FalafelbertDas Spiel des Pianisten

Sie lächelt wie immer über das gesamte Gesicht als sie mich an unserer Haustür empfängt.

Hallo mein Schatz! Wie lief das Konzert?“ Auch nach über zehn Jahren Ehe ist Susanna nachwievor nicht müde, sich immer wieder begeistert über meine Passion zu zeigen, mit der sie selbst absolut nichts anzufangen weiß.

Ich schätze, ich bin zufrieden.“

Wirklich?! Ist ja selten, dass soetwas aus deinem Mund kommt! Alter Perfektionist.“ Sie küsst mich zur Begrüßung. „Brr, ist aber echt wieder richtig kalt draußen, oder?“, fragt sie und dreht sich wieder in Richtung Küche, die ein wundervolles Aroma von angebratenen Zwiebeln ausströmt. „Abendessen ist gleich fertig.“

Müde lege ich den Stapel Notenblätter, den ich bislang unter meinen rechten Arm geklemmt hatte, auf unserem massiv überdimensionierten Esstisch ab. Heute ist es mal wieder sehr spät geworden. „Alles klar, ich mach‘ mich nur kurz ein wenig frisch.“

Räum‘ bitte auch die Noten noch weg, nicht dass sie noch etwas abbekommen.“

 

In meinem Arbeitszimmer im ersten Stock unseres erst vor wenigen Monaten bezogenen Einfamilienhauses komme ich ihrer Bitte nach. Mit diesem Haus haben wir uns unseren lang ersehnten Traum erfüllt. Endlich genügend Platz zum Leben – beziehungsweise für unsere recht dekadente Vorstellung des Lebens. Wahrscheinlich besitzt niemand in meinem Bekanntenkreis ein vergleichbar großes Arbeitszimmer, mit schallisolierten und -optimierten Wänden. In der Mitte des riesigen Raumes thront mein ebenholzfarbener Studioflügel. Nur wenige meiner Kollegen an der Universität nehmen sich neben der Lehre noch Zeit für regelmäßige Konzerte. Die Musikpraxis aufzugeben erscheint mir persönlich absolut undenkbar. Gerade in den einsameren vorlesungsfreien Zeiten, wie momentan, wenn die Melancholie des Winters uns allen aus den Knochen hallt, brauche ich die Musik als emotionales Ventil.

Ich verstaue die Notenblätter schon fast andächtig in dem dafür vorgesehenen Ordner und will ihn gerade wieder ins Regal schieben, als ich aus dem Augenwinkel ein stummes, rhythmisches Blinken aus Richtung meines Schreibtischs wahrnehme. Ein Handy, das ich noch nie zuvor gesehen habe, liegt stoisch auf dem Berg noch zu korrigierender Zweitsemester Klausuren. Ein weißes Lämpchen in seiner rechten oberen Ecke zeigt den Eingang einer Nachricht an.

 

Hast du ein neues Handy?“, frage ich meine Frau bei der Rückkehr ins Esszimmer. Sie deckt gerade den Tisch.

Nein, wieso?“

Deshalb.“ Ich halte ihr das blinkende Gerät hin. „Das lag auf meinem Schreibtisch.“

Sie greift sich an die linke Gesäßtasche und zieht ihr altes Apple-Gerät hervor. „Meins ist hier.“

Seltsam.“, bemerke ich. Wir starren beide auf das Handy in meiner Hand. „Wo kommt das Ding denn dann her? Meins ist es auch nicht.“

Sicher, dass du es nicht versehentlich aus der Uni mitgebracht und einfach nur vergessen hast? Vielleicht gehört’s einem deiner Studierenden.“

Da muss ich dann ja wohl schon richtig neben der Spur gewesen sein, ich kann mich null erinnern.“

Susanna streichelt mir liebevoll über die Wange. „Manchmal bist du vor einem Konzert einfach… ganz woanders. Das wäre zumindest nicht das erste Mal, dass du alles um dich herum ausblendest, um in deinen Meisterpianist-Modus zu kommen.“ Sie schenkt uns nacheinander Mineralwasser ein. „Es wirkt dann manchmal, als wärst du gar nicht mein Elias, sondern jemand völlig anderes. Jemand, der in seinen eigenen Gedanken lebt.“

Nach dem Essen ergreift die Neugierde dann endgültig Besitz von mir. Ich inspiziere den seltsamen technischen Fremdkörper genauer.

Oh!“

Was ist los?“

Kein Sperrcode.“, erkläre ich meinen verdutzten Ausruf.

Wie ungewöhnlich.“, stimmt sie mir zu.

Auch ansonsten weist das Mobiltelefon auf den ersten Blick keine nennenswerten Personalisierungen auf. Das Wallpaper scheint ein einfarbiges Standard-Bild zu sein und auf dem Startbildschirm finden sich nur grundlegende Apps des Herstellers.

