Lena1203Tour in die Vergangenheit

Tour in die Vergangenheit

Es war, wie immer noch dunkel, als Alex aufstand. Er ging in die Küche und gab zuerst seinem Boxer-Rottweiler Mischling Knut zu Fressen. Dann ging er rüber zu der Kaffeemaschine und kochte sich einen Kaffee. Sie machten sich auf zu ihrer gewohnte Gassi Runde, auf der sie wie üblich, nur noch die letzten Partygänger der Reeperbahn trafen.

Alex war schon spät dran, als er sich auf den Weg zur Arbeit machte. Ihm war jetzt schon klar, dass er Probleme mit seinem, Chef Jens, bekommen wird. Das war Alex wie immer egal, er hatte sich schon so oft mit ihm angelegt. Jens würde sich es nicht leisten können, noch einen LKW-Fahrer zu verlieren. Allein in den letzten drei Monaten habe drei gekündigt, da sie nicht für einen Hungerlohn schuften wollten.

Als er das Haus, in dem die Spedition ihren Sitz hat betrat, um sich seine Route für heute abzuholen, war irgendetwas anders. Am Eingang saß nicht Jens, sondern seine Freundin Monika, sie waren erst ein paar Monate zusammen und sie waren ein sehr ungleiches Paar. Im Gegensatz zu Jens, ist Monika nett und man kann sich mit ihr unterhalten, auch wenn Alex manchmal das Gefühl hatte, das sie etwas komisch war, wie an diesem Tag. Auf sein freundliches                                                              «Hey, wie geht´s.»                                                                                                Kam von ihr keine Antwort, sondern in einem genervten Ton «deine Route liegt auf dem Tisch»                                                                                     «Wo ist Jens?» fragte Alex.                                                                                «Der hat sich gestern den Magen verdorben und jetzt musste ich führ ihn einspringen.»                                                                                                     «Der hat wohl deine Kochkünste getestet.»                                                         Eigentlich war sie sonst immer für einen Spaß zu haben, doch heute strafte sie ihn nur mit einem Bösen blick. Alex machte sich darüber keine weiteren Gedanken und ging mit Knut zu seinem 40 Tonner.

Knut machte es sich wie immer auf dem Beifahrer Sitz gemütlich und Alex gab sein heutiges Ziel in sein Navi ein, es war Büsum. Alex kannte den kleinen Nordseeort noch sehr gut, aus seiner Kindheit. Er war dort jeden Sommer mit seinen Eltern und seiner Schwester in einem kleinen Ferienhaus, dass sie nach dem Tot seiner Oma geerbt hatten. Er war dort 20 Jahre nicht mehr, doch jetzt führte ihn seine Tagesroute wieder nach Büsum, eigentlich war der Norden nicht sein normales Gebiet.

Doch vorher musste er noch seine Ladung in Wismar abholen und er musste sich beeilen, damit er das Stadtderby HSV gegen St. Pauli, nicht verpasst, er hat in seinem ganzen Leben eigentlich noch kein Spiel vom Kiez Club verpasst.

Es war erstaunlich, obwohl es nun bereits spät am Montagmorgen war und um diese Zeit jetzt alle Pendler unterwegs sind, waren auf der Autobahn kaum Autos. So konnte Alex seine Verspätung wieder aufholen.

Als er nach gut drei Stunden, endlich auf dem Werksgelände angekommen war, nahm er Knut und ging mit ihm eine kurze Runde Gassi, während sein LKW beladen wurde. Denn oft genug hätte Alex seinen Hund am liebsten aus dem Fenster geworfen, wenn er mal wieder auf den Sitz gepinkelt hat. Dennoch war Knut sein treuer Begleiter und bester Freund.

