thefishthatlivedinatreeWer Du Bist von Christine S. Baum

*TRIGGERWARNUNG: Je nach eigener Erfahrung kann diese Geschichte Trigger enthalten bzgl. Gewalt und Verfolgung*

 

„Beim Ersten macht man sowieso alles falsch“ – eine Erzieherin in der KITA

 

ER – 10

„LIL – LILA – LILI –L-I-L-I-A-N – L-I-L-I-A-N-E“

„Ich drehe die Silben Deines Namens in meinem Mund. Dein Name schmeckt so gut, wie ein Nimm 2 Bonbon mit Sahne-Karamell-Füllung.

Ich sehe immer nach Dir. Immer wieder. Beobachte Dich genau. Lese in deinem Gesicht, um den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen, wenn Du so weit bist. Reif. Bereit für Deine Bestimmung.

Nur ich weiß wer Du bist. Ich warte Lil. Warte so lange. „

Ein Schlüssel klickt in der Tür.

„Aaah, endlich kommst Du heim.“

 

SIE –  Auftritt und Anruf von Mama

Beinahe ehrfurchtsvoll öffne ich die massive, mit dunklem Holz verzierte Eingangstür der Villa. Als erstes trappeln vier behaarte Pfoten in den Raum. Eine Karamellbraune, mittelgroße Hündin durchquert, schwanzwedelnd den Flur und steuert zielsicher einen Futternapf an.

Als Zweites betreten Füße, die in grünen Chucks und hochgekrempelter 80‘er Karottenjeans stecken, die Halle. Meine Füße.

Ich balanciere in jeder Hand eine braune Tüte, ein voller Seesack prangt auf meinem Rücken, mein Handy ist zwischen Wange und Schulter eingeklemmt. So schiebe ich höchst unelegant mit der Hüfte die Tür zu, während ich versuche mit den Fingerspitzen den Schlüssel noch aus der sich schließenden Tür zu ziehen. Das sieht nicht nur sehr unelegant aus, das ist natürlich auch sehr dämlich und ich komme ins Straucheln als der Schlüssel dann doch endlich, mit einem Ruck aus dem Schlüsselloch kommt.

In dem Moment beginnt mein Handy zu vibrieren. Das überrascht mich wiederum so sehr, dass ich zusammenzucke und mein Handy aus der provisorischen Wangen-Schulterhaltung rutscht. Als ich reflexartig danach greifen will, hebe ich die rechte Hand. Daraufhin rutscht diese Tüte aus der sicheren Position. Ich verkrümme mich und versuche mit der linken Hand zu helfen, die allerdings noch die zweite Tüte zu halten hat.

Kopf verrenkt, Oberkörper gekrümmt und ein Knie nach oben gezogen, um die Tüte vom sicheren Fall abzuhalten, sieht das nicht nur vollkommen hilflos aus – es ist auch noch vollkommen nutzlos.

Ganze 2 Sekunden kann ich das brüchige Geflecht aus Handy, Tüten und Körperteilen aufrecht erhalten, bis ich aufgebe und die Tüten einer nach der anderen herunterfallen. Als krönender Abschluss poltert nun auch das Handy zu Boden. Hilflos starre ich zu Boden und besehe mir die größer werdende, dunkelrote Pfütze auf dem alten Holzboden.  Das war dann wohl das Glas Schattenmorellen. Bestmöglicher Einstand in mein edles Teilzeit-Heim, würde ich sagen.

Zwischen dem Chaos auf dem Boden vibriert noch immer das Handy.

„Scheiße!“ fluche laut in die Halle und bücke mich, um das Handy vom Boden zu fischen.

Kraftlos lasse ich mich zwischen den abgestürzten Papiertüten auf den Boden sinken, in nötigem Abstand zur Kirschsaftlache, und hebe mein Mobiltelefon ans rechte Ohr: „Hallo Mama…“ seufze ich und streife mir im Sitzen den schweren Seesack ab.

„Nein, alles okay. Ich bin gerade erst vom Einkaufen zurückgekommen und die Tür reingekommen…“

„Ja…, Ja…, Nein, Mama! Es ist alles gut. Kein Fieber, Kein Husten, noch fühle ich mich vollkommen Corona-frei, Danke. Und das Haus hier ist wirklich sehr schön und ruhig. Sehr stilvoll eingerichtet.“ Ich lasse zum ersten Mal ganz bewusst meinen Blick schweifen. „Es sieht aus wie in einem „Schöner Wohnen“- Katalog, Haus im englischen Landhausstil. Das würde Dir sehr gut gefallen“. Während ich meiner Mutter zuhöre betrachte ich weiterhin die Halle mit den schweren Möbeln, den Spiegeln, die Vertäfelungen und dem hübschen Stuck an der Decke.

„Ich weiß nicht genau, wo der Besitzer ist, irgendwo auf Reisen, er hat scheinbar noch andere Immobilien weltweit und wollte während der Pandemie Zeit näher bei seiner Familie sein. Und der Hund hätte bei der Einreise zu lange in Quarantäne gemusst, also versorge ich ihn in dieser Zeit. So ganz genau habe ich da aber auch nicht nachgefragt. Der Kontakt ging über eine Agentur und die Bezahlung ist überaus gut für die wenigen Aufgaben, die ich habe.

Wie geht es denn Dir und Bert?“ Versuche ich dem Gespräch eine andere Richtung zu geben. Ich höre erneut den Erzählungen meiner Mutter zu und inspiziere dabei meine Fingernägel. Ein wenig Nagelpflege könnte mir auch nicht schaden.

„Hm, verstehe… Ja, sicher fällt ihm die Isolation gerade schwer. Es tut mir auch leid, dass ich euch nicht besuchen kann an Ostern…  Wieso?“

Ich runzele die Stirn versteife mich automatisch bei dem Themenwechsel meiner Mutter.

„Ja, sicher erinnere ich mich noch an Vanessa, sie ist – war ja seine Schwester. Wann denn genau?“

„Und wie?“

„Selbstmord?“

„Ja. Vielleicht eine Depression durch diese Isolation… vielleicht“

„Und hast Du was von ihm gehört? War er denn bei der Beerdigung?“  Gut. Augenblicklich entspanne ich mir wieder ein wenig.  „Ich verstehe, wie traurig. Um sie tut es mir schon etwas leid.“

„Nein, alles ruhig. Keine Anrufe. Und ich habe auch niemanden gesehen. Wie auch? Ich bin mit Umwegen hierhergezogen. Und jetzt diese Villa, sie liegt ziemlich versteckt, zurückgesetzt in einem Park. Die nächsten Häuser stehen alle circa 10 Minuten Fußmarsch von hier weg. Ich brauche allein eine halbe Stunde mit dem Rad zum nächsten Spätkauf.“

„Nein!“ Jetzt werde ich laut und nehme eine abwehrende Haltung ein. „Mama, warum fragst Du das? Mein Aussehen ist komplett anders, ich habe meine Haare gefärbt, eine andere Statur durch mein hart erkämpftes, goldenes Krav Maga Abzeichen. Ich habe auch nicht mal mehr den kleinsten Funken Dialekt in meiner normalen Aussprache! Ich habe sogar einen anderen Namen wie früher. Wie soll er mich da noch finden?“

Ich höre meiner Mutter erneut zu und nach einer kurzen weile, spülen sich meine Gesichtszüge wieder weich. „Ja, Mama ich weiß, dass Du mir keine Angst machen willst. Ich bin vorsichtig. Natürlich. Ich möchte einfach jetzt neu durchstarten. Neue Stadt, neues Studium, neue Menschen in meinem Leben. Ich will einfach frei sein von diesem Teil meines Lebens, verstehst Du?“ Ich stütze meinen Kopf in die linke Hand ab. „Okay, ich weiß. Ich vermisse Dich auch Mama.“ Und in meine Augenwinkel stiehlt sich ein verräterischer Glanz

Plötzlich hüpfe ich abprubt in die Höhe: der Kirschsaft hat sich soweit verselbstständigt, dass er nun anfängt meine Hose zu tränken. Der krönende Abschluss zu dem hervorragenden ersten Auftritt im „neuen Zuhause“.  „Du Mama? Wie entfernt man eigentlich Kirschsaftflecken?“

 

ER – 9

Kleine, zauberhafte Lilian. Wie Du stolperst, wie Du Dich hinsetzt. Wie Du sprichst. Das ist Balsam auf meine zerschundene Seele. Du warst viel zu lange fort von mir.

Es hat gedauert bis ich Dich gefunden habe. Das Dein geheimer Zweitname jetzt dein Rufname ist, stört mich nicht. Für mich bist Du immer Lil, Lili, Lilian, Liliane.

Deine Haare wachsen nach und auch das Rot Deiner kurzen Locken wird wieder verblassen. Ich bin sicher, wenn Du bald weißt wie nahe ich Dir bin, verwandelst Du Dich schon von selbst wieder in die, die Du bist. Und wenn nicht…

Keine Sorge. Ich helfe Dir dabei.

Ich kann es kaum erwarten, dass Du meinen ersten Hinweis entdeckst. Ich berste vor Verlangen Dir noch näher zu kommen.

 

SIE – erstes Pfand

Für die Hose soll wohl Zitronensaft oder Essig helfen, sagte Mama noch am Telefon. Hoffentlich. Das ist schließlich meine Lieblingshose. Das erste Gekaufte – aber gebraucht gekaufte- Teil in der neuen Stadt. In meinem neuen Leben.

Zum Glück sind die Holzdielen hier in der Villa ordentlich versiegelt, so kann ich den Kirschsaft noch ohne größeren Schaden vom Parkett aufwischen. Wenn ich mich beeile.

Das fehlt mir noch, dass der geheimnisvolle Auftraggeber die abgemachten, unfassbaren 1.400 € pro Woche (das sind satte 200 Kröten pro Tag!) kürzt oder gar streicht, weil ich so dämlich war, direkt am ersten Abend meine Quarantäne Einkäufe auf dem Boden zu verteilen.

Da es ja eh zu meinen Aufgaben gehört das Haus sauber zu halten, Briefe und Pakete anzunehmen und die liebe Hündin des Besitzers zu versorgen, fange ich am besten mal rasch damit an die Dielen zu wischen.

Ich stehe auf und schäle mich aus meinen Chucks. Irgendwo hier unten muss sich auch die Küche befinden und dort finde ich detaillierte Angaben der Agentur, über die Wünsche des Auftraggebers und meine Pflichten als Corona Quarantäne Haussitter. Pardon! Herrschaftliche Villa mit Park, der nebenbei groß genug ist, um darin morgens joggen zu gehen. Das Haus ist wahrhaftig riesig. Irre hohe Wände, sicher vier Meter, großartige Vorhänge, antik aussehende Leuchter und schicke Art Déco Wandlampen, ausgefallene Wandvertäfelungen. Wie in einem englischen Herrenhaus aus einem Agatha Christie Roman. Ich drehe mich um mich selbst und stolpere fast wieder über meine eigenen Füße dabei.  „Wenn Kopf und Füße nicht angewachsen wären…“  sagt Mama immer sarkastisch zu mir. Hat sie wohl irgendwie recht.

Lili kommt und stupst mich an. Sofort gehe ich zu ihr runter und streichele sie „Ja, du bist auch ganz allein, nicht wahr mein Mädchen? Wir kommen schon gut zurecht, wir zwei, nicht? Jetzt muss ich aber erst mal meine Sauerei wegräumen, damit dein Herrchen nicht sauer wird. Ich brauche das Geld von diesem Job hier nämlich ganz, ganz dringend.“ 

Ich stehe auf und mache mich auf den Weg die Küche zu finden. Nachdem ich einen Salon, ein Esszimmer und ein Kaminzimmer ausfindig gemacht habe, entdecke ich gegenüber der Bibliothek auch die Küche.

Hervorragend, die zwei wichtigsten Räume im Haus direkt nebeneinander. Diese planerische Meisterleistung könnte von mir stammen.

Die Küche ist grösser als meine ganz Studenten WG, in welcher ein Zimmer -meins- jetzt gerade drei Wochen untervermietet ist und ich doppelt kassieren kann. Ich Glückspilz!

Wow! Doppel Wow!  Wer braucht so viel Platz? Denke ich mir beim Bestaunen der Küche.

Neben all dem Staunen hätte ich fast den Grund vergessen die Küche aufzusuchen:

Die Anweisungen. Auf der großen Kücheninsel (ein Block aus weißem Marmor) liegt ein großer, schwarzer DIN A4 Umschlag mit goldfarbenem Ornament und dem kleinen schicken Logo der Agentur. Uh, sehr edel. Daneben liegt mein Handy.

