SilkeHDas dritte Leben

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Es war ein lauer Abend im Mai. Es duftete nach frisch gemähtem Gras und Sommer. Meine Eltern kümmerten sich ums Abendessen. Alles war wie immer. Es sollte das letzte Mal so sein.

Sie kamen durch die offene Veranda Tür. Zwei maskierte Personen. Ich versteckte mich so schnell ich konnte auf dem Dachboden. Von dort aus musste ich die Schreie meiner Eltern hören, als man sie brutal verprügelte und quälte. Mehrere Stunden hielt man sie gefangen, peinigte und schlug sie immer wieder, bis sie kaum mehr zu erkennen waren. Es schien wie eine Erlösung, als die Peiniger sich entschieden, meine Eltern zu erschießen. Danach kam die Stille. Sie breitete sich aus in unserem Haus, kroch in jeden einzelnen Raum bis zu meinem Versteck und bis in meine Seele. Einzig in meinem Kopf war es laut. Sehr laut. Die Schreie meiner Eltern begleiteten mich lange Zeit, Tag und Nacht, Woche um Woche, Jahr um Jahr.

Ich war 13 Jahre als mein behütetes Leben endete und ich konfrontiert wurde mit Trauer, Einsamkeit und Leid. Finanziell war ich abgesichert, emotional war ich gestorben. Niemand war in der Lage mir meinen Schmerz zu nehmen. Niemand war in der Lage mir wieder zu geben was ich verloren hatte. Jeder Tag war eine Endlosschleife der Stunden, die mein Leben für immer zerstört hatten. Um den Schmerz zu vergessen begann ich mich zu betäuben mit Alkohol, Drogen und Sex. Jede Art der Ablenkung und des Vergessens war mir recht. Ich wollte vergessen wer ich war, wo ich herkam und was ich verloren hatte. Meinen Körper bot ich jedem daher gelaufenen Penner an. Mein Körper hatte nichts mehr mit mir zu tun. Es war wie eine Selbstbestrafung, dass ich überlebt hatte, während meine Eltern sterben mussten. Ich verlor jeglichen Realitätssinn, jegliche Identität zu mir und meinem Leben. Bis zu dem Tag als ich sie traf. Mara.

Mara war 28 Jahre alt als sie mich fand. Sie war eine schöne junge Frau. Ihre Haare waren blau-schwarz gefärbt und sie trug einen pfiffigen Kurzhaarschnitt. Sie hatte eine sportliche Figur, einen sportlichen Kleidungsstil und ein einnehmendes Wesen. Für mich war sie am Anfang makellos und magisch. Ich erkannte jedoch recht bald, dass Mara auch zu einer völlig anderen Person werden konnte. Ich lernte sie als einen ganz aufgeschlossenen, hilfsbereiten, lebenslustigen und positiven Menschen kennen. Ihre Stimmung konnte sich jedoch von einer Minute zur andern ändern. Es kam nicht oft vor, aber wenn, war sie ein zutiefst verschlossener Mensch mit depressiven Stimmungen und aggressiver Ausstrahlung. Diese Facette ihrer selbst mochte ich überhaupt nicht. Sie erinnerte mich immer an etwas, das ich nicht greifen konnte, dass mich aber zutiefst ängstigte. Mara sprach nie über ihre Vergangenheit und duldete auch keine Fragen dazu. Wenn sie in noch so guter Stimmung war, endete diese umgehend, wenn das Thema auf ihr vergangenes Leben zu sprechen kam. Sie sagte dann immer „dieses Leben und die Person aus dem Leben gibt es nicht mehr und ich möchte nicht darüber sprechen“. Ich lernte nie Verwandte von ihr kennen. Sie seien alle gestorben, war einmal eine Antwort von ihr. Im Laufe der Jahre hatte ich gelernt keine Fragen mehr zu stellen. Immer dann, wenn Mara zu dieser anderen fragwürdigen Person wurde, bin ich dieser aus dem Weg gegangen.

In erster Linie aber war Mara für mich mein Schutzengel und mein Lebensretter. Sie fand mich in einer Gasse, voll gepumpt mit Drogen und Alkohol in meinem eigenen Erbrochenen. Sie sammelte die Reste dessen, was noch von mir übrig war auf und nahm mich mit zu sich nach Hause. Sie pflegte meinen kranken Körper und überzeugte mich in vielen Gesprächen, einen Entzug zu machen. Sie hielt meine Hand als die Krämpfe kamen und widerstand mit viel liebevollen Worten meinem Drängen, mir einen letzten Schuss zu gewähren. Sie opferte sich Wochen auf und half mir den Entzug zu schaffen. Nach der ersten körperlichen Heilung begann sie, sich um mein seelisches Wohl zu kümmern. Sie unterstützte mich auf jede Art dabei, mich selbst zu finden. Sie half mir dabei zu verstehen, dass ich keine Schuld am Tod meiner Eltern trug und selbst ein Opfer war. Sie wurde meine beste Freundin -mein Lieblingsmensch, der Mensch der mich gerettet hatte.

Mit 23 Jahren – 10 Jahre nach dem traumatischen Erlebnis war ich endlich ich selbst und fest entschlossen, mein Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Ich holte meinen Schulabschluss nach, machte eine Ausbildung zur Softwareentwicklerin und trat einen gut bezahlten Job an. All das half mir eine Fassade der Normalität aufzubauen und vordergründig zu leben. Ich war aber nicht in der Lage mich an einen Mann zu binden, eine Familie zu gründen und ein glückliches Leben zu leben. Zu tief saß mein Schmerz, der mich zwar nicht mehr lähmte, aber auch nicht losließ. Das Drama meiner Kindheit begleitete mich Tag und Nacht.

Im Laufe der Jahre hatte ich immer wieder versucht an Informationen zu dem Vorfall zu kommen. Es gab keine brauchbaren Hinweise zum Motiv und zu den Tätern. Niemand war zur Verantwortung gezogen worden. Dieses Wissen hinderte mich, mein Leben zu leben. Ich würde nicht aufgeben, bis ich das Rätsel des Todes meiner Eltern entschlüsselt hatte. Und wenn ich die Möglichkeit bekäme, würde ich sie bezahlen lassen für ihre Taten. Wie ein Mantra betete ich mir dieses Versprechen immer und immer wieder vor, bis sich dieses Versprechen an mich selbst, tief in meine Seele eingebrannt hatte. Zu gegebener Zeit würde ich bereit sein. Das wusste ich.