Als er seine Runde beendet hatte, war sein LKW schon fertig beladen, so dass er direkt mit Knut wieder einstig und weiterfahren konnte. Sie waren gerade vom Gelände gefahren, als ihm auffiel, dass etwas anders war und er beinah direkt in einen Baum gefahren wäre. Später dachte er, warum er das nicht getan hatte. Dort wo bis eben noch sein billiges Navi für 20€ war, befand sich jetzt ein Tablet. Doch wie konnte es dort hinkommen? Alex war sich sicher, er hatte die Tür abgeschlossen und sein Tablet war es definitiv nicht, denn er hatte noch nie eins besessen.

Zuerst war er kurz davor, umzudrehen und zu fragen wer sich einen Streich mit ihm erlauben wollte, doch irgendetwas in ihm sagte, dass er das besser nicht tun sollte. Also entschied er sich, am nächsten Rastplatz halt zu machen und zuschauen was sich auf dem Tablet befindet.

Wie zu erwarten, hatte das Tablet kein Passwort, wodurch er es einfach durch das Drücken eines Knopfes öffnen konnte. Zu Beginn wusste er nicht was er dort sah, doch dann war es Ihm schlagartig klar und Ihm wurde übel. Auf dem Tablet war als Hintergrundbild eine Frau, doch sie sie sah nicht so hübsch aus, wie ihre schlanke Statue vermuten ließ. Sie lag auf einen Obduktionstisch und der größte Teil ihres Körpers war verbrannt.

Alex war schockiert. Er hat doch nie jemandem etwas getan und diese Frau hat er auch noch nie gesehen. Er entschied sich weiter zuschauen was sich noch auf dem Tablet befand und er wurde fündig. In der Galerie war neben dem Bild der Frau noch ein weiteres. Es war ein Zettel auf dem stand, ich freue mich das ich dich nach so langer Zeit endlich mal persönlich treffen kann. Was sollte ihm das sagen, er hat nie jemanden etwas getan, was so schlimm sein konnte. Er hat sich vielleicht einige Male geprügelt und auch mit dem Betäubungsmittel gesetzt sah er es nicht so eng, doch wer sollte ihn so hassen.

Er hatte nur eine Idee, Jens. Er rief seinen Chef nur ungern an, doch jetzt war er dazu gezwungen. Es dauerte eine Ewigkeit bis endlich jemand meldete und ihn mit                                                                                                 «Was willst du Alex, mir geht´s beschissen» begrüßte.                                  Alex Stimme zitterte, als er ihn fragt, «du erinnerst dich doch an die „Spezial“ Fahrten, die ich vor ein paar Jahren, immer mal wieder übernommen habe.» Es dauerte einige Sekunden bis eine Antwort kam, doch dann sagte Jens «was soll damit sein, hat doch alles super funktioniert und nichts ist aufgeflogen, also wo ist dein Problem.»            «Ich glaube jemand ist ziemlich angepisst, dass damals doch nicht alles nach Plan gelaufen ist. Wieso sollte ich sonst ein Foto, von einer Leiche bekommen.» Jens sagte nur, «du bist auch total Spaß befreit, heute ist Halloween und die wollten dir wahrscheinlich nur einen Schreck einjagen. Also mach dir nicht so einen Kopf.» Für Alex war Halloween das unnötigste Fest der Welt und er hat auch noch nie irgendwelchen Kindern Süßigkeiten gegeben. Auch wenn er hoffte, dass Jens recht hat, hatte er immer noch ein ungutes Gefühl im Bauch, wieso sollte jemand einfach so ein Tablett in mein LKW stellen, selbst wenn es nur ein dummer Scherz ist.

Alex entschied sich einfach weiterzufahren, er hatte jetzt schon zu viel Zeit verloren und es einfach als einen dummen Scherz abzustempeln.