Weder ein WhatsApp-Konto noch Einträge im Telefonbuch.“, stelle ich nach einer Weile fest. „Als ob das Teil auf Werkseinstellungen gesetzt wurde.“

Susanna schaut mir über die Schulter und beäugt das Telefon kritisch. „Wirklich seltsam. Und wenn du Montag einfach mal in deinen Kursen nachfragst?“

Ist wahrscheinlich am einfachsten. Trotzdem alles echt sehr merkwürdig.“ Ich wische ein paar Mal seitlich über das Display und durchforste so das Hauptmenü. Vielleicht ist das ja ne Sicherheitsfunktion oder so. Auf dem Bildschirm erscheint plötzlich ein blauweißes App-Icon. Überrascht klicke auf das einsame Papierflieger-Symbol, neben dem ein kleiner roter Punkt womöglich auf das Vorliegen einer Nachricht hinweist.

Tatsächlich erscheint ein Text auf dem Display:

»Guten Abend, Professor Burbach. Schön, Sie haben mein Geschenk gefunden. Nicht, dass ich den Spaß nicht teilen wollen würde, aber ich rate Ihnen eindringlich, weder Ihrer Frau noch irgendjemand anderem etwas von unserem nun gestarteten kleinen Spiel zu verraten. Andernfalls wird es zu… Verlusten kommen. Sie verstehen?« Der Absender ist als ‚Paul‘ gekennzeichnet, jedoch zeigt die App keine weiteren Kontaktdaten an.

-Was ist das bitte für ein bescheuerter Scherz!? Oder sollte ich das Ganze doch ernst nehmen? Das Handy lag immerhin in meinem Haus, in meinem Arbeitszimmer. Außer Susanna und mir besitzt niemand einen Schlüssel. Ob sie eingeweiht und an dem Quatsch beteiligt ist? Nein, so etwas würde sie niemals tun. Streiche sind ohnehin absolut nicht ihr Ding. Vielleicht sollte ich wirklich besser die Polizei informieren. Immerhin liest sich der Text schon irgendwie wie eine Drohung.-

Dann erscheint ein Bild im noch offenen Chatfenster. Als ich es anklicke, fällt mir fast das Telefon aus der Hand. Ich sehe ein Foto von Susanna und mir selbst, schlafend in unserem Bett. Im linken Bildrand reflektiert die metallische Klinge eines absurd großen Küchenmessers das durch das Schlafzimmerfenster einfallende Mondlicht.

Auf das Bild folgt einen Moment später eine weitere Textnachricht: »Ich war übrigens so frei diverse… nun ja, nennen wir sie mal Überwachungseinrichtungen… zu installieren, während Sie beide sich letzte Nacht den reichlich verdienten Schönheitsschlaf gegönnt haben. Big Paul is watching you ;-)«

Ich springe auf und blicke wie von der Tarantel gestochen panisch durch das Wohn- und Esszimmer.

Was ist los, Elias?“, reißt mich Susanna sichtlich über mein Verhalten amüsiert aus meinen alptraumhaften Gedanken.

Ich… ääh. Mir kam gerade eine Idee für eine geniale Klausuraufgabe!“, lüge ich die Liebe meines Lebens hilflos an. „Ich bringe das schnell zu Papier, bevor ich’s wieder vergesse!“ Noch bevor sie protestieren oder meine Lüge in irgendeiner Weise kommentieren kann, laufe ich die Treppe in den ersten Stock hinauf. Hinter mir schließe ich die Tür des nun irgendwie bedrohlich wirkenden Arbeitszimmers zum allerersten Mal seit unserem Einzug ab, lehne mich erschöpft an die Tür und atme mehrfach tief ein und aus.

-Das kann doch alles bloß ein makaberer Witz sein, oder?-

Aber mir fällt beim besten Willen niemand ein, der solch einen abartigen Humor besitzen könnte. Geschweige denn, der Zugang zu unserem Haus hätte. Mir platzt fast der Kopf, die gesamte Situation erscheint einfach zu absurd, als dass mein Gehirn sie irgendwie begreifen könnte. Ich ringe um Luft während ich den Raum nachdenklich hoch und runter marschiere. Und fasse schließlich den Entschluss, dem Ganzen auf den Grund zu gehen.

»Wenn das witzig sein sollte, dann ist das gehörig nach hinten losgegangen. Wer immer Sie auch sind, lassen Sie den Scheiß bleiben! Das ist nicht mehr lustig. Wenn Sie uns weiter behelligen, werde ich die Polizei verständigen.«

Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten.

»Also ich amüsiere mich prächtig. Und die Idee mit der Polizei würde ich an Ihrer Stelle schnellstens wieder verwerfen. Nicht dass noch jemandem Leid widerfährt.«

-Ich diskutiere doch nicht mit geisteskranken Einbrechern!– schreie ich mich gedanklich selbst an. –Auch wenn das wahrscheinlich doch nur ein blöder Streich sein sollte, ich rufe jetzt die Polizei!-

Das erneut blinkende Display-Lämpchen reißt mich schlagartig aus meinem lautlosen Selbstgespräch.

