LydelVerloren – Einfach alles Verloren

21+

01. April 2018
Heute nun endlich ist es soweit, Robert wird aus dem Küchwaldkrankenhaus in Chemnitz entlassen. Auch wenn er sich bei dem Gedanken nicht so wohl fühlt, ist er dennoch froh den tristen Krankenhausalltag zu entkommen.
„So Herr Wagner, ich weiß es wird nicht leicht, erst recht nicht wenn Sie nicht genau wissen wer oder was Sie sind. Aber schauen Sie, wir wissen wenigstens Ihren Namen und Ihre Adresse haben wir auch. Fahren Sie erst einmal nach Hause und vielleicht kommen die Erinnerungen dann ganz von allein?“ – Stille – „Lassen Sie den Kopf nicht hängen, manchmal ist ein Neuanfang genau das was der Mensch brauch!“
Die Schwester hatte gut Reden, sie weiß wer sie ist. Sie weiß wo sie arbeitet, wer ihre Familie ist, ob Sie etwas zu erwarten hat vom Leben. Ja und Robert, er weiß nix. Die Ärzte sagten er hatte auf Grund eines starken Alkoholmissbrauches, mit einem anschließenden Autounfall bei dem er Beifahrer war, ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Dies alles führte zu einer kompletten Amnesie und einem versteiften Kniegelenk.
Das Knie war ihm vorerst egal. Schlimmer war dieses Nichtwissen. Er weiß weder wie es zu diesem Unfall kam, noch wer der Fahrer war. Darüber hinaus hat er nicht einmal eine Ahnung wer er ist, wie er heißt, was er beruflich macht oder welche Hobbys er hat. Robert hatte wahrscheinlich Glück das er sein Ausweis bei dem Unfall dabei hatte, wo man wenigsten seinen Namen und Wohnort ausfindig machen konnte.
Dies half aber selbst der Polizei kein Stück bei den Ermittlungen weiter, sie fanden den Namen Robert Wagner nirgends im System. Nur seine Meldeadresse, aber darüber hinaus absolut gar nichts. Der Hauptkomissar Klein meinte damals nur zu ihm: „Also Herr Wagner, es ist seltsam… Erst einmal danke für Ihr Einverständnis, dass wir uns in Ihrer Wohnung umschauen durften. Ich weiß nicht wie ich es sagen soll ohne komisch zu klingen.“ Er räusperte sich, als Robert nichts sagte. „Ihre Wohnung ist recht steril. Es ist nicht einmal ein Staubkorn zu finden, keine persönlichen Gegenstände – nichts. Ich weiß das Sie an einer Amnesie leiden, aber bitte sobald Ihnen etwas einfällt nehmen Sie bitte Kontakt zu uns auf.“
Die Schwester fasste Robert behutsam auf die Schulter, der in seinen Erinnerungen mit dem Hauptkomissaren gefangen war. Dadurch erschrak er etwas und packte wortlos seine Tasche die ihm von der Polizei mitgebracht wurde. Dort enthalten waren nur ein paar Sachen die ihm absolut nicht gefallen wollten. Es schien als gab es nur die Farben schwarz, weis und grau in seinem Kleiderschrank. Alles schien wie ein schlechter Scherz – da der 01. April war konnte es ja tatsächlich ein schlechter Aprilscherz sein, aber es rief einfach niemand April, April.

2 Jahre später

Es plapperte wild aus der Küche, in der Lina für Robert und sich selbst ein Mittagessen kreiert. Er liebt ihre Kochkünste. Sie ist kreativ aber dennoch hat es immer den Charme der bürgerlichen Küche.
Der quirlige Wildfang stand einfach vor seiner Tür. Er hatte ein Päckchen für sie mit angenommen und das obwohl er das nie, bis hin selten macht. Als er damals die Tür auf machte und die blonde Schönheit mit der runden Brille vor sich sah, ist es direkt um ihn geschehen und das nur durch einen Blick.
Erst dachte er, dass er aufgrund des nachziehenden Beines, welches durch die Versteifung kam nie an so eine Frau kam. Doch es kam anders, sie sahen sich öfters und irgendwann saßen sie bei einer Zuckerwatte beim alljährlichen Rummel auf dem Hartmannplatz und es kam wie es kommen musste. Ein Kuss, eine Liebesgeschichte – sie waren ein Paar.
Robert schweifte öfters mit den Gedanken zu seinem ersten Kuss mit Lina, denn seitdem war er glücklich und musste nicht mehr darüber nachdenken, was vor diesem Wunder war.
Er ging in die Küche zu seiner wild erzählenden Freundin und umarmte sie von hinten, sie lachte und erzählte von ihrem Tag. Lina war eine executive admistrative Assistant – kurz eine Sekretärin. Sie weiß genaustens über jedes Gerücht Bescheid und diese bekommt Robert immer direkt mit erzählt. Letzten Endes weiß sie genau wie sie ihn unterhalten kann. Über das jetzt und heute, weiß Robert jedes Detail, von vor ihm hingegen gar nichts, aber genau das ist ihm recht, denn er könnte auch ihr nichts weiter von seinem Leben erzählen.
„Ach, das hätte ich fast vergessen, heute war ein Zettel für dich im Briefkasten – also besser gesagt ein Umschlag mit einem Zettel. Aber du kennst mich, ich habe ihn ausversehen aufgemacht. Er liegt dort bei der Kaffeemaschine. Ich habe ihn aber nicht gelesen ich schwöre!“ Robert schaute zu Kaffeemaschine und sah den Zettel, er musste lächeln als Lina weiter erzählte, er ging zu dem Zettel und las: Wollen wir uns mal wieder sehen? In Einsiedel an der Brücke. Heute 16Uhr, bis dann.
Plötzlich wurde Robert ganz kalt und sein Herzschlag wurde schneller, was hatte das zu bedeuten? Wer hat das geschrieben? Welche Brücke? Einsiedel kannte er, dort war er schon ein paar Mal mit Lina am Wochenende, das Landleben genießen. Aber woher wusste das der Jenige? Freunde hatte er nicht, nur Lina die Farbe in sein Leben brachte und das seit gut einem Jahr, aber sonst kannte er niemanden. Trotz seiner Bemühungen konnte er in all der Zeit nach seinem Unfall nichts über sein vorheriges Leben herausbekommen.
Jetzt ergab sich aber scheinbar eine Möglichkeit etwas über sich zu erfahren. Er blieb ganz ruhig und beobachte Gedanken versunken, wie Lina die Tomaten für den Salat schnitt. Plötzlich entfuhr es ihm: „Ich muss dann noch einmal weg so gegen 15.30 Uhr kann ich deinen Wagen nehmen?“ Lina begutachtete ihn und legte den Kopf schräg, aber sie sagte nix weiter als „Na klar, ich treffe mich dann eh noch mit Steffi“
Jede andere Frau würde jetzt fragen, was ist los? Mit wem triffst du nicht, aber nicht Lina. Die beiden führen eine Beziehung in der sie beide fast alles wissen, aber wenn etwas einmal nicht erzählt wird ist auch keiner sauer. Bisher fahren Sie damit ganz gut, denn Sie sind glücklich.

