet, dass man kaum erkennen konnte, wer für sie fuhr und wer nicht. 

Simon stellte das Paket auf den Küchentisch und starrte es an. Es war so groß wie zwei Schuhkartons. Ihm fiel auf, dass es kein Adressetikett hatte. Eine anonyme Sendung war ungewöhnlich, sogar für riogrande.com. Vorsichtig schnitt er das braune Klebeband durch und öffnete den Karton. Darin befand sich ein dunkelblauer Leinensack, den er mühsam aus dem Karton zog, öffnete und hineinsah. Irgendetwas glänzte darin metallisch. Er drehte den Sack um und schüttelte den Inhalt auf den Küchentisch. Was er sah, überraschte ihn: Eine Handvoll Kabelbinder, dickes, silberfarbenes Klebeband, ein kleiner schwarzer Sack, ein blutiges Bowiemesser sowie ein Gefrierbeutel mit einem blutigen Skalpel. Er schluckte und legte den Beutel wieder auf den Tisch. Glücklicherweise war er nicht empfindlich, was solche Dinge betraf. Das Bowiemesser glaubte er wieder zu erkennen. Er nahm sein Laptop und studierte die Bildergalerie, die auf dem eingefrorenen Bildschirm zu sehen war. Richtig. Auf einem der Bilder war so etwas wie ein Bowiemesser zu erkennen. 

Nachdenklich legte er alles wieder in den Leinensack und diesen in den Pappkarton. Irgendjemand wollte ihm den Mord in der Tannenkoppel unterschieben. Aber warum? Und wer? Und was, verdammt, sollte er nun machen?

 

Viel Zeit nachzudenken hatte er nicht, da es wieder an der Tür klingelte. Verwundert ging Simon zur Tür und schaut durch den Spion.

»Wer ist da?«, fragte er laut.

»Aufmachen, Polizei!« Vor der Tür stand ein drahtiger Man in einer Lederjacke, mit eingefallenen Wangen, Dreitagebart und Glatze, der einen Polizeiausweis vor die Linse hielt. Der Ausweis gab den Mann als Hauptkommissar Marasker aus. Simon erinnerte sich an den Artikel in der Lokalpresse und erstarrte, seine Nackenhaare richteten sich auf. Wie kam der Kommissar ausgerechnet auf ihn? Jetzt musste es schnell gehen.

»Moment, bitte. Ich ziehe mir schnell was über«, rief er und hechtete in die Küche, schloss den Laptop und liess den Pappkarton im Küchenschrank verschwinden. Er schloss noch schnell die Tür zum Keller, schob alles andere, was auf dem Küchentisch verstreut lag zu einem Haufen zusammen und steckte das Nokia in seine Hosentasche. Dann öffnete er die Tür, bat den Kommissar hinein und führte ihn ins Wohnzimmer. 

»Was kann ich für Sie tun, Herr Marasker?«

»Kriminalkommissar Marasker. So viel Zeit muss sein.« Der Polizist blickte sich im Wohnzimmer um. »Sehr zweckmässig eingerichtet, Winter. Ihnen fehlt die Frau im Leben, was?«

»Was wollen Sie von mir, Kriminalkommissar Marasker? Sie sind doch bestimmt nicht hier um zu schauen, wie ich eingerichtet bin«, sagte Simon und verschränkte die Arme vor der Brust. Das war alles bloss ein böser Zufall. Der Hack seines Laptops, die Fotos, das Paket und nun ein Kriminalkommissar in seinem Wohnzimmer. Alles auf einmal, ausgerechnet jetzt. Er hatte schon ohne diese Malaise genug Ärger am Hals für den heutigen Tag. 

»OK, dann will ich mal auf den Punkt kommen. Sind Ihnen heute irgendwelche merkwürdigen Dinge passiert?«

Simon überlegte fieberhaft. Konnte der Kommissar von all den Vorkommnissen wissen? Und wenn ja, woher?

»Der Tag ist noch nicht sehr alt. Was soll passiert sein, was meinen Sie genau?«

»Nun spiel nicht den Ahnungslosen, Simon. Du weisst genau, was ich meine. Ich sag’ nur: Tinder«, sagte Marasker und grinste hämisch.