Eine Stunde später begann Knut, Ihn wie wild anzubellen. Eigentlich war er längere Fahrten gewöhnt, sodass Alex verwundert war, dass er jetzt schon wieder raus wollte, aber letztendlich ist er eben auch nur ein Tier. Also hielt er auf einem Rasthof, nahe Bad Segeberg, damit sie eine kurze Pause machen konnten. Nachdem Knut nun endlich beruhigt war, entschied sich Alex einen Kaffee zukaufen, obwohl die Raststätte schon ziemlich heruntergekommen aussah. Nachdem er seine Kaffee ausgetrunken hatte, ging Alex noch einmal auf Toilette. Als er sich die Hände gewaschen hatte, griff er danach in den Papierspender, dort war kein Papier, sondern ein Briefumschlag. Alex war geschockt. Er nahm den Briefumschlag und öffnete ihn. Dort drin befand sich kein Brief, sondern ein Foto. Alex erkannte sein 20 Jahre jüngeres ich auf dem Foto und er kannte auch den Ort, an dem das Foto entstanden ist. Es war in Büsum, aber wer konnte ein Foto von ihm haben?

Dann tat Alex etwas, was ihn noch mehr schockierte. Er drehte das Foto um und auf der Rückseite stand ein Datum. Es war der 16.7.1995. Das war der Tag, an dem sich sein Vater erhängt hatte. Doch was hatte das alles mit ihm tun? dachte sich Alex. Er wusste jetzt auf jeden Fall, dass er so schnell wie möglich nach Büsum musste.

Mit jedem Kilometer, dem er sein Ziel näher kam, stieg Alex Puls immer mehr an. Es gab nur noch eine einzige Frage in seinem Kopf und zwar, was ist damals passiert, woran er sich nicht mehr erinnern kann und wer möchte sich jetzt an ihm rächen? Er war doch damals nur ein kleiner Junge.

In seinen Gedanken versunken hätte Alex beinahe vergessen, dass er seine Ladung vorher noch bei einem Örtlichen Supermarkt abladen musste. Bis zum Ferienhaus waren es jetzt noch 20 min, doch mit seinem riesigen LKW wäre er viel zu auffällig gewesen. Er entschied sich ein Carsharing Auto zu mieten. In Hamburg standen in jeder Straße mindestens zwei, aber hier in diesem kleinen Nordseekaff machte er sich eigentlich wenig Hoffnung. Er hatte Glück, gerade einmal 2 Straßen entfernt, stand eines. Zuerst wollte Alex Knut in seiner Fahrerkabine lassen, doch als er ihn mit seinem traurigen Hundeblick angeschaut hatte, konnte er ihn nicht allein lassen. Und einen aggressiv aussehenden Hund an seiner Seite zu haben, ist auch nicht das schlechteste.

Also machten sie sich gemeinsam auf dem Weg. Die App war etwas fehlerhaft, wodurch es einige Zeit dauert, bis Alex ein Auto in einer Nebenstraße fand.  Doch dann konnte er sich endlich auf dem Weg zu dem Ort machen, zu dem er eigentlich, nach den Schlimmen Ereignissen vor 30 Jahren, nicht wieder zurückkommen wollte.

Als Alex in die Straße einfuhr, war er erstaunt, dass sich kaum etwas verändert hatte. Lediglich ein paar der Häuser waren neu gestrichen, aber das Ferienhaus von Alex Eltern, war immer noch unverändert. Mit dem braunen Holzzaun, der Gelben Fassade und dem schwarzen Dach. Alex entschied sich nicht direkt vor dem Haus zuparken, sondern zwei Häuser weiter. Als er ausstieg, merkte er, dass sein Herz schneller schlug als er darüber nachdachte, was ihn in diesem Haus erwarten wird.

Knut war die ganze Zeit dicht neben Alex. Er schaute in eines der Fenster, doch das Zimmer war komplett leergeräumt und es sah auch so aus, als wäre dort länger niemand gewesen. Er kam der Haustür immer näher, bis er direkt in die Spiegelglastür schaute. Alex fand die Tür schon immer faszinierend. Doch am besten fand er immer, dass man das Geschehen draußen beobachten konnte, ohne gesehen zu werden. Wenn man seine Nase an die Fensterscheibe presste, konnte man doch von außen hereinschauen. Als er sich gerade gegen die Scheibe lehnte, spürte Alex nur noch ein hartes Scheppern in seinem Kopf und alles wurde schwarz.