Ich hüpfe beherzt auf die Kücheninsel (ob das der Hausherr so gerne sieht?) und fische die Anweisungen aus dem Umschlag.

 

„Sehr geehrte Frau Desirée Schäfer,

wir freuen uns, dass Sie diese verantwortungsvolle Aufgabe übernommen haben und geben Ihnen hiermit sowohl den Arbeitsauftrag, als auch eine Hilfestellung um ihre Aufgabe zur höchsten Zufriedenheit unseres anspruchsvollen Kunden zu erledigen.

Sie übernehmen die Obhut dieses Objektes inklusive der Pflege und Gesellschaft der darin lebenden Hündin ‚Lili‘ für einen Zeitraum von drei Wochen, Verlängerung bei Zufriedenstellung beiderseits nicht ausgeschlossen.

Zu Ihren Aufgaben gehören die tadellose Instandhaltung des Übernahmezustandes des Objekts, sowie Sauberhaltung und Annahme der Post.

Des Weiteren sind die Versorgung der Hündin, sowie das Spielen und das tägliche Spazierengehen im angeschlossenen Park mitselbiger, ihre Pflichten.

Sie halten sich in den Räumen auf und nutzen diese gut sichtbar durch regelmäßiges Licht anschalten, sodass deutlich erkennbar ist, dass dieses Haus nicht leer steht und somit als attraktive Beute für Einbrecher ausfällt.

 Alle „offenen“ Räume dürfen genutzt werden. Die sogenannten „Taburäume“ sind abgeschlossen und dürfen keinesfalls von Ihnen betreten werden. Zuwiderhandeln wird mit Verlust der ausgemachten Zahlung geahndet.

Alle anderen Räume stehen Ihnen gemäß der Haussitters.org Regeln zur Verfügung.

Einrichten dürfen Sie sich in einem der Gästezimmer des Hauses, zwei befinden sich im oberen Geschoss, eines im Erdgeschoss. Suchen Sie sich das für Sie angenehmste aus.

Wir weisen Sie noch einmal schriftlich darauf hin: um die Privatsphäre des Hauseigentümers zu wahren ist es Ihnen nicht gestattet Video und Tonaufnahmen im Haus zu tätigen, oder diese zu vervielfältigen. Es ist Ihnen NICHT gestattet fremden Personen Zutritt zum Haus zu gewähren oder zu verschaffen.

Weitere Details, sowie die Beschreibung der für Sie notwendigen Utensilien zur Versorgung der Hündin sowie zur Pflege des Anwesens entnehmen Sie bitte Blatt zwei.

Der Hausherr dieser Traum Villa und wir, die Agentur Haussitters.org wünschen Ihnen angenehme drei Wochen Aufenthalt.

Bei Fragen erreichen Sie Ihre Kontaktperson jederzeit unter folgender Nummer:

Vanessa@Haussitters.org – 0171 -874 4457 88“

Ich drehe das Blatt um und studiere die Zusatz-Details, um heraus zu finden, wo in diesem Haus die Putzutensilien sind. Schließlich wartet immer noch die Kirschsaft Lache darauf, von mir entfernt zu werden.  Angeblich befinden sich diese in einem der vielen Schränke der Küche. Ich öffne Schränke und Türen und finde am äußeren Ende, neben einer abgeschlossenen Tür, einen großen Einbauschrank, indem sich brauchbares Material findet.

Bewaffnet mit Wischmopp, Eimer und Lappen mache ich mich auf den Weg zu meinem Malheur. Ach ja. Fast hätte ich mein Handy vergessen. Ich klemme es zwischen meine Lippen. Ha! Ich lerne ja schließlich auch dazu.

Ich bugsiere alles zurück in den Eingangs Bereich. Lili Schläft schon in Ihrem Körbchen und schnarcht ein wenig. Süß. Ich widme mich der Pfütze auf dem Boden. Jetzt aber schnell.

Plötzlich verharre ich. Fuck! Mein Handy liegt genau dort wo ich es nach dem Telefonat mit Mama hingelegt habe: auf dem Boden, zwischen den Überresten meiner Einkäufe und meinem Seesack.

Ich kann es nicht verhindern, mit einem Mal klappt mir der Mund auf und das Handy ballert knallend zu Boden.

Warum liegen da jetzt zwei identische Handys auf dem Boden?

Eines davon gehört offensichtlich mir. Nämlich das, welches ich selbst auf dem Boden abgelegt habe und ein identischer Klon meines Handys, welches ich aus der Küche mitgenommen habe- in der ich noch niemals zuvor war- wo ich ergo niemals mein, geschweige denn irgendein Handy hätte ablegen können.

Was geht hier vor?

Ich hebe mein Handy auf und vergewissere mich, dass es wirklich meines ist. Pin: 1224. Passt. Mein Hintergrund Foto. Eine SMS meiner Mutter mit „Hab Dich lieb, melde dich morgen.“.

Ich lege mein Handy behutsam auf das Sideboard ab und beginne stoisch und wie ferngesteuert die Pfütze aufzuwischen. Skeptisch runzle ich die Stirn und starre immer wieder zu dem fremden Handy, welches genauso aussieht wie meines.

Ich habe jetzt die Putzsachen weggestellt, Lili gefüttert, meine Einkäufe in dieser irre, großen Küche verstaut, mir die Flasche Wein geschnappt, das Päckchen Light Zigaretten und eine Packung Streichhölzer. Nun sitze ich auf der Fensterbank am offenen Fenster, die beiden identischen Handys liegen vor mir: links meines – rechts das fremde Ding.

Ich versuche mir die Zigarette anzuzünden. Das Streichholz zündet erst beim vierten. Versuch. Ich bin vielleicht ein klein wenig nervös.

Ich inhaliere tief, huste ein bisschen. Dann öffne ich den Wein und trinke direkt aus der Flasche. Alles ohne das fremde Handy aus den Augen zu lassen. In meinem Kopf dröhnen die Gedanken. Einer jagt den nächsten und ich suche nach Erklärungen. Am plausibelsten scheint mir, dass die Agentur mir ein Handy hingelegt hat. Rein zufällig eben genau das gleiche Modell wie ich es aktuell besitze. Rein zufällig halt.  Als ob ich an Zufälle glauben würde.

Was bringt das Zaudern, denke ich mir und greife nach dem Handy, das rechts liegt. Vielleicht finde ich darauf einen weiteren Hinweis was das Ding hier bei mir zu suchen hat.

 

ER – 8

Liliane Du kleines Biest. Du spannst mich schon wieder auf die Folter.

Wann endlich packst Du mein Geschenk aus? Wann endlich schenkst Du dem Beachtung, was ich für Dich hinterlegt habe?  Ich will wissen, ob Du noch zu schätzen weißt – welchen Aufwand ich für Dich betreibe. Für Dich, mein Alles. Wirst Du darin schon erkennen wie viel Du mir wirklich bedeutest? Wie nahe ich Dir bin?

 

SIE – Eindringling

Ich betätige den Startbutton auf der rechten Seite des Handys und der Bildschirm erwacht zum Leben. Ein See, Mit Wald und Bergen deren Panorama sich im ruhigen Wasser wiederspiegelt. Ein Standard Einstiegsbild, welches immer wieder wechselt, so wie ich es auch von meinem Handy kenne.

Ich drücke wieder. Schwarzer Bildschirm. Drücke wieder- Eine Sandstein Höhle mit Öffnung in den blauen Himmel. Unten links steht die Uhrzeit: 20:07.

Ich wische mit dem Zeigefinger über das Bild und eine Pin Abfrage erscheint. Okay, da das Handy geschützt und ich im Anschreiben der Agentur rein gar nichts über ein zur Verfügung gestelltes Handy gelesen habe, scheidet diese Möglichkeit wohl aus.

Pin. Vielleicht hat der Eigentümer des Hauses sein Handy hier liegen lassen? Der eben zufällig genau dasselbe Billig China Handy hat wie ich.

Wo der in so einer Hütte lebt?! Und sicher so verpeilt ist wie eine chaotische Studentin, wie ich eben. Ja, klar!

Vielleicht liegen die Flugtickets, der Ausweis und die Autoschlüssel ja noch im Bad rum?! Spinn nicht so rum, sage ich zu mir selbst.

Ich schüttele den Kopf. Ziehe erneut an der Zigarette und starre das Handy böse an. Ein Eindringling in meine friedliche Vorstellung von einem ruhigen Job mit extrem guten Verdienstmöglichkeiten.

Nach zwei weiteren Schlucken drücke ich die Kippe im Kopf der Schachtel aus und wecke den Bildschirm wieder auf. Die Form des Handys ist mir so vertraut. Der Pin ist ebenfalls vierstellig. Wie bei mir. Ich tippe auf Gut glück los: 1111  – „Pin ungültig“ erscheint auf dem Display.

Klar. Was habe ich auch erwartet. Was hatte ich da neulich noch gelesen? Die meistverwendete PIN der Welt ist 1234 – Ungültig.

So bescheuert es auch scheint, einem inneren Impuls folgend gebe ich den Pin ein, den ich für mein eigenes Handy gewählt habe, die alte Durchwahl meiner Eltern: 1224. Das Menü des Handys erscheint und mir wird schlecht.  Das Gesicht, was mich vom Hintergrundbild des Handys aus anlächelt, ist mein Eigenes.

 

ER – 7

Liliane Du rauchst jetzt? Was bist Du nur für ein unvorsichtiges, freches Ding. Wie kannst Du es wagen Dir selbst, deinem, MEINEM Körper so etwas an zu tun?

Ich sehe ich werde Dir vieles, ganz neu erklären müssen. Aber weißt Du, Lil: ich bin geduldig.

Ich habe gelernt zu warten.

 

SIE – die Angst beginnt

Als der Schock einsetzt, zucke ich so stark zusammen, dass ich fast aus dem Fensterrahmen falle. Dann bin ich wie gelähmt und starre nur auf das Display. Bis es ganz, langsam erlischt. Ich tippe den Pin wieder ein. Wieder mein Gesicht. Kein Traum. Realität. Mein Gesicht auf dem Bildschirm eines fremden Handys, in einem fremden Haus, in dem ich heute zum ersten Mal bin.

Wie ich es drehe und wende es ergibt keinen Sinn.

Mit einem Mal braut sich ein schreckliches Gefühl in meinem Bauch zusammen und schiebt sich wie ein zusammengedrückter, nasser Schwamm nach oben: Angst.

Fast automatisch schaue ich aus dem Fenster und prüfe alles was ich sehen kann in der immer schwärzer werdenden Nacht.

Einfach alles sieht in diesem Dämmerlicht bedrohlich aus. Ich springe schnell runter vom Fenstersims und schließe das Fenster. Fester und lauter als notwendig. Ich brauche jetzt dringend ein Gefühl von Schutz. Ich will mich einfach nie mehr so fühlen wie damals.

Als Liliane.

Also Komm schon, Liliane, nein Desiree, alle Professoren loben dich für deinen Verstand. Es muss eine Erklärung hierfür geben. Vielleicht ist die Frau auf dem Handy lediglich Deine Doppelgängerin?

Ja. Das könnte doch sein. Oder?

Und irgendwer von der Agentur, ja vielleicht jemand der den Umschlag hier platziert hat, hat sein Handy achtlos liegen lassen, mit zufällig dem gleichen Pin und zufällig dem gleichen Handy Modell wie ich es habe.

Klingt abstrus, aber wie sagte Sherlock Holmes: “Wenn man alle logischen Lösungen eines Problems eliminiert, ist die unlogische obwohl unmöglich unweigerlich richtig.“

Und etwas Plausibleres fällt mir nun mal nicht ein.

Wo ich aber schon mal den Pin des fremden Handys weiß, werde ich auch irgendwie neugierig.

Ich könnte ja mal ein wenig in den Daten stöbern, nur um herauszufinden wem das Handy wirklich gehört, natürlich.

Ich logge mich also erneut ein und schaue mir das Menü genauer an. Sieht aus wie meines.

Allerdings keine zusätzlichen Apps, soweit ich sehe. Sieht eher nach Werkseinstellung aus.

Ich entscheide mich zuerst einmal für die Kontakte.

Da ist Nichts. Gar nichts. Nicht einmal die Kurzwahl zum ADAC Pannendienst.

Das schließt dann wohl auch die Lösung des trotteligen Agentur Mitarbeiters aus.