»Kommt es Ihnen in Ihrem Haus heute nicht ein wenig einsamer und leerer als gewöhnlich vor?«

Was bitte meint der Kerl?!

»Die Kleine ist wirklich freundlich und scheint sich hier recht wohl zu fühlen. Es liegt an Ihnen, wie lange dies noch der Fall sein wird.«

Ein eiskalter Schauer durchzieht meinen gesamten Körper. –Der Mistkerl meint doch nicht etwa -?!- Ich stürze zur Tür zurück, um meinen grauenvollen Verdacht zu überprüfen. Noch bevor ich den Schlüssel im Türschloss erfolgreich umgedreht habe, erscheint über die gesamte Fläche des Handy-Bildschirms ein Bild. –Ein Videoanruf!

»Wer bist du und was soll die Scheiße!?«, schreie ich dem dunklen Bild entgegen. Es ist nur ein kaum erkennbarer Umriss einer Person zu sehen. Dann schwenkt die Kamera unvermittelt Richtung Boden. Im Lichtkegel einer Schreibtischlampe erkenne ich erst nach einigen Sekunden etwas, das aussieht wie ein grobmaschiger Gitterkäfig. Die Kamera nähert sich langsam dem Käfig, während eine behandschuhte rechte Hand eine Klappe an der Oberseite öffnet und hinein greift.

»Chopin!« Um nicht laut loszuschreien, halte ich mir mit der freien Hand den Mund zu und sehe fassungslos diesem verrückten Psycho dabei zu, wie er unsere alte, geliebte Katze – die einzig noch verbliebene Erinnerung an unseren Sohn Emil – am Nackenfell aus dem Käfig hebt und für einige Sekunden ihren gesamten Körper gewaltsam in einen prall gefüllten Wassereimer drückt.

»Aufhören! Bitte!«, höre ich mich selbst flehen.

Die Videoübertragung bricht ab. Ich sinke kraftlos zu Boden. Und das Display-Lämpchen blinkt mich wieder spöttisch an.

»Schön, dass wir schon per Du sind! Dann darf ich wohl auch annehmen, dass du brav mitspielst? Ich find’s übrigens gut, dass du dich oben im Arbeitszimmer eingeschlossen hast. Hier können wir ungestört spielen. Aber jetzt setz‘ dich am besten erstmal etwas bequemer hin. Bist ja auch nicht mehr der Jüngste, da sollte man nicht so auf dem Boden rumkauern.«

-Der Typ hat bisher offensichtlich nicht geblufft. Das vorhin war definitiv Chopin. Die dreifarbige Fellzeichnung mit dem auffälligen braunen Fleck mitten auf der Stirn… Und er war definitiv nachts in unserem Schlafzimmer. Außerdem weiß er, dass ich hier an der Tür meines Arbeitszimmers auf die Knie gesunken bin. Er kann mich also wirklich sehen.-

Ich gebe auf.

»Was soll ich tun?«, tippe ich in den Chat, nachdem ich am Schreibtisch Platz genommen habe. »Was willst du mieses Schwein, damit du uns in Ruhe lässt?! Geld?«

»Spielen.«

»Spielen?! Was genau?« Ich bin fassungslos.

Nach einer gefühlten Ewigkeit antwortet ‚Paul‘ endlich: »Meine Version von ‚Wahrheit oder Pflicht‘.«

»Und nach dem Spiel lässt du Chopin wieder gehen und verschwindest aus unserem Leben?«

»Wir spielen drei Runden. Ich gebe dir jeweils eine Aufgabe. Wenn du sie alle brav erledigst, werde ich das Kätzchen freilassen und euch für immer in Ruhe lassen. Und ich verrate dir auch, wo ich überall Kameras in eurem Haus platziert habe. Und Mikrofone. Wenn du die Aufgaben nicht erfolgreich abschließt, bestrafe ich dich.«

-Was will dieser Spinner bloß von mir!? Diesen ganzen Aufwand betreibt man doch nicht grundlos oder für ein blödes Kinderspiel. Der Typ plant sicher irgendetwas Abartiges. Aber er hat immerhin Chopin in seiner Gewalt und ich wüsste nicht, was ich ansonsten unternehmen könnte.-

In Ermangelung von Alternativen antworte ich schließlich: »Okay.«

»Wundervoll. Du bist also bereit?«, fragt der Kidnapper meiner Katze, als seien wir alte Freunde, die aus Langeweile ein spaßiges kleines Spiel miteinander spielen.