Simon gefror das Blut in den Adern. Konnte es sein, dass der Kommissar tatsächlich Bescheid wusste? Was war jetzt die beste Taktik? Zugeben, dass er Fotos vom Tatort auf der Festplatte hatte und einen Pappkarton mit Beweismaterial?  Und damit riskieren, dass man ihm nicht glaubte, sein gesamtes Privatleben auf den Kopf stellen und schlussendlich verhaften würde? Oder besser alles verschweigen, hoffen, dass der Kommissar keinen Durchsuchungsbeschluss hatte und schnell die Beweise und den Laptop entsorgen?

 

Unsicher steckte er die Hände in die Hosentaschen. Als er in der rechten Tasche das Nokia spürte, kam ihm eine Idee. Die würde ihn zwar nicht aus der aktuellen Situation befreien, aber vielleicht könnte es später helfen. Er versuchte sich daran zu erinnern, wie man beim Nokia über die Menüs zum Voicerecorder gelangte. Er war heilfroh, nun das Nokia in der Tasche zu haben und nicht das Smartphone. Nach einer Weile des Herumtastens war er sich relativ sicher, den Recorder angeschaltet zu haben und zog die Hand wieder aus der Hosentasche.

»Ich weiss leider immer noch nicht, was Sie meinen, Herr Kommissar«, log Simon und hoffte, dass das Gespräch durch den Jeansstoff der Hose durchdrang und die Aufnahme gelang.

»Du hast doch die Nachrichten verfolgt, Simon. Über den Mord in der Tannenkoppel, nicht weit von hier.« Marasker schüttelte den Kopf als hätte er in seiner Polizeikarriere selten so viel Begriffsstutzigkeit erlebt. 

»Natürlich. Aber was hat das mit mir zu tun?« 

»Nun, dann weisst du ja auch, dass ich auf der Suche nach dem Tindermörder bin.«

Simon staunte über den Namen, den die Polizei dem Mörder gegeben hatte.

»Tindermörder?« 

»Tu nicht so erstaunt, Simon.« Marasker schaute ihn grimmig an und nickte leicht. »Wirklich schlau eingefädelt, muss ich sagen. Ein unverbindliches Date via Tinder – ein wie zufällig ausgewähltes Opfer. Nur die Verbindung mit einem anschliessend stillgelegten Tinderprofil. Eine äußerst flüchtige, nicht nachvollziehbare Identität, dank Tinder.  Aber ein Mal, ein einziges Mal hast du einen Fehler gemacht.«

Marasker schwitzte, während er das sagte, obwohl es im Haus nicht besonders warm war. Er wirkt etwas fahrig, dachte Simon.

»Ich weiss leider nicht, was Sie meinen, Herr Kriminalkommissar?«

»Hör mit dem Lügenkonstrukt auf, Simon. Es hat lange gedauert, bis ich auf dich gekommen bin. Wie schön, dich endlich gefunden zu haben!«

Dieselben Worte, die auch der Hacker benutzt hatte. Das konnte doch kein Zufall sein!

»Dann helfen Sie mir auf die Sprünge, Marasker. Ich komm’ nicht drauf. Was soll ich gemacht haben?« 

Marasker streckte die Arme aus und sagte: »Was soll ich lang’ erklären? Lassen wir lieber Fakten und Beweise sprechen. Was dagegen, wenn ich mich mal umsehe?«

Simon wusste plötzlich, an wen Marasker ihn erinnerte. Die hagere Gestalt, der Dreitagebart — er war vorhin schon hier gewesen, mit Lockenperücke, Maske und Overall. Das war zu einfach. Natürlich würde Marasker den Pappkarton mit dem Beweismaterial finden. Und im Zweifelsfall auch im Laptop nachsehen, insbesondere wenn er mit dem Hacker unter einer Decke steckte oder sogar selbst den Hack durchgeführt hatte.

»Das soll wohl ein schlechter Scherz sein? Haben Sie einen Durchsuchungsbeschluss?«

Marasker schien mit dem Einwand gerechnet zu haben. Er zuckte mit den Schultern. »Kein Problem, Simon. Dann durchsuchen wir die Wohnung eben später. Wir beide wissen ja, was ich hier finden werde.« Er zwinkerte Simon kurz zu, als hätte er ihn bei einem Kaugummidiebstahl erwischt. Auch wenn er gleichgültig und locker tat, schien Marasker nervös zu sein, als hätte er Lampenfieber. Simon entspannte etwas. Marasker war nicht halb so abgebrüht, wie er sich gab. 