Am Nachmittag

Robert fuhr um 15.30 Uhr mit dem knallroten VW-Polo in Richtung Einsiedel, er verspürte ein Kribbeln im Bauch – die Aufregung. Er wusste nicht was bzw. wer ihn erwartete. Zum Glück gab es in Einsiedel nur eine einzige Brücke, die er auch kannte. Durch den Nachmittagsstau hatte er tatsächlich mehr als Angst sich zu verspäten.
Er kam nach gefühlten Stunden im langsamen Tempo in Einsiedel um 16.02 Uhr an. Nicht pünktlich aber wegen 2 Minuten wird ein alter Freund nicht direkt gehen. Oder etwa doch? Es war niemand weit und breit zu sehen, nur die Autos die auf der abbiegenden Hauptstraße schnell an ihm vorbeibrausten. Robert wartete über 20 Minuten und ging langsam die Brücke auf und ab, auf einmal entdeckte er etwas in dem Brückengeländer, es blendete ihn, da sich die Sonne spiegelte. Mit zwinkernden Augen hob er das glänzende etwas auf. Es war ein Handy.
Robert schaute sich um, rechts und links er sah sogar in den kleinen Fluss, aber er sah niemanden. Wem gehörte das Handy? Er wusste nicht ob er es entsperren sollte, aber wie sonst sollte er heraus finden wem es gehört? Also griff er sich ans Herz und wischte über den Bildschirm, was er dann sah – schockte ihn.
Weshalb er hier, auf der Brücke war, vergaß Robert in dem Moment als dieses Bild auf dem Display erschien. Er war in einer leichten Schockstarre versetzt, es war ein Bild mit einem Pärchen. Der Mann hob die Frau in den Himmel sie lachten beide. Die beiden sahen mehr als verliebt aus. Sie war blond gelockt, hatte ein Kleid welches nur so vor Farbe strotzte. Ja und der Mann, war jung, glücklich und Robert kannte ihn. Er kannte ihn, weil er sich selbst direkt erkannte.
Natürlich war ihm bewusst, dass dieses Bild nicht in den letzten zwei Jahren entstanden sein konnte, aber dennoch half ihm das keineswegs weiter. Er war verwirrt, wütend, sogar etwas traurig. Warum lockte man ihn auf diese Brücke und lies ihn auf jemanden warten der dann doch nicht kam? Was sollte dieses Handy und aus welchem Grund musste er es finden? Wer war diese Frau? Fragen die in seinem Kopf kreisten und das bis zur Abenddämmerung. Robert blieb in seiner Schockstarre einfach stehen und beobachte die Autos die an ihm vorbei fuhren. Er dachte nach.
Plötzlich vibrierte das Handy in seiner Hand, eine Kurznachricht blinkte auf. Schockiert schaute er auf das Handy, was sollte das? Soll er diese Nachricht öffnen, ist diese Nachricht für ihn? Die SMS musste ja für ihn sein? Schließlich war er im Hintergrundbild ein Hauptdarsteller. Kurzerhand entschloss sich Robert die Nachricht zu öffnen:
„Na bist du geschockt? Fragst du dich was das soll? Ich kann dir zwei Dinge sagen. 1. Du hast es verdient und bisher habe ich es mehr als genossen! 2. Diese Zahl wirst du bei deinem Akkustand gebrauchen: 0603 Außerdem wird sie dir helfen zu verstehen.
Viel Spaß beim Rätseln! V.G.
Robert schaute unentwegt auf diese Nachricht, was sollte der Scheiß? Steht der Arsch irgendwo und ergeilte sich an seiner Unwissenheit? Und falls der das macht aus welchem Grund?
In dem Moment holte ihn eine bekannte Melodie aus seiner Wut. Es erklang „She´s my baby“ von Zucchero, dass konnte nur Lina sein, er nahm sein Handy aus seiner Hosentasche und ging ran. Es war ein seltsames Gespräch, was es so noch nie gab. Robert war einfach abwesend und Lina klang darüber mehr als erstaunt, er stammelte das er bald nach Hause kommt und legte auf.
Die Frage war nur ob das zu Hause wirklich sein zu Hause war, denn ihm schwirrte die ganze Zeit nur eine Frage durch den Kopf wer war die Frau und wo war sie jetzt? Er schaute sich die SMS nochmals an, erst überlegte er ob er auf diese Nachricht antworten sollte, aber schnell fand er heraus das dies nicht möglich war, es war eine SMS von einer Internetplattform wo man die Nachrichten kostenlos versenden kann. Auch wenn ihm nicht bewusst war, dass es solche Plattformen überhaupt noch gibt, aber hier war ja der eindeutige Beweis.
Nur brachte ihm das Ganze nicht weiter. Robert wurde klar, dass die ein Spiel wird, ein Spiel welches er aber gar nicht spielen mochte. Ihm wurde bewusst, dass er mit seinem Gegenüber nicht kommunizieren konnte. Der andere hingegen konnte die ganze Zeit mit ihm reden und damit auch mit ihm spielen. Es stellte sich nun die Frage möchte Robert auf ein Spiel eingehen? Und wenn er das tat, konnte es für ihn gefährlich werden?
Er machte sich auf den Weg nach Hause zu Lina, aber er beschloss für sich, er erzählt ihr von diesem Erlebnis und von diesem Handy vorerst nichts. Es wird ein Spiel geben, aber er entscheidet selbst wann und wie es fortgesetzt wird. Als Robert nach Hause kam war Lina schon im Bett, er legte sich zu ihr und wischte eine Strähne aus ihrem Gesicht. Er verlor sich in ihrem Anblick und irgendwann schlief er einfach neben ihr ein, als ob nichts gewesen wäre.