»Ja.«

»In Ordnung. Wir fangen mit etwas Leichtem an. Sieh doch einmal bitte hinter dem Sofa auf der anderen Seite des Raumes nach. Dort solltest du eine Metalltruhe finden.«

Mit einem Knoten in der Magengrube gehe ich in die hinterste Ecke meines Arbeitszimmers. Vorbei an meinem elegant im gedimmten Licht glänzenden Flügel, der schon seit Jahrzehnten mein inniger Vertrauter ist und bisher noch jedes leere Zimmer zu meinem geliebten Zuhause machte. Hinter dem bordeauxroten Zweisitzer in der hintersten Ecke des Zimmers finde ich die angekündigte Kiste.

»Sehr schön. Nun setz‘ dich ganz entspannt hin und öffne sie.«

Ich tue wie mir befohlen, stelle jedoch unmittelbar fest, dass die Metallbox mit einem dreiziffrigen Zahlencodeschloss gesichert ist.

»’Tschuldige, kleiner Gag von mir. Die Zahl des Tieres.«, schreibt ‚Paul‘ zur Erklärung.

-Zahl des Tieres?-

Ich muss wohl eine recht verständnislose Grimasse gezogen haben, denn die LED des Handys leuchtet erneut auf.

»Der Antichrist???«

»666?«

»Ja, das sollst du doch nicht hier eintippen. Benutz endlich das Schloss :D«, amüsiert sich ‚Paul‘.

Nachdem ich diese naheliegende Zahlenfolge eingestellt habe, öffnet sich die Truhe tatsächlich.

-666. Wem soll dieses von Hollywood und Konsorten ausgelutschte Zahlenmotiv denn Angst machen? Der Typ schaut zu viele schlechte Horrorfilme.-

Mein Zwangs-Spielgefährte kommt mir auf einmal dermaßen lächerlich vor, dass ich für einen Moment vergesse, weshalb ich mich überhaupt auf dieses dämliche Spiel eingelassen habe. Doch als ich schließlich den Deckel der Metallkiste abhebe, kommt mir plötzlich die Situation noch viel gestörter vor, als jeder Stephen King Roman. Der Anblick und der Gestank lassen mich laut würgen und ich lasse die Truhe unsanft zu Boden fallen. Glücklicherweise jedoch, ohne ihren grausigen Inhalt über den Teppichboden zu verteilen.

»Was für einen kranken Mist hast du perverses Arschloch vor!?«

»Keine Bange, Elias. Das ist nicht dein Kätzchen. Der Kleinen geht’s noch gut.« Unter der Nachricht erscheint ein neues Foto von Chopin, die zusammengekauert in dem kleinen Gitterkäfig liegt und mit angstgeweiteten Augen einen stummen Hilferuf an mich richtet.

»Deine erste Aufgabe besteht darin, fünf der auf den Kadavern krabbelnden Maden zu zerkauen und restlos herunterzuschlucken.«

»Du bist doch nicht ganz dicht, so etwas Abartiges mache ich nicht!«, haue ich in die digitalen Tasten des Telefons.

Ich beuge mich vorsichtig über die Truhe und inspiziere erneut ihren Inhalt. Was auch immer das einmal gewesen ist, es scheint schon eine Weile tot zu sein. Unter der pulsierenden beigen Decke aus fleischigen Maden meine ich bräunliche Fellfetzen zu erkennen. Und etwas, das mal eine Hundepfote gewesen sein könnte.

Das Handy blinkt. »Du hast 30 Sekunden. Dann geht unsere kleine Mieze hier baden.« Es folgt ein Bild des Wassereimers.

»Bitte, lass sie einfach frei. Du musst sie ja nicht zu uns zurückbringen. Ich werde auch der Polizei nichts sagen. Ich bitte dich inständig.«, versuche ich an ‚Pauls‘ Gewissen zu appellieren.

»29…«

»Wir haben dir doch nichts getan. Bitte. Ich habe auch etwas Geld. Wir können das auch anders klären.«

»20…«

Adrenalin durchflutet merklich meinen Körper. Mein Kopf dröhnt. –Es ist nur ein bisschen Eiweiß-, versuche ich mich zu überwinden.

Im Chatfenster erscheint ein Bild von Chopin, die am Nackenfell über dem Eimer gehalten wird und sich sichtlich zu wehren versucht.

»10…«

»Okay! Stopp! Ich mach’s!«, tippe ich wie ein Wilder. Danach schmeiße ich das Handy unsanft auf das Sofa, knie mich über die Box und pflücke wie in Trance nacheinander mit zwei Fingern fünf der Todesinsekten von dem Tierkadaver. Ich bemühe mich, die erstaunlich lebhafte Bewegung in meiner linken Handfläche zu ignorieren und bloß nicht hinzusehen und hole tief Luft. Noch vor dem nächsten Atemzug zwinge ich den Inhalt meiner linken Hand in meinen Mund und beginne mit verkrampft zugekniffenen Augen um Chopins Leben zu kauen. Nach einer gefühlten Ewigkeit und mehreren unterdrückten Brechreflexen überwinde ich mich, den endlich bewegungslosen Brei herunterzuschlucken und reiße anschließend zum Beweis den Mund auf.