Simon überlegte fieberhaft wie er darauf reagieren sollte, dass der Kommissar ihm den Mord in der Tannenkoppel anhängen wollte. Er hatte kein Alibi und war  zum Mordzeitpunkt alleine zuhause gewesen, wie die meiste Zeit während des anhaltenden Corona-Lockdowns. Er beschloss, in die Offensive zu gehen. 

»OK, ich verstehe, was Sie vorhaben. Aber ich habe mit dem Mord  nichts zu tun!«

Der Kommissar lachte kurz auf. »Nicht? Verabredung via Tinder, die Frau auf ihrem eigenen Esstisch aufgeschlitzt, kurzen Spruch zum Thema Ehebruch — das ist doch deine Handschrift? Ich habe deine Mordserie ganz genau studiert. Der Tatort ist genauso wie bei den vorigen Fällen!« Es klang so, als wäre er regelrecht stolz darauf.

»Keine Ahnung, was Sie sich da zusammenreimen. Aber nehmen wir an, die Tatorte sind sich tatsächlich allesamt ähnlich. Was habe ich damit zu tun? Wollen Sie behaupten, ich hätte die Morde begangen?« 

Georg Marasker nickt langsam. »Ganz genau. Nichts weniger als das. Allesamt. Auch den an meiner Frau vor 3 Wochen.«

Simon kniff die Augen etwas zusammen. Maraskers Frau? War sie tatsächlich auch dabei gewesen? Er sah den melancholisch dreinblickenden Kommissar genauer an und dachte nach. Das waren ganz neue Aspekte. So langsam verstand er die Motivation des Mannes. 

»Und weil Sie mir die Morde nicht nachweisen können, hacken Sie meinen Computer und schieben mir Beweismittel vom Tatort per Paketboten unter? Was sind das für Methoden?«

Der Kommissar zögerte. Es war ihm sichtlich unangenehm, diesen Teil der Geschichte zu erzählen. »Hier und unter uns kann ich es dir ja sagen…«

Unter uns? Simon dachte an das Nokia in seiner Hosentasche und freute sich bereits auf Maraskers Gesicht.

»Simon, Ich weiss, dass du der Täter bist. Damals, beim Mord an meiner Frau habe ich den entscheidenden Hinweis gefunden. Sie hatte den Chat mit dir als Screenshot abgespeichert. Du hättest nicht so ausführlich beschreiben dürfen, wo du gewisse Spezialitäten kaufst. Von da an war es einfach, deine Spur aufzunehmen. Aber weil ich wegen Befangenheit nicht ermitteln durfte, haben die Kollegen sich meine Hinweise nicht einmal angesehen. Dieses Mal werden sie sich alles ansehen, dafür habe ich gesorgt. Wir werden ausreichend Beweismittel in deinem Haus finden!« 

»Ich bin mir nicht sicher, ob Ihre Strategie aufgehen wird, Herr Kommissar.« Simon holte langsam das Nokia Handy aus der Hosentasche und lächelte kalt. »Ich habe mir erlaubt, ihre durchaus erhellenden Ausführungen dazu, wie Sie mir den Mord unterschieben wollen, aufzunehmen.«

 

Marasker stockte und schaute Simon ein paar Sekunden lang mit offenem Mund an. Mehrfach setzte er an, etwas zu sagen, atmete aber jedes Mal nur tief aus. Dann machte er einen Schritt auf Simon zu. 

»Gib’ mir das Handy, Simon. Sei vernünftig.«

»Meine einzige Freiheitsversicherung? Niemals.« Simon machte einen Schritt zurück. Der Kommissar folgte ihm und machte dieses mal zwei Schritte. Simon vergrößerte den Abstand erneut, bis er mit dem Rücken an den Kamin stieß. 

»Sei vernünftig, Simon. Sonst muss ich den Kollegen sagen, dass du dich der Verhaftung widersetzt hast und ich in Notwehr gehandelt habe.« Er bedeutete Simon der linken Hand, das Handy herzugeben und griff mit der rechten Hand langsam zur Waffe. Die Hand zitterte leicht, als er die Jacke beiseite schob. 

Simon blieb ruhig und tastete hinter seinem Rücken nach dem Kaminbesteck. Er konnte nicht zulassen, dass er jetzt verhaftet wurde. Nicht ausgerechnet heute.