Der nächste Tag
Am nächsten Morgen wachte er schweißnass auf, weil es auf seinem Nachttisch surrte, mit diesem Klang und kratzen auf dem Holz schrak Robert aus einem schlimmen Traum auf. Das dachte er bis zu diesem Augenblick jedenfalls noch. Als ihm bewusst wurde, dass dieses Surren gar nicht von seinem Handy kam, sondern von dem gestern gefundenen Mobiltelefon, erschauderte er.
Aber anstatt zu schauen, was dieser Verrückte wollte, stand er aus dem Bett auf und ging ins Bad, nach einer Dusche und einem guten Frühstück schrieb er kurz mit Lina, die bereits auf Arbeit war. Dann konnte ihn aber doch nichts mehr halten. Er setzte sich auf seine Couch nahm das gefundene Handy, welches er mittlerweile aufgeladen hatte und starrte das Display an. Mittlerweile erschienen zwei Kurzmitteilungen. Es war eine Stille in der Wohnung, wo das Gefühl aufkam, dass man diese greifen konnte. Nach gefühlten Stunden drückte er auf das Display und machte die erste Nachricht auf.
Hast du gut geschlafen? Ich muss einmal sagen, ich habe dich vermisst. Aber nun kommen wir zum wichtigen Bestandteil deiner Aufgabe:
Um das Leben deiner Lina zu retten, solltest du aber dich stellen und alles erzählen was passiert ist.
V.G.
Was zur Hölle wollte dieses Arschloch. Robert konnte nicht mehr an sich halten und schrak von der Couch auf und schrie so laut er nur konnte. Ihm gingen so viele Gedanken durch den Kopf. Was meinte dieser Unbekannte. Wieso sollte sich Robert stellen, was hat er denn getan? Er griff zu seinem Handy und rief Lina an, es tutete mindestens zehnmal. In der Zeit wurde Robert verrückt vor Sorgen. Lina hob ab und klang leicht genervt: „Robert du weißt das ich bei diesem wichtigen Meeting dabei bin, ich kann jetzt nicht.“ Kurze Unterbrechung „Ist etwas Wichtiges?“ Robert kam ins stammeln: „Nein, nein ich wollte nur sicher gehen, dass es dir gut geht. Bitte sei Vorsichtig“ dann beendete er direkt das Gespräch. In dem Moment war ihm nicht klar wie verwirrend so ein Satz für Lina sein könnte.
Er las sich die Kurzmitteilung auf dem Handy wieder und wieder durch. Woher wusste dieser Wahnsinnige wer Lina ist, und wieso hat er mich vermisst? Und was bedeutet dieses V.G. vielleicht ist das ein Hinweis auf seinen Namen? Oder er kürzt viele Grüße so ab? Ach das kann wieder alles sein und brachte ihn alles nicht weiter. Aber halt! Gab es nicht noch eine zweite Nachricht? – Ja tatsächlich. Robert öffnet diese Nachricht und war erstaunt es war keine SMS in dem Sinne, sondern nur der Hinweis auf einen verpassten Anruf, der eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen hatte.
In diesem Moment ging Robert wieder verschiedene Gedanken durch den Kopf, mit zitterten Händen drückte er auf den Touchscreen und nahm das Handy an das Ohr. Es ertönte ein tiefes Atmen, welches an jeden Horrorfilm erinnerte. Plötzlich setzte eine verzerrte Stimme ein und redete auf ihn ein. Er versuchte jedes Wort in sich aufzunehmen um seine Antworten zu finden.
„Hallo mein guter Freund, du weißt sicher, dass wir mehr als alte Bekannte sind und das du es mehr als verbockt hast. Du hast gelogen und betrogen. Das waren deine Hauptmerkmale eigentlich konntest du nichts anderes. Ach doch, eins konntest du noch und zwar meine Liebste um den Finger wickeln. Sie ist dir verfallen und du hast sie nur ausgenutzt. Alles was passiert ist hast du zu verantworten. Und du weißt, dass du dies auch tun musst. Gestehe es ein. Denk nach vielleicht hilft dir der Ort des Verbrechens die alte Russenkasserne oben beim Zeisigwald. Ich hoffe das hilft deiner Erinnerung auf die Sprünge und ich kann dir sagen ich genieße deine Ratlosigkeit, denn schaffst du es nicht dein Gedächtnis wieder zu finden, wird deine Lina wohl bald nicht mehr da sein. Aber dann steht es wohl 1:1. Da beruhigt mich etwas und dich sicher auch. Du hast 24 Stunden Zeit. Ich mache mir aber keine Sorgen da du spielen und insbesondere rätseln schon immer geliebt hast, wirst du spätestens morgen um diese Uhrzeit bei der Polizei sein und alles gestanden haben. Damit erlöst du meine Liebste…, mich und auch dich. Ist das nicht prima?“
Am Ende hallte nur ein Lachen durch die Leitung und die Stille hüllte Robert ein. Nach ein paar Minuten kam er wieder zu sich und in seinem Kopf drehte sich alles. Alle Informationen die er für sich aufnehmen konnte versuchte er zu verarbeiten. Der seltsame Typ erzählte etwas von der alten Russenkasserne am Zeisigwald, dies war der Ort an dem er im Autofrack auf dem Beifahrersitz schwer verletzt gefunden wurde. Seit dem Unfall war er nicht mehr dort. Außerdem erzählte dieser Typ immer von seiner Liebsten, ging es dabei um die Frau auf dem Bild? Ging es also um reine Eifersucht? Robert soll schon immer gern gespielt und vor allem gerätselt haben, in dem Moment dachte er: „Das mache ich jetzt aber nicht gern!“
Im nächsten Augenblick nahm er das Handy noch etwas mehr unter Augenschein. Er schaute mit welcher Nummer der Verrückte angerufen hat. Leider kam er damit zu keinem Ergebnis, denn es war eine unterdrückte Nummer. Außerdem schaute er ob noch weitere Nachrichten auf dem Handy sind, vielleicht auch alte Nachrichten. Nein, da waren keine weiteren.
Robert zuckte zusammen, da ihm ein Geistesblitz traf. Sofort durchstöberte er das Handy nach weiteren Bildern und wurde in der Fotogalerie tatsächlich fündig. Es gab Bilder zum Beispiel aus dem Autofrack mit dem er seinen Unfall hatte. Unter anderem eins, in dem die Rückbank mit einer schwarzen Frauenhandtasche des Autofracks fotografiert wurde. Er scrollte weiter und er fand ein Ultraschallbild, der Name der Frau war fast weggeschnitten man konnte nur den Anfangsbuchstaben L von dem Vornamen erkennen und vom Nachnamen etwas mit G? Aber das war eher nur ein Verdacht, da dieser auch komplett durchgestrichen war und somit unerkenntlich gemacht wurde. Das letzte Bild was er fand war ein Foto von zwei Frauen, man erkannte sie nicht, da sie von hinten fotografiert wurden. Sie saßen auf einem Steg am Wasser – wahrscheinlich ein See, die eine von beiden könnte die Frau vom Hintergrundbild gewesen sein und die andere, sieht von hinten etwas wie Lina aus, aber gut von hinten kann man schwer Menschen erkennen. Es kann jede blonde Frau sein.
Diese Bilder brachten ihn nicht großartig weiter, einerseits dachte Robert das er vielleicht Schuld an dem Unfall hatte, anderseits konnte das schlecht sein, denn wie alle wussten saß er auf dem Beifahrersitz. Dann dieses Ultraschallbild von L.G.? Was sollte Robert hier herausfinden das er Vater geworden ist? Er nahm sich dieses Bild nochmals vor, als Datum stand dort 06.03.2018. Es war also zwei Jahr her, es war der Tag des Unfalles. Der Tag an dem er die Beweglichkeit des Beines und noch schlimmer sein Gedächtnis verlor. War das denn diesem Idioten nicht vorab klar?
Es war zum Haare ausreisen, es brachte alles nichts, wenn er Lina retten wollte musste er zu Russenkasserne. Natürlich überlegte er die Polizei einzuschalten, aber er wusste nicht was er denen erzählen sollte – vielleicht so etwas wie: „ich weiß nicht was ich getan habe, aber es muss etwas Schlimmes gewesen sein.“ Nein, das wollte er sich selbst auch nicht antun, außerdem kam er dann wahrscheinlich nicht in 24 Stunden, also jetzt nur noch 22 Stunden und 4 Minuten, zu dem Rätsels Lösung. Auch Lina wollte er nicht einweihen, sie würde nur Angst um ihn haben und ihn drängen zur Polizei zu gehen, damit würde er nur die wichtige Zeit verlieren. Er entschloss sich somit, direkt mit dem Rad in die Nähe des Zeisigwaldes zu fahren.