Als Mara heiratete war ich gerade 30 Jahre geworden und an meiner Geburtstagsfeier hatte sie mich gefragt, ob ich ihre Trauzeugin sein wollte. Als kurze Zeit später ihre wunderbare Tochter Lola auf die Welt kam war ich so stolz, dass ich die Patin des Kindes werden durfte. Ich suchte mir eine Wohnung, nur eine Straße weiter von der Wohnung von Mara. So konnten wir uns häufig sehen, verbrachten alle Feiertage miteinander und manchen Urlaub. Ich gehörte zur Familie. Die einzige Familie, die ich noch hatte. Bis zu Tag, an dem sich noch einmal alles für mich ändern sollte.

Irgendwann überredete ich Mara sich ein Handy zu kaufen. Sie sträubte sich wochenlang dagegen bevor sie zustimmte. Sie wollte jedoch das Handy nur für organisatorische Themen wie als Navigationsgerät, als Fotoapparat, für den Kalender nutzen, aber nie für Social Media, Kurznachrichten oder Telefonate. Tatsächlich hütete sie ihre Handynummer wie ihren wertvollsten Schatz. Ihre Telefonnummer hatten nur ihr Mann und ich. Und sie hatte uns deutlich zu verstehen gegeben, dass eine Weitergabe der Nummer weitreichende Konsequenzen zur Folge hätte. Sie sagte das mit derartigem Nachdruck -keiner von uns hätte sich je getraut die Forderung zu hinterfragen oder die Nummer weiterzugeben. So kannten wir Mara. Manchmal aggressiv, seltsam und geheimnisvoll.

Mit der Technik hatte Mara überhaupt nichts am Hut. Ich war der Technikfreak und half Mara immer, wenn sie Probleme mit ihrem Internet, ihrem Handy oder ihren Streaming Diensten hatte. So wunderte es mich auch nicht, als sie völlig verzweifelt anrief und mich bat, ihr Handy zu checken. Sie wolle ihre Karten für das Navigationssystem aktualisieren, aber das Handy würde immer wieder melden, dass kein Speicherplatz mehr übrig sei. Lächelnd sagte ich ihr zu, am Nachmittag vorbei zu kommen und ihr Handy zu checken.

Die kleine Lola raste schon auf mich zu als ich die Tür öffnete und flog mir in die Arme. „Gedda – so schön, dass du da bist. Spielen wir?“ „Tut mir leid Lola, ich muss was für Mami checken und habe heute ganz wenig Zeit. Wir holen das bald nach. Versprochen.“ Die Kleine zog eine Schnute und nuschelte – na guuut, während sie schon wieder in den Garten stürmte. Lächelnd sah ich ihr nach und ging Richtung Küche. „Na, du Technikgenie, dann zeig mal Dein Handy her“ begrüßte ich Mara. Sie sah mich mit einem durchdringenden Blick an. Ihre Lippen waren zusammen gepresst zu einem waagerechten Strich. Sie sah verwirrt und fahrig aus. „Nicht witzig“ war ihre Antwort und ich wusste schon – meine Mara war gerade weg. „Ich wäre dir einfach dankbar, wenn du das Drecksdings wieder zum Laufen bringen würdest.“ Blaffte sie mich an. Da mit dieser Person nicht gut Kirschen essen war, fragte ich nur „alles in Ordnung?“ Ups – schon zu viel. „Nerv mich nicht. Ich habe keinen Bock auf Gelaber. Ich geh mal schauen was Lola macht, während du den Fehler suchst“. Mit diesen Worten verließ sie die Küche. Ich konnte nicht behaupten, dass ich darüber in dem Moment sehr traurig war.

Ich kannte ihre PINs, Passwörter und Zugangsdaten, da ich ihre technischen Geräte alle eingerichtet hatte. So entsperrte ich das Handy und machte mich auf die Fehlersuche. Plötzlich poppte eine Nachricht auf. „Glaubst du ich bekomme Deine Handynummer nicht raus? Für wen hältst du dich?“ war dort zu lesen. „Du kleines Miststück meinst wohl, du könntest meine Briefe ignorieren“ las ich weiter. „Wer war denn das“, fragte ich mich. Und schon kam die nächste Nachricht herein „ich will das Geld und zwar schnell. Ansonsten werde ich die Beweise an die Polizei schicken. Dann kannst du dein schönes Leben abschreiben“. Jetzt war ich beunruhigt. Der Absender gab sich nicht zu erkennen und die Nummer war nicht gespeichert und somit unbekannt. Was hatte das nur zu bedeuten.

Zwei Nachrichten poppten nacheinander auf. Die eine Nachricht war ein Bild, die zweite Nachricht lautete „glaubst du immer noch, dass ich bluffe?“ Ich öffnete das Bild und sah mein Elternhaus. Ich konnte mir überhaupt nicht erklären, was das zu bedeuten hatte. Warum sendete der Unbekannte ein Bild meines Elternhauses und was hatte es mit dieser seltsamen Nachricht auf sich. Eine weitere Nachricht poppte auf mit einem weiteren Bild im Anhang. Das Bild zeigte meine Eltern im Garten am Tisch sitzend.

Meine Eltern – ich starrte auf das Bild. Ich hatte mir so lange keine Bilder meiner Eltern angesehen. Tränen füllten sich in meinen Augen und eine große Traurigkeit überkam mich. Ich war kurz in diesem Garten, am Tisch mit meinen Eltern, wir lachten und genossen den wunderschönen Tag. Das Zwitschern der Vögel, den Wind, der sanft und warm über unsere Haut strich. Aber ich war nicht dort. Ich saß in der Küche von Mara mit ihrem Handy in der Hand. Eines war mir sofort klar. Ich wollte wissen was hier gespielt wurde und ich würde sicher nicht Mara danach fragen. Schon gar nicht, wenn sie so drauf war wie jetzt.