Als Alex aufwachte, konnte er sich nicht erinnern, wie lange er weg gewesen war und sein Kopf schmerzt. Er schaute sich um, es hat sich zwar alles verändert, doch Alex erkannte das Zimmer, in dem er gefesselt, an einem Stuhl saß. Es war sein damaliges Zimmer, doch es war auch das Zimmer, in dem sich sein Vater erhängt hatte. Er wurde panisch, da er Knut nirgendswo sehen konnte. Als er seinen Fuß nach hinten streckte, bemerkte er, dass er an einem der hinteren Stuhlbeine festgebunden sein musste. Alex versuchte sich zu erinnern, was passiert war und wer ihn hier festhält, doch er schaffte es nicht. Er versuchte sich eine ganze Zeit von den Fesseln zu lösen, doch er war zu gut gefesselt.

Eine gefühlte Ewigkeit lang passierte nichts, bis sich plötzlich die Tür hinter Alex öffnete. Er versuchte sich umzudrehen, doch sein Kopf war fixiert und er hatte hämmernde Kopfschmerzen. Er merkte nur das die Person immer näherkommen musste, da Knut immer lauter und aggressiver zu bellen begann.

Dann merkte er wie ihm jemand einen Sack über den Kopf zog und wahrscheinlich einen Stuhl direkt gegen über, von seinem, auf den Boden stellte. Dann zog sie ihm den Sack wieder vom Kopf. Im ersten Moment war er vom Licht geblendet, doch als sich seine Augen langsam wieder an das Licht gewöhnten, erkannte er ganz genau, wer ihm dort gegenüber saß.

Sie hatte wie immer ihr langes blondes Haar zu einem Pferdeschwanz gebunden und auch ihre Kristallblauen Augen erkannte er sofort. Zum ersten Mal fielen ihm aber ihre Falten auf, wodurch sie etwas älter aussah, als sie es eigentlich war. Sie starten sich ein paar Minuten an, bis Monika plötzlich anfing zureden.                                                                        «Hast du eine Ahnung, warum du hier bist?»                                                 Alex überlegt, doch er hatte keine Antwort. Dann redete Monika weiter:    «Mir war klar, dass du dich nicht erinnern wirst, doch ich habe mich jeden einzelnen Tag daran erinnert.»                                                              Alex kam so langsam wieder zu verstand und er schrie Monika an:              «Was willst du von mir ich habe dir nichts getan.»                                         «Du erinnerst dich nur nicht.»                                                                           Sagte sie mit einem Triumphierenden Unterton. Alex Kopf raste, doch er konnte sich nicht einmal daran erinnern, dass er Monika in der Vergangenheit, bevor er bei Jens angefangen hat, sie je getroffen zu haben.