Das Spiel
Die Fahrtzeit betrug 28 Minuten und das obwohl er die ganze Zeit so schnell fuhr, wie er noch nie gefahren ist. Trotz Behinderung war es doch eine beachtliche Leistung, aber dafür würde er sicherlich kein Olympisches Gold erhalten. Dort angekommen, schaute er sich um, Robert dachte gerade hier sollten ihm doch irgendwelche Anhaltspunkte wieder in den Sinn kommen? Egal um was es geht, ob es um diesen Unfall geht oder um sein früheres Leben?! Es müsste doch irgendwas in seinem Kopf passieren? Warum passiert denn rein gar nichts? Aus welchem Grund sitzt er hier mit seinem Fahrrad und weiß nicht wie seine Vergangenheit aussah.
Er wurde wieder wütend, es war frustrierend nicht voran zu kommen, nicht zu wissen, warum mit ihm so ein Machtspiel ausgeübt wurde. Genau in dem Augenblick vibrierte es in seiner Tasche, erst dachte er es ist sein Handy, aber nein das war wieder das andere Telefon – das was er an der Brücke gefunden hatte. Robert schaute auf das Display und es prangte wieder das Popup mit einer Kurzmitteilung auf. Also eigentlich wie immer, nur das dieses Mal war es keine normale Mitteilung! Nein es war eine MMS, also eine Bilddatei. Schweigend und etwas erschaudernd öffnete er das Bild. Zu sehen war er mit seinem Fahrrad, wie er vor den Eingang zu der Ruine stand.
Sofort blickte er sich um, wie konnte es sein, dass man ihm hier so fotografieren konnte. Es war weit und breit niemand zu sehen. Die alte Russenkasserne lag vor einem kleinen Stück Land und man kam nur über eine Straße hier her. Nirgends war ein Ort zu sehen, wo man hätte ein Foto machen können ohne dem anderen aufzufallen. Oder war er so vertieft in seinen Gedanken das er nichts mehr mitbekam? Ein eiskalter Schauer zog sich über seinen Rücken.
Robert schwenkte seinen Blick zur alten Kaserne, die tatsächlich mehr einer Ruine ähnelte. Jugendliche hatten diesen Ort scheinbar mittlerweile als Rückzugsort genutzt und überall waren Graffiti zu sehen. Der Ort war nicht mehr das, was er einmal war. Er blickte wieder auf das Display und las die Nachricht, welche zu dem Bild mitgeschickt wurden:
„Hab keine Angst! Geh ruhig rein, du warst schon oft hier! Das musst du doch wissen! Geh bis dorthin, wo du das „Gemälde“ siehst! Mit Gemälden kennst du dich doch aus? Was siehst du darin?
Sag es laut.
Nachdem Robert diesen Text gelesen hatte, blickte er sich noch einmal um. Er hatte das Gefühl, dass jemand hinter seinem Rücken stehen würde, Robert spürte regelrecht die Gegenwart seines Gegners. Das Gefühl das er dessen Atem im Nacken spüren konnte, lies ihn erschaudern. Dennoch konnte er niemanden sehen. Wie konnte das nur sein? Er wandte seinen Blick wieder zum Eingang, kurz überlegte er noch einmal ob er Lina einfach anrufen sollte, um ihr doch zu sagen, was hier gerade passiert und so könnte er ihr auch noch einmal sagen wie sehr er sie liebt, aber dann würde Sie sich Sorgen machen und am Ende von seinem Plan abbringen. Nein, er musste da allein durch.
Also nahm er seinen ganzen Mut zusammen und ging durch den Eingang, er schaute nach rechts und links. Öfters drehte er sich um, zum Eingang. Es war sogar die Überlegung da wieder zurück zu gehen. Aber was ist, wenn der Irre ernst macht und seiner Lina etwas antut? Das würde er sich nie verzeihen können. Auf dem Weg durch die Dunkelheit vernahm Robert jedes kleinste Geräusch, egal ob es die klappernten Türen waren, welche durch den Wind angetrieben wurden, oder selbst die Geräusche die nur er selbst mit seinen Füßen machte – bei jedem Geräusch zuckte er zusammen.
Plötzlich hörte er ein Rascheln es war nicht weit vor ihm, dass Herz schlug ihm in der Brust immer höher, die Angst kroch in jedes seiner Glieder. Er hatte das Gefühl das nicht nur sein Bein versteift war, sondern der ganze Körper. Was war das nur? Er versuchte trotz seiner Angst etwas näher an diesen Raum zu kommen wo das Geräusch seinen Ursprung nahm. Mit dem Versuch sich einzureden, dass er nur so etwas über seine Vergangenheit rausfinden könnte und er auch nur so Lina retten konnte, spornte er sich an. Robert wurde immer mutiger und lief etwas schneller und schliff sein Bein mit. Auch wenn das schnelle Laufen ihm Schmerzen bereitete, biss er auf die Zähne und lief mit erhobenem Haupte in den Raum in dem das Rascheln in dem Moment verstummte, als er ihn betrat.
Er schaute sich um, an der Seite stand noch ein alter Schreibtisch und daneben stand ein alter Kleiderschrank. Die Tür war halb offen. Er fasste sich ans Herz und ging langsam zu der halboffenen Tür. Fast stumm und mit zitternden Händen stand er davor und nahm seine rechte Hand langsam hoch um die Tür zu öffnen. Robert berührte den Knauf der Tür, hielt ihn kurz fest und setzte ein stummes Gebet in den Himmel ab. Dann riss er die Tür, mit einem wütenden Schrei auf und war auf alles gefasst.
Auf alles, hat in dem Moment scheinbar doch nicht gestimmt. Der wütende Schrei wich einen ängstlich daher springen. Da ihm aus dem Schrank zwei riesen großen Ratten entgegensprangen, welche wahrscheinlich mehr vor ihm geflüchtet sind, als ihm Angst einzujagen. Robert ist aus Furcht beim Sprung zurück auf den Boden geknallt und schaute dem Rattenpärchen hinterher. Sein Kopf suchte den Schutz seiner Hände und er kauerte sich wie ein verschrecktes Kind auf den Boden.
In dem Moment der Stille vibrierte das Handy, und wieder erschien das Bild mit einer Kurzmitteilung auf dem Display. Mit einem ratlosen, aber doch wütenden Blick öffnete Robert die Mitteilung.
Das war vollster Einsatz, da muss ich mal sagen Respekt. Aber mein Freund was ist nur los mit dir? Früher hattest du vor nicht und niemanden Angst. Und jetzt schocken dich so kleine Geschöpfe? Steh auf und geh zum Bild und dann sag laut was du siehst und was du getan hast.
Wütend sprang Robert auf, was sollte der Scheiß? Beobachtete ihn dieser Idiot auch noch, währenddem er hier mit seiner Angst zu kämpfen hat? Er wurde immer wütender. Das einzige was ihm helfen würde wäre, wenn er dieses feige Arschloch in seine Finger kriegen würde und er ihm einfach eine richtige aufs Maul geben könnte. Ja, genauso könnte er sich beruhigen. Er hatte das Gefühl, dass er das auch könnte, irgendwie kamen ihm sogar Boxtechniken in den Sinn. Hat das alles etwas mit seiner Vergangenheit zu tun? War er im früher Leben vielleicht Boxer, oder bei einer Secruityfirma beschäftigt? Die Figur dazu hatte er, denn Robert war nicht gerade schmächtig.
Trotz kurzem Glücksgefühl, doch etwas über seine Vergangenheit zur erfahren versuchte er den Gedanken zu verwerfen. Stattdessen schaute er sich in der Gegend um und schrie: „Was willst du kleiner, frustrierter Pisser von mir? Was habe ich dir denn getan? Du wirst ja wohl wissen, dass mein Gedächtnis im Arsch ist?“