Ich wischte mir schnell die Tränen aus dem Gesicht und fasste einen Entschluss. Ich musste das Handy mitnehmen, damit ich mich mit dem Unbekannten als Mara in Verbindung setzen und herausfinden konnte, um was es hier ging und was ich und meine Familie damit zu tun hatten. Blitzschnell überlegte ich mir eine Geschichte für Mara und lief in den Garten. Ich sagte so selbstbewusst ich konnte „Du, ich müsste das Handy mitnehmen und neu aufsetzen. Es lässt sich jetzt gar nicht mehr starten. Irgendein Fehler ist da aufgetreten, den ich hier nicht analysieren kann. Ich hoffe es war nichts Wichtiges auf dem Handy? Die Daten sind nach dem Neustart alle weg. Die Bilder, Navigation und Kalenderdaten kann ich dir allerdings wieder drauf laden. Die sind in der Cloud gespeichert.“ Mara erwiderte schlecht gelaunt „kannst du es nicht hier reparieren?“ „Nein – ich brauche die PUK dafür und die habe ich zu Hause. Ich mache mich gleich nachher dran. Wenn alles gut läuft, kann ich es dir morgen früh wiederbringen“. Mara stimmte widerwillig zu und bevor sie noch länger über Sinn oder Unsinn meiner Geschichte nachdenken konnte, verabschiedete ich mich auch schon. Ich hatte es jetzt sehr eilig nach Hause zu kommen.

Ich saß an meinem Esszimmertisch und schaltete das Handy wieder ein. Die Anzeige „Speicher voll“ erschien. Ich drückte sie weg und öffnete das Nachrichtenprogramm. Meine Hände zitterten, als ich noch einmal die Nachricht las und die Bilder ansah. Konnte es sein, dass Mara etwas mit dem Vorfall von damals zu tun hatte? Alleine bei der Vorstellung drehte sich mir der Magen um. Nein – das konnte unmöglich sein. Es musste sich hier um eine Verwechslung handeln. Ich überlegte kurz ob ich die Sache nicht einfach ruhen lassen wollte. Aber hatte ich überhaupt eine Wahl? Es gab für mich keine Alternative. Wenn es eine Möglichkeit gab etwas zu erfahren, dann musste ich der Sache jetzt auf den Grund gehen. Ich hatte es mir geschworen. Hier war meine Chance.

Also begann ich, eine Nachricht zu verfassen. „Was willst du von mir? Ich weiß nicht wovon du redest. Die Bilder beweisen gar nichts.“ Begann ich meine Nachricht. Vielleicht würde der Unbekannte sich dazu hinreißen lassen, mir in einer Nachricht mehr Informationen zu geben. Ich drückte auf Senden und wartete.

Die nächsten Minuten waren lang – sehr lang. Ich lief auf und ab und wartete, dass ein Piepston den Eingang einer Nachricht meldet. So vergingen 8 lange Minuten, ohne dass sich etwas tat. Und dann kam sie – die Nachricht des Unbekannten. “Ach, hat die feine Dame jetzt beschlossen endlich zu antworten. Du hast nicht erwartet, dass es die Bilder noch gibt. Ich habe die Beweise nicht vernichtet, wie du es von mir verlangt hast. Es ist alles noch da. Ich habe über den Preis nochmal nachgedacht. 500.000 € ist – denke ich – angemessen für den Schutz Deines „tollen“ Lebens, mit deiner perfekten Familie und vor allem deiner allerbesten Freundin“. Hinter dem Wort „Freundin“ war noch ein Zwinkersmiley und ein lachender Smiley mit Lachträne angefügt worden und damit endete die Nachricht.

Ich sank auf den Boden. Ich hatte es zwar gelesen, aber mein Verstand konnte die Informationen noch nicht verarbeiten, nicht in Zusammenhang bringen und nicht ordnen. Es war mir nicht möglich einen klaren Gedanken zu fassen und zu begreifen, was ich da gerade gelesen hatte. Ich wusste nur eins – mein Leben würde nach dieser Nacht ein zweites Mal nicht mehr so sein, wie es mal war.

Ein Weinkrampf schüttelte mich als mir klar wurde, ich stand mit einem der Mörder in Kontakt und Mara hatte etwas mit dem Tod meiner Eltern zu tun. Meine Mara. Nur langsam lichtete sich der Schleier in meinem Kopf und ich fing an mir Fragen zu stellen. Wie war Mara beteiligt und wie groß war ihre Rolle damals? Ich brauchte noch mehr Informationen. Also versuchte ich meine Gedanken zu ordnen und antwortete dem Unbekannten „Nochmal – nichts was du geschrieben hast beweist, dass du auch nur irgendetwas weißt. Ich habe keine Veranlassung irgendetwas zu tun“. Ich drückte auf Senden und wartete, den Kopf in den Händen, auf die sicher niederschmetternde Antwort.

Statt einer Nachricht, klingelte das Handy. Erschrocken fuhr ich zusammen. Er rief an. Unschlüssig ob ich das Gespräch annehmen sollte oder nicht, starrte ich auf das Handy.

Wie betäubt drückte ich auf „Annehmen“ und hielt das Handy ans Ohr. Sobald ich mit dem Anrufer verbunden war, prasselte bereits der Wortschwall auf mich ein. „Du blöde Kuh. Denkst du wirklich du kommst aus der Nummer noch raus? Ich habe alle Bilder von damals. Auch das eine Bild. Meinst du deine kleine Freundin wäre immer noch so nett, wenn sie wüsste, wie du genau ihre Familie ausgesucht hast? Dass du einfach nur zum Spaß ihre Eltern gefoltert und umgebracht hast? Was würde sie wohl sagen, wenn sie wüsste, dass du dabei gewesen bist. Was denkst du würde dein Töchterlein wohl von Dir halten? Du hast zwar ein feines Leben und eine heile Familie, du bist aber immer noch das dreckige durchtriebene Ekel, das ich kennen gelernt habe. Wie krank muss man sein. Legt die Eltern um und macht dann deren Kind zur besten Freundin. Da stimmt doch was gewaltig nicht bei dir. Und wenn du jetzt glaubst ich mache nicht ernst, weil ich im gleichen Boot sitze, hast du dich geschnitten. Vor dem Knast habe ich keine Angst. Kannst du das auch sagen? Und jetzt rate ich dir das Geld zu besorgen. Sonst…“ Ich legte auf. Minutenlang sah ich auf das Handy. Ich hatte genug gehört. Noch konnte mein Verstand es nicht erfassen. Es schien als hätte Mara damals mein Leben zerstört. Und schlimmer noch. Wenn das stimmte, dann hatte sie sich offensichtlich an meinem Leid erfreut. Anders war das alles doch gar nicht zu erklären.