In dem Moment, als Marasker die Pistole aus dem Holster zog und auf Simon richtete, hatte dieser den Schürhaken gefunden. In einer einzigen, blitzschnellen Bewegung nahm er ihn vom Ständer, schwang ihn in Richtung des Kommissars, hieb ihm erst die Waffe aus der Hand und nach einer schnellen Drehung zielte er direkt auf den Schädel des Polizisten und schlug mit aller Kraft auf ihn ein. Hastig holte er noch mal aus und drosch den Stahl ein zweites Mal auf den Kopf des Polizisten. Georg Marasker sackte in sich zusammen, fiel auf die Knie und schlug mit dem Gesicht voran auf dem Wohnzimmerteppich auf. Simon stand breitbeinig über ihm, in der rechten Hand den Schürhaken, von dem Maraskers Blut tropfte. Sein Herz pumpte und er atmete schwer. Verdammt, warum musste ihm der Typ auch so gefährlich nahe kommen? 

 

Jetzt galt es, schnell aufzuräumen. Er hatte Glück, dass der Kerl auf dem Teppich gelandet war. Er rollte ihn darin ein und zog das Paket keuchend über den Flur bis zur Kellertür und die Treppe hinab. Dann holte er den Laptop, sein Handy, den Pappkarton mit den Beweismitteln und das Handy des Opfers. Auch das alles musste er loswerden. Und dazu noch das aktuelle Projekt, das im Keller wartete und das er noch in Ruhe beenden wollte.

Später würde er alles durch den zweiten Treppenaufgang in die Garage bringen und irgendwo nördlich von Hamburg im Wald entsorgen.

Der Kommissar war verdammt nah dran gewesen. Sehr schlau, ihm die Beweismittel auf diese Weise unterzuschieben. Simon fragte sich, ob Marasker auch den Mord begangen hatte? Es war relativ unwahrscheinlich, dass jemand ganz fremdes seine Mordhandschrift  der letzten Wochen kopiert haben könnte und Rache trieb Menschen zu den schlimmsten Dingen an. Dann überlegte er, was er in dem Chat mit Maraskers Frau geschrieben hatte, das den Polizisten auf seine Spur gebracht haben könnte? Er erinnerte sich nicht mehr genau. Wäre Marasker ein wenig schlauer vorgegangen oder hätte seine Kollegen dabei gehabt, wäre alles anders abgelaufen. Aber er war zu sehr an einer Genugtuung interessiert gewesen und hatte dabei zu viel auf’s Spiel gesetzt. Er sah auf das Handy und schüttelte den Kopf. Die Aufnahme hatte nicht einmal funktioniert. Er hatte stattdessen das Spiel »Snake« gestartet. Nun gut, für einen Bluff hatte es gereicht.  

 

Nachdem er alles in den Kellerraum unter der Garage gebracht hatte, ging er in die Waschküche und öffnete eine dicke Stahltür an der gegenüberliegenden Wand. Im Raum dahinter lag eine Frau auf einem Metalltisch. Die Hände waren mit Kabelbindern gefesselt. Ein dickes, silberfarbenes Klebeband fixierte den Körper an der Tischplatte, der Mund war ebenfalls damit zugeklebt.

Simon sah auf Nina herab. Eine Frau, die auf Tinder mit den Männern spielte, während ihr eigener Mann brav zuhause den Tisch deckte. Er hatte es seiner eigenen Frau damals nicht durchgehen lassen und er würde es auch bei keiner anderen Frau dulden. Heute Nachmittag sollte sie für ihren Ehebruch einer gerechten Strafe zugeführt werden. Keine frivolen Avancen und keine Flirts mehr. Für Nina hatte es sich ausgetindert. 

Angsterfüllte Augen blickten ihn an, als er ihr näher kam. Die Frau zerrte an den Kabelbindern und zog am Klebeband, als sie das Skalpel sah, das Simon in der Hand hielt und auf ihrer Brust ansetzte.

42+

52 thoughts on “Tindermörder

  1. Hat mir sehr gut gefallen.
    Als einzige Unstimmigkeit würde ich das Auftauchen des Inspektors anbringen wollen, der ja wegen Befangenheit nicht an dem Fall arbeiten durfte. Warum sollte er eine Festnahme durchführen, in einem Fall, an dem er nicht dran sein darf? Und dann noch allein ?
    Aber alles in allem eine tolle Geschichte.