Er horchte. Doch es geschah nix. Er vernahm weder ein Echo, noch eine Antwort. Es war als ob er mit sich selbst ein Gespräch führen würde. Wieder kroch in ihm die Wut hoch, dieser Feigling hatte nicht einmal den Anstand jetzt, wo Robert ihn offensiv ansprach aus seinem Versteck zu kommen und das obwohl er wusste, dass ihn dieser Verrückte beobachtete. Zu gern würde er ihn aus seinem Versteck ziehen und dann könnte er ihn sich vorknöpfen. Natürlich nicht nur mit Prügel, er würde ihn fragen was das soll. Außerdem würde er ihn die Frage an den Kopf schmeißen, woher sich die beiden denn kennen. Ein sehr guter Freund kann es ja eigentlich nicht gewesen sein. Denn dann wüsste er ja auch das Robert keinerlei Gedächtnis mehr hatte und somit er nicht wissen konnte was damals passiert ist.
Nach seinem kurzen gedanklichen Exkurs raffte er sich auf und versuchte weiterzukommen. Der Irre wollte das er ein Gemälde findet, aber wo sich in dieser Kaserne ein Gemälde befinden sollte, hat er ihm natürlich nicht verraten. Er schaute auf die Uhr. Mittlerweile war er bereits 3 Stunden in diesem Gebäude, und er hatte das Gefühl, dass er den Weg zurück gar nicht mehr finden würde. Eigentlich ist er noch gar nicht so lange gelaufen, aber in diesen Gebäuden war es sehr dunkel und mittlerweile war er bereits in ein Kellergewölbe abgestiegen.
Nach weiteren 30 Minuten, kam er an eine Stelle wo ein Lichtschein auf ihn zu blendete. Er blinzelte aufgrund der Helligkeit und fragte sich ob er hier vielleicht an seinen Endpunkt angekommen sein könnte. Langsam aber sicher ging Robert ging er auf dieses Licht zu. Kurz bevor er in den nächsten Raum eintreten konnte, hielt er inne und blieb stehen. Ihm kam ein Gedanke, der ihm sagte er solle noch nicht in diesen Lichtüberfluteten Raum gehen. Dieser Verrückte wollte mit ihm ein Spiel spielen und Robert war diesem Spiel die ganze Zeit ausgeliefert. Er konnte bisher nichts tun, außer mitspielen. Was ist aber wenn er den Spieß umdreht und einfach die Spielleitung wenigstens für einige Augenblicke übernahm?
Robert überlegte ob er nicht einfach mal den offensichtlichen Weg verlässt. Außerdem wollte er austesten ob er noch immer und vielleicht die ganze Zeit beobachtet wird. Dies konnte er nur in dem er die vorgegebene Spielregel brach und tatsächlich kurz sein eigenes Spiel spielte. Falls dieser notgeile Idiot ihn wirklich im hier und jetzt beobachtet konnte dieser schlecht Lina etwas antun. Ja, Robert war bewusst das er hier etwas mit dem Feuer spielte aber wer nicht wagt der nicht gewinnt, dass war schon immer sein Leitsatz. Gerade als er seinen perfiden Plan umsetzen wollte, fiel ihm auf, dass ihm wieder ein Funke Erinnerung zurückkam. „Wer nicht wagt – der nicht gewinnt!“ stammelte er. Verdammt da war etwas in seinem Hinterkopf, es hatte tatsächlich etwas mit früher zu tun, aber wieder kam er nicht drauf.
Er kniff die Augen zu und es überkam ihn der Wille. Ohne groß weiter zu überlegen drehte er sich um und ging los. Als ob ihn eine Tarantel gebissen hätte. Der Weg den er zu dem Licht gegangen war ging er sogar schneller zurück und das ohne zurück zu blicken. Erst dachte er, ok der Plan geht nicht auf aber dann merkte er die Vibration in seiner Hosentasche.
Mit einem Griff nach dem Handy hatte er das Mobiltelefon in der Hand und konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Der Plan ging auf. Nun wusste er, dass er die ganze Zeit beobachtet wurde. Er wusste nicht wie das möglich war, da er niemanden vor sich oder hinter sich sehen konnte. Und auch Kameras waren keine Möglichkeit. Aber nun war ihm eines klar Lina konnte in der Zeit wo er hier mit dem Irren war nichts passieren.
Er wischte die Bildschirmsperre von dem gefundenen Handy weg und sah wieder das Aufblinken einer Kurzmitteilung. Er wusste das jetzt eine Ermahnung kommen würde und fragte sich wie der Idiot ihn dazu bewegen will, dass er wieder seinen Spielregeln folgt. Er öffnete die SMS, und stellte mit Erstaunen fest, dass es sich mal wieder um eine verpasste Nachricht auf dem Anrufbeantworter handelte. Die Frage die sich Robert stellte, war: „Wie konnte das sein?“
Ein klingeln hätte er gehört, bzw. hätte er das vibrieren in der Tasche zumindest gemerkt. Leider war da nichts, ihm blieb nichts anderes übrig als die Nachricht abzuhören. Es ertönte ein lautes, wütend klingendes Atmen und dann sprach er mit verstellter Stimme los.
„Mein Freund, was soll das? Du sollst dich nur ein paar kleine Regeln halten, die ich dachte nicht noch einmal erwähnenswert sind. Und was machst du? Du läufst zurück. Ich würde sagen du und deine Lina ist bald Geschichte. Denn wer sich so verhält, hat sie nicht verdient. Aber hören und an Regeln halten konntest du dich noch nie.“
Es knackte in der Leitung und ein kurzer Moment der Stille, brachte Robert fast dazu den Anrufbeantworter zu beenden, aber plötzlich knackte es wieder.
„Robert? Wo bist du? Hilf mir! Hier ist es kalt und nass.“
Wieder ein Knacken und diese Stille. Robert erkannte die Stimme sofort und seine Augen weiteten sich vor Schreck. Das konnte nicht möglich sein. Wie konnte Lina hier in seine Fänge kommen. Ein nochmaliges knacken in der Leitung und die Aufzeichnung ging weiter.
„Merkst du was du getan hast? Ich sage es noch einmal geh zu dem Gemälde, du bist so nah dran. Und dann erzähle was du siehst und was du getan hast!“
Robert brach zusammen, das war zu viel. Er hatte nicht damit gerechnet, dass dieser Verrückte Ernst macht. Hätte er doch die Polizei rufen sollen? Aber wenn er wirklich etwas getan hätte, dann müsste er vielleicht mehrere Jahre in den Knast. Er konnte sich zwar nicht vorstellen, dass er irgendetwas schlimmes getan haben soll, aber wenn doch? Die Frage war nur konnte er selbst damit umgehen, dass nicht sein Irrer Freund der Kriminelle war, sondern er selbst? Bisher dachte er, dass er nur ein langweiliger Büromitarbeiter war. Gerade erschloss sich ihm aber ein ganz anderes Bild. In dem Moment ging er im Kopf alles noch einmal durch.
Es gab einen Unfall am 06.03.2018. Dabei hat er selbst sein Gedächtnis verloren. Passiert ist das Ganze hier auf diesem Gelände. Scheinbar war das Auto in dem er saß gegen eine Wand gefahren. Als Beifahrer wurde er zurückgelassen. Seitdem weiß er nichts mehr von der Vergangenheit. Mittlerweile ist ihm klar, dass dieser Unfall nicht nur sein Leben verändert hat, sondern auch des Verrückten der ihn hier wahrscheinlich genau in diesem Augenblick beobachtete und auch diese Frau auf dem Bild mit der er so glücklich. Vielleicht setzte dieser Unfall auch ihrem ungeborenen Kind dem Leben ein Ende. Das waren die Fakten die Robert sich einbildete zu kennen, aber genau wissen konnte er es nicht.
Außerdem wurde ihm langsam klar, dass Lina ihr Leben sich gerade auch verändert. Langsam sollte er sich aufraffen und auf gut Deutsch sich einfach dem stellen was ihm bevorstand. Letzten Endes hat er scheinbar etwas mächtig verbockt und dafür sollte er grade stehen.