Welcher Mensch besitzt ein Handy ohne einen einzigen Kontakt? Jemand der liebe ein Papiertelefonbüchlein mit sich rumschleppt?  Ja, genau! Jemand der alle Nummern im Kopf hat? Als ob!

Es schüttelt mich plötzlich. War da was? Ich blicke mich hektisch um. Alles ruhig. Irgendwo tickt eine Uhr. Habe ich mir das nur eingebildet, weil ich dieses spooky Handy hier habe? Vielleicht nur eine Schwankung im Lichtstrahl.

Ich schüttele Kopf und widme mich wieder dem Handy in der Hand. Vielleicht finde ich in der Galerie wenigstens einen Hinweis? Ich öffne die App.

Die erste Aufnahme zeigt den Blick in einen Park. Den Park kenne ich doch.

Es ist der Park, der an meine Uni angeschlossen ist. Der Park indem ich die Pausen verbringe, in der meine Lieblingsbank steht.

Ich fühle wie mein Herz überlaut in meiner Brust pocht.

Ich scrolle zur nächsten Aufnahme. Sieht aus wie der gleiche Park, nur näher herangezoomt. Vereinzelt sind Menschen zu sehen an einem sonnigen Tag. Manche Personen kommen mir sogar bekannt vor.

Meine Brust knotet sich immer weiter zusammen.

Nächstes Bild: Das ist meine Bank! Darauf sitzt eine Frau, gleiche Lieblingsjeans wie ich, die gleichen grünen Chucks, die gleiche Jacke!

Das da ist eindeutig ein Bild von MIR!

Ich stoße einen stummen Schrei aus und stecke mir unwillkürlich die Faust in den weit offenen Mund. Ich habe in der Vergangenheit gelernt lautlos zu schreien und zu weinen.

Tränen strömen mir in die Augen und mir wird vollends schlecht. Das fühlt sich genauso an wie damals, als ich noch mit ihm zusammen war, damals als es so schlimm wurde, damals als ich endlich die Kraft hatte diese „Verbindung“ zu beenden. Damals bevor alles noch schlimmer wurde und ich letztendlich von Liliane zu Desiree wurde…

 

Er – 6

Endlich. Du hast es entdeckt.

Und Du bist noch immer mein kluges Mädchen. Du hast die richtigen Schlüsse gezogen. Ich erkenne es sofort an Deiner Reaktion. Dem Zittern Deines Körpers. Den weit aufgerissenen Augen. Ich sehe es in deinem Gesicht: Ich bin wieder bei Dir. Ich bin wieder Teil von Dir. Jede dieser Regungen ist mir so vertraut. Du machst mich so, so glücklich. Das ist wirklich wie nach Hause kommen.

Wenn Du nur schon wüsstest wie nahe ich Dir bin, kleine Lil.

 

SIE – Angst essen Seele auf

Ich laufe in dem großen Raum auf und ab wie ein gefangenes Tier. Ich versuche meine Gedanken zu ordnen. Mein Herz rast aber wie verrückt und mein Atem geht stoßweise. Ich bekomme kaum noch Luft. Atmen, Lil. Atmen. Panik!

Wie Du es in der Therapie gelernt hast.

Wir zählen von 10 Rückwärts:

10 – tiefes einatmen –

9 – langsam und ruhig ausatmen –

8 – tief einatmen –

7 – er hat mich gefunden –

6 – die Bilder meiner zu Tode gequälten Katze im Baum blitzen in meinem Kopf auf-

5 – die Tränen rinnen unaufhörlich meine Wangen hinab –

4 – der Abend an dem er bei uns eingebrochen ist –

3 – sein Gesicht nur Zentimeter von meinem entfernt –

2 – dieses breite, zufriedene Grinsen auf seinem Gesicht, weil er weiß, dass er mich jetzt hat –

1 – ich schreie. So laut ich nur kann!

 

ER – 5

Meine Göttin. Ich danke Dir. Wie sehr habe ich Dein Schreien vermisst. Ich weiß nicht wie lange ich an mich halten kann, wenn ich Dich endlich wieder riechen und schmecken kann, kleine süße Lili.

 

SIE – Fokussieren

Nachdem die ganze Anspannung wie faule Luft aus mir herausgeschrien ist, kann ich endlich wieder klarer denken.

Ich schließe als erstes alle Türen nach außen mit dem General Schlüssel ab. Das fremde Handy lege ich in eine leere Schublade eines Sideboards.

Danach vergewissere ich mich, dass alle Fenster dicht verschlossen sind. Abgeschottet, gegen die Welt da draußen. Sicher, hier drin. So sicher man in einem fremden Haus sein kann.

Die kleine hübsche Hündin ist jedenfalls wesentlich entspannter als ich es bin. Sie schaut ab und an mal auf und legt dann ihr Köpfchen wieder auf ihre Pfoten ab und döst erneut ein.

Ich gehe zu ihr und streichele sie. Das quittiert sie mit fröhlichem Schwanzwedeln und leckt mir tröstend über die Hände mit ihrer langen, warmen Zunge. Das beruhigt mich. Ein warmes, gutherziges, lebendiges Wesen bei mir zu haben das nichts von meiner Geschichte und meiner Aufregung versteht, hilft mir meinen Fokus wieder gerade zu rücken.

Apropos Fokus: Ich sehe mich um und schnappe mir eine teuer aussehende Decke von einer Chaiselongue und lege sie in die Mitte des Wohnzimmers. Mit der indirekten Beleuchtung der Steh- und Wand Lampen, habe ich mir eine schöne Atmosphäre geschaffen. Ich streife meinen Pullover ab und setze mich im Schneidersitz hin, um zu meditieren. Meditieren hat mir immer geholfen. Gerade dann, wenn es mir am schlechtesten ging, war das innere Fokussieren immer ein verlässlicher Helfer, um mich daran zu erinnern, dass ich stark bin. Stärker als meine Angst. Stärker als er!

Ich atme, regelmäßig. Lasse alle Gedanken zu mir her und wieder vorbeiziehen und merke wie ich immer ruhiger werde.

Einatmen: ICH, Ausatmen: BIN, Affirmation: SICHER.

 

ER – 4

Meine Göttin, Du siehst aus als würdest Du uralte Monster beschwören wollen. Wie Du da auf der Decke sitzt und atmest. Du hast Deinen Pullover ausgezogen. Im Haus ist es warm, kleine Lil. Ich will, dass Du es warm und gemütlich hast.

Die Anziehung ist einfach zu stark für mich. Ich will Dir endlich wieder nahe sein.

 

SIE – Leugnen

Ich zucke zusammen. Was war das? Ich habe etwas gehört. Eindeutig. Habe ich doch, oder? Meine Augen sind wieder weit aufgerissen und ich sehe mich panisch im Zimmer um und starre in den dunklen Übergang zu den anderen Zimmern. Ich habe einen furchtbaren Geschmack im Mund. Angst schmeckt scheußlich.

Scheiße, hat sich da was bewegt? Ein Schatten? Ein Monster? Ein Mensch?

Ich springe auf und fixiere den Punkt, an dem ich glaube, etwas gesehen zu haben. Ich wünschte, ich hätte etwas in der Hand, im besten Fall eine Waffe. Hauptsache Etwas, um mich daran fest zu halten. Da fallen mir die Worte meines Krav Maga Instructors wieder ein: „Richtig eingesetzt ist dein Körper deine effektivste Waffe!“ Das klang in dem Moment sehr beruhigend und stärkend, jetzt habe ich da so meine Zweifel.

Ich gehe langsam in den Übergang zum nächsten Raum und versuche dabei jede Ecke im Blick zu halten. Kaum machbar, das Haus ist einfach zu groß. Mit einem Mal finde ich das alles gar nicht mehr stylisch und einladend, sondern nur noch fremd und bedrohlich.

Ohne den Blick von all den dunklen Schatten zu nehmen taste ich mit beiden Armen, rechts und links gleichzeitig hektisch nach dem Lichtschalter.

Verdammt, wo? Mein Herz klopft wie verrückt und mein Magen zieht sich zusammen. Jedes einzelne Nackenhaar richtet sich auf, so als käme etwas auf mich zu was ich nicht sehen, aber doch spüren kann.

Endlich. Licht!

Nach kurzem blinzeln stelle ich fest:  hier ist nichts! Außer mir. Und Möbeln. Ein Esszimmer.

Ich blicke zurück auf die noch immer friedlich schlafende Hündin. Das beruhigt mich.

Stop! War da was im Augenwinkel? Ich suche wieder alles mit meinem Blick ab.

Nichts. Verdammt! Was ist nur los mit mir?

Ich darf mich nicht so sehr triggern lassen.

Okay. Neuer Plan. Licht! Ich brauche Licht. Ich gebe jetzt einen Scheiß auf die Stromrechnung und die Umwelt heute Nacht, ich brauche Licht.

Also jage ich wie rasend durch die mir zugänglichen Zimmer und mache alle Lichter und Lampen hell, die ich nur finden kann. Das gibt mir wieder etwas mehr Kontrolle zurück.

Danach koche ich mir einen Tee in der Küche und entschließe mich dazu, mich mit einem Buch abzulenken. Die Gedanken über das Unerklärliche schiebe ich erst einmal zur Seite.

Ich brauche diesen Job. Ich brauche das Geld. Ansonsten kann ich mir das heiß ersehnte neue Leben hier einfach nicht leisten.

Meine Vergangenheit -Er- hat mir schon genug genommen. Meine verdammte, komplette Identität ist futsch, damit ich mich wieder sicher fühlen konnte. Der einzige Mensch der weiß wie ich jetzt heiße und wo ich bin ist meine Mutter. Und sie würde das nie verraten. Nie! Oder?

Hier drin kann ich mich jedenfalls einigermaßen sicher fühlen. Die Agentur schien mir sehr seriös. Dennoch, das Handy, die Fotos.

Nur mit sehr großem Willen und der Unterstützung des Romans „Scharnow ist überall“ kann ich mich davon abhalten zum Sideboard zu gehen und das Handy heraus zu holen und mir wieder diese verstörenden Aufnahmen anzusehen. Je mehr Zeit vergeht desto besser kann ich mir einreden, dass es nur jemand ist, der mir ähnlichsieht. Ein Zufall eben und dass das hier ein „Safe House“ für mich ist.

 

ER – 3

Fast wäre ich Dir nahe gewesen. Fast hättest Du mich entdeckt. Oh, Liliane diese Spannung, diese Sehnsucht danach Dich zu fühlen. Weißt Du eigentlich was Du mir bedeutest? Wenn ich die kleinen Schweiß Tröpfchen sehe, die wie Diamanten an Dir glitzern, als Du durch das Haus gehetzt bist und alle Lichter angemacht hast. Ich möchte jede einzelne Schweißperle kosten. Dir den Schweiß vom Körper lecken.

Jetzt gerade siehst Du mir wieder eine Spur zu entspannt aus, Lil. Wie Du dasitzt und an Deiner Tasse nippst, in Dein Buch vertieft.  Fast so als würdest Du den süßen Gedanken an mich wieder vergessen. Mich! Vergessen?

Niemals, meine Geliebte. Es wird Zeit sich zu erinnern. An alles, daran wem Du gehörst.

Das Licht macht dich sichtbar, weißt Du.  Schön Dich zu sehen, Lil.

Aber… Ich will Dich in Aufruhr sehen.

 

SIE – Nachrichten

Ich bin gerade tief versunken in den Anekdoten rund um ein Dorf im Berliner Umland als mich erneut ein lautes Geräusch fast zu Tode erschreckt. Ein tiefes Brummen und Dröhnen erklingt. Da der Raum so groß ist kann ich zunächst durch den Hall gar nicht richtig orten, wo es herkommt. Lili hilft mir dabei.

Sie ist ebenfalls aufgewacht und starrt das Sideboard an. Das Sideboard indem ich meinen Handy Klon deponiert habe, um ihn nicht ständig zu sehen und nicht ständig an die Bilder denken zu müssen die darauf gespeichert sind.

Es herrscht wieder Stille. Ich starre immer noch wie versteinert auf die Schublade, in der das Handy liegt. Ich will das nicht. Lieber Gott, bitte, BITTE! Lass das alles nicht wahr sein!

Ich will mich dem und allem was mein Gedankenkarussell mir dazu zu bieten hat einfach nicht mehr stellen.

Da, schon wieder. Ein ohrenbetäubendes Brummen im sonst stillen Haus. Und noch einmal.

Fuck! So langsam werde ich sauer!