    1+
      1. Ja, aber dann macht der Satz keinen Sinn, dass er sich der Verhaftung widersetzt hätte.
        Ist nicht böse gemeint, das war eben etwas, worüber ich irgendwie gestolpert bin.

        0
  2. Hallo lieber Phillip,

    Als erstes ist mir die „Fussmatte“ aufgefallen. Würde die mit ß schreiben 😀
    Ich habe mich gefragt, wieso er sich nicht über seinen eigenen Namen wundert, aber am Ende wird klar, weshalb.
    Ich hätte den Laptop vermutlich zugeschlagen, hätte ich gemerkt, dass mich jemand beobachtet und ihn dann langsam wieder aufgemacht und zur Kamera gespitzt 😀 Dass er dann den Router aussteckt, finde ich gut!
    Der ganze Text war von Beginn an spannend und liest sich flüssig. Hat wirklich Spaß gemacht.
    Das Ende war klasse! 🙂
    Meinen Like hast du! 🙂

    Alles Liebe
    Pauline

    1+
  3. Hallo Philipp!

    Eine tolle und sehr fesselnde Geschichte ist dir da gelungen – die Parameter perfekt umgesetzt, hat mir sehr gut gefallen. Ein Like von mir für deine Geschichte!

    LG, Florian

    PS. Ich würde mich auch sehr freuen, wenn dun Zeit und Lust hättest meine Geschichte zu lesen und vlt auch ein kurzes Feedback zu hinterlassen – und wenn sie dir gut gefällt, vlt sogar ein Like

    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/schach-matt

    1+
  4. Lieber Philipp,
    deine Geschichte hat mir wirklich gefallen! Ich war auch am Anfang verwirrt, dass Simon so ruhig bleibt, aber am Ende wird dann ja alles klar. Ich könnte mir den Tindermörder gut im EBook vorstellen und werde das Onlinedating nun lieber aufschieben. 😀

    Liebe Grüße
    Merle
    (Falls du Lust hast bei mir reinzulesen: Meine Geschichte heißt „Sepia“)

    1+
  5. Hi Philipp,

    coole Story! Total kurzweilig und mir hat sehr gut gefallen, wie jemand seinen Rechner übernommen hat und er tatenlos zusehen muss. Klasse Einfall! Auch die, für mich, überraschende Wende ist sehr gelungen. Was soll ich sagen… ich habe Deine Geschichte gern gelesen und war sehr gut unterhalten. Danke dafür!

    Viele Grüße und meinen Like hast Du 😉

    1+
  6. Moin Herr Schreibkollege

    Ich spreche dir meine Hochachtung aus. Denn ich habe deine Geschichte sehr gerne gelesen. Sie hat mich gefesselt und berührt. Und innerhalb von wenigen Momenten erreichen können.

    Die Handlung ist toll konstruiert und genau richtig umgesetzt.
    Alle Parameter sind klug und raffiniert in die Geschichte geflossen.

    Das Ende fand ich besonders klasse.
    Genau so muss das Finale einer Kurzgeschichte gestaltet sein.
    Nämlich so, dass man als Leser die ganze Geschichte noch einmal im Kopf durchgeht, um sie richtig sacken zu lassen.
    Ich wünsche dir, dass du noch viele Leser erreichst und noch viele Likes bekommst.

    Verdient hättest du es.

    Mein Like hast du natürlich sicher.

    Ich wünsche dir noch einen schönen Tag.
    Liebe Grüße, Swen Artmann (Artsneurosia)

    Vielleicht hast du ja Lust und Zeit, auch meine Story zu lesen.

    Über einen Kommentar würde ich mich sehr.
    Meine Geschichte heißt:
    „Die silberne Katze“

    Ich danke dir herzlich und machs gut.
    Swen

    1+
  7. Hey Philipp,

    erst einmal hat mich dein Titel sehr angesprochen! Dafür schon mal ein großes Lob 🙂
    Deine Geschichte hat für mich sehr stark angefangen. Die Thematik ist unglaublich interessant und modern. Mir hat es super gefallen, dass du neue Technik/Methoden mit eingebaut hast. Bis zum letzten Drittel der Geschichte war ich wirklich unglaublich gespannt auf die Auflösung!
    Gegen Ende flachte die Geschichte für mich ein bisschen ab. Die Wendung ist zwar cool und auch ziemlich unvorhersehbar, allerdings ging mir das am Ende alles ein kleines bisschen zu schnell. Das hätte man eventuell mehr ausbauen können (aber ist natürlich auch schwer bei einer Kurzgeschichte).