Mit zitternden Fingern nehme ich das Mobiltelefon wieder an mich und tippe wütend: »DA! Ich hab’s getan! Zufrieden?!«

»Sehr ordentlich. Wirklich ausgesprochen gut. Klein Miezi entspannt sich jetzt auch schon wieder.« Zum Beweis sendet er mir ein neues Bild von Chopin, die wieder in dem viel zu kleinen Gitterkäfig liegt. »So, weiter geht’s! Nun schaust du bitte einmal unter das Sofa. Dort solltest du einen Schuhkarton finden.«

Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch gehe ich wieder in die Knie und beuge mich so weit ich kann nach vorne. Ich versuche unter dem Zweisitzer irgendetwas zu erkennen, kann jedoch außer Dunkelheit nichts ausmachen. Mit der rechten Hand taste ich ins Ungewisse, bis meine Finger auf eine matte, temperaturlose Oberfläche treffen. In diesem Moment erscheint auf dem Handy-Display erneut ein dunkles Vollbild. Verwirrt und verängstigt nehme ich den eingehenden Videoanruf von ‚Paul‘ an.

Na los, hol den Karton hervor. Aber vorsichtig bitte.“, fordert er mit leicht zittriger Stimme. Er klingt erregt, wie im Rausch.

Auch mit zusammengekniffenen Augen kann ich sein Gesicht oder auch nur Teile daraus absolut nicht erkennen. Die ihn umgebende Dunkelheit scheint ihn beinahe zu verschlingen. Einzig die dunklen Umrisse seiner Figur vor dem etwas helleren Hintergrund deuten an, dass er eine Kapuze oder ähnliches trägt. Vorsichtig ziehe ich den schwarzweißen Markenschuhkarton unter dem Sofa hervor. Mein Herz überspringt mindestens einen Schlag, läuft gleichzeitig allerdings zu Höchstform auf. Der Deckel des Kartons ist mit gleichmäßig angeordneten, scheinbar liebevoll eingestanzten Löchern versehen. Die Art Löcher, die kleine Geschöpfe innerhalb eines solchen Kartons zum Atmen bräuchten.

Ich halte kurz inne, nehme dann aber das Handy wieder in beide Hände und schreie: „Was für eine gestörte Abartigkeit hast du jetzt vor?!“

Bergfest, lieber Elias!“, lacht die Stimme des grausamen Arschlochs höhnisch. „Deine zweite Aufgabe besteht darin – Trommelwirbel! – mit bloßen Händen zu töten.“

Nein.“, stöhne ich fassungslos.

Nein?“

Ich kann das nicht.“

‚Paul‘ gluckst schelmisch. „Na mach doch erst einmal auf. Das Vieh solltest du sogar in eine Faust bekommen.“

-Ich will gar nicht sehen, was sich in dem Karton befindet. Ich kann doch kein Tier in meinen Händen zerquetschen!-

Los jetzt! Der Timer läuft!“, drängt er mich ungeduldig. „30 Sekunden, ab jetzt!“

Mein gesamter Körper verkrampft sich. Kalter Schweiß bahnt sich forsch den Weg über meinen Rücken und ich beginne zu zittern. Unwillig stelle ich den noch verschlossenen Schuhkarton vorsichtig auf den robusten Kaffeetisch vor dem Sofa ab und setze mich. Aus dem Augenwinkel erkenne ich Bewegung auf dem Handy-Bildschirm, bin aber nicht in der Lage, den Kopf in diese Richtung zu drehen. Die Löcher des Schuhkartons starren mir tief in die Seele.

-Wenn ich das nicht tue, wird er Chopin ertränken. Und ich kann nichts dagegen unternehmen.- Meine Hände strecken sich roboterartig von meinem Körper, meine Finger umklammern bebend den Deckel des Kartons. –Und wenn ich einfach nicht hinsehe und es schnell hinter mich bringe?- Doch ich sehe hin. Als die mir nicht mehr gehorchenden Arme den Deckel vollständig abgehoben haben, treffen sich unsere Blicke und verweilen fest ineinander verschlungen.

20…“, tönt es aus dem Telefon.

Noch nie habe ich ein so zierliches, junges Kaninchen gesehen. Seine Augen sind wach und aufmerksam, genau wie die aufgerichteten langen Ohren. Das rotblonde Fell wirkt eher wie ein Flaum und nicht wie eine robuste Barriere gegen Wind und Kälte.

15…“

Ich kämpfe machtlos gegen den in mir aufkeimenden Beschützerinstinkt diesem kleinen Geschöpf gegenüber an und versuche, meinen Blick endlich abzuwenden.