Sauer auf mich, weil ich mich verhalte wie ein Opfer, sauer auf dieses Handy das einfach nicht zu mir gehört und absolut kein Recht hat Bilder von mir anzuzeigen, die Agentur, die irgendwie geschlampt hat, weil da ein Störenfried in meinem Teilzeit Heim hinterlassen wurde. Sauer auf die Welt und das Universum, weil ich auch in meinem hart erkämpften, neuen Leben von vergangenen Gefühlen eingeholt werde!

Doch gerade jetzt bin ich dankbar für die Wut. Sie bringt mich dazu aufzustehen und etwas zu tun.

Ich reiße die Schublade auf und schnappe mir das Handy. Das Display zeigt drei neue MMS an. MMS? Wer schickt heute eigentlich noch MMS?

Ich tippe die erste Nachricht an. Es ist wieder ein Foto. Ein Foto von mir. Wie ich das Päckchen mit dem Schlüssel zum Haus und der Adresse vom Kurier übernehme. Heute vor circa sechs Stunden.

Mir laufen eiskalte Schauer über den Rücken. Zweite MMS. Wieder ein Foto. Wieder ich, heute. Wie ich mit zwei Tüten aus dem Supermarkt komme.

Ich kann es nicht mehr leugnen, so sehr ich es auch will. Wer schickt diese MMS? Wer hat das Handy deponiert? Vielleicht jemand der die letzten 10 Jahre im Knast war?

Wegen Vergewaltigung, Nachstellung, Misshandlung, Tierquälerei, Freiheitsberaubung und versuchtem Totschlag?

Einfach alles verkrampft sich in mir. Ein bekannter Schmerz. Etwas, dass ich nie wieder erleben wollte.

Dritte MMS: Ein Foto. Von Mir. Mit Lili an der Leine. Auf dem Weg zum Gassi gehen im Park. Das was ich als erstes gemacht habe heute Abend nach dem Einkaufen, noch bevor ich sämtliches Gepäck hereingeschleppt habe. Sehr nahe aufgenommen. Viel zu nahe. Und ich habe nichts gemerkt. Bittere Galle steigt in mir hoch.

ER weiß, wo ich bin. ER weiß, dass ich hier bin. ER weiß wer ich wirklich bin.

Hilfe! Ich brauche Hilfe. Ich muss mich absichern. Ich ziehe als erstes alle Gardinen zu, sodass niemand/ER, der eventuell draußen lauert, mich noch von draussen sehen kann.

Mir fällt nur eine Person ein, der ich hier genug vertraue und die ich hier gut genug kenne. Ich greife schnell mein Handy und tippe mit zitternden Fingern den Kontakt im Adressbuch meines Handys an.

Es klingelt unendlich lange drei Mal bis am anderen Ende ein knappes „Ja?!“ ertönt.

„Holger, ich bin’s, Desi. Du musst bitte sofort kommen, ich habe entsetzliche Angst“

Dafür, dass einfach nur ein „Wo bist Du?“ ohne eine weitere Frage kommt, bin ich extrem dankbar.

Das letzte „Ich bin in fünf Minuten da!“ lässt mich vor Erleichterung zitternd in die Knie sinken.

SIE – Polizei

Es dauert genau 7 Minuten und 34 Sekunden bis Holger da ist. Ich weiß das genau, denn ich habe die Minuten und Sekunden gezählt, um mich abzulenken.

Ich schließe ihm die Tür auf, zerre ihn förmlich hinein und verschließe dreifach von innen. Dass ich damit gegen die heiligen regeln der Houssitters verstoße ist mir mittlerweile vollkommen gleichgültig.

„Herrgott Desi, Was ist los?“  brummt Holger völlig überrumpelt.

Holger ist groß, ein fitter fast zwei Meter großer Hüne. Holger ist außerdem Polizist und als ich mich ihm in die Arme schmeiße fühle ich mich sofort um das ganze Riesengebirge erleichtert und die Tränen fangen augenblicklich an zu fließen.

Holger blickt sich um und steuert mit mir als Anhängsel, zielsicher auf das Wohnzimmer zu, Lilli stürmt auf und bellt ihn an. Ich streichele sie und beruhige sie mit Worten, damit sie merkt das Holger okay ist, bis sie sich wieder im Körbchen zusammenrollt.

Er führt mich zum Sofa hin und muntert mich sanft auf, mithilfe eines Stofftaschentuchs. Er ist so herrlich altmodisch.

Nachdem ich mich ein wenig gefasst habe packt er meine Hände und sieht mich an.

„Raus mit der Sprache. Was ist hier los?“

Und ich fange an zu erzählen.

Von diesem unfassbar guten Angebot, viel Geld mit wenig Aufwand zu bekommen, Geld dass ich dringend brauche für meine Studiengebühren. Von dem Malheur mit den Kirschen, von dem doppelten Handy, von den Bildern, der Panik und dem Gefühl beobachtet zu werden. Dann blicke ich ihn an und die Tränen schießen mir wieder in die Augen und ich komme zu dem eigentlichen Grund meiner Angst: meiner Vergangenheit, die hier niemand kennt. Die, über die ich seit Jahren schon mit niemandem mehr spreche.

Ich erzähle von dem jungen unbedarften Mädchen aus dem Dorf, dass zufällig auf den älteren, gutaussehenden Jungen trifft. Von der Schwärmerei und der heimlichen Verliebtheit. Davon wie der Junge dem Mädchen Aufmerksamkeit schenkt, wie er es gekonnt umgarnt und in einem Netz aus Charme, warmen Worten, einer neuen unbekannten Welt, mit dem Geld und Glamour der reichen Eltern einlullt, aus dem es schnell kein Entkommen mehr gibt.

Wie er Zwietracht sät, erst zwischen ihr und ihren Freundinnen, dann auch zwischen ihr und ihrer Familie. Wie er sie glauben macht, dass nur er ihr in dieser Welt gutes will und wie gut, dass Schicksal es doch mit beiden meint, dass es sie zusammengebracht hat. Und sie glaubt ihm, weil er es glaubt.

Von Ausflügen, Parties und dunklen Machenschaften, von Alkohol, Drogen und dem Willenlos machen. Von den schrecklichen Videos, die er sich ansieht und wie sie nun doch immer mehr Angst und Abscheu entwickelt. Davon dass ihre Eltern alles versuchen, gut zureden, dann schimpfen, brüllen schreien, davon dass sie sie abhalten, sie schützen wollen und davon wie er sie immer wieder einfängt.

Davon wie die Reifen an den Autos ihrer Eltern immer wieder zerstochen werden. Von anonymen Drohungen.

Von der Kontrolle, davon dass sie nicht einmal mehr selbst entscheiden darf, was sie isst und was sie anzieht. Davon, dass er plötzlich all ihre Sachen aus ihrem Zimmer zu sich in sein Haus gebracht hat und sagt, dass sie jetzt bei ihm wohne. Davon dass ihr Vater vor der Tür stand und ihm und seinen Eltern mit Polizei drohte, sollte er seine Tochter nicht endlich in Frieden lassen. Ihr Vater der ehrliche Handwerker. Wie David gegen Goliath.

Und letztlich von dem Unfall ihres Vaters, der Unfall der nie anders gehandhabt wurde als ein Verkehrsunfall unter Alkoholeinfluss. Wo aber doch jeder wusste, dass der Vater gar nicht trank.

Von der Leere und der Schwärze nach dem Tod und davon, dass sie nicht wusste wie sie sich aus dem Bannkreis lösen sollte jetzt, wo kein Beschützer mehr da war, um sie zu verteidigen. Und von dem einzigen Weg, den sie noch sah: sich selbst unrein machen, nicht mehr schön, nicht mehr anbetungswürdig für ihn. Wie sie letztlich seinen besten Freund verführte, damit er nicht mehr der einzige war, der sie besessen hatte.

Das, so dachte sie, würde sie retten, vor ihm. Er würde sie so verachten, dass er sie gehen lassen, ja wegschmeißen würde.

Verachtet hatte er sie, gehen lassen, hatte er sie nicht.

Sie war drei Wochen eingesperrt gewesen. Eingesperrt in einem Ferienhaus seiner Eltern mit ihm. Drei Wochen – getarnt als freiwillige Versöhnungsferien – bis Vanessa, die Schwester des Irren, kam und sie rausholte.

„Sie, Liliane, das war ich.“ Sage ich und dann falle ich in mir zusammen.

Holger fängt mich auf und hält mich einfach nur fest während ich weine und schluchze und zittere. Das ist wie sieben Jahre Therapie in einer Stunde durchgedrückt.

Als ich wieder ruhig atmen kann fragt er nur: „Und dann?“

„Ich habe ihn angezeigt.“ Sage ich und mein Blick ist glasig während meine Vergangenheit vor mir auftaucht. „Natürlich haben seine Eltern alles getan, um seinen und den Ruf der Familie sauber zu waschen. Den Sohn aus gutem Hause mit überdimensional reichen Eltern, kriegt man nicht so leicht dran. Er bekam nur Bewährung. Angeblich zu wenig Beweise. Danach begann das Stalking. Meine ganze Familie litt darunter. Meine Katze hat er sogar ermordet und malträtiert in den Baum vor meinem Fenster aufgehangen.

Es hat lange gedauert genug Beweise für all das zu sammeln, ein Kontakt und Annäherungsverbot auf Lebenszeit durch zu setzen und ihn dann endlich, endlich hinter Gittern zu bringen. Letztendlich geholfen hat mir wieder Vanessa, seine Schwester. Sie hatte irgendwann doch den Mut gegen ihn auszusagen. Ich schätze auch das konnte er mir nie verzeihen. Das sowohl ich als auch sie sich gegen ihn gestellt haben.

Zwischenzeitlich bin ich umgezogen, weg von daheim. Aber er hat mich immer wieder gefunden und hat aus dem Gefängnis heraus Briefe geschrieben. Hat mir gedroht. Natürlich so clever, dass man es ihm nie nachweisen konnte. Erst als ich meinen Namen geändert hatte, hat es aufgehört und er hat mich nicht mehr gefunden. Er, Victor.

Bis jetzt.“

Ich habe geredet wie ein Wasserfall und endlich nach so langer Zeit, nach so langem Lügen zu meiner Vergangenheit fühle ich mich erleichtert.

Ich blicke Holger an und er schaut mir fest in die Augen. So als wolle er wie bei einem Zeugen prüfen ob er die Wahrheit sagt. „Das ist ganz schön harter Tobak, was Du erlebt hast.“ sagt er und ich nicke nur. „Zeig mal das Smartphone her.“ Ich entsperre es und halte es ihm hin. Zeige ihm die Fotos.

„Na, so wie es aussieht scheint dein Stalker bislang nur außerhalb des Hauses unterwegs gewesen zu sein. Zumindest seitdem Du hier bist.“

„Ja, schon, aber ich habe eben gedacht es wäre jemand hier. Bevor ich Dich angerufen habe“  Sage ich.

„Mach dir keinen Kopf, ich schau mich mal um.“ Somit steht er auf und sieht sich alle frei zugänglichen Räume an. Ich folge ihm im Schlepptau, um nicht allein sein zu müssen.

Holger merkt das und nimmt mich an die Hand. Ab und an drückt er sie fest und blinzelt mir zu.

„Du hast ganz schön viel erlebt. Ich kann verstehen, dass Du Angst hast. Das war schon richtig so dass Du „die Polizei“, also mich gerufen hast.“ Er lächelt schief und mir wird so viel leichter ums Herz. Mit Holger hier, fühle ich mich sicher.

„Ich kann nichts Ungewöhnliches erkennen.“ Sagt er nach unserm Rundgang. „Sag mal war vielleicht ein Fenster auf als Du hergekommen bist? Kannst Du dich an was erinnern?“

Ich überlege kurz. Ich habe bei meiner Blitz Panikaktion jedes Fenster im Haus überprüft. Das Fenster im Wohnzimmer habe ich selbst geöffnet und wieder geschlossen, als ich eine Zigarette geraucht habe, ansonsten. „Die Küche!“ fällt mir da wieder ein und meine Augen werden groß.

„Ein Fenster in der Küche war geöffnet?“ Fragt er und ich nicke bestätigend. Wir laufen also beide in die Küche, zu den mittlerweile geschlossenen Fenstern. Holger inspiziert das Fenster, dass ich ihm zeige und bei dem ich jetzt sicher bin, dass das Oberlicht geöffnet war als ich reingekommen bin.

„Naja, ein schlanker nicht ganz so schwerer Typ wie ich, könnte es schon da durch schaffen.“

Schätzt Holger und kratzt sich dabei den Drei Tage Bart.  „Gut, dass du alles geschlossen und verriegelt hast.