Das Handy piepste. Ein weiteres Bild. Mit zitternden Händen öffnete ich es. Es zeigte meine Eltern kniend auf dem Boden. Sie sahen mit Schreckens geweiteten Augen Richtung Kamera. Hinter meiner Mutter stand eine Frau. Sie hatte eine Waffe auf den Hinterkopf meiner Mutter gerichtet. Ihr Gesicht war nicht verhüllt. Es war Mara. Wie betäubt stellte ich das Handy ab.

Eine eisige Kälte durchfuhr mich und legte sich fest um mein Herz. Deshalb wollte sie nichts mehr von ihrer Vergangenheit wissen. Jegliches Gefühl für Mara war innerhalb weniger Minuten gestorben. Es regte sich nur noch ein Gefühl in mir. Lodernder unbändiger Hass. Endlich kannte ich das Geheimnis. Endlich wusste ich, wer dafür verantwortlich war. Endlich konnte ich jemanden zur Rechenschaft ziehen. Es gab nur eine einzige gerechte Strafe dafür -den Tod.

Dieser Gedanke setzte sich fest und ließ mich die ganze Nacht nicht mehr los. Rückblickend war diese Nacht die wohl Schwärzeste in meinem Leben. An viel kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich war wie weg getreten, saß auf dem Boden und starrte an die Decke, während ich die Worte des Unbekannten immer wieder in meinem Kopf hörte und dieses schreckliche Bild vor meinen Augen sah. Als der Morgen graute, hatte ich einen groben Plan entworfen. Es musste gleich heute geschehen. Es blieb keine Zeit zu warten. Der Plan hatte Schwächen und sein Gelingen hing auch davon ab, ob Mara ihrem Mann erzählt hatte, dass ich ihr Handy habe. Aber dieses Risiko musste ich jetzt eingehen.

Mara brachte ihre Tochter gegen 08:00 Uhr in den Kindergarten. Ihr Mann verließ gegen halb neun das Haus. Wenn ich also um 09:00 Uhr bei ihr aufschlug, wäre das vermutlich der richtige Zeitpunkt. Bevor ich zu ihr gehen konnte, musste ich noch ihr Handy in Ordnung bringen. Als ich es startete waren 5 Telefonanrufe in Abwesenheit und 5 Nachrichten auf dem Display zu sehen. Ich hatte genug gehört und gelesen. Ich machte wieder Speicherplatz frei und schaltete das Handy ab.

Für die Umsetzung meines Plans benötigte ich Schlaftabletten und ein Seil. Die Schlaftabletten waren das kleinste Problem. Ich hatte genug in der Schublade, um mir über schlaflose Nächte hinweg zu helfen. Bei dem Seil sah es schon anders aus. Ein Seil hat man nicht einfach so in der benötigten Länge zu Hause rumliegen. Aber hier half mir der Zufall weiter. Auf der gegenüberliegenden Seite wurde gerade ein Haus umgebaut. Die Besitzer renovierten das Haus selbst und da kam schon die ein oder andere einfache Technik zum Einsatz. Unter anderem zogen sie mache Lasten mit einem Flaschenzug ins Obergeschoss. Genau dieses Seil vom Flaschenzug benötigte ich für meinen Plan.

Also schlich ich mich im Morgengrauen aus dem Haus. Um mich herum schlief noch alles. Ich wusste, dass dieser Teil des Plans riskant war. Könnte mich doch jederzeit ein Spaziergänger oder Nachbar entdecken. Schnell rannte ich über die Straße. Ich schnappte mir das Seil und versuchte, den Knoten zu lösen, der um den Griff des Eimers geschlungen war. Der Knoten bewegte sich keinen Millimeter. Schweiß stand auf meiner Stirn. Wenn ich dieses Seil nicht bekäme, könnte ich den ganzen Plan vergessen. Ich schaute mich kurz um, weil ich das Geräusch eines Rollladens gehört hatte. Noch war sonst alles ruhig. Ich zerrte und versuchte, den Knoten zu lösen. Nur langsam gab der Knoten nach. 15 lange Minuten später, hatte ich endlich den Knoten vom Eimer gelöst und konnte das Seil zusammenrollen. Schnell schaute ich mich nochmal um und rannte über die Straße zu meinem Haus. Es war geschafft. Alles war vorbereitet.

Kurz vor neun machte ich einen Smoothie, den Mara so gerne trank, löste die Schlaftabletten darin auf und machte mich auf den Weg, sorgsam darauf achtend, dass mich niemand sah. Wie erwartet war das Haus leer. Meine Mara saß am Frühstückstisch. „Hey, schön, dass du kommst. Hast du nicht gut geschlafen? Du siehst schrecklich aus“. Keine Spur mehr von schlechter Laune. Mit Mühe brachte ich ein Lächeln zustande und erwiderte „ja – es war keine so gute Nacht. Vielleicht haben wir ja Vollmond. Da kann ich nie besonders gut schlafen“. „Na komm, setz dich hin und trink einen Kaffee“ meinte Mara „Nein danke. Ich habe zu Hause schon einen getrunken“ erwiderte ich. „Aber schau mal. Ich dachte ich bringe Dir deinen Lieblings Smoothie mit. Den habe ich heute Morgen gebraucht und da habe ich dir gleich einen mitgemacht“. Erfreut nahm sie das Getränk entgegen und bedankte sich, während sie einen großen Schluck davon nahm. „Der hat zwar einen bitteren Beigeschmack, aber das mag ich“ bemerkte sie.

Fasziniert beobachtete ich, wie sie Schluck für Schluck ihren Smoothie trank, bis nichts mehr davon übrig war. Ich gab ihr das Handy und mit dem letzten Schluck ihres Smoothies schaltete sie es ein. „Ich danke dir, dass du danach geschaut hast. Das ist furchtbar lieb. Ich wäre echt total aufgeschmissen ohne Dich“. Ja ja, dachte ich. Dein doofer Lakai hat es für dich gerichtet. Ich sah sie an und konnte gar nicht glauben, dass ich dieser Frau so sehr vertraut hatte.