Tatsächlich hilft mir ‚Paul‘ bei diesem Vorhaben sogar. Anstatt weiter die Zeit herunter zu zählen, meint er unvermittelt: „Wir gehen aber nicht direkt baden. Erstmal vergnügen wir uns noch hiermit.“

Dieser Satz erregt schlagartig meine Aufmerksamkeit, sodass ich mich von dem goldigen Anblick vor mir erstmals losreißen kann.

Hab‘ ich extra frisch geschliffen heut früh.“, schwärmt ‚Paul‘, während er ein riesiges Küchenmesser in die Kamera hält. „Ich glaube, ich fang‘ mit dem Schwanz an und arbeite mich dann in Richtung Pfoten. 10…“

Nein! BITTE!“, flehe ich verzweifelt und richte meinen Blick erneut auf das wehrlose Tier, das nun an Chopins Stelle sterben muss. „Ich tu’s ja.“

9…“

Vorsichtig greife ich nach dem kleinen Kaninchen, das sich prompt massiv verängstigt in die hintere Ecke des Schuhkarton zwängt und so versucht, meinem Griff zu entgehen.

8…“

Ich nehme das Kaninchen mit beiden Händen hoch.

7…“

Es quietscht verängstigt, sodass ich meine rechte Hand stützend und schwer auf seinen zierlichen Rücken lege.

6…“

Meine Hände fühlen sich an wie zwei gleiche Magnetpole, die maximal weit voneinander wegdriften wollen.

5…“

Ich versuche die Kontrolle über meine Hände zurück zu erlangen. Der Schweiß tropft mir von der Stirn.

4…“

-Du packst das. Einmal mit aller Kraft zudrücken, dann wird es nicht leiden.

Sein Name ist übrigens Möhrchen.“, wirft ‚Paul‘ unvermittelt ein. „3…“

Ich presse die Augenlider aufeinander und bemerke, dass ich weine. –Es hat sogar einen Namen. Möhrchen…

2…“

Meine Armmuskulatur spannt sich auf einen Schlag vollständig an. Ich höre Möhrchen panisch fiepen, meine Hände werden schwerer.

1…!“

Ich kann das niiiiiiicht!!!! Bitte!!!“ Ich sacke kraftlos in mir zusammen und schluchtze lauter auf, als ich dachte überhaupt fähig zu sein. „Bitte tu‘ ihr nichts!“

Aus dem Handylautsprecher ertönt ein markerschütterndes Kreischen. Ein auch nur annähernd so verstörendes Geräusch habe ich noch nie gehört. Es ist der verzweifelte Schrei eines Lebewesens, das gerade die letzten gewaltsamen Momente seines Daseins erlebt. Die Schreie werden mit jedem brutal abgetrennten Körperteil schmerzverzerrter. Irgendwann kann ich nicht mehr zwischen Chopins Todesschreien und meinem panischen Schluchtzen unterscheiden.

Als er die kreischende Chopin schließlich mit einem festen Ruck vollständig unter Wasser drückt, wird es schlagartig ruhig.

Es tut mir so leid, Chopin.“, weine ich verzweifelt. –Es ist gleich vorbei, dann musst du nicht mehr leiden.

Ich habe keine Kraft mehr, ‚Paul‘ weiter anzuschreien, als er Chopin immer wieder aufs Neue aus dem Wasser hebt und sich von ihrem noch funktionsfähigen Atemreflex überzeugt. Nur um sie sogleich wieder unter die Oberfläche des blutrot gefärbten Wasser zu zwängen.

Bitte, lass sie gehen.“, flehe ich ihn heulend an. „Sie hat dir nichts getan, bitte quäl‘ sie nicht weiter.“

Irgendwann hört Chopin auf sich zu wehren. Die Videoübertragung bricht ohne Vorwarnung ab und ich hasse mich aus tiefstem Herzen.

Ist es vorbei?-, frage ich mich erschöpft, während ich das vollkommen verschreckte Möhrchen vorsichtig in den Schuhkarton lege.

Ein lautes Klopfen an der Tür des Arbeitszimmers durchbricht die plötzlich eingetretene Stille und reißt mich aus meinen Gedanken. –Susanna! Natürlich, sie muss mich gehört haben!– Ich hieve mich auf die noch zittrigen Beine und stolpere in Richtung Tür.

Ich komme!“, rufe ich dem unaufhörlichen Klopfen entgegen. Meine mit nasskaltem Schweiß getränkten Hände machen mir das Aufschließen der Zimmertür fast unmöglich. Als ich es endlich geschafft habe, schwingt die Tür mir kraftvoll entgegen, sodass ich nur knapp ausweichen kann. Vor mir steht meine Frau. Meine geknebelte und gefesselte Susanna. Und hinter ihr tritt er, mit dem Messer aus dem Videotelefonat bewaffnet, aus dem Schatten.