Die Rahmen da draußen sehen irgendwie eigenartig aus: aber sonst. Sieht erstmal alles ruhig aus hier, Desi, oder soll ich Dich Liliane nennen?“

 Er grinst mich halb verschmitzt, halb verwirrt an.

„Lieber Desi.“ Sage ich.  „Den habe ich mir ja selber ausgesucht und bis eben hatte ich noch keine schlechten Erfahrungen mit diesem Namen.“

Da stocke ich wieder und die Traurigkeit überfällt mich wie ein böses Gespenst. Holger fängt mich auf und drückt mich fest an sich. Während er mir sanft über den Kopf streicht und mir beruhigend zuredet, schmiege ich mich so eng an ihn ran, wie es geht.

Am liebsten möchte ich in diesen gossen Berg Mann hineinkriechen. Ich schaue nach oben, in seine Augen, dann auf seinen Mund. Und bevor sich mein Verstand einschalten kann, presse ich meine Lippen auf seine und meine Anspannung und meine nagende Angst wandeln sich in eine andere, momentan viel stärkere Emotion. Und das fühlt sich nach diesem beschissenen Abend besser an, als alles jemals zuvor.

Holger ist zwar überrumpelt, aber er macht mit.  Und ich spüre, dass er augenblicklich hart wird hinter seiner Jeans. Wir küssen uns wild. Er hebt mich auf die Arbeitsplatte und ich kralle mich an ihm fest und schlinge meine Beine eng um ihn. Endlich ist alles andere aus meinem Kopf wie weggefegt.

 

ER – 2

IST DAS DEIN ERNST LILIANE?

Erstens: hast Du also niemandem seit Jahren von mir erzählt!

Zweitens: lässt Du einen fremden Mann in dieses Haus, in MEIN Haus und jetzt lässt Du Dich von ihm in unserer Küche FICKEN? Schon wieder?? Hast Du etwa gar nichts aus Deinen Fehlern gelernt?

Ich wollte es langsam angehen. Ich wollte Dich schonend auf unser Leben vorbereiten. Dich eingewöhnen. Ich war wohl zu freundlich Liliane. Zu lange im Hintergrund. Ich komme wieder Liliane.

Du wusstest doch im Grunde immer, dass Du Dich nicht verstecken kannst. Unsere Geschichte hat gerade erst neu begonnen.

 

SIE – Abschiede

Heftig atmend löst sich Holger aus meiner Umklammerung. „Wow, hey, Du weißt ich steh auf Dich, aber so? Lass es uns langsam angehen, ja? So richtig, mit allem Drum und Dran, schick ausgehen und so.

Du weißt ich bin ein Gentleman.“ Er grinst mich wieder so an. „Und außerdem muss ich los auf die Wache, ich habe heut Spätschicht.“ Obwohl ich versuche ihn festzuhalten löst er sich mühelos von mir.

„Was? Bitte, Holger, lass mich nicht allein hier.“ Ich könnte fast schon wieder heulen. Vor enttäuschter Lust und wieder aufkeimender Angst. Mit Holger habe ich mich so sicher gefühlt.

„Hörzu. So wie ich das sehe bist du hier sicher, Ich konnte nichts und niemanden hier im Haus drinnen finden. Halte weiter die Fenster, Türen und Gardinen geschlossen.

Das Handy nehme ich mit und lasse es untersuchen. Vielleicht findet die Spusi was raus. Ich habe noch was gut bei denen.“ Ich setze an, um zu diskutieren, aber er blockt meine Einwände mit seiner großen Hand ab.

„Ich fahr heute Nacht Streife und dann fahr ich alle halbe Stunde am Haus vorbei und halte Ausschau.  Und morgen, wenn meine Schicht zu Ende ist, komm ich als erstes zu Dir und dann sehen wir weiter. Außerdem hast Du doch noch den Hund bei Dir. Und du hast ja gesehen der gibt Laut, wenn jemand kommt. Mach dir nicht zu viele Sorgen.“

Er küsst mich noch einmal behutsam auf die Stirn und ich glaube in diesem Moment, mit Holger könnte ich eine sichere und schöne Zukunft aufbauen.

„Ich schau mir jetzt nur nochmal diese Fensterkonstruktion hier an. Vielleicht erkenne ich irgendwelche Spuren und dann muss ich auch los. Leider.“

Er mustert mich ein wenig bedauernd, dann klettert er beherzt auf die Küchenablage und öffnet das alte, massive Küchenfenster. Er schiebt sich ein bisschen nach draußen sodass er Kopfüber raushängt und angestrengt nach oben schaut.

„Sieht aus als wäre da was aufgesetzt am Fensterrahmen. Wie so ein moderner Rollladenkasten vielleicht?“ Er wirft mir einen Blick aus seinen warmen, braunen Augen zu.

Ich hüpfe von der Kücheninsel und gehe neugierig ein paar Schritte auf ihn zu. Er starrt wieder nach oben. „Ist das hier vielleicht so eine Art Safe House, oder so?“  

Fragt er noch, als plötzlich mit einem gewaltigen Krachen massive Stahlwände sekundenschnell dieses und alle anderen Fenster der Villa verschließen.

Sekundenlang starre ich stumm und absolut regungslos auf den vor mir liegenden Körper.  Beide Arme stützen sich noch von innen an die Seitenscheiben des großen Fensters. Der ganze Körper zuckt.

Die Bewegungen machen widerlich, klatschende Geräusche. Ein grausamer, absurder Applaus. Und das Blut aus dem Hals, das eigentlich dort hinwill, wo Holgers Kopf gerade vor einer Sekunde noch mit dem Rest des Körpers verbunden war, spritzt nun gegen eine graue massive Wand aus Stahl.

Ich schwanke und zittere und gehe rückwärts bis sich die Kante der Kücheninsel schmerzhaft in meinen Steiß bohrt. „Nein!“ kommt es kraftlos aus mir heraus.

Hatte ich gerade noch strahlende Bilder vor mir, von einer möglichen Zukunft mit einem großartigen Mann, verbluten diese Träume gerade alle, gemeinsam mit dem zuckenden Körper mir gegenüber. 

„Dekapitation – gewaltsame Abtrennung des Kopfes vom Rumpf“ schießt es mir unsinnigerweise in den Kopf. Ich war schon immer ein wandelndes Lexikon.  Hat mir oft geholfen. Heute nicht.

Ich möchte schreien, doch weder mein Verstand noch mein Körper haben erfasst was gerade passiert ist. Da höre ich ein Klicken rechts von mir. Die Tür die scheinbar zu einer verschlossenen Abstellkammer führt, öffnet sich knarzend und aus der Dunkelheit tritt ein Schatten. Ein Schatten den ich nur allzu gut kenne.

 

ER – 1

Perfektes Timing – Perfekter Auftritt! Das konnte ich schon immer sehr gut.

Nachdem das große Problem beseitigt ist, ist es jetzt an der Zeit meinem wirklichen Vergnügen zu frönen. Ich bin zum Bersten gespannt.

 

SIE – Die Schatten aus der Vergangenheit werden lebendig

 

Der Schatten wird zum Schemen und zu meinem fleischgewordenen, persönlichen Alptraum.

Alle Kraft und Spannung, die ich noch besessen hatte, verlässt augenblicklich meinen Körper.

Eine Stimme bahnt sich den Weg durch das Rauschen in meinen Ohren, die die Saiten eines längst verklungenen Instruments in mir zum Schwingen bringt, wie eine Krankheit die an allen Nervenenden gleichzeitig zieht.

„Willkommen in meinem Heim, Liliane. Endlich bist Du da!“ sagt Victor und seine eisblauen Augen blitzen.

Ich höre Pfotengetrappel und Lili stürzt durch den Türbogen auf Victor zu.

Vielleicht habe ich bei all dem schrecklichen noch einmal ein wenig Glück und die Hündin hat mich bereits so ins Herz geschlossen, das sie mich verteidigt gegen meinen ganz persönlichen Dämon, der vor mir steht.

Aber Lili bellt nicht.

Nicht so wie Holger es prophezeit hatte.

Sie springt ihrem Besitzer nur freudig um die Beine. Wedelt mit dem Schwanz und leckt seine Hand. Als hätte sie ihn vermisst.

Das letzte Fünkchen Hoffnung in mir verpufft wie eine zu dünn gewordene Seifenblase.

Victor kniet sich zu der Hündin hinunter und streichelt sie.

 

Er – 0

„Ich habe sie nach Dir benannt Liliane. Begrüße nun Dein neues Frauchen Lili. Wir werden noch viel Spaß zusammen haben.“-

 

-ENDE-

71 thoughts on “Wer Du Bist von Christine S. Baum

      1. Also, da ziehe ich nun wirklich den Hut. 🎩 Die bisweilen fesselndste Geschichte die ich hier gelesen habe. Klasse Aufbau und bildhaft erzählt. Dafür ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
        (kleine Kritik: Das und dass solltest du an div. Stellen überprüfen) Aber, hey! Echt guter Stoff.
        Viel Glück T.

      2. Also, da ziehe ich nun wirklich den Hut. 🎩 Die bisweilen fesselndste Geschichte die ich hier gelesen habe. Klasse Aufbau und bildhaft erzählt. Dafür ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
        (kleine Kritik: Das und dass solltest du an div. Stellen überprüfen) Aber, hey! Echt guter Stoff.
        Viel Glück T.
        P.S. „Der Charmeur“

    1. Spannende Geschichte mit guten Details, damit man mit Hilfe der eigenen Phantasie noch mehr in der Geschichte drin ist.
      Bei dem Absatz 2. Handy (…“klemmte zwischen den Lippen“ & „…lag in dem Kirschsaft“) dachte ich zuerst: Oh, ein Fehler. 😉
      Und auch wenn ich bereits wusste, dass ER es ist, als ich las „Eltern aus reichem Haus“ war es weiterhin spannend.

      Hätte ich allerdings gewusst, um welche Geschichte es sich handelt, hätte ich sie nicht gelesen. Das liegt allerdings „nur“ daran, weil selbst etwas Ähnliches erlebt.
      Und hier ist die einzige Anmerkung, die ggf. zum Nachdenken und Weiterwachsen als Autorin anregen soll:
      Ein bisschen Erotik / Sex peppt manchmal Geschichten auf. Doch wenn jemand wirklich Panik hat, zurück in die traumatische Vergangenheit fällt, darüber erzählt und sich die Angst und die dazugehörigen Gefühle entlädt, hat derjenige nicht unbedingt Lust auf körperlichen Austausch.
      Deswegen war für mich diese Szene sehr befremdlich.

      Aber so ist das Leben: Geschichten werden mit eigenen Geschichten zu neuen Geschichten.
      Mach weiter so. 🙂 🙂

      1. Ich danke Dir sehr für dein ausführliches Kommentar und deine Einschätzung. Das werde ich mir zu herzen nehmen und darüber nachdenken. Und gut zu wissen dass eine Triggerwarnung nicht ganz unangebracht wäre.

        Von herzen Danke.

  1. Moin Christine,

    da is ja mal alles dabei! Crime, Sex, Horror und alles in einer Art und Weise zu Papier gebracht die seinesgleichen sucht! Einen tollen Schreibstil benutzt du! Für mich ist diese Geschichte einer der 50. Warte mal ab…die Email kommt ganz sicher. Richtig, richtig gut!

    Viel Glück für‘s Voting, mein Like lass ich dir sehr gerne da.

    LG Frank aka leonjoestick ( Der Ponyjäger)

  2. Liebe Christine,
    ich kann Frank da wirklich nur zustimmen. Wie genial is deine Story, bitte????!!!!!!😱😱😱😱Sofort war ich drin und dieser Wechsel zwischen Lilliane und Viktor, wie du ihn gestaltest, ist der Wahnsinn!!! Der einzige Kritikpunkt is, dass ich gern mehr davon gehabt hätte 🤣. Richtig, richtig gut!