    Noch eine kurze Verständnisfrage: hat Simon das Ganze inszeniert, um den Kommissar in die Falle zu locken und dann töten zu können?
    Oder es andersherum, nur hat Simon ihn dann noch erledigen können?

    Insgesamt dennoch eine gute Geschichte, bei der ich wirklich Spaß und Freude beim Lesen hatte 🙂

    Mein Like hast du – viel Erfolg für das Voting!
    Liebe Grüße,
    Kathi

    1+
    1. Hallo Kathi,

      vielen Dank für den Like!
      Ich hatte tatsächlich noch andere Ideen, wie die Geschichte weiter gehen könnte, kam dann aber schnell an das (nicht ganz strikt gemeinte) Limit von 15 Seiten und merkte, dass die anderen Ideen die Geschichte locker doppelt so lang gemacht hätten.

      Die Antwort auf deine Frage: letzteres 😉

      Lieben Gruss
      Philipp

      0
  8. Hallo Philipp,

    deine Geschichte hat mir richtig gut gefallen! Ich finde die Idee, dass jemand den Laptop übernommen hat, wahnsinnig gut! Dass sich dein Protagonist schließlich als der Täter rausstellt, habe ich nicht erwartet. Unglaublich guter Plot, mit viel Spannung und gutem, flüssigen Schreibstil.

    Ich lasse dir sehr gern mein Like da und hoffe, dass du es mit dieser grandiosen Geschichte ins eBook schaffst!

    Liebe Grüße
    Angela

    PS: Falls du magst, …, meine Geschichte heißt „Stunde der Vergeltung“ 😊
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/stunde-der-vergeltung

    1+
  9. Hallo Philipp,

    vielen Dank für den Besuch auf meiner Seite (Blaues Mondlicht). Ich weiß ich bin ein klein wenig sprunghaft 😉 Aber genug von mir, jetzt zu Deiner Geschichte. Ich habe bewusst keine anderen Kommentare gelesen, um dir genau wieder zu geben was ich denke. Ich mag den ausführlichen Stil vom Anfang, wie genau das Handy beschrieben wurde. Ich war sofort Feuer und Flamme für Simon und habe in eine ganz andere Richtung gedacht (böser Zwilling oder Datenklau). Den Polizisten fand ich sofort unsympathisch, was das „Pro-Simon-Gefühl“ noch verstärkt hat 😀 Das Ende war dann natürlich mega überraschend für mich, obwohl du ja eigentlich nur das getan hast, was ich liebe… auch das Böse muß Charisma, Charme und Glanz haben. 😉

    Schreibst du das weiter und kann man das irgendwo lesen? Es wäre bestimmt spannend zu erfahren, ob der „gute Kerl“ nicht doch irgendwann in die Falle tappt. Am besten mit ner weiblichen Polizistin undercover 😀 (***Augenzwinker***). Liebste Grüße Melanie

    1+
  10. Hallo Philipp,

    wie angekündigt, habe ich mich mal über deine Geschichte hergemacht.
    Dein Plot kämpft mit dem gleichen Problem, wie so viele andere: wenig Raum, um eine Geschichte zu erzählen.
    Aber unter den gegebenen Umständen fand ich die Art und Weise, wie du die Geschichte erzählt hast, passend.
    Deshalb, und weil ich die Grundidee gut finde, lasse ich hier gerne meine Stimme bei dir liegen.

    An anderer Stelle habe ich gelesen, dass du mit dem Gedanken spielst, die Geschichte weiter auszubauen und sie anderswo zu veröffentlichen, falls sie nicht im E-Book erscheinen sollte.
    Ich glaube, diesen Gedanken kannst du in jedem Fall weiterverfolgen. Denn bis aus dieser Idee ein ganzer Roman wird, vergeht ja sicher das ein oder andere Jahr 😉

    Ich wünsche dir jedenfalls weiterhin viel Spaß am Schreiben. Mach weiter so!