Sie gab die PIN-Nummer ein und das Handy startete. Es piepste. Erstaunt schaute sie auf das Display. „Hast du mir eine Nachricht geschickt?“ „Nein“ sagte ich. „aber gestern Abend kamen so einige Nachrichten rein“. Ich beobachtete sie als sie die Nachrichten – eine nach der anderen öffnete. Ihr Blick erstarrte immer mehr und sie begann zu zittern. Langsam hob sie den Kopf und sah mich an. Mein Lächeln war längst verschwunden und in meinen Augen musste eine eisige Kälte gelegen haben. Ihr Gesicht nahm einen entsetzten Ausdruck an. Sie so zu sehen tat mir unheimlich gut. Eine tiefe Befriedigung ergriff mich während sie verstand – ich wusste alles.

Sie begann stotternd zu sprechen „Hör mal. Wir waren jung und wir waren so unglaublich dumm“. „Warum“ fragte ich. „Sag mir einfach – Warum meine Eltern?“. Ihr Blick irrte im Raum umher. „WARUM“ schrie ich jetzt. „Es – gab keinen Grund. Wir wollten“ ihre Stimme brach. „Was wolltet ihr“ ich schrie immer noch. Sie weinte nun. Ein surrealer Anblick. Ich hatte sie noch nie weinen sehen. „Wir waren dumm“ wiederholte sie. Ich verstand „Ihr wolltet nur mal einen Menschen töten! Mal schauen wie sich das anfühlt“ schrie ich spottend. Sie nickte langsam und versuchte, vom Stuhl aufzustehen. Die Schlaftabletten zeigten bereits ihre erste Wirkung. Sie konnte sich kaum auf den Beinen halten. Ihre Lider waren auf einmal sehr schwer. „Ich hatte es wieder gut machen wollen. Das musst du mir glauben.“ Ich sah sie nur an. „Wirklich – Ich habe dich gesucht damals. Ich wollte dir helfen. Es tut mir so unendlich leid“. „Ihr habt meine Eltern kaltblütig ermordet. Sie haben niemandem etwas getan. Sie waren völlig unschuldig“ erklärte ich langsam und mit eisiger Stimme. Ich empfand in diesem Moment nichts. Die zarte Stimme in meinem Inneren, die sie in Schutz nehmen wollte, prügelte ich brutal nieder. Jegliche Emotionalität war aus meinem Körper gewichen. Ich selbst fühlte mich, als würde ich neben mir stehen und die Szene beobachten.

Das Sprechen fiel ihr immer schwerer. „Was ist mit mir“ stammelte sie. In aller Seelenruhe stand ich auf und legte die Utensilien bereit. Ihr Geländer im Flur war ideal für mein Vorhaben. Ich konnte das lange Seil mit einer Schlinge sehr gut daran befestigen. Ich stellte einen Stuhl bereit und wartete. Sie stammelte immer wieder „bitte, bitte – tu mir das nicht an“ aber ich antwortete nicht. Ich schaute einfach zu wie sie sich dagegen wehrte ein zu schlafen. Aber es half ihr nicht.

Eigentlich hatte sie diesen sanften Tod gar nicht verdient. Aber alles andere hätte viel mehr Planung benötigt. Dazu war einfach keine Zeit. Ich schleppte sie zum Stuhl, setzte sie darauf und legte die Schlinge um sie herum. Dann nahm ich das lange Seil und ging die Treppe nach oben. Am höchsten Punkt schlang ich das Seil ums Geländer und zog sie nach oben. Mein Gott war sie schwer in diesem schlaffen Zustand.

Meine Wut verlieh mir unbändige Kräfte und ich schaffte es, sie hin zu hängen. Ich schwitzte stark vor Anstrengung. Im Schlaf schien sie zu zappeln, während der Strick ihr die Luft nahm. Langsam ging ich die Treppe hinunter und fixierte ihren Körper, der zappelnd am Seil hing. Ich prüfte noch, ob ich die richtige Höhe gewählt hatte. Schließlich sollte das Ganze nicht durch einen technischen Fehler auffliegen. Ich hatte mal in einer Crime Serie gesehen, dass ein Selbstmord als Mord erkannt wurde, weil der Hängende gar nicht hätte auf dem Stuhl stehen können. Tja – diesen Fehler würde ich nicht machen. Das Zucken ließ immer mehr nach. Zeit für mich zu gehen. Ich legte das Handy auf den Boden unter sie und verließ ungesehen das Haus. Wer auch immer es einschalten würde, fände sofort das Bild, dass ihre Schuld bewies. Im Zusammenhang mit den ganzen Nachrichten, die sie erhalten hatte, würde das ihren Selbstmord sicher erklären.

Die Arbeit rief. Der Tag, der so schlimm begonnen hatte wendete sich nun zu einem hervorragenden Tag. Die Sonne schien. Es war so ein perfekter Frühsommertag wie der, an dem meine Eltern starben. Ich sog tief die angenehme Luft in meine Lunge.

Ich sah in den Spiegel als ich mich langsam anzog. Es waren furchtbare Tage für die Familie von Mara gewesen. Die kleine Lola war untröstlich. Sie konnte den Tod ihrer Mutter nicht fassen. Ihrem Vater ging es nicht besser. Er hatte sehr viel zu verdauen. Zum einen war seine Mara eine kaltblütige Mörderin und zum anderen konnte er nicht glauben, dass seine Mara sich das Leben genommen hatte. Seine Welt war binnen Sekunden eingestürzt.

Er fand sie, als er am Mittag zum Essen nach Hause gekommen war. Es war ein totaler Schock. Auf dem Boden lag ihr Handy. Die hinzu gerufene Polizei untersuchte es und fand alle Bilder und Nachrichten. Sie nahm das zum Anlass, den Cold Case meiner Eltern wieder aufzunehmen. Der Komplize war schnell gefasst. Hatte der Idiot doch sein Handy verwendet. Nicht etwa ein Wegwerf Handy. Über die Nummer konnte er problemlos identifiziert werden. Innerhalb weniger Tage saß er hinter Schloss und Riegel. Mein Glück war mir treu geblieben. Mara hatte ihrem Mann nichts von der Reparatur ihres Handys erzählt. Sonst wäre aufgefallen, dass die Nachrichten und Bilder sie in der Nacht vor ihrem Selbstmord gar nicht erreicht hatten.