Das Ziel
Gesagt getan, Robert sollte für seine Fehler, die er wahrscheinlich gemacht hat, geradestehen. Er selbst wollte wissen was er verbrochen hat und ob er wirklich so ein scheiß Kerl in seiner Vergangenheit war, dies konnte er nur herausfinden, wenn er endlich aufstehen würde.
Langsam aber sicher und mit festem Willen, setzte er sich in Bewegung. Er stand dort wo er gerade noch wie ein weinerliches Kind am Boden lag. Nach ein paar Sekunden ging er langsam aber mit festem Willen auf dieses Licht zu. Die Tür war noch circa 20 m entfernt, noch einmal ergriff ihn ein seltsames Gefühl und er blieb wieder stehen. Robert hielt noch einmal inne und dachte darüber nach was gleich auf ihn zukam. Vielleicht wird er in diesen Raum Lina finden oder er sieht nur dieses seltsame Gemälde. Was wird es wohl zeigen, er hatte Angst. Nichts desto trotz rannte er los, er riss die Tür auf und kam durch sein nachziehendes Bein zum straucheln. Wieder fiel Robert auf den Boden und verletzte sich an der Hand. Trotz der Schmerzen versuchte er etwas in seiner Umgebung zu erkennen. Nun saß er unten auf dem Boden und schaute in dem mit Licht erfüllten Raum. Die Helligkeit blendete ihn so sehr, dass er seine Augen schließen musste und immer, wenn er sie öffnen wollte so sehr zwinkern musste, dass er nichts erkannte. Langsam aber sicher gewöhnte er sich aber an dieses grelle Licht. Es erinnerte ihn mehr an die durchdringende Beleuchtung in einem Krankenhaus. Es erschien so steril, obwohl der Raum es nicht war.
Als er erstmals für längere Zeit, langsam die Augen wieder öffnen konnte, schaute er sich um. Im ersten Augenblick sahen die Wände alle genauso kahl aus, wie der Rest des alten Mauerwerkes. Natürlich war mal hier und da ein kleines gekritzeltes Graffiti zusehen, aber das ergab alles kein Bild und erst recht kein Gemälde. Doch als Robert seinen Kopf weiter in Richtung rechts bewegte, fiel ihm etwas auf. Vor ihm an der Wand erschien zwar auch nur wieder ein Graffiti, aber das war anders. Es ergab ein Bild, ein richtiges Gemälde gezeichnet mit Graffiti. Eigentlich war es schade, dass es nie viel Publikum zu Gesicht bekäme.
Dieses Bild war gezeichnet mit sehr vielen Farben und es schien mehr als Freude auszudrücken. Es war aber nicht nur ein einziges Bild, nein es waren mehrere Bilder aneinandergereiht, welche eine Geschichte zu entwickeln schienen. Das Erste zeigte zwei Frauen, beide blond. Sie saßen am Steg eines Sees und blickten in Richtung Kamera die eine hatte eine Runde Brille auf. Und andere Frau hatte ein rotes Kleid an was direkt ins Auge sprang. Auch das zweite Bild war sehr sauber gezeichnet oder gesprayt. Man erkannte einen jungen Mann, der vor einem schwarzen Porsche stand. Er sah sehr ignorant aus. Irgendwie empfand er eine gewisse Ähnlichkeit mit sich selbst. Nur das der Typ in dem Gemälde selbstsicher und etwas muskulärer aussah. Die Geschichte schien weiter zu gehen, die beiden Frauen die am Anfang so glücklich aussahen, standen sich nun gegenüber, die Gesichter waren zur Faust geballt und eine der Frauen schien zu weinen. Das konnte Robert aber nicht ganz genau erkennen. Die andere Frau hatte auch etwas in der Hand was er nicht erkennen konnte. Es war viereckig und schwarz. Nun sah er noch ein sehr dunkel gehaltenes Bild vor sich. Darauf waren zu sehen, zwei Kreuze. Dies könnten auch Gräber sein aber hier war er sich nicht zu Einhundert Prozent sicher. Davor hockte etwas oder jemand. Wie gesagt das war eher dunkel gehalten und im Hintergrund stand noch eine Nachricht. Er musste näher ran gehen um es lesen zu können. An der Wand stand, mit dunkelroten Buchstaben: „Wollen wir die Familie vereinen?“
Robert wich etwas geschockt von der Wand zurück. Was sollte das heißen? Er blickte sich im Raum um aber nichts geschah. Plötzlich hörte er wie die schwere Tür hinter ihm zu fiel und er hört nur noch ein lautes einrasten und ein kleines Klicken.
Das konnte jetzt nicht wahr sein. Wurde er gerade hier eingesperrt? Er lief schnellen Schrittes zu der Tür, sie hatte von innen keine Klinke. Robert wurde panisch. Soll das heißen er kommt hier nicht allein raus? Mit panischen Blicken suchte er aus dem Raum einen Ausweg. Er schaute links, rechts, nach oben, auch unten sucht er nach einer versteckten Falltür. Aber da war nichts keine weitere Tür die aus dem Raum raus ging, kein Fenster, kein Teppich welcher eine Falltür unter sich versteckte. Robert sackte in sich zusammen, nun war er hier ganz ohne Hilfe.
Nach ein paar Minuten versuchte er einen klaren Gedanken zu fassen, das konnte ja schlecht die Rache seines verrückten Spielgegners sein, da fehlte sicher noch etwas. Er schaute erst einmal auf sein eigenes Handy, dies zeigte ihm ein Akkustand von 4% an und keinerlei Empfang. Kurz um das Mobiltelefon konnte ihm kaum eine Hilfe sein. Dann schaute er sich das andere Handy an, das hatte er schließlich kurz bevor er an den Ort des Grauens gegangen ist aufgeladen. Das hieß der Akku machte ihm hier schon einmal kein Strich durch die Rechnung, aber auch hier hatte er keinerlei Empfang um irgendjemanden anzurufen. Robert stand auf und schaute ob er irgendwo anders Empfang haben könnte, aber leider ergab die Suche nichts.
Das hieß dann wohl er saß in der Falle und das komplett unwissend. Er selbst konnte sich kein Reim aus dem ganzen machen. Er schrie den Raum zusammen. „Du verdammter hohler Wichser was soll das? Ich weiß nicht was du vor hast? Habe ich dir deine Frau genommen?“ -Stille, er machte weiter: „Weißt du was? Das tut mir nicht leid. Du scheinst es nicht besser verdient zu haben. Hättest du den Arsch in der Hose dann würdest du dich zeigen und mir sagen was dein Problem ist.“
Nach einiger Minuten Stille und den verzweifelten Versuchen die Tür zu öffnen. Vibrierte es plötzlich in der Hosentasche. Robert erschrak. Das konnte ja schlecht sein, nirgends ist in diesem Raum Empfang gewesen, aber jetzt plötzlich er schaute auf das Handy. Voller Empfang und auf dem Display stand eingehender Anruf. Wie automatisiert nahm Robert den Anruf entgegen, die andere Stimme war wieder verstellt. Er kannte sie nicht, aber er wagte es auch nicht sie zu unterbrechen. Robert sagte nichts, er hörte nur zu.
„Hallo mein Freund, ich freue mich, dass du endlich an diesem Ort angekommen bist, es war eine jahrelange Arbeit dein Vertrauen zu erhalten und dich hier hin zu locken. Die Zeit mit dir habe ich meist nicht genossen, sondern ich habe mich eher verachtet, dass ich genauso dumm bin, wie… Aber egal ich möchte dir nicht alles vorwegnehmen.
Haben dir die Bilder weitergeholfen? Weißt du nun was du getan hast? Warum du hier bist? Warum Lina es bald nicht mehr geben wird? Erzähl mir was du auf dem Gemälde siehst und was du getan hast und dann sage ich dir alles weitere.“
In der Leitung war ein klicken zu hören und es trat wieder Stille ein. Scheinbar war Robert nun dran. Vorsichtshalber sah er noch einmal auf das Handy, ob erstens der Empfang noch da war und ob der Anrufer noch da war. Beide konnte er mit seinem Blick bestätigen. Er folgte also den Worten seines Peinigers und fing an zu beschreiben was er sah und versuchte einiges hineinzuinterpretieren.