    Viele liebe Grüße
    Christina/chris.tina90 (Vollende…t)

  3. Sehr spannende Geschichte, teilweise echt heftig. Mir hat der Wechsel zwischen den Protagonisten gut gefallen und ich kam auch erst kurz vor Ende darauf, warum der Hund so heißt 😉👍
    Was mir nur auffiel ist, dass viele Sätze mit „Ich“ beginnen und die Rückblende (als sie dem Polizisten alles erzählt) in unterschiedlichen Zeiten erzählt ist. Zumindest kam es mir so vor 🤔

    Viele Grüße,
    Yvonne / voll.kreativ (Der goldene Pokal)

      1. Liebe Tine, nun komme ich auch endlich dazu, mich Deiner Geschichte zu widmen. Ich hatte sie zwar bereits vor ein paar Tagen schon gelesen, aber ich lese meine Geschichte immer gern zweimal und lasse ein paar Tage zwischen dem ersten und dem zweiten Lesen verstreichen meine Eindrücke zu festigen.
        Beim ersten die beim zweiten Lesen, ist es vor allem dein toller einzigartiger Stil, der in meinen Augen besonders hervorsticht und ziemlich einzig artig ist. Du hast eine tolle, witzige, Witzige und besondere Art zu schreiben,Die mich sofort mitgerissen hat. Dickes dickes Lob dafür.
        Die mich sofort mitgerissen hat. Dickes dickes Lob dafür.
        Da schaue ich mir glatt ein paar Sachen ab 😉Obwohl ich schon recht früh erkannt habe, Worauf die story am Ende hinausläuft, was aber nicht an Der Geschichte liegt, mir passiert das wirklich oft auch bei Filmen 😂, Konnte ich nicht aufhören zu lesen. Womit ich tatsächlich nicht gerechnet habe Und du mich völlig überrumpelt hast, war die Stelle mit dem Safe House – da hab ich glaub ich ziemlich dumm aus der Wäsche geschaut😂
        Ich Hatte tatsächlich quasi vor Augen, wie der arme Mann zerteilt wird – Ich hätte nicht mit dieser brutalen Wendung gerechnet, diese Szene sticht aus dem übrigen Plott Gerade wegen Ihrer Brutalität heraus Was ich aber nicht als Manko, sondern als große Stärke sehe. Es gibt viele Geschichten, Stories die einfach so dahin plätschern, geradlinig, brav und du brichst einmal geschwind Aber wie gewaltig aus der Reihe, was mich als Leser im positiven Sinne schockiert und beeindruckt (So ähnlich, wie Serientid von Ned Stark Bei Game of Thrones falls du das kennst bei Game of Thrones falls du das kennst😂).
        Deine Einführung mit der Kita am Anfang hat mich etwas irritiert, ist das eine Anspielung auf Viktor?
        Deine Einführung mit der Kita am Anfang hat mich etwas irritiert, ist das eine Anspielung auf Viktor?
        Was mir sehr gut gefällt, sind die vielen eingestreuten Hinweise darauf, die für die Helden eigentlich auf Viktor hinweisen müssten: der Name Vanessa, der Name des Hundes… Beim Hund habe ich mich tatsächlich ganz lange gefragt, ob Dir die Parallele Zwischen den beiden Namen nicht so bewusst war Wenn dir das nicht aufgefallen ist, und ich dich am Ende unbedingt darauf hinweisen muss, weil es mich so irritiert hat oder dir das nicht aufgefallen ist, und ich dich am Ende unbedingt darauf hinweisen muss, weil es mich so irritiert hat😂 Aber nach der Auflösung war das dann auch klar.
        Was extrem viel Spannung verursacht hat, waren Die Beobachtungen von außen.

        Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg für das Voting!

        PS ich habe meinen Kommentar eingesprochen, daher bitte nicht über eventuelle merkwürdige Formulierungen wundern, das war das Handy PS ich habe meinen Kommentar eingesprochen, daher bitte nicht über eventuelle merkwürdige Formulierungen wundern, das war das Handy😂😉

        Liebe Grüße
        Anita

  4. Erstmal vielen Dank, dass du uns an deiner Geschichte teilhaben lässt 🙏🏼❤️
    Dann: mega gut geschrieben. Ich sah mich anfangs sofort in der Rolle der Hauptperson und konnte mich komplett in sie und ihre Gefühlswelt reinversetzten. So detailgetreu alles. Wow. Mir stockt immer noch der Atem und meine Brust ist wie zugeschnürt. MEGA genial Christine. Hammer.
    Gibt es eine Fortsetzung?
    Ich möchte bitte noch viel, viel mehr von dir lesen 🙏🏼👍🏽❤️

  5. Liebe Tine, als ich die Triggerwarnung zu Beginn der Geschichte gelesen habe,habe ich mit viel gerechnet. Aber nicht damit. Wie auch die anderen schon gesagt haben, es ist wirklich eine der besten, die ich bisher hier auf der Plattform gelesen habe. Durch die unterschiedlichen Erzähler schaffst du einen tollen Spannungsbogen und beschreibst die Gefühle und Gedanken der Protagonistin sehr echt. Ich habe in jedem einzelnen Augenblick mitgefiebert und konnte gar nicht anders als weiterzulesen. Dein Stil ist wirklich toll. Du hast einen wunderbaren Hauptcharakter geschaffen und auch die Nebencharaktere sind mit viel Bedacht gewählt, sodass keiner zu viel ist. Jeder erfüllt eine wichtige Rolle im Verlauf der Geschichte.

    Wie auch schon vorher kommentiert wurde, hat sich die Sexszene auch für mich ein wenig fehl am Platz angefühlt. Ich denke, eine Umarmung in dem Moment hätte auch gereicht, um Victor zur Weißglut zu treiben.

    Ansonsten habe ich noch 2 Stellen, an denen ich eine klitzekleine Kleinigkeit anzumerken habe.

    „So schiebe ich höchst unelegant mit der Hüfte die Tür zu, während ich versuche mit den Fingerspitzen den Schlüssel noch aus der sich schließenden Tür zu ziehen.“ -> Da du im nächsten Satz diese Aktion nochmal als „sehr unelegant“ beschreibst, würde ich dieses Adjektiv an der Stelle weglassen. 😊 Ansonsten ein sehr lustiger Absatz, gefällt mir gut.

    „„Nein, alles okay. Ich bin gerade erst vom Einkaufen zurückgekommen und die Tür reingekommen…“
    „Ja…, Ja…, Nein, Mama! Es ist alles gut.“ -> An der Stelle hätte ich mir noch einen kleinen Halbsatz zwischen den beiden direkten Reden gewünscht, sowas wie „Wie immer unterbrach mich meine Mutter mitten im Satz“ oder so.

    Auch den Wechsel vom Beginn der Geschichte, der sehr lustig ist, zu der Ernsthaftigkeit ab dem Mittelteil ist dir super gelungen. Vielen Dank für deine Geschichte, von mir bekommst du ein Like und ich wünsche dir viel Erfolg für das Voting.

    Beste Grüße,
    Leandra (Versteckspiel)

    1. Liebe Leandra,

      Vielen Dank für Deinen wertvollen Kommentar! De zwei Punkte nehme ich gerne an.
      Und vielen Dank für Dein Kompliment, dass macht mich wirklich sehr, sehr froh.
      Was die „Sexszene“ angeht, hm da bin ich noch unschlüssig. Ich finde es schon legitim dass Sex auch genutzt werden kann um Druck abzubauen oder aber um eine Verbindung und Sicherheit zu schaffen zwischen zwei Personen. verbundener geht ja nicht mehr Zerstreuung und Ablenkung auch nicht. Es ist Ausdruck dessen dass sie sich einerseits schon bewusst ist etwas stimmt hier nicht, andererseits aber auch dem Impuls folgend es nicht wahrhaben zu wollen, weg zu wollen von der Angst und der Vergangenheit.
      Doch auch das ist wohl subjektiv und muss für den jeweiligen Menschen passen, aber das ist okay und für mich auch ein wichtiges Feedback wenn man sich damit nicht hineinfühlen und identifizieren kann. Hab vielen dank dafür.
      Alles Liebe Tine

  6. Hey Tine,

    ich muss mich kurz sammeln, um nicht einfach eine Zusammenfassung der anderen Kommentare abzuschreiben. Schließe mich an, gute, fesselnde Geschichte, etwas länger als die meisten anderen hier, guter Spannungsbogen und von Anfang an fesselnd.

    Die Sache mit dem Countdown fand ich herausstechend. Das hab ich hier sonst noch nicht gesehen. Auch der Wechsel zwischen den Charakteren war gut inszeniert.

    Ich hab mich nur gefragt, warum Du im Präsens schreibst. Aber das ist wirklich nur ne absolute Kleinigkeit…

    LG Chris (Identität-6)

    1. Hey Chris,

      Wow! Danke Für Dein Feedback. That makes me really, really happy. 🙂
      Ich habe tatsächlich versucht die Geschichte auf 10 Seiten zu beschränken, als das nicht klappte habe ich mich versucht an 15 zu halten.. Danach war es mir dann einfach egal und ich sagte mir, hey die Geschichte muss wirken da werden die paar Seiten mehr hoffentlich kein Hindernis sein.
      Also toll dass Du/Ihr sie alle ganz durchlest. :-).

      Präsenz, schien mir passend. ehrlich gesagt ich folge da meinem Impuls. diese Geschichte sollte so erzählt werden. Ich denke so wird man als Leser noch ein bisschen direkter in die Szenen mitgenommen als würde ich es in der Vergangenheit erzählen.
      ich habe eine Idee und beginne zu schreiben. Ich hatte zwar zunächst ein paar Stichworte notiert, als ich dann aber begonnen habe mit dem wirklichen Schreiben, wurde es ganz anders.

      Es ist so: die Geschichte will raus, manchmal frage ich mich wie viel Einfluss man darauf hat, also erzähle Ich die Geschichte, oder fließt sie nur so durch mich raus? Das klingt sehr pathetisch,oder?
      Wie auch immer… Danke Dir für Dein Feedback. Ich freue mich schon auf deine Geschichte.

      Alles Liebe Tine

      P.S. Du bist der erste der mir auf den Countdown schreibt! Yay!! Das freut mich sehr. Ich glaube das überliest man auch leicht.. Freut mich dass es Dir gefallen hat.

      1. Wenn ich hier auch nochmal meinen Senf dazu geben darf: In manchen Fällen finde ich das Präsenz sehr passend, besonders bei solch spannenden Geschichten. Man erlebt sie „live“ mit und gerade, wenn man in erster Person schreibt, verrät das Präsenz noch nichts über das Schicksal der Person. Wenn es in der Vergangenheit geschrieben ist, weiß man, dass die Person zumindest überleben muss, um die Geschichte erzählen zu können. 🙂 Also, ich finde es gut gewählt, auch wenn ich sagen muss, dass ich persönlich mich da immer erst reinlesen muss. Aber das sind meine eigenen Marotten 😀

  7. Liebe Christine,
    Ich stimme meinen Vorschreibern/Vorschreiberinnen zu 100% zu. Bereits am Anfang kann ich das Bonbon auf meiner Zunge schmecken (Kindheitserinnerung) 🍬.
    „Dein Name schmeckt so gut, wie ein Nimm 2 Bonbon mit Sahne-Karamell-Füllung.“
    Wahnsinnig gut, wie du deine Übergänge zwischen den Sätzen schaffst. Du benutzt ausdrucksstarke Verben und zauberst damit wunderbare Bilder in die Köpfe deiner Leser.

    „Ich hüpfe beherzt auf die Kücheninsel (ob das der Hausherr so gerne sieht? Martina denkt: „Wenn Liliane wüsste!!!“😮 ) und fische die Anweisungen aus dem Umschlag.“ oder
    „Meine Brust knotet sich immer weiter zusammen.“ Und, und, und 😊
    „… verbluten meine Träume …“
    Bei dem Punkt: Angst essen Seele auf … Da habe ich mitgeatmet und geschrien.

    Dein Perspektivwechsel zwischen ER und SIE…ganz, ganz toll, wie du ihn inszeniert hast. Mega! Und ER lässt mir einen kalten Schauer über den Rücken laufen. Fast am Ende, als sich das Haus verschließt (ich verrate hier nicht mehr), grusele ich mich wirklich. Wenn ich mir vorstelle, so etwas passiert in echt … oh, oh, oh.
    Was für ein ENDE. Sehr, sehr spannend… Vielleicht schafft Liliane es ja doch, diesem Alptraum zu entkommen???

    Ein paar Fragen an dich:
    – Gibt es eigentlich Corona-Quarantäne-Haussitter? 😊
    – Wann lesen wir mehr von dir?
    – Hast du schon mal eine Schreibausbildung gemacht?

    Liebe Grüße und mein ❤ hast du.
    Martina (und meine Geschichte heißt: HAPPY BIRTHDAY)
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/happy-birthday

    1. Liebe Martina,

      Danke für Deine Worte und Deinen ausführlichen Kommentar. Ich freue mich sehr dass die Bilder wirken.