Monika grub in ihrer Tasche und sie holte zwei Fotos heraus. Sie drehte sie um und zeigte sie Alex. Auf dem linken Foto sah Alex ein Haus, genauer gesagt das was davon noch übrig war. Es war komplett ausgebrannt und nur noch die Wände standen. Doch das andere Bild war schockierender. Dort war die Frau, die Alex schon auf dem Tablett gesehen hat, doch es war ein anderes Bild. Dort lag die Frau auf dem Boden und neben ihr lag ein Kind, es war höchstens ein halbes Jahr alt und beide waren komplett mit Ruß bedeckt.                                                  «Wieso zeigst du mir sowas?» Sagt Alex. Zuerst lachte Monika nur, doch dann sagte sie, «du bist genauso dumm wie du aussiehst, hast du nicht auf das Datum geachtet.»                                                                                    Tatsächlich hatte Alex es gar nicht gesehen, als er noch einmal genauer hinschaute sah er, es war der 10.7.1995, eine Woche vor dem Tod seines Vaters. «Was hat das mit mir zutun?»                                                                «Alles» antwortete Monika.                                                                                «Die Leichen da auf dem Foto, das sind meine Mutter und meine kleine Schwester.»                                                                                                               «Aber ich habe ihnen nichts getan.»                                                                  «Du hast ihnen zwar nichts getan, aber trotzdem bist du mit schuldig.»   Sie machte eine kurze dramatische Pause und sprach dann weiter.      «Vor dreißig Jahren lebte ich hier mit meiner Mutter und meiner Schwester. Du erinnerst dich wahrscheinlich nicht, aber dein Vater war häufiger abends weg. Er kam zu uns, da er unzufrieden in seiner Ehe war und meine Mutter noch relativ jung und attraktiv. Du und deine Familien waren immer nur in den Sommerferien in Büsum, wodurch dein Vater nicht wusste, dass meine Mutter mit meiner kleinen Schwester schwanger war. Als ihr also in den Sommerferien wiederkamt, musste dein Vater feststellen, dass er noch eine Tochter hatte.»                                                                                                                 «Das kann nicht sein, mein Vater hätte so etwas niemals getan. Außerdem hätte er niemals sein eigenes Kind umbringen können.»            «Ich habe echt gedacht, dass du nicht so naiv bist. Du glaubst ernsthaft, dass dein Vater mein ganzes Leben zerstört hat, dass kann sogar ich nicht glauben, obwohl er einen großen Teil dazu beigetragen hat.»        «Was willst du denn von mir, wenn meine Familien nichts getan hat.» «Anscheinend muss ich dir doch die ganze Geschichte erzählen. Nachdem dein Vater von meiner Schwester erfahren hatte, ist er direkt wie ein kleines Baby zu deiner Mutter gerannt und hat ihr alles erzählt. Deine Mutter hat deinen Vater vor die Wahl gestellt, entweder sie oder er bringt meine Familie um. Dein Vater hat meiner Mutter einen Brief geschrieben, dass sie sofort weg müsse, da sie sonst sterben wird. Doch dieser Brief hat meine Mutter, dank deiner nie erreicht. Dann kam der Tag, als deine Mutter deinen Vater vor die Wahl gestellt hatte. Dein Vater kam dann nachts zu unserem Haus, zusammen mit deiner Mutter und sie hat es einfach so angezündet. Dein Vater war sich anscheinend sicher, dass meine Familie bereits weg war, doch das waren wir nicht. Meine Mutter und meine Schwester sind qualvoll verbrannt. Ich hätte sie retten können, doch ich musste natürlich darauf bestehen, unbedingt bei meiner Freundin zu übernachten, auch wenn meine Mutter eigentlich dagegen war. Wie es dann weiter geht weißt du ja.»                    «Mein Vater hat wahrscheinlich erfahren, dass ihr doch Zuhause wart und er konnte mit dieser Last nicht mehr leben.»                                       «Ja, ganz im Gegensatz zu deiner Mutter.»                                             «Woher weißt du das alles, du kannst doch gar nicht wissen, dass das so passiert ist.»                                                                                                     «Tss, ich hätte es auch nie gewusst, wer mir das angetan hat. Wenn deine großartige Mutter mir nicht vor einem Jahr einen Brief geschrieben hätte, in dem all das geschrieben stand. Wie du sicher weißt, ist sie kurz darauf gestorben und ich hatte leider nie das Vergnügen, sie selbst umbringen zu können. Also musste ich mich mit dir zufrieden geben, und dank diesem Vollidioten Jens, konnte ich meinen Plan ganz in Ruhe, in die Tat umsetzen.»                                            «Was willst du den von mir, nicht ich, sondern meine Eltern sind an alldem schuld.»                                                                                                  «Ich weiß, aber Rache ist ein Gericht, das man am besten kalt servieren kann und jetzt, ist es endlich kalt genug.»