Er erzählte von den beiden Frauen, welche zuerst ein Herz und eine Seele waren, von einem Streit welcher im dritten Bild Inhalt war und von dem Tod der Frau und des Mannes? Da war er sich aber nicht sicher und brachte es dem Verrückten am anderen Ende auch so nahe. Robert erwähnte auch die Farben, welche ihn so beindruckten und das Gefühl welches in den Bildern mitschwang. Auf jedes Detail ging er ein und redete so bestimmt 15 Minuten ununterbrochen.
Als er fertig war sah er immer noch auf die Bilder und dann fragte er nur in das Handy hinein: „Was habe ich damit zu tun?“ Dann durchdrang wieder eine ungewöhnliche Stille den Raum. Robert dachte schon, dass der Irre am anderen Ende bestimmt aufgelegt hat. Oder dieses eklige Schwein ergötzte sich an seiner Angst. Doch plötzlich durchbrach eine Frauenstimme die Stille.
„Hallo Robert.“
Er konnte es nicht fassen war das etwa die, die er dachte? Ihm fiel ein Stein von Herzen er wollte sie in diesem Moment fragen, wie es ihr geht, was dieses Schwein mit ihr gemacht hat, aber er kam nicht dazu, denn sie redete unentwegt wie immer weiter.
„Ich bin nicht die, die du erwartet hast und wenn man es so nimmt bin ich nie die gewesen die du dachtest das ich sie bin! Gern möchte ich dir aber eine Geschichte erzählen und dann werde ich dir das Ende dieser Geschichte mitteilen. Also ich hoffe du bist bereit und hast etwas Zeit mitgebracht? Vor drei Jahren gab es eine aufstrebende Künstlerin Victoria Granz, sie hatte Bilder ausgestellt und wollte so Ihren Durchbruch erwirken. Ihre Schwester Lina stand hinter ihr und hat ihr bei allem geholfen wo es nur ging. Die beiden gingen durch dick und dünn. Auch wenn es für Victoria kleine Rückschläge gab, holte Lina sie immer wieder aus dem tiefen Loch. Irgendwann war es soweit ihre Ausstellung fand endlich statt. Es waren viele große Namen da. Auch ein Kritiker, das wusste Victoria, das Einzige was sie nicht wusste wer das ist. Lina war an dem großen Abend natürlich auch da und sie hatte einen Typen dabei. Der war groß, stark, gutaussehend und er konnte seine Finger nicht von ihr lassen.
Am nächsten Morgen erzählte Lina ihrer Schwester, dass dieser reiche Mann mit dem Porsche die Liebe ihres Lebens sei. Gerade als Victoria versuchte das zu verstehen, wie schnell so etwas denn gehen kann, schaute sie in einer altbekannten Zeitung wie denn die Kritik für ihre Ausstellung ausgefallen ist. Natürlich erhoffte sie sich nur das Best. Ihre Schwester Lina quasselte die ganze Zeit und erzählte von der Liebe ihres Lebens und wie toll er doch war und was er denn alles mit ihr gemacht habe.
In der Zeit las Victoria die Zeitung bzw. den Bericht und erschrak. Es schien gerade so, als ob der Kritiker überhaupt nicht auf ihrer Ausstellung gewesen wäre! Er hat Bilder beschrieben die da gar nicht mit dabei waren und welche sie nie gezeichnet hat. Dieser Idiot hatte das alles falsch verstanden. Das dumme war genau durch diese bescheidene Kritik würde ihr Künstlerdasein einfach so dahin verrotten. Letztendlich schlug diese Lügenkritik ein wie eine Bombe und niemand wirklich niemand mehr, kam zu ihrer Ausstellung. Die Kunst von Victoria wurde nirgends verkauft, letztendlich fiel sie in ein tiefes Loch und das schlimme war: Lina war nicht mehr da! Denn ihre Schwester war nur noch bei ihm neuen Freund. Dieser hieß außerdem Robert…. Robert Wagner und weißt du was komisch war? Der Kritiker hieß seltsamerweise genauso.“
Robert war geschockt, war das etwas ein Teil seiner Lebensgeschichte war er im früheren Leben tatsächlich Kunstkritiker? Doch er konnte nicht fragen denn Lina sprach unentwegt weiter.
„Letztendlich hat Linas Freund der Kritiker Victorias Leben auf eine Probe gestellt und hat sie dadurch vor ein Nichts gestellt. Victoria hatte alles verloren! Am Ende saß sie fast auf der Straße und Lina, ja Lina wollte nicht verstehen das ihr Robert daran schuld war. Die zwei Schwestern waren entzweit.
Bis plötzlich ein paar Monate später Lina wieder bei Victoria vor der Tür stand. Am 6.03 2018, Robert du erinnerst dich vielleicht, das ist für dich ein ganz besonderes Datum. Ja, das stand Lina dann doch für einen Besuch für Ihre Schwester zur Verfügung. Sie erzählte Victoria wieder wie gut es ihr mit Robert ging und was für Partys sie gemacht haben und so weiter… Victoria merkte das ihre Schwester glücklich war konnte und konnte sich dennoch nur schwer dazu durchringen ihr zu vergeben, dass sie dieses Arschloch ihr vorgezogen hat. Plötzlich zeigte sie ihr aber ein Bild was alles so ein bisschen veränderte. Es war ein Ultraschallbild, ein Bild von Linas ersten Kind, auch wenn es Linas und Roberts Kind war, Victoria war dennoch glücklich und freute sich Tante zu werden und hoffte das sich dadurch doch ein paar Bögen glätten könnten.
Für diesen Abend lud Lina ihre Schwester zu einer Party bei den alten Kasernen beim Zeisigwald ein. Dort könnten sich alle vertragen und Victoria willigte ein.
Als an demselben Abend Victoria dort ankam, merkte sie schnell das Robert, aber auch Lina sehr betrunken waren. Sie war mehr als wütend auf die Zwei es kam mal wieder zum Streit und Robert wollte direkt nach Hause. Er konnte die Streitereien mit Victoria nicht ertragen und verstand auch nicht, dass sie sogar die Feier zur Schwangerschaft sprengen wollte. Er meinte damals zu Lina, „du bist die Schwangere also fährst du!“
Ja was soll ich sagen, das tat sie auch ohne mit der Wimper zu zucken. Sie stieg einfach in das Auto ein und fuhr los. Mit vollem Tempo um die Kurve und dann hörte man es nur noch krachen. Victoria lief direkt hin und versuchte ihre Schwester aus dem Autofrack zu ziehen, dies gelang auch irgendwann einmal. Aber Lina war zu dem Zeitpunkt schon lange tot.
Da Victoria, dieser Robert absolut nichts bedeutete lies sie ihn dort liegen wo er lag und hoffte das ihm das gleiche Wiederfahren würde. Lina brachte sie zusammen mit einem Kumpel, der in einer Rechtsmedizin arbeitete weg und sie wurde begraben.
Ja mein lieber Freund das ist die Geschichte, welche du eigentlich miterlebt hast, welche du aber so sehr verdrängst und so tust als ob du sie vergessen hast. Und soll ich dir noch etwas sagen? Ich heiße nicht Lina. Ich heiße Victoria, ich hasse und verachte dich. Wegen dir ist mein Leben in die Brüche gegangen und nicht nur meins auch Linas, aber weißt du was auch deins geht in die Brüche, denn du bist hier eingesperrt und darfst nun verhungern und verdursten und niemand wird dich oder auch mich finden. Falls du dich fragst warum mich? Das wirst du gleich hören.“
Als Robert gerade aus seiner Schockstarre erwachte und etwas sagen wollte, hörte er nur ein Klick und einen dumpfen Knall, dann hörte er regelrecht wie etwas zusammensackte. Lina oder Victoria hatte sich erschossen, sie hat sich das Leben genommen.
Robert hörte noch einer ganzen Weile der Stille zu und befand sich in einer Schockstarre. Die Liebe seines Lebens ist scheinbar zum zweiten Mal von ihm gegangen. Er hatte noch Empfang, aber wollte er so weiterleben?