Hallo Elias!“, lacht ‚Paul‘ mich an.

Vor Schock verliere ich meine Sprache. Susanna starrt mich mit tränengetränkten und angstgeweiteten Augen an.

Kommen wir also zur letzten Runde.“, sagt er als er sich und Susanna den Weg in das Arbeitszimmer bahnt.

Du…“, stottere ich. „Ich kenne dich.“

Ach, du erinnerst dich an mich?! Schön.“

Wieso tust du das? Was haben wir dir getan, Stefan?“

Er bleibt abrupt vor dem schweren Couchtisch stehen, Susanna zwischen uns. „Jetzt bin ich also ‚Stefan‘ für dich? Und nicht der ‚Fette Popel Paulsen‘ oder der ‚Picklige Pisser Paulsen‘?!“ Er spuckt verachtend neben sich auf den Teppichboden. „Komisch, wie schnell Menschen sich an eine Veränderung im Machtgefüge anpassen.“

Ich gehe langsam mit beschwichtigend gehobenen Händen auf ihn und Susanna zu. „Das von früher tut mir wirklich aufrichtig leid. Wir waren Kinder. Wir waren dumm. Du hattest das alles nicht verdient, das weiß ich jetzt.“

Ach, na wenn du das jetzt weißt, dann ist ja alles gut! Vergeben und vergessen!“, faucht er mir zynisch entgegen. „Du hast mein Leben zerstört! Und jetzt zerstöre ich deins!“ Er setzt die Spitze der Klinge an Susannas rechter Wange an.

Halt! Bitte! Sie hat nichts damit zu tun. Lass‘ sie gehen und nimm‘ mich stattdessen.“

Sie hat nichts damit zu tun, nimm‘ mich stattdessen.“, äfft er mich spöttisch nach. „Ich hatte damals auch nichts mit euren dummen Spielchen zu tun und leide trotzdem bis heute!“

Als er mit der Klinge des Messers demonstrativ in Richtung seines Gesichts deutet, durchzieht ein elektrisierender Strom der Erinnerung meinen gesamten Körper. Ich erinnere mich an den lauen Sommertag vor rund dreißig Jahren. Max, Tom und ich waren schon früh am Vormittag unterwegs, um auf einer Waldlichtung die heimlich von Toms Vater ausgeliehene Schreckschusspistole auszuprobieren. Schon von Weitem konnten wir den quietsch-bunten Drachen sehen, seine Seile vollständig mit den Ästen eines alten Ahornbaums verwoben. Und am Fuße des Baums meinen verzweifelt weinenden Klassenkameraden, Stefan Paulsen. Er war schon seit der ersten Klasse ein Außenseiter, der immer nur vom Fliegen quasselte. Als wir auf das Gymnasium wechselten wurde alles sogar noch schlimmer. Gleich in der fünften Klasse wurde er das beliebteste Opfer jeglicher Sticheleien und Streiche. Die Zeit hat einen Großteil meiner Kindheitserinnerungen verblassen lassen. Aber an den Moment, in dem ich ihn von hinten überrasche, den Lauf der Schreckschusswaffe auf ihn gerichtet, und mich selbst über den ohrenbetäubenden Lärm der losgegangenen Pistole erschrecke, werde ich mich wohl mein gesamtes Leben lang erinnern. Dieser Dumme-Jungen-Streich brachte mir einen ganzen Sommer Hausarrest ein. Und kostete Stefan das linke Auge. An dessen Stelle befindet sich heute ein lebensecht wirkendes Kunstauge.

Ihr habt doch früher schon immer dämliche Spielchen gespielt. Eines davon hat mir meinen Traum zerstört – Pilot zu werden. Und heute spielen wir mal endlich nach meinen Regeln.“ Er richtet das Messer wieder auf Susanna. „Wir haben noch eine letzte Runde zu spielen. Ich habe dich nicht angelogen. Wenn du das Spiel brav mitspielst, werde ich euch danach für immer in Ruhe lassen. Spielst du nicht weiter, könnten heute vielleicht noch andere Träume platzen.“ Er richtet das Messer auf Susannas schwangerschaftsgewölbten Bauch.

Nein! Bitte, ich tue alles!“ Ich sinke auf die Knie.

Dann legen wir nun also endlich mit Runde drei los!“ Er räuspert sich laut. „Sei doch so gut und öffne den Deckel deines Flügels und schau einmal hinein.“

Ich werfe Susanna einen versichernden Blick zu und befolge Stefans Anweisung. Im Korpus meines Klaviers finde ich, anstatt der erwarteten Tiere oder Leichenteile, einen schweren Hammer. Verwirrt sehe ich zu den beiden herüber.

Wundervoll. Und nun nimmst du dir den netten Hammer und zertrümmerst damit deine Finger.“

WAS?!“, schreie ich tonlos.