Ich spielte meine Rolle, war untröstlich, schockiert unendlich traurig und weinte bittere Tränen – schließlich erfuhr ich ja erst jetzt, dass sie die Mörderin zumindest meiner Mutter war. Ihr Mann und ich versuchten uns gegenseitig zu trösten. Schließlich waren wir beide von Mara verraten und getäuscht worden. Mein Plan war aufgegangen.

Ich ging zu Maras Familie, um sie bei ihrem schweren Gang zum Friedhof zu begleiten – um ihretwillen -nicht um Maras Willen. Als ich am Grab stand richtete ich stumm ein paar letzte Worte an Mara:

Meine liebe Mara, ich werde deinen Lieben jetzt beistehen und ihnen über die Trauer hinweghelfen. Ich werde an Deinen Platz treten und mir alles nehmen, was einmal Dir gehört hat. Ich werde Deine Tochter aufwachsen sehen und dafür sorgen, dass ihre Mutter nur noch ein Schatten in ihren Gedanken ist. Ich werde jetzt einen Schlussstrich ziehen und nach vorne blicken. Mein Versprechen an mich habe ich eingelöst. Ich habe es nun verdient, ein neues Leben zu leben. Vergeben kann ich dir nicht, aber es ist an der Zeit, dich zu vergessen.

Nach all den Jahren, nach all dem Leid, spürte ich endlich, dass ich damit abschließen konnte. Es konnte ein neues Leben beginnen – mein drittes Leben. Tiefe Zufriedenheit durchfloss meinen Körper, während wir vom Friedhof nach Hause fuhren.

Ende

25 thoughts on “Das dritte Leben

  1. Hallo Silke, Deine Geschichte hat mir wirklich unfassbar gut gefallen. Ich bin entsetzt darüber, dass sie derzeit so wenig Likes hat. Die Geschichte hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen. Das Handy ist richtig kreativ in die Geschichte eingebaut. Die Handlung ist nicht 0815. Dein Schreibstil ist super, liest sich flüssig und vermittelt die Emotionen und baut Spannung auf. Ich habe jedes Wort geglaubt. Ist das Dein erstes Werk oder hast Du schon vorher geschrieben?
    Ich würde Dir gerne mehr als ein ♥️ dafür geben. 👏👏👏

    Vielleicht magst Du ja auch meine Geschichte „Stumme Wunden“ lesen, das würde mich sehr freuen. 🌻🖤

    Liebe Grüße, Sarah! 👋🌻 (Instagram: liondoll)

    Link zu meiner Geschichte: https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/stumme-wunden?fbclid=IwAR1jjPqPu0JDYk0CBrpqjJYN78PYopCEU1VGdqzCvgp7O4jnGKQSFdS6m6w

    1. Liebe Sarah, ich danke dir ganz herzlich für dieses tolle Feedback. 💐 Das hat mich sehr berührt und gefreut. Tatsächlich ist es mein erster Versuch zu schreiben. Es hat viel Spaß gemacht und auch wenn die Geschichte bei den meisten vielleicht nicht an kommt, ist mir jeder einzelne sehr wertvoll, den ich mit der Geschichte erreichen konnte. 🙏 Danke Dir .
      Gerne lese ich deine Geschichte.

      Liebe Grüße, Silke

  2. Hallo Silke,

    bin über Instagram auf Deine Geschichte aufmerksam geworden. Welch ein Glück, kann ich nur sagen! Toll geschrieben, interessanter Inhalt und einfach klasse.
    Ich muss mich Sahra anschließen… wo sind die mindestens 100 Likes, die Deine Geschichte verdient hat?!?! 😉

    Ich drücke die Daumen, dass sich das noch ändert. Mein rotes Herz bekommst Du auf jeden Fall!

    LIKE!

  3. Hallo Silke,
    deine Geschichte ist wirklich richtig gut. Du hast mit diesem Schicksalsschlag angefangen, ihren weiteren Lebenslauf sehr gut geschildert bis zu dem Wendepunkt in ihrem Leben, als Mara auf der Bildfläche erscheint. Ich fand es so spannend, durch deinen tollen flüssigen und bildhaften Schreibstil. Kurz vor dem Ende hab ich mich gefragt, wie es wohl endet. Zieht sie es durch oder…ich möchte nichts spielen, außer dass deine Geschichte auf jeden Fall lesenswert ist und ich hoffe, dass du weiterschreibst. Du hast echt Potenzial.
    Mein ❤ ist dir sicher!

    Liebe Grüße frechdachs 😊

  4. Hallo Silke,

    Instagram hat mich auf deine Geschichte aufmerksam gemacht und dein Titel hat mich neugierig gemacht. Sehr krasse Geschichte, gerade wie die Personen miteinander verwoben sind.
    Das Ende hat mir gefallen, vor allem, weil es die Entwicklung der Hauptfigur sehr gut auf den Punkt bringt.
    Ich bin großer Fan von umschreibenden Sätzen und ausgefallenen Ausdrücken… Bei dir sind die Sätze eher sachlich gehalten und auf den Punkt. Zu deiner Geschichte hat das gepasst, daher auch mein Herzchen.

    Viel Erfolg für dich,

    Jenny /madame_papilio

    Ich würde mich freuen, wenn du auch Lust hast meine Geschichte zu kommentieren. Sie heißt „Nur ein kleiner Schlüssel“

    1. Hallo Jenny,
      ich danke Dir herzlich für Dein Feedback. Es hat mich gefreut, dass Dir meine Geschichte gefallen hat. Das Sachliche kommt vielleicht ein bissel von meinem Job. So ganz ablegen kann ich das nicht, aber – ich werde versuchen emotionaler zu schreiben :-). Dir auch viel Erfolg mit Deiner Geschichte.

  5. Liebe Silke

    Ja, sach ma?

    Kannst du mir bitteschön erklären, warum eine so geniale und tolle Geschichte wie DEINE erst so wenige Herzen hat?