    Viele Grüße
    J. D.
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/das-leben-eines-toten-mannes

    1+
  11. Hey Philipp,
    Deine Geschichte hat mir gut gefallen und auch der Wendepunkt war super! Fand sie sehr spannend geschrieben. Mein Like hast Du auf jeden Fall. 🙂

    Vielleicht hast Du ja auch Lust meine Geschichte ‚Sonnenschein’ zu lesen. 🙂

    Liebe Grüße
    Steffi

    1+
  12. Moin Philipp,

    zunächst sei die Frage erlaubt, was ist eigentlich Tinder? 🤷🏼‍♂️🤔
    Ich frag für nen Freund…

    Kommen wir nun zu deiner Geschichte.

    Deine Kurzgeschichte hast du dir schön ausgedacht. Spannend erzählt, ein fesselnder Plot und ein Schreibstil der sehr souverän wirkt.

    Nicht immer sind die Guten auch die Guten. Gutes Stilmittel und bereitet einen schönen Plottwist vor. Hat mir gut gefallen! 👍🏻

    Zum Ende lässt du deine Leser mit Fragen zurück und auch das finde ich essenziell und wichtig für eine Kurzgeschichte.

    Mein Like lass ich dir gerne da und wünsche dir alles Gute für‘s Voting.

    LG Frank ( Geschichte : Der Ponyjäger)

    1+
    1. Hi Frank,

      ich kenne Tinder auch nicht gut, musste tatsächlich ein paar Details dazu googlen. Ernsthaft. Aber „Parshipmörder“ wäre nicht halb so interessant oder glaubhaft gewesen 😉

      Freut mich, dass die Geschichte gefallen hat, werde mir jetzt auch gleich Deine durchlesen.

      LG Philipp

      0
  13. Lieber Philipp,
    Toller Einstieg🤩 ! Und der Anfang und das Ende passen perfekt zusammen. Deine Geschichte war sehr angenehm zu lesen. Mittlerweile habe ich ein bisschen Angst vor Hamburg, denn mir sind hier einige Geschichten mit crazy Protagonisten aus dieser Stadt begegnet.
    »Du denkst Du hast damit alles unter Kontrolle? Die Kamera brauche ich eh nicht!«
    Na toll, so was möchte ich aber nicht an meinem Computer erleben 🙈 .
    Du benutzt unverbrauchte Bilder, mit denen du die Stimmung hältst, z. B. „Ein Geräusch, das die schwere Stille im Haus wie mit einer Axt durchschnitt.“
    Du hast alle Parameter in deiner Geschichte einfließen lassen. Tinder ist mir jetzt noch sympathischer geworden ;-).
    Da wir hier ja alle auch etwas lernen wollen und sollen, nimm mir meine kleine Kritik jetzt nicht übel. Wieso schreibst du so viele Wörter mit „ss“? Das hat mich teilweise ein wenig irritiert. Du hast ein „ß“ auf deiner Tastatur, denn an einigen Stellen benutzt du „ß“.
    Z. B.
    – Fussmatte (Fußmatte)
    – eine weisse Seite
    – schliessen

    Und weil du auch ins E-book möchtest, sollte natürlich die Rechtschreibung und Zeichensetzung stimmen, damit es ordentlich aussieht. Aber das hast du ganz fix korrigiert💪 :

    – aus einem hellblauem Leder (hellblauen)
    – egal, was er tat.Sogar… (tat, sogar…)
    – Eine Person war auf allen Bilder (Bildern)
    – dass der Kommissar tatsächlich bescheid wusste (Bescheid)
    – Im Text werden „du“ und „dir“ kleingeschrieben
    – Jedes mal (Mal)

    Ich hoffe, dass noch viele deine Geschichte lesen werden. Das Thema ist genial!
    Danke, für deinen Spannungsmoment. Krasses Ende! Schreib bitte weiter und komm auf solche guten Ideen. Viel Erfolg weiterhin 🍀! Mein Like 👍 hast du natürlich,

    liebe Grüße, Martina (Happy birthday“ 🎈)
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/happy-birthday
    Du kannst meine Geschichte auch anhören. Der Link steht oben in meinem Profil 😊.

    1+
    1. Hallo Martina,

      vielen Dank für Deinen langen Kommentar. Freut mich, dass Dir die Geschichte gefallen hat.
      Die kleinen Fehlerchen habe ich rasch korrigiert. Bei ss und ß bin ich mir immer unsicher…
      Werde jetzt gleich mal bei Deiner Geschichte vorbeischauen.