Beide Hände. Und zwar richtig mit Wumms.“

Aber-“

Aber, dann kannst du kein Klavier mehr spielen!? Genau!“, beendet Stefan meinen Gedanken und beginnt, Susannas Wange mit der flachen Seite des Messers zu streicheln. „Du hast mir meinen Traum genommen. Jetzt nehme ich deinen. Ist nur fair, das musst du doch zugeben.“

Susanna schluchtzt laut auf.

Ich nehme den Hammer vorsichtig auf und bewege mich tranceartig in Richtung Couchtisch, den Blick starr auf das schwere Gerät in meinen Händen gerichtet. Als Susanna und Stefan etwa eine Armlänge von mir entfernt sind, ist mein Entschluss gefasst. Ich weiß, dass Stefan ernst macht und muss es einfach tun.

Als Stefan, Susanna vor sich, mit dem rechten Fuß einen Schritt zurück setzt, um mir den Weg zum Couchtisch freizugeben, hole ich so schnell ich kann mit dem Hammer aus und knalle ihn mit voller Wucht auf seinen Kopf. Direkt über das nichts sehende Kunstauge.

 

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Tränenüberströmt schrecke ich hoch. Mein Atem will sich auch Minuten später noch nicht beruhigen. Als ich mich schließlich aufrichte, um meine Lungen besser belüften zu können, ertönt aus der Richtung der Zimmertür ein beißendes Summen.

Guten Morgen, Herr Burbach.“ Die junge Frau, die sich mir bei meiner gestrigen Ankunft als Dr. Liebknecht vorstellte, legt mir behutsam ihre Hand auf die Schulter. „Die Medikamente brauchen leider eine Weile, bis sie anschlagen. Dann hören auch die Alpträume auf und es geht Ihnen besser.“

Das sind keine Alpträume!“, schreie ich und schlage mit meinem Gipsarm ihre Hand weg. „Und ich brauche auch keine Medikamente! Ich bin nicht verrückt!“

Sie reibt sich nachdenklich die Hand. „Niemand sagt, dass Sie verrückt sind. Nur krank. Und wir wollen Ihnen helfen.“

Ach nein!? Und wieso hat man mich dann in die Klapse gesteckt!? Ich habe uns nur vor diesem Psycho beschützt!“

Sie sind auch zu Ihrem eigenen Schutz im Maßregelvollzug.“

Er hat Susanna und unser Ungeborenes bedroht!“, schnaufe ich, als ich mich aus dem Bett aufrichte und vor ihr aufbaue. „Es war Notwehr!“

Dr. Liebknecht weicht keinen Zentimeter zurück und legt die Stirn in leichte Falten. Ich lese aus ihrem Blick aufrichtiges Mitleid. „Herr Burbach… Ich weiß, es ist für Sie äußerst schwer sich das einzugestehen. Aber… dort war niemand anderes. Sie selbst haben ihre schwangere Frau ermordet. Für Ihre Therapie ist es nun äußerst wichtig, dass Sie sich mit Ihrer Tat auseinandersetzen und lernen, zu verarbeiten, was Sie getan haben.“ Sie legt mir beide Hände auf die Schultern. „Wir werden Ihnen hier helfen. Auch, damit Sie sich nie wieder selbst verletzen.“ Sie sieht auf meine beiden vergipsten Hände herab. Zwei Hände mit den Resten von zehn nun völlig nutzlosen, verkrüppelten Fingern.

Das kann alles nicht wahr sein.“ Ich sinke auf das Bett herab. „Ich würde ihr doch nie etwas antun. Sie kann nicht tot sein, das glaube ich einfach nicht. Man hat doch bestimmt den Hammer und die Tiere gefunden, die er platziert hat. Und das Handy!“

Natürlich. Die Polizei hat alles gründlich überprüft. Die Tierleichen wurden in der Tat gefunden. Es ist leider üblich, dass Personen mit Ihrer Erkrankung sich zunächst an kleineren Tieren probieren bis… die Krankheit weiter fortschreitet.“

Aber die Fotos auf dem Handy! Er war in unserem Haus!“

Weder auf ihrem noch auf dem Handy Ihrer Frau wurden irgendwelche Drohbriefe oder entsprechende Bilder gefunden. Ein weiteres Handy gibt es nicht.“ Sie geht zur Tür und dreht sich am Rahmen stehend erneut zu mir um. „Atmen Sie erst einmal tief durch und frühstücken sie in Ruhe mit den anderen. Alles Weitere besprechen wir dann nach und nach in den Therapiesitzungen.“

Ich springe erneut auf. „Aber Stefan, er läuft da draußen noch frei herum! Er ist gefährlich!“

Herr Burbach… ich muss Ihnen leider sagen… Stefan Paulsen, der aus Ihrem Heimatort stammt und dem Sie in der Kindheit ein Auge weggeschossen haben… er existiert nicht. Es hat ihn nie gegeben.“

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