    Das ist definitiv nicht okay.
    Und das muss geändert werden.
    🙂

    Deine Geschichte ist großartig.

    Du hast ein riesiges Potenzial.

    Ich habe gelesen, dass es eine deiner ersten Geschichten war?
    Unglaublich.

    Meine ersten Stories lasen sich im Vergleich zu deiner Geschichte wie ein Schüleraufsatz in der sechsten Klasse.
    Und ich hätte im Traum nicht daran gedacht, an einem Sebastian Fitzek Wettbewerb teilzunehmen.
    🙂

    Für diesen Mut, dieses Selbstverständnis, dieses Selbstvertrauen zolle ich dir den höchsten Respekt.
    Echt toll.

    Deine Geschichte hat mir gut gefallen.
    Du hast die Parameter gut umgesetzt, die Spannung hast du nahezu komplett gehalten, zumindest bei mir, und das Finale war sehr überraschend und professionell.

    Du bist wirklich eine gute Autorin.
    Und das sage, schreibe ich nicht bloß so daher.

    Ich lasse dir sehr gerne ein Like da.

    Du kannst sehr stolz auf dich sein.
    Ich bin es.

    Unglaublich, da haut uns eine ABSOLUTE Nachwuchsautorin sooo eine Geschichte um die Ohren.
    🙂
    So, meine Liebe

    Genug gelobt.

    Nun zu einem anderen, ernsteren Thema.
    Wie schafft es die Silke ins EBook?
    Du musst deine Likezahl nur verdoppeln, und das sollte bei so einer tollen Geschichte kein Problem sein.
    Du musst dich nur trauen.

    Tritt der Gruppe wir_schrieben_zuhause auf Instagramm bei. Das ist ein Zusammenschluss von insgesamt über 400 AutorInnen des gesamten Projektes.
    Dort kannst du deine Geschichte noch einmal vorstellen.
    Habe keine Angst.
    Du musst dich nämlich nicht verstecken.

    Und dann lies und kommentiere hier auf wirschreibenzuhause was das Zeug hält.

    Und dann sprich deine Freunde an.
    Sie sollen sich anmelden, gaaanz viele Geschichten lesen, kommentieren und sich am Ende deine Geschichte gönnen.

    Es wäre doch gelacht, wenn du nicht ins EBook kommen solltest.

    Ich glaube an dich.

    Denn deine Geschichte ist besser als der Durchschnitt.
    Du hast es drauf, und ich hoffe, dass du noch viele bezaubernde Leser erreichen und viele bezaubernde Geschichten schreiben wirst.

    Und stell dir vor:
    Du reichst als Erstschreiberin bei Sebastian Fitzek eine Geschichte ein und kommst ins EBook.

    Was wäre deine Familie, was wären deine Freunde und Lieben stolz auf dich.
    Also, Silke.
    Kämpfe.
    Noch hast du 3 Wochen und alle Chancen.

    Ich wünsche dir und deiner Geschichte alles Gute und viel Erfolg.

    Und wenn du es geschafft hast, melde dich bitte mal bei mir.
    Ich würde mich sehr freuen.

    Kollegiale und liebe Grüße, Swen Artmann (Artsneurosia)

    Ich würde mich sehr freuen, wenn du auch mal in meine Geschichte reinlesen würdest.
    Noch mehr freue ich mich natürlich über einen ehrlichen Kommentar.

    Meine Geschichte heißt:

    „Die silberne Katze“

    Vielen Dank.
    Swen

    1. Lieber Swen,
      welch eine Ehre so ein Feedback von einem erfahrenen Autor wie Dir zu erhalten. Ich bin ehrlich gerührt und erfreut über diese Einschätzung. Ist man doch eher skeptisch über die Dinge, die man leistet. Ganz herzlichen Dank für das überaus große Lob :-).

      Tatsächlich bin ich Erstschreiber, was den Nebeneffekt hat, dass ich in Punkto „Werbung“ so gar keinen Plan habe bzw. dahingehend nicht so selbstbewusst bin. Auf „Wir-schrieben-zu-Hause“ bin ich bereits und hatte die Geschichte auch schon vorgestellt. Aber offensichtlich nicht gut genug bzw. es wurde nur in der Story geteilt. Das ist eher untergegangen. Aber mal sehen, was ich in den nächsten 3 Wochen noch erreichen kann.

      Deine Geschichte werde ich sehr gerne lesen und ich lasse Dir sicher auch einen Kommentar da.

      Liebe Grüße
      Silke

  6. Silke! Ich habe nur ein einziges Wort für Deine Geschichte: SUPER!
    Wieso hat die nicht schon -zig Likes?
    Verstehe ich nicht.
    Deine Geschichte war die ERSTE, die ich geliked habe, BEVOR ich sie zu Ende gelesen hatte.
    Und weißt Du, warum? Deswegen:

    „Es war ein lauer Abend im Mai. Es duftete nach frisch gemähtem Gras und Sommer. Meine Eltern kümmerten sich ums Abendessen. Alles war wie immer. Es sollte das letzte Mal so sein.

    Sie kamen durch die offene Veranda Tür. Zwei maskierte Personen. Ich versteckte mich so schnell ich konnte auf dem Dachboden. Von dort aus musste ich die Schreie meiner Eltern hören, als man sie brutal verprügelte und quälte. Mehrere Stunden hielt man sie gefangen, peinigte und schlug sie immer wieder, bis sie kaum mehr zu erkennen waren. Es schien wie eine Erlösung, als die Peiniger sich entschieden, meine Eltern zu erschießen. Danach kam die Stille. Sie breitete sich aus in unserem Haus, kroch in jeden einzelnen Raum bis zu meinem Versteck und bis in meine Seele. Einzig in meinem Kopf war es laut. Sehr laut. Die Schreie meiner Eltern begleiteten mich lange Zeit, Tag und Nacht, Woche um Woche, Jahr um Jahr….“

    Ich habe selten bessere Opener gelesen. Auch nicht von professionellen Autoren. Ganz, ganz großes KINO. Ich gäbe Dir 1000 Likes, wenn ich könnte.
    Kann ich aber nicht, darum nur eines, aber das wirklich von Herzen.