      LG Philipp

      0
  14. Lieber Philipp,

    nun habe ich es endlich geschafft, deine Geschichte zu lesen und sie gefällt mir richtig gut.

    Ich musste kurz grinsen, als Simon die Kamera des Laptops mit einem Post-it überklebt hat. Ich bin genauso paranoid 😁

    Die Vorstellung, dass ein Hacker tatsächlich sämtliche Geräte übernehmen könnte, finde ich ziemlich beunruhigend und gruselig. Beim Lesen deiner Story ist mir durch den Kopf gegangen, dass ich auch dringend meine Sicherheitsvorkehrungen kontrollieren muss – und ich habe nicht mal ein so dunkles Geheimnis wie Simon 😅

    Wie du siehst, hast du absolut die richtige Stimmung erzeugt. Toll gemacht, so soll es sein. Ich finde, du hast einen sehr angenehmen Schreibstil und erzeugst mit deinen Worten die richtige Atmosphäre und wahre Emotionen.

    Deine Idee mit den zehn Geboten find ich super und hat mich an den Film ‚Sieben‘ erinnert, auch wenn es darin um die Todsünden geht 😎

    Ich war teilweise ein wenig verwirrt, wie Simon in der Situation, in der er sich befindet, gefühlt, gedacht und gehandelt hat, aber schlussendlich ergab das alles einen Sinn.

    Auch die Gesichtsmaske des Boten hat mich durcheinander gebracht. Ich hatte zwar keine Schönheitsmaske im Sinn, sondern eher eine Skimaske und hab mich gewundert, warum Simon sich nicht auch wundert. Bis mir dann der Mund-Nasen-Schutz einfiel 🙈 Manchmal ist das Naheliegende so fern – es war also nicht dein Fehler, sondern mein verwirrter Kopf 😎

    Ich danke dir für deine tolle Geschichte, die durchweg spannend ist, für die unvorhersehbare Wendung und für das wirklich krasse Ende, das mich immer noch schaudern lässt. Ich wünsche dir noch viele begeisterte Leser und drücke dir die Daumen fürs Voting. Mein Like lasse ich dir sehr gerne da 😃

    Alles Gute für dich und liebe Grüße
    Sarah

    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/rache-ist-suess

    1+
    1. Hallo Sarah,

      vielen Dank für Deinen langen, ausführlichen Kommentar, hat mich sehr gefreut! Schön, dass Dir die Geschichte so gut gefallen hat.
      Tja, die Möglichkeiten, die Hacker heutzutage haben, sind wirklich beunruhigend. Man kann gar nicht vorsichtig genug sein.

      Werde mir heute auch Deine Geschichte anschauen, bin gespannt 🙂

      lg Philipp

      0
  15. Lieber Philipp,

    endlich habe ich es geschafft, deine Geschichte zu lesen. Mir gefällt sie sehr gut. Spannend erzählt, sehr modern und toll geschrieben. Daraus könntest du auch einen ganzen Roman machen. Würde doch super in die heutige Zeit passen. Und ich weiss jetzt wieder, warum ich nicht auf Tinder bin…
    Mein Like hast du. Alles Gute weiterhin :-).
    lg Kerstin

    Falls du Lust hast, lass ich dir gerne den Link zu meiner Geschichte da.
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/das-maedchen-dana

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    1. Hallo Kerstin,

      vielen Dank für Deinen schönen Kommentar! Freut mich, dass die Story gefallen hat. Was genau ist „modern geschrieben“, wie äußert sich das? Klingt auf jeden Fall gut 🙂
      Vielleicht mache ich wirklich einen Roman daraus. Das wird eine neue Herausforderung, einen ganzen Roman habe ich noch nie geschrieben.

      Werde mir Deine Geschichte durchlesen, bin schon sehr gespannt!

      LG Philipp

      0
  16. Hallo PhilippH,

    Deine Geschichte hat mich gleich ergriffen und es hat Spaß gemacht, sie zu lesen. Kopfkinoalarm! Kurz und knapp: Super!

    Mein Like habe ich Dir dagelassen, ich hoffe, Du schaffst es ins EBook.

    Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag.
    Liebe Grüße von der Charlie
    („Und der Tod fragte sich, wer er eigentlich ist?“)

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