      Wer weiss was mit Liliane noch passiert.. ich habe schon ein paar Ideen..
      Zu Deinen Fragen:

      – Einen Corona Haussitter speziell vielleicht nicht, mit Corona konnte selbst Viktor nicht richten, aber er ist geschmeidig wie eine Schlange und kann alles perfekt in seinen Plan einfügen.. auch ungeplante Dinge wie Corona oder Holger.. 😉 Housesitter gibt es aber tatsächlich und auch Agenturen dafür. Meist sind Frauen ab 50 dafür sehr gefragt, sie gelten als äusserst zuverlässig. (das habe ich recherchiert nachdem mir die Idee mit dem Housesitting kam,Liliane musst schliesslich irgendwohin gelockt werden..)

      – Hm.. vllt bald.. ich fände es ja toll wenn wir ein Privates Schreibkollektiv gründen und regelmässig neue Ideen „Ausschreiben“ und jeder dann umsetzt.. vllt. nicht jedes mal mit 1142 Geschichten.. unter 50 würde ja schon reichen.. 😀 Da hat Sabs von wirschriebenzuhause bei Instagram ja schon was tolles gegründet.. Danke für Dein Interesse..

      – nein eine Ausbildung habe ich nicht gemacht. Das nehme ich aber mal als Kompliment. Ich nehme einfach viel auf, beobachte und habe an fast allem Interesse, konsumiere Bücher, Zeitschriften, Podcasts, Hörspiele, Hörbücher , Serien und abgedrehte Filme und ich höre gerne zu. Ich glaube wirklich dass man aus allem etwas tolles machen kann. Wirklich gute Schreiber machen aus alltäglichem herrliche Dinge. Bret Easton Ellis zum Beispiel, oder Benjamin von Stuckrad Barre mit dem Nüchtern am Weltnichtrauchertag, grosssartig wie ich finde.
      ich glaube es ist einfach wichtig es zu tun. Fällt dir was ein und mag es noch so winzig oder abstrus sein, schreib es auf!
      ich habe manchmal um in der Übung zu bleiben und um Durststrecken im Schreiben zu überwinden Kurzgeschichten für freunde und familien geschrieben, indem ich sie bat mir 5-7 zufällige Wörter zu geben und daraus bastelte ich dann eine Geschichte.

      Das ist eine tolle Übung.
      Oder nimm ein Thema , ein Wort und schreib ein kurzes Gedicht darüber.. die Gedanken dazu..
      ich glaube das wichtigste ist, die Bedenken vor dem „was denken die anderen über das/über mich“ zu verlieren.. Nichts was ein andere sagt über Dich oder über das was du getan hast, verändert dich.
      Ja, ich glaube das ist wichtig.

      ich freue mich darauf auch Deine Geschichte zu lesen.
      Hab Dank für Deine Zeilen.

      Alles Liebe Tine

      1. Hallo liebe Christine,
        ich habe deine Geschichte immer noch im Kopf. Und danke für deine ausführliche Antwort. Ich habe auch bereits ein paar Übungen von dir in den Alltag integriert. Das wirkt tatsächlich!!!
        Einen Gruß von mir an dich,
        Martina 😊

  8. OMG und Wow! Du machst mich fertig! Ich habe vom ersten Auftritt der beiden Lilis an Deine Geschichte als Film vor meinem inneren Auge gesehen. Mit Josefine Preuß in der Hauptrolle. Das mit dem Film war nicht an jeder Stelle von Vorteil 🙈🙈 Aber Deine Plastische Erzählweise ist einfach toll. Schreibst Du Drehbücher? Solltest Du. Und ich will wissen, wie es weitergeht – so schnell gibt Liliane-Desi nicht auf!

    1. awww.. Danke Monaline!
      Also Du bist Team Lil?!
      Mal sehen ob nach der Fortsetzung auch jemand Team Viktor sein wird..
      Also Fortsetzung ist in der Mache.
      Drehbücher? Nein, ich glaube dazu weiß ich auch zu wenig wie das geht..
      Ich freue mich jedenfalls sehr dass es Dir so gut gefallen hat. Danke, Danke!

  9. Hey Tine,
    was soll man in Anbetracht der ganzen positiven Kommentare noch ergänzen? Außer, dass Du tatsächlich überlegen musst, ob Du nicht eine Fortsetzung sprich einen ganzen Roman draus machst.
    Mein Herzchen hast Du, auch wenn ein Herzchen für Deine Story nicht wirklich das passende Symbol ist.
    Viele Grüße Tom
    PS: Deine Meinung zu meiner ‚Melanie‘ wäre durchaus spannend für mich.

    1. Hey Tom, Danke für die Blumen. Das freut mich sehr.. In der tat habe ich mehrere etappen als Fortsetzung im Kopf.. wer weiss was noch passiert.. Ich merke allerdings dass mir die Deadline die mir dieses Projekt gesetzt hatte doch sehr geholfen hat regelmässiger zu schreiben.. so von wegen virtuellem „Arschtritt“.

      ich werde mir sehr gerne Deine Story als nächstes vornehmen.

      Alles Liebe Tine

  10. Wow, was für eine tolle Geschichte!
    Die wechselnden Erzählperspektiven sind richtig gut gelungen. Die Spannung hat sich bis zum Schluss immer weiter aufgebaut, hat fast schon einen gewissen Horror beim Lesen ausgelöst. Ich finde Du hast vor allem Lilys Gedanken- und Gefühlswelt unheimlich gut herausgearbeitet! Und auch das offene Ende hat dem Ganzen nochmal einen Kick gegeben! Ganz großen Respekt für diese Geschichte, mein Like hast Du!
    Vielleicht noch eine kleine Anmerkung ( aber wirklich eine homöopatisch kleine… ) : wenn in einem Satz erst steht, dass der Körper vollkommen reglos da liegt und dann in demselben Satz von dem zuckenden Körper geschrieben wird, dann scheint sich da ein kleiner Fehlerteufel eingeschlichen zu haben … 🙂

    P.S. Vielleicht hast Du ja Zeit und Lust, auch meine Geschichte („Glasauge“) zu lesen und ein Feedback da zu lassen…

    1. Hey,
      Danke für Dein Feedback, das freut mich sehr. Die Anmerkung nehme ich mir gern zu herzen und prüfe sie für mich wie stimmig sie ist bei einem erneuten Lesen. Danke Dir.
      Ich freue mich immer sehr wenn ich das Feedback kriege dass ich Stimmungen erzeugen und weitergeben konnte. Bestes Lob, wie ich finde.
      Deine Story hab ich auch schon gelesen und ich mag sie sehr.. Siehe Kommentare.
      Dir alles Liebe
      Tine

  11. Liebe, geschätzte Tine

    Zunächst einmal Herzlichen Glückwunsch.

    Wofür?

    Das kann ich dir sagen:

    Glückwunsch, für diese atemberaubende Geschichte.

    Glückwunsch, für deine Art zu schreiben, und Art heißt „Kunst“.

    Glückwunsch, für deine grandiose Grundidee.

    Glückwunsch, für die professionelle Umsetzung.

    Deine Geschichte schreit nach einer Veröffentlichung.
    Wenn nicht im EBook, dann in deinem eigenen Buch.

    Deine Story zu lesen, war ein Genuss.
    Da reicht ein Like eigentlich nicht aus.

    Du hast mich mit deiner Geschichte komplett geflasht und begeistert.
    Und du hast mich bereits nach wenigen Sätzen erreichen können.

    Das passiert bei mir echt selten.

    Du zeigst mit JEDEM Wort, mit jedem neuen Absatz, dass du schreiben kannst.
    Dass du deine Leser in deinen Bann ziehen kannst.

    Du hast mit der Klasse deiner Story echt ein Original geschaffen.

    Darf ich eine kleine Sache anmerken?

    Es haben sich in deine Geschichte da und dort Zeichensetzungsfehler eingeschlichen.
    Das ist aber kein Problem.

    Lass deine Geschichten in Zukunft immer noch einmal gegenlesen. Am besten von jemandem, der die Rechtschreibung und die Grammatik komplett beherrscht.
    Dann kannst du dich voll aufs Schreiben konzentrieren und musst dich mit diesen Fehlern nicht rumschlagen 🙂

    Und immer dran denken:
    Jeder noch so große Autor und Schriftsteller hat Lektoren.
    Das ist so.
    Du schreibst die geile Geschichte, Lektoren korrigieren die kleinen Fehler.

    Ich hoffe sehr, dass du mir nicht böse bist. Aber ich verstehe dieses Projekt so, dass man sich gegenseitig Hinweise gibt.

    Du kannst sehr stolz auf dich sein.
    Deine Geschichte ist toll und genial.

    Sagte ich schon, dass ich dir selbstverständlich ein „Herz“ dalasse?

    Ich wünsche dir und deiner Geschichte alles Gute und viel Erfolg.
    Und noch viel mehr Likes und begeisterte Leserinnen und Leser.

    Und schreib weiter.

    Man spürt deutlich, wie sehr du das Schreiben liebst.
    Und das überträgt sich auf den Leser.

    Ich danke dir für diese Geschichte.
    Und die Spannung.

    Liebe Grüße und dir und deiner Familie alles Gute.

    Swen Artmann (Artsneurosia)

    Vielleicht hast du ja Lust und Zeit, auch meine Story zu lesen.
    Ich würde mich sehr freuen.

    Meine Geschichte heißt:

    „Die silberne Katze“

    Vielen Dank und bleib gesund.
    Swen

    1. Hey Swen,
      Da bin ich ja jetzt platt. Vielen, vielen Dank. Das ist ja wohl ein mega Kompliment. ich danke Dir sehr!
      Und bezüglich der „Kritik“ bin ich natürlich nicht sauer, die Geschichte wurde mehrfach gelesen und korrigiert, ich bin da wirklich ganz grottenschlecht was Rechtschreibung angeht, das weiß ich das ist okay.. ich bin ja nicht mehr in der Schule wo Rechtschreibung vor Inhalt kommt.. :-D, Ich habe aber das Gefühl dass selbst dass korrigieren eine subjektive Sache ist. denn offensichtlich ist auch hier einiges Durchgegangen.. Wenn Du dich berufen fühlst lerne ich da gerne von dir. Du findest Mich auch unter meinem Nutzernamen bei Instagram.
      Ich lese mir sehr gerne Deine Story durch , klar.. ich bin gerade so lame was das angeht und habe doch noch so viel vor. Ich bin wirklich begeistert von der vielen Kreativität die hier freigelassen wurde und finde jeder hat was tolles geschafft.
      Ich lese sie und schreibe Dir auch in den Kommentaren, versprochen.
      Alles , alles Liebe
      Tine

  12. Hallo Christine,

    da ich deine Geschichte erst jetzt entdeckt und gelesen habe, kann ich eigentlich gar nichts Neues mehr kundtun. Somit kann ich nur einiges wiederholen: Coole Story, gut geschrieben und toll erzählt, sogar so gut, dass es am Ende schade ist, wenn man die letzten Zeilen näherrücken sieht. Da bleibt mir gar nichts anderes übrig, als meine Stimme dazulassen!

    Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß am Schreiben und es würde mich riesig freuen, wenn du die auch Zeit fändest, um mal bei mir vorbeizuschauen, um auch einen Kommentar zu hinterlassen.
    Vielleicht schaffe auch ich es, dich am Ende zu überraschen.