    Kollegiale Grüße! Kathrin aka Scripturine
    Gern heiße ich Dich bei mir und meiner Geschichte willkommen, sie heißt „Die Nacht, in der das Fürchten wohnt“ und Du findest sie hier: https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/die-nacht-in-der-das-fuerchten-wohnt

    1. Liebe Kathrin,
      ich danke dir ganz ganz herzlich für dein tolles Feedback. Ich freu mich so, dass dir meine Geschichte so gut gefallen hat.
      Tja die Likes. Ich habe leider wenig Zeit Werbung zu machen und daran hapert es sicher. Aber ich freue mich über jedes Like – auch sehr über deines.
      Lg
      Silke

  7. Liebe Silke,

    danke für diese Geschichte – sie ist großartig! Du hast einen tollen und flüssigen Schreibstil und die Spannung war von Anfang an gegeben. Wirklich toll!

    Ich hoffe, du bekommst noch ein paar Likes, denn die hast du definitiv verdient!

    LG & alles Gute, ich hoffe, du schreibst noch viele Geschichten…
    Yvonne/ voll.kreativ (Der goldene Pokal)

  8. Liebe Silke,
    deine Geschichte hat mich von Anfang an mitgerissen und ich bin so froh, sie noch kurz vor Ende des Wettbewerbs gelesen zu haben. Natürlich lasse ich dir mein Like da.
    Viele liebe Grüße, Sandra

    P.S.: Vielleicht hast du noch Lust und Zeit meine Geschichte „Die Staatsanwältin“ zu lesen.

  9. Moin Silke,

    und noch eine dieser unfassbaren, geilen Geschichten in diesem Wettbewerb!

    Vom Anfang an hängt man in deiner Gedankenwelt. Spannend, packend erzählst du uns hier eine Geschichte über Verlust, Verdrängung und Rache!

    Sehr, sehr gut geschrieben. Die Ich-Perspektive beherrscht du fantastisch , nicht einfach, aber du lässt es einfach aussehen. Gekonnt und sicher! Hut ab, Silke…

    Die Wandlung deiner Protagonisten ist mega gut skizziert. Dein Ende purer Wahnsinn.

    Mein Like lass ich dir gerne da und wünsche dir alles Gute für’s Voting.

    LG Frank aka leonjoestick ( Geschichte: Der Ponyjäger)

  10. Hallo Silke!

    Zum Glück bin ich noch rechtzeitg auf deine Geschichte gestoßen! Ich bin einfach nur BEGEISTERTund bin auch ziemlich überrascht, dass deine Geschichte nicht mehr Likes hat. Mein Like hast du jedenfalls. Ich bin ja normalerweise kein Fan von der Ich-Form, aber bei dir ist es mir fast nicht aufgefallen und das will schon was heißen. Ich wünsche dir viel Glück und drücke dir die Daumen fürs E-Book! Verdient hättest du es mit dieser Geschichte allemal!

    LG, Florian

    PS. Ich würde mich auch sehr freuen, wenn du auch meine Geschichte lesen und sie vlt kurz kommentieren könntest.

    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/schach-matt

  11. Liebe Silke,

    wow, deine Geschichte ist wirklich grossartig. Extrem spannend, super geschrieben und sehr mitreissend. Ich hab eben meinen halben Fingernagel beim Lesen abgekaut. Nervenkitzel pur. Ich hoffe, deine Geschichte bekommt noch ein paar Likes. Du hättest es absolut verdient, ins Ebook zu kommen. Ich drücke dir die Daumen und gebe dir gerne Like Nummer 29.
    Alles Gute weiterhin.
    lg Kerstin

    Falls du noch Lust, Zeit und Energie zum Lesen hast, lass ich gerne meinen Link da. https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/das-maedchen-dana

  12. Hallo Silke,
    wow. Erst einmal vielen Dank, dass Du meine Geschichte kommentiert hast, sonst wäre ich wahrscheinlich gar nicht auf Deine hier gestoßen. Mir gefällt dein Schreibstil, der genau auf den Punkt ist und ich habe mich beim Lesen sehr gut von Dir durch die Geschichte geleitet gefühlt. Der Plot, den Du Dir ausgedacht hast, ist Dir sehr gut gelungen.
    Glückwunsch übrigens auch zur Titelwahl. Als ich den gelesen habe, wollte ich direkt wissen, was dahinter steckt 😉

    Ich hoffe Du konntest aus diesem Projekt für dich viel ziehen und schreibst weiter. Ich bin mir sicher, dass Du noch viele Leute mit deinen Geschichten begeistern kannst.

  13. Liebe Silke,

    wie versprochen habe ich nun auch endlich deine Geschichte gelesen und sie hat mir sehr gut gefallen 😃

    Ich hatte zwar schon früh die Vermutung, dass Mara mit dem Mord der Eltern zu tun hat, aber es hat mich trotzdem schockiert, als sich das bestätigte. Vermutlich hatte ich gehofft, dass es doch anders ist 😅

    Mir gefällt deine Idee, dass dem Opfer das Handy in die Hände fällt, so das dunkle Geheimnis von Mara aufdeckt und eine Chance findet, sich zu rächen. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt und Lola hinter ihr Geheimnis kommt 😉

    Für deine spannunde Geschichte gebe ich dir sehr gerne ein ❤

    Viele liebe Grüße
    Sarah (Rache ist süß)

  14. Hey Silke,

    das „auf dem letzten Meter“ kenne ich. Danke für Deinen Kommentar, ich kann berichten gerade auch vorm Bildschirm zu sitzen, also kann ich mich schnell revanchieren. Here we go:

    Eine zerstörte Kindheit, frühe Gewalt, die warmherzige, aber irgenwie auch eigene Freundin. Puh. Deine Geschichte kommt schnell in Fahrt und ist schon sehr voll mit emotionalen Achterbahnen und psychischen Ausnahmesituationen. Mir hat es gefallen, Du könntest Deine Geschichte da wahrscheinlich deutlich zu einem längeren Roman ausbauen, wenn Du alles tiefer darstellen wolltest.
    Ich hätte irgendwie zu jeder Figur und Szene mehr gelesen. Am Ende ist alles aber wirklich gut umgesetzt! Gerne auch ein Like von mir zurück!

    LG aus Hamburg
    Chris
    https://wirschreibenzuhause.de/geschichten/identitaet-6

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