Das letzte woran sich Alex dann noch erinnerte, war ein lauter knall und ein Dröhnen im Kopf. Als er dann wieder zu Bewusstsein kam, war alles voller Blut. Es war weder seins, noch Monika´s Blut, denn ihr Platz war jetzt leer. Alex bemerkte, dass er nun nicht mehr gefesselt war und so konnte er jetzt sehen, von wem dieses Blutbad kam, es war Knuts Blut. Er lag auf dem Boden und bewegte sich nicht mehr. Alex kniete sich zu ihm und schloss seine Augen, er konnte nicht glauben, worein er hier geraten ist.

Als er an die gegenüber liegende Wand schaute, stockte ihm der Atem. Dort stand aus Blut geschrieben. Ich hoffe du bist morgen mal ausnahmsweise pünktlich bei der Arbeit! Es sind zwei meiner geliebten Menschen von deiner Familie getötet worden. Also freu dich schon mal, irgendwann bist du an der Reihe, versuch gar nicht erst zu flüchten, ich finde dich!

Als Alex die Treppe hinunter ging, konnte er all das noch nicht glauben und er schaute noch einmal durch die Glasscheibe seiner Kindheit, die er jetzt mit anderen Augen sah. Er öffnet die Tür, dann war dort nur noch ein Knall, ein bekannter Knall, es muss eine Pistole sein, doch diesmal hörte er es nicht nur, nein er spürte es auch. Er fiel nach hinten und Monika stand plötzlich über ihm. Er konnte zwar nicht mehr reden, aber Monika antwortet dennoch auf seine Frag. «Sorry, aber ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch und ich wollte nicht auf später warten. Aber ich wünsche dir trotzdem sehr viel Spaß beim Sterben.»

2 thoughts on “Tour in die Vergangenheit

  1. Hi,
    erstmal zum Positiven : die Story finde ich wirklich gut. Hier und da fällt der Spannungsbogen etwas ab und auch das Motiv wirkt ein wenig konstruiert. Mir fällt es schwer, nachzuvollziehen, warum Alex´ Mutter die Familie von Monica unbedingt umbringen wollte und warum nun ausgerechnet Alex daran Schuld sein sollte.
    Jetzt zu meiner Kritik :
    – Dein Schreibstil wirkt noch nicht ganz fertig, aber daran lässt sich arbeiten
    – Du solltest an den Zeitformen arbeiten, da verspringst du öfter mal zwischen Gegenwartsform und Vergangenheitsform
    – Rechtschreibung und Zeichensetzung könnten auch noch überarbeitet werden
    All diese Kritikpunkte lassen sich leicht abstellen, sollten also kein Hinderungsgrund sein, weiter an Deiner Geschichte, oder an weiteren, zu arbeiten.
    Lass in Zukunft einfach mal ein paar Fremdleser über Deine Geschichten schauen, denen fallen Unstimmigkeiten/Fehler/etc. leichter auf, als einem selbst…

    P.S. Vielleicht hast Du ja Lust, auch meine Geschichte zu lesen :
    Glasauge

  2. Hallo Lena, Deine Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Die Kritikpunkte wurden ja schon sehr gut beschrieben, deswegen beziehe ich mich ausschließlich auf das Positive. Der Titel ist gut gewählt finde ich. Die Idee mit dem Tablet und den Fotos hat mir gut gefallen. Vor allem die Stelle mit dem Brief in dem Papierspender fand ich sehr originell. Ich bin schon oft in Büsum gewesen, deshalb fand ich es cool, dass Büsum in Deiner Geschichte vorkam. 😀
    Hab Dir ein Herz da gelassen. ♥️

    Vielleicht magst Du ja auch meine Geschichte „Stumme Wunden“ lesen, das würde mich sehr freuen. 🌻🖤

    Liebe Grüße, Sarah! 👋🌻 (Instagram: liondoll)

    Link zu meiner Geschichte: https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/stumme-wunden?fbclid=IwAR1jjPqPu0JDYk0CBrpqjJYN78PYopCEU1VGdqzCvgp7O4jnGKQSFdS6m6w

Schreibe einen Kommentar