21+

16 thoughts on “Verloren – Einfach alles Verloren

  1. Da du mir einen Like und einen Kommentar hinterlassen hast, wollte ich mich hier mal revanchieren. Mir hat deine Kurzgeschichte gut gefallen. Ich finde sie spannend, mit klarem Schreibstil, sodass es sich gut und flüssig lesen lässt. Und ein offenes Ende finde ich auch immer gut, das lässt Raum für weitere Spekulationen. Außerdem bleibt so die Geschichte länger im Kopf „hängen“ 🙂

    1+
  2. Wie versprochen habe ich auch deine Geschichte gelesen und ich muss sagen: Sie hat mir sehr gut gefallen, sehr spannend, super Umsetzung der Parameter – die Geschichte verdient ein Like von mir 🙂 Mir sind nur Kleinigkeiten aufgefallen – manchmal verwendest du Präsens und Präteritum im selben Satz und teilweise fehlen Beistriche – aber das sind alles wirklich Kleinigkeiten, die die Story auf keinem Fall schmälern. Das offene Ende hat mir auch sehr gut gefallen – so solte das Ende einer Kurzgeschichte auch sein!

    2+
      1. Hallo Lydel,

        eine wirklich super Geschichte hast du da geschrieben:) am Anfang gefiel mir direkt, dass das mit dem 1. April eingebaut hast. Es geht dann auch wirklich schnell zur Sache. Du schaffst es auf jeden Fall die Spannung durch die ganze Geschichte aufrecht zu erhalten. Das Ende ist sehr gut gemacht und man merkt, dass du dir sehr viel Gedanken über den Plot gemacht hast. Am Ende muss man sich zwar etwas konzentrieren, da
        bei der Auflösung wahnsinnig viele Informationen kommen, aber das ist im Rahmen einer Kurzgeschichte wohl nicht anders lösbar.

        Ich gebe hier gerne mein like und drücke die Daumen, dass du es ins e book schaffst 🙂

        1+
  3. Spannende Geschichte kann mich nur anschließen und das offene Ende gefällt mir auch

    Kleinere Schreibfehler würden sich schnell ausbessern lassen einfach nochmal korrekturlesen!
    Like

    Daniel/thomaskaufmann11
    Black mask

    1+
  4. Von mir gibt es ein ganz großes Lob für diese Geschichte. 👍🏻
    Ich finde sie ist wirklich gut geschrieben und auch die Story gefällt mir sehr gut.
    Ich war von Anfang an gefesselt und habe mit der Hauptperson mitgefiebert. – Ich habe die Wörter beim lesen nur so verschlungen.
    Und auch durch das offene Ende bleibt es bis zur letzten Sekunde spannend.

    Ich hoffe ich kann wieder mal eine Geschichte von dir lesen 😉

    1+
  5. Hallo liebe Lydel,

    Du hast mit Deiner Geschichte ein wie ich finde sehe spannendes Thema aufgegriffen, den Gedächtnisverlust. Ich mag es total, wenn in der Vergangenheit Dinge geschehen sind, an die sich der Protagonist nicht mehr erinnern kann, die ihn aber irgendwann wieder einholen. Du hast Dir wirklich eine sehr spannende und sehr komplexe Vergangenheit überlegt – sogar schon so komplex, dass man daraus etwas Längeres, als eine Kurzgeschichte basteln könnte.
    Ich wollte unbedingt wissen, wie die Story aufgelöst wird!
    Und ich hätte gerne noch mehr erfahren: Lina, bzw. Victoria, die ihm die ganze Zeit über etwas vorgespielt hat, was ging während der Zeit des Zusammenlebens in ihr vor? Sie waren ja schon eine ganze Zeit in einer offensichtlich gespielten glücklichen Beziehung, obwohl sie ihn hasst. Das Schauspiel muss ihr ja total schwer gefallen sein. Da hätte mich zB ihr Innenleben super interessiert.
    Was ich mich ganz am Anfang gefragt habe, war, ob man einen Patienten mit Gedächtnisverlust „einfach so“ ohne weitere Betreuung nach Hause schickt.

    Ansonsten tolle Story! Wenn Du Lust und Zeit hast, würde ich mich darüber freuen, wenn Du meine Geschichte auch einmal lesen magst, sie heißt „Räubertochter“.

    Liebe Grüße
    Anita

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  6. Hallo Lydel,

    Du hast das Thema Gedächtnisverlust gewählt wie einige ander hier ebenfalls.
    Daraus lässt sich viel machen und es beinhaltet idR Rückblicke und Erklärungen. Daher ist es unglaublich schwierig bis unmöglich, zu diesem Thema eine Kurzgeschichte zu schreiben, die die Parameter einer Kurzgeschichte erfüllenen. Das ist wohl ganz große Kunst. Aus diesem Grund habe ich dieses Thema für mich ausgegrenzt gehabt.
    Du hast sicher auch gemerkt, wie schwierig es ist.

    Hast Du mal an eine Roman gedacht?
    Die Idee hat definitiv Potential dafür 🙂

    Wenn Du magst, kannst Du meine Geschichten lesen 🙂

    Niemand
    Mädchenmörder

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