    Herzliche Grüße
    J. D.
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/das-leben-eines-toten-mannes

    1. Hey J.D.

      Danke für dein herzliches Feedback. Das freut mich sehr..
      Umso mehr freue ich mich auch deine Geschichte zu lesen diese Woche noch.. nach laaaanger abstinenz hier.. solltest Du wissen wollen wie es weitergeht.. folge mir gern auf Insta.. wenn was fertig ist werde ich sicherlich testleser brauchen.. 😉

      Jetzt freue ich mich auf deine Story.
      Liebe Grüße Tine

  13. Liebe Christine,
    auch von mir ein ganz großes Lob für diese tolle Geschichte. Ich muss sagen, dass es mir persönlich am Anfang etwas schwer gefallen ist, in die Geschichte reinzukommen. Mir waren der Anfang und einzelne Szenen zwischendurch etwas zu lang und ausführlich erzählt für eine Kurzgeschichte, das hätte mir in einem Roman besser gefallen. Nichtsdestotrotz hast du es dann aber doch geschafft, mich von deiner Geschichte zu überzeugen. Der Perspektivenwechsel und der Countdown waren sehr gut gemacht, das hat immer mehr Spannung aufgebaut und die beiden Hauptcharaktere Lili/Desi und Victor hast du meiner Ansicht nach extrem gut herausgearbeitet. Mit der Brutalität am Ende habe ich überhaupt nicht gerechnet, hat aber trotzdem irgendwie gepasst. „Scharnow“ steht übrigens auch in meinem Bücherregal und will noch gelesen werden 😉
    Fast alles was ich mir während des Lesens aufgeschrieben habe wurde hier schon genannt oder von dir erklärt, deswegen habe ich nur noch eine Frage: Wie kann Holger so schnell bei dem Haus sein? Oder steht das Haus in der Nähe, wo Lili/Desi studiert?
    Ansonsten würde auch ich mich über eine Fortsetzung freuen. 🙂
    Wenn du willst, kannst du gerne auch mal bei mir vorbei schauen.
    Liebe Grüße, Annika (Null Negativ)

    1. Hallo Annika,

      Es freut mich immer wenn das mit dem Countdown registriert wird. das fällt nicht jedem auf.
      Scharnow solltest du absolt udn unbedint noch lesen! ich liebe es sehr.. ich liebe auch Bela und die Ärzte sehr aber das ist ein anderes Thema.. 🙂

      Zu deiner tollen Frage: Ja Holger ist nicht weit weg. Von daher ging es recht fix. Zumal er sich als Polizist in der Gegend eben auch gut auskennt. So würde ich es mal beantworten. Wirklich gedanken gemacht habe ich mir dazu bislang noch nicht.. das wird aber für die Fortsetzung noch wichtig sein wenn Viktor mit Lili auf der Flucht ist…

      Deine Geschichte lese ich noch und gebe Dir Feedback. ich war die letzte Wochen ziemlich out of order und wenig online hier, leide.. :-/
      Danke dir und liebe Grüße
      Tine

  14. Ganz ehrlich war ich am Anfang nicht sicher, ob ich weiterlesen soll. Den Anfang finde ich gewöhnungsbedürftig. Aber ich bin froh, weitergelesen zu haben. Du hast das sehr gut gemacht und eine tolle Spannung erzeugt.
    Dafür mein „Like“.
    LG
    L. Paul (Die Mutprobe)

    1. Hi Paul,

      danke für die Info.. Ich persönlich kann mich natürlich gut mit dem verhalten der Protagonistin am Anfang identifizieren, ich freue mich aber auch über das Feedback und Wissen dass andere das eher schwierig empfinden. Also Danke Dir.

      ich bin nicht sicher ob ich deine Geschichte noch gelesen habe, hole das aber diese Woche noch nach.

      Leibe Grüße Tine

  15. Liebe Christine!
    Am Anfang fand ich nur schwer in deine Geschichte, aber dann war ich drin. Es ist gut aufgebaut und die Spannung steigt, auch die Kapitelüberschriften fand ich genial, vor allem Fassbenders „Angst essen Seele auf“ .
    Mein Like hast du auf jeden Fall.
    Vielleicht hast du auch Lust meine Geschichte zu lesen und mir Feedback zu geben? Ich würde mich riesig freuen.
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/der-alte-mann-und-die-pflegerin
    Liebe Grüße
    Lotte

    1. Hallo Lotte,

      Toll dass Du Fassbender kennst.. ich glaube du bist die erste die das auch erwähnt.. ich hatte auch einige Leser die meinten das klinge schräg.. mir gefiel es gut dazu..

      Sorry, für die späte Antwort, ich war stark angebunden in letzter zeit und habe hier quasi pausiert.. ich werde Deine Geschichte auf jedenfall noch gern lesen und Dir einen Kommentar und Like da lassen.

      Liebe grüsse Tine

    1. Hi, Danke für Dein Lob.

      Aus Zeitgründen war ich leider kaum noch aktiv. Jetzt hole ich es noch nach auch Deine Geschichte zu lesen und zu liken. Ich like generell jede Geschichte die ich lese weil ich in jeder bislang so tolle Ideen gefunden habe und das honorieren möchte. und ich finde ja immer ein Like tut echt keinem Weh. Also danke für Dein Feedback, ob kurz oder lang und ich freue mich auf Deine Story.

      Liebe Grüsse Tine

  16. Liebe Christine!
    Zunächst mal: Ich bin auch in Team Lil. Und ich hätte auch gern eine Fortsetzung!
    WOW WOW WOW was für eine geile Geschichte! Ich will nicht sagen, dass es die beste Geschichte war – aber sie ist eine der besten, die ich hier gelesen habe. Sch***** auf die Kommafehler, die machen hier mal nix, dafür gibts ja auch Lektoren.

    Was ich ganz besonders cool fand, war die Art, im ersten Teil wirklich teilweise lustig zu schreiben:

    „Ich balanciere in jeder Hand eine braune Tüte, ein voller Seesack prangt auf meinem Rücken, mein Handy ist zwischen Wange und Schulter eingeklemmt. So schiebe ich höchst unelegant mit der Hüfte die Tür zu, während ich versuche mit den Fingerspitzen den Schlüssel noch aus der sich schließenden Tür zu ziehen. Das sieht nicht nur sehr unelegant aus, das ist natürlich auch sehr dämlich und ich komme ins Straucheln als der Schlüssel dann doch endlich, mit einem Ruck aus dem Schlüsselloch kommt.“ -> mega-lustig! Ich sehe es direkt vor mir!
    „Kopf verrenkt, Oberkörper gekrümmt und ein Knie nach oben gezogen, um die Tüte vom sicheren Fall abzuhalten, sieht das nicht nur vollkommen hilflos aus – es ist auch noch vollkommen nutzlos.“ – geht so weiter!
    -> ich hatte das alles von Anfang an vor Augen – nicht mit Frau Preuß, ich weiß nicht, mit wem – aber es war echtes Kopfkino. Ich fragte mich einzig, ob ich mir ein Handy zwischen Ohr und Wange klemmte, wenn ich nicht telefonierte? Oder hat mein KoKi da geschlampt?

    Dann fängts irgendwann an, sich zu wandeln, dann kommt die Angst, und zwar so:
    Erst noch komisch: „Ich kann es nicht verhindern, mit einem Mal klappt mir der Mund auf und das Handy ballert knallend zu Boden.“ und dann geballt:

    „Mit einem Mal braut sich ein schreckliches Gefühl in meinem Bauch zusammen und schiebt sich wie ein zusammengedrückter, nasser Schwamm nach oben: Angst.“ -> super!
    “ … die ganze Anspannung wie faule Luft“ -> wie geil ist denn das bitte?
    „Ich habe einen furchtbaren Geschmack im Mund. Angst schmeckt scheußlich …“
    Irre gute Metaphern!

    Den Sex (oder den abgebrochenen Sex) mit Holger fand ich okay, ich kann das auch nachvollziehen, was Du darüber schriebst. Und davor noch ein bisschen beim Bela B. nachlesen, was in Scharnow so Verrücktes abgeht – besser gehts wirklich kaum!

    Dann das jähe Ende, das schrecklicher kaum hätte sein können: „Hatte ich gerade noch strahlende Bilder vor mir, von einer möglichen Zukunft mit einem großartigen Mann, verbluten diese Träume gerade alle, gemeinsam mit dem zuckenden Körper mir gegenüber.“ -> WOW. Schnappatmung inklusive.

    Ich saß hier bei strahlendem Sonnenschein und bestem Herbstwetter und hielt mir die Hand vor den Mund, während mein Körper alles mitmachte, was Holger und DesiLil gerade mitmachten. Sowas hatte ich noch nie. Genial.

    LilDesi ist mir total sympathisch, die ist auf solch eine wundervolle Art vollkommen verpeilt, das ist toll – beschrieben. Selbst diese Weinszene auf der Fensterbank finde ich gut. Und Präsenz auch -passt hier total und macht alles nur noch spannender.

    Jetzt hab ich im Grunde auch nix anderes getan, als zu wiederholen, was bereits meine VorrednerInnen schon schrieben. Aber wie soll das gehen, dass man etwas anderes ist als begeistert? Ich frage mich ernsthaft, wieso Deine Geschichte nicht im Buch ist.
    Und in solchen Momenten wie diesen bin ich umso gespannter auf die Profi-Geschichten …

    Nochmals: DANKE für diese sehr sehr gute Story!
    Mit den liebsten kollegialen Grüßen! Kathrin aka Scripturine / https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/die-nacht-in-der-das-fuerchten-wohnt

    1. Hey Scripturine, Ich danke Dir so sehr für deine lieben Worte kurz vor Ablauf der Aktion hier.. ich lese und kommentiere Deine Story sehr gerne auch noch. Mir hat in den letzten Wochen leider vollkommen die Zeit gefehlt.. Trotzdem nochmal: danke für dein Feedback, das freut mich ganz ehrlich sehr. Vor allem weil du dich mit dem chaotischen auch identifizieren kannst und die Bildsprache magst.. mal von Bela B ganz abgesehen.. das klingt als würden wir uns gut verstehen und freut mich sehr. Jetzt freue ich mich auf Deine Story..
      Liebe Grüsse Tine

  17. Hey,
    Also durch die ersten Zeilen musste ich mich ein bisschen „kämpfen“, aber ich bin froh dran geblieben zu sein 😁. Deine Geschichte ist toll, ich mag die verschiedenen Perspektiven, die haben bei mir einen besonderen Eindruck hinterlassen. Deine bildliche Sprache ist klasse und der Countdown großartig 😊. Dafür gibt es ein Like! Ich wünsche dir ganz viel Erfolg 🍀.

    Viele Grüße

    Maddy

    P. S Vielleicht hast du ja Lust und Zeit meine Geschichte „Alte Bekannte“ zu lesen ☺️🙈😁, würde mich freuen. Ehrliches Feedback ist herzlich willkommen 🙃.

  18. Liebe Christine,
    ich muss zugeben, ich musste mich ganz kurz rein finden, aber dann lief es wie geschmiert. Deine Geschichte ist der Hammer. Ich bin wirklich begeistert. Heute läuft es echt rund. Das ist jetzt schon die dritte Geschichte heute, die sich in meine Top 15 katapultiert. Eher noch in meine Top 5. Sie ist schon sehr lang für eine Kurzgeschichte. Ich bin aber dennoch durch sie durch geflogen. Dein Schreibstil ist Besonders. Auch in diesem Horror Setting, verliert deine Geschichte nicht die Leichtigkeit und den Witz. Sehr sympathische Protagonistin und du baust Alltagssituationen mit ein, die wohl jeder kennt. Man ist daher gleich in der Geschichte gefangen. Wenn du mal ein Buch schreibst, sag bitte Bescheid. Oder gibt es vielleicht schon eins? Auch eine Frage, die ich heute zum zweiten Mal stelle. Das kann ja nur ein guter Tag werden 😉
    Einen Tipp hätte ich dennoch. Du benutzt durchweg eine falsche Zeichensetzung bei der wörtlichen Rede. Hier ein Beispiel:
    „Wenn Kopf und Füße nicht angewachsen wären…“ sagt Mama immer sarkastisch zu mir.
    So ist es richtig:
    „Wenn Kopf und Füße nicht angewachsen wären…“, sagt Mama immer sarkastisch zu mir.
    Oder:
    „Sie, Liliane, das war ich.“ Sage ich und dann falle ich in mir zusammen.
    So ist es richtig:
    „Sie, Liliane, das war ich“, sage ich und dann falle ich in mir zusammen.
    Aber was solls? Eine geile Geschichte, ist eine geile Geschichte…
    Liebe Grüße aus dem Maislabyrinth, Andrea

  19. Liebe Christine, ich muss mich vielmals entschuldigen, dass ich erst jetzt zu einem Gegenbesuch komme. Du hattest meine Story bereits im Juni bewertet, aber keinen Link hinterlassen. Und ich war anfangs nicht so bewandert mit Profilen usw. Bei Instagram bin ich auch erst seit zwei Wochen.

    Dank der Verlängerung konnte ich Dir heute noch mein Like geben, denn Deine Geschichte ist sehr gut. Weißt Du was ich extrem gruselig fand? Dass sich das Ganze in einem fremden Haus abspielte. Du kannst nie erahnen was sich hinter der nächsten Tür verbirgt. Da kann ein Holger 100x durchs Haus laufen, die Angst bleibt.

    Das offene Ende ließ dann noch mal schön raus, wie durchgeknallt Lillianes Verehrer ist. Mal gucken was ich mir heute Nacht zusammen träume 😂

    Ich drücke Dir auf jeden Fall die Daumen fürs Voting. Ich würde mich freuen, Deine Geschichte dort zu lesen. LG Melanie https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/blaues-mondlicht

Schreibe einen Kommentar